Der Sportpodcast mit Martina Eberl
00:00:00: ,560 [Philipp Boy] Ich hab für meine Vizeweltmeistermedaille zweitausenddreihundert Euro bekommen. Ich sag: „Was, ey, was hast du hier grad gemacht? Was ist hier passiert? Du hast gerade zwölf Wochen eigentlich verkackt." Ich hatte 'ne Blockade dann am Reck. Ich konnte die Flugelemente nicht mehr loslassen und mein Kopf hat zugemacht. Dabei, war ja nicht nur: „Hey, du hast Schmerzen", sondern du hast eigentlich viel mehr
00:00:24: ,600 [Philipp Boy] mit dem, den Zerplatzen von deinem Traum zu tun. Meine Eltern, die wirklich, äh, am, im ersten Jahr jeden Freitag und jeden Sonntag jeweils fünfhundert Kilometer gefahren sind, um mich zu holen.
00:00:39: ,840 [Martina Eberl] Den Anfang unseres Podcasts darf mein Herzensmensch Philipp Boehmer. Mit Philipp hab ich mal schön quatschen können über Berlin, München, dass ChatGPT auch nicht immer recht hat, wie die mentale Einstellung tatsächlich, äh, sportliche Leistungen zu hundert Prozent drehen können und vieles, vieles mehr. Schön, dass du da bist am Pink Table.
00:01:05: ,980 [Philipp Boy] This is the Pink Table.
00:01:09: ,120 [Philipp Boy] Speak your story. Es gibt eigentlich kaum noch TV-Shows, qualitativ hochwertige, große, äh, Primetime-Shows, die ich noch nicht gemacht hab. Da gibt's noch „Schlag den Star" vielleicht, äh, wo wir auch schon mit denen gesprochen haben. Ähm, das wird bestimmt noch irgendwann kommen.
00:01:27: ,940 [Martina Eberl] An des-
00:01:27: ,780 [Philipp Boy] Sonst hab ich ja eigentlich alles.
00:01:28: ,600 [Martina Eberl] Eigentlich wär das doch voll deins.
00:01:30: ,680 [Philipp Boy] Ja.
00:01:30: ,940 [Martina Eberl] „Schlag den Star". Also ich mein, oder?
00:01:32: ,460 [Philipp Boy] Leider total meins. Ähm, aber ja, letztendlich, äh, äh, geh' ich mal oder haben sich, hat sich einfach so die Show-Geschichte schon 'n Stück weit geändert. Es gibt immer mehr Trash-TV-Sachen und das ist ja für mich kategorisch ausgeschlossen.
00:01:50: ,620 [Martina Eberl] Ich denk mal, wenn's dann ... das eine dann mal gemacht hast, du kannst es ja nicht öfter machen. Dann bist halt einmal, dann kannst du nicht zweimal tanzen gehen.
00:01:57: ,000 [Philipp Boy] Leider nein.
00:01:59: ,020 [Martina Eberl] Leider nein.
00:02:00: ,540 [Philipp Boy] Let's Dance würd ich schon noch mal machen.
00:02:01: ,900 [Martina Eberl] Wirklich?
00:02:02: ,200 [Philipp Boy] Die Tour auf jeden Fall, aber die Show weiß ich nicht.
00:02:06: ,919 [Martina Eberl] Du könntest ja als Profi anfangen und mir dann mal das Tanzen beibringen.
00:02:09: ,680 [Philipp Boy] Ja, dafür, nee. Ich hätt nicht gedacht, dass es auch so facettenreich ist, so unfassbar anstrengend. Ja, weil Turnen, ich hab 'ne definitiv mit Turnen 'ne Sportart gemacht, die, würd ich mal schon sagen, die gehört mit zu den schwersten Sportarten der Welt. Ähm, sagen wir mal, auch der Golfschwung ist genauso, äh, äh, vielseitig, ja, wie 'nen, äh, wie die ganzen Geräte und die unterschiedlichen Übungen und, und Elemente. Aber genau das kam, hätt, was ich nicht gedacht hätte, im Tanzen noch mal alles wieder. Jede einzelne, ob's Latein oder Standard ist, jede einzelne Bewegung, wie 'ne Hand, die zu enden hat, wie die Körperspannung, wo die Brust ist und so. Jedes Detail und grade, da ich ja 'n sehr detailverliebter Mensch bin, war das manchmal 'n bisschen schwierig.
00:02:57: ,070 [Martina Eberl] Ja, das mit der Wasserwaage, ne?
00:02:59: ,260 [Philipp Boy] Ja, klar.
00:02:59: ,960 [Martina Eberl] Dass alles, dass alles grade hält muss.
00:03:00: ,040 [Philipp Boy] So zu akzeptieren, dass das nicht so einfach hinhaut.
00:03:05: ,880 [Martina Eberl] Also ich hätte, glaub ich, den, den, die größte Panik, so 'n Schritt-Blackout zu haben. Hat man das?
00:03:11: ,780 [Philipp Boy] Hat jeder. Das ist so, es gibt ja immer diese, diese Eingangsinterviews, ne. Bevor die ganze Show losgeht, hast du ja dann, äh, quasi so für den Warm-upper und, äh, für die Eröffnungsvideos hast du ja dann, äh, immer Interviews. Und eigentlich, ich würde sagen, so fünf-, in fünfundneunzig Prozent der, der Fälle: Wovor hast du am meisten Angst? Entweder ist Kritik von der Jury oder eben, äh, 'n Blackout.
00:03:34: ,269 [Philipp Boy] Und wer Let's Dance geschaut hat,
00:03:37: ,700 [Philipp Boy] den hatte ich im Halbfinale.
00:03:40: ,640 [Martina Eberl] Ach wirklich?
00:03:41: ,440 [Philipp Boy] Ey.
00:03:42: ,600 [Martina Eberl] Sorry, jetzt oute ich mich natürlich total, dass ich's nicht gesehen hab.
00:03:45: ,980 [Philipp Boy] Das Schlimmste, was dir nur wirklich passieren kann. Ekelhafte Situation und das lief ja alles top. Und grade in einem, äh, Impro Dance war das ja, und was ich ja konnte, der Charleston, da hatt ich 'n Tag, eine Woche vorher dreißig Punkte dafür bekommen. Äh, da hatt ich 'n Blackout. Ich wusst die Schritte nicht mehr. Und dann Patricia: „Hey komm, mach weiter", und ich: „Patricia, ich hab keine Ahnung." Es war ganz schlimm.
00:04:09: ,260 [Martina Eberl] Aber hätte, hätt ich das jetzt gesehen?
00:04:12: ,080 [Philipp Boy] Ja, das hat leider ganz Deutschland gesehen. Ja, zumindest die, die's, äh, geschaut haben. Äh, das war wahnsinnig ... Manche sagen, das hat mir dann auch, äh, vielleicht noch mal Sympathiepunkte eingebracht, weil, äh, es lief ja doch davor recht gut. Und ja, niemand will sich da gerne als Maschine oder als Computer betiteln lassen, weil da hat richtig viel, richtig viel Arbeit dahinter gesteckt. Wir haben jeden Tag acht bis zehn Stunden trainiert, ähm, so um das überhaupt auf die Reihe zu kriegen, aber da hab ich einfach irgendwo
00:05:40: ,000 [Martina Eberl] Ich muss mir das unbedingt noch mal anschauen.
00:05:42: ,940 [Philipp Boy] Ja, mach das. Peinlich.
00:05:44: ,640 [Martina Eberl] Aber soll ich dir das sagen, wenn du mir das jetzt so erzählst? Ich find das gar nicht peinlich, weil ...
00:05:48: ,599 [Philipp Boy] Ist menschlich.
00:05:49: ,320 [Martina Eberl] Das ist mega menschlich. Und aber wie war das?
00:05:53: ,940 [Martina Eberl] Hast du in dem Moment gedacht: „Hoffentlich kein Blackout", und dann kam er oder kam's einfach so?
00:05:58: ,092 [Philipp Boy] Ei, pass auf, die, die Sache bei der, bei, die Halbfi... die Halbfinalwoche ist die schwerste Woche in der, in, in der ganzen Timeline, was Let's Dance angeht. WeilDu, am Anfang startest du ja mit einem Tanz pro Woche. Du hast ja, am, am denkst: „Oh mein Gott, wie soll ich das nur schaffen?" So in der Finalwoche hast du drei Tänze plus ein Impro Dance. Das heißt, du hast ja trotzdem nur Sonntag, Montag, Dienstag Zeit zu trainieren. Mittwoch geht's ja schon wieder nach Köln, Donnerstag ist Generalprobe, Freitag ist Show. So, und in dieser, in diesen drei Tagen musst du drei Tänze plus Impro bedeutet, von allen zehn Tänzen sind's, glaube ich, insgesamt, musst du immer noch alles können, musst für alles eine, äh, Choreografie haben, weil es heißt, du kriegst den Tanz, du musst hintersprinten, dich umziehen, raus und sofort tanzen. Das ist wahnsinniger Druck und alle hatten Angst vor diesem Impro Dance. So, und davor lief alles toll und dann kam dieser Impro Dance und ich hab's einfach, äh, weil das Ding ist, ich wusste die Schritte und Patricia hat 'n anderen gemacht. Und auf einmal hat mich das so durcheinandergebracht, anstatt einfach mitzutanzen, weil Charleston an sich kein schwerer Tanz ist. Ja, da machst du bup, das ist lustig und du zwirbelst da so 'n bisschen die Beine hin und her. Aber ich weiß nicht, mich hat das auf einmal war das so: Cut.
00:07:19: ,172 [Martina Eberl] Ja, aber ich versteh das. Also deine-
00:07:21: ,692 [Philipp Boy] Tanzpartnerin.
00:07:21: ,671 [Martina Eberl] Tanzpartnerin hat dich quasi so 'n bisschen ... Aber du bist ihr natürlich nicht Schuld.
00:07:24: ,132 [Philipp Boy] Um Gottes ... Nein, ist sie auch nicht, äh, da-- Sie hat auch da definitiv keine Schuld, weil es ist ja ein Impro Dance.
00:07:31: ,602 [Martina Eberl] Ja, ja.
00:07:31: ,052 [Philipp Boy] Ja, das heißt nicht, das muss akkurat genauso abgehakt werden, sondern man kann auch mal einen Schritt anders machen, weil eben
00:07:38: ,312 [Martina Eberl] Aber eine Sache interessiert mich jetzt noch, was dieses Let's Dance betrifft.
00:07:41: ,052 [Philipp Boy] Ja.
00:07:42: ,352 [Martina Eberl] Du bekommst 'ne Anfrage.
00:07:43: ,812 [Philipp Boy] Mhm.
00:07:43: ,342 [Martina Eberl] Ja. Gut aussehender junger Kerl. Passt supergut in das Format. Ich mein, da kommen wir später noch mal drauf, das Körperliche. Ähm, okay, und dann sagen Sie: „Pass auf, ähm, wann wird das aufgezeichnet?" Wann Oder das, ist es ja live. Es ist ja eigentlich live dann zumindest.
00:07:59: ,392 [Philipp Boy] Ja, ja, richtig.
00:08:00: ,352 [Martina Eberl] Im Februar. So, also das heißt, wann kommen die Anfragen?
00:08:04: ,492 [Philipp Boy] Das geht alles schon im Oktober los. Ach, eigentlich schon noch früher. Sep-, August, September kommen so die ersten Gespräche.
00:08:10: ,952 [Martina Eberl] Okay, also das, dir wird dann schon auch Zeit gegeben, weil ich denk mir dann, wenn ich das, äh, jetzt so hör, jede Woche peng, peng, peng und du weißt ja auch gar nicht eigentlich, wie lange du da bleibst, dabei bleibst, äh, wie viel Zeit du dir da eigentlich einplanen musst.
00:08:23: ,452 [Philipp Boy] Ja.
00:08:24: ,972 [Martina Eberl] Ähm, also da muss man ja schon auch 'ne gewisse Flexibilität haben, dass man sagt: „Okay, ja gut, also dann ab Februar hätt ich dann mal zwei, drei Monate Zeit, mir das jede Woche einzuplanen." Also das ist natürlich schon auch, ähm, wenn man jetzt 'n Job hat.
00:08:41: ,112 [Philipp Boy] Ja, das ist,
00:08:43: ,492 [Philipp Boy] äh,
00:08:44: ,112 [Philipp Boy] deswegen glaub ich mal, ähm, gibt es auch welche, die sie gerne haben wollen würden, die sie aber niemals kriegen werden, weil's halt für die dann zu schwer ist, aus Amerika, aus irgendwelchen Produktionen rauszugehen oder, oder, oder, ähm.
00:08:58: ,852 [Martina Eberl] Zeitlich, zeitlich schwierig.
00:08:59: ,882 [Philipp Boy] Es ist zeitlich schon schwierig und ich kann auch schon mal so viel vorwegnehmen: Ich dachte auch: „Hey, easy, ich kann noch nebenher 'n bisschen was anderes machen." Nicht mal ansatzweise. Gar keine Chance. Du bist so im Fokus, du willst es ja gut machen. Du willst dich ja nicht blamieren, ja. Es gibt natürlich in ganz wenigen Ausfällen welche, die, denen es völlig scheißegal ist. Die dann sagen: „Hey, komm, ich geh da mit hin. Wenn ich vor Runde zwei rausfliege, völlig egal", aber das ist ja nicht, das ist nicht unser Anspruch. Das wär auch nicht dein Anspruch. Ähm, als, als ehemaliger Sportler möchtest du wenigstens das, was du machst, halbwegs gut abarbeiten. Und ja, du hast Vorbereitungszeit, aber sie sagen dir ganz explizit: „Bereite dich nicht drauf vor", weil jeder Tänzer, jeder Profi und grade bei Let's Dance, da sind nur Weltmeister, äh, äh, dabei, ja, von den Profis. Die haben auch ihre eigenen Arten, ja. Das ist wie dein, äh, äh ... Das ist wie ich auch 'ne ganz eigene Art hatte, äh, zum Beispiel Boden zu turnen, ja, mit, mit gewissen Saltos und so weiter. Und wenn du auf einmal einen anderen Profi dir genommen hast, irgendeinen in Berlin und der sagt dir: „Die Schritte hätt ich jetzt so gemacht und das ist", das ist viel, viel schwerer wieder rauszubekommen, als letztendlich mit ihm einfach kurz eine Stunde mit meiner Tanzpartnerin-
00:10:18: ,882 [Martina Eberl] Ja.
00:10:18: ,872 [Philipp Boy] das 'ne Stunde zu trainieren.
00:10:19: ,932 [Martina Eberl] Also quasi ganz roh.
00:10:20: ,231 [Philipp Boy] Richtig. Das ist so eigentlich mit die beste, äh, Voraussetzung, außer du hast irgendeine Ausbildung schon genossen im, im Tänzerischen, weil dir dann Choreografien abspeichern leichter fallen. Weil das ist ja noch mal der zweite andere große Punkt. Es ist einmal das Körperliche, was du egal bei welcher Show hast, aber es ist auch ganz, ganz viel Mindset. Und dich da nicht zu viel unter Druck zu setzen, äh, sich auch die Zeit zu geben und entspannt zu bleiben, die Choreografie zu lernen, äh, ist alles leichter gesagt als getan. Weil wenn du dich mit einem Schritt – ich erinner mich an mein Pasodoble. Ich hab mich so gefreut auf diesen Tanz. Ich habe ihn am, am Ende eigentlich fast am meisten gehasst, ja, weil es so schwer war, als Erstes dann die Ferse abzusetzen und so weiter, sich wieder alles umzulernen. Und da kam ich mit einem Schritt nicht klar und ich, das war wie 'ne Blockade. Ich hab bestimmt zwei Tage an diesem Schritt trainiert, bis ich Patricia gesagt hab: „Bitte nimm den raus. Wir müssen irgendwas anderes machen." Ja, so ist es dann. Ähm, es ist sehr, sehr viel Druck bei der Show mit dabei.
00:11:22: ,462 [Martina Eberl] Ja, cool.
00:11:22: ,972 [Philipp Boy] Sehr viel Druck.
00:11:22: ,072 [Martina Eberl] Du hast aber erst mal zwei Tage dran gearbeitet. Jeder andere hätte nach zwei Minuten gesagt: „Können wir das nicht anders machen?"
00:11:28: ,332 [Philipp Boy] Ja.
00:11:28: ,992 [Martina Eberl] Das krieg ich auch immer im Unterricht mit, wenn ich wieder sag: „Komm, das müssen wir jetzt so machen, dass der Ball bitte gerade fliegt."
00:11:32: ,712 [Philipp Boy] Ja.
00:11:33: ,032 [Martina Eberl] „Ey, können wir das nicht anders machen?"
00:11:35: ,112 [Philipp Boy] Ja, richtig. Nee.
00:11:36: ,272 [Martina Eberl] Nee.
00:11:36: ,672 [Philipp Boy] Geht nicht.
00:11:36: ,732 [Martina Eberl] Nee, das geht halt nicht, ja.
00:11:38: ,112 [Philipp Boy] Oh, Mensch.
00:11:39: ,832 [Martina Eberl] Sehr cool. Also-
00:11:39: ,212 [Philipp Boy] Aber hättest du denn Bock da drauf, da so was dann auch mal zu machen? Könntest du dir überhaupt die Zeit nehmen?
00:11:44: ,792 [Martina Eberl] Ja.
00:11:44: ,452 [Philipp Boy] Ja.
00:11:45: ,502 [Martina Eberl] Schon. Ich glaub, ich hätt auch Bock drauf. Bloß wie gesagt, ich glaub, ich hätte ge-genau die gleichen Gedanken. Deswegen hat's mich jetzt auch so interessiert, ähm, dass ich mir denk: „Boah, krass, so viele Tänze sich zu merken." Also Chapeau. Also ich mein, es, es schaut ja sowieso immer leichter aus, wenn man was im Fernsehen sieht oder wenn jetzt jemand sieht, wie ich, äh, 'n Golfschläger schwinge oder wenn ich deine Performances früher am Reck oder was auch immer anschau, da denkt sich ja jeder: „Ja, also so schwer kann's jetzt auch nicht sein." Aber letztendlich ist es so mühsam und diese Kombination, also ichWir sind ja beides im Fitnessthema auch ziemlich stark drin, ja. Äh, ich hab meine, ähm, Aerobic-Ausbildung gemacht und genau das Thema hat, also ich hab das geübt, wirklich. Also vor der Prüfung, diese Aerobic-Prüfung, diese Schrittfolge mit den anderen und so weiter, wie krass ich das geübt habe. Und das war eins. Wenn ich mir jetzt denk, da hast du, keine Ahnung, fünf, sechs Tänze hintereinander, die du dir merken musst. Also da hab ich schon höchsten Respekt. Also-
00:12:44: ,842 [Philipp Boy] Aber ich sag dir, es wird auf jeden Fall über die Wochen einfacher. Aber zum Thema mich vergessen: Ich bin, ich bin Weltmeister in meinem Golfschwung, äh, äh, miserablen, das wieder zu vergessen. Denn so hab ich mal wieder so 'ne richtig blöde Runde, dann denk ich mir immer: „Was hast du hier schon wieder gemacht?" So und dann so nach zwei Wochen denk ich mir: „So schwer ist das doch eigentlich gar nicht." Und dann bin ich wieder auf dem Grün und dann denk ich mir: „Ja, okay, das ist doch so schwer."
00:13:12: ,522 [Martina Eberl] Das ist halt immer, wie hoch man quasi den Anspruch hat.
00:13:15: ,962 [Philipp Boy] Ja.
00:13:15: ,242 [Martina Eberl] Wenn man sagt, mir reicht das, einen Ball irgendwie geradeaus vorzulullern und so weiter, dann ist das ja auch alles okay. Bloß, äh, diesen Witz hatten wir erst wieder. Ich kann's jetzt.
00:13:25: ,662 [Philipp Boy] Ah, der kürzeste Golferwitz.
00:13:26: ,222 [Martina Eberl] Ja, ja, genau.
00:13:27: ,742 [Philipp Boy] Ich kann's.
00:13:27: ,622 [Martina Eberl] Aber da kommen wir gleich drauf, ob's den in anderen Sportarten auch noch gibt. So, mein Lieber, wie viele Chapter, also wie viele Kapitel hast du in deinem Leben schon mal gehabt?
00:13:38: ,062 [Martina Eberl] In wie viel Kapitel würdest du dein Leben unterteilen?
00:13:42: ,142 [Philipp Boy] Das ist echt 'ne gute Frage, denn
00:13:45: ,262 [Philipp Boy] am Ende bin ich mit viereinhalb zum Turnen gekommen. Also da war eigentlich schon ... Ich war noch mal ein, äh, ein halbes Jahr davor beim Fechten. Ach, also Turnen war nicht meine erste Sportart.
00:13:56: ,282 [Martina Eberl] Also mit vier.
00:13:57: ,262 [Philipp Boy] Mit vier. Dann hat mich dann da aber 'ne Biene gestochen gehabt und dann konnte ich den Säbel nicht mehr halten und dann fand ich das alles doof. Und so bin ich zum Turnen gekommen, ja. Dann waren wir, ich dann quasi, äh, äh, war ich dort relativ schnell begeistert.
00:14:10: ,422 [Philipp Boy] Aber eigentlich gibt's nur mein Chapter ich als Profisportler und danach das, das Chapter Familie und Leben danach.
00:14:18: ,881 [Martina Eberl] Zwei.
00:14:18: ,822 [Philipp Boy] Würd ich jetzt sagen, ja, zwei.
00:14:19: ,082 [Martina Eberl] Die böse Biene.
00:14:21: ,882 [Philipp Boy] Die böse Biene.
00:14:21: ,952 [Martina Eberl] Stell dir das mal vor. Everything happens for a reason, oder?
00:14:25: ,722 [Philipp Boy] Das ist es, ja.
00:14:27: ,322 [Philipp Boy] Ja, das hab ich mir, ich mach mir Anker quasi. Meine Tattoos sind Anker.
00:14:31: ,002 [Martina Eberl] Wie viel hast du denn?
00:14:32: ,742 [Philipp Boy] Äh, boah, weiß ich jetzt gar nicht. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn vielleicht. Ich weiß es nicht genau. Ich könnt nachher nachzählen, aber ja, wer weiß, was gewesen wär, weil mein Bruder, mein Bruder war ja nämlich, äh, beim Fechten gewesen und deswegen war ich ja quasi dann auch dort. Aber ihn hat keine Biene gestochen.
00:14:49: ,202 [Martina Eberl] Aber das interessiert mich. Yesterday, tomorrow, today, okay?
00:14:52: ,522 [Philipp Boy] Ja. Übrigens-
00:14:53: ,722 [Martina Eberl] Komm, lass uns die mal durchgehen. Das würd mich jetzt mal echt interessieren.
00:14:55: ,292 [Philipp Boy] Richtig witzig, um das schnell, äh, äh, zu machen. Äh, Yesterday, tomorrow, today ist, ähm, aus Kung Fu Panda, wenn du den Film mal gesehen hast, wo die Schildkröte nämlich Pu dann erklärt: „Yesterday is history, tomorrow will be mystery, today is a gift, that's why it's called present." Wir müssen, wir haben alle unsere Vergangenheit, wir wissen auch alle, dass es 'ne Zukunft gibt, aber wir dürfen nie vergessen, dass wir nur im Hier und Jetzt leben. Und wir machen uns immer viel zu viele Gedanken, was war und was sein wird. Aber wir haben's jetzt halt in der Hand. Und das ist für mich manchmal grade, ich bin jetzt kein, äh, Overthinker, aber es, trotzdem macht man sich ja manchmal, also was wäre gewesen denn und was passiert. Das hilft mir schon viel dabei. Ähm, ja, Pinky Promise mit meiner Tochter. Ja, ich hab ihr gesagt-
00:15:41: ,061 [Martina Eberl] Pinky Promise.
00:15:42: ,202 [Philipp Boy] Wenn sie das jemals bricht, unser, wenn wir 'n Pinky Promise machen, dann kommt da 'n X drüber.
00:15:47: ,932 [Philipp Boy] Das will sie natürlich auch nicht. Äh, Ha-
00:15:49: ,222 [Martina Eberl] Aber das wisst nur ihr, eure Promises, die sind unter euch.
00:15:53: ,482 [Philipp Boy] Ja.
00:15:53: ,682 [Martina Eberl] Keine Ahnung. Okay, alles klar. Gut.
00:15:54: ,772 [Philipp Boy] Äh, Hakuna Matata. Ähm-
00:15:56: ,882 [Martina Eberl] Hakuna Matata, ja.
00:15:57: ,642 [Philipp Boy] Klar, genau.
00:15:58: ,542 [Martina Eberl] Ja.
00:15:59: ,602 [Philipp Boy] Everything happens for a reason.
00:16:01: ,682 [Philipp Boy] Das heißt eigentlich auch nur Tochter, ähm, ähm, mit Hieroglyphen.
00:16:05: ,262 [Philipp Boy] Und, äh, die drei Cs im Leben, ne. You have to make choices to get chances to change your life.
00:16:11: ,882 [Philipp Boy] Olympia, das war einmal den Hut der, der Bobbys und, äh, China mit 2008 und 2012 plus, ach, dann da die Ringe dazu.
00:16:20: ,682 [Martina Eberl] Klassiker.
00:16:21: ,322 [Philipp Boy] Ja.
00:16:22: ,802 [Martina Eberl] Und jetzt der, der, da drunter, den haben wir noch nicht. Der fehlt noch.
00:16:24: ,332 [Philipp Boy] Den haben wir noch nicht. Das sind einfach alle, äh, Geburtsdaten, äh, Zahlen zusammenaddiert von, äh, meiner Frau und meiner Tochter und mir. So, das ist dann. Das ist es eigentlich. Ach so, 'ne Rakete hab ich noch am, am Puls.
00:16:36: ,951 [Martina Eberl] 'Ne Rakete.
00:16:36: ,602 [Philipp Boy] 'Ne Rakete.
00:16:37: ,622 [Martina Eberl] Natürlich, die darf nicht fehlen.
00:16:38: ,622 [Philipp Boy] Ja, nein. Weil erstens das, weil das Emoji, was ich am meisten benutze, die, die startende Rakete.
00:16:44: ,242 [Martina Eberl] Ja, also ich-
00:16:45: ,662 [Philipp Boy] Na, du hast, ich auch einige, hab ich schon mal gesehen.
00:16:47: ,702 [Martina Eberl] Wobei, ähm, also ich hab hier die Kreise heißen Always.
00:16:52: ,242 [Philipp Boy] Ja.
00:16:53: ,802 [Martina Eberl] Ja. Always be amazing,
00:16:55: ,102 [Martina Eberl] always rise.
00:16:57: ,202 [Philipp Boy] Ja.
00:16:58: ,282 [Martina Eberl] Always enjoy life und always enjoy the walk. Und der linke Arm, und zwar der Herzensarm, der gehört meinen Kindern.
00:17:05: ,182 [Philipp Boy] Ah, okay.
00:17:06: ,482 [Martina Eberl] Da kommt aber auch nix mehr anders drauf. Und jetzt hat aber mein, äh, Tätowierer, ähm, in die, in diesem Sinne liebe Grüße zum Hiers, ähm, der hat jetzt gesagt, jetzt wird's langsam ein bissl eng. Ja, mehr Platz haben wir nicht mehr. Ich hab aufm Rücken noch Flügel.
00:17:18: ,602 [Philipp Boy] Ja.
00:17:19: ,882 [Martina Eberl] Und wie du deine Rakete hast, hab ich, aber das ist 'n Unfall gewesen, weil ich mit 16 nämlich gedacht hab, ich mach mir so 'n Temp-Tattoo, weil damals haben sie gesagt, das geht dann alles weg und da musste man noch nicht 18 sein. Ich hab so 'ne kleine Rose am Knöchel und dann haben sie gesagt, die Hautschichten erneuern sich ja wieder und das ist dann, das vergeht. Ja.
00:17:37: ,242 [Philipp Boy] Okay.
00:17:38: ,522 [Martina Eberl] Ich bin heute 44. Die Rose ist immer noch existent am Knöchel unten.
00:17:43: ,962 [Philipp Boy] Aber das, das, äh, the walk, meinst du damit immer den Weg?
00:17:46: ,902 [Martina Eberl] Enjoy the walk.
00:17:47: ,992 [Philipp Boy] Einfach, weil nicht der, nicht dahin ist es hier, sondern der Weg ist es hier so 'ne Art. Also dass man das genießt sogar.
00:17:52: ,702 [Martina Eberl] Ich find's toll, dass du das fragst, weil, äh, man sagt, also erstens ist mein, ähm, nein, erstens muss ich das anders erklären. Ähm, wenn du an der 18, also am letzten Loch-
00:18:04: ,322 [Philipp Boy] Richtig Golfbezug ist das.
00:18:06: ,802 [Martina Eberl] Ja, ja.
00:18:06: ,662 [Philipp Boy] Ah.
00:18:07: ,782 [Martina Eberl] Wenn du auf der 18 am Finaltag Richtung Grün gehst und weißt, das ist deins, dann sagt der Caddy zu dir: „Enjoy."
00:18:15: ,442 [Philipp Boy] Oh, keep walk, ey. Das ist cool.
00:18:18: ,802 [Martina Eberl] Genau.
00:18:18: ,382 [Philipp Boy] Okay.
00:18:19: ,698 [Martina Eberl] Und, ähm, so heißt tatsächlich auch meine Keynote. Und, ähm, letztendlich-Life is a walk, walk of life, ne. Also deswegen enjoy the walk.
00:18:29: ,937 [Philipp Boy] Voll cool. Also grade auch mit dem Bezug, ja. Ich bin halt absoluter Laie, Golfer, aber das war auch zu wissen, dass wenn dann ein Caddie zu dir sagt: „Ey, dein Moment, genieß es."
00:18:38: ,058 [Martina Eberl] Die gehen dann auch alle weg. Kannst nächstes Mal gucken, ähm, wenn-
00:18:42: ,458 [Philipp Boy] Krieg man gar nicht so richtig hier rein.
00:18:43: ,757 [Martina Eberl] Also wenn jemand bei einem Major oder so, wenn da die Spieler aufs Grün gehen, die Caddies sind dann nie neben den Spielern.
00:18:49: ,038 [Philipp Boy] Okay, krass.
00:18:51: ,978 [Martina Eberl] This is your moment. Ja. Wobei natürlich schon auch ohne Caddie, äh, würdest du das Ding auch nicht zupfen. Ja, also das ist schon... Caddies sind total underrated, brutal. Ich weiß, dass meine Siege ohne meinen Caddie wär das nicht möglich gewesen.
00:19:06: ,418 [Philipp Boy] Aber es sind--
00:19:08: ,038 [Philipp Boy] Ganze, ganz blöde Frage: Ist aber nicht dein Trainer, ne? Also die sind einfach nur 'n Berater auf dem, auf dem Platz.
00:19:13: ,778 [Martina Eberl] Ja, du kannst schon auch deinen Trainer haben. Also es gibt so ein paar, die tatsächlich ihre Trainer haben oder wenn jetzt mal der Caddie Urlaub macht, ähm, dann springt vielleicht mal der Trainer ein. Ähm, aber ich hatte zum Beispiel eine Zeit lang meinen Trainer auch, hatte ich am Bag-
00:19:25: ,078 [Philipp Boy] Okay.
00:19:26: ,038 [Martina Eberl] der mit mir dann diesen Australian South African Swing gemacht hab am Anfang des Jahres. Und, ähm, der Danny, Danny Wilde, ähm, aus vom Golfclub Walley unten, der war mit mir sehr, sehr lange unterwegs und es, weißt du, es geht ja auch bei uns, aber da kommen wir nachher auch noch beim Turnieren drauf. Ähm, die Golfer sind immer so bisschen, ja, verschrien, dass wir ja eigentlich in Kohle baden, ja. Dass wir so viel Geld haben, also vor allem die Damen. Das ist so weit weg. In der Zeit, wo ich wirklich richtig gut gespielt hab, hab ich einen ordentlich bezahlten Job gehabt.
00:20:01: ,118 [Philipp Boy] Oh, okay.
00:20:02: ,478 [Martina Eberl] Ja. Und die Zahlen, die man so im Internet findet, das ist ja alles das höchste Brutto, was man sich vorstellen kann. Was da noch alles abgezogen wird, die Reisekosten, Schnick, Schnack, Schnuck. Was dann noch übrig bleibt, ist wirklich, ähm, das ist Leid, es ist eigentlich Leidensgeld. Aber auf die Finanzen kommen wir gleich noch. Ich hab jetzt mal eine, ähm, weil du grade gesagt hast, ich hab 'ne blöde Frage. Blöde Fragen gibt's sowieso nicht.
00:20:24: ,497 [Philipp Boy] Okay, gibt nur blöde Antworten.
00:20:26: ,757 [Martina Eberl] Philip Boy. Philip Boy. Jetzt kenn ich dich ja doch ein paar Tage, aber ich hab dich noch nie gefragt, ob dein Nachname Künstlername ist.
00:20:35: ,668 [Philipp Boy] Ja, tatsächlich, äh, ist das kein Künstlername. Und ich dacht ja immer so: „Hey, ich bin so'n Uramerikaner", oder so, hab da Vorfahren. Tatsächlich, ähm, ist es aus dem Norden von Boysen. Ist da irgendwann ist das sen dann weg gewesen und dann nur noch Boy. So
00:20:53: ,488 [Philipp Boy] ist die Geschichte, äh, hinter, hinter der Namensbildung und ich weiß, dass Vorfahren bis zum Zweiten Weltkrieg auf jeden Fall alle, äh, Rügen. Da waren, äh, eigentlich alles oben im Norden,
00:21:05: ,067 [Philipp Boy] aber dann vertrieben und so weiter. Was weiß ich.
00:21:08: ,778 [Martina Eberl] Aber ist schon geiler Name. Jetzt mal ohne Schmarrn. Also viele, wie gesagt, äh, müssen da zu irgendwelchen Ämtern gehen und sich so'n, äh, so'n Namen, äh...
00:21:16: ,458 [Philipp Boy] Witziges Ding. Äh, mein Papa war ja, seitdem ich da denken kann, seit 95, glaub ich, war er Fahrschullehrer. Und was denkst du, wie die Fahrschule hieß?
00:21:26: ,898 [Philipp Boy] Boys Fahrschule, auch für Girls.
00:21:29: ,558 [Philipp Boy] Was für ein Marketingslogan.
00:21:32: ,718 [Philipp Boy] Meine, äh, meine Mama, glaub ich, hat das damals gemacht. Ich dacht: „Okay, wow, das hat was." Ähm, ja, das, das bis zum Schluss. Boys Fahrschule auch für Girls. Also herrlich. Fand ich immer gut. Jetzt heute muss man ja aufpassen. Mein Gott, es gibt ja noch so viele andere Sachen, aber ja, bin ich jetzt ...
00:21:51: ,438 [Philipp Boy] Okay.
00:21:52: ,578 [Martina Eberl] Aber mega.
00:21:53: ,598 [Philipp Boy] Ja.
00:21:54: ,578 [Martina Eberl] Vergiss das auch nicht.
00:21:55: ,518 [Philipp Boy] Nee, nee, und das war immer einprägsam
00:21:58: ,098 [Philipp Boy] und-
00:21:59: ,318 [Martina Eberl] Der USP. Was ist dein USP? Auch für Girls.
00:22:01: ,218 [Philipp Boy] Auch für Girls.
00:22:02: ,018 [Martina Eberl] Sehr, sehr geil.
00:22:04: ,018 [Martina Eberl] Philip, ich habe deinen Karrierescore kurz und knapp eingeordnet. Den darfst du jetzt auch gleich selber vorlesen.
00:22:12: ,658 [Martina Eberl] Ähm, und natürlich im Zeitalter der KI hab ich mich da, hab ich mir da natürlich bisschen helfen lassen. Weil ich hab dir ja schon gesagt, ich wollt mich nicht zu stark vorbereiten. Erstens kennen wir uns und zweitens, ähm, zu, äh, im Bayrischen würd man sagen, storert sollte das jetzt auch nicht sein. Aber dein Karrierescore darfst du jetzt mal kurz und knapp selber vorlesen und dann kannst du mal sagen, ob die KI da recht hat.
00:22:37: ,158 [Martina Eberl] Der Karrierescore.
00:22:39: ,998 [Philipp Boy] Okay.
00:22:41: ,778 [Philipp Boy] Philip Boy war nie der lauteste oder medial präsenteste Turner, aber sportlich absolut Weltklasse. Viele Fans erinnern sich gerade deshalb gern an ihn. Kein Drama, kein großes Ego, sondern verlässliche Spitzenleistung, wenn es zählte.
00:22:57: ,578 [Philipp Boy] Ich glaub, da hat dich die KI echt im Stich gelassen.
00:23:01: ,958 [Martina Eberl] Also das Erste, was ich mir gedacht hab: leise?
00:23:05: ,058 [Philipp Boy] Definitiv.
00:23:08: ,758 [Martina Eberl] Also so viel zum Thema, dass ChatGPT irgendwie, ähm, wie viel Prozent? 48 % Falschheit?
00:23:15: ,918 [Philipp Boy] Oh Mann, äh, im Ideal-- ja, oder,
00:23:19: ,218 [Philipp Boy] äh, kein großes Ego
00:23:21: ,638 [Philipp Boy] und vor allen Dingen kein Drama, ja. Also wenn meine Riemchen immer durch die Halle geschmissen habe, was nicht funktioniert hat. Also ich würde sagen, bei relativ vielen Sachen war's, äh, der das absolute Gegenteil, ähm-
00:23:33: ,538 [Martina Eberl] Interessant.
00:23:34: ,778 [Philipp Boy] Aber verlässlich eher zum Ende hin, weil ich würde mal sagen, ich hatte doch relativ viele
00:23:45: ,894 [Philipp Boy] oder meine Emotionen standen mir doch sehr, sehr oft im Weg. Ja, also dass wenn ein Fehler passiert ist, der mich so weit aus der Bahn geworfen hat, äh, dass, also quasi ich hab mich so lange darüber geärgert, anstatt cool zu bleiben, weil der Wettkampf ging ja noch weiter. Ähm, und so 'n bisschen hitzköpfig hat mir sehr, sehr viele, äh, Siege gekostet und eigentlich auch schon, äh, mein Karriereende besiegelt gehabt, weil das war dann auch grade das Jahr, wo mein Durchbruch war, war das Jahr, wo ich aber auch eigentlich alles hinschmeißen wollte, wo ich gesagt, das macht alles gar keinen Sinn mehr, wofr... warum tu ich mir das an? Und das war alles genau wegen meinem vielleicht dann doch zu hohen Temperament im Wettkampf, ja. Also ich glaub-Golf wäre ein ganz schwieriger Sport für mich gewesen, da ruhig zu bleiben. Ähm, aber das war tatsächlich, stand ich mir viel zu viel oft selbst im Weg. Und dann, als ich die Freiheit dann hatte im Kopf, äh, kam die ganze Erfolge.
00:24:47: ,954 [Philipp Boy] Weil das Talent und die Leistung, die hatte ich schon eigentlich immer gehabt. Äh, gerade im Juniorenbereich habe ich immer gegen zwei, drei Jahre Ältere gewonnen. Also das war, wie gesagt, schon so ein bisschen erfolgsverwöhnt. Äh, direkt in die Juniornationalmannschaft rein und so weiter, direkt auch in die Seniorennationalmannschaft, aber ich wollte halt auch immer Weltspitze sein. Und gerade, äh, in Deutschland gab es auch noch einen anderen, mit dem ich mich sehr gern, äh, auch immer gemessen habe. Und, äh,
00:25:16: ,414 [Philipp Boy] wenn er besser war, hat mich das natürlich angekotzt.
00:25:19: ,894 [Martina Eberl] Ja, weil die erste Erkenntnis oder die erste Voraussetzung ist ja quasi dann die Erkenntnis, dass dir das im Weg gestanden hat. Ja, also ich kenne das selber von mir, ging identisch gleich. Das haben wir eh schon rausgefunden, dass wir mit sehr, sehr vielen Dingen sehr ähnlich sind. Aber dieser Schritt, dass du das erst mal erkannt hast, dass das eigentlich das letzte Quäntchen noch ist, dass du dein ganzes Potenzial ausschöpfen kannst. Wie ist denn das gekommen? Hatte das, kam das von außen oder hast du das prinzipiell schon selber auch erkannt?
00:25:48: ,394 [Philipp Boy] Nein, also es kam definitiv von außen, weil
00:25:53: ,854 [Philipp Boy] manchmal brauchst du vielleicht so einen kleinen Perspektivwechsel. Ja, ähm, gerade auch so ein Thema, äh, hat ein anderer Sportler mir mal gesagt: „Wie konntest du denn da so, so ruhig davor sitzen?" Es ging um eine Medaille und der hat gesagt: „Du, ich wusste, ich verkack eh." So und ich: „Hä?" Er so: „Also ich konnte mich ja nicht mehr selber enttäuschen." Also er hat seine Erwartungshaltung davor zurü-zurückgesetzt hat, was mir schwerfiel. Also das war jetzt nicht mein Thema, aber da habe ich das erste Mal auch was, was, was anderes gehört. Aber letztendlich hat mir mit am meisten, äh, äh, mein Schwiegervater damals auch mit geholfen. Der, äh, hat quasi, ähm, gesagt oder hat einen Wettkampf von mir gesehen und hat gesagt: „Das ist, was ich gesehen habe, war ein völlig anderer Philipp als den ich kenne. Den lockeren, den offenen, der, der Witze macht, der-- Was ich gesehen habe, war nur verbissen, zu ehrgeizig und das im Wettkampf." Und als er mir das so gesagt hatte, dachte ich: „Okay, wow, will ich so von anderen gesehen werden? Ist es das Bild, was ich nach außen gebe? Eigentlich ein falsches, wie ich ja gar nicht bin. Wie ich ja, äh, das ist ja gar nicht meine Natur." Aber ich hab's zu ernst genommen und dann hatte ich eben wieder einen Fehler gemacht, bin anstatt Erster dann Vierter geworden, keinen Medaillenrang mehr, ähm, und bin am Reck abgerutscht. Und dann weiß ich noch, wie der mir abends so quasi das Getränk geben will, so tut, als wenn er es fallen lässt. „Nicht, dass du wieder daneben greifst." Und ich: „Oh, was hat der jetzt gerade gemacht? Spinnt der?" Weil ich ja noch so sauer war über den Wettkampf. Aber am nächsten Tag dachte ich mir: „Warum bist du so?" Und das war-
00:27:29: ,154 [Martina Eberl] Ja, aber es ist ja interessant, dass dein Schwiegervater dir das gesagt hat und nicht die, irgendeiner der Trainer.
00:27:36: ,654 [Philipp Boy] Vielleicht haben sie das auch, ja, aber ich hab's nicht so wahrgenommen.
00:27:38: ,254 [Martina Eberl] Ja, okay.
00:27:39: ,704 [Philipp Boy] Ne, weil
00:27:40: ,814 [Philipp Boy] vielleicht war ich die ganze Zeit auch mit denen immer zusammen. Äh, äh, äh, ja, wir, ich habe als Sportler jeden Tag fünf bis sechs Stunden trainiert. Äh, irgendwann geht man sich auch gegenseitig auf den Geist halt, ne. Und, ähm, ich weiß nicht, dafür war ich offen. Und danach kamen die Weltmeisterschaften. Ich bin entspannt und frei reingegangen und bin Vizeweltmeister geworden, eleganterster Turner der Welt geworden und so weiter. Mit das war alles,
00:28:05: ,534 [Philipp Boy] dachte ich so: „Wow, okay."
00:28:06: ,354 [Martina Eberl] Ja, aber das hört sich jetzt echt ein bisschen-
00:28:08: ,914 [Philipp Boy] Zu leicht an.
00:28:08: ,974 [Martina Eberl] Ja.
00:28:09: ,984 [Philipp Boy] Das war definitiv nicht leicht.
00:28:10: ,313 [Martina Eberl] Hast du das einfach so zu Herzen genommen, hast gesagt: „Ja, okay, gut, äh, vielleicht sollte ich eigentlich mal ein bisschen mehr so sein, wie ich eigentlich wirklich bin", und dann hast du es so gemacht? Wirklich?
00:28:18: ,864 [Philipp Boy] Ja.
00:28:18: ,034 [Martina Eberl] Ohne dass du irgendwie mentales Training gemacht hast oder ...
00:28:22: ,874 [Philipp Boy] Ohne, weil wir, das waren die Deutschen Meisterschaften sind immer so quasi die zweite Qualifikation für die Weltmeisterschaften, fürs Team, wer halt quasi im Team ist. Und das war August und dann im Oktober waren ja schon die Weltmeisterschaften. Ich bin komplett frei in die Weltmeisterschaften reingegangen. Ich habe gesagt, ich will einfach mal ein anderes Bild. Ich will mich präsentieren. Ähm, hab auch sofort mein Wording gemerkt. Also nicht so viel Glück gewünscht den anderen, sondern viel Spaß. So, das, das, das waren-- Ei-, ich weiß, dass es sich jetzt gerade so leicht anhört. Das war natürlich war das ein Weg. Aber reinzugehen und zu sagen: „Ey, ich will das mal genießen, mal Spaß haben. Ich habe hier einmalige Möglichkeiten. Ich kann mich vor der Welt präsentieren. Ich bin auf dem Podium, die Zuschauer sind da. Einfach genieß das doch mal und nicht die ganze Zeit mit diesem Rucksack: Ich muss das schaffen, ich will das schaffen und so weiter. Und also muss ist eigentlich ja, ne ich muss das jetzt allen unbedingt mal zeigen, dass ich der Beste bin.
00:29:18: ,514 [Martina Eberl] Ja, aber es ist krass, ne, dass du das selber so umsetzen hast können, ja. Manche, ähm, haben da ja eine, eine, eine riesen Schicht, die erst mal abgetragen werden muss. Ähm, und woran, also ich muss so zu meiner Person sagen oder zu meinem Sport,
00:29:32: ,694 [Martina Eberl] ich hatte genau die gleichen oder ähnliche Erkenntnisse, aber da musste ich echt ein bisschen dran arbeiten. Und da hatte ich auch jemanden, mit dem ich da dran gearbeitet habe, so eine, so eine Toolbox, so eine Werkzeugkiste für-
00:29:43: ,694 [Philipp Boy] Soll ich weiter erzählen? Weil ich ja, ich hatte natürlich auch einen Sportpsychologen an der Seite, habe mit dem das auch besprochen gehabt.
00:29:49: ,233 [Martina Eberl] Ja, okay.
00:29:50: ,614 [Philipp Boy] Und genau diese Werkzeug, äh, äh, den Werkzeugkasten hatte ich auch, weil die Erarbeitung, ne, zum Beispiel mit, ähm, was motiviert dich am meisten? Und ich habe gesagt, wenn ich zum Beispiel gar kein Publikum habe, boah, motiviert mich das gar nicht. Ne, also ich, es ist schön, wenn die Halle voll ist, wenn du so ein Feedback bekommst, wenn du jetzt nicht so,
00:30:09: ,786 [Philipp Boy] wie es ja manche Turner gibt, die landen und gehen weg, sondern so und dann auch mal mit dem Publikum spielen: „Hey, geil, danke, dass ihr mich unterstützt", und so weiter. Und dann bekommst du ja so ein direktes Feedback. Und das, äh, diese Toolbox, die hatte ich auch, wann ich Musik, welche Musik höre, äh, wie ich es ausschalte, ähm, ganz besonders, äh, Leute im Publikum beeindrucken zu wollen. Und das war halt immer meine Familie. Ich wollte nie, dass meine Familie mit dabei ist bei Wettkämpfen, weil ich dann immerBin so einer, ich will immer, dass es allen gut geht in meiner Umgebung. Also kümmere ich mich auf einmal da drum: Haben die gute Sitzplätze? Äh, ähm-
00:30:43: ,996 [Martina Eberl] Oder hast du Tränen?
00:30:43: ,146 [Philipp Boy] ... fehlt denen irgendwas? Ja, fehlt denen irgendwas? Und das lenkt mich ab.
00:30:47: ,546 [Martina Eberl] Okay.
00:30:47: ,386 [Philipp Boy] So, und das waren halt so auch die Punkte mit dieser Toolbox, wie ich an einzelnen Sachen halt arbeiten konnte. Aber ist ja witzig, anscheinend ist das ja gängige Arbeit, äh, von den Mentaltrainern. Aber ka... bei dir ist es ja dann auch so, muss man ja sagen. Guck mal, ich hab angefangen mit denen zu arbeiten 2010, was in Amerika schon gang und gäbe war, ja, dass alle Profisportler irgendwo 'n Stück weit diesen Sparringspartner brauchen, mit dem man sich austauschen kann, weil es eben nicht grad der Trainer ist.
00:31:16: ,406 [Martina Eberl] Ja.
00:31:16: ,606 [Philipp Boy] Das wurde ja damals so abgetan wie: „Alter, der hat 'ne Macke, der hat seine, seine-
00:31:20: ,956 [Martina Eberl] Braucht 'n guten...
00:31:20: ,845 [Philipp Boy] ... seine Gedanken. Ja genau, Überfüllung.
00:31:22: ,286 [Martina Eberl] Ja.
00:31:23: ,586 [Philipp Boy] Und heute hat sich's ja auch geändert und du warst ja noch 'n Stück weit früher dran. Hast du auch genau diese Themen dann gehabt?
00:31:27: ,386 [Martina Eberl] Bin paar Jahre älter.
00:31:30: ,846 [Philipp Boy] Jetzt ist es raus. Auch wenn du nicht so aussiehst, aber-
00:31:32: ,285 [Martina Eberl] Oh, danke. Jetzt hast du dich noch mal gerettet. Nee, ähm, ja. Also 2005 hab ich angefangen mit dem Justin zu arbeiten, Engländer.
00:31:41: ,746 [Philipp Boy] Mhm.
00:31:41: ,506 [Martina Eberl] Und, ähm, bei mir gab's halt auch so Stolpersteine, ja. Also, äh, wie du gesagt hast, dass dich das Außen abgelenkt hat, tatsächlich 'ne Parallel... Also bei mir gab's viele, wie du es jetzt auch grade gesagt hast, viele verschiedene so Mosaiksteinchen, die ich zu bearbeiten hatte. Aber, ähm, zum Beispiel durfte ich nicht auf Scoreboards schauen. Ja, also wenn, äh, wenn du sagst, äh, die Ablenkung von außen...
00:32:07: ,426 [Martina Eberl] Die Leute, die mitgegangen sind, die hab ich nicht gesehen.
00:32:09: ,246 [Philipp Boy] Mhm.
00:32:10: ,146 [Martina Eberl] Da war ich zu stark bei mir. Aber so'n, ähm, so'n Scoreboard hat bei mir so'n Karussell gestartet.
00:32:19: ,146 [Philipp Boy] Du musst jetzt so und so viel machen, ne.
00:32:21: ,346 [Martina Eberl] Genau, also wenn jetzt das passiert und das passiert und da verurteile ich ja sowieso immer die ganzen Golfer, dass sie nach neun Loch ihre Punkte zusammenzählen und sagen: „Wenn ich jetzt da noch ein paar spiele und wenn ich jetzt da noch das spiel, krieg ich so und so viel Punkte und dann könnte ich eigentlich schon an der 15. meine Siegesrede vorm Clubhaus üben.“ Ja, dieses nach vorne wegdenken. Aber prinzipiell hab ich das dann einfach für mich rausgefunden, auch wenn sich's jetzt wieder super s-simpel anhört, ähm, nicht hinzuschauen.
00:32:46: ,206 [Philipp Boy] Ja.
00:32:47: ,215 [Martina Eberl] Nicht hinzuschauen. Und mein Caddy, der Paul, mit dem ich dann auch meine größten Erfolge hatte, der ist auch, ähm, der hat mich da auch immer ganz gut abgelenkt, aber prinzipiell hab ich mit Absicht weggeschaut. Ich hab wirklich teilweise weggeschaut, weil ich einfach wusste, es bringt mich durcheinander. Aber dafür muss man sich halt auch ein bissl kennen, das ist Erfahrung.
00:33:04: ,946 [Philipp Boy] Mhm. Und, und es kann natürlich ungewollten Druck aufbauen, ne. Wenn ich jetzt daran denke, äh, wenn ich raufgeschaut hab und ich wusste, okay, wenn ich jetzt 'ne perfekte Übung turne, dann könnt ich noch die Punktzahl erreichen, die mir für die Medaille halt, äh, fehlt, ne. Aber das kann dann eben auch bedeuten, hm, du gehst zu volles Risiko und overpacest und dann war's das gewesen.
00:33:25: ,586 [Martina Eberl] Haben wir vorher gesprochen. Zu vieles, zu viel Risiko in den Seeborn.
00:33:29: ,836 [Philipp Boy] Ja.
00:33:29: ,685 [Martina Eberl] Nicht wie jetzt, ja. Aber wenn du auch nicht genügend Risiko machst, dann kriegst halt dein, keine Ahnung was, dein Feuchtigkeitsbetrug irgendwann.
00:33:38: ,136 [Philipp Boy] Ich versteh ihre Aussage absolut, aber sie hat ja auch 'n eigentlich 'n recht komfortablen Ausgangspunkt gehabt. Sie hat das alles schon mal erreicht. Aber ich find's geil, wenn man sagt: „Ey, da tret ich noch mal an.-
00:33:50: ,776 [Martina Eberl] Klar.
00:33:50: ,116 [Philipp Boy] ... und
00:33:52: ,126 [Philipp Boy] ich will's auch schaffen.
00:33:53: ,405 [Martina Eberl] Ja.
00:33:53: ,766 [Philipp Boy] Weil das natürlich in so 'ner harten Verletzung ausartet, das-
00:33:56: ,976 [Martina Eberl] Ja.
00:33:56: ,556 [Philipp Boy] ... ist natürlich Mist.
00:33:57: ,486 [Martina Eberl] 'Ne ganz bittere Geschichte. Aber da könnten wir noch mal 'n eigenen Podcast drüber machen.
00:34:01: ,666 [Philipp Boy] Über Verletzungen, warum nicht?
00:34:02: ,206 [Martina Eberl] Zu dir. Und jetzt gehen wir mal in 'ne ganz andere Richtung. Wenn ich jetzt, du bist ja mit elf Jahren schon ins Internat gekommen.
00:34:09: ,866 [Philipp Boy] Mhm.
00:34:09: ,386 [Martina Eberl] Jetzt hast du 'ne Tochter, die ist auch elf.
00:34:11: ,405 [Philipp Boy] Mhm.
00:34:12: ,396 [Martina Eberl] Meine Kinder sind 13 und 15. Also der Gedanke daran, ähm, mein Kind dann in 'n Internat zu geben und das dann wirklich gar nicht mehr bei mir zu haben, fällt mir als Mama schon echt schwer. Wie war'n das für dich? Ist das... Wie ist'n das für 'n Kind? Also ich selber war nicht im Internat, deswegen kann ich das auch ganz schlecht beurteilen. Aber ist das so,
00:34:34: ,426 [Martina Eberl] hat man da stark Heimweh?
00:34:37: ,506 [Philipp Boy] Pah. Also
00:34:39: ,466 [Philipp Boy] absolut ja. Ähm, als ich, ich würd mal sagen, das erste Jahr war richtig hart. Sehr, sehr oft geweint aufm Zimmer. Ähm, da kann ich auch nur noch sagen, ganz, ganz, äh, lieben Dank wirklich an die damaligen beiden Erzieherinnen, äh, die wirklich viel dann da waren, ähm, aber auch an meine Eltern, die wirklich, äh, am, im ersten Jahr jeden Freitag und jeden Sonntag jeweils 500 Kilometer gefahren sind, um mich zu holen. Also unfassbarer Aufwand, aber das, das ist ja nicht irgendwo hergekommen und das war ja nicht besprochen, ne. Ich bin da immer noch auch, äh, wahnsinnig dankbar meinen Eltern gegenüber, dass sie das ermöglicht haben, auch wenn's beiden extremst wehgetan hat. Ich dachte immer, mein Papa nicht so, aber hat er mir dann später auch mal gesagt, dass ihm das sehr schwer gefallen hat, seinen einzigen Sohn halt quasi-
00:35:28: ,856 [Martina Eberl] Mhm.
00:35:28: ,986 [Philipp Boy] ... äh, wegzugeben und nichts mehr von dem zu haben. Es war aber in Schwedt. Wir hatten 'nen ganz, ganz tollen Trainer, sehr strengen Trainer, so, ähm, wirklich alte DDR-Schule. Wir haben oft geweint, äh, im Training einfach vor Schmerzen, äh, aber er hat's trotzdem wieder geschafft, uns emotional so abzuholen, dass wir, ähm, ja einfach viel Spaß auch dabei hatten. Es war nicht nur weinen, sondern es war auch Trampolin springen, Schaumgrube und Halligalli, ne, wie man so ist als, als Junger. Aber wir hatten extremst schlechte Trainingsbedingungen. Wir mussten teils unsere Geräte selbst aufbauen und das geht nur bis zu einem gewissen Punkt, ja. Und dann war die Frage und alle Sportschulen wollten uns haben, ob's, äh, Berlin, Cottbus, Stuttgart und so weiter. Ähm,
00:36:15: ,286 [Philipp Boy] und am Ende ist es besprochenerweise dann Cottbus gewesen. Hatte zu der Zeit mit auch die besten Turner Deutschlands, die Älteren. Gute, sehr gute Trainingsbedingungen, tolle Trainer und so weiter. Und
00:36:27: ,826 [Philipp Boy] deswegen hat man gesagt, okay, man muss diesen Schritt gehen, wenn man wirklich ihm eine Karriere ermöglichen will. Wär ich in Schwedt geblieben, wär's nicht möglich gewesen.
00:36:35: ,026 [Martina Eberl] Nein.
00:36:36: ,837 [Philipp Boy] Also definitiv nicht. Kein, also gar keine Chance, weil wir auch gar nicht die Geräte dafür hatten. Ja, also an, an Ringe zum Beispiel. Wir hatten nicht mal ein originales Ringegerüst. Wir mussten dann so mit so einer Kurbel, da haben wir unsere Ringe hoch und runter. Wir haben in der Schulsporthalle trainiert.
00:36:49: ,478 [Martina Eberl] Wollt gerade sagen, das kenne ich auch noch von der Schule.
00:36:51: ,198 [Philipp Boy] Ja, genau. Und es war
00:36:57: ,958 [Philipp Boy] wahnsinnig hart. Ich könnte es mir ehrlicherweise,
00:37:01: ,558 [Philipp Boy] klar, ein bisschen, weil ich es einmal durchhab mit meiner Tochter, äh, vorstellen, aber boah, wäre ich traurig. Ich wäre so traurig. Aber wenn sie ein Riesentalent entwickelt in, in der Sportart, jetzt spielt sie gerade Tennis. Wenn das so sein sollte, würde ich das natürlich unterstützen. Ich weiß, dass meine Frau da ein bisschen, bisschen mehr so: „Oh nee, du bleibst hier." Aber, äh, ich glaube, wenn es denn so weit wäre, könnte man über alles sprechen, aber das ist gerade nicht so.
00:37:27: ,938 [Martina Eberl] Mhm. Du hast ja gerade gesagt, ähm, euer Trainer war noch so ein bisschen alte Schule DDR.
00:37:35: ,658 [Martina Eberl] Das ist ja so eine Sache. Ich weiß das noch ganz genau, als meine Mama damals zu mir gesagt hat: „Kinder", oder zu uns, meinem Bruder und zu mir, „Kinder, schaut hin.
00:37:44: ,958 [Martina Eberl] Jetzt wird Geschichte geschrieben." Als die Mauer gefallen ist, als die Wiedervereinigung war.
00:37:49: ,458 [Martina Eberl] Du bist ja, haben wir ja gerade festgestellt, ein paar Jahre jünger wie ich, aber bist du noch davor quasi geboren, ja. Ähm,
00:37:56: ,898 [Martina Eberl] wenn du es da so mal, du hast ja bestimmt immer noch Einblicke in die, in die Turnerszene von damals und jetzt, ähm, so ein bisschen diese, dieser Trainerflair. Ich meine, die Trainer waren ja schon bekannt dafür, noch einen anderen Zug zu haben, ja.
00:38:11: ,317 [Martina Eberl] Hat sich das verändert?
00:38:14: ,397 [Martina Eberl] Oder ist das immer noch-
00:38:15: ,618 [Philipp Boy] Also es hat sich
00:38:17: ,098 [Philipp Boy] definitiv, ich will jetzt nicht sagen um hundertachtzig Grad schon gedreht, aber
00:38:22: ,618 [Philipp Boy] wenn man ja von dem heutigen Standard ausgeht, von, äh, Misshandlung so einer Art, ja, ob es jetzt verbal oder sonst was ist, dann hat das natürlich früher unter, wie gesagt, dem jetzigen Standard, wie er gesetzt wurde, äh, gab es viele so einer Vorfälle. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, ähm, in anderen Nationen wird natürlich noch härter trainiert. Hier wird alles fast nur noch in Watte gepackt. Also ich habe ja die Trainerausbildung gemacht, Trainer A-Lizenz, äh, B. Und wenn ich da höre, was man alles gar nicht mehr sagen darf. Idiot ist ja schon eine Beleidigung und das ist ja, mein Gott, ich meine, manchmal gibt es Emotionen im, im, im Sport, da rutscht einem so was raus und am Ende wird dir da ein Strick daraus gedreht und du verlierst deinen Job. Das heißt, jeder muss, jeder Trainer oder viele müssen relativ viel jetzt überlegen, was sie machen.
00:39:14: ,758 [Philipp Boy] Auf der einen Seite wirklich schön, auch den, dem Schutz der Kinder gegenüber, aber ab einem gewissen Punkt, wenn man Weltspitze sein will, kannst du nicht nur alles in Watte packen. Das geht nicht.
00:39:26: ,398 [Martina Eberl] Geht nicht immer nur nice, ja.
00:39:28: ,318 [Philipp Boy] Und, äh, wie gesagt, in,
00:39:31: ,698 [Philipp Boy] vielleicht geht es nicht komplett zu eliminieren, aber dann muss man andere Anreize schaffen können. Ich meine, die Amerikaner sind das beste Beispiel dafür, eine extremst gutes Wir-Gefühl zu entwickeln, so Emotionen hochschaukeln zu lassen und dadurch, äh, noch mehr Leistung zu bringen. Und Gott bewahre wirklich, dieses, äh, Kinder schlagen oder sonst irgendwas. Niemals würde ich, äh, darf niemals falsch verstanden werden. So was will ich nicht mal ansatzweise befürworten. Nur
00:40:00: ,018 [Philipp Boy] wenn eine gewisses Trainingspensum erreicht werden muss, dann muss man auch mal, äh, ein paar Tränen verdrücken und das ist dann halt nun mal so und,
00:40:10: ,478 [Philipp Boy] äh-
00:40:10: ,357 [Martina Eberl] Ich bin da total bei dir. Ich bin da auch mit der Erziehung so, dass man einfach mal die Leviten lesen muss.
00:40:14: ,858 [Philipp Boy] Ja.
00:40:14: ,058 [Martina Eberl] Und, ähm, dass dann einfach eine gewisse Härte an den Tag gelegt werden muss. Wie du schon sagst, man darf um Gottes willen keine Gewalt anwenden, aber einfach mal sprechen. Ich meine, alleine der Fakt, ähm,
00:40:26: ,778 [Martina Eberl] immer zu sagen, dass heute, es gibt keine Medaillen mehr für die Kinder, die müssen alle Sieger sein und so weiter. Ja, brauchen wir uns gar nicht drüber unterhalten.
00:40:32: ,618 [Philipp Boy] Boah, aber doch. Da möchte ich gerne mal wirklich und da vertrete ich auch die Meinung und da bin ich absolut nicht diesen Menschen, äh, gewillt zuzustimmen, zu sagen, wir müssen die Kinder dagegen schützen, dass es keine ersten, zweite Plätze mehr gibt, äh, dass das abgeschafft werden muss, keine Tore geschossen. Sag mal, in welcher Welt leben wir denn?
00:40:51: ,038 [Martina Eberl] Ja.
00:40:52: ,598 [Philipp Boy] Wo ist denn, wo ist denn da noch der, der Reiz, etwas erreichen zu wollen? So funktioniert auch unsere Wirtschaft nicht. Also ich kann es absolut nicht verstehen, wie solche Vorschläge gemacht werden. Und höchstwahrscheinlich wird das von Vorschlägen, oder kommen diese Vorschläge von Menschen, die niemals in der Weltspitze ge-, äh, ihren Sport gemacht haben.
00:41:09: ,018 [Martina Eberl] Mit Sicherheit. Wie viele Politiker.
00:41:11: ,958 [Philipp Boy] Das ist und das finde ich wirklich, egal mit wem ich mich unterhalte, die aus dem Leistungssport kommen und müssen wir nicht vertiefen, aber ich glaube, da hast du mehr Zuspruch dem gegenüber, dass man ein Leistungsprinzip verfolgt und nicht ein „Wir haben uns alle lieb" und niemand darf benachteiligt werden. Das motiviert auch mal, wenn man Letzter ist. Ja mein Gott, dann musst du trainieren. Ich, also sorry, das kann ich-
00:41:36: ,997 [Martina Eberl] Ne, absolut.
00:41:36: ,978 [Philipp Boy] Und das mache ich. Da bin ich auch, äh, absolut ehrlich und jeder, der Kritik äußern möchte, kann er konstruktiv super gerne machen. Nur ich habe das, du hast das durch, äh, und das funktioniert nicht mit
00:41:50: ,918 [Philipp Boy] alle sind gleich.
00:41:51: ,698 [Martina Eberl] Hand in Doria. Absolut, absolut. Ein weiterer Punkt, äh, Shoutout Hashtag Peakperformer Stiftung. Ja genau, ähm, das, da sind wir hinterher, dass es da einfach wieder mal ein bisschen mehr in die Richtung geht. Wenn du ans Turnen denkst
00:42:07: ,018 [Martina Eberl] und jetzt da wirklich nur ein, zwei Sätze hättest,
00:42:12: ,598 [Martina Eberl] was macht Turnen aus?
00:42:15: ,598 [Philipp Boy] Oh.
00:42:17: ,158 [Philipp Boy] Turnen ist einer der
00:42:20: ,698 [Philipp Boy] ästhetischsten Sportarten, anspruchsvollsten Sportarten der Welt mit einem in meinen Augen, wenn du einen tollen Trainer hast, tollen Wertesystem. Also mir hat Turnen, mein Sport extremst viel,
00:42:35: ,218 [Philipp Boy] äh, quasi in meine Entwicklung gebracht. Ich hab International viele Leute kennenlernen können, hab andere Nationen und Kulturen dadurch kennenlernen können und Respekt vor den Älteren, überhaupt Respekt vor Leistung, äh, das hat ...
00:42:51: ,897 [Philipp Boy] War das überhaupt 'ne Antwort da drauf, dass ich das beschreiben soll? Nee, Berta, Berta hat ja damit gar nichts zu tun.
00:42:55: ,338 [Martina Eberl] Also ich, ich kann dir sagen, was meine Tochter mit 15 gesagt hätte: „Du kriegst 'n geilen Body, wenn du's machst.“
00:43:02: ,718 [Philipp Boy] Das ist tatsächlich 'n sehr,
00:43:04: ,458 [Philipp Boy] sehr, sehr angenehmer Nebeneffekt. Aber hey, wenn du fünf, sechs Stunden pro Tag trainierst und das immer mit deinem, mit deinem Körper und was anderes ist ja Turnen nicht, äh, ist das natürlich auch ein sehr schöner Nebeneffekt, dass du 'n, äh, athletischen Körper hast.
00:43:19: ,038 [Martina Eberl] Ja, das stimmt. Aber das, was dein, was du gesagt hast, ich glaub, das ist, ähm, das kann jeder Leistungs- oder Berufssportler tatsächlich bestätigen, dass, äh, Sport öffnet die Türen in, ähm, also wo ich in meinem Leben, ich war sieben Mal in Australien. Wenn ich nicht Golf gespielt hätte, wär ich jemals nach Australien gekommen? Ich weiß es nicht.
00:43:37: ,238 [Philipp Boy] Ja.
00:43:37: ,718 [Martina Eberl] Also deswegen, ähm-
00:43:38: ,778 [Philipp Boy] Absolut ist klar, mhm.
00:43:40: ,537 [Martina Eberl] Aber ja, das mit dem, mit dem, mit dem Body. Aber
00:43:45: ,458 [Martina Eberl] wie ist das eigentlich? Wenn man jetzt, also jetzt hast du da natürlich schon echt 'n 1A Statur.
00:43:50: ,048 [Philipp Boy] Ja, ja.
00:43:52: ,308 [Martina Eberl] Für die natürlich-
00:43:53: ,758 [Philipp Boy] Kann man nicht halten. Was?
00:43:57: ,538 [Philipp Boy] Es ist schwer. Nein.
00:44:00: ,998 [Martina Eberl] Na ja, also-
00:44:00: ,538 [Philipp Boy] Formulierst mal deine Frage zu Ende.
00:44:02: ,498 [Martina Eberl] Ich muss, ich muss jetzt, muss ich kurz was sagen. Also ich meine, du schaust immer noch top aus, machst jetzt aber natürlich auch wieder viel. Ich weiß allerdings, das hast du mir auch mal erzählt, dass als du, da werden wir auch gleich noch mal drüber sprechen, als du so 'n bisschen den Leistungssport zur Seite gelegt hast, dass du erst mal gesagt hast, so jetzt erst mal Sport, ähm, essen, mal was anderes. Aber dass du jetzt sagst, ähm,
00:44:25: ,118 [Martina Eberl] das Körperbild-
00:44:27: ,698 [Philipp Boy] Ja.
00:44:27: ,178 [Martina Eberl] Und vor allem, ähm, was macht, ähm, der Sp..., das Turnen bei Männern ja auch aus, ist ja quasi die Kra, die Kraft und die Beweglichkeit. Und diese Beweglichkeit, das würd mich ja noch viel, viel mehr interessieren, weil Kraft kannst du relativ schnell aufbauen. Das ist ja jetzt keine Raketenforschung, ja. Natürlich, so wie ihr dann ausschaut in euren Wettkämpfen, das ist natürlich schon sensationell, aber diese Beweglichkeit.
00:44:54: ,718 [Philipp Boy] Mhm.
00:44:54: ,278 [Martina Eberl] Ja, also ich mein, da haben sie damals geschnauft, als, äh, Tiger Woods auf einmal in seinen Spagat runtergegangen ist in der PK, wo alle gesagt haben: „Okay, vielleicht ist Beweglichkeit gar nicht so schlecht, wenn man die hätte."
00:45:04: ,898 [Philipp Boy] Ja.
00:45:04: ,208 [Martina Eberl] Aber
00:45:06: ,018 [Martina Eberl] die Frage an dich jetzt: B-bleibt, bleibt die Beweglichkeit so? Also natürlich jetzt auch nicht so massiv.
00:45:12: ,198 [Philipp Boy] Also
00:45:13: ,638 [Philipp Boy] ich würd mal sagen, da ist erst mal ganz, ganz viel Genetik mit dabei, ähm, weil wir hatten natürlich auch, äh, Teamkollegen, die, denen ist das viel, viel einfacher gefallen, in Spagat, äh, äh, runterzugehen, in den Überspagat oder den Armrumfwinkel dementsprechend zu öffnen, in der Rückbeweglichkeit, äh, besser zu sein. Mir ist das nicht in den Schoß gefallen. Ich musste extremst viel daran arbeiten. Dafür hatt ich aber eine extremst hohe Schnellkraft, ne. Also das ist meistens so hat sich das ja so, ähm, war das so 'n Gegensatz. Wer schnellkräftig ist, ist meistens steif und die, die super beweglich sind, haben, denen fehlt die, die Schnellkraft. Ähm,
00:45:52: ,847 [Philipp Boy] wir haben, wir mussten jeden Tag, Vormittag und Nachmittag immer an unserer Beweglichkeit arbeiten. Und deswegen find ich, wenn man das jetzt auf heute 'n bisschen projiziert, es gibt ganz, ganz tolle Angebote aus Amerika auch, die Stretching-Kurse oder du wirst aktiv gestretcht. Ich mein, mega geil. Es ist auch 'n super schönes Gefühl. Aber wenn das jemand einmal die Woche macht, das ist wie Tropfen auf 'n heißen Stein. Das, weil ich find, an der Beweglichkeit musst du, glaub ich, fast noch mehr arbeiten als an der Kraftentwicklung. Und wenn du es nicht tagtäglich in deine Routine einbaust, hast du keine Chance, deine Beweglichkeit überhaupt zu erhalten. Und das ist 'n,
00:46:32: ,168 [Philipp Boy] ich kann's nur aus Erfahrung sagen, ich würd jetzt muss ich, müsste ich ordentlich trainieren, damit ich wieder runter in Spagat komme. Ähm, das bildet sich natürlich zurück. Es ist ja, es ist ja 'n,
00:46:45: ,638 [Philipp Boy] es ist ja 'ne Überdehnung, ne, die ja jeden Tag stattgefunden hat. Und, ähm, 'n bisschen was natürlich, klar, hängengeblieben, aber letztendlich war das nur möglich, weil ich jeden Tag mich da durchgequält hab, durch diesen Mist.
00:47:00: ,558 [Martina Eberl] Ja, aber das nehm ich da mal mit. Zweimal am Tag dran arbeiten. Ja, also du hast ja noch nicht mal gesagt gedehnt, sondern hast du dran gearbeitet.
00:47:09: ,298 [Philipp Boy] Ja.
00:47:10: ,398 [Martina Eberl] So.
00:47:11: ,838 [Martina Eberl] In meiner Fitnesstrainer-Ausbildung, klar, kriegt man aktives Dehnen, passives Dehnen, bla, bla, bla. Das kriegt man alles beigebracht. Ein, zwei Minuten im Stretch bleiben. Schön.
00:47:23: ,058 [Martina Eberl] Wie schaut jetzt mal eine Stretch-Arbeit aus, damit's wirklich was bringt?
00:47:30: ,498 [Martina Eberl] Also du musst jetzt nicht die einzelnen Übungen-
00:47:31: ,118 [Philipp Boy] Ja, ja, ja. Ähm, wenn wir unsere Dehnungszirkel hatten, dann haben wir immer in quasi im Intervall, äh, Spagat links, hoch, danach Spagat rechts, meistens mit Überspagat, also mit zwei Matten, die noch so sind. Da musst, und am Höckern. Dann saß man halt so drin. Dann an der Sprossenwand mit Überdehnung halt hängen, so quasi, dass du wie so 'n Ball, Medizinball dahinter geklemmt hast und deine Schulter dementsprechend aufgedehnt wird. In der Bücke hat der Trainer dich runtergedrückt. Das war für mich zum Beispiel der unangenehmste Schmerz von allen. Bücke, weil da ja auch der Nerv mit involviert ist. Ähm-
00:48:08: ,158 [Martina Eberl] Für wie lang?
00:48:09: ,438 [Philipp Boy] Genau, und das haben wir eigentlich immer waren das Minutenzirkel, glaube ich, wenn ich mich richtig dran, Ja.
00:48:13: ,178 [Martina Eberl] Ja, okay.
00:48:14: ,698 [Philipp Boy] Ähm, und wenn ich tagtäglich, äh, das war natürlich vormittags wurde sehr, sehr viel Athletik immer gemacht, also eben Dehnung und dann Kraft.
00:48:22: ,288 [Philipp Boy] Und in der, ich hab ehrlich keine Ahnung, wie das mit der heutigen, äh, Wissenschaft zu vereinen ist, ja, wenn wir davor Dehnung gemacht haben und danach unsere Kraftzirkel. Man sagt nämlich immer heute, du musst Kraft machen und danach darfst du nicht dehnen, sondern nur stretchen. Frag mich, wie wir das alle hinbekommen haben.
00:48:42: ,846 [Martina Eberl] Ja, also ganz ehrlich, ich glaub, ab und zu wird das Radl einfach neu erfunden, dass es neu erfunden wird.
00:48:45: ,426 [Philipp Boy] Ja, richtig.
00:48:46: ,406 [Martina Eberl] Weil, ähm, das wär ja eigentlich, wir wären ja alles nur Deppen gewesen früher, so nach dem Motto.
00:48:51: ,746 [Philipp Boy] Ja.
00:48:51: ,066 [Martina Eberl] Und es hat ja trotzdem ganz gut funktioniert, ja.
00:48:54: ,026 [Philipp Boy] Und ich würde sagen, mit, äh, ’nem Körperfettanteil, weil ich mal drei Komma sieben Prozent hatte, ähm, mit wo man dann nur noch so die Haut wegzieht, mit wirklich, wo du jeden Muskelstrang siehst, plus Beweglichkeit. Also es funktioniert ja trotzdem. Aber ich glaube trotzdem auch, das sind ja Extreme, ja. Also Überspagat, kein normaler Mensch braucht einen Überspagat können. Fertig. Also es reicht, wenn du in den Squad bis runterkommst, weil du dich dann hinsetzen kannst, wieder aufstehen kannst, also für deine Alltagsbewegungen deine Gewe-, äh, deine Beweglichkeit, äh, behältst. Ähm,
00:49:29: ,376 [Philipp Boy] aber-
00:49:29: ,735 [Martina Eberl] Richtig, ja.
00:49:30: ,746 [Philipp Boy] Ja, aber in, in meinen Augen, was ja Longevity, äh, also mehr für die Langlebigkeit ist eher das Muskel-, äh, Muskelkorsett wichtiger.
00:49:38: ,386 [Martina Eberl] Mhm. Du hast gerade gesagt, drei Prozent Körperfett.
00:49:43: ,786 [Philipp Boy] Ja,
00:49:44: ,086 [Philipp Boy] und da sind wir beim nächsten Thema. Ich sage, alles, was Extreme sind, ist ja immer ungesund. Ich hab an dem Tag, als, äh, als ich Vizeweltmeister geworden bin, das erste Mal, einen Apfel gegessen. Das war, ich brauchte immer so dieses Gefühl, äh, von ’nem leeren Magen, ne. Dann konnte ich die besten Leistungen bringen, weil ich dann dachte, hab ich am meisten Kraft und ich kann dann die Kraftelemente an den, an den Ringen am besten halten. Was natürlich im Nachgang mit dem Wissen, was ich jetzt habe, der größte Blödsinn ist, ja, den man sich nur vorstellen kann, weil der Körper braucht die Energie. Aber letztendlich hab ich in der ganzen Vorbereitung über vier Wochen plus dann noch diese absoluten Peak-Leistungen mit der Weltmeisterschaft, ich hab so wenig gegessen. Ich hatte schon ein ganz schlechtes Gewissen, mal drei Stunden Schokolade abends zu essen. Dann dachte ich schon: „Scheiße, nächsten Tag, ich hab viel zu viel auf der Waage." Es ging sogar so weit, dass wir in die Sauna gegangen sind und nach der Sauna bloß nichts mehr trinken, weil wir haben ja Gewicht verloren. Also so richtiger Quatsch.
00:50:47: ,206 [Martina Eberl] Also ihr, ihr hattet ja auch, ähm, äh-
00:50:49: ,566 [Philipp Boy] Wir hatten auch Ernährungsberater.
00:50:50: ,455 [Martina Eberl] Nee, nee, aber ihr musstet euch ja auch wiegen vor dem Wettkampf, oder?
00:50:52: ,366 [Philipp Boy] Ja, ja, wir mussten uns jeden Tag wiegen.
00:50:53: ,966 [Martina Eberl] Also das war schon auch wichtig, oder?
00:50:54: ,406 [Philipp Boy] Ja.
00:50:55: ,086 [Martina Eberl] Wie viel ihr gewogen habt.
00:50:56: ,746 [Philipp Boy] Jeder, jeder Gramm mehr blöd gesagt, äh, ist ja addiert, macht das schon einiges aus, wenn du deine Übungen halt turnst, ne. Und-
00:51:03: ,486 [Martina Eberl] Also das ist dann quasi, das hat ein Zusammenspiel. Also es ist jetzt nicht so wie beim Boxen oder bei den Kampfsportarten, dass wenn du ein gewisses Gewicht überschreitest, dass du nicht zugelassen bist.
00:51:11: ,406 [Philipp Boy] Nein, nein, nein, nein.
00:51:12: ,666 [Martina Eberl] Ah, okay.
00:51:12: ,066 [Philipp Boy] Das gibt’s nicht. Das ist nur ein rein
00:51:15: ,825 [Philipp Boy] individuelles Thema, wie du dich fühlst. Äh, nehm ich Marcel, ja, Marcel Nüring, äh, ein meiner besten Freunde in der Nationalmannschaft damals. Der konnte, der hat, der hat diesen Vorteil dieser asiatischen Gene gehabt, ja. Der konnte gefühlt essen, was er will, hat nicht zugenommen. Das war immer so eine Scheiße.
00:51:32: ,496 [Martina Eberl] Boah, das ist aber echt krass.
00:51:33: ,476 [Philipp Boy] Und ich hab Glück gesagt, Essen angeguckt und gefühlt hab ich wieder mehr gewogen. Und, äh,
00:51:39: ,526 [Philipp Boy] deswegen hat sich da bei mir das so über die Zeit, über die Jahre so eingeschlichen: Ich darf vorm Wettkampf bloß nichts essen, weil dann bin ich schön leicht und dann kann ich die besten Leistungen bringen. Und das schafft der Körper auch.
00:51:52: ,266 [Martina Eberl] Aber so was von, ja.
00:51:54: ,986 [Philipp Boy] Natürlich nicht,
00:51:56: ,765 [Philipp Boy] das, das darf niemals so dein, dein Alltag sein, aber für ’ne gewisse Zeit kriegt er das kompensiert. Offensichtlich. Also ich hab’s ja viele Jahre durch, immer wieder diese Intervall-Sachen. Europameisterschaften, deutsche Meisterschaften, Bundesliga, Weltmeisterschaften, Bundesliga, Bundesliga. So ging das ja immer die ganze Zeit und bei der Bundesliga hatte ich schon mal ’n Kilo mehr als bei Weltmeisterschaften.
00:52:18: ,086 [Martina Eberl] Und hast du es dann auch gemerkt?
00:52:20: ,226 [Philipp Boy] Ja.
00:52:21: ,626 [Martina Eberl] Ja?
00:52:21: ,346 [Philipp Boy] Ja ja, schon.
00:52:22: ,946 [Martina Eberl] Ein Kilo?
00:52:22: ,686 [Philipp Boy] Ja, voll.
00:52:23: ,786 [Martina Eberl] Ist ja eigentlich ’n Witz, wenn du so ’ne Kilohantel mal hochhebst. Oder ja, okay.
00:52:27: ,846 [Philipp Boy] Vielleicht ist es aber auch viel psychischer gewesen. Ich hab mich einfach, äh, besser gefühlt, wenn ich wusste, ich hab so meine sechsundsechzig, siebenundsechzig Kilo bei ein Meter, äh, dreiundsiebzig, ähm, plus aber diese ganzen Muskeln. Also jetzt bloß wer jetzt versucht, hier ’n Body-Mass-Index auszurechnen, ist sowieso-
00:52:43: ,566 [Martina Eberl] Schrecklich.
00:52:44: ,736 [Philipp Boy] Völlig falscher Index, ja. Aber Gott sei Dank sind wir da ja gleicher Meinung. Äh, also was ich meine oder damit sagen will, ist, es geht schon irgendwie alles, ja, aber, äh,
00:52:57: ,166 [Philipp Boy] muss es unbedingt so sein? Also wie jetzt, ähm-
00:53:01: ,026 [Martina Eberl] Ja, aber weißt du, wenn du jetzt sagst, du brauchst dieses oder hattest dieses oder du brauchtest dieses Gefühl von dieser Leere und das hat dich dann stark im Kopf gemacht, hinterfrage ich mich tatsächlich, ob jetzt deine Leistung so viel besser gewesen wär, wenn du jetzt vorher was gegessen hättest, was jetzt vielleicht vom Ernährungswissenschaftlichen wahrscheinlich empfehlenswert gewesen wäre.
00:53:21: ,926 [Philipp Boy] Absolut.
00:53:21: ,026 [Martina Eberl] Aber dadurch, dass das für dich so, so richtig war, das denk ich mir, weil ich mein, so viele Wege führen auch nach Rom und jeder muss ein bisschen seinen eigenen Weg auch finden, ja. Ähm, genauso wie, äh, zum Beispiel für mich war es ’ne Katastrophe, bin ich aber auch mit der Zeit erst drauf gekommen, vorm Abschlag oder vorm, vorm Start ’n Kaffee zu trinken.
00:53:42: ,866 [Philipp Boy] Okay. Stört das nicht die, den Fokus?
00:53:44: ,006 [Martina Eberl] Ja, das macht die Hände unruhig.
00:53:47: ,666 [Philipp Boy] Ach krass.
00:53:48: ,496 [Martina Eberl] Beim Put-, beim Putten, ja.
00:53:50: ,366 [Philipp Boy] Wow.
00:53:51: ,206 [Martina Eberl] Ja. So, und ich hab einfach gemerkt, ich starte einfach immer schlecht beim Putten. Meine Hände sind unruhig. War natürlich auch immer brutal nervös-
00:53:59: ,846 [Philipp Boy] Mhm, nee.
00:53:59: ,446 [Martina Eberl] Unerfahren und so weiter. Ist natürlich zum Turnen, ihr habt da natürlich auch ’ne hohe Herzfrequenz. Ihr, ihr braucht dieses Adrenalin, aber beim Golfen musst du ja ruhig werden. Du hast ja, eigentlich müsstest du mal laut schreien, damit dieses Adrenalin rauskommt, ja, aber da, da shakerst du ja eigentlich mehr. Und, äh, meine Erkenntnis war dann wirklich anzufangen, äh, wollt schon sagen alkoholfreien, ähm, koffeinfreien Kaffee zu trinken.
00:54:25: ,106 [Philipp Boy] Okay.
00:54:26: ,906 [Martina Eberl] Ja, weil ich, ich liebe Kaffee immer noch. Ähm, aber das war, ja.
00:54:30: ,326 [Philipp Boy] Was war für, was hat bei dir am besten geholfen für den Fokus? Weil du musst ja so ’ne, so ’ne Golfrunde, wie lange wart ihr dann? Drei, vier Stunden seid ihr schon unterwegs locker.
00:54:40: ,986 [Martina Eberl] Viereinhalb bis fünf.
00:54:40: ,965 [Philipp Boy] Viereinhalb bis fünf. Ich mein, unsere Wettkämpfe mit zweieinhalb bis drei Stunden fand ich schon immer sehr, sehr lang, da ’ne Konzentration aufrechtzuerhalten, aber was ist so dein-Ja, ich will ja nicht sagen, ähm, Geheimrezept, aber wo haben wir uns da hingerechnet?
00:54:55: ,646 [Martina Eberl] Ihr hattet ja quasi zwischen euren, ähm, also Boden, die, die, den Gerätschaften hattet ihr, wie viel Pause hattet ihr dann immer da?
00:55:02: ,666 [Philipp Boy] Kam darauf an, wie groß die, die, die Mannschaften waren und wie viele ro, durchrotiert sind, aber es war eigentlich schon zwischen den Übungen hatten wir so 'ne 20 Minuten bis halbe Stunde mal schon.
00:55:12: ,986 [Martina Eberl] Okay, so, also jetzt zwischen den Golfschlägen, weißt du ja selber, spielst du ja selber Golf, du hast jetzt nicht 'ne halbe Stunde Zeit zwischen den Golfschlägen, ähm, außer einer verdonnert 20 Bälle, ähm, dann dauert's ein bisschen länger. Aber, ähm, beim Golf war das dann schon wichtig, das zu lernen und das war jetzt eben auch eine Toolbox, ähm, meinen Handschuh aufzumachen
00:55:33: ,086 [Martina Eberl] und dann war ich weg. Dann war das mein, also da war der Fokus einfach mal auf Hold, auf Pause. Dann hast du dich unterhalten mit deinem Caddy, mit Mitspielern, hast mal in, im Himmel rumgeschaut, hast auch mal die Vögel gehört. Ich mein, wie oft, äh, Golfer auf'm Golfplatz sind und das Surrounding überhaupt nicht mit, mitbekommen, weil die so, so fixiert sind auf diesen Ball und dann 'n paar Meter vorm Ball geht der Handschuh wieder zu. Ähm, das ist dann der Move. Vorher ist es der Ton vom Handschuh, der bringt dich weg. Dann die Bewegung, dass er wieder zugeht, ist quasi wie den Motor wieder anmachen und dann geht's los. Dann ist es quasi die Entfernung berechnen, Wetter einberechnen, Balllage, ähm, also die Magic vier, fünf Sachen, die man vorm Schlag einbringen muss. Das bring ich dir auch noch bei, was man da alles zusammenrechnen muss. Ähm, du bist ja noch am, am großen Anfang.
00:56:20: ,606 [Philipp Boy] Ja, auf jeden.
00:56:20: ,046 [Martina Eberl] Ähm, genau und so schärfst du dann auch immer wieder den Fokus. Aber was natürlich das Anstrengende ist, dass halt diesen Motor an, Motor aus, Motor an, Motor aus. Ähm, aber das ist im An, in Anführungszeichen ist es leichter, das dann irgendwann zu schaffen, als sich zu versuchen oder versu, dass man sich viereinhalb Stunden am Stück zu konzentrieren, weil das, das, das funktioniert nicht.
00:56:42: ,246 [Philipp Boy] Das geht eh nicht. Aber und, und, und was mich da noch mal interessiert, wie gesagt, ich spiel auch gern. Äh, was nimmst du,
00:56:49: ,726 [Philipp Boy] trinkst du eher sukzessiv immer wieder 'n kleines bisschen oder, äh, und, und Nahrung, 'nen Riegel oder Bananen wird ja mal gerne gesagt, obwohl das, na ja, egal.
00:56:59: ,495 [Martina Eberl] So und da sind wir uns wieder so, also wir können hier auch so kleine Pinky Promise machen, wir zwei. Ähm,
00:57:05: ,846 [Martina Eberl] ich mach da natürlich auch Sachen, wo jetzt andere sagen: „Nee, da würd ich überhaupt nicht klarkommen damit." Also trinken, ich find,
00:57:12: ,366 [Martina Eberl] da gab's 'n Slogan früher, da war ich Mädchen-Nationalmannschaft 1997: Ähm, wer trinkt, gewinnt. Ja, also man darf das natürlich nur bitte ins,
00:57:23: ,606 [Martina Eberl] ins Wasser, äh, bitte oder in die, die leicht verdünnte Form übertragen. Ähm,
00:57:30: ,786 [Martina Eberl] ähm, jetzt genau. Aber
00:57:33: ,306 [Martina Eberl] zwei Schluck, zwei Schluck pro Abschlag, dass das quasi zur Routine wird, egal ob du jetzt zuerst dran bist oder danach. Irgendwo musst du das einbauen, wenn du dann natürlich den Luxus eines Caddys hast, der, der dann die Flasche auch reicht. Ähm, aber prinzipiell ist es wirklich so 'n To do, so 'n Haken dran am Abschlag, mindestens zwei, drei Schluck zu trinken. Ganz einfach aus dem Grund ist es egal und viele sagen dann auch mal: „Ja, ich schwitz doch gar nicht." Ja, es ist total wurscht. Ähm, wenn man atmet, ähm, man verliert immer das Wasser, man dehydriert und das Gehirn arbeitet einfach mit Wasser am allerbesten, ja. Ähm, was das Essen betrifft, ich bin jemand, ich kann extrem lange ohne Nahrung. Ich bin ein langer Fastenmensch, ja. Das, das tut mir gut, das tut meinem Bauch gut. Ich merke, dass wenn, ähm, wenn ich etwas esse, dass mein Blut si-sich zurückzieht, dass die Verdauung wahnsinnig viel Energie braucht. Und, ähm, ich hab das auch nicht gerne, ähm, überm Ball zu stehen und dieses Gefühl zu haben, ich habe etwas gegessen. Dann fuchtel ich wieder in meinen Zähnen rum oder sonst irgendwas. Lieber, also was ich viel trinke, sind exogene Ketone.
00:58:42: ,846 [Philipp Boy] Okay.
00:58:42: ,066 [Martina Eberl] Ähm, weil ich versuche, in diesen Ketonstoffwechsel zu kommen, die ja auch so 'n bisschen Brainwork, äh, Fu, ähm, verschärfen. Ähm, und da, da trinke ich relativ viel. Kommt die Runde zwar 'n bisschen teuer, weil die sind sehr teuer, aber es bringt mir was und das hab ich einfach lieber. Ja, und es gibt aber genügend, die sagen: „Um Gottes willen, also, äh, ich muss mindestens alle zwei, drei Loch was essen." Ich find, es ist halt auch so 'ne Typsache. Man darf da nicht so 'ne Glocke drüber hängen, wo man sagt: Wie du impf-- Ich mein, wir kommen wieder darauf zurück. Ich bin mir ziemlich sicher, es gibt genügend Turner, die könnten das gar nicht, so wie du das vorgestellt hast, weil da einfach zu wenig, ähm, zu wenig Power dann da ist, ja. Du bist ja oder du hast in einer Zeit geturnt, das war die goldene Riege, die goldenen Zeiten. Ich möchte jetzt auch gar nicht zu stark auf die anderen Turner eingehen oder sonst irgendwas, aber was mich mal so interessieren würde, wenn du, also ich war so 'n bisschen in diesem Amateurgolf in so 'ner goldenen Riege, aber
00:59:42: ,766 [Martina Eberl] w-wie glaubst du, entsteht so was? Äh, dass es so starke Jahrgänge gibt, so starke Nationalmannschaften und dann danach ist erst mal so 'n, so 'n Loch.
00:59:51: ,446 [Philipp Boy] Boah, das ist,
00:59:53: ,126 [Philipp Boy] es wär jetzt 'ne Vermutung.
00:59:55: ,166 [Martina Eberl] Ja, natürlich.
00:59:55: ,956 [Philipp Boy] Also ich kann, ich kann das schwer könnt ich das jetzt, äh, ähm, herleiten, aber
01:00:02: ,056 [Philipp Boy] damals, wie gesagt, wir hatten auch,
01:00:06: ,966 [Philipp Boy] mit Sicherheit gibt's heute auch die ganzen guten Trainer, aber ich glaube, wir hatten 'ne höhere Schmerztoleranz. Wir waren bereit, mehr zu investieren.
01:00:15: ,426 [Philipp Boy] Ähm, dann siehst du dich auf Wettkämpfen. Komischerweise waren's fast alles bei, so wie ich, '87er Jahrgänge und dann fängt man an, sich zu vergleichen. Damals gab's, was ich aber glaube, heute eher 'nen, äh, 'nen, 'nen Boost-Faktor ist, aber damals gab's nicht so viel Social Media und, äh, Trainingsanalysen sahen auch ganz anders aus. Und man hat sich immer nur dort bei den Wettkämpfen gesehen und auf einmal hast du: „Oh mein Gott, wie gut ist der denn geworden? Jetzt muss ich aber wieder richtig rein." Äh, ich,
01:00:44: ,798 [Philipp Boy] ich, ich weiß es ehrlich gesagt nicht, warum, aber es hat sich wirklich zu 'ner sehr guten Truppe entwickelt und da muss 'n, glaub ich, ein ganz, ganz, äh, großes Lob an unseren damaligen, äh, Nationalmannschaftstrainer, den Andreas Hirsch.Der es geschafft hatte, weil wir doch sehr krasse Individualisten waren, uns zu 'nem Team zusammenzufinden. Und, äh, das hatten sie davor noch nicht. Einfaches Beispiel: Wir waren, wir mussten sehr, sehr oft mit der Nationalmannschaft, äh, ins Trainingslager, fast alle zwei Wochen, immer nach Kienbaum, so hieß, äh, das damals, bei Berlin ist das. Und
01:01:22: ,718 [Philipp Boy] Trainingslager ist brutal hart. Immer 30 bis 35 Stunden Training die Woche. Und am Anfang, als ich noch zu den Seniorenbereich gekommen bin, also Senior bedeutet bei uns ab 18, ähm, Frühsport, dann zum Essen, dann die erste Einheit, dann das, dann das, dann das. Also so der, der Tag war so voll und wir kamen alle schon so um sechs Uhr zum Frühsport und wussten nicht, jetzt müssen wir wieder laufen gehen. Also keiner hatte Bock auf Laufen und dann schwimmen und alles in so 'nem ganzen Mist. So und als sie dann irgendwann mal gemerkt haben,
01:01:55: ,838 [Philipp Boy] dass wir ausgelaugt sind, wir, wir, wir funktionieren so nicht. Wir gehen demotiviert ins Training. Wir haben eigentlich gar keinen Bock mehr. Hat er es umgestellt, nur noch zweimal pro Tag Training. Wir durften, äh, quasi auch erst später anfangen. Wir sind viel motivierter ins Training, haben viel bessere Leistungen. Wir waren auch viel lustiger darin. Wir haben mal Späße zugelassen. Es wurde viel mehr gelacht auf einmal in der Halle. Es war ein ganz anderer Mut und ich glaube, das hat uns schon erstens zu 'nem coolen Team, zu 'ner ganz tollen Atmosphäre, äh, verholfen und schlussendlich dann auch zu den, äh, zu den Leistungen.
01:02:29: ,358 [Martina Eberl] Sieht man mal wieder, gell, wie es doch auch am Trainer hängt.
01:02:32: ,178 [Philipp Boy] Voll.
01:02:33: ,058 [Martina Eberl] Ich denk mir dann immer wieder beim Fußball, wo ich mir denke, jetzt, jetzt entlassen sie wieder den Trainer, ja, wo ich mir denk, der Trainer, der ist da nicht, der,
01:02:41: ,358 [Martina Eberl] der wird schon laufen. Ja. Aber Trainer sind schon auch wirklich entscheidend. Ähm, wenn ihr dann so, wenn du jetzt sagst, 35 Stunden trainiert, ihr habt dann schon eure Abläufe, eure Kür, whatever. Wie ist es, wenn man sich dann so was eintrainiert? Also ich weiß das ja beim Golf, wenn du an etwas feilst, an Bewegungen, dann kann das echt lang dauern. Richtig lang.
01:03:06: ,738 [Philipp Boy] Voll.
01:03:06: ,808 [Martina Eberl] Ja. Also ob das jetzt vor allem Handgelenk ist, was ganz, äh, weil das so was Kleines zum Ansteuern ist, große Muskeln, Oberschenkel und so weiter sind, äh, Beinstreckung, whatever, Rotationsbewegung. Das ist, geht, geht flott. Musst du 'n paar 100 Mal machen, dann geht's. Aber so 'n paar Sachen, da gibt's ja so 'ne sportwissenschaftliche Untersuchung, dass es irgendwie 10.000 Wiederholungen braucht, bis das Kognitive das dann komplett übernommen hat. Ich stell mir das beim Turnen so gefährlich vor und so schwierig, weil wenn du da ja nur 'ne, keine Ahnung, 'ne Viertel- oder 'ne halbe Umdrehung mehr machen musst und dich dann so auf die Fresse lässt auf gut Deutsch,
01:03:48: ,998 [Martina Eberl] das muss man ja, also natürlich lernt man das,
01:03:52: ,818 [Martina Eberl] aber...
01:03:52: ,518 [Philipp Boy] Also
01:03:54: ,178 [Philipp Boy] vollkommen richtig. Das eine baut ja immer so 'n bisschen, äh, auf dem anderem auf. Also du lernst 'n Handstand, dann die Handstanddrehung, dann springst du aus dem Handstand in ein, also das eine baut auf 'm anderem auf. Und genau das Gleiche war's ja tatsächlich wie bei euch. Wiederholungszahlen sind bei uns auch absolut Wiederholungszahlen. Deswegen trainieren wir so viele Stunden halt, ne, weil du kannst nicht in jeder Trainingseinheit alle sechs Geräte machen, sondern du musst das dann wieder aufteilen. Meistens, äh, einmal Sprung, einmal stützen, einmal hängen. Und so ist ja auch unsere, äh, unsere, äh, olympische Reihenfolge aufgebaut, ne. Wir haben ja Boden, Pferd, Ringe, Sprung, Barren, Reck. Also einmal springen wir, einmal stützen wir, hängen. Springen, stützen, hängen. Und so grade für die Gelenke, wenn du mehrmals, machst du jetzt zum Beispiel Pferd und Barren als zweimal Stütz, ist es sehr, sehr viel Handgelenks, äh, äh, Problematiken, die wir dann halt hatten. Also wurde das versucht, auch so aufzubauen, sodass wir viele Wiederholungen machen können. Und dann war's ganz klassisch, ähm, du musst zehnmal diese Verbindung machen, danach machst du 20-mal diese Verbindung, wo immer wieder so auch so 'n Überlappungsprozess. Also du machst deine Übung von Element eins bis Element vier und fängst nachher von Element drei bis Element sechs.
01:05:10: ,378 [Martina Eberl] Ja.
01:05:10: ,558 [Philipp Boy] Und das war immer wieder Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung. Ohne Ende Wiederholung, jeden Tag. Und so wurde es aufgebaut plus eigentlich zweimal, eigentlich dann manchmal auch nur noch einmal die Woche, dann wirklich einmal die ganze Übung. Sonst wurde es immer aufgeteilt in Hälften oder in Verbindungen. Aber einmal in der Woche gab's einen Tag, das hieß dann Übungstraining und da musst du wirklich pro Gerät immer wieder deine kompletten Übungen und nicht nur einmal, sondern um diese, um über dem Ding zu stehen-
01:05:42: ,847 [Martina Eberl] Mhm.
01:05:42: ,278 [Philipp Boy] musst du auch dreimal deine Übung zum Beispiel machen können. Ja, also insgesamt machst du nicht nur sechs-
01:05:49: ,648 [Martina Eberl] Versteh ich schon.
01:05:49: ,597 [Philipp Boy] sondern 18.
01:05:50: ,778 [Martina Eberl] Ja.
01:05:50: ,518 [Philipp Boy] So damit du, damit's alles leichter wird. Also es ist wahrscheinlich bei euch noch, äh, Tiger Woods hat, glaub ich, mal gesagt, der macht 1.000 Schläge, bevor der überhaupt auf die--
01:06:00: ,678 [Philipp Boy] Und John Daly.
01:06:01: ,958 [Martina Eberl] Äh, 1.000 Ball-Schläger-Berührungen.
01:06:03: ,758 [Philipp Boy] Ach so.
01:06:04: ,978 [Martina Eberl] Also das heißt, da sind die Putts dabei, da sind die Chips dabei. Äh, genau, also er hat-
01:06:09: ,388 [Philipp Boy] Okay.
01:06:10: ,878 [Martina Eberl] touching the club. Ja, 1.000 am Tag, immer noch.
01:06:13: ,458 [Philipp Boy] Okay.
01:06:14: ,438 [Martina Eberl] Ja, und ich glaub auch, ganz ehrlich, das ist jetzt, weil er jetzt auch körperlich schon eingeschränkt ist. Ich glaub, dass das früher noch mal ganz anders war. Ähm, ja. Ja, Tiger, Tiger ist und bleibt Tiger.
01:06:26: ,098 [Martina Eberl] Was verdient 'n eigentlich so 'n Turner?
01:06:29: ,658 [Philipp Boy] Ja bestimmt weniger als ihr.
01:06:32: ,238 [Philipp Boy] Als die, als die reichen Golfer.
01:06:35: ,758 [Philipp Boy] Nein, Spaß. Das war, du hattest ja vorhin mal kurz angeschnitten, dass es echt auch oft 'n Draufzahlen war. Äh, bei,
01:06:43: ,394 [Philipp Boy] ich würd mal sagen, ich gehörte bestimmt schon mit zu den Topverdienern, äh, in, im, im Turnen. Und das setzt sich dann, äh, zusammen, dass du meistens über deinen Verein wie so als Angestellter, ähm-Einmal Geld bekommst. Damals mal, äh, in meiner Spitze waren das, dass ich da mal zweieinhalb tausend Euro vom Verein bekommen hab. Dann war ich bei der Bundeswehr, ähm, Sportfördergruppe.
01:07:08: ,694 [Martina Eberl] Mhm.
01:07:08: ,613 [Philipp Boy] Das hieß, da hast du 'n Wehrsold bekommen. Kann ja jeder einsehen, das ist meistens so eins, wenn du anfängst, eins sieben, eins acht, dann war ich so, lass ich bei drei sieben sein, aufgerundet vier. Ja, das war so das Fixum, so als Vize, mehrfacher Vize-
01:07:22: ,014 [Martina Eberl] Sechs und halb Zusammenfixum.
01:07:25: ,594 [Philipp Boy] Äh, nee, es waren bis jetzt nur die zwei vom Verein und vom-
01:07:27: ,944 [Martina Eberl] Das war zusammen alles.
01:07:27: ,734 [Philipp Boy] Von der Bundeswehr.
01:07:28: ,154 [Martina Eberl] Okay, okay.
01:07:29: ,194 [Philipp Boy] Und dann ging es, äh, wenn du erfolgreich warst, hattest du noch Erfolgsvereinbarung. Und-
01:07:35: ,694 [Martina Eberl] Mhm.
01:07:35: ,714 [Philipp Boy] Das hab ich ja immer auch so schön gesagt, das war ja
01:07:38: ,494 [Philipp Boy] so lächerlich. Ich hab für meine Vize-Weltmeister-Medaille 2300 Euro bekommen. Also das war so dafür, dass ich über zwanzig Jahre lang diesen Sport gemacht habe und ich von, lass es 2010 bis 2012, weil 2012 hab ich ja meine Karriere beendet. Da war's mal so, dass ich mal bis, äh, äh, zu sieben, achttausend Euro im Monat verdient habe. Davor als C-Kader bekommst du hundertfünfzig Euro im Monat und wenn du irgendwann mal in die Nationalmannschaft kommst, wie gesagt, äh, gibt's dann irgendwann mal das vom eventuell vom Verein. Ob's, man muss auch schau-schauen, kann sich's der Verein überhaupt leisten? Hat er diese Sponsoren dafür? Ähm, ach, Bundesliga. Siehste, Bundesliga gab's noch dazu. Da hatten wir auch noch mal, äh, da hatte ich auch noch mal 'n bisschen was. Also so kam ich eben auf die sechs, sieben, achttausend, äh, äh, was ich in der Spitze mal verdient habe.
01:08:30: ,794 [Martina Eberl] Aber habt ihr dann Sponsoren gehabt oder hattest du dann so quasi selber eigene Sponsoren auch noch? Da gibt's, gab's ja dann auch noch 'n bisschen was.
01:08:37: ,914 [Philipp Boy] Ja, das war ja der große Mist, ne. Wenn du, selbst wenn du in der Nationalmannschaft warst, was ja deine einzige Chance war, überhaupt ins Fernsehen zu kommen. Ja, und damals gab's kein Social Media, ja, da gab's kein, äh, äh, Instagram, TikTok und hast du nicht gesehen, sondern deine einzige Möglichkeit, mal 'n Sponsor attraktiv zu sein, ist, dass du im Fernsehen stattfindest.
01:08:58: ,494 [Martina Eberl] Mhm.
01:08:59: ,134 [Philipp Boy] Und da hatten wir quasi eine Fläche auf der Hose und eine Fläche auf unserem Label.
01:09:06: ,154 [Martina Eberl] Mehr war nicht erlaubt.
01:09:07: ,854 [Philipp Boy] Mehr war nicht erlaubt.
01:09:07: ,394 [Martina Eberl] Okay.
01:09:08: ,054 [Philipp Boy] Und das, äh, und das war grade im Teamwettbewerb bei dieser eine Fläche auf dem Trikot war dann auch noch das vom Team. Also hatten wir noch eine. Und das ist schon super, super.
01:09:21: ,854 [Martina Eberl] Und dann auch noch Fun Fact, bei Olympia durftet ihr gar keine Sponsoren zeigen. Ist ja verboten.
01:09:25: ,693 [Philipp Boy] Nee, da gibt's das.
01:09:26: ,913 [Martina Eberl] Und das ist natürlich, da habt ihr brilliert quasi. Olympia war ja quasi eure Airtime.
01:09:31: ,634 [Philipp Boy] Ja, ja, da ist mal Ton wirklich auch im Fokus und da, ähm, weil's eben doch eine der ältesten Sportarten ja ist.
01:09:40: ,374 [Martina Eberl] Ist ja auch nachm Fußball der zweitgrößte Ver-Vereinsverbund in Deutschland, glaub ich.
01:09:46: ,614 [Philipp Boy] Ton an sich ist ja wirklich 'ne sehr, sehr breite Sportart. Wir haben, ich würd sagen, bestimmt neunzig Prozent ist Breitensport. Ja, das sind, da gehört aber auch Senior, Seniorensport dazu, auch was wie Faustball und so weiter. Also Sportarten, die man, die gar nicht so geläufig sind, die aber trotzdem 'ne große Anhängerschaft haben und, äh, äh, gemacht werden. Aber das muss ja irgendwie in so 'n Verein rein und die Speerspitze, das kleine bisschen, was wir, die, die zehn Hansel, die, äh, äh, quasi international agiert haben, es, das war, das war das.
01:10:19: ,374 [Martina Eberl] Ja, das stimmt. Das ist dann schon echt-
01:10:21: ,734 [Philipp Boy] Aber natürlich, wenn du 'ne erfolgreiche Nationalmannschaft hast, hast du immer 'ne große Möglichkeit auch für den Nachwuchs zu arbeiten, ja, da, dass die motiviert sind. Und hat das, hast du das auch mal gemerkt, dass du dann, äh, dass durch deine Karriere dann auch noch mehr Mädels angefangen haben, Golf zu spielen? Weil, weiß ich nicht, ich dachte, ich-
01:10:39: ,964 [Martina Eberl] Also ich hab-
01:10:39: ,494 [Philipp Boy] Ich hätt jetzt immer gedacht, dass Tennis eher interessanter ist als Golf für junge Athletinnen oder junge-
01:10:45: ,334 [Martina Eberl] War's auch definitiv. Ich war ja damals in 'nem Zeitalter von Steffi Graf, ja, wo alle, wo, glaub ich, gefühlt zehn Millionen Mädels irgendwie Go... äh, Tennisprofi werden wollten.
01:10:54: ,934 [Philipp Boy] Und du auch.
01:10:54: ,174 [Martina Eberl] Äh, ich natürlich auch.
01:10:56: ,774 [Philipp Boy] Ah, okay.
01:10:56: ,534 [Martina Eberl] Und dann aber dank meiner Großeltern, äh, auch immer wieder aufm Golfplatz war und dann, ähm, ging das da relativ flott vorwärts und, ähm, mir war schon immer klar, ich wollte Profisportlerin werden.
01:11:07: ,874 [Philipp Boy] Klingt gut.
01:11:07: ,054 [Martina Eberl] Und mit elf, äh, war'm, war das für mich, äh, schon fix. Und da mus... mit elf hab ich mich entscheiden müssen zwischen Tennis und Golf und ich hab mir gedacht: "Okay, gut, beim Golf gibt's weniger."
01:11:20: ,053 [Philipp Boy] Okay okay. Also so pragmatisch hast du damals schon gedacht.
01:11:24: ,294 [Martina Eberl] Ja.
01:11:24: ,614 [Philipp Boy] Alles klar, da, das sag ich mir.
01:11:25: ,194 [Martina Eberl] Ja.
01:11:26: ,894 [Philipp Boy] Witzigerweise es ist so ge... Es gab mal 'n Interview, ähm, weil ich hatte mit jemand zusammen in Schwede, äh, sind wir gestartet und wir waren beide halt die Überflieger. Und da gab's mal mit wie den Schweder TV-Sender, gab's 'n Interview mit dem, äh, Moderator und sagte: "Mensch, was willst 'n du mal werden? Was ist dein größter Wunsch?" Und dann fragt er halt den, den einen und der: "Olympiasieger." Und dann sagt er: "Und Philipp, bei dir, wie sieht's aus?" "Vize-Olympiasieger." Und der: "Warum Vize-Olympiasieger?" Er wird Erster, ich werd Zweiter, das passt schon.
01:11:57: ,534 [Martina Eberl] Hast du gesagt.
01:11:58: ,654 [Philipp Boy] Ja, ja, das war, glaub ich, mit acht oder neun, mit acht, glaub ich, das Interview und da war eigentlich schon klar, Olympia.
01:12:04: ,214 [Martina Eberl] Na schön.
01:12:05: ,794 [Philipp Boy] Das war-
01:12:05: ,694 [Martina Eberl] Aber schau, das konnt ich gar nicht sagen, weil Golf damals nicht olympisch war.
01:12:08: ,933 [Philipp Boy] Ja.
01:12:08: ,114 [Martina Eberl] Das ist ja mit Rio erst wieder losgegangen und da hab ich ja leider, leider 'n paar Jahre zu früh aufgehört.
01:12:14: ,474 [Philipp Boy] Was das, da was, bum-bumpt einen das so 'n bisschen, ne, wenn man sagt, man, ey, ich war mal Weltspitze, ich hätt da d-dabei sein können.
01:12:20: ,814 [Martina Eberl] Bitte.
01:12:20: ,834 [Philipp Boy] Weil Olympia ist schon krass.
01:12:22: ,694 [Martina Eberl] Ja, wär schon, äh, wär schon geil gewesen und vor allem mit dem Wissen, dass man auch dabei gewesen wäre.
01:12:28: ,234 [Philipp Boy] Eben.
01:12:29: ,874 [Martina Eberl] Äh, ja. Aber du, ähm, who knows, ja, vielleicht in 'ner andern Funktion eines Tages.
01:12:33: ,674 [Philipp Boy] Wo?
01:12:34: ,714 [Martina Eberl] Who knows, who knows, who knows. Aber wenn man schon, das ist ja eine, eine Sensationsüberleitung Olympia. Du hast ja nach 2012 London-
01:12:43: ,474 [Philipp Boy] Mhm.
01:12:44: ,454 [Martina Eberl] aufgehört.
01:12:45: ,554 [Philipp Boy] Ja,
01:12:46: ,434 [Philipp Boy] zu früh. Nein, äh,
01:12:49: ,210 [Philipp Boy] doch. Ähm, also mein ursprünglicher Plan war eigentlich, dass ich noch bis Rio de Janeiro machen möchte, 2016, ne, Olympia. Das war so eigentlich der Plan. Dann bin ich 29, Top-Alter aufzuhören, fertig.Aber
01:13:03: ,130 [Philipp Boy] ich hatte ja vorhin angesprochen gehabt, dass ich ja recht oder 2010 hatte ich meinen Durchbruch, ja. Und danach Vize-Weltmeister, Europameister, Europameister, Vize-Weltmeister, Europameister, Europameister geworden. Und das war relativ klar, dass ich, äh, also nee, das letzte Mal Europameister nicht, aber, ähm, war klar, dass ich in London meine Medaille gewinne. So, und, äh, in Peking war ich noch nicht gut genug für 'ne Medaille. Da bin ich, glaub elfster geworden und wir sind im Team vierter.
01:13:31: ,590 [Martina Eberl] Stopp, stopp. Warum warst du noch nicht gut genug?
01:13:35: ,190 [Philipp Boy] Von der Leistung her. Man hat ja, man, jedes einzelne Element hat ja einen gewissen Wert und je schwieriger du die aneinanderreihst und so 'n höheren Ausgangswert hast. Und ich konnte mit meiner Schwierigkeit noch nicht mit der Weltspitze mithalten.
01:13:49: ,370 [Martina Eberl] Okay.
01:13:49: ,970 [Philipp Boy] Ich, okay, ich war Weltspitze-
01:13:50: ,160 [Martina Eberl] Ja.
01:13:51: ,250 [Philipp Boy] aber noch nicht mit den vorderen Plätzen.
01:13:53: ,050 [Martina Eberl] Okay.
01:13:54: ,749 [Philipp Boy] Und, äh, das hat sich dann
01:13:58: ,220 [Philipp Boy] relativ schnell und weil nämlich die Vor-Wertungsvorschriften verändern sich alle vier Jahre nach Olympia. Dann, äh,
01:14:05: ,570 [Philipp Boy] konnt ich die Übung besser zusammenstellen, ähm, und hatte auf einmal diese ganzen Schwierigkeiten. Und ja, war auch alles in Ordnung. Jetzt muss man dazu halt sagen, ich hatte, ähm, im November 2011 dann 'nen ganz schweren Sturz, äh, bei 'nem Weltcup am Reck. Das hat mich komplett aus der Bahn geworfen gehabt. Also weil das war, findet man heutzutage auch noch auf YouTube. Es hätte, ich hätte genauso gut heute querschnittsgelähmt sein können. So, und das, da ich aus einem Verein komme, aus Cottbus, wo es eben ein meiner damaligen Vorbilder, der ist querschnittsgelähmt geworden, weil er am Sprung abgerutscht ist in der Athen, bei den Olympischen Spielen Athen-Vorbereitung. Und das war, ist ja dann auch deutschlandweit bekannt gewesen und der war aus meinem Verein, der Ronny Ziesmer, der ist ja dann querschnittsgelähmt gewesen. Und das war wie so 'n Flashback, weil ich da nämlich schon einmal 2004 so überlegt hab: Boah, will ich das noch weitermachen, den Sport? Sondern bin grade als Junior hingekommen.
01:15:05: ,010 [Martina Eberl] Mhm.
01:15:06: ,930 [Philipp Boy] Dann siehst du einen der, der Erfolgsmenschen aus Cottbus, der querschnittsgelähmt ist. Das war auch nicht so einfach. Und da
01:15:14: ,630 [Philipp Boy] hab ich das erste Mal drüber nachgedacht über meine Gesundheit, weil ich noch nie, ich war immer 'n sehr unbedachter, unbedarfter, unbedachter, wie nennt man das, wenn man so-
01:15:24: ,510 [Martina Eberl] Beides gut.
01:15:25: ,850 [Philipp Boy] Ja, äh, ich hab mir nie darüber Gedanken gemacht: Was passiert, wenn ich das jetzt mache? Ich hab, äh, 'n Handstand an 'ner Mauer gemacht, wo es darunter 'ne, äh, die Schlucht halt war. Also ich hab mir darüber nie Gedanken gemacht.
01:15:37: ,370 [Philipp Boy] Aber das oder bin mit 'm Gesicht auf, äh, aufs Reck geknallt und bin danach direkt wieder rein und ran. Aber das hat mich echt fertig gemacht. Und da hatt ich lange Zeit, ich hatt 'ne Blockade dann am Reck. Ich konnt die Flugelemente nicht mehr loslassen und mein Kopf hat zugemacht. Ganz verstärkt mit 'nem Psychologen dran gearbeitet. Ja, ich hab so viel Zeit investiert und wenn man 'n Sportler ... Ich habe, ich war, ich hab um 06:30 Uhr, ich hätt nicht um 06:30 Uhr aufstehen müssen. Bin aufgestanden, damit ich zeitig frühstücke, damit ich um neun alles verdaut habe. Mittags bin ich dann, äh, quasi Psychologiebehandlung, dann hatte ich mein zweites Training, dann bin ich in die Sauna, dann muss die Massage so. Und das war mein ganzer Tag, jeden Tag. So, war gefüllt und ich hab, bin jeden Sonntag noch laufen gegangen, damit mein Gewicht stimmt. Also ich hab alles diesem Sport untergeordnet. Mein, ich bin keinen einzigen Urlaub mit, nee.
01:16:30: ,970 [Philipp Boy] Und dann kommst du zu den Olympischen Spielen, bist dann top vorbereitet. Ich hab das alles unter Kontrolle bekommen. Habe meine, die Vorwettkämpfe haben gezeigt: Ey, der schafft seine Punktzahlen wieder, der ist 'n Medaillenfavorit. So, und dann wurdest du auch aufgebaut als Medaillenfavorit.
01:16:46: ,090 [Philipp Boy] Erster Wettkampf, erstes Gerät Sprung. Nach zehn Sekunden war meine Spiele vorbei. Hab mich am Fuß verletzt. Und da ist für mich dann so die absolute Welt zusammengebrochen. Und das war die, der Mist ist ja, gesagt, ne, der Wettkampf geht drei Stunden und alle Kameras, alle Augen auf die Favoriten und dann, du kommst aus dieser Situation nicht raus. Du weißt, du kannst nicht rausgehen, weil das Team dich braucht. Ich hab Schmerzen ohne Ende gehabt. Also ich musste trotzdem an Boden ran. Ich musste trotzdem an die anderen Geräte, weil wäre ich ausgestiegen, hätten wir, wär unser ganzes Team vorbei, weg gewesen. Und dann zu sehen, dass die anderen beiden quasi dann in dem Finale stehen, wo du eigentlich wärst, das, das, also London hat ganz, ganz viel mit mir gemacht und ich hab mir 'ne Weile Zeit gelassen, äh, mit der Entscheidung, aber in London hatt ich schon gesagt: „Das war's. Ich will das nicht mehr. Jetzt noch mal vier Jahre bis Rio. Was ist, wenn ich mich am zweiten Gerät dann verletze?" Also das Feuer war weg.
01:17:52: ,130 [Martina Eberl] Aber lass uns dann noch mal zurückgehen. Nach zehn Sekunden.
01:17:56: ,970 [Martina Eberl] Du hast Schmerzen. Du musst jetzt drei Stunden noch weitermachen,
01:18:02: ,670 [Martina Eberl] weil das würde, hättest du dir dein Leben lang nicht mehr verziehen, wenn du da aufgehört hättest.
01:18:06: ,080 [Philipp Boy] Ja, klar.
01:18:07: ,590 [Martina Eberl] Ja, ist klar. Deswegen war das ja mit Sicherheit das absolut Richtige.
01:18:12: ,130 [Martina Eberl] Wie, ähm,
01:18:14: ,800 [Martina Eberl] wie hast du's denn dann durchgezogen? Hast du dann, also jeder wird dann sagen: „Okay, dann nimmst du halt mal kurz 'ne Ibod 1000."
01:18:19: ,260 [Philipp Boy] Na, die haben wir ja sowieso. Ich hab da so viel, äh, Ibuprofen genommen und du weißt ja, irgendwann wirst dir ja auch schwindlig, ne.
01:18:27: ,269 [Martina Eberl] Ja.
01:18:27: ,370 [Philipp Boy] Also so 'n bisschen dizzy. Es hat irgendwie funktioniert, aber es war ja nicht nur: „Hey, du hast Schmerzen", sondern du hast eigentlich viel mehr mit dem, den Zerplatzen von deinem Traum zu tun.
01:18:43: ,960 [Philipp Boy] Das ist alles vorbei.
01:18:44: ,970 [Martina Eberl] Ja, ja.
01:18:44: ,670 [Philipp Boy] Du kannst nichts mehr daran ändern und trotzdem riskierst du jetzt gerade, äh, bleibende Schäden und was. Das war so viel. Dann wie gesagt, die ganzen Kameras so. Und du hast dich hingesetzt und bapp.
01:18:57: ,910 [Martina Eberl] Dann noch Fokus. Ja.
01:18:58: ,260 [Philipp Boy] Und dann noch die ganzen, was weiß ich, Gespräche, äh, dann danach mit der Presse. Das liebst du ja sowieso. Und, äh,
01:19:07: ,702 [Philipp Boy] ganz schlimm. Also das war, glaub ich, dasSchlimmste, was ich in meinem ganzen Leben nie wieder erleben will, äh, dieser Moment, diese drei Stunden bei diesen Spielen. Das war ekelhaft.
01:19:22: ,642 [Martina Eberl] Und würdest du dann sagen, dass dann, äh, dass du dann quasi nach London
01:19:27: ,382 [Martina Eberl] ... du hast den Stecker gezogen?
01:19:29: ,462 [Philipp Boy] Ja.
01:19:31: ,002 [Martina Eberl] Und jetzt mit 'n bisschen oder was 'n bisschen, ist ja schon paar Tage jetzt her, mit Abstand bereust du's?
01:19:39: ,742 [Philipp Boy] Nein. Ich habe es, und daher weiß ich, dass die richtige Entscheidung war, zu keiner einzigen Sekunde bisher bereut. Weil ich hab drei Monate ja gebraucht gehabt, ja. Weil wir sind extra noch, äh, mit der Nationalmannschaft nach Rio de Janeiro geflogen. Äh, die, „Philipp, komm bitte mit. Guck dir das an". Sie haben irgendwie alle gehofft, dass ich dann wieder so Feuer fang.
01:20:00: ,762 [Martina Eberl] Ach, okay.
01:20:01: ,342 [Philipp Boy] Äh, aber dann im November, weil ich hab gemerkt, ich bin in die Halle mit meinen, mit meinem Zeug,
01:20:07: ,882 [Philipp Boy] mich abgestellt, hingesetzt und dann war's so nach zehn Minuten Tasche genommen und gegangen. Und kein Trainer hat auch was gesagt, weil sie wussten, es war eh alles falsch, was sie sagen. Es war weg. Also ich kann's dir, das ist echt schwer zu beschreiben.
01:20:20: ,692 [Martina Eberl] Ich verstehe das, ja.
01:20:21: ,592 [Philipp Boy] Es war, der Antrieb war weg.
01:20:22: ,592 [Martina Eberl] Ja.
01:20:22: ,842 [Philipp Boy] Und ich war auch völlig fine damit. Ich so, eigentlich fast wie so 'ne kleine Befreiung.
01:20:25: ,062 [Martina Eberl] Mhm.
01:20:26: ,682 [Philipp Boy] So, jetzt bin ich raus. Jetzt gibt's 'ne neue, äh, neues Kapitel. Ähm, schauen wir mal, was dann passiert. Turnen war's auf jeden Fall, äh, nicht mehr dann.
01:20:36: ,222 [Martina Eberl] Versteh ich total, ja.
01:20:38: ,982 [Philipp Boy] Ja, äh, es ist leider, äh, keine, keine Story mit 'nem Happy End, was, äh, den Sport angeht, aber...
01:20:44: ,462 [Martina Eberl] Nee, aber letztendlich muss das ja auch nicht immer ein Happy End sein.
01:20:47: ,541 [Philipp Boy] Ja, ja.
01:20:47: ,842 [Martina Eberl] Beziehungsweise für dich ist es ja doch irgendwie ein Happy End in 'ner gewissen Weise, weil du damit fine bist, ja, und weil fine warst und immer noch bist, ja. Ich glaube eher, dass es kein Happy End wäre, wenn du jetzt da sitzt und sagst: „Ja,
01:21:03: ,762 [Martina Eberl] hätte ich doch nur. Scheiße", ja. Dann, aber so ist es ja eigentlich doch happy.
01:21:07: ,932 [Philipp Boy] Ja.
01:21:07: ,142 [Martina Eberl] Ja, also und-
01:21:09: ,522 [Philipp Boy] Ich bin da auch sehr froh dadrüber, dass es so gekommen ist, weil mich mein damaliger, äh, Psychologe, mit dem, Sportpsychologen, mit dem ich zusammengearbeitet hab, der hat gesagt: „Philipp, es wird kommen. Ich will dich nur drauf vorbereiten. Du wirst in ein Loch fallen. Das wird passieren."
01:21:22: ,662 [Martina Eberl] Und?
01:21:22: ,362 [Philipp Boy] Bin sehr glücklich, es ist nie passiert. Es ist, äh, und jetzt kann's eh nicht mehr passieren, jetzt ist es zu lange her.
01:21:30: ,982 [Martina Eberl] Jetzt wohnst du, ich hatte ja schon, äh, die Freude, dich mal zu Hause in Berlin zu besuchen,
01:21:36: ,042 [Martina Eberl] in einem herrlichen Fleckerl mittendrin in Berlin.
01:21:39: ,682 [Philipp Boy] Ja, das war die einzige logische Weiterentwicklung, ja. Ich komm aus Schwedt. Schwedt nach Cottbus war schon dann: „Boah, ich bin jetzt in der Großstadt." So kommst du dann nach Berlin, ist, äh, denkst du: „Okay, Cottbus ist 'n Dorf", so in der Art. Aber-
01:21:51: ,262 [Martina Eberl] Warum Berlin?
01:21:53: ,102 [Philipp Boy] Ich weiß nicht, es hat mich schon immer fasziniert gehabt.
01:21:56: ,282 [Martina Eberl] Ja.
01:21:56: ,582 [Philipp Boy] Äh, als, als Sportler, wenn ich mal 'n freien Tag hatte, dann hat's mich immer nach Berlin gezogen. Ich wollt immer zu so dem Puls der Zeit, so,
01:22:05: ,122 [Philipp Boy] da wo was abgeht halt, ne. Und weiß nicht, es ist irgendwie hat's mir Berlin angetan, weil's so viel unterschiedliche Varianten einfach gibt. Bist du in dem Stadtteil, denkst, bist du in Stuttgart, in dem anderen, äh, Stadtteil, äh, ja, also es hat, jeder Stadtteil hat was für sich.
01:22:24: ,702 [Martina Eberl] Was ist denn dein Lieblingsstadtteil?
01:22:25: ,182 [Philipp Boy] Ähm, tatsächlich bin ich relativ, also Mitte, da, wo ich auch wohne.
01:22:29: ,842 [Martina Eberl] Mhm.
01:22:29: ,962 [Philipp Boy] Aber das ist jetzt nicht so kiezmäßig, äh, unterwegs, aber bin eigentlich so Mitte und dann Westen, so Charlottenburg, äh, in die Richtung. Das sind eher so meine Richtungen. So Kreuzberg bin ich nicht so oft ehrlicherweise.
01:22:43: ,562 [Philipp Boy] Und Pankow, weil ich da Golf spiele.
01:22:46: ,922 [Philipp Boy] Oder-
01:22:46: ,842 [Martina Eberl] Müssen wir auch noch drüber reden.
01:22:47: ,771 [Philipp Boy] Oder, oder, oder am Wannsee, wenn ich da ab und zu mal Golf spiele.
01:22:50: ,782 [Martina Eberl] Ja.
01:22:50: ,622 [Philipp Boy] Aber da kann ich immer nur so mit, äh, Mitgliedern. Äh, Wannsee ist ja da so 'n bisschen.
01:22:55: ,682 [Martina Eberl] Ja, Wannsee ist 'n super gelegener und 'n bisschen älterer Club,
01:22:59: ,051 [Martina Eberl] ja.
01:23:00: ,051 [Philipp Boy] Ja.
01:23:00: ,262 [Martina Eberl] Ja, es ist ja so mit Berlin, gell? Also die Münchner sagen immer, ähm, mit die Hamburg, also Hamburg können wir uns vorstellen.
01:23:06: ,582 [Philipp Boy] Ja.
01:23:06: ,722 [Martina Eberl] Frag mich nicht warum, weil München-Hamburg, so viel Parallelen gibt's da nicht. Ja, Wasser, Berge. Ähm, ich möchte jetzt auch nicht mal sagen, dass der Hamburger sich sehr mit dem Münchner ähnelt.
01:23:17: ,102 [Philipp Boy] Nee, nicht wirklich. Würd ich jetzt so-
01:23:19: ,382 [Martina Eberl] Ja.
01:23:19: ,862 [Philipp Boy] Ich kenn auch-
01:23:19: ,202 [Martina Eberl] Also i-ich find Hamburg super, aber ich find auch Berlin super. Wobei die Berliner, die musst du ab und zu schon ganz schön ab-
01:23:27: ,782 [Philipp Boy] Ja, ich kann dir genau sagen, warum die Münchner das so sagen und die Hamburger das so sagen über München, weil es ist halt beides 'n bisschen elitärer. Also der, äh, äh, Hamburg hat mehr so den, den Vibe von,
01:23:38: ,402 [Philipp Boy] ich will jetzt nicht sagen, Schickimicki wär das völlig falsche Wort. Also weil ich, ich bin auch so gerne in München, weil ich die, äh, eigentlich fast noch lieber von der Art mag als, äh, in Hamburg, aber es ist trotzdem so dieses teure Hamburg und das teure München so und das arme Berlin, ja.
01:23:57: ,822 [Martina Eberl] Aber gut, dass ich dir jetzt auch mal gezeigt hab, wo ich herkomm. Also aus dem Westen von München, was früher tatsächlich, äh, äh, so eher so 'n Bauerndorf. Also elitär ist hier im Münchner Westen wenig.
01:24:08: ,562 [Philipp Boy] Ja, okay.
01:24:09: ,222 [Martina Eberl] Ja.
01:24:10: ,221 [Philipp Boy] Aber die, die teuersten Mieten gibt's halt nun mal in München.
01:24:12: ,142 [Martina Eberl] Ja, das stimmt schon, das stimmt schon. Leider, leider. Das kriegen wir ja alle mit. Du reist ja auch super gern.
01:24:17: ,882 [Philipp Boy] Mhm.
01:24:17: ,382 [Martina Eberl] Lieblingsland?
01:24:19: ,502 [Philipp Boy] Mist, ey. Hast du 'n Lieblingsland?
01:24:22: ,922 [Martina Eberl] Ja.
01:24:22: ,482 [Philipp Boy] De-Deutschland. Nein. Nicht? Australien?
01:24:26: ,802 [Martina Eberl] Ja.
01:24:26: ,982 [Philipp Boy] Auf keinen Fall. Da gibt's neun der zehn giftigsten Tiere leben alle in diesem-
01:24:30: ,562 [Martina Eberl] Ja, da muss man nicht unbedingt hingehen.
01:24:33: ,402 [Philipp Boy] Oh, da hätte ich so Angst vor. Nee, das, äh, gar nicht mein Land. Amerika war ich leider viel zu selten. Und wenn ich, äh, ähm, auf der Welt bisher unterwegs war, jetzt nicht von den, den Einwohnern her, aber vom, vom Land her war Fidschi halt wunderschön. Also auch-
01:24:48: ,042 [Martina Eberl] Fidschi.
01:24:49: ,262 [Philipp Boy] Unfassbar schön, die Fidschi-Inseln. Aber, äh, jetzt nichts, wo ich jetzt le-le-leben wollen würde, ja, muss ich jetzt auch sagen. Island will ich gern mal hin.
01:24:58: ,922 [Martina Eberl] Deutschland schon das Land, wo du leben möchtest?
01:25:00: ,762 [Philipp Boy] Bis jetzt schon. Ich find die politischen Entwicklungen manchmal doch 'n bisschen schwierig, aber das soll jetzt kein Politik, äh, äh, Podcast werden, sodass man sich so-
01:25:09: ,710 [Martina Eberl] Du lebst ja quasi eigentlichDu könntest dich ja damit einnischen. Du wohnst ja genau nebenan rechts.
01:25:15: ,870 [Philipp Boy] Ja, aber-
01:25:16: ,489 [Martina Eberl] Könntest mal nicht davor schnell sagen: „Ich hätte doch damals", so sagen.
01:25:19: ,710 [Philipp Boy] Wenn ich jetzt, wenn ich nur an die, ja, auch Berliner Regierung und so weiter denke, das ist wirklich manchmal nicht so einfach.
01:25:25: ,640 [Martina Eberl] Nee, und als Sportler sollte man sich da einfach raushalten. Was ich von dir weiß,
01:25:31: ,230 [Martina Eberl] dir sind materielle Dinge gar nicht so wichtig. Du sagst, du investierst das mal lieber in Lebensmomente.
01:25:37: ,950 [Philipp Boy] Mhm. Auch wieder, auch wieder 'ne, 'ne Weisheit von, äh, quasi aus der Family, die gesagt haben: „Du kannst dir natürlich die nächste Rolex holen, äh, dann hast du wahrscheinlich 'ne Woche oder,
01:25:50: ,830 [Philipp Boy] äh, länger kurz daran Spaß", aber was dir niemand nehmen kann, ja, es, es sind halt, ähm, Erlebnisse, Emotionen. Und ehrlicherweise finde ich, ist das, was das Leben ausmacht, ist die Welt zu sehen. Ja, wenn du immer nur in deinen, in dieser einen Stadt warst, wo du die ganze Zeit bist und denkst, das ist der Nabel der Welt. Fahr mal einmal-- Das muss ja noch nicht mal die ganz große Städte sein, aber irgendwo, selbst wenn du mal in Ungarn bist oder in Tschechien, in Prag, wow, wunderschöne Sachen. Aber das ist natürlich jetzt direkt nebenan. Es gibt so Tokio. Das ist, ich bin begeistert von dieser Mentalität der Japanern. Da kann man so viel lernen. Ähm,
01:26:32: ,030 [Philipp Boy] von daher ich bin, ich bin der Meinung, das ist etwas, was, was es, was das Leben lebenswert macht, das Reisen.
01:26:40: ,950 [Martina Eberl] Kennst du das Buch The Big Five of Life?
01:26:41: ,090 [Philipp Boy] Nee, tatsächlich noch nicht.
01:26:43: ,810 [Martina Eberl] Aber schon mal das nächste, das nächste für dich. Ähm, da geht’s darum, ähm, ein Museumstag. Da fragt der eine den anderen immer: „Ist heute ein Museumstag?" Und Museumstag ist quasi so, dass du deine Lebensmomente in Bildern, also in Images quasi packst und das quasi wie so ein Museum gestaltest. Ja. Und, ähm, bin da total bei dir. Ich bin nur immer so traurig. Ich meine, jetzt hast du auch Familie. Ähm, klar, sie nehmen es von den Lebendigen, wenn du mit Familie verreisen möchtest, dass es dann eigentlich immer heißt, entweder musst du reisen, solange du alleinstehend bist, noch keine Kinder hast oder dann erst im Alter. Und ich find das so traurig, ähm, weil jetzt meine Kinder – ich weiß nicht, wie es jetzt mit deiner Tochter ist – aber die hätten jetzt so Bock, mal nach Amerika und ich hätte so Bock, mit denen mal nach Australien zu fliegen, um ihnen das einfach alles mal zu zeigen. Oder ich habe auch sehr lange in Amerika gewohnt, ähm, um das mal zu zeigen, wo ich früher war und so. Aber ich muss dir echt sagen, äh, pff, was das kostet.
01:27:45: ,110 [Philipp Boy] Gerade Amerika ist ja geisteskrank.
01:27:48: ,109 [Martina Eberl] Ja, also Flugpreise, ähm, wobei ich bin gar nicht so gerne im Hotel. Ich miete mir da lieber gerne so Airbnbs oder Apartments, aber trotzdem, da, das musst du dir einfach tausendmal überlegen, ob du das machen kannst. Das finde ich immer ein bisschen schade. Und dass dann auch die Preise in den Ferien noch mal doppelt so groß oder hoch sind, anstatt bei denen, die eigentlich keine Kinder haben. Die verreisen einfach immer schön, wenn es günstig ist, aber das ist auch wieder so eine politische Geschichte. Aber das finde ich immer so ein bisschen schade. Bin da total bei dir. Äh, für mich wär es überhaupt nicht wichtig, was auf meiner ... Jetzt habe ich da natürlich 'ne, 'ne Apple Watch, aber die brauche ich tatsächlich für mein Training. Aber das wär mir jetzt wurscht, ob ich 'ne Uhr habe oder nicht. Für mich wär es echt, für mich ist viel schöner, äh, Momente zu sammeln.
01:28:30: ,019 [Philipp Boy] Ja, das ist, äh, äh, collecting moments. Es ist einfach das, äh,
01:28:35: ,850 [Philipp Boy] das Thema, was du, wenn man sich damit mal ein bisschen beschäftigt, äh, frag irgendjemanden, der auf dem Sterbebett liegt.
01:28:42: ,630 [Martina Eberl] Ja, natürlich.
01:28:43: ,549 [Philipp Boy] Das sind, das, du kommst immer wieder zu den gleichen Aussagen von denen, die ihr Leben gelebt haben, wovon sie gerne mehr gehabt hätten. Wenn du durch 'ne ganz tolle Idee oder durch, durch was weiß ich, durch über viel Geld verfügst, dann ja, dann kauf dir doch die paar Sachen und wenn es dich glücklich macht, aber am Ende hast du die eine Uhr halt um, ja, und nicht, ähm, noch 50 weitere.
01:29:06: ,430 [Martina Eberl] Reicher gemacht.
01:29:07: ,950 [Philipp Boy] Ja, und, ähm, reicher machen dich Lebenserfahrungen, äh, freu-, super, äh, tolle Menschen an deiner Seite, äh, Momente. Das, das ist etwas, was du halt nicht vergisst. Wenn wir darüber sprechen, wenn wir uns, äh, quasi doch mal durch Zufall alle mal wiedersehen, so aus der Nationalmannschaft. Wir reden immer nur davon: „Ey, was wir da für Scheiße gemacht haben".
01:29:28: ,709 [Martina Eberl] Weißt du noch?
01:29:29: ,350 [Philipp Boy] Weißt du noch das Ding?
01:29:31: ,310 [Martina Eberl] Oh Gott.
01:29:32: ,469 [Philipp Boy] Ist, ist einfach so geil. Darüber, darüber macht es Spaß zu reden.
01:29:36: ,500 [Martina Eberl] Momente, Lebensmomente. Deine Tochter,
01:29:41: ,510 [Martina Eberl] wie hab, hat sie deine Lebensmomente verändert
01:29:44: ,250 [Martina Eberl] als Papa? Ich kenne sie nur als Mama.
01:29:47: ,280 [Philipp Boy] Ja, das, ich glaube, da s-sind wir uns alle einig. Das war, da, da, da rückt erst mal das, was, was du gerne möchtest, rückt erst mal kurz zur Seite und da wird, äh, das erst mal das Kindeswohl in, nach vorne, äh, in den Fokus gesetzt. Und Ophelia hat mir,
01:30:05: ,490 [Philipp Boy] also sie hat aus mir persönlich tatsächlich einen sehr, einen viel weicheren Mann ge-gemacht. Das ist, ich würde jetzt nicht behaupten wollen, dass ich wahnsinnig nah am Wasser gebaut bin,
01:30:18: ,110 [Philipp Boy] aber damals hat mich so fast gar nichts aus der, äh, Bahn, äh, gebracht. Wir waren bestes Beispiel mit, äh, meiner damaligen, also wie wir jetzt Frau, Freundin plus noch weiteren, waren wir im Film Bei, beim Leben meiner Schwester. Ich weiß nicht, ob du den kennst. Das ist, glaube ich, einer der traurigsten Filme, den ich, den man nur s-sehen kann, ja. Also die haben alle Rotz und Wasser geheult, aber weiß ich nicht. Also ich hab auf jeden Fall nicht geweint gehabt.
01:30:45: ,370 [Martina Eberl] Du bist danach ...
01:30:46: ,450 [Philipp Boy] Ja, so, so nicht ganz, aber, aber mit Ophi, also seitdem sie geboren ist, den Film könnte ich mir nie wieder angucken. Ich würd da sitzen:
01:30:55: ,262 [Philipp Boy] Also würde ich mich nie mal drüber, nicht mal schämen, aber sie hat wirklich aus mir den, den emo-emotionaleren Menschen gemacht. Äh, ich kann mehr Nähe auf einmal auch zulassen. Weiß ich nicht, worüber ich echt dankbar bin, ja. Ich, weil ich wurde immer recht hart erzogen, ja. Also ich, als ich mal, äh, mit dem Turnen aufhören wollte, äh, da saß ich bei meiner Oma und ich gesagt: „Es ist alles so hart und schwer", und dann hat sie halt zu mir gesagt: „Hab ich nicht so."So, okay, das erwartest du jetzt nicht von deiner Oma, sondern so: „Och, mein Kleiner, wenn du das nicht willst, nee, dann hab dich nicht so."
01:31:29: ,162 [Martina Eberl] Aber das ist auch so eine Generation.
01:31:31: ,562 [Philipp Boy] Ja.
01:31:31: ,732 [Martina Eberl] Also ich, ich weiß, das hat-
01:31:32: ,042 [Philipp Boy] Die mussten alles ein bisschen mehr durchmachen, was, äh, heutzutage,
01:31:38: ,202 [Philipp Boy] na ja.
01:31:39: ,002 [Martina Eberl] Na, ich verstehe, ich bei, bin da total bei dir auch. Ähm, so dieses Wunschdenken, die Oma, die mit ihr, mit ihm auf den Spielplatz geht und, und da, da, da. Und ich kenne das auch. Also meine,
01:31:49: ,861 [Martina Eberl] m-meine Familie, das war eine ganz andere Zeit. Die mussten durch den Krieg und so weiter und so fort. Also das, äh, ja, ja.
01:31:54: ,602 [Philipp Boy] Das macht schon was. Wir haben wirklich einen absoluten Luxus.
01:31:58: ,362 [Martina Eberl] Ja.
01:31:59: ,452 [Philipp Boy] Ja. Wir haben alle möglichen Entscheidungen, die wir treffen und Freiheiten, die wir machen können. Und, äh, ja, manchmal ist zu viel Freiheit, dann kommt man auch wieder auf ziemlich viele dumme Ideen, äh, um jetzt aber wieder nicht zu tief einzugehen.
01:32:14: ,622 [Martina Eberl] Nein, nein.
01:32:15: ,842 [Philipp Boy] Aber es ist auf jeden Fall, ähm, hat auf viele Jahre mein Leben extremst bereichert.
01:32:22: ,482 [Martina Eberl] Toll. Schön zu hören.
01:32:24: ,022 [Philipp Boy] Ja, so.
01:32:25: ,352 [Martina Eberl] Super cool.
01:32:25: ,782 [Philipp Boy] Kann ich mir ... Was hat es denn bei dir gemacht? Also wenn du jetzt, äh, so fragst, gehe ich mal davon aus, war das auch ein Stück weit oder warst du schon immer eher ein emotionalerer Mensch?
01:32:35: ,582 [Martina Eberl] Oh, ich war schon immer ein sehr emotionaler Mensch, ähm, aber auch immer sehr, sehr tough und immer vor allem sehr tough mit mir selbst.
01:32:43: ,382 [Philipp Boy] Mhm.
01:32:44: ,542 [Martina Eberl] Ähm, no mercy. Ja, also Schmerzen wurden ignoriert und so weiter und so fort.
01:32:48: ,802 [Philipp Boy] Ja.
01:32:48: ,422 [Martina Eberl] Aber das brauchst du, glaube ich, auch. Das brauchst du einfach, um, ähm, dich noch mal in ein anderes Level zu begeben, dass du einfach sagst, mit dem Sport, den so viele Menschen betreiben, damit wirklich deinen Lebensunterhalt zu, äh, bestreiten. Ich glaube, da, da musst du auch so ein bisschen Freak im Hirn sein, ja, weil sonst, äh, funktioniert das einfach nicht. Ähm, da muss ich natürlich schon-
01:33:10: ,712 [Philipp Boy] Sorry, ich wollte nicht dazwischen, aber
01:33:12: ,262 [Philipp Boy] wärst du stolz, glücklich darüber, wenn sie in deine Fußstapfen treten würden?
01:33:17: ,182 [Martina Eberl] Nicht beim Golf.
01:33:18: ,842 [Philipp Boy] Nee?
01:33:18: ,622 [Martina Eberl] Dafür ist dieser Golf, ist dieses, dieser Sport einfach... Ich finde, mein Sport genießt viel zu wenig, ähm, Ansehen und so viel zu wenig Respekt. Äh, wie oft ich das noch höre.
01:33:30: ,601 [Philipp Boy] Frauengolf meinst du jetzt?
01:33:31: ,042 [Martina Eberl] Nein, überhaupt Golf. Ich-- Wie oft ich das höre, dass Golf kein... Du, das, du reagierst jetzt anders, weil du selber spielst und weil du weißt, wie schwer das ist.
01:33:40: ,442 [Philipp Boy] Ja, voll.
01:33:40: ,132 [Martina Eberl] Und, ähm, aber wie oft ich das noch höre, dass Golf kein Sport ist und dass man: „Hast du noch sechs oder spielst du schon Golf?"
01:33:47: ,982 [Philipp Boy] Das ist der dämlichste Spruch, den es überhaupt nur gibt.
01:33:49: ,962 [Martina Eberl] Ja, ja. Aber es, er existiert leider immer noch. Du musst dir vorstellen, ich bin früher, ich hatte, ähm, als ich, äh, gan-- mein erstes Auto war ein Corsa von der ASS, damals von dieser Athletenverbund. Ähm, und, ähm, wenn ich dann zum Autowaschen gefahren bin mit meinem Golfbag hinten drin, hab-- und der, dieser Waschmeister mich dann gefragt hat, was ich denn da hinten drin liegen, weil es war ja immer umgeklappt alles. Ähm, dann habe ich gesagt: „Das sind Hockeyschläger." Weil ich mich echt teilweise so geschämt habe, Golferin zu sein, weil immer Golf hieß es, das sind immer die Schönen und die Reichen und, und, und.
01:34:20: ,322 [Philipp Boy] Oh nein.
01:34:21: ,462 [Martina Eberl] Und bei mir war das halt, ähm, das überhaupt nicht so. Ja, also ich habe mich da schon lange, äh, nicht geschämt, aber hab versucht, irgendwie, äh, keine Ahnung, dieses Golf so ein bisschen zu unterdrücken, weil es, äh, mich total auch gelangweilt hat. Ähm, auch in der Schule, wenn ich Befreiung gebraucht habe für Wettkämpfe, dann hieß es: „Du musst jetzt wieder Golf spielen gehen." Weißt du? Und das ist so was, was heutzutage immer noch leider existiert, wobei Golf ja sich Gott sei Dank da schon gewandelt hat, auch durch Olympia und so weiter und so fort. Aber, ähm, wenn jetzt, ähm, meine Kinder, also vor allem die Große, die Linda spielt schönes Golf, die Kleine zieht jetzt gut nach. Ähm, und mein,
01:35:03: ,882 [Martina Eberl] meine Ansage zu Hause war immer, ähm: „Um Gottes willen, ihr müsst nie so gut spielen wie ich. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr, wenn wir alle spielen, weil es ist unser Familiensport."
01:35:11: ,262 [Philipp Boy] Ja.
01:35:12: ,842 [Martina Eberl] Mein Vater, mein Bruder, meine Großeltern haben ja auch gespielt. Und vor allem das Schöne am Golf ist ja, weil ich dich vorher auch gefragt habe: Was macht das Turnen für dich aus? Für mich macht das Golf das aus, dass wir immer, egal wie alt, wie gut, wie schlecht, du kannst Golf miteinander betreiben. Stell dir mal auf dem Tennisplatz vier verschiedene,
01:35:31: ,642 [Martina Eberl] also Alter, dann auch noch Spielstärken. Äh, da, da kommt nichts Gescheites zustande. Und auf dem Golfplatz kannst du das machen. Kann einer nach neun Loch aufhören, einer kann 18 Loch spielen, kannst gut sein, kannst Anfänger sein, Profi sein. Du kannst immer zusammen spielen. Das ist sensationell. Ja.
01:35:46: ,922 [Philipp Boy] Das stimmt schon. Nee, das geht es im Turnen nicht mehr.
01:35:48: ,882 [Martina Eberl] Ja, im Turnen geht es eben auch nicht. Ähm, aber deswegen, nee, aber für mich ist wichtig, dass meine Kinder Sport machen, weil ich finde, Sport macht es halt einfach. Und was es mit mir gemacht hat, leider erwische ich mich immer noch, ähm, weil ich sehr getrieben bin und auch sehr umtriebig bin, äh, wo ich auch immer mein ganzes Gehirnschmalz brauche und, ähm, immer noch Push, Push, immer, immer vorwärts, immer Vollgas, ähm, dass ich mich da auch tatsächlich immer ein bisschen wieder zurücknehmen muss und meinen Kindern mehr Space geben muss, ja. Deswegen ist das umso toller, das auch zu hören als ein Papa, dass du, dass dich das so erfüllt, ähm, finde ich eine tolle Sache, ähm, aber ich arbeite dran. Aber ich glaube, deswegen, ähm, die Kinder verzeihen einem so viel, wenn du ihnen genügend Liebe gibst und sie wissen, dass du immer da bist, ja.
01:36:35: ,442 [Philipp Boy] Aufmerksamkeit, ein offenes Ohr.
01:36:37: ,842 [Martina Eberl] Ja. Und das offene Ohr, das musst du in einem anderen, äh, Bereich auch haben, weil du bestreitest ja genauso wie ich auch, ich sag's ja, wir zwei, ähm, in dem Thema Fitness. Ja. Wobei ich mache mehr Gruppen. Du machst ja mehr so Personal Training.
01:36:53: ,922 [Philipp Boy] Ja.
01:36:55: ,622 [Martina Eberl] Ähm, wo ich jetzt sage, also ich würde mich auch gerne mal von dir so ein bisschen personal trainieren. Vielleicht, ähm, ja, also bitte nicht falsch verstehen.
01:37:02: ,822 [Philipp Boy] Nein, nein, nein.
01:37:03: ,502 [Martina Eberl] Bibi auch nicht falsch verstehen.
01:37:04: ,492 [Philipp Boy] Du weißt ja noch nicht, was ich, was ich dir beibringen soll, weil du hast ja auch das Vieles mit, aber man kann sich immer-
01:37:09: ,318 [Martina Eberl] Ich bemühe mich ja immer, da ist so ein bisschen die Klimmzugtechnik. Ich bin da wirklich happy, dass ich ein paar kann, ähm, aber dass man da noch ein bisschen dran arbeiten kann. Aber vielleicht, das, das, das machen wir irgendwann mal. Da verhafte ich dich jetzt einfach. Aber wenn wir jetzt schon beim Klimmzug sind. Also ich meine, ich stelle mir das immer so krass vor. Also ich meine-Als Golfer darf man da sowieso den, die Klappe nicht so weit aufreißen. Aber wenn man jetzt Turner war, ja, wo man quasi an einem Finger, an seinem Finger sich irgendwie 'n Ring nach oben ziehen kann. Und jetzt hat man da so Leute,
01:37:38: ,838 [Martina Eberl] die hängen da wie 'n nasser Sack an dieser Klimmzugstange und du sagst: "Und jetzt zieh." Und dann sagt der: "Ich zieh schon."
01:37:49: ,858 [Martina Eberl] Ja, also ich mein-
01:37:51: ,258 [Philipp Boy] Also-
01:37:52: ,858 [Martina Eberl] Wie geht's dir damit, dass man da Verständnis dafür hat, dass manche da einfach nicht imstande sind, gewisse Übungen auszuführen, weil sie's einfach-- und vor allem auch nicht morgen oder in 'ner Woche oder in 'nem Jahr, sondern sie werden's einfach nie schaffen.
01:38:06: ,048 [Philipp Boy] Also ich kann dir sa-
01:38:08: ,958 [Martina Eberl] Also ich stell mir das so hart vor als Trainer in, also als Turner, als ehemaliger Turner.
01:38:12: ,658 [Philipp Boy] Also ich kann dir erst mal ganz,
01:38:15: ,458 [Philipp Boy] ganz ehrlich sagen, dass wirklich so viele Angst davor haben, was ich denken könnte. Soweit das ist so bei dieser Ruf es auf der einen Seite mal Profisportler gewesen zu sein, dass alles durch ist. Natürlich 'n Vertrauensvorschuss, der hat das schon mal durch. Aber als ob ich irgendjemand verurteilen würde dafür, ob er 'n Handstand kann oder 'n Klimmzug. Niemals. Ich find's eher total geil, wenn der sagt: "Ey, das's 'ne Challenge, auf die hab ich Bock. Das will ich machen." Und da lass mir, äh, lass mich mal eins sagen: Der Klimmzug ist das schwerste Bodyweight, äh, die schwerste Bodyweight-Übung, die's gibt. Ja. Und wenn jemand sagt: "Boah, ich würd gern 'n Klimmzug", dann sag ich: "Du fängst jetzt aber auch gleich wirklich mit dem Schwersten an. Versuch doch vielleicht erst mal irgendwie anders", aber über Methodik und allem Modalen, dann spannst dir 'n Seil hin und dann musst du viele Wiederholungen damit machen, weil du musst ja erst mal deine Strukturen vorbereiten. Ja, also wenn der Kopf, dein Gehirn nicht die Muskulatur ansteuern kann, die dafür notwendig sind, um dich hochzuziehen, dann, äh, musst du das irgendwie erst mal über 'ne Methodik hinbekommen. Das heißt Erleichterung über, äh, Bänder oder mit Trainerhilfe. Der Trainer kann natürlich nicht die ganze Zeit immer neben dir stehen und dir helfen mit hoch und runter. Deswegen einfach 'n paar, äh, Seile mit einspannen und dann sich Zeit geben. Wenn man wirklich einen Klimmzug machen wollen, möchte, dann brauchst du Zeit dafür. Und bei wie jedem Muskel, den du aufbaust, der eine, ein, ein Kraftschub dauert fünf Wochen. Alle, die immer da nach zwei Wochen haben sie mal 'n bisschen was gemacht und denken: "Ey, wieso ich seh gar nichts", und das und das. Oh, ich kann-- Und das ist zum Beispiel so, das kann ich zum Beispiel nicht hören. Diese Un, diese, diese absolute Ungeduld, warum das nicht morgen schon so ist. Da denk ich mir immer: Wie viel Jahre ist es denn so gewesen, wie du jetzt halt bist?
01:40:06: ,988 [Martina Eberl] Mhm.
01:40:06: ,718 [Philipp Boy] Dann gib dir doch auch mal 'n bisschen Zeit, eventuell, äh, sich, dass sich dein Körper entwickeln kann. Und es ist eben keine Raketenwissenschaft, die ganze Sache. Es sind einfache Übungen, aber eben Consistency is the key.
01:40:22: ,318 [Martina Eberl] Immer.
01:40:23: ,118 [Philipp Boy] Schon immer, bei eins a.
01:40:25: ,638 [Martina Eberl] Du hast ja vorher erzählt, du hast drei Prozent Körpe-Körperfett gehabt, das beschäftigt mich.
01:40:28: ,318 [Philipp Boy] Lange vor mir.
01:40:29: ,038 [Martina Eberl] Merkst, merkst du das? Da hab ich mir gedacht, ich mit meinen neun Prozent bin echt weit unten. Aber mit drei Prozent, das ist schon krass.
01:40:35: ,918 [Philipp Boy] Also, Mathea, ganz ehrlich jetzt mal, du bist 'ne Frau.
01:40:38: ,508 [Martina Eberl] Ja, ja gut, da brauchen wir gar nicht drauf eingehen.
01:40:40: ,458 [Philipp Boy] Und 'ne Frau mit neun, darüber brauchen wir gar nicht sprechen. Das ist schon geisteskrank gut.
01:40:45: ,198 [Martina Eberl] Okay, dieses Thema haken wir jetzt ab, weil die Frage ist nämlich 'ne ganz 'ne andere. Und zwar, wenn man dann so, ich erlaube mir das jetzt mal sozusagen, einen Adonis-Körper hat, ja. Wenn man dann mal wirklich so sagt: "Okay, so mal ich mir das."
01:41:00: ,398 [Philipp Boy] Ja.
01:41:00: ,618 [Martina Eberl] Ja.
01:41:01: ,898 [Martina Eberl] Wenn man dann mal so 'n Körper hatte,
01:41:04: ,938 [Martina Eberl] dann hört man auf und du hast mal mir erzählt, das Erste, was du dann gedacht hast: Jetzt darf ich essen.
01:41:10: ,378 [Philipp Boy] Ja.
01:41:11: ,138 [Martina Eberl] Dann verlierst du natürlich diesen Körper auch wieder so 'n bisschen.
01:41:15: ,458 [Philipp Boy] Ja.
01:41:15: ,838 [Martina Eberl] So und jetzt, ich mein, du bist ja super in Shape, brauchen wir gar nicht reden. Wie ist das? Denkst du da manchmal zurück und denkst dir so: "Das war schon geil damals.
01:41:25: ,618 [Martina Eberl] Wie komm ich da jetzt hin?" Oder ist, ist der Schmerz oder die, äh, die Restriction so hardcore dahinzukommen, dass du sagst: "Nee, das ist es alles gar nicht wert."
01:41:36: ,598 [Philipp Boy] Ganz genau so ist es.
01:41:37: ,248 [Martina Eberl] Ja?
01:41:38: ,068 [Philipp Boy] Dieser Verzicht, der mit einem Körper einhergeht, der wirklich 'nen Körperfett von fünf, sechs, sieben Prozent hat, das erreichst du nicht einfach so. Da musst du so viel verzichten und so viel trainieren, das ist es mir eigentlich gar nicht mehr wert. Also ich, ich hab das durch, ich weiß, wie's ist. Ich, genau das Thema nämlich mit endlich kann ich mal essen, was ich will. Ich bin so oft mit Hunger ins Bett gegangen, was kein schönes Gefühl einfach ist, weil du die ganze Zeit immer nur dran denkst. Und bist du da, bist du da, ähm,
01:42:11: ,378 [Philipp Boy] mal wieder weg bist von, ja, so 'n gesundes Verständnis dafür zu bekommen, wie Ernährung so funktioniert.
01:42:18: ,138 [Martina Eberl] Wie lange hat das gedauert?
01:42:20: ,678 [Philipp Boy] Kannst dir vorstellen, ich habe nach meinem Sport erst mal mir wirklich sämtliche Scheiße reingehauen. Sorry, das war-
01:42:25: ,358 [Martina Eberl] Nee, das kann ich mir vorstellen. Doch, doch.
01:42:26: ,198 [Philipp Boy] Sämtliche Mist, den man sich vorstellen kann. Und immer schön spät. Da die Pizza und da konnte nicht mehr Belag drauf sein. Dann war, ist der, der Döner das gewesen. Also ich habe nur schnelles Essen, also, äh, schnell Verfügbares gegessen und, äh, hab mir eingeredet: „Ja, mei, äh, krieg ich doch alles wieder schnell hin", ja, so mit dem, mit dem Körper, ne, dass man wieder relativ schnell in Shape ist. Aber ich hab das 'ne relativ lange Zeit auch so betrieben, nicht mehr drauf zu achten, ähm, wann es denn eventuell gute Zeiten sind zu essen. Und, äh, dann sieht das schon nach 'ner Weile relativ schnell anders aus. Ja, Schultermuskulatur geht zurück, dann, äh, deine Brustmuskulatur geht zurück und der Bauch geht nach vorne. So und auf einmal hast du nicht mehr, hast du nicht mehr-
01:43:10: ,138 [Martina Eberl] Schräges Gümpi.
01:43:11: ,058 [Philipp Boy] Dieses V, sondern hast du auf einmal 'n anderen, 'ne Birne so 'ne Art.
01:43:15: ,578 [Martina Eberl] Sag schnell.
01:43:16: ,638 [Philipp Boy] Also es war, sagen, schnell ist jetzt auch übertrieben, aber ich würd sagen, 2014 sah mein, selbst mein Spiegelbild schon anders aus als gewohnt.
01:43:25: ,438 [Martina Eberl] Gut aber das sind ja zwei Jahre.
01:43:26: ,634 [Philipp Boy] Ja, aber duIch, ich will ja gerne mal,
01:43:30: ,954 [Philipp Boy] d-d-dann, dann sage ich dir mal, wie die Zeit dazwischen war.
01:43:32: ,514 [Martina Eberl] Manche sagen, nach Weihnachten schauen sie anders aus. Also es-
01:43:35: ,174 [Philipp Boy] Ja, das ist, das ist aber ja Quatsch. Man weiß ja, ne. Also ich, ich muss jetzt nicht die Sprüche machen, die, die dazu nur, aber ich war ständig krank. Ich habe schlechte, sehr, sehr schlecht geschlafen und hab einfach diese ganz andere innere Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten gehabt. Und als ich dann mal wirklich nach einer Weile, ich sag: „Warum bist du so oft krank? Das gibt's doch gar nicht." Es war und ist diese schlechte Ernährung gewesen. Und
01:44:04: ,854 [Philipp Boy] am Ende, wenn du aber für andere Sachen begeistert bist, denkst du immer: „Ach, ich brauche das alles nicht. Ich kann weiter so essen." Aber tatsächlich, so ein richtiger Umschwung war es dann mal wieder, als ich, äh, die erste Tanzshow gemacht habe, was ein absoluter Zufall war, dass ich dabei war, weil ich wollte ja nach meinem Sport nie wieder was mit Öffentlichkeit und nie wieder was mit Sport zu tun haben.
01:44:23: ,654 [Martina Eberl] Hat fast geklappt.
01:44:24: ,794 [Philipp Boy] Hat fast geklappt. Und, äh, dann kam die Tanzshow. Ich musste relativ viel trainieren. Das war damals Dance Dance Dance. Und dann war es halt ganz cool, Justin Timberlake und, äh, äh, M-Michael Jackson zu tanzen. Und da war es so, nach einer Weile hast du auf einmal wieder im Spiegel doch was anderes gesehen und da, das: „Hey Mensch, so kann's auch mal wieder sein." Also es war dort ein günstiger, äh, ja, Umstand, äh, dass es, dass es auch wieder von meinem Kopf her, äh, in eine andere Richtung ging. Und jetzt ganz klar, weiß ich nicht, wenn ich jetzt vielleicht noch mal irgendein Ziel habe und ich will genau an dem Moment so aussehen. Zum Beispiel, das war einmal beim Turmspringen, wo ich das erste Mal beim Turmspringen mitgemacht habe und es klar war, ja, die Nation sieht mich jetzt in einer Badehose, ja, Oberkörper frei. Da willst du natürlich jetzt nicht mit, äh, äh,
01:45:14: ,214 [Philipp Boy] ähm, unsportlich.
01:45:16: ,374 [Martina Eberl] Ja.
01:45:16: ,993 [Philipp Boy] Du wirst ja dann wieder vorgestellt als, ähm, erfolgreicher, äh, äh, Sportler.
01:45:20: ,713 [Martina Eberl] Ja, klar. Wie lange hat es dann gedauert, dass du dann wieder so ein bisschen so in Shape warst, dass du dann gesagt hast, so, das ist akzeptabel?
01:45:26: ,993 [Philipp Boy] Boah, ich habe das drei Monate richtig krass durchgezogen. Und dann war-
01:45:29: ,834 [Martina Eberl] Richtig krass.
01:45:30: ,393 [Philipp Boy] Also wirklich mit, äh, insgesamt viermal die Woche Kraft und einmal Ausdauer. So, und das war halt immer quasi ob Push, Pull, Oberkörper, Unterkörper und dann einmal Ausdauer für einfach deinen, ähm, Allgemeinzustand.
01:45:44: ,474 [Martina Eberl] Und Ernährung?
01:45:45: ,673 [Philipp Boy] Ernährung natürlich auch drauf geachtet.
01:45:46: ,923 [Martina Eberl] Ja, aber was heißt drauf achten?
01:45:47: ,494 [Philipp Boy] Eiweiß, Protein, ähm, worauf ich, bin ich einfach von überzeugt, dass das vernünftig ist. Ähm, versucht natürlich,
01:45:57: ,074 [Philipp Boy] es darf jetzt nicht jeden Abend das halt die, die Biere sein, sondern unter der Woche zu sagen, so restriktiv, da muss kein Alkohol sein, aber am Wochenende, weil ich einfach, ich bin ein sozialer Mensch. Ich gehe gerne mit meinen Freunden aus und dann trinke ich auch gerne ein Bierchen mit dazu, aber es muss halt nicht, es muss halt nicht die ganze Zeit sein. Ne, und wenn man das doch mal wieder so ein Stück weit durchzieht, da hat man eigentlich schon relativ schnell, äh, einen Erfolg.
01:46:24: ,694 [Martina Eberl] Finde ich auch. Aber cool, dass du das sagst. Vor allem, ähm, es ist, es ist absehbar, weil man muss es halt einfach mal durchziehen, ja. Man muss es einfach mal sagen: „Okay, das ist jetzt mal so eine gewisse Zeit." Und, ähm, ich rede da ja auch relativ oft drüber, was so, ich finde, die Motivation kommt dann aus dem Erfolg ja auch.
01:46:42: ,094 [Philipp Boy] Richtig.
01:46:43: ,074 [Martina Eberl] Der erste Schritt darf nicht aus einer Motivation kommen. Natürlich kann er, aber letztendlich, wenn du mal diesen Schritt machst, anzufangen, einfach mal zu machen, dann kommt der Erfolg, dann kommt wieder die Motivation, noch weiterzumachen.
01:46:58: ,143 [Philipp Boy] Richtig.
01:46:58: ,694 [Martina Eberl] Und das ist dann halt, ja.
01:46:59: ,034 [Philipp Boy] Aber es ist immer so erst-
01:47:01: ,354 [Martina Eberl] Ja, ja.
01:47:01: ,393 [Philipp Boy] Erst Motivation, dann kommt definitiv ein Tief.
01:47:04: ,504 [Martina Eberl] Klar.
01:47:04: ,594 [Philipp Boy] Und das musst du, und das musst du halt durch.
01:47:06: ,134 [Martina Eberl] Wir haben jetzt quasi so fast jedes Thema durchgenudelt. Wir kommen genauso wie der Livescore. Vielleicht ist dir das ja vorher aufgefallen, dass der Livescore so ein kleines Wortspiel mit meinem Sport auch zu tun hat, ja. Und jetzt kommen zum Abschluss noch mal die schnellen neun.
01:47:23: ,934 [Philipp Boy] Oh Gott, oh Gott. Oh, da bin ich immer so richtig schlecht.
01:47:25: ,083 [Martina Eberl] Quick and dirty.
01:47:27: ,194 [Philipp Boy] Quick and dirty.
01:47:27: ,234 [Martina Eberl] Our final.
01:47:29: ,554 [Martina Eberl] Die Quick neun.
01:47:31: ,074 [Martina Eberl] So, und ich bitte dich, weil wir haben ja wirklich schon sehr, sehr viel besprochen. Danke, es war ein oder es ist immer noch ein Sensationsgespräch mit dir, Philipp. Ähm.
01:47:42: ,014 [Philipp Boy] Kann ich nur zurückgeben.
01:47:43: ,853 [Martina Eberl] Vielen Dank. Ähm, aber diese schnellen neun, quick and dirty.
01:47:46: ,534 [Philipp Boy] Mhm.
01:47:47: ,794 [Martina Eberl] Also ich weiß, wie gerne du dich mitteilst.
01:47:51: ,854 [Martina Eberl] Was bereust du?
01:47:56: ,534 [Philipp Boy] Kann ich dir ganz kurz antworten? Also wir müssen das kurz noch festlegen. Darf, muss jetzt mit einem Wort oder darf ich einen Satz?
01:48:02: ,894 [Martina Eberl] Wenn du es in einem Satz schaffst, das ist ja, das wäre ja für dich eh schon Wahnsinn, dass du es in einem Satz schaffst, ja. Also.
01:48:08: ,774 [Philipp Boy] Das ist lieb. Okay, was bereue ich?
01:48:10: ,514 [Martina Eberl] Du darfst auch zwei Sätze.
01:48:12: ,114 [Philipp Boy] Nein, kann ich dir ganz, kann ich dir ganz ehrlich sagen, dass ich unbedingt den schwereren Sprung bei den Olympischen Spielen als ersten Sprung machen wollte. Ich hätte genauso gut auch den einfacheren machen können und wäre auch ins Finale gekommen.
01:48:24: ,234 [Martina Eberl] Da gab es eine Option.
01:48:25: ,613 [Philipp Boy] Ja. War meine Entscheidung. Ist fehlgeschlagen und dadurch mich verletzt.
01:48:30: ,574 [Martina Eberl] Das erübrigt dann die Follow-up-Frage: Was, äh, was würdest, würdest du dich heute anders entscheiden, ja?
01:48:35: ,914 [Philipp Boy] Ja, anders entscheiden würde ich mich auch. Ich habe mal eine Immobilie in Cottbus gekauft und die habe ich mit richtig fettem Verlust verkauft. Die würde ich auch nie wieder machen. So eine Scheiße. Hätte ich mal auf die gehört, die eine Ahnung hatten.
01:48:46: ,274 [Martina Eberl] Aber das könnte die Antwort auf die nächste Frage sein: If you could turn back time, gibt es einen Moment, den du noch mal erleben oder ändern würdest? Also letztendlich-
01:48:55: ,014 [Philipp Boy] Also wenn ich mich noch mal ändern, wo ich mich noch mal ändern wollen würde, wäre dieser Moment der erste Vizeweltmeistertitel
01:49:03: ,334 [Philipp Boy] und die Let's Dance Tour.
01:49:05: ,574 [Martina Eberl] If you could turn back time.
01:49:07: ,994 [Philipp Boy] Ja, die Let's Dance Tour war sensationell.
01:49:11: ,134 [Martina Eberl] Also quasi ein Museumsmoment.
01:49:14: ,214 [Philipp Boy] Ja, voll.
01:49:14: ,434 [Martina Eberl] Ja.
01:49:15: ,114 [Martina Eberl] Was war so geil?
01:49:17: ,578 [Philipp Boy] Kein Druck, nur Spaß und eine Audience, die nur eben deswegen gekommen ist, weil sie gesagt haben: „Das ist geil. Wir wollen diese Show einmal sehen." Und das war unbeschreiblich. Wir waren in 16 Städten, haben 20 Shows gemacht, jede Show ausverkauft und dann gab's halt die Anna, die Julia, mich, äh, und dann noch z-zwei weitere auf das, wo der Fokus war und das warUnd es ging um nichts. Es ging um nichts. Ist völlig egal, wer gewonnen hat oder sonst irgendwas. Es war jeden Abend das Gleiche und es war nur genießen. Es war nur genießen.
01:49:53: ,358 [Martina Eberl] Keine Angst vorm Blackout.
01:49:55: ,178 [Philipp Boy] Nee, da nicht.
01:49:58: ,978 [Martina Eberl] Welcher war dein größter Fehler, den du jetzt aber rückblink, blickend, rückblickend, ähm, als größtes Geschenk ansiehst?
01:50:06: ,858 [Philipp Boy] Quick and dirty. Das sind so tiefgreifende Fragen.
01:50:09: ,758 [Martina Eberl] Ja, I am deep.
01:50:11: ,438 [Philipp Boy] Oh Gott, größter Fehler.
01:50:15: ,778 [Philipp Boy] Kann ich ihn noch hinten anstellen?
01:50:16: ,258 [Martina Eberl] Okay, wir stellen das mal zurück. Frage drei, bitte merken, Frage drei war das, ja.
01:50:22: ,398 [Martina Eberl] Deine Top drei. Du kannst aber auch nur das Top Learning,
01:50:28: ,918 [Martina Eberl] was du weitergeben möchtest.
01:50:31: ,718 [Martina Eberl] Ich mein, wir können ja mal, wir können deine ganzen Tätowierungen mal ... Wenn du jetzt sagst,
01:50:38: ,127 [Martina Eberl] aber da kommt nachher eh noch mal eine Frage, aber wenn du sagst, das ist mein Life Learning,
01:50:43: ,998 [Martina Eberl] das kann ich als Profisportler jedem da draußen mitgeben, weil der Profisportler, ich sag das immer wieder und das ist auch ein Thema dieses Podcasts: Ich glaube, es gibt wenig Leute, von denen man mehr lernen kann als Profisportler.
01:50:57: ,618 [Philipp Boy] Ja.
01:50:58: ,698 [Martina Eberl] Was ist dein Learning?
01:51:01: ,698 [Philipp Boy] Äh,
01:51:03: ,758 [Philipp Boy] auch gerne Hilfe zulassen.
01:51:06: ,978 [Philipp Boy] Das ist, äh, würd ich sagen, ein schon sehr wichtiger Punkt,
01:51:12: ,598 [Philipp Boy] ja.
01:51:12: ,098 [Martina Eberl] Das Gefühl eines Flows
01:51:17: ,278 [Martina Eberl] kennst du bestimmt.
01:51:18: ,478 [Philipp Boy] Mhm.
01:51:20: ,658 [Martina Eberl] Hast du dich da reinmanövriert oder konntest du den triggern?
01:51:25: ,238 [Philipp Boy] Nee, oh Gott.
01:51:29: ,818 [Philipp Boy] Nee, da musste ich mich reinmanövrieren.
01:51:32: ,138 [Martina Eberl] Wie hast du's gemacht?
01:51:35: ,718 [Philipp Boy] Man, äh, quasi das, äh, einfachste Beispiel: Ich hab auch nicht jedes Mal Bock auf mein, mein Training, aber mach ich den ersten Schritt und ich hab immer die gleichen zehn Erwärmungsübungen, immer das Gleiche. Wenn ich das mache, bin ich drin und hinterher fragt das gar nicht mehr und dann, äh, dann läuft's.
01:51:53: ,618 [Martina Eberl] Also über die Routine.
01:51:54: ,498 [Philipp Boy] Ja, über eine Routine, richtig.
01:51:56: ,238 [Martina Eberl] Routine is key.
01:51:58: ,098 [Philipp Boy] Routine is the key.
01:51:59: ,728 [Martina Eberl] Ja, ist so.
01:51:59: ,158 [Philipp Boy] As well.
01:52:00: ,598 [Martina Eberl] Ja, total.
01:52:00: ,478 [Philipp Boy] Consistency and routine are the key.
01:52:02: ,558 [Martina Eberl] Absolut. Also du weißt, du erinnerst dich, du hast die Frage drei hinten angestellt.
01:52:06: ,938 [Philipp Boy] Ja.
01:52:06: ,658 [Martina Eberl] Wenn du so weit bist, sagst du's, gell?
01:52:08: ,378 [Philipp Boy] Größte Fehler, ne, bin ich.
01:52:11: ,258 [Martina Eberl] Was war persönlich dein größter Erfolg, den aber die Öffentlichkeit gar nicht mitbekommen hat?
01:52:20: ,958 [Martina Eberl] Ausm Nähkästchen quasi jetzt so.
01:52:22: ,898 [Philipp Boy] Ach Gott.
01:52:24: ,098 [Philipp Boy] Öffentlichkeit nicht mit...
01:52:27: ,008 [Philipp Boy] Das kann ja nur, äh, was-
01:52:29: ,758 [Martina Eberl] Also ich wüsst's ja schon.
01:52:30: ,658 [Philipp Boy] Meine Tochter sowieso, aber nein.
01:52:32: ,818 [Martina Eberl] Das wär zu cheesy, genau.
01:52:33: ,818 [Philipp Boy] Ja, richtig. Deswegen wollt ich ja sagen, aber, äh, das ist natürlich das Thema, äh, was bei mir den Knoten im Kopf gelöst hat und das, äh, hat ja keiner draußen mitbekommen, sondern es war, dass, sondern es war, äh, das Loslassen und das versuchen zu genießen. So, und das, äh,
01:52:53: ,058 [Philipp Boy] war ja eigentlich die Standardfrage: Was ist jetzt grad passiert, äh, bei dem Wettkampf, was ist passiert, dass du auf einmal so
01:53:00: ,618 [Philipp Boy] frei aufturnst? Ne, und das war eigentlich, das hat ja die Öffentlichkeit ja nicht mitbekommen.
01:53:04: ,818 [Martina Eberl] Bestimmt. Ein 14-jähriger Nachwuchsturner steht vor dir.
01:53:10: ,258 [Martina Eberl] Welchen Tipp gibst du ihm?
01:53:12: ,048 [Philipp Boy] Dass es absolut nicht entscheidend ist, was er jetzt für Erfolge hat, sondern dranbleiben soll und später,
01:53:20: ,978 [Philipp Boy] äh, dass es erst später zählt. Weil viele, viele Nachwuchssportler setzen sich viel zu sehr unter Druck und denken, dass das absolut entscheidend ist, was sie jetzt gerade machen. Im Rückblickend interessiert keinen Menschen, was du als Junior gerissen hast.
01:53:32: ,738 [Martina Eberl] Der Weg ist das Ziel.
01:53:34: ,058 [Philipp Boy] Richtig.
01:53:36: ,078 [Martina Eberl] Dankbarkeit.
01:53:38: ,578 [Philipp Boy] Wichtig.
01:53:40: ,838 [Martina Eberl] Drei Dinge, für die du spontan dankbar bist.
01:53:43: ,438 [Philipp Boy] Gesundheit, meine Familie
01:53:46: ,178 [Philipp Boy] und
01:53:48: ,717 [Philipp Boy] die Möglichkeit zu haben, frei entscheiden zu können.
01:53:53: ,948 [Martina Eberl] Freiheit.
01:53:53: ,078 [Philipp Boy] Freiheit.
01:53:55: ,458 [Martina Eberl] Sehr cool.
01:53:57: ,038 [Philipp Boy] Lassen wir es auch mit der anderen Frage.
01:53:59: ,078 [Martina Eberl] Die lassen wir jetzt weg, weil das ist jetzt so ein, ein nicer, nicer Übergang, weil die neunte Sache ist nämlich keine Frage mehr. Ich bin ja ein absoluter Fan von Journaling.
01:54:12: ,118 [Martina Eberl] Auf guten alten Deutsch heißt es das Tagebuch so 'n bisschen, ne. Ähm, und wir sind hier im Pink Table Podcast. Äh, es war, ich hoffe, irgendwie alles gleich-, äh, -wertig. Was denkst du eigentlich, wenn du Pink hörst?
01:54:27: ,038 [Philipp Boy] Jetzt? Also natürlich-
01:54:29: ,248 [Martina Eberl] Nicht Martina.
01:54:30: ,338 [Philipp Boy] Nee, nee, nee. Jetzt ja, aber davor ist natürlich, ist das, äh, Barbie.
01:54:35: ,098 [Martina Eberl] Okay. Wir gehen zurück zum Journal.
01:54:38: ,038 [Philipp Boy] Nein, natürlich. Kriegsvorsorge ist ja auch klar. Brustkrebs.
01:54:41: ,338 [Martina Eberl] Pink Ribbon, absolut.
01:54:42: ,538 [Philipp Boy] Das ist, äh, wär jetzt sofort auch das Thema.
01:54:44: ,758 [Martina Eberl] Aber passend. Also Pinker hab ich jetzt grade nicht gefunden. Ein Journal an dich mit einem Danke vorne dran und, ähm, ich liebe das. Das ist tatsächlich eines, weil wir vorher auch über Routinen gesprochen haben.
01:54:58: ,378 [Philipp Boy] Okay.
01:54:59: ,318 [Martina Eberl] Das gehört zu meiner Morning Routine, was sich jetzt auch schon wieder so abgeschlachtet sich mittlerweile anhört. Ich mach mir in der Früh meinen Kaffee, 'ne Stunde bevor meine Kinder aufstehen. Ich gehör ganz offiziell dem Five O'clock Club an, ja. Also ich steh um, ich weiß du nicht. Haben wir ja auch schon mit-- Ähm,
01:55:16: ,878 [Martina Eberl] und das Allerallererste, was ich in der Früh mache, ich klappe mein Journal auf und hier stehen: Für diese drei Dinge bin ich heute dankbar.
01:55:25: ,758 [Philipp Boy] Ja.
01:55:26: ,258 [Martina Eberl] Und, äh, dadurch, dass ich das schon so lange mach, ähm, für mich ist es sehr oft eine, eine Wiederholung. Das, was du grade eben gesagt hast, die Freiheit, einfach im Warmen zu Hause zu sitzen und 'n Kaffee zu trinken, das ist schon was ganz Nices, ja.
01:55:43: ,170 [Philipp Boy] Und ich bin da so was von bei dir. Es hört sichSo einfach und so cheesy an, so ne, also Dankbarkeit. Aber wenn es tatsächlich mal jemand sich darauf einlässt und das wirklich macht, merkt man, wie zufrieden man, zufriedener man ist. Ja, und das ist, äh, es ist alles keine Selbstverständlichkeit. Beste Beispiel: Schneid dir in meinen Finger. Was denkst du, wie dankbar du danach bist, wenn das endlich weg ist und du vergessen kannst, dass, wie was Schmerzen sind.
01:56:13: ,910 [Martina Eberl] Ja, das stimmt. Also insofern Gesundheit. Ich danke dir.
01:56:17: ,650 [Philipp Boy] Danke schön.
01:56:18: ,530 [Martina Eberl] Philipp, mein allerallererster Podcast, äh-
01:56:22: ,160 [Philipp Boy] Das ist eine Ehre.
01:56:23: ,650 [Martina Eberl] Gast.
01:56:24: ,890 [Martina Eberl] Ähm, vielen, vielen Dank für das tolle Gespräch.
01:56:27: ,590 [Philipp Boy] Sehr gern.
01:56:28: ,770 [Martina Eberl] Und, ähm, bist ein ganz, ganz toller Mensch und da kommt noch ganz viel auf dich zu, glaube ich. Ganz viel positive Sachen, weil ich bin mir immer sicher, ähm, und das somit können wir auch diesen Podcast beenden, ähm,
01:56:40: ,610 [Martina Eberl] so wie man andere behandelt, bekommt man es auch zurück.
01:56:43: ,030 [Philipp Boy] Ja.
01:56:44: ,950 [Martina Eberl] Und ich hab dich gefragt, ich hab dich als Erster gefragt und da kam keine Sekunde irgendwelche Überlegungen. „Klar helfe ich dir und ich bin dabei. Insofern vielen, vielen Dank, du Herzensmensch.
01:56:53: ,890 [Philipp Boy] Darf ich auch noch sagen, du machst das hervorragend und ich wünsche dir echt auch wahnsinnig viel Erfolg mit dem Podcast.
01:56:58: ,130 [Martina Eberl] Vielen Dank. So, und das war eine weitere Folge von The Pink Table. Ich hoffe, dir hat der Podcast gefallen und du könntest mir einen Riesengefallen tun, indem du ihn abonnierst auf dem Kanal, auf dem du diesen Podcast sehen möchtest. Eine Fünf-Sterne-Bewertung ist natürlich mega obendrauf und vor allem wünsche ich mir einen Kommentar, wenn du einen Wunschsportler hättest, einen Wunschathleten, einen Wunsch-Olympioniken oder Paralympics und ich werde natürlich mein Bestes geben, diesen Sportler bald hier am Pink Table empfangen zu dürfen. Also bis dahin, frohes Weiterhören.