Der Sportpodcast mit Martina Eberl
00:00:00: ,910 [Anja Kobs] Mir wurde ja eigentlich gesagt oder meiner Mutter wurde gesagt: „Oh, tun, das Madl bringt man nicht durch den Winter. Also das ist nicht so: „Oh Gott, heute ist Montag und ich habe keinen Bock, sondern es, es geht nicht mehr. Ich hab grad meine Passion gefunden und dann sagten die zu mir: „Ja, also mit der Erkrankung, mit den Nieren, brauchen Sie keinen Leistungssport machen. Dann habe ich gesagt: „Ja, das ist euer Plan, aber nicht meiner. Und sie war Dritte, ich war Erste und ich habe halt, es tut, tut mir leid, das ist jetzt ein bisschen überheblich, aber ich habe halt instinktiv den Mittelfinger gehoben, ja.
00:00:26: ,540 [Martina Eberl] So, ihr Lieben, die erste Staffel ist vorbei und wir haben heute noch mal einen ganz, ganz besonderen Gast zum Abschluss von der ersten Staffel. Und zwar ist es die Anja Kobs. Und ich darf natürlich auch gleich wieder einen Lobgesang und ein Intro verfassen. Und zwar: Manche Geschichten zeigen uns, dass es nie zu spät ist, neu anzufangen. Die Geschichte meines heutigen Gastes ist genau so eine. Anja Kobs hat nach persönlichen Krisen den Mut gefunden, ihr Leben komplett neu auszurichten und wurde zu einer der erfolgreichsten Ausdauerathletinnen Deutschlands. Mit beeindruckenden Erfolgen in Triathlon, Ultra- und Trail-Lauf steht sie heute für mentale Stärke, Leidenschaft und den Glauben daran, dass man über sich hinauswachsen kann. Ich freue mich sehr auf ein ehrliches Gespräch über Sport, Mut, Rückschläge und die Kraft, immer wieder neu aufzustehen. Herzlich willkommen in The Pink Table Sportler Podcast, liebe Anja Kobs.
00:01:28: ,200 [Martina Eberl] So, schau, jetzt ist mir schon wieder ganz warm und ich freue mich so sehr, dass du da bist und es ist draußen super, super warm, aber wir haben es hier einigermaßen erträglich.
00:01:37: ,120 [Anja Kobs] Ja.
00:01:38: ,039 [Martina Eberl] Wie geht es dir denn?
00:01:39: ,580 [Anja Kobs] Mir geht es sehr gut. Vielen Dank.
00:01:40: ,060 [Martina Eberl] Das ist ja jetzt auch voll dein, eigentlich so deine Zeit, oder? Sommer ist ja eigentlich für Läufer und Triathleten eigentlich die Zeit, oder? Oder ist da der Winter genau gleich?
00:01:50: ,100 [Anja Kobs] Nee, also als ich noch ... Ich habe ja offiziell aufgehört oder ich habe aufgehört mit, mit Wettkämpfen und im Prinzip ist das ganze Jahr über gleich, weil im Winter trainieren wir halt dann auf der Roll-- Also bei, bei mir oder eins meiner Hauptprinzipien ist ja Konsistenz, Beständigkeit und ich habe das ganze Jahr über immer gleich trainiert. Da gab es im Sommer natürlich mehr draußen auf dem Rad, aber ansonsten war das Training eigentlich von Januar bis Dezember gleich, ja. Aber jetzt, dieses Jahr ist es halt einfach ein bisschen anders. Ähm, am Freitag setze ich mich aufs Rad und fahre 700 Kilometer von Flensburg nach Kiel, äh, von Flensburg nach Stralsund. Und das sind so Sachen, die ich jetzt gerade total genieße, weil, ähm, das ist halt mit einem strukturierten Wettkampfkalender geht so was halt nicht, dass man sagt, man macht jetzt mal eine Gravel-Bike-Tour.
00:02:36: ,799 [Martina Eberl] Also mal schnell so eine Gravel-Bike-Tour von 700 Kilometern von Flensburg nach Stralsund und da freust du dich drauf, weil es einfach mal locker lässt sich 700 Kilometer einfach mal so ist. Na ja, gut. Also ich, ich, nehmen wir es mal so auf, es ist kein Wettkampf, ja?
00:02:49: ,220 [Anja Kobs] Ja.
00:02:50: ,960 [Martina Eberl] Es ist einfach nur für dich zum ...
00:02:51: ,460 [Anja Kobs] Das ist einfach für mich ... Das ist was, was ich schon so lange machen wollte, aber es ist sich halt nie ausgegangen, weil wenn du halt ein Wettkampfziel hast... Also bei mir ist halt so, wenn ich in der Startlinie stehe oder gestanden habe, dann stand ich an der Startlinie 150 Prozent. Da gab es dann auch keine Ausreden und keine: „Ach, guck mal halt mal, sondern wenn ich an der Startlinie stand, dann war mein Motto immer: „Ich will gewinnen. Also ...
00:03:13: ,900 [Martina Eberl] Und da kann man nicht einfach mal stehenbleiben, einen Kaffee trinken, sondern...
00:03:15: ,840 [Anja Kobs] Genau. Und auf diesen Wettkampf bereitet man sich vor und da kann man halt eben nicht zwischendurch mal 700 Kilometer Gravel-Bike-Tour machen. Und der Entschluss, dass ich aufhöre, der ist ja, der ist ja nicht von heute auf morgen gefallen. Der, der hat, das hat sich über die letzten Monate entwickelt und auf die Tour freue ich mich schon wie Bolle seit Jahren eigentlich, ja.
00:03:35: ,300 [Martina Eberl] Wie lange hast du das jetzt genau gemacht? Also wirklich, also auf deine Geschichte kommen wir eh noch zu sprechen. Aber wie lang war jetzt komplett deine, diese absolute Leistungs-, diese Sportleistungszeit?
00:03:46: ,320 [Anja Kobs] Also 2012 habe ich angefangen und ich würde mal sagen, eigentlich 2013 bis einschließlich 2025. 12 Jahre, ja.
00:03:55: ,900 [Martina Eberl] 12 Jahre.
00:03:55: ,460 [Anja Kobs] Mhm. Und davor habe ich ja Handball, also habe ich ja lange jetzt Handball gespielt, aber wirklich das Triathlon und Laufen auf dem Niveau und professionell habe ich dann 12 Jahre gemacht, ja. Und das ist gut.
00:04:07: ,980 [Martina Eberl] Ist eigentlich auch total spannend, gell? Weil ich meine, du hast ja gesagt, du kommst vom Handball und ich meine, ich habe wirklich viele Schüler, die so ein bisschen aus diesen Ballsportarten kommen, ähm, die dann irgendwie Tennis, Handball und, ähm, dann spielen sie halt Golf. Alle landen-
00:04:20: ,520 [Anja Kobs] Habe ich auch ausprobiert.
00:04:23: ,460 [Martina Eberl] Aber dass man dann natürlich vom, von einem Ballsport in einen Sport geht, der erst mal überhaupt nichts mit Bällen zu tun hat oder mit Hand-Augen-Koordination, sondern tatsächlich Laufen.
00:04:34: ,360 [Anja Kobs] Ausdauer.
00:04:35: ,340 [Martina Eberl] Ausdauer, ja, also Ausdauer. Das, bei dir war es ja auch so, du bist ja nicht sofort in den Triathlon gegangen, aber erzähl doch gleich mal vorneweg, das ist ja sowieso immer so meine Frage, wie man eigentlich so zum, zu seinem Sport gekommen ist. Wie hast du denn jetzt für dich dann rausgefunden, dass die Ausdauernummer dann doch mehr für dich ist als jetzt so ein Ballsport?
00:04:53: ,320 [Anja Kobs] Ich, ich weiß es ehrlich gesagt-
00:04:54: ,200 [Martina Eberl] Also auch weil beim Handball musst du ja jetzt nicht, äh, keine Ahnung, 700 Kilometer Rad fahren.
00:04:58: ,360 [Anja Kobs] Ja, also ich war beim Handball, ich war natürlich auf Basis meiner Statur nie die besonders gute Handballspielerin, aber was ich immer war beim Handball, war schnell.
00:05:06: ,800 [Martina Eberl] Ja, das sieht man ja auch.
00:05:07: ,800 [Anja Kobs] Also man hat mich immer, für Konter war immer ich da und das letzte Jahr habe ich ja sogar im Tor gespielt, äh, oder war ich Torwart. Da habe ich dann die, quasi meine Angst komplett abgelegt, weil ich einfach reaktionsschnell war.
00:05:18: ,240 [Martina Eberl] Okay.
00:05:19: ,400 [Anja Kobs] Also das war schon immer da.
00:05:21: ,700 [Anja Kobs] Und-
00:05:21: ,120 [Martina Eberl] Bloß an dir geht der Ball so schnell vorbei, weil du so schmal bist.
00:05:24: ,110 [Anja Kobs] Aber ich war der 7-Meter, ich hatte den gefürchteten 7-Meter-Kick.
00:05:27: ,320 [Martina Eberl] Ach, wirklich?
00:05:27: ,280 [Anja Kobs] Ja, ja, weil ich, weil ich einfach extrem, weil ich einfach eine gute Reaktion habe, ja. Wie kam ich zum Laufen? Ich glaube, dass das ... Ich habe ja im erst-- Ich sage immer, im ersten Teil meines Lebens war ich ja in der Finanzdienstleistungsbranche international, ja genau, und habe ja lange im Ausland gelebt und ich glaube, da hat das mit Laufen dann angefangen, einfach zum Ausgleich. Und letztendlich, das ist eine ganz lustige Geschichte, wie ich dann wirklich den Nahen am, am Marathon und am, am, an den schn-- an den langen Sachen gefunden habe, war in Chicago. Das war 2010. Und da habe ich mich so einer Gruppe angeschlossen, einfach um, um auch Leute kennenzulernen. Und mein Chef, den ich ... Also ich sag das jetzt auch offen, das steht auch so in meinem Buch drin, das, das ja bald rauskommt. Ich hab den gehasst. Wir 2, wir waren Hund und Katz. Das ging gar nicht, ja.
00:06:16: ,060 [Martina Eberl] Amerikaner?
00:06:17: ,450 [Anja Kobs] Ein Amerikaner, ja. Das ging gar nicht. Und der ist den Chicago-Marathon gelaufen. Und dann dachte ich mir, es war wirklich so kindisch, dachte ich mir: „Du Arsch, wenn du das kannst, dann kann ich das auch [lacht] laufen."
00:06:26: ,399 [Martina Eberl] Und schneller vor allem.
00:06:27: ,220 [Anja Kobs] Und schneller, ja. Und schneller. Und ich meine, aber meistens passieren solche Geschichten ja aus, aus solchen Akt-, aus solchen Aktionen, ja, oder irgendwelche Bierwetten, ja. Ähm, ja, [lacht] es ist einfach so. Und dann dachte ich mir also, wenn der einen Marathon laufen kann, dann kann ich das schon lange. Und so kam ich dann zum Marathon. Aber dann habe ich halt den klassischen Fehler gemacht, den jeder Amateursportler macht. Ich habe nach dem Prinzip mehr ist mehr trainiert. Das war 2010 und hab halt immer einfach mal mehr trainiert und da habe ich mir, hab ich's geschafft, mir in einem Jahr 2 Stressfrakturen zu laufen. Und als ich dann-- Ich bin den Chicago-Marathon dann, ich stand an der Startlinie und bin auch gelaufen, bin aber geplant nach 25 Kilometern ausgestiegen, weil ich im Vorfeld ja verletzt war und dann gesagt habe, das kann ich meinem Körper nicht zumuten, im Vorfeld nicht zum Marathon trainieren und dann am 10.10.2010 war das, die 42 Kilometer zu absolvieren und bin dann geplant ausgestiegen nach 25 Kilometern. Und als ich dann zurückkam nach Deutschland 2011, habe ich dann eben für mich erkannt, dass dieses Prinzip, nach dem ich trainiere, nicht so ganz fruchtet, ja, und hab mir 'n Trainer gesucht. Und so kam es dann, dass-- Dann ha-- Genau, dann habe ich gesagt, ich will laufen. Ich will einfach-- Mein Ziel ist einfach nur, einen Marathon zu schaffen, verletzungsfrei durch die Vorbereitung zu kommen und 'n Marathon zu laufen.
00:07:42: ,140 [Martina Eberl] Also du hast dann schon gemerkt, dass es dir Spaß macht.
00:07:44: ,240 [Anja Kobs] Dass es mir Spaß macht. Aber glaube ich mehr so, da war noch so dieser, ich will unbedingt in meinem Leben mal einen Marathon laufen, weil darf man nicht vergessen, Marathon, das ist, das ist was Besonderes, ja.
00:07:53: ,880 [Martina Eberl] Ich bin auch schon einen gelaufen, aber da kommen wir später noch drauf.
00:07:54: ,560 [Anja Kobs] Ja, das ist einfach 42 Kilometer, das ist was Besonderes. Und das war eigentlich mein, eigentlich nur mein Ziel. Und dann habe ich angefangen, mit dem, mit dem Trainer zu trainieren und, ähm, dann hatte ich Knieprobleme und dann sagte er zu mir: „Ähm, ja, dann tust du erst mal ein bisschen schwimmen und Radl fahren." Schwimmen konnte ich bis dahin gar nicht. Also halt, schwimmen konnte ich schon, aber-
00:08:16: ,500 [Martina Eberl] Ja, ja, kenne ich.
00:08:17: ,500 [Anja Kobs] Aber es halt jeder kann Brustschwimmen, so.
00:08:21: ,640 [Anja Kobs] Und Radfahren kann im Prinzip auch jeder. Und dann hat mir aber diese Abwechslung so viel Spaß gemacht. Also dieses nicht nur Laufen, sondern auch im Schwimmbad sein, in der Natur zu sein. Mit dem Rad kannst du ja auch unheimlich viel weite Strecken zurücklegen, die du mit dem Laufen nicht kannst. Und dann habe ich Ende 2011, habe ich den Hahn am Triathlon gefressen oder an diesen 3 Sportarten.
00:08:42: ,000 [Anja Kobs] Und ich meine, fit war ich ja. Ich war ja schon immer Sportler. Also ich war ja fit. Und dann habe ich Anfang 2012, habe ich da meinen Kraulkurs gemacht, weil Kraulen konnte ich nicht. Und dann habe ich zu meinem Trainer gesagt: „Also ich mache jetzt dieses Jahr meinen ersten Triathlon, aber mit Sprint brauchst du mir gar nicht daherkommen. Ich mache gleich die olympische Distanz." Da hat er erst mal gelacht und hat gesagt: „Ja, also normalerweise ist ja der Einstieg, wenn man auch mit dem Laufen anfängt, erst mal einen fünfer, dann läuft man mal einen Zehner und so weiter. Und beim Triathlon ist das Gleiche. Also erst mal tastest du dich halt mit einer Volksdistanz ran und dann olympisch und dann nach 2, 3 Jahren mittel und dann nach 4, 5 Jahren Langdistanz." Und dann hat er gesagt: „Ja, nee, aber du bist ja fit, dass ich jetzt keine Bedenken, dass du gleich eine olympische Distanz machen kannst."
00:09:25: ,880 [Martina Eberl] Ja, und olympische Distanz, noch mal kurz für mich zum Mitschreiben?
00:09:27: ,840 [Anja Kobs] Ist 1,5 Schwimmen,
00:09:29: ,840 [Anja Kobs] 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer laufen.
00:09:32: ,360 [Martina Eberl] Okay.
00:09:33: ,490 [Anja Kobs] Genau.
00:09:34: ,160 [Martina Eberl] Das ist die olympische Distanz.
00:09:36: ,940 [Anja Kobs] Genau.
00:09:36: ,280 [Martina Eberl] Das geht eigentlich. Also, sorry, wenn ich das jetzt sage, aber-
00:09:39: ,590 [Anja Kobs] Ganz ehrlich, das ist-- Deswegen finde ich die, den-- Ich finde Triathlon einen total faszinierenden Sport, weil das kann wirklich jeder. Das kann jeder Mensch. Das sind drei Sp-- Ja, das sind drei Sportarten.
00:09:49: ,660 [Martina Eberl] Wenn du mich schwimmen siehst, dann bezweifelst du es.
00:09:51: ,720 [Anja Kobs] Da erzähle ich dir auch eine ganz lustige Geschichte. Also wenn es zu lang wird, dann, äh, unterbreche mich. Mein erster Triathlon in Karlsfeld. Ja, ich meine, man, man muss, man muss-
00:09:59: ,540 [Martina Eberl] Karlsfeld, hier ums Eck?
00:10:00: ,820 [Anja Kobs] Genau.
00:10:00: ,600 [Martina Eberl] Ja, aber der ist bekannt, der Karlsfelder Triathlon.
00:10:02: ,780 [Anja Kobs] Der war jetzt auch erst und der, der ist, der ist einfach ein Muss. Und dann standen wir da am, am Start und damals gab es ja noch den Massenstart, also alle sp-
00:10:12: ,480 [Martina Eberl] Alle gleichzeitig.
00:10:13: ,980 [Anja Kobs] Alle gleichzeitig, Waschmaschine und los. Und ich stand so da, neben mir auch eine Frau und die muss mir wohl angesehen haben, dass ich extrem nervös war. Und da sagte sie zu mir: „Ist das auch dein 1.? Sage ich: „Ja." Sagt sie: „Ja, ich, bei mir auch, aber ich halte mich mal zurück, weil ich kann nur Brustschwimmen." Da schaue ich sie so an, denke ich mir:
00:10:31: ,160 [Anja Kobs] „Okay, hast du dir was vorgenommen?" Na ja, das Ende vom Lied war, sie hat mich überholt.
00:10:37: ,640 [Martina Eberl] Ah ja?
00:10:37: ,610 [Anja Kobs] Die kam, die kam offensichtlich vom Schwimmen und die war halt Brustschwimmerin und ich mit meinen ... Zu dem Zeitpunkt konnte ich gerade mal 4 Monate kraulen, ähm.
00:10:46: ,460 [Martina Eberl] 4 Monate? Na ja gut, also das ist jetzt auch nicht so-
00:10:48: ,040 [Anja Kobs] Ja, aber da bist du noch nicht wirklich schnell, ja. Und gut, dann beim Radfahren, Radfahren konnte ich zu dem Zeitpunkt schon rela-- Also konnte ich ganz gut und, aber Laufen war schon immer meine Stärke. Und ich habe ja auch in den ersten Jahren vom Triathlon, bin ich ja immer so im Mittelfeld aus dem Wasser, im Rad habe ich mich vorgearbeitet und beim Laufen habe ich dann einen nach dem anderen einkassiert.
00:11:09: ,900 [Martina Eberl] Ja, das ist klar, dass du beim Laufen dann natürlich ... Aber ich glaube, das ist ja ganz oft so, gell, dass beim Triathlon, dass, dass man halt eine so eine absolute starke Disziplin hat, wo man dann halt seine Punkte macht. Ähm, ganz wenig kenne ich echt, also so jetzt, ich kenne schon ein paar Triathleten, aber ganz wenig, die sagen, das Schwimmen, das ist das, was bei mir immer Vollgas, ähm, die Punkte macht und dann hinten raus lasse ich ein bisschen nach. Die meistens sind entweder schon die Radlfahrer oder die Läufer.
00:11:35: ,839 [Anja Kobs] Ja, es hat sich aber gewandelt. Also früher, ja, früher war es, früher war es so, also es kommt immer darauf an, ähm, wenn es Liga ist, da darfst du Windschatten fahren, da musst du schwimmen können, weil wenn du da nicht mit vorne aus dem Wasser rauskommst und nicht in der Windschattengruppe drin bist, dann, dann ist vorbei. Normal ist in der Triathlon Windschattenverbot. Dann ist es im Prinzip-
00:11:53: ,300 [Martina Eberl] Aha.
00:11:54: ,470 [Anja Kobs] Ja, du darfst beim, also theoretisch, aber ich meine, bei Triathlon-
00:11:57: ,210 [Martina Eberl] Aber wie kann man das ... Also da muss man aber dann versetzt fahren oder, oder nicht-
00:12:01: ,460 [Anja Kobs] 12 Meter Abstand, aber das ist heutzutage fast-
00:12:03: ,060 [Martina Eberl] 12 Meter Abstand?
00:12:04: ,840 [Anja Kobs] Ja.
00:12:04: ,520 [Martina Eberl] Das ist ja nicht richtig viel, okay.
00:12:06: ,380 [Anja Kobs] Ja. Und-
00:12:07: ,644 [Martina Eberl] Ja, das mit dem, ja, also das mit dem Schwimmen, ich zitiere meine Freundin, Shoutout an Franziska van Almsick, die mich beim Brustschwimmen beobachtet hat und hat gesagt- Das ist schon sehr-- Du bist schon noch eine Anfängerin. Da habe ich gesagt: „Ja, vielen Dank. Ich bin jetzt 45. Ich lerne das Schwimmen noch mal neu.“ Dann war ich-- Eigentlich ursprünglich wollte ich mit dir üben. Ich habe gesagt: „Bring mir mal bitte das Kraulen bei.“ Da hat sie gesagt: „Jetzt machen wir erst mal das Brustschwimmen.“ [lacht]
00:12:30: ,054 [Anja Kobs] Ich habe auch mit 35 angefangen, ja. Und um noch mal auf deine Frage zurückzukommen: Früher war es so, dass die Schwimmer eigentlich die besseren Triathleten waren, aber heutzutage ist es so, wenn du in der Weltspitze mit dabei sein willst, musst du alles können. Musst du in allem gut sein, ja.
00:12:45: ,784 [Martina Eberl] Ja, das ist natürlich um Gottes willen, aber bei mir ging es jetzt wirklich mal immer nur so ein, so ein Triathlon mal zu schaffen. Aber da reden wir-- Wir haben heute noch so viel vor.
00:12:52: ,184 [Anja Kobs] Da reden wir und nächstes, nächstes Jahr Karlsfeld. Ist doch ein gutes Ziel.
00:12:56: ,684 [Martina Eberl] Wann wird man eigentlich ... Weil du ja, du bist ja ... Nächstes Jahr Karlsfeld, genau. Du bist ja, ähm, nicht nur Triathletin, sondern du hast ja diese Ultra-Geschichten gemacht. Also Ultra, ab wann ist denn irgend-- Also ein Lauf oder ein Triathlon, ab wann sagt man denn Ultra dazu?
00:13:13: ,404 [Anja Kobs] Offiziell ist nach der Marathondistanz ist es ein Ultra. Also nach 42,195 Kilometer ist es ein Ultra.
00:13:20: ,864 [Martina Eberl] Okay.
00:13:20: ,564 [Anja Kobs] Genau.
00:13:21: ,264 [Martina Eberl] Vom, vom, also vom Lauf her und gibt es dann Ul-Ultra-Triathlon auch?
00:13:26: ,504 [Anja Kobs] Gibt's-- Also die, die Langdistanz ist ja die, die, das Längste und es gibt aber auch so ganz, also für mich nicht mehr mit Sinn behaftete Dinge wie 3 Langdistanzen hintereinander oder dann doppelte Langdistanz gibt es auch, aber ...
00:13:40: ,664 [Martina Eberl] Meine große Tochter, die Linda, hat letztes Mal mir erzählt, dass es gab einen Typen oder es gibt einen Typen, ich glaub, es gibt ihn noch, ähm, der jetzt tatsächlich ein Jahr lang jeden Tag-
00:13:51: ,824 [Anja Kobs] Der Deichmann, ja.
00:13:52: ,144 [Martina Eberl] Marathon gelaufen ist.
00:13:54: ,404 [Anja Kobs] Ach so, der, ähm, ich weiß nicht, ob das der Deichmann war, der, der, der einmal um die Welt einen Triathlon gemacht hat und dann, glaube ich, auch jeden Tag einen Marathon gelaufen ist, ja.
00:14:03: ,344 [Martina Eberl] Also im Moment hat es ja, erfährt es ja einen krassen Hype. Da gab es jetzt auch einen, ähm, den Berliner, der von Red Bull da ziemlich gepusht wurde, der da durch Amerika, ähm, gelaufen ist.
00:14:13: ,364 [Anja Kobs] Es ist-- Er ist gegangen. Also das war-
00:14:15: ,064 [Martina Eberl] Oder gegangen.
00:14:16: ,964 [Anja Kobs] Es war nicht-
00:14:16: ,204 [Martina Eberl] Mal gejoggt, mal gegangen, ja. Lächelst du da so ein bisschen drüber? Ich sehe dich ja schon. Ähm, aber ich find's krass, was das für ein Hype auch jetzt ... Ich meine, meine Tochter ist 16. Die haben das in der Schule, die haben den auf YouTube, die haben den, die haben den total verfolgt. Ich finde das ja toll. Ja, aber ...
00:14:33: ,294 [Anja Kobs] Ja, ich hab da eine ganz besondere Meinung dazu und ich weiß jetzt nicht, ob ich, wie weit ich da ausholen soll, ohne dass ich mir Feinde mache, aber ich, ich find's halt einfach
00:14:41: ,104 [Anja Kobs] ... Wir haben halt nur diesen einen Körper, ja, und der muss uns 80 Jahre lang tragen. Es ist nicht so wie ein Auto, wenn es kaputt ist, dass du dir ein neues kaufst und ...
00:14:48: ,584 [Martina Eberl] Wäre schön, vielleicht länger noch, ja.
00:14:49: ,364 [Anja Kobs] Ja, oder länger. Ich rechne immer mit 80 Jahren und, ähm,
00:14:54: ,944 [Anja Kobs] Laufen ist einer der gesündesten Sportarten. Sie ist aber für den Körper auch eine der heftigsten Sportarten, die es gibt. Das ist einfach so. Man muss halt einfach bedenken, wenn man mit 30 Jahren schon so ein Pensum schrubbt – und das ist ja eben auch diese Entwicklung, die ich aktuell sehr kritisch beobachte –, wenn die jungen Leute mit, in ihren jungen Jahren schon so viel laufen und so viel Ultras machen, die gehen mit 70 nicht mehr in die Berge, ja.
00:15:18: ,184 [Martina Eberl] Ja, aber wäre es denn besser, wenn es später wäre?
00:15:21: ,303 [Anja Kobs] Na, einfach dosierter. Ich bin in meinen, und das glaubt mir auch nie jemand, ich bin in meinen zwölf Jahren, die ich das jetzt gemacht habe, ich bin-- Mein Wochenschnitt Laufen waren 60 bis 70 Kilometer und bin, hab trotzdem super Leistungen hingelegt, weil du dir die Ausdauer und auch die VO2max, das kannst du dir über so viele andere Sport-- Also grad Schwimmen, ja. Du kannst dich im Pool, kannst du dich 'ne Stunde lang so abschießen und, und du kommst nicht mehr aus dem Wasser raus und 'ne Viertelstunde später bist du mehr oder weniger regeneriert, ja. Bei der Lunge ist es ja vollkommen egal, wo sie arbeitet.
00:15:52: ,713 [Martina Eberl] Klar, ja, mhm.
00:15:53: ,074 [Anja Kobs] Und auch meine Ausdauer, die habe ich mir aus Radfahren geholt, Krafttraining und hab beim Laufen, auch wenn ich meine, meine Athleten trainiere, bei mir ist immer Qualität vor Quantität, ja. Ich habe auch nie irgendwie einen Junk Miles gemacht und hab das Laufen wirklich immer dosiert eingesetzt und hab auch meinem Trainer, wenn er mal, wenn da mal eine Laufwoche war, wo ich dann gesagt habe, irgendwie, das ist jetzt schon heftig, ja, hab dann auch gesagt: „Das ist mir zu viel. Ich will gar nicht so viel laufen“, weil ich weiß, dass das Laufen für den Körper so eine enorme Belastung ist, ja. Deswegen auf der einen Seite, ich mein, der Saatçi, Saatçi hieß er, glaube ich, der, der Berliner.
00:16:26: ,964 [Martina Eberl] Der Berliner, mhm.
00:16:26: ,163 [Anja Kobs] Ähm, klar, der ist von Red Bull gesponsert worden. Ich meine, jeder oder viele Menschen sind käuflich, ja offensichtlich auch. Es ist schön, dass es einen Hype auslöst, aber ich finde, dass es den falschen Reiz setzt, weil, ähm, die jungen Leute sehen das und sagen: „Boah, hast du sechsund--“ Ich keine Ahnung, wie viel der gelaufen ist und auch vom Tempo her, der ist ja, also rein theoretisch war das nicht mehr Laufen, der ist ja gegangen. Ähm, ich, ich finde, dass es den falschen Reiz setzt, ja. Also ich-- Deswegen sagte ich auch, ein Marathon ist was Besonderes und einen Marathon schaffen nicht mal 3% der Menschen, ja. Das muss man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen. Langdistanz schaffen, also wenn man die Gesamtbevölkerung nimmt, 'ne Langdistanz schafft nicht mal ein Prozent der Menschen. Und dann kommt halt einer an und macht da mit so 'nem Event, ähm, so einen Hype. Und parallel dazu ist eine Rachel Entrekin hieß sie, glaube ich, ähm, in Amerika bei einem Prestigerennen absoluten Streckenrekord gelaufen. Gelaufen, ja. Das ist vollkommen untergegangen. Und warum? Weil sie gesagt hat, sie macht das einfach ... Also sie ist Profisportlerin, sie inszeniert es nicht. Sie macht es, weil sie gut ist. Und ja, da machen die, da machen die Medien halt auch viel, ja.
00:17:33: ,708 [Martina Eberl] Ja, ja, ich, ich bin da total auf deiner Seite. Ja, also es ist, ähm, ja, ähm, ich kann es verstehen. Ich bin halt da-- Ich hab jetzt insgesamt da den Daumen hoch, insofern, weil ich so was viel, viel cooler finde oder beziehungsweise, ähm, besser für die Jugendlichen finde, so was zu verfolgen, als wenn sie irgendwelche Gaming-Geschichten toll finden, ja. Wo ich dann einfach sage: „Okay, das hat wirklich was mit Sport zu tun“, und, ähm, der Typ an sich, ähm, hat ja auch ordentlich, hat versucht, sich gut zu ernähren und so weiter. Also insofern ... Alles das, was jetzt für meine Kinder jetzt wichtig wär, find ich dann Daumen hoch. Aber ich, ich, ich fand's einfach krass. Auf einmal fragt mich meine Tochter: „Darf ich heute Nachmittag mit meinen Freunden das, äh, den Livestream anschauen?" Hab ich gesagt: „Ja, was ist denn das?" „Ja, da läuft einer grad durch Amerika", und ich so: „Okay, äh, die Frage war noch nie da. Also natürlich darfst du das anschauen." Und die haben sich da richtig, haben den richtig in der ganzen Schule gefeiert. Und, aber ich verstehe natürlich auch deinen Punkt. Das gab's bei uns früher auch, ähm, wo, ähm, oder es gibt's beim Golf teil-teilweise auch, wo ich mir auch mal wieder denk: „Na ja gut, da wird um jemanden 'n Hype gemacht, der kann, der kann eigentlich nix oder wenig." Ähm, und dann gibt's wirklich, äh, Golfer, die wirklich was können und die bleiben da so ein bisschen im Hintergrund, weil sie einfach sagen, das ist affig.
00:18:51: ,008 [Anja Kobs] Aber die stehen auch drüber, weißt du?
00:18:53: ,048 [Martina Eberl] Ja, ja, natürlich. Ich mein, ich hab ja hier auf der anderen Seite, aber zum Beispiel bei uns,
00:18:58: ,018 [Martina Eberl] mmm, einmal ganz kurz nur vom, vom Golf so ein bisschen erzählt. Äh, es, bei, bei uns gab's damals eine, ich sag jetzt auch keine Namen, es, es war 'ne russische Spielerin, die wirklich, äh, sehr, sehr hübsch war. Ähm, 1 80 groß, Modelmaße und so weiter und so fort. Und die konnte aber, was das golftechnische betrifft, na, nicht wirklich viel, außer bekannt hat die nicht viel getroffen. So, und wir, wo wir jetzt vielleicht ich, ich als, als kleiner Mops hab damals auch noch ein bisschen anders ausgeschaut und war auch, ähm, keine Ahnung, vielleicht jetzt für die Medien nicht so attraktiv. Damals gab's aber auch noch keine, kein Social Media. Aber die hat diese ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen, obwohl wir vom Spielerischen her viel, viel besser waren eigentlich. Und das hat uns allen dann auch, das war dann, ist schon auf den Keks gegangen, ja. Also wo ich mir echt denke
00:19:41: ,808 [Martina Eberl] ... Jetzt pass auf. Jetzt lass uns mal ganz kurz, bevor wir noch mal, wir kommen ja auf deinen Sport und so natürlich wieder massivst zurück, weil es ist ja ein Sport-Podcast. Aber deine Story ist ja, ähm, die ist ja massiv.
00:19:53: ,848 [Anja Kobs] lacht]
00:19:53: ,308 [Martina Eberl] Ja, also, ähm, wirklich cool und ich freu mich da total, weil ich bin ja jetzt auch schon 45 und dass, dass es da solche Schnitte in so einem Leben gibt. Ähm, du hast ja mehrere Kapitel in deinem Leben.
00:20:06: ,568 [Anja Kobs] Also 2 große, ja, genau.
00:20:07: ,628 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, wie viel würdest du jetzt eigentlich so die einteilen? In 2 große?
00:20:10: ,488 [Anja Kobs] Genau, und jetzt beginnt das 3.
00:20:12: ,428 [Martina Eberl] Jetzt beginnt das 3. Dann, damit wir die Leute auch mal so ein bisschen ab-, unsere Zuhörer und Zuschauer abholen, ähm, erzähl doch mal von deinem ersten Kapitel.
00:20:20: ,788 [Anja Kobs] Das war eben in der Finanzdienstleis..., also in der Versicherungsbranche. Ich hab eigentlich, also ich hab 'ne, ich, komplett klassischer Werdegang. Ich hab die Reife gemacht, ich hab kein Abitur gemacht, mittlere Reife und bin dann, hab 'ne Ausbildung gemacht zur Versicherungskauffrau und hatte irgendwie nie oder während, während der Schule oder während der Ausbildung nie irgendwie so, irgendwie, ich möcht irgendwas erreichen oder ich möchte erfolgreich werden. Es hat sich so ergeben. Ich hab dann während der, der-- Also wenn ich was mach, dann mach ich's gescheit. Ich bin auch, also eigentlich, ei-- muss man, muss man kurz ausholen. Ich wollte ja eigentlich Fitnesstrainerin werden, ja.
00:20:57: ,368 [Martina Eberl] Mhm.
00:20:58: ,068 [Anja Kobs] Also Sport war offensichtlich, das war schon immer meine Passion und meine Leidenschaft. Und ich denk, wenn man 'ne Passion hat, dann muss man der folgen, weil sonst brennt man irgendwann aus.
00:21:08: ,108 [Martina Eberl] Mhm.
00:21:09: ,288 [Anja Kobs] Und ich hab aber damals mit 15, ähm, wo's ja dann darum ging, was macht man für 'ne oder wo, wo geht's hin nach der Realschule, hab ich halt damals natürlich noch auf meine Eltern gehört, ähm, und die haben gesagt: „Nee, ähm, damit, das machst du nicht. Damit verdienst du kein Geld und du hast nur deinen einen Körper." Und ich bin jetzt im Nachhinein auch wirklich froh so, dass ich drauf gehört hab und dass sie mir das gesagt haben und nicht, nicht irgendwie gesagt haben: „Ja, leb dich mal aus und mach Fitnesstrainerin, ne." I-ich will den Beruf nicht, nicht schlechtreden, Gottes willen-
00:21:36: ,098 [Martina Eberl] Nee, nee, ja.
00:21:37: ,368 [Anja Kobs] aber, ähm, du bist von deinem Körper abhängig.
00:21:39: ,048 [Martina Eberl] Ja.
00:21:40: ,428 [Anja Kobs] Ja. Und mei-- Ich weiß halt noch, meine Eltern haben damals gesagt, ähm: „Geh in die Bank oder Versicherung, da verdienst du Geld." Ich mein, das ist halt einfach so. Wir kamen aus der Generation, ja, Geld verdienen, ja. Und mein Onkel war auch in der Versicherungsbranche und dachte mir, so verkehrt kann es gar nicht sein. Machst du's halt, ja. Und hat dabei wirklich natürlich keine Ahnung, auf was ich mich einlasse. Und hab dann die Ausbildung gemacht und es hat mir dann irgendwie schon auch Spaß gemacht, weil sonst hätt ich ja nicht so lang durchgezogen. Und hab dann während der Ausbildung beschlossen, nee, also das kann's aber, also nur Versicherungskauffrau, das kann's nicht sein. Und da hab ich dann irgendwie so diesen,
00:22:17: ,288 [Anja Kobs] der Sport, ich, der sportliche Ehrgeiz oder so dieses Profisport oder Fitnesstrainerin, weil es, Profisport war ja so ein Kindheitstraum von mir durchs Handball, ähm, das funktioniert nicht. Dann hab ich mir indirekt, also nicht irgendwie so: „Oh, und jetzt zeig ich's euch und mach, mach da Karriere in der Versicherungsbranche", sondern indirekt dann halt was anderes gesucht. Und dann hab ich, ich hab normal 40 Stunden die Woche trainiert, hab nebenbei noch Versicherungsfachwirt gemacht, also Abendstudium. Dann hab ich Versicherungsbetriebswirt gemacht und als ich in London war, hab ich dann noch einen Wirtschaftsprüfer gemacht.
00:22:48: ,568 [Martina Eberl] Also du bist nach London gegangen?
00:22:49: ,158 [Anja Kobs] Genau. Und-
00:22:51: ,048 [Martina Eberl] Hast dann gearbeitet für?
00:22:53: ,028 [Anja Kobs] Ähm, Great Lakes. Das war ein Tochterunternehmen der Münchner Rück.
00:22:56: ,748 [Martina Eberl] Okay.
00:22:56: ,608 [Anja Kobs] Ähm, genau, und dann war ich in London und von London ging's kurz zurück nach München. Dann war ich eineinhalb Jahre in Zürich und von Zürich ging's direkt nach Chicago und da war dann der erste große Knall, ja.
00:23:09: ,648 [Martina Eberl] Also hast du schon echt ordentlich Karriere gemacht.
00:23:11: ,768 [Anja Kobs] Da hab-- Ja, weil das dann einfach, ich hab dann auch wirklich da,
00:23:15: ,488 [Anja Kobs] ich wollte da wirklich auch ins, ich wollte in den Vorstand. Das war dann so mein Traum. Ähm, dachte mir, wenn du schon so hart dafür arbeitest, dann willst du dir halt irgendwie auch die Früchte irgendwann mal ernten und wollte immer in den Vorstand von Versicherungsunternehmen und hab aber dann zunehmend erkannt, auch mithilfe eines Mannes, mit dem ich jetzt wieder Kontakt habe, dass das eigentlich ein Leben ist, das ich gar nicht bin, ja.
00:23:38: ,008 [Martina Eberl] Mhm.
00:23:39: ,208 [Anja Kobs] Ähm, also ich mein, kann man sich, stell dich vor oder stell du dir mich vor mit Kostümchen und High Heels. Geht das?
00:23:48: ,388 [Martina Eberl] Mit viel Fantasie.
00:23:49: ,308 [Anja Kobs] Ja, wie ich da so in Chicago über die Straße tackel, ja, mit BlackBerry in der Hand, da mit BlackBerry, ja.
00:23:54: ,108 [Martina Eberl] BlackBerry war damals der , logo, ja.
00:23:56: ,164 [Anja Kobs] Ich war eine der ersten, die 'n BlackBerry hatte. Ich mein, das war ja supergeil, ja. Ganz wichtig, ja. Also Business-Lounge, ja, Senator-Lounge, Lufthansa, Anja Kobs im BlackBerry, ja, mega geil. Macht natürlich schon was mit einem, aber das war, ich mein, ich erzähl das jetzt lustig. Das war nicht ich, ja. Ich hab da eigentlich immer-
00:24:16: ,524 [Anja Kobs] Immer was vorgespielt, indirekt, ja. Und so ist es dann letztendlich ja auch. Also ich weiß eben noch, ich erwähne jetzt auch den Markus und danke ihm auch dafür und er schreibt auch das Vorwort für mein Buch. Er hat, ich hatte dann Coaching in Zürich. Also mein Chef hat mir ein Coaching gezahlt, um mich auf die Führungslaufbahn, auf die höhere Führungslaufbahn vorzubereiten. Aber das Coaching ging halt dann irgendwie komplett in die andere Richtung-
00:24:38: ,934 [Martina Eberl] Ach so?
00:24:38: ,224 [Anja Kobs] weil wir halt eben in dem Coaching erkannt haben-
00:24:41: ,744 [Martina Eberl] Dass das gar nichts zu dir ist.
00:24:41: ,324 [Anja Kobs] dass das eigentlich gar nicht das ist, was ich bin, ja. Und ich hab damals, dann, wie alt war ich denn da? Anfang 30, da hab ich halt, ich hab das schon wahrgenommen, was er mir da gesagt hat und hab mir aber gedacht: „Nee, aber du bringst mich nicht von meinem Weg ab. Ich gehe trotzdem nach Chicago und ich zieh das trotzdem durch."
00:24:59: ,024 [Martina Eberl] Okay.
00:25:00: ,524 [Anja Kobs] Und wusste, dass es ein Fehler ist. Also ich habe in meinem Leben 2 große Fehler gemacht, wusste, dass es ein Fehler ist, aber ich hab's trotzdem durchge... Ich bin trotzdem nach Chicago gegangen, obwohl ich,
00:25:10: ,814 [Anja Kobs] besagten Chef hatten wir ja schon, wusste, dass ich eigentlich voll ins, ins offene Messer-
00:25:15: ,884 [Martina Eberl] Den kanntest du schon, den Chef?
00:25:16: ,774 [Anja Kobs] Ich kannte den schon, ja.
00:25:17: ,964 [Martina Eberl] Okay. Mhm. Aber auch mutig, ja?
00:25:19: ,223 [Anja Kobs] Ja.
00:25:20: ,364 [Martina Eberl] Finde ich schon auch mutig, wenn du das dann trotzdem durchziehst, wo du sagst: „Okay, vielleicht, who knows", ja.
00:25:25: ,724 [Anja Kobs] Ja, aber das ist halt eben auch so eins, ein, eins, ein meiner Mantra: Lieber scheitern als bereuen. Und, ähm, ich bin in Chicago, ich bin, bin voll auf die Schnauze gefallen. Voll, ja.
00:25:35: ,304 [Martina Eberl] Aufgrund des Chefs, oder?
00:25:37: ,224 [Anja Kobs] Aufgrund des Chefs, weil ich auch den Erwartungen da nicht gerecht worden bin. Ich war da auch so in einer Zwitterrolle zwischen München und Chicago. Also ich hab da damals noch für die Allianz gearbeitet und ich hatte 2 Chefs. Das werden-- Ich hatte einen fachlichen Chef und einen Chef vor Ort. Das war alles zu kompliziert und, ähm, diese Matrixorganisation sagt einigen was.
00:25:58: ,184 [Anja Kobs] Und ich wusste eigentlich, dass ich vollends ins Verderben laufe, aber ich hab's trotzdem gemacht.
00:26:02: ,844 [Martina Eberl] Mhm. Okay.
00:26:02: ,164 [Anja Kobs] Ich hab's trotzdem gemacht und
00:26:05: ,324 [Anja Kobs] hab aber dann eben jetzt Markus wieder kontaktiert, weil er das damals eigentlich schon, der wusste schon, dass das ... Also er wusste nicht, dass es in Chicago dann so eskaliert, aber, ähm, er wusste, dass, dass ich da was mache, was ich eigentlich vom Naturell her gar nicht bin, ja.
00:26:19: ,184 [Martina Eberl] Mhm.
00:26:20: ,144 [Anja Kobs] Genau, das war so der erste Teil meines Lebens. Und dann kam ich zurück. Also dann war Chicago vorbei, Ende 2010. Dann war ich bei 'ner Freundin in Australien für 3 Monate, so dieses berühmte Sabbatical, das mich aber auch nicht wirklich weitergebracht hat. Und, ähm, dann kam ich zurück und hab mir wieder professionelle Hilfe gesucht und da kannte ich mich auch. Das ist ein so ein Satz. Die Frau, das weiß ich noch ganz genau. Ich hab ihr halt meine ganze Geschichte erzählt mit Sport und was ich gemacht hab. Und dann sagte sie ...
00:26:52: ,944 [Anja Kobs] Oder andersrum: Ich hab zu ihr gesagt: „Ich, ich hab mir jetzt so viel erarbeitet. Ich bin Versicherungsbetriebswirt, ich bin Wirtschaftsprüfer. Ich kann das doch nicht einfach alles so hinschmeißen." Das hat mir, das hat mir schon irgendwo Bedenken gegeben, ja, dass man so lange für was arbeitet und es dann hinschmeißt und sich irgendwie
00:27:09: ,724 [Anja Kobs] in Germering in irgendein Büro setzt und tippt. Also jetzt mal ganz-
00:27:12: ,424 [Martina Eberl] Hättest du denn eine Alternative im Kopf gehabt, was du, wo du gesagt hast, ja-
00:27:16: ,244 [Anja Kobs] Nee, eben nicht. Also das war-- Sie sagte dann nur zu mir: „Frau Kobs, Sie suchen sich jetzt einen Teilzeitjob, ähm, indem Sie Ihre ganze Erfahrung, die Sie haben, Sie bringen so viel Wissen mit, ja, wo Sie die einbringen können." Und da hat sie gesagt: „Und nachmittags gehen Sie in den Wald und gehen spielen." Das hat sie wortwörtlich so gesagt, weil ich einfach gesagt hab: „Ich brauch diesen Ausgleich, ich brauch die Natur, ich brauch Freiraum." Und aus diesem In-den-Wald-Gehen und Spielen ist dann diese Sportkarriere geworden und das finde ich einfach total lustig.
00:27:47: ,264 [Martina Eberl] Mit viel Fantasie kann man sich das dann auch so herleiten, wenn man in den Wald geht und spielt, dass man sagt, okay, man wird Ultra-Triathletin. Ja, okay, gut. Muss man erst mal drauf kommen, aber okay. Aber das hat dir dann quasi wirklich was gebracht, ja?
00:27:59: ,164 [Anja Kobs] Ja, das war dann so diese berühmte Work-Life-Balance, ja. Also ich hab dann-- Also gut, ich hab dann noch 2 Jahre für Ernst & Young gearbeitet in der Beratung, weil ich noch nicht so ganz... Ich hatte noch keinen so richtigen Plan. Ich hatte 'ne Vision, ja, also dieses Waldgehen und Spielen hat mich nicht mehr losgelassen. Ähm, aber-
00:28:15: ,714 [Martina Eberl] Also ich würde das auch gern machen, im Wald gehen und spielen. Aber okay, eher weiter. Entschuldigung.
00:28:18: ,904 [Anja Kobs] Du, heutzutage kannst du für zigtausend Euro Waldbaden kaufen, ja. Also es gibt Leute, die verkaufen das heutzutage. Na gut, auf alle Fälle hab ich dann gesagt: „Gut, ich muss Geld verdienen." Also, ähm, von Luft und Liebe kann ich nie leben. Und dann hatte ich eigentlich Glück, weil mich ein ehemaliger Kollege angerufen hat und gesagt hat, die bauen da bei Ernst & Young so 'ne Versicherungsbranche auf und ich habe die Expertise, ob ich nicht in die Beratung gehen will. Dann hab ich mir, also ich meine, Unternehmensberatung, das geht für mich heute gar nicht mehr. Und dann hab ich mir gedacht: „Ja, eigentlich ist es noch mal schön, das von der anderen Seite zu sehen", und bin in die Beratung und bin da rein und wusste am ersten Tag, dass ich hier nicht länger wie 2 Jahre bleibe. Also das wusste ich am allerersten Tag.
00:28:59: ,104 [Martina Eberl] Okay, aber immerhin 2 Jahre, ja?
00:29:02: ,664 [Anja Kobs] Und ich hab die 2 Jahre dann auch durchgezogen, ja. Also ich hab das echt durchgezogen, 2 Jahre Unternehmensberatung. Unter anderem, glaube ich, ich hatte Glück, weil ich war von den 2 Jahren fast 'n Jahr in Zürich und Zürich ist meine Lieblingsstadt, ja.
00:29:13: ,924 [Martina Eberl] Ist sie, ja? Wirklich? Ja, okay.
00:29:15: ,604 [Anja Kobs] Und, ähm, ich hatte eben dieses Projekt in Zürich und ich glaub, das hat's bissle jetzt regeln gemacht. Und dann hab ich aber, das war dann dieser zweite Mut. Ich hab dann gewusst, das ist es nicht und wenn ich da jetzt weitermache, dann hau, fliege ich wieder auf die Schnauze und hab dann bei Ernst & Young tatsächlich gekündigt, ohne was Neues zu haben. Ich hab gesagt, ich muss jetzt einen Schlussstrich ziehen. Ich muss da jetzt raus. Ich hab 6 Monate Kündigungsfrist gehabt. Ich muss da jetzt raus. Wenn ich jetzt nicht die Reißleine ziehe, dann flieg ich wieder auf die Schnauze oder dann brenne ich wieder aus.
00:29:55: ,994 [Anja Kobs] Ja, ich hatt, in Chicago hatte ich einen Burn-out, ja.
00:29:56: ,844 [Martina Eberl] Einen Burn-out, genau. Ähm, wir hatten ja jetzt erst vor ein paar Wochen den Sven Hannawald hier, der natürlich auch so bisschen, ich sage immer, die, die,
00:30:06: ,496 [Martina Eberl] das Burn-out salonfähig gemacht hat, sodass jeder so mal so ein bissl, ja, vom Sport her sich das auch erklären kann, was da eigentlich passiert. Aber prinzipiell der Burn-out oder das Burn-out selber wäre bei, wirkt sich ja bei- Den meisten anders aus oder unterschiedlich aus. Erzähl mal, wie-- erstens, wie hast du es gemerkt, dass du ausgebrannt bist oder dass du dieses Burn-- Ich, ich find dieses Wort schon schwierig mittlerweile, ja.
00:30:32: ,446 [Anja Kobs] Ja, weil es ist einfach-
00:30:33: ,316 [Martina Eberl] Genau so wie Longevity mittlerweile schon schwierig ist, aber wie du gemerkt hast, dass du ausgebrannt bist, wie sich's bei dir aus-ausgelebt hat, wie sie, wie du einfach gesagt hast, das ist was, wo, wo ich jetzt wirklich was verändern muss.
00:30:45: ,486 [Anja Kobs] Also, ah, ich wünsch's keinem. Das ist was ganz Schlimmes. Ähm, und bei mir hat das eigentlich angefangen schon in London, 2007. Also rück-- Man kann das Leben immer nur ... Man, man lebt's vorwärts und man kann's immer nur rück-rückwirkend verstehen. Und angefangen hat's eigentlich schon 2007, wo wahrscheinlich schon irgendwie sich kristallisiert hat, dass das nicht das Leben ist, das ich eigentlich möchte. Und bin aber dann, weil ich auf dieser Karriereschiene war, bin ich ja von London nach München, Zürich, Chicago und zerbröselt hat's mich dann 2010. Und wie, wie wirkt sich das aus? Ähm, also es ist ganz schlimm. Du wachst in der Früh auf und du kannst nicht mehr in die Arbeit gehen und du kannst es aber nicht beschreiben. Also das ist nicht so: „Oh Gott, heute ist Montag und ich hab keinen Bock", sondern es, es geht nicht mehr. Du kannst-- Ich konnte aufstehen. Ich hab ja auch Sport gemacht. Ich hab immer funktioniert, ja, aber ich konnte nicht mehr, ich konnte diese Menschen nicht mehr sehen, ja. Und war ja auch von heut auf morgen, ich bin diese-- Hab nie wieder einen Fuß in diese Firma ge-gesetzt. Ich hab da angerufen und gesagt, ich bin krank und das war's. Bin dann nie wieder zurückgegangen. Ich bin natürlich auch verbrannt. Also das sag ich auch offen, ja. Also ich-- Allianz ist für mich verbrannte Erde, aber das ist halt so passiert, ja. Da kann aber ich nix da-- Also ich nur indirekt was dafür, die Firma schon gar nicht, ja, weil viele schieben ja Burnout immer auf den Arbeitgeber. Das ist meines Erachtens 'ne ganz billige Ausrede, dass-- Man ist selbst für sein Leben verantwortlich. Und bei mir war es halt ich. Ich hab halt, ich war alleine oder ich hab halt keinen Partner gehabt, keine Familie. Ich war in Chicago, ich hatte niemanden. Ich hab halt
00:32:19: ,976 [Anja Kobs] das einfach zu spät auch erkannt, ja, dass, weil ich eben nicht auf Markus gehört hab [lacht], ähm, dass das nicht das ist, was ich will. Und dann muss man auch dazu sagen, bei 'nem Burnout ist ja nicht d-der eine Punkt, sondern es kommt dir dann, wie, wie immer im Leben, es kommt dir immer alles zusammen, ja. Und bei mir kam dann natürlich auch dazu, dass ich in den 10 Jahren, glaub ich, zehnmal umgezogen bin, international umgezogen bin, alleine mit meinen Katzen. Ich mein, das muss man sich auch, das muss man sich-- Das hört sich alles so easy an, aber du fängst immer wieder von vorne an, ja. Ich mein, allein wenn du das fünfte Bankkonto eröffnen musst, ja, irgendwann nervt's dich. Strom, Gas, Wohnung suchen, packen, auspacken, einpacken, das kostet Kraft, ja. Und das hab ich alles alleine gemacht. Und d-d-das ist halt so. Ich wollte das ja auch so. Ich bereue das ja auch nicht. Im Gegenteil, ja. Also ich, ich bin um die Zeit super dankbar, aber irgendwann hat's halt einfach peng gemacht und dann, und dann ging's nicht mehr.
00:33:17: ,536 [Martina Eberl] Der Sven hat das damals so erzählt, dass, ähm, normalerweise so nach der Saison konnte das eigentlich-- Er konnte, hat da irgendwie 2, 3 Tage mal 'n bisschen länger geschlafen, ist aufgestanden und wollt schon wieder für die nächste Saison trainieren und hat dann aber einfach gemerkt, das ist dann, dann ist eine Woche, 2 Wochen, 3 Wochen vergangen und diese, diese Motivation und dieses, ähm, Verlangen, wieder anzufangen, kam einfach nicht.
00:33:43: ,336 [Anja Kobs] Mhm.
00:33:44: ,576 [Martina Eberl] Ja, ähm, das ist jetzt natürlich nur aus'm Sport jetzt so gesehen. Du warst ja dann noch voll in deinem Job.
00:33:51: ,116 [Martina Eberl] Wie-- Hast du dann einfach gemerkt, es,
00:33:54: ,316 [Martina Eberl] du willst jetzt einfach nicht mehr weitermachen oder war das dann wirklich von einem Tag auf den anderen so: „Ich kann jetzt einfach nicht mehr"? Aber das hat sich wahrscheinlich schon angebahnt, oder?
00:34:02: ,346 [Anja Kobs] Es hat sich angebahnt, wie gesagt, 2007. Und ich mein, die Parallele ist schon da, ähm,
00:34:07: ,876 [Anja Kobs] weil ich hatte ja auch keine Motivation mehr. Ich war ja bislang immer motiviert, gute Arbeit abzuliefern und, und Vorstand zu werden, aber ich hatte, ich hatte dann eben diese Motivation nicht mehr. Ich hab den Sinn nicht mehr verstanden, ja. Und deswegen ist da schon so die Parallele, ja. Ich mein, Leistungssport, Profisport ist ja auch ein Job, ja. Und ...
00:34:28: ,076 [Martina Eberl] Ja, interessant. Es ist natürlich immer so, ich find,
00:34:32: ,456 [Martina Eberl] wie du das jetzt vorher schon auch gesagt hast, auf der einen Seite, man muss ja schon noch unterscheiden, keinen Bock mehr zu haben oder einfach zu sagen: „Okay, gut, das ist es halt jetzt einfach nicht mehr", oder ausgebrannt zu sein, weil dieses Burnout hat natürlich schon auch so 'ne Mode, äh, erfahren, ja. Jeder, der, jeder zweite war irgendwie im Burnout, ähm, bloß weil er einfach keinen Bock mehr auf seinen Job gehabt hat. Aber das, das ist ja wirklich was ganz was anderes, dass das, dass der Kopf ausgebrannt ist, dass man nicht mehr kann, dass man einfach alles versucht, aber es geht einfach nicht mehr, ja. Also das muss man ja immer schon noch unterscheiden. Und, ähm, also ich hatte, ich hab damals wirklich oft irgendwie Berührungs, Berührungen gehabt mit Leuten, die gesagt haben, sie haben einen Burnout, wo ich mir denke: „Gut, dann hab ich jetzt schon zehnmal 'n Burnout aufm Golfplatz gehabt", ja. Aber wie gesagt, das ist-- Da muss man schon immer bissl wirklich, ähm-
00:35:23: ,776 [Anja Kobs] Man muss differenzieren und es gibt ja diesen Spruch: „Ich habe keine Zeit für Burnout", ja. Ich mein, äh, da, da krieg ich, da krieg ich Zustände.
00:35:31: ,796 [Martina Eberl] Ja, natürlich.
00:35:32: ,056 [Anja Kobs] Und ich mein, man, äh, Burnout ist ja auch-- Man denkt immer bei Burnout, das sind Leute irgendwie, die 60 Stunden die Woche arbeiten und noch 3 Kinder zu Hause haben und Golf spielen und weiß der Geier was, aber du kannst auch in Teilzeit ausbrennen, weil es geht eben um den Sinn des Lebens, ja. Und das hat ja auch, ich mein, Viktor Frankl hat das ja auch ganz gut gesagt. Ich mein, und ich bin 'n großer Freund von dem. Wenn du den, wenn du den Sinn des Lebens oder wenn du den Sinn hinter dem, was du tust, nicht mehr verstehst, dann, dann ist es vorbei, ja. Und, ähm, oder, also er, ich glaub, er hat, er hat's von Nietzsche abgekupfert oder der hat's wahrscheinlich wieder von irgendjemand anders abgekupfert. Ähm, aufn Punkt gebracht: Wenn du, wenn du das Warum verstehst, dann erträgst du auch jedes Wie, ja. Und ich hab halt-
00:36:14: ,916 [Martina Eberl] Das ist aber 'n, das ist 'n schöner Satz. Absolut.
00:36:15: ,356 [Anja Kobs] Ja, das ist halt-- Er ist geklaut, ja. Ich bin kein Philosoph, er ist geklaut. Aber ich glaub, das bringt's aufn Punkt, ja. Weil wenn du wirklich 'n Ziel ha... und wirklich dafür brennst, ja, dann, dann erträgst du auch jedes Wie, ja.
00:36:27: ,996 [Martina Eberl] Das stimmt.
00:36:27: ,356 [Anja Kobs] Mhm.
00:36:28: ,140 [Martina Eberl] Ja, absolut.
00:36:30: ,320 [Martina Eberl] So, meine Liebe, es ist so weit. Dein Life Score steht an. Ich habe umgeblättert und schon ist er da. Mein Life Score, den habe ich für dich geschrieben. Du darfst ihn gerne vorlesen. Ja. Ist ein bisschen länger. Du hast ja über deine, deinen Muskel geredet.
00:36:43: ,570 [Anja Kobs] Mein Augenmuskel, genau.
00:36:43: ,900 [Martina Eberl] Über die Augenmuskeln auch noch reden. Du brauchst keine Brille.
00:36:45: ,760 [Anja Kobs] Ich brauche keine Brille, genau, ja.
00:36:47: ,660 [Martina Eberl] Also, dein Life Score.
00:36:48: ,020 [Anja Kobs] Mein Life Score. Der Life Score.
00:36:52: ,960 [Anja Kobs] Ich bin Anja Kobs, Ausdauerathletin, Coach und davon überzeugt, dass es nie zu spät ist, seinen eigenen Weg neu zu schreiben. Mein Berufsleben begann nicht im Sport, sondern in der internationalen Finanzdienstleistungs-, Finanz-und Versicherungswelt. Ich arbeitete viele Jahre in London, Zürich und Chicago, bis mein Körper, meine Seele mir mit einem Burnout zeigten, dass Erfolg allein nicht glücklich macht. Ich traf die wohl wichtigste Entscheidung meines Lebens. Ich begann, meinem Herzen zu folgen. Aus einer Leidenschaft wurde eine Berufung. Ich entdeckte den Ausdauersport und fand dabei nicht nur meine körperliche Stärke, sondern auch mich selbst. Heute blicke ich auf internationale Erfolge im Triathlon, Ultra-und Trail-off zurück, durfte Weltmeisterin werden, deutsche Meistertitel gewinnen und Deutschland im Nationaltrikot vertreten. Doch die wertvollsten Siege habe ich nicht auf dem Podium errungen, sondern in den Momenten, in denen ich nach Rückschlägen, Rückschlägen wieder aufgestanden bin. Mein größter Antrieb ist bis heute die Freude an der Bewegung, die Dankbarkeit für meine Gesundheit und die Überzeugung, dass Mut, Disziplin und mentale Stärke uns weiterbringen können, als wir es uns selbst jemals zutrauen. Das ist mein Life Score. Perfekt.
00:37:57: ,020 [Martina Eberl] Perfekt. Wow.
00:37:59: ,650 [Anja Kobs] Super. Vielen Dank, Martina. Da kriege ich eine Gänsehaut. Das ist schön geschrieben.
00:38:02: ,620 [Martina Eberl] Den darfst du dir behalten. Den schenke ich dir. Danke. Deinen Life Score. Sehr schön. Cool. Da freue mich, ähm, dass alles passt, weil tatsächlich, jetzt haben wir schon wirklich schon ein paar Gäste gehabt. Beim allerersten hat es überhaupt nicht gepasst, ähm, beim Philipp, aber das freut mich, wenn es passt.
00:38:18: ,860 [Anja Kobs] Ne, super.
00:38:19: ,360 [Martina Eberl] Das hast du mir vorher, das hat jetzt zwar überhaupt nichts mit deinem Life Score zu tun, aber weil ich es jetzt gerade schon erwähnt habe, müssen wir da mal ganz kurz drüber sprechen. Ihr Lieben, ihr kennt ja hier meine Brille, aber ich, ich bemühe mich ja jetzt heute wirklich, weil wenn es wirklich warm ist, ich schwitze auch mal so, ähm, unter ... Also die läuft dann immer an. Du hast gerade gesagt, du hast Augenmuskeltraining gemacht, damit du keine Brille mehr brauchst. Gestern habe ich noch drüber gesprochen. Ich glaube, ich muss mir jetzt lasern lassen. Hau raus. Wie macht man das?
00:38:47: ,340 [Anja Kobs] Also A, ich bin gelasert, ähm-
00:38:49: ,150 [Martina Eberl] Aha.
00:38:50: ,360 [Anja Kobs] weil ich weitsichtig war, kurzsichtig. Also die Num-, ähm-
00:38:53: ,480 [Martina Eberl] Also auf die Weite nicht.
00:38:54: ,100 [Anja Kobs] Genau. Das habe ich jetzt, das war beste Entscheidung meines Lebens. Aber diese Alterskurzsichtigkeit, also diese Lesebrille-
00:39:00: ,910 [Martina Eberl] Vielen Dank, ja.
00:39:00: ,060 [Anja Kobs] die trifft ja jeden.
00:39:02: ,780 [Martina Eberl] Die Alterskurzsichtigkeit, ja, ja.
00:39:04: ,900 [Anja Kobs] Ich werde diese 50. Ich darf über was Alter sprechen. Ähm, die, die Alterskurzsichtigkeit, die trifft jeden und die hat, das haben die mir damals auch beim Lasern gesagt, die wird auch mich treffen. Da kann man nichts dagegen machen. Ich habe dann irgendwann vor, also ich wurde gelasert, habe keine Linsen mehr gebraucht, keine Brille, aber irgendwann kam eben die Alterskurzsichtigkeit und habe mir dann so eine Brille gekauft vor ein paar Jahren und irgendwann hat mich das aber so kolossal genervt, dass ständig, du ständig diese blöde Brille aufsetzen musst, ja, und dran denken musst, dass du eine Brille dabei hast. Und ich habe das ja auch schon öfters mal gehört, dass man Augen trainieren kann. Ich meine, Augen sind auch wie das Gehirn. Es ist ein Muskel und den kann man trainieren, ja. Und, und das Gehirn und die Augen sind neuroplastisch. Das heißt, du kannst sie verändern. Und dann dachte ich mir, es verlangt Disziplin, es verlangt enorme Disziplin. Aber da dachte ich mir, das hast du und habe angefangen im September 2025, also vor einem knappen Jahr jetzt, dreiviertel Jahr,
00:39:59: ,480 [Anja Kobs] jeden Tag diszipliniert, wenn ich mich aufs Sofa gesetzt habe, 5 Minuten Augenmuskeltraining gemacht. Es gibt bestimmte Übungen. Und habe das dann bis nach Weihnachten wirklich jeden Tag gemacht und habe gemerkt, dass ich, dass ich die Brille nicht mehr brauche, dass ich teilweise schon gar nicht mehr
00:40:18: ,940 [Anja Kobs] dran, also vergesse, sie aufzusetzen. Und jetzt ist es so, weil es ist ja wie beim Krafttraining auch. Du musst, wenn du im Krafttraining anfängst, ja, musst du irgendwann 'ne Basis aufbauen und dann musst du halt nicht mehr viermal die Woche ins Studio gehen, sondern dann reicht zweimal die Woche oder einmal die Woche. Und jetzt mache ich es so jeden zweiten Tag. Wenn ich, wenn in der Früh oder abends, wenn die Augen wirklich müde sind, dann setze ich auch eine Brille auf oder wenn ich faul bin, ja. Aber grundsätzlich so jetzt auch, wenn ich unterwegs bin und am Handy was gucken muss, brauche ich keine Brille mehr.
00:40:45: ,380 [Martina Eberl] Okay, jetzt lüften wir mal das Geheimnis. Wie, was muss man da machen?
00:40:51: ,160 [Anja Kobs] Also das, drei Übungen, die schauen jetzt lustig aus. Ich mache sie vor, ja.
00:40:56: ,820 [Martina Eberl] Ja, mach sie vor. Ich versuche, sie nachzumachen.
00:40:57: ,080 [Anja Kobs] Also die, die Wichtigste ist das Zentrieren, also dass du einen Finger nimmst und ihn ganz langsam zu dir herführst, bis du nur, also nur auf den Finger fixieren und dann wieder zurück.
00:41:09: ,090 [Martina Eberl] Genau, also ihr seht das jetzt alle nicht. Wir alle drei, der Thomas hinter der Kamera macht auch gerade mit.
00:41:13: ,780 [Anja Kobs] Augenmuskeltraining.
00:41:14: ,020 [Martina Eberl] Okay, okay, also okay, gut.
00:41:16: ,520 [Anja Kobs] Genau. Und das machst du so 20-mal.
00:41:18: ,200 [Martina Eberl] Okay, also das ist wirklich, dass ich so richtig zum, auf Bayerisch, zum Schirgeln anfange.
00:41:22: ,429 [Anja Kobs] Genau. Dann Schirgeln kommt auch. Also was du dann auch machst, ist quasi auf die Nasenspitze und dann die Augen ganz weit auseinander. Also nur auf die Nasenspitze und dann so links-
00:41:32: ,320 [Martina Eberl] Und dann auseinanderziehen.
00:41:33: ,580 [Anja Kobs] Genau.
00:41:34: ,360 [Anja Kobs] Das ist die zweite. Die dritte ist-
00:41:37: ,990 [Martina Eberl] Du lässt doch Thomas auch mitmachen.
00:41:40: ,370 [Anja Kobs] Die dritte ist Rollen, also quasi links. Also du schaust nach oben, Seite, unten und den Kopf nicht bewegen. Seite, oben und das halt in beide Richtungen.
00:41:52: ,960 [Anja Kobs] Dann, was auch ganz wichtig ist, ist das Zentrieren, also die Augen fest zudrücken und dann auf einen, am besten 'nen, 'nen Wort. Weißt du, das, das, drückst die Augen fest zu und dann ganz schnell-
00:42:04: ,070 [Martina Eberl] Ganz schnell was fixieren und dann-
00:42:06: ,710 [Anja Kobs] was fixieren.
00:42:06: ,960 [Martina Eberl] dass es wieder scharf wird.
00:42:07: ,540 [Anja Kobs] Ja.
00:42:08: ,800 [Martina Eberl] Aber das wäre dann eigentlich ganz cool, wenn es relativ nah wäre, weil ich sehe ja in die Nähe nicht so gut.
00:42:13: ,500 [Anja Kobs] Ja, aber ich glaube, da geht es die Distanz.
00:42:15: ,960 [Martina Eberl] Dass man das, dass das dann wieder... Genau. Also ich würde das jetzt auf der Couch ein bisschen blöd reinschauen. Das ist jetzt gar keine schlechte Übung. Okay, also die merk ich mir jetzt.
00:42:24: ,199 [Anja Kobs] Ich kann dir auch mal-- Ich hab sie dann von dem,
00:42:28: ,000 [Anja Kobs] ja, von 'nem Amerikaner, der ist da Vorreiter auf dem, auf dem Gebiet. Ich schick dir mal den Link.
00:42:34: ,980 [Martina Eberl] Ja, aber das ist ja super. Also das bissl rumschäkeln und so, das, das bissl das Üben.
00:42:38: ,840 [Anja Kobs] Bissl blöd schauen. [lacht]
00:42:40: ,280 [Martina Eberl] Bissl blöd, bissl blöd, blöd reinschauen. Ach, das kann man doch-
00:42:43: ,330 [Anja Kobs] Aber es ist halt, wie gesagt, also du musst, um einen Erfolg zu sehen, musst du es 3 Monate mindestens konsequent machen und da scheitert's dann.
00:42:50: ,640 [Martina Eberl] Also das nächste Mal, wenn ich im Unterricht, äh, hinterm Schüler stehe und a bissl die Augen verdrehe, dann sag ich, ich mach grad einfach nur Augentraining, ja. Hat überhaupt nichts mit eurem Golfschwung zu tun. Okay, alles klar. Ja, vielen Dank. Also das ist schon mal ganz gut. Aber jetzt müssen wir auf deinen Life Score zurückgehen. Jetzt bist du von einer erfolgreichen Geschäftsfrau, ja, die wirklich Ambitionen hatte, in einem großen Unternehmen in Richtung Vorstand zu marschieren,
00:43:15: ,740 [Martina Eberl] auf die Idee gekommen, im Wald zu spielen, ja. [lacht] Ähm, bist jetzt zum Sport gekommen, auf den Sport, weil da reden wir jetzt sowieso gleich noch 'n bisschen länger. Was mich natürlich auch mal ein bissel interessiert, weil ich natürlich auch aus'm Sport komm, der Go..., ist Golf. Jeder denkt immer, die ganzen Profigolfer sind, äh, Multimillionäre und verdienen sich, äh, dumm und dämlich. Bei den Frauen ist das mit Sicherheit ganz, ganz was anderes. Und als ich damals Profi geworden bin, hatte ich wirklich gar nichts. Also damals, ähm, ich hab aufm Campingplatz, ähm, übernachtet. Ich hab mir mit, äh, 8 Mädels das, äh, das Apartment geteilt, wo eigentlich nur 4 zust..., zu-zulässig waren. Jetzt hast du da bestimmt mit Sicherheit auch schon 'ne finanzielle Basis aufgebaut, aber nichtsdestotrotz, ich stell mir das natürlich schon, vor allem in so einem Ausdauersport, der jetzt tatsächlich, haben wir vorher besprochen, auch so a bissl schon eine Aufmerksamkeit bekommt, auch von den sozialen Medien, Red Bull et cetera. Aber ich stell mir das trotzdem schwierig vor, da einen
00:44:14: ,540 [Martina Eberl] guten Lebensunterhalt davon zu verdienen. Erzähl mal a bissel, wie, wie gestaltet sich das eigentlich in so Ausdauersport, im Triathlon? Kann man da Geld verdienen? Kann man da, wenn man wirklich gut ist, gut verdienen, oder?
00:44:29: ,079 [Anja Kobs] Nee.
00:44:31: ,820 [Martina Eberl] Genau.
00:44:31: ,940 [Anja Kobs] Also, nein, ist die einfachste Antwort. Ähm, also bei mir war's so, ich bin ja, habe ja dann 2023 – das ist 'ne eigene Geschichte – dann ja beschlossen, dass ich, dass ich Profisportler werde, also mit, mit 46 Jahren. Ähm, und im Ausdauersport Geld zu verdienen, also ich mein, das, also im Triathlon, das können eine Anne Haug, ein Jan Frodeno, ja, aber alle anderen müssen nebenbei arbeiten oder wenn sie halt noch jung sind, ähm, leben sie von der Sporthilfe. Aber ansonsten läuft das über, müssen die arbeiten oder dann, wenn sie Lust drauf haben, halt über Werbeeinnahmen, ja.
00:45:05: ,460 [Martina Eberl] Aber kann der Jan jetzt davon leben, weil er schon mal den, äh, Ironman gewonnen hat? Also aufgrund dieses, dieses Resultats?
00:45:13: ,510 [Anja Kobs] Also ich, äh, vom Preisgeld her kannst du mit Sicherheit einige Jahre davon leben, weil das, also ich mein, so'n Ironman auf Hawaii zu gewinnen, ich, ich kenn die, die Summe jetzt nicht, aber da kannst du mit Sicherheit schon 'n bisschen davon leben. Aber letztendlich verdienst, lebst du ja im Sport nicht vom Preisgeld, sondern von den Werbeeinnahmen.
00:45:30: ,320 [Martina Eberl] Natürlich, mhm.
00:45:31: ,520 [Anja Kobs] Und, ähm, das war ja eigentlich das, was mir dann zum Verhängnis geworden ist, weil ich eben vergessen habe, warum ich den Sport mache. Ich will den Sport machen, weil's meine Leidenschaft ist und nicht, weil ich irgendwie Instagram befüllen will, ja. Und, ähm,
00:45:48: ,180 [Anja Kobs] ich hab halt, ich habe ja auch gearbeitet. Ich hab dann, habe ja dann, als ich gesagt hab, ich werd Profisportler, noch mal reduziert, ja. Das heißt, ich musste das, was ich reduziert hab, ja noch mal irgendwo kompensieren, ähm, und hab dann versucht, schon mir auch Partner und Sponsoren zu finden, aber ich war, ähm, ich war einfach schlichtweg auch zu alt, ja. Hab da auch eine Aussage bekommen, die definitiv ...
00:46:11: ,620 [Martina Eberl] Wobei, das, das stell ich mir total interessant vor, ja, dass wenn man jetzt sagt, man hat jemanden, der einfach nicht mehr 20 ist, was die anderen ja alle sind und der packt's noch mal. Du hast ja 'ne ganz andere Zielgruppe, weil ganz viele, die ja, ähm, die ja irgendwie erfolgreich im Job sind, die denken, „Ich muss jetzt unbedingt noch mal 'n Marathon laufen.“ Da wärst du ja optimal dafür eigentlich.
00:46:31: ,480 [Anja Kobs] Ja, das war eigentlich auch mein Gedanke dahinter, dass ich, dass ich eigentlich eine besondere Story mitbring und dass das vielleicht schon Aufmerksamkeit erzielt, aber die haben tatsächlich gesagt, ich hab zu wenig Follower auf Instagram und deswegen werden sie mich finanziell nicht unterstützen. Und dann hab ich gesagt: „Ja gut, wenn das eure Meinung ist, dann macht ihr das, aber das ist nicht mein, das bin nicht ich. Das ist nicht mein ... Ich hab meine eigenen Werte und meine Werte sind keine soziale Prostitution. Meine Werte sind, weil ich Spaß am Sport hab und weil ich Erfolge hab. Meine Erfolge haben niemanden, niemanden interessiert, ja. Also ich t-- Hab, ein Beispiel war eben, ähm,
00:47:06: ,940 [Anja Kobs] hab ich halt mal wieder angefragt, dann hieß es: „Ja, nee, wir geben dieses Jahr den jungen Wilden den Vortritt.“ Also das war dann eben schon diese Altersdiskriminierung. Zwei Wochen später stand ich neben dieser jungen Wilden aufm Podium. Sie war Dritte, ich war Erste und ich hab halt, es tut, tut mir leid, das ist jetzt ein bisschen überheblich, aber ich hab halt instinktiv den Mittelfinger gehoben, ja.
00:47:23: ,300 [Martina Eberl] Ja, aber ist ja nice, ja, ja.
00:47:25: ,810 [Anja Kobs] Weil das hat mir, das hat mir so viel Genug-
00:47:26: ,520 [Martina Eberl] Da bin ich voll bei dir, ja, ja.
00:47:27: ,160 [Anja Kobs] Das hat mir schon dann Genugtuung gegeben und es war ja nicht so ... Ich glaub, das ist ja auch das, was meine Laufbahn ausgezeichnet hat. Ich war ja kein Alltagsflieger. Ich mein, wenn ich am Start war, dann hab ich geliefert. Das, was ich gesagt hab, wenn ich was mache, mache ich es gescheit. Und ich hab zwölf Jahre lang ein gutes Ergebnis nach dem anderen rausgehauen, ja. Und das hat mich einfach, das hat mir gut getan, diese Beständigkeit, ja, dass ich nicht mal ein gutes Jahr hatte, dann bin ich wieder in 'ner Versenkung verschwunden, sondern ich war da und ich war gut, ja. Und das, das war für mich einfach wichtig. Und mir war dann letztendlich, hat mich dieses Sponsoren und Partnersuchen, das hat mich so viel Kraft gekostet und dann dachte ich mir dann: „Ich mach das ja für mich. Ich mach das ...“
00:48:08: ,720 [Martina Eberl] Und wie hast du's dann gewuppt, finanziell?
00:48:10: ,140 [Anja Kobs] Ähm.
00:48:11: ,052 [Martina Eberl] Hattest du eine Reserve noch von früher, oder?
00:48:14: ,832 [Anja Kobs] Ich hab, also in den-- Ich war ja offiziell 2 Jahre Profi, also 2023, 2024 und, äh, mein Ziel war immer, auf 'ne, also zur Null rauszugehen, schwarze Null. Das hab ich geschafft und ich glaube, das ist schon ein Erfolg. Also mit Preisgeldern, mit Sponsoring habe ich mir da reingerechnet. Also ich habe halt dann ausgerechnet, was ... Finanzbranche. Ich habe meine Excel-Tabellen gehabt. Ich habe halt ausgerechnet, was ich mir durch Sponsoring Geld spare. Ich hatte 2 Sponsoren, die mich finanziell unterstützt haben. Das war auch ein bisschen was. Also das waren jetzt keine Unsummen. Ja, die Leute denken, die haben mein Gehalt bezahlt.
00:48:46: ,392 [Martina Eberl] Darfst du ruhig erwähnen, wenn du-
00:48:48: ,032 [Anja Kobs] Das waren die Gebrüder Bauernfeind, Gebrüder, Gebrüder Bauernfeind aus Alling, die mich 3 Jahre unterstützt und, ähm, der Horst Kessler von Ergo. Da lief aber über Ergo 2 Jahre. Ähm, aber das war jetzt nicht, wie gesagt, ich musste trotzdem, trotzdem arbeiten, aber es hat, ähm, es hat meine Kosten gedeckt, ja. Das war wirklich extrem hilfreich, die 2. Ähm, danke noch mal auf diesem Weg. Und, ähm, ich bin in den 2 Jahren mit 'ner schwarzen Null, auch, wie gesagt, über Preisgelder. Und an meine Ersparnis musste ich ehrlich gesagt gar nicht so ran, weil ich bin ein sehr genügsamer Mensch. Ähm, ich hab 20 Stunden die Woche gearbeitet. Ich hab dank meiner Vergangenheit jetzt auch nicht schlecht verdient für die 20 Stunden.
00:49:29: ,512 [Martina Eberl] Also du hast trotzdem noch in der Zeit gearbeitet?
00:49:31: ,932 [Anja Kobs] Ich hab 20 Stunden, ja.
00:49:32: ,812 [Martina Eberl] Ah ja, okay, das ist ja, da hast du ein bisschen noch so-
00:49:34: ,002 [Anja Kobs] Da habe ich zumindest mal den, den Puffer gehabt.
00:49:37: ,652 [Martina Eberl] Was hast du denn da gemacht? War das da ...?
00:49:38: ,312 [Anja Kobs] Ich war dann, das war dann irgendwie auch, es war auch nicht geplant. Ich hab mir eben ein Unternehmen gesucht in Teilzeit und war bei, ähm, bei Diashop, also für Diabetesprodukte. Und, äh, wie gesagt, es war auch nicht geplant und hab da in HR angefangen, also voller Quereinsteiger und bin, war dann am Schluss Personalleiterin. [lacht]
00:49:58: ,212 [Martina Eberl] Ja, natürlich.
00:50:00: ,891 [Anja Kobs] Äh, aber es ist-- Ich hab das nicht vorgehabt, ja, aber das ist halt-
00:50:03: ,512 [Martina Eberl] Aber man ist so oder man ist nicht so.
00:50:05: ,982 [Anja Kobs] Man ist so, man ist so. Und wie gesagt, wenn ich was mache, dann mache ich es gescheit und so hat sich's ergeben, aber das hat dann, hat dann auch nicht mehr gepasst. Also das war dann irgendwie, ja.
00:50:12: ,772 [Martina Eberl] Wenn du es gerade gesagt hast, das würde mich jetzt noch mal kurz interessieren, bevor das zu weit weg, äh, schwimmt. Ähm, du warst 2 Jahre Profi. Ähm, das ist ja beim Golf, ist das ja ganz krass. Also der Schnitt vom Amateur zum Profi. Also du darfst ja als Amateur kein Preisgeld nehmen, schnick, schnack, schnuck.
00:50:28: ,212 [Martina Eberl] Wie unterste-- Wie unterscheidet sich's im Ausdauersport? Da unterscheidet's vom Amateur zum Profi?
00:50:34: ,352 [Anja Kobs] Ja, das ist ein ganz schwieriges Thema, weil es dem, das, das Berufsbild Profisport gibt's ja nicht, ja. Es gibt ja nicht so, ich mache jetzt eine Ausbildung, dann bin ich Profisportler.
00:50:42: ,892 [Martina Eberl] Ja, ja, ja.
00:50:42: ,052 [Anja Kobs] In jungen Jahren, ganz jungen Jahren, also ich rede vom Laufen Triathlon, da bist du Profisportler, wenn du eben bei der Bundeswehr bist, Sportförderhilfe kriegst et cetera. In meinem, im Triathlon ist es so, wenn du, du kannst dir bei der Deutschen Triathlon Union, wenn du Triathlons machen willst, brauchst du einen Startpass und du kannst dir einen Elite-Startpass kaufen. Und wenn du einen Elite-Startpat, Elite-Startpass hast, dann bist du automatisch überall als Profi gelistet. Also wenn du Lust hast, kaufst du dir einen Elite-Startpass für 1200 Euro und dann bist du ab nächstem Jahr Triathlon-Profi.
00:51:15: ,852 [Anja Kobs] So einfach geht das, ja.
00:51:16: ,452 [Martina Eberl] Dann dürfen halt die anderen, die den Pass nicht haben, nicht teilnehmen. Somit unterscheidest du auch gleich mal ... Also die, die diesen Pass kaufen, die sind wirklich dann auch die Besten.
00:51:25: ,732 [Anja Kobs] Ja, die, die werden halt dann auch als Pro gelistet. Sonst wirst du als Altersklasse gelistet und wenn du halt diesen Elite-Startpa-Startpass hast, wirst du halt als Pro gelistet.
00:51:33: ,352 [Martina Eberl] Mhm.
00:51:34: ,072 [Anja Kobs] Und im Laufen gibt's so was nicht, ja. Also da kann jeder kommen und sagen, er ist Profi. Ähm, für mich zeichnet sich aber-- Viele sagen ja, du bist Profisportler, wenn du damit deinen Lebensunterhalt verdienen kannst. Und dann sage ich: „Okay, dann ist aber die Hälfte der Deutschen haben bei Bundesliga keinen Profi, weil die alle nebenbei arbeiten müssen." Ähm, für mich zeichnet sich ein Profi aus, wenn er nach den Werten lebt, wenn er nach, wie ein Profi trainiert, ja, wie ein Profi regeneriert, ähm, wenn er das vorlebt, dass er Profi ist. Und, ähm, ja, das sind eigentlich so die ... Also dann ist man für mich
00:52:09: ,592 [Anja Kobs] professionell, ja. Und das gilt ja nicht nur für den Sport, sondern in allem, was ich tue, ja. Ich bin ein professioneller Mensch, wenn ich das, was ich tue, professionell betreibe.
00:52:19: ,102 [Martina Eberl] Gescheit, ja.
00:52:20: ,412 [Anja Kobs] Gescheit betreibe, ja. Und für mich ist kein, niemand Profi, der ... Also Influencer zum Beispiel, ja, das, die haben ihr Berufsbild Influencer, die sind Influencer, aber die sind alles andere als Sportler oder Profis, ja. Die sind halt Influencer. Und da glaube ich, das ist gerade so ein bisschen auch die, den Wandel, den wir halt durchmachen durch die sozialen Medien.
00:52:41: ,272 [Martina Eberl] Ja, also diese Influencer Nummer, also Hand aufs Herz, irgendwo bin ich auch so ein verkappter In-Influencer mittlerweile, weil du influencest ja quasi Leute über Geschichten und über deine Erfahrungen und so weiter und so fort. Wenn man natürlich sagt, äh, zum Beispiel meine Kinder, Gott sei Dank haben sie es noch nie gesagt, weil sie wüssten, was ich sagen würde, ich möchte gerne als Beruf Influencer werden. Das ist natürlich ein Schmarrn, aber wenn du natürlich eine Profession hast, die andere inspiriert, mit denen du anderen positiv beeinflussen kannst, gilt dieses Influencer schon ganz, ganz, ganz gut, ja.
00:53:13: ,702 [Anja Kobs] Das ist richtig, weil du ja mit, mit dem, was du tust, mit deiner Geschichte Leute motivierst und inspirierst. Das mache ich ja auch gerne, ja. Aber ich, ich, ich würde nie Influencer werden wollen, weil das ist ja ein ganz anderes Berufsfeld.
00:53:25: ,012 [Martina Eberl] Das stimmt, ja. Das stimmt, das stimmt.
00:53:27: ,432 [Anja Kobs] Und ich will ja was-- Ich mache den Sport, weil er, weil's meine Leidenschaft ist.
00:53:31: ,833 [Martina Eberl] Ja. So, jetzt haben wir natürlich, ähm, was zum Thema Alter. Ja, du hast ja vorher den Jan Frodeno erwähnt, ähm, den Norman Stadler, den ich auch mal, ähm, bei einer, äh, tollen Veranstaltung von einer Versicherung kennenlernen durfte. Durfte-- Er hat die Läufe betreut, ich habe die Golfer betreut. Ähm, sehr netter und angenehmer Mensch. Er hat jetzt beschlossen, wieder zurückzukehren. Er will jetzt wieder in Richtung Ironman zurückkehren. Ich, ich folge ihm auch auf LinkedIn. Ich beobachte das so ein bisschen. Ich drücke ihm alle Daumen. Was hältst du davon? Weil das ist natürlich jetzt nicht so wie beim Golf, wo man sagt, okay, da hat man jetzt später auch noch mal die Möglichkeit, weil da ist man ja schon körperlich- Ich mein, wa-- wie viel Jahre sind vergangen? 10, 15 Jahre, seitdem-
00:54:15: ,644 [Anja Kobs] Ja, der hat, der hat aufgehört, als ich angefangen habe. Ja, ja. Ich, eigentlich find ich's, find ich's schon auch mutig, ja, weil er hat ja wirklich auch alles-- Ich, ich find, ein super Typ. Ähm, er hat alles erreicht, ja. Ich glaube, er hatte auch Herzprobleme. Da war irgendwas, ja. Ähm, und er kehrt jetzt zurück, aber bewusst als Altersklassenathlet. Er sagt ja nicht, dass er Profi ist. Er start-
00:54:36: ,064 [Martina Eberl] Ah, okay.
00:54:37: ,734 [Anja Kobs] Er startet in Hawaii als Altersklassenathlet, aber auch wenn er als Profi starten würde, würde ich's, würd ich's noch mutiger finden. Ich find's toll. Ich mein, wenn man, wenn man nach so langer Zeit mit so viel Abstand noch mal anfängt und sagt, „Ich probier's noch mal", find ich super. Was halt schlimm ist, wenn viele sagen, sie hören auf, aber dann irgendwie doch weitermachen, ja. Und, ähm, aber er hat einfach 'n Cut gemacht und hat jetzt nach 10 Jahren gesagt: „Jetzt mach ich, jetzt hab ich wieder Bock drauf."
00:55:03: ,584 [Martina Eberl] Ja, ich glaub, das war tatsächlich gesundheitsbedingt wegen dieser Herzgeschichte.
00:55:06: ,304 [Anja Kobs] Ja, ja.
00:55:07: ,524 [Martina Eberl] Ähm, wie ist das denn? Das muss ich jetzt mal verstehen. Ich, ich, ich sehe einfach, wie wenig Ahnung ich davon hab. Wenn man, wenn du sagst, in der Altersklasse,
00:55:15: ,204 [Martina Eberl] also dann melde ich mich jetzt an. Also ich bin jetzt 45, also Ü40, melde ich mich jetzt an.
00:55:20: ,414 [Anja Kobs] Nee, 45 wärst du dann jetzt.
00:55:21: ,084 [Martina Eberl] Ü45, oh Gott, da geht's noch weiter. Und, ähm, dann, ähm, lauf ich da mit und mach ich da mit und dann bin ich quasi in meiner eigenen Wertung. Dann geh ich gar nicht in diese große Wertung rein, oder?
00:55:32: ,744 [Anja Kobs] Nee, du bist quasi, bist in der Altersklasse und spielst dich oder misst dich mit deinen Altersgenossinnen.
00:55:38: ,464 [Martina Eberl] Okay, alles klar. Und wenn jetzt tatsächlich diese Zeit,
00:55:42: ,824 [Martina Eberl] also so sensationell wär, dass die eigentlich bei 'nem Großen eigentlich auch richtig cool wär, das würde aber trotzdem nicht zählen.
00:55:48: ,224 [Anja Kobs] Du kriegst dann kein Preisgeld. Ähm, du hast halt dann, wenn halt die, die Ergebnisse da ist, dann hast du irgendwie Platz eins bis 5 Pro und dann kommt halt mal Platz 6 W, also für W45, W30. Da sieht man halt, das ist ein Altersklassenathlet und dann kommt halt 7, 8, 9 wieder Pro. Und das ist natürlich schon cool, wenn du dich unter den Pros einreihst, ja. Aber prinzipiell bist du dann, bist du in der Altersklassenwertung.
00:56:10: ,744 [Martina Eberl] Wie findest du das eigentlich? Da gab's doch jetzt dieses Jahr auf, auf Hawaii, da hat eine mitgemacht mit Mitte 70 oder so? Oder relativ oder vielleicht, ich weiß gar nicht, noch älter?
00:56:19: ,884 [Anja Kobs] Nee, es gibt die, die Schwester. Es gibt 'ne Schwester, also 'ne Nonne. Die Nonne, ich weiß den Namen jetzt nicht.
00:56:24: ,404 [Martina Eberl] Nee, die war keine Nonne, aber die war schon wirklich vom Alter her, wo man echt gedacht hat, ich glaub, dass sie schon 80 war oder so.
00:56:31: ,934 [Anja Kobs] Ja, ja.
00:56:31: ,124 [Martina Eberl] Also ganz abgefahren und die hat das gewuppt. Die ist das durch-
00:56:38: ,684 [Anja Kobs] Ja, auf der einen Seite find ich's 'ne Wahnsinnsleistung. Also ich mein, jeder, der nicht aufm Sofa sitzt und laufen geht, bringt, ist für mich 'n Hero, ja. Ähm, ich find's schon 'ne Wahnsinnsleistung, aber ich hab das ja auch schon miterlebt bei meinen eigenen Langdistanzen, wenn ich schon längst gegessen hab und im Ziel war und, und schon, eigentlich schon ins Bett gehen wollte und dann...
00:57:01: ,504 [Martina Eberl] Kommen noch welche.
00:57:02: ,244 [Anja Kobs] Ja, und ja, ich, ich weiß nicht, ich will auch niemandem auf die Füße treten, aber für mich hat das halt mit Sport und Ästhetik jetzt nichts mehr zu tun.
00:57:10: ,404 [Martina Eberl] Na, das ist halt dann wirklich nur, das zu schaffen.
00:57:12: ,104 [Anja Kobs] Das zu schaffen und das ist halt... Und die schauen auch nicht mehr aus, wie wenn denen das Spaß machen würde. Und,
00:57:19: ,484 [Anja Kobs] und da komme ich halt dann wieder auf das zurück: Du hast halt nur diesen einen Körper und, ähm, ja, ich, ja, schwieriges Thema.
00:57:26: ,084 [Martina Eberl] Nee, nee, absolut. Da hab ich grade so ein bisschen lachen, weil du sagst, das schaut nicht so aus, als ob einem das Spaß machen würde. Ich erzähl dir direkt eine Anekdote. Ich bin ja tatsächlich, heute in der Früh hatte ich dieses T-Shirt an. Ich hatte es schon so lange nicht mehr an, weil ich mir gedacht hab, du kommst heute. Ich muss halt in der Früh noch mit dem Hund, ähm, wir sind die große Runde mit 10 Kilometer gelaufen, hatte ich mein Berlin-Marathon-T-Shirt heute an, ja. Also ich bin ja 2023 Berlin den Marathon gelaufen, weil das eben auch Bucket List war. Ich bin zweimal in München den Halbmarathon gelaufen und wenn man mich mir so anschaut, also ich bin klein, ich bin muskulös, ich bin eigentlich null der Läufer eigentlich, ja. Aber das musste ich unbedingt machen und ich hab mir da, keine Ahnung, ich hab Kompressionsgeschichten von der Hose bis zu den Socken. Ich hab ausgeschaut wie eine Presswurst. Also es hat mir wirklich relativ wenig Spaß gemacht und auch, also ich wollte unter 5 Stunden bleiben. Ich bin 4 Stunden 58 gelaufen.
00:58:18: ,464 [Anja Kobs] Wow.
00:58:18: ,624 [Martina Eberl] Ähm, und Spaß, also Spaß-
00:58:22: ,434 [Anja Kobs] Ist was anderes.
00:58:23: ,444 [Martina Eberl] Also muss ich echt mal überlegen, ob's zu irgendeinem Zeitpunkt wirklich Spaß gemacht hat. Also mir haben die Halbmarathon viel, viel mehr Spaß gemacht, weil da bin ich wirklich für meine Verhältnisse flott gelaufen, aber da bin ich auch echt immer so 2 Stunden gelaufen, ja.
00:58:37: ,104 [Anja Kobs] Das ist sehr gut, ja.
00:58:38: ,154 [Martina Eberl] Das ist für mich ganz fein gewesen, aber das, das war schon hardcore. Also ich glaub tatsächlich, dass dein Sport, was viele machen, prinzipiell wenig mit Spaß zu tun hat. Dieses Schaffen halt, hauptsächlich Schaffen, Bucket List halt, ja.
00:58:51: ,264 [Anja Kobs] Bucket List, ja. Und das, das ist halt nicht mein, meine Werte, also meine, meine Einstellung zum Leben. Ich, ich hab auch keine Bucket List und ich glaub, das war auch ein Grund, warum ich so erfolgreich war, weil ich immer Spaß dabei hatte bei dem, was ich getan hab. Und was mir auch oft... Also ich hatte mal ein Gespräch, da ging's auch um Sponsoring und, und ja, eigentlich um Sponsoring. Ähm, ja, das ist immer schwierig mit dir, weil du machst ja alles. Du machst ja Laufen, du machst Triathlon, du machst Straßenlauf, du machst Trail-Lauf, du machst Bahnlauf. Dann sag ich: „Ja, pff,
00:59:24: ,584 [Anja Kobs] ich, ich kann machen, was ich will und ich mach alles, aber ich kann halt auch alles, ja." Ähm, ich hab sogar Radrennen gemacht, ja. Ähm, und dass ich mich halt nicht fokussiert hab auf die einen, auf eine bestimmte Sportart und ich, das war nie mein Ansinnen, weil ich gesagt, weil ich auch oft gefragt wurde: „Wenn du jetzt wirklich dich fokussieren müsstest auf nur Triathlon oder auf irgendeine Sportart." Ich denk, könnte ich nicht beantworten, die Frage, weil mir alles Spaß macht und auch diese Abwechslung. Und ich glaub, das war der Grund, warum ich halt einfach, warum ich so gut war in allem, was ich getan hab. Und ich hab das Trail-Laufen, das hab ich ja während Corona entdeckt, weil ich, während Corona gab's ja keine Wettkämpfe und mir haben halt Wettkämpfe unheimlich viel Spaß gemacht, so dieses über seine Grenzen gehen. Und dann hab ich halt einfach geguckt, was geht, ja. Wo findet 'n Wettkampf statt und den nimmst du mit. Und so bin ich zum Trail-Laufen gekommen und das Trail-Laufen war ja für mich eigentlich bis zum Schluss immer nur hartes Training für'n Triathlon. Und das-
01:00:21: ,552 [Martina Eberl] Mhm.
01:00:22: ,252 [Anja Kobs] Da hat mal einer zu mir gesagt, dass, ähm, der fand das super. Der hat das-- Also ich hab zu ihm gesagt: „Ich bin eigentlich nur hier, weil ich für 'ne Langdistanz trainiere.“ Und dann hat er gelacht und dann sagt er: „Du musst aber aufpassen, weil du trittst da mit anderen Leuten auf die Füße.“ Dann sage ich: „Ja, das verstehe ich, ja.“ Ich mein, die fahren jedes Wochenende in die Berge und trainieren auf den Trails und ich mach das halt, weil ich-
01:00:42: ,882 [Martina Eberl] So nebenher.
01:00:42: ,452 [Anja Kobs] nebenher. Und ich hab halt gesagt, das ist halt meine Leichtigkeit, ja. Ich mach mir da auch keinen Kopf. Ich fahr halt dahin. Ich mein, Downhill bin ich einfach schlecht. Das ist klar. Das ist-- Du musst, wenn du ein guter Trail-Läufer sein willst, dann musst du auch alles trainieren. Du musst Uphill trainieren, Downhill trainieren und die Ausdauer. Ähm, aber ich, es ist halt lange gut gegangen, ja. Und-
01:01:03: ,032 [Martina Eberl] Aber ich kann das verstehen. Es ist ja bei, ähm, das ist ja auch oft so, was ich so mache. Ich mache ja auch viel neben dem Go-- Die meisten
01:01:11: ,272 [Martina Eberl] ist ja das Golf. Ich bin die Golferin, ja, aber ich, ich mache auch sehr, sehr viel Fitness, viel Ernährung, viel dieses, äh, diese Langlebigkeitsgeschichten und, ähm, hab da einfach ein sehr, sehr großes Portfolio. Und du, ich bin da voll bei dir, wenn's jetzt um so Sponsoring oder um Partnerschaften geht, dass die, ähm, Firmen beziehungsweise die Partner dann einfach auch so mehr diese eine Richtung haben wollen. Was, für was stehst du denn jetzt eigentlich? Dein USP und so weiter. Versteh ich total. Aber wenn du jetzt so erzählst, äh, okay, also der Trail Run war jetzt deine Vorbereitung auf 'n Triathlon oder auf 'n, auf 'n Marathon. Ähm, und dass du da so viel verschiedene Sachen gemacht hast, dann bist du mal wieder ein Radrennen gefahren und so weiter und so fort. Und ich find das ja mega, dass du sagst, dass der Spaß war für dich ganz oben. Wie hast du denn am Anfang des Jahres dann quasi so deinen Wettkampfkalender festgelegt? Weil kannst ja nicht sagen: „Oh ja, dann machen wir da mal Radrennen und da, da laufen wir mal wieder einen Triathlon." Du musst es ja schon noch ein bisschen strukturieren.
01:02:09: ,012 [Anja Kobs] Also [lacht] mein Trainer, der war, der hat-- Ich hab lange mit ihm zusammen gearbeitet. Ähm, ich hab das teilweise dann, wenn ich keinen Bock mehr hatte, dann hab ich alles umgeschmissen.
01:02:19: ,672 [Martina Eberl] Mhm.
01:02:19: ,592 [Anja Kobs] Also ich hatte am Anfang des Jahres schon, du brauchst schon deine Hauptziele und das Hauptziel war natürlich immer 'ne Langdistanz beim Triathlon. Und weil, da, du musst dich da schon drauf vor-- Es ist nicht so, dass ich sage, jetzt mach ich mal aus dem Stehgreif eine Langdistanz. Aber ich hab halt zum Beispiel auch mal, ich war, glaub ich, vor 2 Jahren war ich im Juni in Klagenfurt für eine Langdistanz angemeldet und dann hab ich 2 Wochen vorher, hab ich zu meinem Trainer gesagt: „Nee, ich, das passt noch nicht. Ich bin nicht so weit. Ich, Kopf, Körper, ist es nicht, fällt aus." Dann wird alles umgeschmissen, ja. Deswegen hab ich halt, um auf deine Frage zu beantworten, ich hab am Anfang des Jahres schon meine, meine Höhepunkte festgelegt und darum haben wir halt die, die kleineren Wettkämpfe geplant, aber diese kleinen, diese kleineren Trail-Läufe, also da spreche ich von 30, 40 Kilometern, die haben wir einfach so mit eingebaut.
01:03:04: ,012 [Martina Eberl] Okay.
01:03:05: ,212 [Anja Kobs] Also die waren jetzt nie irgendwie-
01:03:06: ,652 [Martina Eberl] Der Trainer und du, ihr habt das zusammen-
01:03:07: ,392 [Anja Kobs] Genau, also im Prinzip, ich hab's gemacht und er hat dann, er hat dann versucht, das Chaos irgendwie strukturiert-
01:03:15: ,872 [Martina Eberl] Zu strukturieren. Ja, mei, so was braucht man. So was hab ich ja auch. Ich hab ja meinen Thomas, der mich als Chaos immer wieder strukturiert. Ähm, einfach da noch mal ganz kurz, weil's mich halt einfach auch interessiert und das gehört, ist halt auch Teil des Businesses. Ähm, wenn man dann--
01:03:30: ,472 [Martina Eberl] Erzähl mal, was man so verdienen kann. Wenn man jetzt halt so 'n Trail-Lauf gewinnt oder was auch immer, was, wie bewegt man sich da? Gibt's überhaupt, gibt's da Geld? Gibt's Antrittsgeld oder gibt's Preisgelder?
01:03:40: ,472 [Anja Kobs] Antrittsgeld gibt's nicht. Was ich dann in den 2 Jahren, wo ich Profi war, gemacht hab, ich hab, hab ja natürlich die Veranstalter alle gekannt und ich hab die einfach freundlich gefragt und hab gesagt: „Habt ihr, kann ich umsonst starten oder gibt's irgendeine Möglichkeit mit Hotel?" Und ich hab auch immer gesagt, ich verlang nix. Also ich, ich bettel nicht, ja. Ich hab einfach nur gefragt und, ähm, hab mit, ich glaub, zu 23 war das, hab ich, glaub ich, fast kein einziges Startgeld bezahlt. Viele haben sich total gefreut, dass ich komme, ja.
01:04:07: ,352 [Martina Eberl] Bei was, was ist das ungefähr, wenn man so ein Startgeld zahlen muss?
01:04:10: ,972 [Anja Kobs] Ähm, also Startgeld geht von 20 Euro beim Volkslauf bis 700 Euro für den Ironman.
01:04:15: ,852 [Martina Eberl] Okay. 700 Euro beim Ironman. Aber da muss man sich ja noch tausendmal vorher qualifizieren. Das ist ja nicht nur-
01:04:21: ,192 [Anja Kobs] Nee, Ironman kannst du so-- Für Hawaii musst du dich, für Hawaii brauchst du, wenn du nach Hawaii möchtest, aber das war für mich nie Thema, da musst du dich qualifizieren.
01:04:29: ,772 [Martina Eberl] Warum war das für dich nie Thema?
01:04:30: ,722 [Anja Kobs] Weil das einfach ... Also Hawaii ist mit Sicherheit ein ganz tolles Rennen, ja. Und ist auch für mich wahrscheinlich ein sehr gutes Rennen, weil ich ein Hitzemensch bin. Also ich glaub, ich würd mich da wunderbar fühlen.
01:04:39: ,692 [Martina Eberl] Ist ja jetzt perfekt.
01:04:40: ,771 [Anja Kobs] Ja, herrlich.
01:04:42: ,192 [Anja Kobs] Aber ich war eben nie so dieser,
01:04:47: ,732 [Anja Kobs] ich muss um Hawaii, ich muss nach Hawaii, um zu sagen, dass ich ein guter Triathlet bin. Das brauch ich nicht. Ich hab das für mein Ego nicht gebraucht.
01:04:53: ,112 [Martina Eberl] Aber geschafft hättest du es doch.
01:04:55: ,112 [Anja Kobs] Ja, ja, ich hab mich, ich hab, also ich hab Langdistanz-- Du kannst dich ja nur bei 'nem Ironman, also bei 'nem Rennen der Marke Ironman für Hawaii qualifizieren. Und ich hätte mich zweimal qualifiziert, ja. Aber ich hab den Slot nicht genommen, weil mir das einfach ... Ich seh den Sinn nicht dahinter, für 15.000 Euro einmal um die Welt zu fliegen und
01:05:17: ,832 [Anja Kobs] acht, 9 Stunden Sport zu machen. Das geht in meinen Kopf nicht rein. Das ist einfach-
01:05:23: ,591 [Martina Eberl] Witzig.
01:05:24: ,892 [Anja Kobs] Das Geld, dieses, diese unfassbare Menge an Geld für einen Wettk-- Für, für 15.000 Euro kann ich so viel tolle Sachen machen. Das versteh ich nicht. Das geht in meinen Kopf nicht rein. Und deswegen ha-- war für mich Hawaii nie ein Thema. Und das ist ja,
01:05:42: ,052 [Anja Kobs] jeder Triathlet, der jetzt anfängt oder der sich auf 'ne Langdistanz vorbereitet, nicht jeder, aber ich sage mal,
01:05:49: ,372 [Anja Kobs] mindestens 8 von 10 sagen: „Ich will nach Hawaii."
01:05:52: ,352 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, das ist ja spannend, weil viele machen's ja nur wegen dem.
01:05:55: ,996 [Anja Kobs] Mega, und ist beim Laufen genau das Gleiche. Viele wollen ja unbedingt zu diesem blöden UTMB, äh, blöd, Entschuldigung, zu dem UTMB nach Chamonix, das immer Ende August ist. Ähm, also UTMB Chamonix ist halt das, was für die Triathleten Hawaii ist. Und, ähm, das hat mich, das hat mich auch nicht interessiert, weil das kostet auch immer-- Du musst noch nicht fliegen, aber Chamonix kannst du dir vorstellen. Das ist jetzt ja auch nicht grade Hintertupfingen. Ähm, und das- Hat mich auch nie interessiert, ja.
01:06:23: ,696 [Martina Eberl] Bahnen. Ja, das ehrt dich natürlich schon sehr. Wobei, wie gesagt, das, ich bin mir sicher, da spaltet sich das einfach wahnsinnig, weil viele dann einfach sagen, ja, also, ähm, genauso beim Golf, das hat jetzt zwar nichts mehr mit dem Spielen zu tun, aber zum Zuschauen, wie viele Leute Geld ausgeben und, ähm, once in a lifetime in America, in Augusta bei dem Turnier, bei den Masters dabei zu sein, äh, wo Tickets utopisches Geld, ja. Also wo, wo ich jetzt aber, da bin ich total bei dir, wo ich sag, ich schau's mir im Fernsehen an. Eines Tages vielleicht geht sich das aus, aber Unmengen an Geld dafür zu vergeben. Ja, ich verstehe, ich bin da total bei dir. Oder beim, beim, das wird dir auch was sagen, Ryder Cup-
01:07:04: ,946 [Anja Kobs] Ja, klar.
01:07:04: ,856 [Martina Eberl] dass man da unbedingt mal dabei sein muss. Genau, cool. Also jetzt pass auf, jetzt haben wir schon so viel von deinen, äh, Erfolgen geredet. Ich möchte mal ganz kurz ein bisschen zitieren, damit auch die Zuhörer und, ähm, Zuschauer, die dich jetzt vielleicht noch nicht kennen, weil ich meine, das ist natürlich auch so 'ne Sportart, da muss man sich auch dafür interessieren. Ja, also halt, man kennt halt den Jan Frode-, äh, Froden, Frodeno-
01:07:25: ,626 [Anja Kobs] Frodeno.
01:07:26: ,756 [Martina Eberl] Frodeno, danke, weil er halt einfach in den Medien ist, aber so kommt man ja ganz selten mit dem in Berührung, ja. Also, berichtige mich, wenn ich da falsch bin an meinen Recherchen. Zu deinen größten Erfolgen gehören die Weltmeisterin über Triathlon Langdistanz in der Altersklasse, dann Vize-Weltmeisterin im Duathlon, Vize-Europameisterin auf der Triathlon Langdistanz, Vize-Europameisterin der Triathlon Mitteldistanz, deutsche Meisterin in 50 Kilometer Ultra-Marathon,
01:07:55: ,676 [Martina Eberl] äh, deutsche Vizemeisterin Ultra Trail.
01:07:58: ,276 [Martina Eberl] Die nächste Frage, was der Ultra Trail ist, kommt gleich.
01:08:01: ,856 [Anja Kobs] Mhm.
01:08:01: ,676 [Martina Eberl] Äh, deutscher Rekord in 6 Stunden Straßenlauf. 6 Stunden Straßenlauf. Servus.
01:08:07: ,116 [Anja Kobs] lacht] Das ist heftig, ja.
01:08:08: ,576 [Martina Eberl] Äh, Siegerin des deutschen Wings for Life World Run, ähm, 2021. Äh, Siegerin zahlreicher Trail- und Ultraläufe, äh, Tour d..., äh-
01:08:19: ,866 [Anja Kobs] Tour de Tirol.
01:08:20: ,956 [Martina Eberl] Tour de Tirol, Allgäu, Panorama Ultra Trail und so weiter und so fort. Also was mir da jetzt-- Da muss ich gleich mal ein bisschen einhaken.
01:08:27: ,796 [Martina Eberl] Wings for Life World Run
01:08:30: ,176 [Martina Eberl] 2021. Das ist 'n Run, der auf der ganzen Welt gemacht wird, ge?
01:08:36: ,736 [Anja Kobs] Ja, also, äh, eins, eins will ich einhaken. Äh, beim, beim ersten hast du es gesagt. Also die Triathlon-Titel waren alle in Anführungszeichen nur in der Altersklasse.
01:08:43: ,476 [Martina Eberl] Altersklasse.
01:08:44: ,036 [Anja Kobs] Ähm, ich habe aber eine Triathlon-Langdistanz-Overall gewonnen mit, also 2023. Das war mein bestes Jahr. Ähm, aber die, die waren in der Altersklasse und die Lauftitel waren alle overall. Also-
01:08:56: ,516 [Martina Eberl] Und Altersklasse ist jetzt quasi ü...
01:08:58: ,036 [Anja Kobs] Also das ist, geht immer im Fünferschnitt und die waren, glaub ich, alle in der AK 45.
01:09:03: ,606 [Martina Eberl] Wings for Life. Also ich seh das immer nur bei uns im Olympiapark in München, dass das immer ganz groß ist. Da kann ja eigentlich jeder mitlaufen, der lustig ist, ge?
01:09:10: ,536 [Anja Kobs] Also da ist, ähm, das ist ja auch von Red Bull gesponsert. In dem Fall find ich's 'ne tolle Sache, weil die ja für die Spinal Cord Research Geld sammeln, also für die Rückenmarksforschung. Und das ist 'ne tolle Sache, die Red Bull da auf die Beine stellt. Ähm, und das ist immer am ersten Mai im Monat, im Jahr, im Monat, ersten Mai im Jahr und ist auf der gan-- startet auf der ganzen Welt gleichzeitig. Und das ist ja das Schöne. Also-
01:09:32: ,416 [Martina Eberl] Ach, cool.
01:09:33: ,436 [Anja Kobs] Ähm, die Mitteleuropäer halt um 13 Uhr, was halt der Nachteil ist, was da halt heiß ist. Die Amerikaner haben den Vorteil, dass sie in der Früh starten und die Asiaten müssen in der Nacht laufen. Startet zur gleichen Uhrzeit. Und 2021 war's 'n Corona-Run. Also es war ein offizieller Lauf, aber es war insofern ein virtueller Lauf, weil er nur über die App stattgefunden hat. Ähm, also du bist dann, bist auf der App getrackt worden. Und ich hab den, ich bin den gelaufen an der Ruderregattastrecke in München und da war auch Flo Neuschwander dabei. Und die Lauf, also man muss jetzt mal dazu sagen, auch weil du sagst, ähm, viele wissen und kennen das nicht, Laufen und Triathlon, das ist im Sport 'n Mückenschiss. Also kennt man-- Das sind, das sind Rand-Nischensportarten, ja.
01:10:17: ,456 [Martina Eberl] Jetzt bist du da an der, an der Ruderregatta in Oberschleißheim. Ich kenne das. Das ist ja quasi eine Regatta. Ist das quasi... I-i-- Oder ja, okay, gut. Und da bist du ...
01:10:28: ,496 [Anja Kobs] Genau. Und wir hatten, also ich hatte dann eben, ich hab damals mit, ähm, mit Wings for Life und mit, mit Red Bull Kontakt aufgenommen und hab gesagt, ähm, ich lauf den und ich kenn ja mein, was ich laufen kann und ich, ich möchte, ich glaub, ich hab vorgehabt, 47 Kilometer zu laufen und mit 47 Kilometern kannst du den Lauf gewinnen.
01:10:50: ,636 [Anja Kobs] Also jetzt heutzutage nicht mehr, weil jetzt, ich glaub, letztes Jahr... Also du, du läufst zumindest in den ersten 3.
01:10:57: ,036 [Martina Eberl] Geht's da um die Distanz dann?
01:10:59: ,656 [Anja Kobs] Genau.
01:10:59: ,675 [Martina Eberl] Aber geht's gar nicht um die Zeit?
01:11:00: ,786 [Anja Kobs] Nee, das, das ist 'n total super, das ist 'n supergeiles Format. Du läufst und läufst so lang, bis dich das sogenannte Catcher-Car einholt. Und das Catcher-Car startet nach 'ner halben Stunde – ich weiß es nicht auswendig – startet nach 'ner halben Stunde und erhöht alle halbe Stunde um ein km/h, irgendwie so. Es wird immer schneller.
01:11:19: ,696 [Martina Eberl] Wie lustig, okay.
01:11:20: ,026 [Anja Kobs] Und
01:11:22: ,476 [Anja Kobs] damals so '21, ich bin jetzt wo,
01:11:25: ,076 [Anja Kobs] '24 oder '25 noch mal gelaufen in München, da wurde ich Dritte. Und das ist schon geil. Also wenn du dann, du läufst und läufst und irgendwann denkst du: „Wo ist dieses blöde Auto? Ich will nicht mehr. Wo ist dieses blöde Auto?"
01:11:37: ,516 [Martina Eberl] Du läufst immer im Kreis.
01:11:38: ,716 [Anja Kobs] Nee, in München ist es ... Also noch mal zurück auf 2021, da war's ein virtueller Run. Da hab ich Kontakt mit Red Bull aufgenommen und hab gesagt, ich möchte da, ich möchte soundso viel Kilometer laufen. Dann sagten die: „Ja, Corona-Jahr, da sind ja viele so 'n Motivationsloch gefallen. Das, da könntest du richtig gut vorne mitlaufen." Und dann hab ich vor-- Das war mein Plan. Und dann hatt ich halt das in Anführungszeichen Glück, dass Florian Neuschwander noch mitgelaufen ist. Das ist halt auch ein bekannter Läufer in Deutschland. Und dann hat halt, ähm, und der startet auch für Red Bull und dann haben die halt gesagt: „Okay, also wenn wir beide da an der Regattastrecke sind, dann begleiten wir das auch medial." Also mit 'ner Kamera mit vor Ort.
01:12:12: ,636 [Martina Eberl] Okay, ja.
01:12:13: ,175 [Anja Kobs] Und so sind wir dann, ähm, Flo ist gegen den Uhrzeigersinn gelaufen, ich im Uhrzeigersinn.
01:12:18: ,196 [Martina Eberl] Witzig.
01:12:19: ,844 [Anja Kobs] Ähm, das war dann auch ganz lustig, weil, ähm, es war 13 Uhr und da sind wir, am Anfang laufen da ja noch wahnsinnig viele mit und es wird halt dann-
01:12:27: ,484 [Anja Kobs] Mit halbe Spu-- halbe Stunde. Es wird halt immer weniger. Aber es haben dann einige Leute halt auch mitgekriegt, dass ich richtig gut mit dabei bin, weil du siehst es ja, du siehst dann auf der App, wer noch im Rennen ist.
01:12:38: ,284 [Martina Eberl] Mhm.
01:12:39: ,884 [Anja Kobs] Und, ähm, irgendwann hieß-
01:12:41: ,924 [Martina Eberl] Mhm.
01:12:41: ,284 [Anja Kobs] Also irgendwann, gut, ich hatte ja Kamera dabei, aber dann irgendwann hieß es so: „Anja, du bist jetzt Top ten weltweit, ja. Und das war halt, das war schon geil. Und ja, letztendlich hab dann deutschlandweit gewonnen und weltweit war ich auf, glaub ich, Platz 7.
01:12:54: ,184 [Martina Eberl] Stark.
01:12:55: ,344 [Anja Kobs] Danach, an dem Tag, und das ist dem Flo, glaube ich, auch zum Verhängnis geworden, das war wie immer so im Mai. Es war bis zu dem Sonntag war Scheißwetter und Sonntag war der erste heiße Tag und wir sind halt um 13 Uhr gestartet und das ist mir dann auch zum Verhängnis geworden, also uns beiden, weil ich wollte ja 47 Kilometer laufen, bin aber dann nur 43 Komma 4. Aber genau.
01:13:16: ,284 [Martina Eberl] Wie ist denn das dann bei dir, wenn es dann 43 Komma 4 ist? Ist dann, wo du dann sagst, jetzt ist der Akku leer oder tun dir dann einfach auch mal die Beine weh? Oder warum hörst du dann da auf?
01:13:26: ,664 [Anja Kobs] Ja, in dem Fall musst du aufhören, weil das Auto kommt.
01:13:28: ,644 [Martina Eberl] Ach, das Auto kam?
01:13:29: ,144 [Anja Kobs] Ja, ja.
01:13:30: ,024 [Martina Eberl] Das kam trotzdem?
01:13:31: ,664 [Anja Kobs] Also das ist, das war ja virtuell-
01:13:32: ,284 [Martina Eberl] Virtuelles Auto kam.
01:13:33: ,884 [Anja Kobs] Genau, das hat dann gehupt, ja.
01:13:34: ,724 [Martina Eberl] Ah, das hat gehupt?
01:13:35: ,844 [Anja Kobs] Es hat gehupt, ja, ja. Es hat gehupt, ja.
01:13:37: ,864 [Martina Eberl] Okay, okay.
01:13:38: ,744 [Anja Kobs] Ähm, und beim-- Vor 2 Jahren, als ich in München gelaufen bin, da kommt wirklich dann das Auto und dann fährt das Auto an mir vorbei und dann bist du quasi, dann bist du ausgeschieden.
01:13:46: ,384 [Martina Eberl] Wie sagt man dazu? Ist es der Besen?
01:13:48: ,904 [Anja Kobs] Das ist der Besenwagen, ja.
01:13:49: ,024 [Martina Eberl] Der Besenwagen.
01:13:50: ,424 [Anja Kobs] Ja, und da waren noch 2 Mädels vor mir und, ja, und dann ist es vorbei.
01:13:53: ,814 [Martina Eberl] Witzig. Das hab ich immer gehofft in Berlin, dass mich so ein Besenwagen mit einfährt, ja.
01:13:57: ,964 [Anja Kobs] Nee, den willst du nicht, den Besenwagen, weil dann bist du Letzte.
01:14:02: ,944 [Martina Eberl] Okay, ja, also zu deinen Bestleistungen kannst du mich auch wieder berichtigen, falls es meine Recherchen, falls, falls das nicht richtig ist. Deine Marathon-Bestzeit ist 2 Stunden 56, 18.
01:14:14: ,764 [Anja Kobs] Mhm.
01:14:15: ,624 [Martina Eberl] Halbmarathon, eine Stunde 23, 57 und 10.000 Meter, ähm, 37 Minuten 45. Das ist ja was, was mich noch viel mehr beeindruckt als, als ein, oh Gott, das beeindruckt mich alles, ja. Also ich als, als, als Vor-mich-hin-Joggerin, ja. Also das, was ich da mache, das kann man sowieso nicht als Laufen bezeichnen. Aber, ähm, aber da kommen wir nachher auch noch drauf, weil ich da viele Fragen dazu hab. 10.000 Meter, 37 Minuten 45. Also jeder, der aufm Laufband schon mal k-- 10 km/h gelaufen ist, also 10 km/h ist für mich aufm Laufband echt Laufen. Ja, also da brauche ich dann quasi ja 60 Minuten. Und du
01:14:55: ,804 [Martina Eberl] bist ja dann quasi doppelt so schnell, ja. Wo ich mir dann echt denke, Lecko Bandito, das ist richtig flott.
01:15:01: ,484 [Anja Kobs] Das ist, das ist Laufen, ja.
01:15:03: ,744 [Martina Eberl] Wann hast du denn mal das Gefühl dann gehabt, jetzt laufe ich wirklich schnell? Also halt, wo du gemerkt hast, okay, gut, jetzt, jetzt, jetzt laufe ich mal wirklich richtig schnell.
01:15:15: ,344 [Anja Kobs] Ja, ich hab-- Für mich war das,
01:15:17: ,984 [Anja Kobs] war das eigentlich ganz schlimm. Ich, ich hab,
01:15:21: ,433 [Anja Kobs] als ich die, als das die Erfolge immer besser wurden, also ich wurde immer älter, aber ich wurde immer schneller und immer besser. Und für mich,
01:15:27: ,824 [Anja Kobs] also ein Grund, jetzt hast du wahrscheinlich auch noch nachgerechnet, ich hab ja wahnsinnig viele Wettkämpfe gemacht. Zum einen, weil es mir Spaß gemacht hat, zum anderen, weil Wettkämpfe einfach auch hart machen, ja, weil man nur im Wettkampf an seine Grenzen gehen kann. Aber bei mir war das eigentlich bis zum Schluss so, dass ich bei jedem Sieg oder bei jedem Erfolg
01:15:44: ,604 [Anja Kobs] gesagt hab, das war Zufall. Also alle meine, die letzten 5 Jahre waren für mich immer irgendwie Zufall und ich musste mich immer wieder neu beweisen. Also ich bin ins Ziel eingelaufen, hab mich gefreut, dass ich wieder gewonnen hab oder wieder schnell gelaufen bin und dachte mir, jetzt, ich, das war, das war Glück, das war Zufall. Ich muss nur noch mal... Ich hab das bis zum Ende eigentlich, glaube ich, nie so geglaubt, dass ich wirklich gut bin. Also dieser eine besagte Freund, der auch, der das gesagt hat mit dem, ähm, wo ich erzählt hab, dass ich das Trail-Laufen nur zum Training mache, ähm, der hat auch gesagt: „Nee, Anja, du kannst das." Dann sage ich: „Nee, das war halt jetzt einfach mal Glück." „Nein, Anja, du kannst das. Trainier mal wirklich trail-spezifisch, dann steckst du die alle in die Tasche." Dann sage ich: „Ich will ja gar nicht. Ich will ja Triathlon machen", ja. Ähm, auf alle Fälle deine Frage zu beantworten, dass ich wirklich schnell bin. Ja, also wenn du einen Marathon unter 3 Stunden laufen kannst, mit-- Da, da war ich ja auch schon, das war 2023 auch, eh genau, da war ich ja auch schon 46, 45.
01:16:42: ,104 [Anja Kobs] Ja, da, da war, dachte ich mir, ich glaube, jetzt bin ich schon schnell, ja.
01:16:46: ,024 [Martina Eberl] Also ich merke immer nur, dass ich nicht schnell bin.
01:16:49: ,804 [Martina Eberl] Wenn meine Uhr dann, dann heißt, dann sagt meine Uhr: „Sollte das Training stoppen."
01:16:56: ,404 [Martina Eberl] Aber das ist tatsächlich, weil wir beim Laufen immer... Wie geht's dir? Ich meine, das ist natürlich was, ganz was anderes als beim Golfspielen ist das jetzt nicht unbedingt so bei mir, aber beim Joggen, da fallen mir immer tausend Sachen ein, weil ich natürlich so für mich alleine bin. Dann fällt mir wieder ein, ah, dem muss ich noch schreiben, ah, an das muss ich jetzt noch denken. Ach, dann mache ich es jetzt gleich, bevor ich es wieder vergesse. Das passiert dir nicht, gell?
01:17:15: ,204 [Anja Kobs] Nein, du bist so fokussiert. Du, du, du denkst an gar nichts mehr.
01:17:19: ,204 [Martina Eberl] Hörst du eigentlich Musik oder auch irgendwas?
01:17:21: ,344 [Anja Kobs] Nee.
01:17:21: ,084 [Martina Eberl] Ach so, ja, ich höre mir ja zum Beispiel Podcasts beim Laufen an. Die lenken mich ja schon wieder ab. Also wenn ich nichts hören würde, ich glaube, dann würde ich es nicht machen, weil dann wäre es mir zu fad.
01:17:31: ,304 [Anja Kobs] Also ich nutze die, die ruhigen Läufe nutze ich auch, ähm, viel als Meditationsläufe, also wirklich auch gezielt mal an nichts zu denken. Und die Intervall-Einheiten mache ich deswegen ohne Musik, weil ich mich einfach auf mich, aufs Tempo fokussiere.
01:17:44: ,484 [Martina Eberl] Kannst du das? Du kannst einen ganzen Lauf an nichts denken? Meditationslauf.
01:17:48: ,144 [Anja Kobs] Nee, irgendwann denkst du nur noch ans Überleben. Nein, also wenn ich so eine Stunde laufe ohne Musik, ähm, da versuche ich dann wirklich,
01:17:58: ,064 [Anja Kobs] nichts zu denken, ja. Den wirklich als, als Ruhelauf, also um das alles mal rauszukriegen, was da drin ist.
01:18:05: ,464 [Martina Eberl] Bewundernswert. Ich glaube, das kennt man gar nicht, gar nichts denken. Aber gut, aber ich, ich, ich mach's auch so, dass ich so viel denken muss. Ähm, jetzt bist du, das wollte ich dich immer schon mal fragen und ich, ich verfolg dich ja auch. Ähm, wir haben uns ja vor vielen Jahren über einen Zufall mal kennengelernt und seitdem verfolge ich das natürlich auch. Ähm, du warst ja schon immer sehr, sehr schlank, sehr schmal, ja. Also wenn man dich auch heute so sieht, man sieht sofort, dass du auch Läuferin bist. Wär auch, wär auch schade, weil das, das muss man auch ausnutzen, weil beim Laufen muss man ja auch wirklich schmal sein und relativ leicht sein, oder?
01:18:38: ,404 [Anja Kobs] Ja, da trennt sich natürlich auch... Also das heißt, es ist immer eine Gratwanderung zwischen Untergewicht und, und Leistungsfähigkeit.
01:18:45: ,144 [Martina Eberl] Das wäre jetzt auch meine Frage: So, wo, wo ist es denn eigentlich dann wieder förderlich und wann vom, vom Nachteil?
01:18:52: ,634 [Anja Kobs] Ja, also bei mir ist es offensichtlich immer ausgegangen, aber du merkst ja, wenn du, wenn du- Wenn es nicht mehr geht, merkst du ja daran, dass du ständig krank bist, verletzt bist, dass du die Leistung- -ja, dass du die Leistung nicht mehr bringen kannst. Und das war offensichtlich bei mir nicht der Fall, ja. Ähm, aber es ist als Läufer oder es sind ja alle Sportarten. Ich mein, Sven wird dir davon auch berichtet haben. Das sind ja alle Sportarten, die mit Körpergewicht zu tun haben. Da, da musst du, da gehst, ja, da musst du die Grenzen ausloten, ja. Du musst auf, auf der einen Seite so leistungsfähig bleiben, dass du die Leistung bringe, also so viel Gewicht haben und so viel, ähm, Nährstoffe haben, dass du die Leistung bringen kannst. Aber jedes Gewicht-- La-lauf mal los und nimm-- Beim Trail laufen ist es ja so, du hast ja diese Westen an und beim, wenn du losläufst, hast du immer links und rechts 500 Milliliter Wasser drin. Das ist ein Kilo, ja. Das ist, macht 'n Unterschied, ob du diesen mit, mit oder ohne läufst. Und so ist es halt beim Laufen auch, ja. Aber es ist halt so, dass beim Triathlon, geht's ja nicht ums Laufen, da geht's ja auch um die Kraft beim Radfahren und deswegen ist das, das ist immer eine Gratwanderung, ja. Und die kostet schon auch Kraft. So ist es nicht, ja. Also das, das, nee,
01:20:00: ,384 [Anja Kobs] nicht zu vergleichen.
01:20:01: ,454 [Martina Eberl] Aber beim Schwimmen ja auch. Da kriegst du ja schon auch eine gewisse andere Muskulatur dann, ja. Ja, interessant, gell? Da denkt man gar nicht so drüber nach, ja.
01:20:09: ,234 [Anja Kobs] Aber auf der anderen Seite, ähm,
01:20:12: ,994 [Anja Kobs] also der Grund, warum ich, oder ein Grund, warum ich so dünn bin, ich bin 'ne Frühgeburt und ich war ja eigentlich, mir wurde ja eigentlich gesagt oder meiner Mutter wurde gesagt, O-Ton: „Das Madl bringen wir net durch den Winter." Also ich war eigentlich dem Tode geweiht.
01:20:26: ,814 [Martina Eberl] Okay.
01:20:27: ,464 [Anja Kobs] Und das war wahrscheinlich so dieser Antrieb, so, ich zeig's euch allen. [lacht] Und-
01:20:31: ,754 [Martina Eberl] Das stimmt. Das stimmt.
01:20:32: ,694 [Anja Kobs] Ja, ist so. Es ist so. Ähm, ich bin 4 Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Ich hab zu wenig Sauerstoff bekommen und, ähm, hab deswegen wahrscheinlich auch jetzt 'ne, ich hab eine chronische Erkrankung. Das kann sein, dass es 'ne Folge der Frühgeburt ist. Weiß man nicht. Ich mein, die Medizin ist heute auf einem ganz anderen Stand wie vor 50 Jahren.
01:20:50: ,054 [Anja Kobs] Aber ich glaub, das ist ein Grund, warum ich, warum ich so zäh bin.
01:20:54: ,394 [Anja Kobs] Weil ich-
01:20:54: ,244 [Martina Eberl] Das stimmt. Weil du dich da einfach schon durchziehen musstest, ja.
01:20:56: ,514 [Anja Kobs] Ich musste von-- Die erste Sekunde meines Lebens war ein Kampf. [lacht] Also wirklich, klingt es hart, aber-
01:21:01: ,724 [Martina Eberl] Ja, ja, Überlebenskampf, ja.
01:21:02: ,294 [Anja Kobs] Ja, totaler Überlebenskampf.
01:21:04: ,214 [Martina Eberl] Hundertprozentig.
01:21:05: ,534 [Anja Kobs] Und irgendwann hab ich da mal geschrien und, ähm, war aber zu spät und, äh, aber dann war ich da mit Power und Trompeten. [lacht]
01:21:12: ,174 [Martina Eberl] Also hast du von der Lunge her so 'n Thema, oder?
01:21:15: ,734 [Anja Kobs] Nee, ich hab 'ne, ich hab 'ne Stoffwechselerkrankung und die, ähm, die nennt sich renal-tubuläre Azidose. Das heißt, mein Körper kann Kalzium nicht richtig verstoffwechseln und das geht auf die Nieren. Und das hat man halt, hat man wie auch jahrelang nicht erkannt. Und vor 10 Jahren hatte ich dann Nierensteine oder über 10 Jahren und da ist man mal der ganzen Sache auf den Grund gegangen. Und ich hab eine eingeschränkte Nierenfunktion, weil sich über die Jahre meine Nieren so mit Kalk abgelagert haben, dass die ... Also wenn du meine Nieren anschaust im Ultraschall, die schauen aus wie diese Inseln vor Dubai, diese ...
01:21:50: ,154 [Martina Eberl] Ach, wirklich?
01:21:51: ,574 [Anja Kobs] Ja, ja.
01:21:51: ,973 [Martina Eberl] Okay.
01:21:51: ,334 [Anja Kobs] Ganz lustig. Also eigentlich ist es nicht lustig. Ähm, und Nierengewebe ist ja, wenn Nierengewebe abstirbt, das ist irreparabel. Das Nierengewebe kann sich nicht wiederherstellen.
01:22:01: ,974 [Martina Eberl] Außer nur mit Spendernieren.
01:22:02: ,984 [Anja Kobs] Genau. Und deswegen, aber der Körper ist schlau, deswegen gibt's ja auch zwei Nieren. Das heißt, ich hab 'ne eingeschränkte Nierenfunktion, hab quasi jetzt die Leistung einer Niere, aber schlimmer soll's nicht kommen.
01:22:11: ,254 [Martina Eberl] Umso, umso höher ist ja wirklich deine Leistung einzuwerten. Ist ja Wahnsinn.
01:22:15: ,873 [Anja Kobs] Ja, das war eigentlich auch so ein Rückschlag, weil vor 10 Jahren, als man das festgestellt hat, da war ja grad so der Beginn meines Sport eigentlich, ja. Ich hab's grad meine Passion gefunden und dann sagten die zu mir: „Ja, also mit der Erkrankung, mit den Nieren brauchen Sie keinen Leistungssport machen." Und dann hab ich gesagt: „Ja, das ist euer Plan, aber nicht meiner." Und, ähm,
01:22:33: ,574 [Anja Kobs] siehst du, was draus geworden ist. Also zum Glück hab ich damals nicht auf, nicht auf die, auf die allgemeine Meinung gehört. Ich hab aber die, meine Nieren nie, ich hab das nie
01:22:43: ,134 [Anja Kobs] i-irgendwie in Gefahr gebracht. Also ich hab immer beim, auch beim Triathlon, ich hab gesoffen wie blöd und hab immer, also Nieren ge-- und gehe auch jedes Jahr zur Untersuchung, aber die Nierenfunktion ist in den letzten 10 Jahren nicht schlechter geworden.
01:22:55: ,674 [Martina Eberl] Super.
01:22:55: ,674 [Anja Kobs] Ja, also alles, offensichtlich alles richtig gemacht, ja.
01:22:58: ,134 [Martina Eberl] Sehr gut.
01:23:00: ,274 [Martina Eberl] Äh, wenn man schon beim Thema Körpersinn so, ähm, erzäh-- Hast du 'ne spezielle Ernährungs-, äh, -richtung, äh, die du dich jetzt in, jetzt zum Beispiel auch so vor Wettkämpfen, ernährst du dich da speziell sehr kohlenhydrat-, äh, -reich oder eher, ähm, es gibt ja alle möglichen Formen, die man mittlerweile machen kann.
01:23:21: ,714 [Anja Kobs] Also prinzipiell mach ich 'ne ausgewogene Mischkost. Ich bin, ich esse alles. Ich esse einmal die Woche Fleisch, ich esse Fisch. Ich bin kein, also ich, ich ess einfach normal, ja. Ähm, vor'm Wettkampf, ähm, ja, es gibt halt, also es gibt ja dieses berühmte Carbo Loading, dass man so 2 Tage vor'm Wettkampf, das mach ich schon auch, aber ansonsten ich ...
01:23:42: ,574 [Martina Eberl] Was loadest du dann, wenn du sagst, ähm, weil zum Beispiel, wenn ich mich mit Nudeln loaden würde, dann kannst, kannst mir auch gleich noch mal ein Bett dazu bestellen, weil ich bin dann müde.
01:23:52: ,924 [Anja Kobs] Ja, das ist ja das Problem mit den Nudeln. Ähm, also ich ess viel Süßkartoffeln oder Kartoffeln. Das ist eine weit bessere, äh, Kohlenhydratquelle wie Nudeln. Und wenn ich Nudeln esse, dann koche ich sie 'n Tag vorher, weil dann ist halt diese Insulinresis- ja, die resistente Stärke raus. Ähm, und dann, was ja viele auch meinen, viel hilft viel. Also 200 Gramm Nudeln bringen dir nichts, weil der Körper kann halt nur 'ne gewisse, ähm, gewisse Anzahl an Glykogen speichern. Ähm, ich ess, auch wenn ich, ich ess immer meine 150 Gramm Nudeln, egal ob's 'ne olympische Distanz oder eine Langdistanz, ja. Also ...
01:24:21: ,854 [Martina Eberl] 150 Gramm gekocht, bitte?
01:24:23: ,344 [Anja Kobs] Ja.
01:24:24: ,374 [Martina Eberl] Ja.
01:24:24: ,684 [Anja Kobs] Ja.
01:24:24: ,613 [Martina Eberl] Nicht .
01:24:26: ,054 [Anja Kobs] Gekocht.
01:24:27: ,334 [Martina Eberl] Okay, okay, okay. Mhm.
01:24:29: ,994 [Anja Kobs] Und, ähm, aber nicht irgendwie 250 Gramm, weil dann ... Das Problem ist ja mit den Kohlenhydraten, das sind nicht die Kohlenhydrate, sondern die, die, die, die Wassereinlagerungen. Deswegen fühlen sich ja viele vor 'nem Wettkampf dann so schwer und träge, weil sie so viel Wasser drin haben. Und deswegen, ich bin ein Süßkartoffel-Fan. Also Süßkartoffeln sind einfach, A, schmecken sie gut und haben gleich viel Kohlenhydrate und-
01:24:50: ,344 [Martina Eberl] Super.
01:24:51: ,264 [Anja Kobs] besser verträglicher.
01:24:52: ,922 [Martina Eberl] Ja, sehr gut. Ja, die, ähm, da kann ich natürlich wieder als Ernährungs-Guru bisschen, ähm, absolut zustimmen, dass natürlich ein Gramm Kohlenhydrate natürlich ein Gramm Wasser dazu, ähm, gleich speichert. Ähm, also sprich, das, da muss man sich, wenn man einfach mal sagt, man möchte ein bissl, weil ich das ganz oft gefragt werde- Wie man den freilegt. Man muss eigentlich gar nicht abnehmen. Man muss einfach mal ein bissl diese Kohlenhydrate runterschrauben, dann geht das Wasser nämlich auch gleich raus. Dann schaut das gleich ganz anders aus und man kann, hat dann auch ein bissl weniger Gewicht zum Rumschleppen.
01:25:21: ,862 [Anja Kobs] Ja.
01:25:22: ,822 [Martina Eberl] Gibt's irgendwas, was du überhaupt nicht vor'm Wettkampf essen würdest? Also jetzt halt außer, jetzt halt im, im Bayerischen die Milzwurst und, äh, ein Wurstsalat, aber, ähm ...
01:25:31: ,402 [Anja Kobs] Ja, also ich, weil ich es nicht so gut vertrage, Milchprodukte. Also das muss man halt-
01:25:35: ,952 [Martina Eberl] Versteh ich.
01:25:35: ,502 [Anja Kobs] muss man, muss man rausfinden, aber ansonsten ...
01:25:38: ,032 [Martina Eberl] Weil dir immer wieder den Reflux, dass das wieder nach oben kommt, ja?
01:25:41: ,752 [Anja Kobs] Ja, bei mir ist halt einfach, ähm, ich, ich hab halt 'n sehr, sehr leichten, also ich, ich, wenn ich Milchprodukte esse, dann findet man mich aufm Dixi wieder, also wenn ich 'n Wettkampf mache.
01:25:49: ,451 [Martina Eberl] Ah, geht sofort zu mit, ah, okay.
01:25:51: ,202 [Anja Kobs] Ja, ja. Ähm,
01:25:53: ,882 [Anja Kobs] vor'm Wettkampf nicht essen. Das, das ist so, Ernährung ist, ja, ist 'ne Wissenschaft für sich, ja.
01:25:58: ,562 [Martina Eberl] Total, total.
01:25:59: ,702 [Anja Kobs] Das muss jeder für sich rausfinden. Was ich halt,
01:26:03: ,142 [Anja Kobs] was mir auch geholfen hat über die letzten Jahre, ich, das ist halt, glaub ich, meine Leichtigkeit, ich verkopf halt auch nix, ja. Ich ess alles und ich ess auch alle Gels, ja. Und wenn ich halt mal, ich bin mal einen, einen Ul-- Ja, es war kein, von der Distanz her war's kein Ultra-Trail, es waren nur 35 Kilometer, aber es war im Schnee, es war 'n Wettkampf über 5 Stunden und ich hab meine Verpflegung verloren. Das passiert halt mal, weißt du? Du willst irgend 'n Gel aus der Tasche ziehen und es ist alles rausgefallen und mir ist es nicht aufgefallen.
01:26:31: ,662 [Martina Eberl] Okay.
01:26:31: ,062 [Anja Kobs] Und ich bin den ganzen Wettkampf ohne Verpflegung gelaufen und hab gewonnen.
01:26:35: ,581 [Martina Eberl] Hey, das ist so cool, dass du das jetzt sagst, weil genau auf das wollt ich grade raus, weil ich das immer so affig finde, wenn, ähm, also ich, ich radel ja wahnsinnig viel in der Stadt. Also alles, wenn ich meine Golfschläger nicht brauche, ich bin, ich mach alles mit'm Radl, ja. Ähm, muss aber dazu sagen, ein E-Bike, aber es macht ja nix. Ähm, und wie oft ich da irgendwelche Läufer sehe, die dann ihr Gel rausziehen, wo ich mir denk: „Leute, schaut's euch doch mal an, wir haben Reserven im Körper und diese Gels ...“ Also ich mein natürlich, wie du eh schon sagst, wenn man da mal wirklich 5 Stunden im Schnee unterwegs ist und du hast ja jetzt selber nicht so krass viel Reserven. Du brauchst da schon was, ja. Aber wenn ich mir dann echt denk, Leute, ähm, da sind so viele Zellen und Reserven an eurem Körper, die sich freuen, wenn sie mal genutzt werden würden, ja. Aber diese Gels, ja,
01:27:23: ,481 [Martina Eberl] sie haben ihre Daseins-, äh,berechtigung-
01:27:25: ,122 [Anja Kobs] Im Leistungssport definitiv. Du kannst, du kannst solche Sachen machen. Ich kann auch 5 Stunden ohne, ohne Verpflegung Rad fahren. Es geht aber um die, um die Regeneration. Weil wenn du während 'm, während 'm Training schon zuführst, dann regen-regenerierst du schneller und dann kannst du auch die nächste Einheit wieder härter trainieren. Wenn ich jetzt 5 Stunden Rad fahr und weiß, ich muss 3 Tage lang nix machen, dann ist das nicht so schlimm. Aber es geht ja darum, dass der Körper einfach wieder schon fürs Regenerieren die-
01:27:49: ,562 [Martina Eberl] Absolut.
01:27:49: ,102 [Anja Kobs] Ja, aber ich geb dir da auch vollkommen recht, ähm,
01:27:53: ,162 [Anja Kobs] Essen ist überbewertet.
01:27:54: ,041 [Martina Eberl] Total, total. Auch diese v-vom München Halbmarathon noch mal die Nudelparty, wo ich mir-
01:27:59: ,552 [Anja Kobs] Ja, also [lacht]-
01:27:59: ,402 [Martina Eberl] ihr könnt auch einen Halbmarathon laufen, ohne vorher, äh, die, äh, die, die Pasta-Party abzugehen. Aber gut, dass du das grade noch mal sagst. Du, du gibst, du lieferst mir hier sensationelle Steilvorlagen. Ähm, und zwar hast du grade Regeneration angesprochen und das interessiert mich jetzt persönlich auch sehr, sehr stark, weil, ähm, ich da jetzt seit 'n paar Monaten auch wirklich so'n Thema damit hab. Und zwar bist du ein riesen Schlaf-Fan, hab ich auch schon rausgelesen. Kannst du gut schlafen?
01:28:28: ,202 [Anja Kobs] Ich kann sehr gut schlafen. Also ich schlaf pro Nacht Minimum 8. Heute waren's wieder 9 Stunden.
01:28:33: ,382 [Martina Eberl] Mhm.
01:28:34: ,802 [Anja Kobs] Der eine Grund ist natürlich, weil ich mich viel bewege und dann einfach auch müde bin. Der andere Grund ist der, dass bei mir nach 18 Uhr kein Telefon und kein Tablet mehr gibt, ähm, also ich wirklich auch mental runterkomme. Ähm, und schlafen ist, ich mein, das haben die Omas schon gesagt und Omas haben recht, Schlafen ist die beste Medizin, ja. Du k..., du kannst diese komischen Boots in die Tonne kloppen, irgendwelche teuren Gadgets, einfach, einfach nur schlafen. Nur schlafen.
01:29:01: ,422 [Martina Eberl] Aber wenn man nicht schlafen kann? Also ich habe jetzt seit Ok..., äh, Ostern, April, ähm, nie länger als bis 2 Uhr schlafen können, ohne dass ich dann nicht aufgewacht bin. Ich wach um 2, 3 auf. Das kann man jetzt über hormonelle Geschichten sagen, dann die, die chinesische Medizin sagt dann, ist die Lunge, die Leber, what-whatever. Also ich bin toi, toi, toi, ich bin gesund. Aber, und mit Sicherheit jetzt auch mit meinem Alter hormonell ein bissel 'ne Veränderung, ähm, wirkt aber auch schon dagegen. Also ich kann alles machen, aber ich kann nicht mehr durchschlafen. Wenn ich jetzt da so'n Thema hab, dann, ich merk das auch tatsächlich selber, das geht an die Substanz, ja.
01:29:42: ,792 [Anja Kobs] Das geht brutal an die Substanz, ja.
01:29:43: ,502 [Martina Eberl] Ja, also deswegen, ähm, hast du da Erfahrungen damit?
01:29:47: ,562 [Anja Kobs] Ähm, aus der Ki..., also aus der Kindheit, als meine Eltern sich haben scheiden lassen, hab ich mal 2 Jahre lang fast gar nicht geschlafen. Und ich hab ja dann, ich war aufm Gymnasium, das hab ich nicht geschafft, weil es war halt Scheidung, das ganze Thema.
01:29:59: ,882 [Martina Eberl] Okay. Aber jetzt so im Sport?
01:30:00: ,862 [Anja Kobs] Im Sport gar nicht. Und ich mein, wenn man nicht schlafen kann, es ist, ist nicht schön, ja. Aber wenn man dann mal sich wirklich intensiv mit den Personen unterhält und wirklich auch mal für ein, 2 Wochen lang so trackt, was die so machen, ich glaub, dass man da schon gute Stellschrauben findet, wa-warum das so ist, ja. Und was, also was mir enorm hilft, ist, ist Meditation. Also einfach, du musst das, was da oben drin ist, du musst es rauskriegen, dass es nicht nacharbeitet. Und einfach, also es gibt ja den zirkadian-, zi-zirk-zirkadianen Rhythmus, diese 24 Stunden und die fangen ja in der Früh schon an.
01:30:34: ,670 [Anja Kobs] Und bei mir zum Beispiel, also das, ich kann jetzt nur für mich sprechen, ja, weil da muss jeder seinen Weg finden. Aber ich zum Beispiel, ich steh in der Früh auf und die erste Stunde in der Früh verbringe ich in absoluter Stille. Da gibt's kein Radio, kein Fernseher, kein Telefon, nichts. Und das Telefon schalt ich frühestens, a-also meistens geh ich, mach ich in der Früh die erste Einheit, aber das Telefon ist bei mir teilweise 2 Stunden lang nicht an in der Früh und auch 2 Stunden lang kein Radio, weil ich schon in der Früh gar nicht gef..., keinen Informationsoverload haben möchte. Und dann gehst du auch ganz anders in den Tag, ja. Und so zieht sich das dann durch den Tag und abends, wenn ich gegessen hab, ich esse dann sehr früh, dann bin ich so müde und dann lese ich und dann geh ich ins Bett und atme dreimal tief und schlaf ein. Und ich wache nur auf, so wie heute Nacht, wenn meine Katze meint, sie muss mir aus Dankbarkeit eine tote Maus ins Bett bringen. Dann mache ich auf. [lacht]
01:31:21: ,810 [Martina Eberl] Juhu, die tote Maus im Bett. Das ist natürlich, ähm, da kann der Thomas auch mitreden.
01:31:26: ,630 [Anja Kobs] Aber sie freut sich halt. Ja, und ich kann ihr dann auch nicht böse sein. Ja, sie freut sich wie ein Schnitzel, wenn sie da wieder so eine tote Maus anbringt. [lacht]
01:31:32: ,500 [Martina Eberl] Na ja, also ich weiß nicht, ob ich mich da so freuen würde, aber gut.
01:31:35: ,130 [Anja Kobs] Ja, ich freue mich dann immer mit, weil sie sich freut.
01:31:37: ,130 [Martina Eberl] Nein, nein, aber du hast da schon recht, wenn du das jetzt so erzählst. Also bei mir ist halt, ähm, Handy, Rechner, das ist bis zum Schluss an und, ähm, aber das ist natürlich auch so bisschen, ähm, aber ich meine, du bist auch selbstständig, aber das ist halt auch bei mir tatsächlich jobbedingt, soll keine, soll kein, ähm, keine Ausrede sein, aber das ist mit Sicherheit sind so Sachen, wo man schon mal anfangen kann.
01:31:58: ,910 [Anja Kobs] Disziplin, ne. Ich habe auch,
01:32:00: ,529 [Anja Kobs] ich habe ja auch, mache ja auch Athletenbetreuung und ich hab, ich hab zu denen gesagt, nach acht Uhr werdet ihr von mir keine Antwort bekommen. Und wenn du einfach von, von vornherein die Regeln klar abstehst und viele begrüßen das, die sagen: „Ich finde das super, wie diszipliniert du das machst." Ähm, früher habe ich zum Beispiel auch am Sonntag Trainingspläne geschrieben, dass die Athleten am Montag ihre Trainingspläne haben und das habe ich jetzt umgestellt auf Montag, weil einfach Sonntag der Sonntag ist.
01:32:22: ,730 [Martina Eberl] Du, es gibt mit Sicherheit immer, ähm, bloß man, es gibt immer Lösungen, bloß man muss dann natürlich immer irgendwo was anders abzwacken. Zum Beispiel, wenn ich jetzt am Montag, ähm, habe ich meine letzte Trainerstunde, ist dann um 19 Uhr aus. Dann bin ich um 20 Uhr zu Hause und dann warten ungefähr mal 30 E-Mails, die ... Da-- Es sind immer so Geschichten, wo ich sage: „Okay, wie kriege ich das hin?" Aber da will man auch, will ich jetzt auch gar nicht länger drauf eingehen, aber da hast du schon recht. Äh, es gibt für alles 'ne Lösung, ähm, aber da unterhalten wir uns mal ohne Podcast.
01:32:49: ,610 [Anja Kobs] Ja.
01:32:50: ,790 [Martina Eberl] Ähm, genau. Ich habe mir hier so auch so mal so, äh, meine, ähm ...
01:32:55: ,390 [Martina Eberl] Wobei, da ist noch 'ne ganz coole Frage drauf, und zwar: Gibt es bei dir einen Schweinehund? Hast du so was? Also ich habe den nicht. Das sage ich auch immer meinen, meiner Community, dass bei mir gibt's keinen Plan B. Wenn ich mir etwas vornehme, mache ich das.
01:33:11: ,150 [Anja Kobs] Dann ziehst du durch, ja.
01:33:12: ,070 [Martina Eberl] Ich überlege da gar nicht, was ich, ob ich, ob ich das machen will oder nicht.
01:33:16: ,630 [Anja Kobs] Nee, habe ich auch nicht. Also ich hab auch, machen wir mal meinen-- Ich trainiere mich ja mittlerweile selber. Ähm, ich-- Oder auch alles, was ich mache. Ich habe mir das vorgenommen und ich, ich, das habe ich mir vorgenommen, dann mache ich das. Und es gibt ja diese 5-Sekunden-Regel, ja. Wenn man wirklich zögert, ja, zählt man 5, 4, 3, 2, eins, bämm, machen. Oder auch in der Früh, wenn du aufstehst, ja. Also ich wache in der Früh auf und denke mir: „Boah, ich glaube, ich bin müde. 5, 4, 3, 2, eins, bämm, aufstehen, durchziehen." Kennst du die nicht?
01:33:45: ,510 [Martina Eberl] Nee, die kenne ich nicht.
01:33:46: ,450 [Anja Kobs] Die Five-Second-Rule, die ist von irgend-- Die kommt aus Amerika, wie so vieles herkommt. Aber wenn du mit irgendwas zögerst, 5, 4, 3, 2, eins, bämm, durchziehen.
01:33:56: ,010 [Martina Eberl] Okay. 5, 4, 3, 2, eins. Gilt das denn auch? Na wobei, das ist jetzt eigentlich ein Schmarrn, wenn ich das frage, aber das habe ich mir heute in der Früh gedacht. Ich bin, ähm, heute ging's Laufen super. Ja, heute, ich bin auch schon lange nicht mehr gelaufen. Also was heißt lange? Ich bin jetzt, glaube ich, 4 Tage nicht gejoggt, weil ich halt wirklich viel, viel mehr dieses Functional Training mache. Ich, ich schiebe gerne Gewichte von links nach rechts.
01:34:18: ,310 [Anja Kobs] Du willst ja mit Sven Hannawald Hyrox machen, habe ich mal gehört.
01:34:21: ,690 [Martina Eberl] Ja, aber da ist er, da ist er ganz schlecht drauf eingegangen, aber da muss ich noch hinterher sein.
01:34:25: ,160 [Anja Kobs] Da musst du mal dran arbeiten.
01:34:27: ,550 [Martina Eberl] Er ist jetzt, glaube ich, ich glaube, das wird jetzt oder es wurde gerade auf-- Diese Ninja-Nummer wurde gerade wieder aufgezeichnet oder es war gerade wieder ... Aber den schnappe ich mir schon. Es ist vielleicht gar nicht so leicht, jemanden zu finden, der mit einem Hyrox macht. Vielleicht will ich, ist der Approach auch noch was für dich, weil, ähm, alleine mache ich das mit Sicherheit nicht, wenn, dann in einem Team. Aber ich hätte da schon mal Bock drauf. Kennst du das?
01:34:48: ,410 [Anja Kobs] Ja, ja, ich kenne es, aber ich glaube, dass ich, dass ich da kraftmäßig keine Chance habe.
01:34:52: ,350 [Martina Eberl] Nee, also du-- Wir müssten dann Vierer spielen, in Anführungszeichen. Du läufst und ich mach den-
01:34:56: ,260 [Anja Kobs] Ja, dann, dann perfekt. Dann bin ich dabei.
01:34:58: ,370 [Martina Eberl] Dann bin ich mal ganz voll dabei. Aber noch mal, was ich heute erzählen wollte. Und heute bin ich da so, wie gesagt, die 10-Kilometer-Runde mit meinem Hund, das ist unsere große Runde und manchmal ist die sehr, sehr mühsam. Manchmal, wenn ich viel laufe, habe ich dann auch relativ bald so schwere Beine und dann läuft, dann fällt's mir schwer. Ich mache es dann da zwar trotzdem, dann halt noch langsamer als eh schon. Aber kennst du das auch, dass du mal sagst: „Boah, das heute ist zach."
01:35:25: ,500 [Anja Kobs] Ja, klar. Aber gerade das sind die Trainingseinheiten, die dich weiterbringen. Also gerade da nicht aufzuhören und die durchzuziehen. Ich habe schon, ich meine, was habe ich schon Trainingseinheiten gehabt, wo ich mich durchgekotzt habe, aber genau die bringen dich ja weiter.
01:35:38: ,840 [Martina Eberl] Nee, bei euch schaut das immer so, es ist so, so sehr, sehr, also so, so flummimäßig aus, wenn ihr-
01:35:44: ,810 [Anja Kobs] Das ist Pokerface.
01:35:45: ,490 [Martina Eberl] Pokerface.
01:35:47: ,850 [Anja Kobs] Nee, das habe ich also beim Schwimmen, Rad, das habe ich bei vielen, bei ... Ja, es gibt Einheiten, wo du losläufst und weißt, das wird heute richtig unangenehm, aber dann musst, dann musst du dranbleiben.
01:35:58: ,220 [Anja Kobs] Aus der Komfortzone rausgehen.
01:36:00: ,830 [Martina Eberl] Aus der Komfortzone rausgehen. Wie gesagt, das sind jetzt hier so ein bisschen meine Kauderwelsch, ähm, das sind jetzt meine pinken Fragen. Das sind die, die mir, die mir noch mal so ganz spontan vor allem, das sind die, die mir beim Laufen einfallen, ja. Deswegen haben die jetzt alle nicht so 'ne extreme Überleitung. Ähm, aber wobei, die könnte ich jetzt schon hintereinander stellen. Ähm, ab wann lauf-- Ab wann spricht man denn eigentlich, gibt's da 'ne Definition, wann man läuft und wann man joggt?
01:36:23: ,410 [Anja Kobs] Ja, da, da sind ja die Läufer sehr pikiert, wenn jemand sagt ... Ja, ja. Wenn, wenn man zu jemandem sagt: „Du joggst doch, oder?" Und dann, da, da, das ist für Läufer ganz schlimm.
01:36:32: ,110 [Martina Eberl] Okay.
01:36:33: ,770 [Anja Kobs] Da gibt es keine Definition. Also wie gesagt, für mich ist jeder ein Hero, der von der Couch aufsteht und 3 Kilometer läuft, ähm, oder joggt oder was auch immer.
01:36:40: ,110 [Martina Eberl] Also da gibt es keine Definition. Es gibt ja jetzt auch in München ganz, ganz groß diese Running Clubs. Man darf ja eigentlich nicht Laufclubs sagen, sondern es sind ja Running Clubs.
01:36:49: ,890 [Anja Kobs] Ja, Running Clubs, klar.
01:36:49: ,362 [Martina Eberl] Und, ähm, ich trainiere, ähm, das darf ich jetzt auch sagen, ist auch gar nicht groß die Werbung, bei Beat81. Das ist so ein bisschen mein, das kommt ursprünglich vom, vom Ride, also vom Spinning. Da ist jetzt ziemlich viel Functional Training. Das ist auch das, was ja so meine große Leidenschaft ist. Und da gibt es jetzt immer so Kooperationen mit so Laufclubs. Und da habe ich letztes Mal, ähm, Running Clubs. Und dann habe ich mich da in 'nem, in 'nem Kurs angemeldet. Da haben wir in der Pinakothek trainiert und das war so co-sanctioning und danach sind die noch laufen gegangen. Und dann war halt der Typ, der hat dann mitgemacht, der das, diesen Running Club geführt hat und hat dann, ähm, vor diesem Gewichtsgeschichterl, ähm, noch gesagt: „Also after the training we meet or we stay here and then we run. It's, it's a average pace of 6.5 or 6.0." Und dann habe ich mir gedacht: „Okay, jetzt pass mal auf." Ich wusste ja ganz lange nicht, wie lange ich, wie schnell ich eigentlich jogge. Dann habe ich mir gedacht: „Na ja gut, also wenn ich jetzt bei 7.0 ... Meine Uhr sagt mir immer, was ich so laufe, 7.0, 7.15. Das ist eigentlich so, wenn ich dann schon ganz flott unterwegs bin, aber 6.5, 6.0.
01:37:50: ,402 [Martina Eberl] Dann hab ich gesagt, ne, auf so was hab ich jetzt keinen Bock, dass das dann so schnell ist, weil so ein Running Club hat ja auch Sinn und Zweck, dass man sich miteinander unterhält und dass das so ein bisschen Socializing ist. Aber, ähm,
01:38:00: ,142 [Martina Eberl] ist das 6 null? Wie ist denn das? Das ist ja für dich wahrscheinlich super, super langsam, aber-
01:38:05: ,942 [Anja Kobs] Also ein Sechser-Schnitt ist für mich so
01:38:08: ,321 [Anja Kobs] lockeres Traben, ja. Und, aber so ein 7er-Schnitt ist, wo ich sage, für den, für den-
01:38:14: ,842 [Martina Eberl] Für mich?
01:38:14: ,402 [Anja Kobs] Ja, für die, wie gesagt, soll nicht despektierlich klingen, für den Otto Normalo ist ein 7er-Schnitt, ist, ist lockeres, ist Laufen, ja.
01:38:21: ,322 [Martina Eberl] Ist schon Laufen, ja. Und da muss man erst mal können, dass man dann auch noch Socializing dann nebenher betreibt.
01:38:25: ,222 [Anja Kobs] Also finde ich, finde ich super. Also bei mir ist es zum Beispiel so, ich mache auch, ich gehe sehr viel, weil Gehen wird unterschätzt. Also ich mache Power Walks und ich gehe dann, also ich nenne sie dann wirklich nicht spazieren gehen, sondern Power Walks und die gehe ich in einem Neuner-Schnitt, aber das ist schon wirklich schnell. Also 9, 9 Minuten, genau. Das mache ich sehr viel als Ausgleich zum Laufen. Aber ein 7er-Schnitt ist, finde ich, ähm, ist jetzt für mich kein Laufen. Also das ist für mich ein ganz schwieriges, ganz schwieriges Tempo, weil das ist so nicht Fisch, nicht Fleisch, aber das ist für den, für den Normalen, nein, für den normalen Menschen ist es, ist es super, ja. Und wenn du sagst, Running, Running, Lauf, ich sage jetzt Laufclub. Dieser Laufclub, wenn der sagt, ein 6er-Schnitt, das finde ich schon ambitioniert.
01:39:08: ,942 [Martina Eberl] Ja, ich fand das-- Dann, dann habe ich auch mal ganz kurz, habe ich gesagt: „Ich glaube, ich mache den zweiten Fitnesskurs weiter, weil ich nämlich geblieben habe, wieder Gewichte hin- und hergeschoben. Was ist denn eigentlich so für dich, wenn du jetzt, jetzt nicht für dich, aber für so einen ambitionierten, ganz normalen, ambitionierten Hobbyjogger, so einen Puls, wo du jetzt sagst, das, das wäre jetzt eigentlich ganz cool?
01:39:31: ,092 [Anja Kobs] Ja, das kann man nicht sagen.
01:39:32: ,742 [Martina Eberl] Ohne Ziel.
01:39:32: ,062 [Anja Kobs] Ja, aber das hängt ja von der maximalen Herzfrequenz ab, ja. Ähm, also 75, ich glaube, 75 Prozent ist der Wert da. hundertdrei..., 120, 130, glaube ich.
01:39:42: ,522 [Martina Eberl] Du hast vorhin mal ganz kurz, ähm, erwähnt, weil ich finde das ganz interessant für alle, die zuhören, VO2 Max, ne? Ähm, kannst du mal da ganz kurz erklären, was das ist?
01:39:51: ,301 [Anja Kobs] Das ist halt quasi die maximale, wie viel Liter maximal du Sauerstoff in einer Minute aufnehmen kannst, ja. Und umso mehr, umso besser natürlich, weil du mehr, mehr, ähm, Sauerstoff zur Verfügung hast, ja.
01:40:03: ,542 [Martina Eberl] Das ist ja so ein bisschen in dieser Longevity-, ähm, -Szene ist das ja so ein Indiz, wo du auch so ein bisschen herleiten kannst, wie deine Vitalität beziehungsweise deine Langlebigkeit sich definiert. Also die Griffkraft, witzigerweise-
01:40:16: ,562 [Anja Kobs] Griffkraft habe ich auch schon gehört, ja. Die ist wichtig.
01:40:18: ,162 [Martina Eberl] Die habe ich letztes Mal, äh, messen war,
01:40:21: ,042 [Martina Eberl] fand ich ganz fein. Ähm, aber tatsächlich diesen VO2-Max-, äh, -Wert, ähm, den habe ich jetzt tatsächlich schon oder noch nie richtig messen lassen. Möchte ich aber gerne mal ganz gerne machen. Wie, wie, wie findet man das raus? Indem man einfach Vollgas auf dem Laufband mal
01:40:36: ,442 [Martina Eberl] wie ein Laktattest eigentlich, oder?
01:40:37: ,051 [Anja Kobs] Ja, im Prinzip kann man den, glaube ich, auch mit, ich meine, diese Uhren, das sind, die sind ein bisschen gefährlich. Da muss man aufpassen mit den Gadgets. Ähm, aber ich glaube, man kann das selber machen, dass man, oder den Coopertest, ja. Also 12 Minuten-
01:40:49: ,522 [Martina Eberl] Coopertest, ja.
01:40:49: ,682 [Anja Kobs] Coopertest ist ganz gut. Ähm, und dann sich auf die Uhr vertrauen. Wenn man es wirklich wissen will, dann macht man eine Leistungsdiagnostik. Und die Leistungsdiagnostiken, die sind ja, ähm, heutzutage nicht für Profisportler, die sind ja auch für den normalen Menschen, weil die eben auch dir dein, dir sagen, wo du stehst, ja.
01:41:05: ,042 [Martina Eberl] Mhm. Letzte Frage auch noch zum Laufen.
01:41:10: ,362 [Martina Eberl] Es gibt ja hier diese ambitionierten Supermanager, die sich dann auf ihrer Bucket List noch mal kurz notieren, mit, äh, kurz vor der Rente müssen sie noch mal einen Marathon laufen, ja. Und die dann, ähm, also ich kenne tatsächlich jemanden, der, ähm, mal ganz kurz
01:41:27: ,702 [Martina Eberl] auf, auf Wiedersehen sagen war während einem Marathon.
01:41:31: ,402 [Martina Eberl] Ich habe den auch, ohne Schmarrn, du müsstest, du würdest mich echt total schimpfen, ja. Ich bin ja den Marathon aus dem Stehgreif gelaufen. Ich habe mich da null drauf vorbereitet. Ich jogge halt einfach vor mich hin, habe mir gedacht: „Ach, Grundvertrauen, das kriegen wir schon irgendwie hin." Mal ein bissel Marathon, ein bissel Marathon, bissel-
01:41:46: ,872 [Anja Kobs] Mal ein bisschen schnell sein, 40 Kilometer laufen.
01:41:48: ,382 [Martina Eberl] Ja, das war schon, aber wie gesagt, ich laufe schon sehr, sehr lange.
01:41:52: ,522 [Anja Kobs] Und du hast eine Grundfit. Das darfst du nicht vergessen.
01:41:54: ,542 [Martina Eberl] Genau, aber es gibt ja eben auch diese Menschen, die sich das jetzt aufs Hirn schreiben und sagen: „Ich möchte einen Marathon laufen." Ab wann ist man fit genug für einen Marathon?
01:42:04: ,862 [Anja Kobs] Also man muss, A muss man sportlich gewesen sein oder immer mal sportlich gemacht haben und dann sage ich Minimum 12 Monate Vorbereitung.
01:42:11: ,922 [Martina Eberl] Okay, 12 Monate Vorbereitung. Und gibt es dann irgendwelche Anhaltspunkte, wenn man sagt: „Okay, gut, also wenn ich jetzt, ähm, ohne krassen Muskelkater 20 Kilometer joggen kann, dann I'm ready?"
01:42:22: ,082 [Anja Kobs] Nee, also prinzipiell bei den z-- Was immer wichtig ist im Sport, ist die Consistency. Also wirklich kontinuierlich trainieren. Ähm, es gibt ja die sogenannten Weekend Warriors, die unter der Woche nicht trainieren und am Wochenende laufen sie am Samstag-
01:42:35: ,662 [Martina Eberl] Weekend Warriors.
01:42:35: ,362 [Anja Kobs] Ja, die gibt's. Also die heißen so. Die trainieren unter der Woche nicht und an einem Wochenende laufen sie am Samstag 20, am Sonntag 30 Kilometer. Das ist absolut, das ist vollkommen kontraproduktiv. Es ist wirklich die Beständigkeit. Ist wie bei einem Auto, das, der Diesel muss laufen, ja. Muss immer in Erfahrung bleiben, äh, laufen bleiben. Und es gibt keinen
01:42:54: ,062 [Anja Kobs] ... Also wenn ich jetzt einen Trainingsplan schreibe für jemanden, der sagt, der möchte in 12 Monaten einen Marathon laufen und er zieht den Trainingsplan durch, dann weiß ich, dass er fit ist. Aber es gibt da jetzt keinen so
01:43:04: ,602 [Anja Kobs] heute... Ich habe zum Beispiel nach einem Marathon nie Muskelkater.
01:43:07: ,422 [Martina Eberl] Ja, ist ja klar.
01:43:08: ,862 [Anja Kobs] Ja, ähm, aber das ist das Training, diese Beständigkeit.
01:43:11: ,382 [Martina Eberl] Hast du gar nichts? Also nach einem Marathon hat, tut dir nichts weh? Gar nichts?
01:43:16: ,122 [Anja Kobs] Nee. Wo ich Muskelkater habe, ist, wenn ich Trail, also wenn es 'ne heftige Bergab-Passage ist, weil dieses exzentrische Kraft, da gehe ich dann auch mal unrund. Aber ansonsten...
01:43:31: ,122 [Martina Eberl] Wie lustig. Die Leute, die können sich Tage nicht mehr bewegen, wenn sie einen Berg mal runtergehen. Also gehen, nicht mal joggen.
01:43:39: ,792 [Anja Kobs] Aber das ist halt das, was ich eigentlich ja schon, ich glaube, heute öfters vermittelt habe, ist so diese, diese Grundfitness, ja, diese Beständigkeit und-
01:43:47: ,082 [Martina Eberl] Meine Rede, absolut.
01:43:49: ,442 [Anja Kobs] Das ist ja auch, im Marathon gewinnt nicht der, der am meisten Kilometer gelaufen hat in den 12 Monaten, sondern es gewinnt der, der in den 12 Monaten das Ganze beständig durchgezogen hat und der einfach mit einer gewissen Grundfitness an den Start geht. Der, also gewinnt in Anführungszeichen, der, der zieht das mit Bravour durch. Und- Der, der halt so trainiert hat, der, das wird nix. Und was man eben auch nicht vergessen darf, und das ist das, was ich ja auch schon zweimal gesagt hab, ist, wir haben nur diesen einen Körper und ein Marathon oder auch eine Langdistanz, die kannst, die zerstört so Unmengen viel in unserem Körper. Und deswegen ist es sehr wichtig, dass du ... Der Marathon ist ja dann nur the top of the mountain. Das ist ja nur der, das ist ja nur dann der, der Schluss, ja, der Wurmfortsatz sozusagen vom Training. Aber entscheidend ist ja, dass du dich in den Wochen und Monaten vorher darauf vorbereitest. Ich hab zum Beispiel meine erste Langdistanz ja auch erst nach 4 Jahren gemacht, weil ich gesagt hab, ich, du musst dich auf eine Langdistanz, musst du dich lange vorbereiten. Genauso mit jetzt dieser, kommen wir wieder auf mein Lieblingsthema, dieser ganze Ultra-Hype, ja. Die Leute sagen, "Ich muss jetzt mal einen Ultra laufen mit 80 Kilometer", und dann schaust du an, dann sind sie vorher im Schnitt 20 Kilometer in der Woche gelaufen.
01:45:01: ,162 [Martina Eberl] Ich hätte das nicht sagen sollen, dass ich mich nicht vorbereitet habe. [lacht]
01:45:04: ,472 [Anja Kobs] Nein, das, du hast es ja einmal gemacht. Wenn du jetzt sagst, du läufst jedes Jahr einen Marathon, ohne dich vorzubereiten, dann würde ich sagen, Martina, wir sprechen mal, ja. Aber du weißt, auf was ich hinauswill, ja.
01:45:13: ,622 [Martina Eberl] Ja, ja. Nein, nein. Ja, ja.
01:45:14: ,262 [Anja Kobs] Dass du so viel kaputt machen kannst-
01:45:16: ,732 [Martina Eberl] Natürlich.
01:45:16: ,342 [Anja Kobs] was du nicht, vor allem, was du ... Das ist ja das Problem. Du siehst es ja nicht. Bei 'nem Auto, wenn der Zylinder kaputtgeht oder das Öl aus ist oder wat, dann siehst du das, ja.
01:45:25: ,482 [Martina Eberl] Irgendwann, wenn's zu spät ist, merkst du's dann. Ja, doch, das mit der Consistency, da bin ich total bei dir. Das ist ja auch, was viele mich immer fragen mit meiner Fitnessgeschichte: "Wie, wie kann es sein, dass du, dass du nie Muskelkater hast?" Oder wenn ich mit meinen Töchtern, die nehme ich ab und zu mal mit,
01:45:39: ,122 [Martina Eberl] ja, am Wochenende oder in den Ferien, ähm, die können dann tagelang nicht gehen, wo ich dann immer sage: "Jetzt stellt's euch doch bitte nicht so an." "Oh Mama, mir tut alles weh. Ich brauch jetzt 'n Tag Pause", aber gut.
01:45:50: ,182 [Martina Eberl] So, jetzt pass auf. Bevor wir zu deinen schnell ersehnten 9 kommen, ähm, wie geht's denn jetzt bei dir weiter? Erzähl mal, du hast ja gesagt, du hast, jetzt, du bist am Start von deinem dritten Kapitel. Ähm, was ist denn dein drittes Kapitel?
01:46:03: ,362 [Anja Kobs] Ja, es ist total... A] Ich weiß es noch nicht. Also genauso wie als ich in den Wald gegangen bin zum Spielen, auch nicht wusste, [lacht] was passiert. Nein, Spaß beiseite. Ich hab schon, ich hab 'ne Vorstellung. Also ich werde Vortragsrednerin oder Speakerin. Ich hatte gestern einen Termin mit, mit unserem Landrat und der hat gesagt: "Sagen Sie Speakerin." Ich bin, bin zwar kein Englisch-Fan, aber er sagt: "Sie werden Speakerin", weil ich eben diese ganze Erfahrung, die ich habe aus Business und Sport, die möchte ich jetzt eben zusammenbringen und, und Leute mitnehmen und bewegen. Ich habe ein Buch geschrieben, das Anfang nächsten Jahres rauskommt, das ja dann Teil der Speaker-Geschichte wird.
01:46:37: ,402 [Martina Eberl] Mhm.
01:46:38: ,832 [Anja Kobs] Ähm, das wird so der Hauptpunkt sein. Dann mache ich eben Athletencoaching.
01:46:41: ,392 [Martina Eberl] Mhm, mhm. Genau.
01:46:43: ,442 [Anja Kobs] Ähm, und dann möchte ich aber auch, ich mein, damit verdiene ich nicht mein Geld, aber das ist ja, ist seit Jahren mein Steckenpferd. Ich möchte weiterhin oder mich noch mehr verstärkt in die Hospizarbeit mit einbringen.
01:46:53: ,402 [Martina Eberl] Stimmt, das machst du auch noch ehrenamtlich.
01:46:54: ,712 [Anja Kobs] Genau, das mache ich auch noch. Und da habe ich nächstes Jahr eine sehr große Tour vor, äh, deutschlandweit. Genau. Und da konnte ich eben gestern auch den, den Herrn Karmasin als Schirmherr gewinnen, was halt wirklich-
01:47:04: ,582 [Martina Eberl] Großen Respekt.
01:47:05: ,721 [Anja Kobs] Ja, das ist halt echt gut, ähm, weil das ist ein wichtiges Thema und das ist 'ne wichtige Sache und das ist meine Herzensangelegenheit, aber am Ende des Tages müssen meine Rechnungen auch bezahlt werden, ja.
01:47:16: ,202 [Martina Eberl] Selbstverständlich.
01:47:17: ,282 [Anja Kobs] Deswegen, aber wie ich ja sage, ich bin da sehr genügsam. Deswegen glaube ich, dass das Konzept, das ich mir jetzt so vorstelle, mit diesen 3 Baustellen, dass das ganz gut aufgeht, ja. Das ist das-
01:47:26: ,282 [Martina Eberl] Hospizarbeit, das machst du ehrenamtlich. Du begleitest...
01:47:29: ,862 [Anja Kobs] Sterbende.
01:47:29: ,662 [Martina Eberl] Sterbende.
01:47:30: ,042 [Anja Kobs] Genau.
01:47:31: ,362 [Martina Eberl] Hut ab. Wahnsinn.
01:47:32: ,682 [Anja Kobs] Ja.
01:47:32: ,022 [Martina Eberl] Toll.
01:47:34: ,162 [Martina Eberl] Wow.
01:47:35: ,822 [Anja Kobs] Wobei ich auch fairerweise dazusagen muss, also ich bin im Hospiz Germering, bin da alle 2 Wochen, ähm, sich die Hospizarbeit oder das Ehrenamt in den letzten Jahren aber auch sehr stark auf meine Benefizaktionen fokussiert hat, dass ich quasi durch meinen Sport Geld sammle und das ist ja auch schon wichtig, weil die Hospizarbeit wird nur zu 95 % von den Kassen gedeckt und 5 % müssen immer über Spenden finanziert werden. Das ist das Modell. Ähm, und da habe ich in den letzten, also ich hab jetzt insgesamt, ich glaub, ich weiß nicht die Anzahl, aber ich habe jetzt in den letzten, also seit 8 Jahren mache ich das, 18.000 Euro quasi-
01:48:07: ,192 [Martina Eberl] Toll.
01:48:08: ,262 [Anja Kobs] ersportelt, ja. Und das, ja, das ist mir einfach eine Herzensangelegenheit.
01:48:13: ,002 [Martina Eberl] Da müssen wir mal schauen. Vielleicht kann ich dich da auch unterstützen mit irgendwelchen Golf-Events, weil ich mein, beim Golf gibt's natürlich auch ganz viel, ex-, äh, extrem viele Charity-Geschichten und so weiter, weil das ist natürlich schon 'ne tolle Sache. Also Hut ab vor, vor Leuten, die so was machen können und sich-
01:48:28: ,102 [Anja Kobs] Ja, oder auch gern mal 'n Vortrag so im Golfclub. Weißt du, ich mach das dann umsonst und würde aber halt ein Schweinchen aufstellen und das wird halt dann der Hospizarbeit zugutekommen. Und das, wenn's an mir geht, würde ich das alles umsonst machen, aber wie gesagt, am Ende des Tages...
01:48:42: ,282 [Martina Eberl] Alle, also liebe Zuhörer und Zuschauer, also falls ihr, ähm, da Interesse dran habt, gerne melden. Ich leite das gerne weiter. Ist 'ne ganz, ganz tolle Sache. Und in deinem Buch, ähm, wann erscheint das beziehungsweise ist das schon erschienen?
01:48:56: ,542 [Anja Kobs] Nee, das ist, also die Geschichte, so viel Zeit muss jetzt noch sein, die ist total spooky. Ich hab 2010, bei meinem ersten Burnout saß ich in Chicago in meinem Penthouse, Blick auf Lake Michigan und hatte die Vision, ich will 'n Buch schreiben über meine Geschichte. Damals war es ja nur der erste Teil.
01:49:11: ,181 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, da, da war noch was.
01:49:13: ,422 [Anja Kobs] Da war noch was. Und dann hab ich 3 Seiten geschrieben und, also 'n Buch schreiben ist brutal anstrengend. Und hab das einfach... Ich hatte die Vision, wenn ich 50 bin, möchte ich mein Buch geschrieben haben. Und hab das komplett ad acta gelegt. Dann kam ja der zweite Teil des Lebens und letztes Jahr, als es dann alles so 'n bisschen wieder der Umbruch kam und da hatte ich ja meinen Job verloren, was im Nachhinein auch gut war, dass ich den verloren hab, weil der hat mich dann zum Nachdenken gebracht. Und da habe ich mir gedacht: "Jetzt hast du Zeit und wenn du jetzt nicht schreibst, dann schreibst du dieses blöde Buch nie." Hab ich mich hingehockt, diszipliniert, jeden Tag 20 Minuten. Heißt, man muss, wenn man 'n Buch schreibt, muss man jeden Tag 20 Minuten schreiben.
01:49:49: ,662 [Anja Kobs] Ja, lange Rede, kurzer Sinn, das Buch war fertig dieses Jahr im Januar. Dann ging's drum, du musst 'nen Verlag suchen, was natürlich auch, also extrem schwierig ist und hab dann 'nen Verlag gefunden.
01:49:59: ,562 [Anja Kobs] Und, ähm, da haben wir angefangen, 'nen Projektplan zu machen. Und dann
01:50:04: ,630 [Anja Kobs] hab ich, ich hatte ihr mal erzählt, dass das mein Traum ist, mit 50 'n Buch veröffentlicht zu haben und dann sagte sie: "Ja, wir kommen da ganz gut hin, so-" September oder vielleicht danach neues Jahr. Und
01:50:18: ,330 [Anja Kobs] dann hat sie mir den finalen Plan geschickt. Dann sagte sie: „Ja, also wir, es kommt am 18. Januar 2027 kommt's offiziell in die Buchhandlungen, weil, ähm, wir wollen nach-
01:50:29: ,129 [Martina Eberl] Am 18. Januar?
01:50:30: ,489 [Anja Kobs] Genau.
01:50:30: ,430 [Martina Eberl] Mhm. Okay.
01:50:31: ,340 [Anja Kobs] Am 17. Januar ist Premierenlesung in der Stadtbibliothek Germering. Kriegst du noch eine Einladung.
01:50:35: ,180 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, da bin ich dabei. Absolut, ja.
01:50:37: ,250 [Anja Kobs] Ja, genau, da kriegst du eine Einladung. Auf alle Fälle war das bewusst so, weil mein Buch soll ja eben auch motivieren und grad so im neuen Jahr und deswegen haben wir gesagt, wir machen's halt im neuen Jahr. Aber es gibt im, im, im Buchleben immer ein offizielles Erscheinungstag.
01:50:52: ,330 [Martina Eberl] Ist dein Geburtstag.
01:50:53: ,390 [Anja Kobs] Mein 50. Geburtstag.
01:50:55: ,540 [Martina Eberl] Happy Birthday.
01:50:55: ,990 [Anja Kobs] Und, äh, dann schreibt sie mir das, 21. Dezember.
01:50:59: ,320 [Anja Kobs] Mir ist es kalt den Rücken runtergelaufen. Dann habe ich sie angerufen und gesagt, weil die kennt ja meine, also sie kennt, kannte meinen Traum und sie kennt ja rein theoretisch auch meine Daten, meine Personaldaten vom, vom, vom Informationsblatt. Und da habe ich gesagt: „Du weißt doch schon, was das für ein Tag ist." Dann sagt sie: „Nö." Sag ich: „Das ist genau mein 50. Geburtstag." Da dachte ich mir: „Jetzt muss es gut werden."
01:51:18: ,150 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, alles richtig gemacht.
01:51:20: ,710 [Anja Kobs] Genau, genau.
01:51:20: ,350 [Martina Eberl] Ach toll.
01:51:21: ,170 [Anja Kobs] Ja, total.
01:51:22: ,430 [Martina Eberl] Ja, stark. Also da bin ich ja echt mal gespannt in Germering. Ich werde es auch noch posten, wenn dann die Vorlesung kommt. Äh, da freue ich mich total drauf und so. Und jetzt, du hast ja vorher schon gesagt, du freust dich auf die schnellen 9. Eine Frage hast du mir eh schon beantwortet, aber da kommen wir eh noch gleich drauf. Die 9 Loch, die kommen vom Golf natürlich-
01:51:40: ,150 [Anja Kobs] Mhm.
01:51:41: ,749 [Martina Eberl] und du musst schnell antworten. Ja oder nein beziehungsweise einfach nur die Antwort schnell sagen.
01:51:47: ,730 [Martina Eberl] Die Quick 9. Lerche oder Eule?
01:51:50: ,180 [Anja Kobs] Lerche.
01:51:52: ,770 [Martina Eberl] Tracker oder Gefühlssportler?
01:51:53: ,640 [Anja Kobs] Gefühl.
01:51:54: ,370 [Martina Eberl] Wirklich?
01:51:55: ,650 [Anja Kobs] Ja.
01:51:55: ,420 [Martina Eberl] Bei dir muss man doch eigentlich alles tracken mit deinem Sport.
01:51:58: ,330 [Anja Kobs] Nein, das ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum ich Teil des Erfolgs, weil ich mir einfach keinen Kopf mach. Ich mach einfach.
01:52:05: ,300 [Martina Eberl] Ich seh schon, von dir kann ich so viel lernen. Sommer oder Winter?
01:52:09: ,510 [Martina Eberl] Beides. Du hast gesagt, du bist der Hitzemensch, also bist du eher Sommermensch.
01:52:12: ,830 [Anja Kobs] Aber bei minus 20 Grad Langlaufen ist total geil, weil das einfach so schöner Schnee ist. Also schon Sommer, aber ich mag den Winter schon auch gern.
01:52:19: ,110 [Martina Eberl] Aber im Winter, wie ist denn das bei dir? Also ich habe ja auch relativ überschaubar Unterfettgewebe, äh, Unterhautfettgewebe.
01:52:26: ,770 [Anja Kobs] Das hast du jetzt nett ausgedrückt.
01:52:28: ,290 [Martina Eberl] Ich frier so schnell. Frierst du da nicht schon, oder?
01:52:31: ,370 [Anja Kobs] Ja, natürlich. Das ist auch beim, ist mir beim Schwimmen ja auch jetzt zunehmend zum Verhängnis geworden. Ähm, aber das Problem ist, beim Schwimmen kannst du dich nicht anziehen und im Winter, dann ziehe ich mich halt einfach warm an. Also-
01:52:44: ,630 [Martina Eberl] Zum Schwimmen? So 'nen Neoprenanzug?
01:52:45: ,149 [Anja Kobs] Nein, zum Langlaufen.
01:52:47: ,590 [Martina Eberl] Ach so, so. Ach so, jetzt verstehe ich. Okay, ist klar. Nächste Frage ist auch lustig. Ausdauer oder Kraft?
01:52:54: ,930 [Anja Kobs] Kraft.
01:52:56: ,890 [Anja Kobs] Sieht man doch. Ausdauer.
01:52:58: ,470 [Martina Eberl] Aber dich nehme ich mal zum Training mit. Ich sag's dir.
01:53:01: ,850 [Anja Kobs] Ich kack so ab.
01:53:03: ,630 [Martina Eberl] Süß oder salzig?
01:53:05: ,170 [Anja Kobs] Scharf.
01:53:07: ,970 [Martina Eberl] Wirklich?
01:53:07: ,070 [Anja Kobs] Ah, ich esse total gern scharf, ja. Ähm.
01:53:10: ,590 [Martina Eberl] Ich glaube, deswegen bist du auch so schlank, weil man sagt immer, wenn man so scharf isst, das regt ja den Stoffwechsel so an.
01:53:15: ,490 [Anja Kobs] Ja, ja. Aber wenn ich jetzt die Frage korrekt beantworten müsste, süß.
01:53:19: ,250 [Martina Eberl] Ja?
01:53:20: ,230 [Anja Kobs] Ja.
01:53:21: ,290 [Martina Eberl] Ist das bei dir, weil du bist ja, also muss ich jetzt, ich, du bist jetzt die Erste, wo ich dann mal so ein bisschen Pause machen muss. Ähm, du bist ja wirklich schmal.
01:53:29: ,170 [Anja Kobs] Ich bin dünn.
01:53:30: ,990 [Martina Eberl] Du bist dünn, ja. Und da wird man natürlich auch ganz schnell in so eine Schublade gesteckt, habe ich auch zum Sven damals gesagt, dass man magersüchtig ist, ja. Nervt dich so was?
01:53:38: ,490 [Anja Kobs] Ich glaube, jetzt macht's keiner mehr, weil jetzt bin ich einfach 'ne erwachsene Frau oder 'ne schon fast alte Frau, ja. Ähm, natürlich wird prinzipiell jeder dünne Sportler wird sofort in diese Magersucht-Schiene gesteckt, aber ich hab, hab den Podcast mit Sven ja auch gehört. Ähm, das ist, das ist Teil des Sports, das ist Teil des Erfolges, ja. Und das gehört dazu, ja. Du musst dann einfach nur aufpassen, dass es nicht, dass es nicht bedrohlich wird, ja.
01:54:06: ,450 [Martina Eberl] Ja. Wobei jetzt bist du ja im Vergleich zu den Sch-Skispringern, du hast ja einen massiven Umsatz. Du bewegst dich ja so wahnsinnig viel. Wenn du jetzt so den Sven angehört hast, das Training von den Skispringern, dieses Rumhupfen, ja, also nicht despektierlich, ja, aber die, die springen halt viel, die machen eigentlich gar nicht so viel Training, Training, was jetzt den Stoffwechsel so stark erhöht im Vergleich zu dir. Du läufst und läufst und läufst, ja. Du brauchst ja eigentlich auch viel. Ist es dann bei dir auch so, dass du da tatsächlich, weil bei den Skispringern ist es ja so, die dann auch sehr stark auf das Kalorische geachtet haben? Oder war das bei dir gar nicht so, dass du da jetzt so stark drauf achten musstest?
01:54:45: ,050 [Anja Kobs] Ich muss nicht drauf, also ich, ich muss nicht drauf achten. Ähm, was mein Problem ist, ich, ich, ich ernähre mich teilweise wirklich unterkalorisch, weil ich's nicht reinbekomme, weil ich auch nach, nach langen Wettkämpfen lang, ich hab einfach keinen Hunger und ich kann nicht, ich, da bin ich ein intuitiver Mensch. Ich kann nicht essen, wenn ich keinen Hunger hab. Und dann, da bin ich aber auch offen, ich, ich tracke, was ich esse. Das mache ich, also damit ich gucke, dass die Nährstoffe passen. Und wenn ich merke, ich bin jetzt unterkalorisch, dann kaufe ich mir eine Packung Kekse und esse die Packung Kekse. Ich meine, das ist zwar Junkfood, das ist schlecht, ja, aber dann sind zumindest die Kalorien drin.
01:55:18: ,290 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, der, äh, Shout out an den Jörg Hösli, der von der Erbse in, in, in der Schweiz, der ist ja auch genau der Meinung, dass man einfach da wirklich, da ist egal wie, aber Hauptsache-
01:55:30: ,470 [Anja Kobs] Ist. Ih-ihn kenne ich auch, ja, und, und, und hör seine Po-Po-Pod-Podcasts auch gerne. Ähm, Sporternährung ist nicht immer gesund. Leistungssport ist auch nicht gesund.
01:55:40: ,810 [Martina Eberl] Nee.
01:55:40: ,930 [Anja Kobs] Leistungssport ist alles andere als gesund und Sporternährung ist auch nicht immer gesund. Aber lieber esse ich 'ne Packung Kekse, die halt auch einfach geil schmecken, dann hab die Kalorien drin, bevor ich dann irgendwann... Und ich meine, da ist ja auch Schokolade ist Fett. Ich meine, gib mir ein Eis
01:55:55: ,710 [Anja Kobs] und dann fahre ich richtig schnell Fahrrad. Das ist, das ist das Fett, ja. Und genau.
01:56:00: ,470 [Martina Eberl] Wirklich?
01:56:01: ,630 [Anja Kobs] Ja.
01:56:01: ,730 [Martina Eberl] Da muss ich hier mal kurz drauf einsteigen. Du merkst, dass das Fett dir noch mehr Energie gibt als, äh, die Kohlenhydrate selber?
01:56:07: ,364 [Anja Kobs] Ja, ja. Also wenn ich, und es kommt selten vor, aber wenn ich mal, wenn ich wirklich mal dieses Notfall-Snickers, also Snickers ist ja- Ja, so gleich wieder Werbung hin und her, aber Snickers ist perfekt.
01:56:18: ,414 [Martina Eberl] Weil man keine Diva ist, ja.
01:56:19: ,054 [Anja Kobs] Da ist, da ist halt Schokolade, Fett und vor allem die Nüsse.
01:56:22: ,554 [Martina Eberl] Ja.
01:56:22: ,974 [Anja Kobs] Und wenn's wirklich mal so weit ist, also ich, letzte bin ich über, über die Alpen gefahren und dann stand ich am Brenner oben, da habe ich mir 3 Snickers gekauft und dann ging's, dann ist es, ist es wieder gelaufen.
01:56:33: ,893 [Martina Eberl] Dann hast du dir 3 Snickers gekauft. Ich hätte mal gedacht, ich bin die Einzige, die sich wirklich... Also ich kann ja wirklich richtig viel Süßigkeiten auf einmal essen. Ähm, ich versuch's wirklich nicht zu tun, weil ich jetzt nicht so einen Grundumsatz habe wie du, aber das, wenn's pressiert geht, ist mal ganz schnell rein.
01:56:47: ,914 [Anja Kobs] Muss auch. Ich meine, es ist-- natürlich musst du aufpassen. Also ich versuche 90 10, ja. Also, weil du brauchst ja auch die Nährstoffe. Ja, du kannst-
01:56:54: ,554 [Martina Eberl] 90 10?
01:56:55: ,314 [Anja Kobs] Also 90 Prozent gesund, 10 Prozent-
01:56:57: ,124 [Martina Eberl] Ach so, okay.
01:56:58: ,344 [Anja Kobs] Ja. Ähm,
01:56:59: ,674 [Anja Kobs] also ich, ich kann nicht meinen, meinen Kalorienumsatz, den ich habe, mich nur von Keksen ernähren. Dann wird-
01:57:04: ,374 [Martina Eberl] Dann kommt das-
01:57:05: ,354 [Anja Kobs] Ja, genau. Deswegen 90 10, ja. 90 Prozent gesund, ähm.
01:57:10: ,314 [Martina Eberl] Wie viel?
01:57:11: ,744 [Anja Kobs] Ja.
01:57:11: ,314 [Martina Eberl] Wie viel?
01:57:12: ,404 [Anja Kobs] Ähm, ich glaube, dass ich mich da weitaus, weitaus im, im höchsten Perzentil bewege.
01:57:16: ,114 [Martina Eberl] auf diese 80 20-Regel unterwegs, ja.
01:57:19: ,004 [Anja Kobs] Ähm, aber wenn's dann brennt und es einfach zu wenig Kalorien sind, dann kommen-
01:57:23: ,904 [Martina Eberl] Dann ist das Süße.
01:57:23: ,954 [Anja Kobs] kommen die Kekse.
01:57:24: ,174 [Martina Eberl] Alright. Es war erstaunlich, wie viel bis jetzt immer salzig gesagt haben. Du bist jetzt eine der ersten, die süß sagen.
01:57:30: ,854 [Anja Kobs] Ja, weil sie es nicht zugeben wollen, dass sie da heimlich, dass sie da heimlich die Schublade aufmachen.
01:57:35: ,074 [Martina Eberl] Wer war der, der Manni Bender, gell? Der Manni Bender hat gesagt, dass er so ein süßer Kerl ist. Ja, ja, der jeden Tag Eis isst.
01:57:43: ,274 [Anja Kobs] Ja, der, der, das könnte ich auch sein.
01:57:45: ,394 [Martina Eberl] Ja, wenn der gescheiter als Eis ist, das stimmt. Kino oder Theater?
01:57:49: ,394 [Anja Kobs] Kino.
01:57:50: ,794 [Martina Eberl] Lieblingsstadt Zürich?
01:57:51: ,874 [Anja Kobs] Zürich, ja.
01:57:52: ,194 [Martina Eberl] Ausnahmslos oder gibt's da... Ich meine, du warst in Australien.
01:57:56: ,954 [Anja Kobs] Also wenn ich-- es, es ist 'n Unterschied. Ist es 'ne Stadt, wo ich gerne leben möchte oder 'ne Lieblingsstadt zum Leben, würde ich sagen Zürich und ansonsten Sydney. Also über Sydney geht gar nichts. Ja. Mhm.
01:58:05: ,284 [Martina Eberl] Verstehe ich total. Also Australien ist schon für mich das Nonplusultra.
01:58:10: ,654 [Anja Kobs] Also wenn ich noch mal, wenn ich... Was heißt, wenn ich, wenn ich wollen? Mich hält ja hier nichts, ja. Ich, ich glaube, wenn ich meine Koffer packen würde, nach Sydney gehen. Aber es ist mir dann irgendwie doch zu weit weg von der Heimat. Ich kann's, keine Ahnung. Weil wie gesagt, mich hält ja nichts, ja.
01:58:24: ,634 [Anja Kobs] Aber es ist mir jetzt, jetzt verpflanze ich mich nicht mehr.
01:58:28: ,054 [Martina Eberl] Dein Lieblingsessen? Sind wir wieder beim Thema?
01:58:31: ,054 [Anja Kobs] Frag mich lieber, was ich nicht esse. Also schon Eis.
01:58:34: ,794 [Martina Eberl] Was isst du denn nicht?
01:58:35: ,003 [Anja Kobs] Also was ich einfach nicht, ich, diese bei, diese deftige bayerische Hausmanns-
01:58:40: ,534 [Martina Eberl] So Innereien und so weiter und so.
01:58:41: ,854 [Anja Kobs] Ja, Leber esse ich schon. Ich esse einmal die Woche Leber, Rinderleber. Das ist eines der gesündesten Lebensmittel, die es gibt, wenn du weißt, wo es herkommt. Ich hol's beim Braumüller in Biburg.
01:58:50: ,054 [Anja Kobs] Einmal die Woche Rinderleber. Ansonsten esse ich kein Fleisch und da so ein gutes Rindersteak, rare.
01:58:58: ,794 [Anja Kobs] Aber so diese Schweins-- der Schweinsbraten selber ist ja nicht das Problem, aber diese fettige Soße und dann die Knödel dazu.
01:59:05: ,234 [Martina Eberl] Okay.
01:59:06: ,374 [Anja Kobs] So was könnte ich nicht jagen.
01:59:07: ,093 [Martina Eberl] Okay.
01:59:08: ,714 [Anja Kobs] Oder Spareribs. Also das, aber ansonsten-
01:59:10: ,554 [Martina Eberl] auch nicht?
01:59:11: ,034 [Anja Kobs] Mhm m. Nee, jetzt mag ich gar nicht. Diese fiese Lei-- uäh.
01:59:15: ,434 [Martina Eberl] Mhm, mhm, verstehe.
01:59:16: ,134 [Anja Kobs] Ja, da bin ich dann doch zu-
01:59:18: ,014 [Martina Eberl] Aber so, wenn du jetzt sagst, boah, so Lieblingsessen, so ein Lieblingsgericht?
01:59:23: ,894 [Anja Kobs] Also wenn ich mir was gönnen wollen würde, dann würde ich tatsächlich so 'n Steak, so 'n Rindersteak, ja, so 200 Gramm. Ähm, und Lieblingsgericht?
01:59:33: ,594 [Anja Kobs] Also ein Kaiserschmarrn ist schon was Gutes, glaube ich.
01:59:35: ,974 [Martina Eberl] Wenn er gescheiter ist, gell?
01:59:36: ,144 [Anja Kobs] Ja.
01:59:37: ,514 [Martina Eberl] Ja, ja. Mhm. Mit einem selbst gemachten, ähm-
01:59:40: ,783 [Anja Kobs] Apfelmus.
01:59:40: ,694 [Martina Eberl] Vanilleeis und Apfelmus, ja.
01:59:42: ,824 [Anja Kobs] Ja, ja.
01:59:42: ,194 [Martina Eberl] Ja, da gibt's schon ein paar-- da darf ich jetzt gar nicht groß . Es gibt wirklich viele, die den gut können.
01:59:48: ,194 [Anja Kobs] Ja.
01:59:49: ,753 [Martina Eberl] Zum Abschluss, bist schon bei der 9, drei Dinge, für die du dankbar bist. Natürlich, ich sage immer, die Gesundheit. Wir wissen, als Sportler weiß man das sowieso, ohne Gesundheit geht's sowieso nicht und auch wenn man nicht Sportler ist, aber abgesehen von der Gesundheit, drei Sachen.
02:00:04: ,214 [Anja Kobs] Abgesehen von der Gesundheit, die Freiheit, alles machen zu können, in Frieden leben zu können und eigentlich für mein Leben, weil das richtig geil ist. Also auch wenn's viele Rückschläge hatte, aber eigentlich 50 richtig geile Jahre gehabt.
02:00:21: ,034 [Martina Eberl] Schöneren Abschluss kann man doch gar nicht haben. Liebe Anja, vielen lieben Dank, dass du da warst.
02:00:26: ,734 [Anja Kobs] Danke dir.
02:00:26: ,734 [Martina Eberl] Beim Thomas liegt jetzt nämlich mein Buch und, ähm, das, was natürlich meine, meine Herzensmenschen hier bekommen.
02:00:34: ,184 [Anja Kobs] Auf das habe ich mich schon gefreut.
02:00:36: ,773 [Martina Eberl] Ich wollte gerade sagen, das ist jetzt auch so Vorschau. Ich habe ihn auch an.
02:00:38: ,234 [Anja Kobs] Ah ja.
02:00:39: ,034 [Martina Eberl] Dein Glücksbringer.
02:00:40: ,203 [Anja Kobs] Vielen Dank, Martina.
02:00:41: ,054 [Martina Eberl] Ja, das ist einfach unser Sportler-Glücksbringer. Die Burschen kriegen immer ein grünes, die Damen kriegen ein rosanes. Und weil du ja auch so eine Schreiberin bist und notierst, es ist ein Journal. Ich bin mir ziemlich sicher, das machst du eh schon wahrscheinlich.
02:00:54: ,344 [Anja Kobs] Ja.
02:00:54: ,594 [Martina Eberl] Aber natürlich in, und in meiner Farbe.
02:00:56: ,213 [Anja Kobs] Vielen Dank.
02:00:57: ,254 [Martina Eberl] Gern. Ich danke dir, dass du deine Zeit genommen hast. Ähm, sind wir mal wieder-- es gefällt-- die Zeit vergeht immer so mega schnell, ähm, aber wir haben richtig schön geratscht.
02:01:07: ,854 [Anja Kobs] Ja, total.
02:01:07: ,154 [Martina Eberl] Hat mir echt viel Spaß gemacht und, ähm, vor allem auch zum Thema Laufen. Das ist ja so 'n, das ist 'ne Sportart und überhaupt diese Marathons. Man bekommt immer alles mit, jeder joggt irgendwie so ein bisschen und jetzt haben wir mal wirklich 'ne Expertin dagesessen.
02:01:19: ,674 [Anja Kobs] Ja, danke.
02:01:19: ,574 [Martina Eberl] Vielen herzlichen Dank.
02:01:20: ,734 [Anja Kobs] Danke, danke.
02:01:21: ,614 [Martina Eberl] Und bei euch bedanke ich mich natürlich wieder beim Zuhören und beim Zuschauen. Und wie ich's jetzt vorher schon angekündigt habe, die erste Staffel ist durch. Wir machen eine kurze Sommerpause und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Felix Neureuther den Start der zweiten Staffel machen, äh, wird. Und, ähm, jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß und danke, dass ihr dabei wart beim Pink Table. So, und das war eine weitere Folge von The Pink Table. Ich hoffe, dir hat der Podcast gefallen und du könntest mir einen riesen Gefallen tun, indem du ihn abonnierst auf dem Kanal, auf dem du diesen Podcast sehen möchtest. Eine 5-Sterne-Bewertung ist natürlich mega obendrauf und vor allem wünsche ich mir einen Kommentar, wenn du einen Wunschsportler hättest, einen Wunschathleten, einen Wunscholympioniken oder Paralympics. Und ich werde natürlich mein Bestes geben, diesen Sportler bald hier am Pink Table empfangen zu dürfen. Also bis dahin, frohes Weiterhören.