The Pink Table - Sportpodcast

The Pink Table - Sportpodcast

Der Sportpodcast mit Martina Eberl

Transkript

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00:00:00: ,510 [Magdalena] Da hatte ich auch das Gefühl, ich würde im, im Ziel umfallen und da können sie mich wegtragen. Das wäre mir wurscht gewesen. Da musste ich nach Düsseldorf fliegen, relativ früh in der Früh und habe auf der A95 a Panikattacke im Auto gehabt, aber schon so heftig, dass ich dachte, ich stirb jetzt. Ich war so, ich war Burn-out, ich bin in der Klinik gelandet, ich konnte nichts mehr. Ich war am untersten Limit und dann ist das alles in Fluss geraten, weil ich selber mein Leben wieder in die Hand genommen habe. Ich habe mir mit meinem Sport, glaube ich, einfach was erarbeitet, was geblieben ist.

00:00:29: ,740 [Martina] Wer sich für Wintersport interessiert und vor allem für Biathlon, der kommt um den Namen Magdalena Neuner mit Sicherheit nicht herum. Wir haben uns hier heute getroffen in meinem Podcaststudio und haben über alles Mögliche gequatscht: Über Schwangerschaften, über ihr frühes Karriereende, über richtige Entscheidungen, über Entscheidungen, die sie vielleicht anders gemacht hätte, über Anfragen vom Playboy et cetera pp. Seid gespannt auf ein langes und schönes Gespräch mit Magdalena Neuner. Schön, dass du da bist am Pink Table.

00:00:59: ,720 [Magdalena] This is the Pink Table.

00:01:05: ,380 [Magdalena] Speak your story.

00:01:07: ,840 [Martina] Du zählst zu den erfolgreichsten Athletinnen aller Zeiten in deinem Sport. Sowieso, aber überhaupt.

00:01:15: ,000 [Martina] Ist das dir bewusst beziehungsweise machst du dir das eigentlich immer noch bewusst? Weil es ist ja jetzt auch schon zwei, drei Tage her.

00:01:24: ,510 [Magdalena] Ja.

00:01:24: ,600 [Martina] Ja.

00:01:24: ,740 [Magdalena] Ähm, das wird mir oft auch dadurch bewusst, dass eigentlich jetzt, ich meine, ich habe 2012 aufgehört, das ist jetzt vierzehn Jahr her, ähm, dass nach wie vor die Nachfrage nach mir, nach meiner Person sehr, sehr hoch ist. Und, ähm, ich stelle mir dann auch immer die Frage: Ja, ich bin ja jetzt auch keine, die jetzt ständig überall zu sehen ist, weißt du, oder irgendwie auf jeder Gala bei jedem Event mit dabei ist, aber ich habe mir mit meinem Sport, glaube ich, einfach was erarbeitet, was geblieben ist. Man sagt ja so oft, das ist halt, weil ich kriege oft einmal so den, äh, die Titelier, Betitelung, äh, Legende, Biathlonlegende. Ja, vielleicht wird einem das erst Jahre später bewusst, dass da danach gar keiner mehr da war, der das so genauso erreicht hat. Und, ähm, es ändert jetzt in mir gar nicht so viel, das zu wissen, aber ich sage jetzt mal, beruflich oder für mich jetzt als Unternehmerin ist es natürlich schon immer noch sichtbar, weil die Nachfrage nach wie vor sehr groß ist.

00:02:22: ,760 [Martina] Ja, das, äh, verstehe ich, das verstehe ich total. Aber wahrscheinlich dein Umfeld und so weiter, die, da bist du halt die Lena. Da ist-

00:02:30: ,080 [Magdalena] Ja, eh. Ich meine, wie ist das bei dir, Martina? Ich meine, oder? Also ist es in deinem Alltag so präsent, was man mal gemacht hat, wer man mal war? Ich meine, man ist es ja immer noch, aber was man da erreicht hat.

00:02:43: ,160 [Martina] Na, also bei uns, also jetzt hast du ja mal hier meinen, der Westen von München, Aubing, äh, mal kennenlernen. Also ich meine, Golf ist da sowieso ganz weit weg, ja.

00:02:52: ,420 [Magdalena] Ja.

00:02:52: ,520 [Martina] Ähm, und da bin ich tatsächlich immer noch mehr oder weniger die Tochter vom, vom Karli und von der Stutzi. Und, ähm, also Golf ist da ganz weit weg, aber du warst natürlich in den Medien höchst präsent.

00:03:06: ,180 [Magdalena] Das ist halt bei diesem Sport, weil Biathlon ist halt einfach-

00:03:10: ,680 [Martina] Groß.

00:03:10: ,140 [Magdalena] Das ist groß und es ist superbekannt und das hat eine ganz große Fan-Crowd. Das ist einfach in Deutschland einer der beliebtesten Sportarten und das läuft halt auch am Nachmittag, ja, bei ARD, ZDF, im öffentlich, äh, öffentlich-rechtlichen. Ja, da hast du natürlich auch eine Plattform. Das ist beim Golf sicher ein bisschen anders. Von daher habe ich natürlich das Glück, dass meine Sportart ja auch so präsent ist und präsent war. Ja.

00:03:33: ,180 [Martina] Ja, aber das hast du dir am Anfang auch nicht überlegt. Das hast du ja gemacht, weil es einfach gut gegangen ist.

00:03:37: ,380 [Magdalena] Natürlich. Ja, logisch.

00:03:38: ,320 [Martina] Ähm, ganz lustig, die, die Biathleten. Also ich habe ja mal früher ein bisschen mehr Einblick in die Langläufer gehabt und die waren den Bi-Biathleten, das immer so neidisch, weil sie das, das Gewehr gehabt haben, wo sie, wo da der, der Werbeslogan oder die Werbung drauf sein hat können. Da habe ich gesagt: „Oh, die laufen eigentlich viel langsamer als wir, aber die verdienen da so viel mehr Geld, weil sie einfach so viel mehr Werbeplatz haben und so weiter."

00:04:01: ,040 [Magdalena] Ja, ja, ich weiß schon, diese, diese Diskussionen, ja. Die Frage ist immer: Laufen wir wirklich so viel langsamer? Also ich habe mich tatsächlich ab und zu mal mit den Langläufern messen dürfen bei unseren Zollmeisterschaften und da war ich aber auch ganz vorn mit dabei. Also ich glaube, der Unterschied ist gar nicht so groß, aber das ist auch ein anderes Ding.

00:04:17: ,860 [Martina] Jetzt warst du aber auch eine von den besten Läuferinnen, gell?

00:04:19: ,820 [Magdalena] Stimmt schon. Ja, das stimmt.

00:04:20: ,790 [Martina] Also da, ähm,

00:04:23: ,360 [Martina] das, das hat man ja oft, ähm, oder ich habe das immer so mitbekommen, wenn du jetzt beim Langlaufen nicht schnell genug warst, dann probierst du eher mal das Biathlon. Stimmt das?

00:04:33: ,600 [Magdalena] Das hat man uns oft nachgesagt. Die Evi Sachenbacher-Stehle ist ja dann zu uns gekommen, aber die war ja eigentlich eine supererfolgreiche Langläuferin.

00:04:39: ,960 [Martina] Ja.

00:04:39: ,840 [Magdalena] Sie wollte, glaube ich, für sich einfach noch mal so diese neue Herausforderung. Sie wollte was Neues noch mal ausprobieren. Ähm, also dieses Biathlon-Langlaufding, das gibt’s schon immer. Aber es sind einfach zwei völlig unterschiedliche Sportarten. Du musst halt beim Biathlon bedenken, dass man die Laufgeschwindigkeit natürlich auch dementsprechend anpassen muss, weil man ein Schießen zwischendrin hat.

00:05:02: ,140 [Martina] Ja.

00:05:03: ,140 [Magdalena] Von daher läuft der Biathlet einfach prinzipiell anders, weil du hast, du denkst nicht in, „Ich laufe jetzt zehn Kilometer", ja, sondern du denkst in, „Ich laufe jetzt drei Kilometer, habe das Schießen, laufe wieder drei Kilometer" und dementsprechend, ähm, taktisch gehst du so ein Rennen an.

00:05:19: ,460 [Martina] Mhm.

00:05:19: ,388 [Magdalena] Und da läufst du halt nicht in der ersten Runde Vollgas oder nicht so, wie du jetzt in einem Langlauf laufen würdest. Und von daher finde ich diesen Vergleich schwierig. Es sind einfach zwei, zwei unterschiedliche Sportarten mit dem Schießen, das einfach auch eine sehr große Herausforderung darstellt, aber auch, finde ich, einfach eine große Faszination darstellt. Und ich glaube, das haben uns die Langläufer ein bisschen beneidet, weil halt, ähm, vom Zuschauen her ist Biathlon halt so unglaublich spannend. Ich muss ehrlich sagen, ich schaue total gern Langlauf. Äh, ich schaue mir auch ein Fuchziger an, wenn’s ist, weil ich finde das auch interessant. Ja, also ich, aber schaue vielleicht auf andere Sachen. Ich schaue, wie der technisch läuft, wie der das taktisch einteilt, wie auch immer. Aber natürlich ist Biathlon zum Zuschauen auchFür jedermann irgendwo nachvollziehbar spannend. Es kann halt den, die Veränderung nur geben ganz am Ende, wo du eigentlich schon denkst, der hat schon gewonnen und am Ende gewinnt doch ein anderer. Das hast du jetzt vielleicht im Langlaufen nicht ganz so stark.

00:06:15: ,788 [Martina] Wenn du jetzt sagst, du schaust dir da die Technik an. Also bei uns im Golf ist das jetzt schon so,

00:06:20: ,068 [Martina] das hat sich schon krass verändert, die ganzen technischen Aspekte, oder? Also so wie ich das beigebracht bekommen habe vor fast vierzig Jahren jetzt, ähm, würdest du heutzutage keinem mehr das Golfspielen beibringen oder den Golfschwung. Ja, also es hat sich total verändert. Ist das, ist das beim, beim, bei der Technik im Langlaufen, also zum Laufen immer noch so, wie es bei dir früher war? Oder ist das jetzt auch schon anders?

00:06:49: ,788 [Magdalena] Ist eigentlich eine spannende Frage, weil Skating, also das klassisch Laufen ist ja schon alt, aber Skating laufen ist ja noch gar nicht so alt. Und in der Zeit, wo ich Biathlon angefangen habe, hat es das noch gar nicht so lange gegeben. Das heißt, die Erkenntnisse über die richtige Technik

00:07:05: ,448 [Magdalena] weiß ich gar nicht, ob die wirklich schon so da waren. Natürlich, es gibt ein Lehrbuch. Ja, ich habe das auch gelesen, weil ich, ähm, meinen Trainerschein gemacht habe und ich weiß, dass ich mit dem Professor ganz viel diskutiert habe darüber, ähm, weil ich nicht unbedingt der Meinung war, dass das alles so ist, wie es im Lehrbuch steht. Ich glaube, beim, beim Langlaufen oder beim Skaten ist das noch mal ein bisschen anders als beim Golf.

00:07:27: ,448 [Magdalena] Obwohl beim Golf vielleicht da ähnlich durch die Anatomie, durch das, dass der eine größer ist, der eine ein bisschen kleiner. Also weißt du einfach durch die Hebel, die man hat, ist die Technik im, im Skating finde ich relativ unterschiedlich. Es gibt so ein paar Eckdaten, ähm, wo man sagt, okay, das bringt einfach mehr Vortrieb. Ich glaube, ich bin auch nicht ganz, äh, äh, regelbuchkonform gelaufen, aber ich war verdammt schnell damit.

00:07:51: ,558 [Martina] Mhm. Wollte gerade sagen.

00:07:52: ,287 [Magdalena] Weil ich ein gutes Gefühl dafür gehabt habe, was da unter meinem Ski passiert. Ich habe ein super Skigefühl einfach und habe einfach die Kraft, die ich habe, perfekt drauf gebracht. Ob das jetzt technisch richtig oder falsch ist, also wer bestimmt das? Am Ende ist der mit der richtigen Technik unterwegs, der am schnellsten läuft, oder?

00:08:12: ,368 [Martina] Ganz genau.

00:08:13: ,328 [Magdalena] Und deswegen finde ich das so ein bisschen eine schwierige Frage. Ich weiß jetzt nicht, ob Klebo läuft auch anders wahrscheinlich als andere Langläufer. Ähm,

00:08:21: ,208 [Magdalena] hat der die perfekte Technik? Oder läuft vielleicht jemand im Feld, wo man sagt: Wow, der hat die perfekte Technik, aber der ist vielleicht nicht so schnell.

00:08:29: ,148 [Martina] Ja, ja, bei euch gab es doch auch den, ähm, der war auch, glaube ich, zu deiner Zeit, der von oben gegriffen hat.

00:08:35: ,808 [Magdalena] Einsven Fischer meinst du?

00:08:36: ,008 [Martina] Ja. War auch was anderes.

00:08:38: ,448 [Magdalena] Der ist ganz anders gelaufen als ein Ole Einar Bjørndalen zum Beispiel.

00:08:41: ,928 [Martina] Ja, ja.

00:08:41: ,028 [Magdalena] Der leichtfüßig tänzelnd gelaufen ist und dann Einsven Fischer, der mit Kraft gelaufen ist, der auch größer ist, ja, der einfach andere Hebel hat. Und wir haben uns vorhin ein bisschen im Vorfeld ja unterhalten. Es gibt die, die halt, ja, die Muskelmasse haben, dann gibt es eher die Schmaleren und jeder tänzelt anders über den Schnee und am Ende ist entscheidend, wer ist der Schnellste.

00:09:03: ,297 [Martina] Ja, ja.

00:09:03: ,708 [Magdalena] Ob das jetzt die perfekte Technik ist, da kann man jetzt drüber streiten, ja.

00:09:06: ,728 [Martina] Das Gleiche beim Golf ja auch. Also der am schnellsten im Loch ist, ähm-

00:09:10: ,707 [Magdalena] Der hat recht.

00:09:11: ,128 [Martina] Absolut.

00:09:12: ,607 [Magdalena] Oder?

00:09:12: ,088 [Martina] Ja, ja.

00:09:13: ,648 [Magdalena] Für sich. Das heißt aber nicht, dass die Technik, die du spielst, jetzt auch für jemand anders die perfekte ist. Oder?

00:09:18: ,608 [Martina] Nein, absolut nicht. Also ich habe auch immer meine Fehler gehabt, habe mir dann aber tatsächlich, das war dann relativ zum Schluss, wo ich dann nach Amerika bin, eingebildet, ich muss jetzt diesen einen Fehler, ich habe immer so gleich geschlossene Schlagfläche gehabt, das muss ich jetzt beheben. Und da hat es mich dann richtig, ähm, auf gut Deutsch auf die Fresse lassen, weil-

00:09:37: ,648 [Magdalena] Es hat dann nicht mehr funktioniert.

00:09:38: ,108 [Martina] Es hat nicht mehr funktioniert, ne. Und, ähm, das ist dann schon bitter, weil du musst dir erst dann wieder, du trainierst und trainierst und schlägst und schlägst Tausende von Schlägen, probierst es zu ändern und das dann aber wieder zurückfindest. Wie war es denn jetzt eigentlich genau vorher? Das ist dann schon auch wieder so ein: Na, das ist nicht so einfach.

00:09:57: ,148 [Magdalena] Und da ist so die Frage, ob man sich da immer so beirren lassen sollte. Weißt du, ob das wirklich dann der eigene Weg ist, wenn man ja eigentlich gut ist oder? Und erfolgreich ist und, ähm, für sich ein gutes Gefühl dabei hat. Natürlich, wenn du merkst, ach, dieser Fehler, der kostet mich ja jedes Mal irgendwie ein paar Meter oder die Richtung stimmt nicht, ist es ja was anderes. Aber wenn es damit funktioniert.

00:10:19: ,368 [Martina] Genau, aber das ist immer wieder genau für jeden, für jeden das Passende. Genau das wie mit der Ernährung, was wir vorher gesagt haben, dass halt für jeden das auch anders ist.

00:10:26: ,708 [Magdalena] Ja.

00:10:26: ,728 [Martina] Und, ähm, bloß die Gesellschaft, die Trainer. Es gibt ja so viele, die dich dann trotzdem da schnappen und sagen: „Nein, aber so ist richtig."

00:10:36: ,438 [Magdalena] Genau.

00:10:37: ,548 [Martina] Und dass du dich da nicht beirren lässt, das ist natürlich dann schon auch eine Kunst, ja.

00:10:41: ,488 [Magdalena] Bei mir haben sie oft gesagt, dass ich eigentlich jetzt nicht so eine schöne Technik habe. Ja, also natürlich hat es welche gegeben, die haben besser ausgeschaut beim Laufen, ja. Ich bin halt sehr kraftvoll gelaufen und habe aber gut gleiten können und vor allem am Berg. Und das haben halt viele, die eine schöne Technik hatten, nicht so rübergebracht, weil die sind zwar schön gelaufen, aber die haben einfach keine Kraft auf den Stock gebracht. Ja. Und ich habe halt einfach alle Kraft, die ich hatte, perfekt auf den Stock gebracht.

00:11:04: ,788 [Martina] Ja.

00:11:04: ,108 [Magdalena] Und das hat ganz viel mit Gefühl zu tun. Das hat, glaube ich, nicht damit zu tun, ob das jetzt gut ausschaut, sondern wie fühlt sich das für mich an, für das eigene Körpergefühl. Und ich glaube, das ist viel entscheidender, diese Intuition, dieses eigene Körpergefühl, das man hat. Und ich komme ja nur aus einer Sportzeit und du genauso, wo man ja ganz strikten Regeln gefolgt ist, oder? Wo man ganz strikte Vorgaben hatte und weil das macht ja jeder so.

00:11:28: ,238 [Martina] Genau.

00:11:28: ,690 [Magdalena] Und da gab es einen Trainingsplan für alle, also für mich jetzt im Team, ähm, wo ich schon immer mich hinterfragen oder immer gefragt habe: Das passt doch für mich eigentlich gar nicht. Ich brauche ja doch eigentlich ganz was anderes. Ist wieder ähnlich wie mit der Ernährung. Es gibt nicht die, das, äh, die Formel X, die richtig ist. Und, ähm, ich bin dann auch ein bisschen ausgebrochen aus dem Ganzen, habe dann am Ende so mein eigenes Ding gemacht. Und jetzt kommt man ja immer mehr dahin, dass der Sportler viel individueller trainiert. Bei uns war das gar kein Thema. Das war ja ein Riesending, dass ich der Meinung war, dass jeder da individuell braucht und dass da jeder was anderes braucht. Und das fanden natürlich die Bundestrainer, die-Wenn ich das so sagen darf, einfach aus einem ganz anderen System kommen, ehemalige DDR, ähm, Sportschule. So, ja, das ist halt anders. Und ich war dann so die Erste in dieser Generation, die gesagt hat: „Also Moment einmal, sind wir nicht alle ein bissl unterschiedlich und brauchen wir vielleicht da nicht irgendwie alle ein bissl was anderes?"

00:12:23: ,420 [Martina] Das kam bestimmt nicht so geil an, oder?

00:12:24: ,980 [Magdalena] Es kam gar nicht gut an. Ich hab da auch, äh, ziemlich viele Kämpfe geführt, hab mich dann da eben auch gelöst. Das konnte ich nur machen, weil ich so erfolgreich war.

00:12:31: ,340 [Martina] Mhm.

00:12:32: ,570 [Magdalena] Sonst hätte ich ja nicht sagen können, ich trainiere jetzt selber und mache mein eigenes Ding. Es war im Übrigen meine erfolgreichste Saison, die darauf folgende, nachdem ich mein eigenes Ding gemacht habe. Aber ist natürlich gar nicht gut angekommen, weil ich habe das ja auch ein bisschen kommuniziert und das fand der Verband natürlich nicht so toll, weil das ja auch schlechtes Licht auf ihn wirft. Ja.

00:12:49: ,259 [Martina] Ja, ist klar.

00:12:51: ,320 [Martina] Aber zurück zu unserem ChatGPT.

00:12:54: ,540 [Magdalena] Ja.

00:12:54: ,070 [Martina] Ähm, du darfst auch, ähm, ich habe auch für dich gleich einen Livescore, den du selber vorlesen darfst. Aber was auch wirklich, ähm, auffällig ist, also wenn man so Sachen über dich liest, nicht nur, dass du natürlich die absolut erfolgreichste Biathletin, äh, warst, äh, oder immer noch bist, ähm, ähm, sondern dass es fast lückenlos ist. Das ist also so positiv. Ja, über dich gibt es kaum Kritiker. Also jetzt hast du natürlich gerade selber gesagt, das war damals eine harte Zeit, wo du gesagt hast, du machst jetzt dein eigenes Ding. Wobei auch da, ähm, sind die Töne nicht laut geworden, weil du schon Erfolg hattest.

00:13:30: ,580 [Magdalena] Die Öffentlichkeit nicht. Das war nur der Verband, der sich da aufgeregt hat. Genau, aber außen fanden das alle: „Wow, die macht jetzt da ihr eigenes Ding." Also das ist nicht negativ nach außen gedrungen. Ja.

00:13:39: ,350 [Martina] Genau, aber prinzipiell hattest du eigentlich oder hast du bis heute nicht Kritiker. Ja, also du hast eigentlich keine, die sagen: „Ja, also mit der Magdalena..." Weil es gibt ja immer wieder welche, die das sich so ein bissl als Hobby machen. Ich kriege das ja auf den sozialen Medien auch so ein bissl mit, ähm, die, auch wenn es überhaupt nichts zum Aussetzen gäbe, irgendwas finden.

00:13:59: ,919 [Magdalena] Irgendwas finden sie immer.

00:13:59: ,779 [Martina] Ja, genau.

00:14:00: ,320 [Magdalena] Ja.

00:14:01: ,000 [Martina] Und ich hab jetzt, äh, bin durch diese Schule gegangen. Bei mir läuft das jetzt auch wirklich total vorbei. Aber gibt’s das bei dir? Also es, es, es schaut nach außen sehr perfekt aus, deine Welt.

00:14:13: ,640 [Magdalena] Ich bin, ich glaube, und das liegt vielleicht daran, dass ich, als ich ganz jung war mit neunzehn, schon ein paar so Erfahrungen gemacht habe. Ich bin mit neunzehn Weltmeisterin geworden und hab da so ein bissl mitgekriegt, wie das jetzt auf einmal alles läuft. Da schreibt dann eine große Zeitung mit vier Buchstaben Dinge über dich, die einfach überhaupt nicht stimmen oder wo du sagst: „Oh, ist interessant. Das habe ich über mich noch gar nicht gewusst."

00:14:34: ,530 [Martina] Was war das zum Beispiel?

00:14:35: ,129 [Magdalena] Ja, also war es so, ähm, so Schlagzeilen dann, ähm, wo du dann natürlich im Text liest, ist eigentlich ein totaler Schmarrn. Also keine Ahnung, ist irgendwie neu verliebt oder wie auch immer.

00:14:47: ,129 [Martina] Ja, ja.

00:14:47: ,940 [Magdalena] Und das stimmt dann überhaupt nicht. Oder irgendein Bild mit irgendwem. Oder, ähm, sie haben dann behauptet, wie ich, wie viel ich verdiene im Jahr jetzt. Also nach meinem ersten, meiner ersten Goldmedaille sind ja dann da gleich die Millionenzahlen drin gestanden in der Zeitung, was ich alles verdiene und hab ich gedacht: „Wow, das wär cool, würde ich mir jetzt gleich so holen jetzt." Nein, also.

00:15:07: ,920 [Magdalena] Und da habe ich relativ schnell gemerkt, ähm, es belastet mich und ich versuche, mich da irgendwie ein bissl abzuschotten. Also ich hab dann auch nichts mehr gelesen über mich und hab versucht, ähm, mich gutzustellen, auch mit den Pressevertretern. Also ich hab relativ schnell verstanden, wie der Hase läuft. Ähm, hab eigentlich am Ende meiner Karriere, muss ich sagen, mit jedem in diesem Pressekonferenzsaal eigentlich eine gute Verbindung gehabt. Das sind ja immer wieder die gleichen Leute. Das ist bei euch wahrscheinlich ganz ähnlich. Es sind immer die gleichen Journalisten, die da stehen, die die Texte über dich schreiben müssen. Und es gab natürlich ein paar, mit denen war es jetzt nicht ganz so, aber man hat versucht, einen guten Weg zu finden. Und ich glaube, das war ein bissl mein Talent beziehungsweise glaube ich, dass, dass ich das gut kann, dass ich mit den allermeisten Menschen gut auskommen kann. Also ich, ich hab, ich stigmatisiere auch Menschen, glaube ich, prinzipiell nicht so. Also ich versuche eigentlich immer so das Gute im Menschen zu sehen und zu finden und eine gute Ebene zu finden. Das heißt nicht, dass man da jetzt befreundet ist, aber das wurde mir dann oft nachgesagt, dass sie gesagt haben: „Mit dir war es angenehm zu arbeiten. Du hast mit jedem gleich geredet, du hast dir für jeden Zeit genommen." Es gab dann halt so die Problemfälle, sage ich mal. Zu denen habe ich dann wirklich gesagt: „Hey, bitte schick mir den Text einfach vorher. Ich gebe den sofort frei." Also es hat sich so, ähm, wie soll ich sagen, einfach, ja, ergeben dann über die Jahre, dass man ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander hatte. Und ich glaube, die wollten mich dann dadurch, dass wir uns eigentlich ja dann prinzipiell gut verstanden haben, auch nicht irgendwie reinreiten oder irgendwelche Dinge über mich schreiben. Es ist immer ein Geben und Nehmen.

00:16:42: ,720 [Martina] Ich wollte gerade sagen.

00:16:43: ,960 [Magdalena] Und ich bin aber auch immer bereit gewesen, ein Interview zu geben und offen zu sein und ehrlich zu sein. Und das so, dann funktioniert das relativ gut. Bei mir gab es halt noch kein Social Media,

00:16:54: ,000 [Magdalena] weil das ist, haben wir ja jetzt auch bei den Olympischen Spielen gesehen, ein Riesen, Riesenthema für die Sportler mittlerweile. Also zum Beispiel die Franzi Preuß oder die Vanessa Voigt, die ja da echt auch richtig gelitten haben unter den, unter der Situation. Ich meine, Vanessa Voigt hat super Wettkämpfe gemacht, die ist Vierte geworden, ja. Erlebt dann einen Shitstorm auf Facebook, auf Instagram. Franzi Preuß, die halt auch leider einfach nicht abliefern konnte, weil sie's einfach von den Nerven her nicht mehr gepackt hat. Ja, es war ihr einfach zu viel und sie hat selber gesagt, das Feuer war bei ihr erloschen. Sie hat nicht mehr den letzten Ehrgeiz gehabt und das hat sie einfach nicht auf die Strecke bringen können. Und dann kriegst du böse Kommentare bis zum Gehtnichtmehr und das hatten wir ja noch nicht. Weißt du? Und da denke ich mir, das ist schon noch mal eine ganz andere Nummer. Wir sind da ja noch fein rausgekommen. Ich merke das jetzt heute. Ja, ich habe jetzt meinen Podcast mit der Moni Gruber gemacht.

00:17:47: ,600 [Martina] Mhm.

00:17:47: ,260 [Magdalena] Da habe ich dann natürlich echt ein bissl Shitstorm gekriegt von ein paar Leuten. Das hat sich natürlich, da gab es die, die gesagt haben: „Cool", und dann gab es die, die gesagt haben: „Wie kannst du nur?"

00:17:55: ,720 [Martina] Okay.

00:17:55: ,740 [Magdalena] Ja, aber das dauert dann drei Tage und dann-

00:17:58: ,350 [Martina] Dann ist es schon wieder dahin.

00:17:59: ,860 [Magdalena] ist die Sache schon wieder gegessen.

00:18:00: ,760 [Martina] Ja. Also es ist ja Fluch und Segen gleichzeitig.

00:18:03: ,870 [Magdalena] Ja.

00:18:03: ,120 [Martina] Also ich meine, wenn man sich das natürlich, klar, die Kritik oder die-

00:18:07: ,650 [Magdalena] Ja.

00:18:07: ,739 [Martina] wo man einfach sagt, wenn sich Leute dann so viel Zeit auch nehmen, äh, so einen Schmarrn dann auch zu schreiben, wo ich mir immer denke: „Meine Liebe, also liebe Leute, wenn, wenn ihr sonst nichts anderes zu tun habt und sonst keine anderen Sorgen", weil letztendlich lenken sie ja selber von sich ab.

00:18:22: ,560 [Magdalena] Es ist ja eigene Unzufriedenheit vermutlich oder eigenes-

00:18:27: ,010 [Martina] Vermutlich.

00:18:28: ,050 [Magdalena] Thema.

00:18:29: ,060 [Martina] Ja.

00:18:29: ,440 [Magdalena] Oder Trigger, den du ja dann wahrscheinlich mit deine Sachen, bei denen drückst oder wie auch immer.

00:18:34: ,730 [Martina] Das versteht man aber mit Sicherheit auch erst mit einer gewissen Zeit oder im Alter. Wenn du natürlich so jung bist oder jetzt am Anfang deiner Karriere bist, an, äh, Shootings da bist, dann ich glaube, dass dich das schon, ähm, ja, dass dich das dann schon treffen kann, auch extrem und was das auch einen Einfluss auf deine Karriere haben kann, ja.

00:18:53: ,320 [Magdalena] Definitiv, ja.

00:18:54: ,180 [Martina] Ähm, auf der anderen Seite, ich bin da schon auch ein bissl traurig auf, also traurig ist das eine, aber auch neidisch zur heute, zur heutigen Zeit, weil die Möglichkeit, jetzt bist du natürlich über, übers Fernsehen in den Medien gestanden, äh, Presse et cetera, ähm, mit dem Golf, mit, mit meinem Sport-

00:19:13: ,449 [Magdalena] Ja.

00:19:13: ,940 [Martina] der vor allem das Damengolf, die sehr, sehr wenig Aufmerksamkeit bekommen, obwohl's, äh, auch ein Full-Time-Job ist und-

00:19:20: ,990 [Magdalena] Ja.

00:19:20: ,320 [Martina] so anstrengend es ist. Ähm, wir hatten damals kein, kein Fernsehen oder das gibt's auch heute nicht, Pay-TV, klar.

00:19:29: ,820 [Magdalena] Ja, ja.

00:19:29: ,470 [Martina] Ähm, aber da ist natürlich, sind die sozialen Medien schon ein super Werkzeug dafür, das ein bissl zu pushen, Partner zu generieren und auch mehr Geld zu verdienen, ja.

00:19:40: ,039 [Magdalena] Absolut.

00:19:41: ,560 [Martina] Weil die Golfer, die, ich hab's letztes Mal mit dem Philipp in dem Podcast, haben auch über Finanzen gesprochen. Ähm, jeder denkt ja, dass die Golfer ja nur noch so schwimmen in der Kohle. Es ist-

00:19:51: ,039 [Magdalena] Das sind ein paar wenige.

00:19:53: ,060 [Martina] Das sind die, die ganz weit oben, ja, mit Welt, äh, die Weltspitze, aber deswegen diese sozialen Medien, das ist schon Fluch und Segen gleichzeitig, wie mit allem.

00:20:02: ,040 [Magdalena] Absolut, natürlich. Also ich denke mal, du hast halt natürlich auch die Möglichkeit, dich selber auch zu vermarkten oder dich selber auch darzustellen, ja.

00:20:11: ,060 [Martina] Ja.

00:20:11: ,899 [Magdalena] Also ich war jetzt angewiesen auf das, was die Medien schreiben und wie du gesagt hast, ich hatte das Glück, die waren mir alle fünfundneunzig Prozent wahrscheinlich relativ wohlgesonnen. Jetzt ist das für mich ja gut gelaufen. Aber-

00:20:22: ,179 [Martina] Mhm.

00:20:23: ,040 [Magdalena] wenn du gar keine Möglichkeit hast, weißt du, ich hab Biathlon, sehr medienwirksam und so. Also das ist dann von allein gelaufen, aber, ähm, du hast halt die Möglichkeit, auch selber mal über Dinge zu schreiben und du kannst die aber auch mal verteidigen, wenn irgendwas völlig falsch dargestellt wird, wie auch immer. Die Möglichkeit hatte ich jetzt vielleicht dann nicht, aber-

00:20:42: ,470 [Martina] Ja.

00:20:42: ,260 [Magdalena] wie gesagt, das war jetzt bei mir, bin jetzt da wieder irgendwie ganz gut durchgeschwommen durch die ganze Sache, aber es ist tatsächlich ja beides. Also die Sportler von heute haben völlig andere Möglichkeiten, aber haben auch die Belastung. Also wenn ich dem nicht standhalten kann, dann kann mir das schon ganz schön runterziehen.

00:21:00: ,540 [Martina] Ja, ja.

00:21:00: ,220 [Magdalena] Definitiv.

00:21:01: ,700 [Martina] Muss dich auch drum kümmern, dass du's halt gut machst, gell?

00:21:03: ,780 [Magdalena] Ja.

00:21:03: ,790 [Martina] Aber du bist ja auch, ähm, ich hab heute in der Früh nämlich noch mal geschaut, du bist eigentlich trotzdem supergut unterwegs.

00:21:09: ,840 [Magdalena] Ja.

00:21:09: ,840 [Martina] Auf Instagram über hunderttausend folgen dir.

00:21:12: ,320 [Magdalena] Für das, dass ich's nicht professionell mache.

00:21:14: ,940 [Martina] Ich wollt grad sagen, für das, was du eigentlich, äh, investierst an Zeit.

00:21:18: ,520 [Magdalena] Nicht so viel.

00:21:20: ,760 [Martina] Aber es ist natürlich schon 'ne schöne Sache, weil's natürlich auch total wertvoll ist, ja, für deine Partner et cetera.

00:21:25: ,480 [Magdalena] Ja.

00:21:26: ,760 [Martina] Und wenn du jetzt sagst, ähm, du kümmerst dich da jetzt nicht professionell, das ist das eine, aber wie viel Zeit so in der Woche oder überhaupt in der Woche steckst du jetzt so in, es gibt ja mittlerweile mehrere Kanäle, was-

00:21:39: ,990 [Magdalena] Ja.

00:21:39: ,060 [Martina] wo du jetzt sagst, was, was machst du gern, was machst du nicht so gern?

00:21:43: ,520 [Magdalena] Also tatsächlich, Social Media ist nicht mein Lieblingsprojekt. Ähm, einfach auch, weil ich mir ganz oft denk, ich glaube, was, was für mich wichtig ist, ist Authentizität. Und ich hab da ganz oft das Gefühl, ist das jetzt authentisch, wenn ich mich da hinstelle und irgendwas aufnehme, nur damit ich jetzt irgendeinen Inhalt gepostet hab. Und ich hab das große Glück, wie du sagst, ich hab halt viele Partner, mit denen ich gemeinsam Content produzieren kann. Der ist dann pro-professionell, der ist dann schön und da können wir das gemeinsam ausspielen. Und dann fühlt sich das für mich auch gut und authentisch an.

00:22:15: ,080 [Martina] Mhm.

00:22:16: ,120 [Magdalena] Manchmal gibt's noch mal was Privates, wo ich denke: „Ja, das kannst du jetzt noch mal posten", aber eher selten.

00:22:20: ,620 [Martina] Mhm.

00:22:20: ,510 [Magdalena] Ich versuch das eigentlich, ähm, die Leute nicht zu sehr in mein Privatleben eintauchen zu lassen. Das ist es mir einfach nicht wert und ich bin auch da jetzt nicht hundert Prozent abhängig. Aber natürlich, die Partner haben natürlich, äh, Vorgaben. Ja, die natürlich, dass du dementsprechend, äh, präsent bist auf den Plattformen, aber ich hab da für mich einen ganz guten Weg. Und wenn du sagst, wie viel Zeit, ich steck da nicht so viel Zeit rein. Also Content, ich mach tatsächlich, das, mein größter Part sind wirklich meine Termine. Also dass ich sag, ich fahr da und da hin. Gestern war ich bei der Firma Cube zum Beispiel, hab da einen ganzen Tag verbracht. Wir haben Fotos, Videos gemacht. Ich hab mir die Firma angeschaut, ich hab mir das zeigen lassen, wie die produzieren. Es war unheimlich spannend, wirklich. Also die Dimensionen,

00:23:02: ,410 [Magdalena] das hätte ich mir nie so vorgestellt, wie das abläuft. Irre.

00:23:05: ,440 [Martina] Mhm.

00:23:05: ,330 [Magdalena] Also war für mich ein toller Tag. Wir haben tollen Content produziert. Ich hab im Auto mein nice, ähm, Cube-Bike mit dabei.

00:23:12: ,360 [Martina] Cool.

00:23:12: ,340 [Magdalena] Also cool. Werd natürlich mit dem Bike auch ein paar schöne Touren machen, sicher da auch mal ein Foto machen und das posten, aber das ist für mich, das ist, geht dann mit Leichtigkeit. Das ist nix, wo ich sage, ich muss jetzt unbedingt irgendeinen Inhalt, ähm, produzieren und das geht dann oft mit. Und was ich mir geleistet hab vor drei Jahren, ich hab, ähm, mittlerweile eine Assistentin, eine Mitarbeiterin, die Anna, die ist für mich mein Goldschatz, wirklich, weil die belastenden Sachen, wo ich vorher halt irgendwie auch unter den Hut kriegen musste, das Büro, die Abrechnungen, die ganzen Telefonate, das Ganze organisieren, das macht alles die Anna. Auch wenn neue Partner anfragen, bis das alles einmal so weit ist, die ganzen, ähm, Gespräche, Verträge, das macht alles die Anna. Und das ist für mich ein Riesengewinn.

00:23:58: ,280 [Martina] Lustig, dass du das jetzt ansprichst, weil das war jetzt eigentlich so bisschen mein Highlight, worauf ich, äh, ähm, später angesprochen hätte.

00:24:07: ,860 [Magdalena] Ja.

00:24:07: ,580 [Martina] Aber eine Assistentin zu haben. Also ich denke mir immer, weißt du, also so eines Tages so eine Assistentin, ein Koch.

00:24:15: ,780 [Magdalena] Oh ja, das wär noch der, das wär noch der Oberknaller. Also ich suche einen Koch, aber für nicht viel Geld.

00:24:22: ,460 [Martina] Genau, Assistentin, Koch. Dann hab ich mir überlegt, okay, also wenn's jetzt wirklich, wenn's, wenn's nur noch Zeit hättest und nur noch Geld-

00:24:29: ,650 [Magdalena] Ja.

00:24:29: ,340 [Martina] würde ich jeden Tag mal zum Friseur gehen, mir mal die Haare waschen lassen und so weiter und so. Aber die Assistentin, die steht da ganz weit vorn.

00:24:36: ,660 [Magdalena] Ja.

00:24:36: ,980 [Martina] Also jetzt hast du's ja grad schon selber gesagt, vor drei Jahren hast du gesagt, ähmAlso du hast natürlich auch drei Kinder hast, gell?

00:24:43: ,240 [Magdalena] Ja.

00:24:44: ,690 [Martina] Ja, drei Kinder.

00:24:45: ,780 [Magdalena] Genau.

00:24:45: ,360 [Martina] Ähm, du hast, äh, Termine, du hast Partner und so weiter. Ähm, erzähl doch mal, was eine Assistentin alles one day, one day, one day. Ähm, was eine Assistentin dir da jetzt alles abnimmt.

00:25:01: ,799 [Magdalena] Ich hab auch so gedacht wie du. Ich hab gedacht: „Oh Gott, wo findest du so einen Menschen, der das machen kann?" Und am Ende hat's mich gefunden. Also ich hab da schon ganz lang drüber nachgedacht und hab dann auch schon mal eine Freundin gehabt, die gesagt hat, sie wird das vielleicht machen, aber das war mir dann schon wieder zu, zu nahe, weil ich gedacht hab: „Ah, das geht dann auch um Geld, weißt du. Es geht um Verträge" und da, das ist halt auch ein Unterschied, ob ich befreundet bin. Wobei ich sagen muss, mit der Anna bin ich jetzt mittlerweile auch befreundet, aber, ähm, du brauchst da irgendwie ein professionelles Arbeitsverhältnis. Und dann hab ich mir gedacht, ja, ich hab da zu klein gedacht, weil ich gedacht hab, es muss jemand aus meiner Gegend sein. Aber am Ende war's so: Ich war bei einer Veranstaltung mit dem Michael Antwerpes-

00:25:39: ,990 [Martina] Mhm.

00:25:39: ,300 [Magdalena] dem, ähm, ARD-Moderator, mit dem ich zusammengearbeitet hab beim Fernsehen und mit dem hab ich so vier Tages-, äh, Tour gemacht, wo wir jeden Abend so 'nen Talk veranstaltet haben. Und der Michael arbeitet mit einer Agentur zusammen, die Konzeptfabrik, die, ähm, das ist eine Eventagentur, die hat dieses Event für uns organisiert, diese Tour. Wir saßen dann irgendwann abends nach der, nach der Veranstaltung mal zusammen und, ähm, die Simone, also die Chefin von der Konzeptfabrik und die Anna war eben auch mit dabei, Michael und I. Und dann haben wir, hat die Anna mich gefragt: „Ja, wie machst denn du das eigentlich alles, gell, mit dem, den Kindern und das Organisieren und die Hotel und die Buchung und, und Rechnungen und all?" Sag ich: „Das mache ich alles selber." Sie sagt: „Ja, wann machst du denn das?" Da hab ich gesagt: „Ja, in der Nacht heut." Ja, also kennst du ja wahrscheinlich auch, weil dann mit die Kinder und dann hast du doch noch. Bis vor paar Jahren war mein Vater noch in der Bank, der hat für mich die ganzen Buchhaltung und Rechnung gemacht. Der ist jetzt aber auch nicht mehr in der Bank. Jetzt ist natürlich alles irgendwie bei mir hängen geblieben.

00:26:35: ,660 [Martina] Mhm.

00:26:35: ,219 [Magdalena] Steuer und alles, was halt so anfällt. Und dann hat sie gemeint: „Ja, du, sonst lass uns doch mal zusammensetzen." Ähm, sie hat schon mal oder die haben auch in der Agentur schon mal so Künstlerbetreuung gemacht, ähm, ob ich da Interesse hätte zur Assistenz. Hab ich mir gedacht: „Ja, wär schon cool." Da haben wir uns in München getroffen und hat halt menschlich auch einfach super passt für mich. Und die sitzt in Bietigheim-Bissingen, also da Stuttgart da oben die Richtung. Ist aber völlig wurscht. Wir haben jeden Donnerstag unseren Call am Vormittag um zehn. Da telefonieren wir uns mit Teams zusammen, besprechen, was so ansteht. Ich schicke ihr alles weiter, was E-Mails-Anfragen kommt, äh, Interviewanfragen, alles, was so ansteht. Sie speist meinen Kalender, sie macht meine Rechnungen. Sie hat, sie ist super strukturiert. Sie hat früher in der Bank gearbeitet, hat gleich sofort eine Excel-Tabelle angelegt mit Verträgen, wann Rechnungsstellung, wie lange Laufzeit, kümmert sich darum, die Firmen dann anzuschreiben. Was für eine Erleichterung. Und ich muss jetzt ehrlich sagen, weil man dann denkt: „Oh Gott, eine Assistentin, das ist dann so teuer und so." Wir haben 'ne super Regelung gefunden, ähm, wo ich wirklich die Stunden bezahle, die sie für mich arbeitet und in der Zeit, sie arbeitet ganz normal in ihrer, in ihrer Arbeit im Büro und darf in dieser Arbeitszeit für mich arbeiten, was halt anfällt.

00:27:50: ,559 [Martina] Ach cool.

00:27:50: ,760 [Magdalena] Das sind manchmal mehr Stunden und manchmal sind es weniger im Monat und dementsprechend viel bezahle ich ihr jeden Monat. Und das ist die größte Erleichterung wirklich.

00:27:59: ,010 [Martina] Also auch viel auf Vertrauensbasis und das-

00:28:02: ,780 [Magdalena] Natürlich viel auf Vertrauensbasis. Sie ist aber einfach auch Profi. Sie arbeitet eben in einer Eventagentur und das passt total zu meiner, zu meinem Ding, was ich mache. Die versteht total gut, was ich mache. Und wir spre-besprechen alles und der Unterschied zum Management ist: Beim Management hab ich ganz oft das Gefühl gehabt, die bestimmen ganz viel über mich. Ich hab ganz oft nicht den Einblick, was die so machen und die stellen mich natürlich nach außen hin auch dar, gell. Also du bist irgendwie halt der Sportler von denen und oder der, der, ähm, ja Promi dann in dem Sinn. Und die, äh, die

00:28:34: ,120 [Magdalena] sind da so, so drüber. Und ich wollte aber jemanden, wo ich der Chef bin und ich die Aufgaben abgeben kann, dass ich sagen kann: „Du mach bitte das für mich", aber trotzdem immer eigenständig handeln kann. Es gibt da oft Sachen, wo ich sag: „Na, Anna, was ist das da ruhig jetzt selber schnell machen." Also so wie mit unserer Sache, das hab ich jetzt selber gemacht. Das hab ich jetzt der Anna nicht übergeben, weil das für mich ja der viel einfachere Weg ist, ja. Wir kennen uns oder jetzt mit der Diana zum Beispiel, diese Charity-Veranstaltung, wo ich dir vorhin erzählt, das mache ich natürlich selber. Aber es gibt auch viele Dinge, wo ich sag: „Anna, du buch mir bitte mal schnell den Flug und den, äh, kümmer dich, telefonier da bitte mal, wann muss ich da da sein?" Sie macht mir die Zeitpläne in den Kalender rein. Also eine unheimliche Erleichterung und das ist halt auch Struktur, totale Struktur, die sie mir da, ähm, gibt, gell.

00:29:19: ,410 [Martina] Das ist natürlich schon aber auch wirklich gutes Miteinander, weil letztendlich dann sagst du, du machst das dann doch wieder selber.

00:29:25: ,440 [Magdalena] Ja.

00:29:25: ,560 [Martina] Und dann hast du doch noch deine drei Kids, die dann auch erneut, ähm, dann ko, dann, da musst du mal da wieder hinfahren nach die Veranstaltung, weil, äh, d-die, die Elternthemen, die kommen ja. Und dann zum Schluss hast du einen anderen Termin drin. Das muss natürlich dann auch alles koordiniert werden, gell. Also dass das passt.

00:29:43: ,940 [Magdalena] Aber das passt, weil wir haben eben einen gemeinsamen Kalender. Da ist auch mein Mann vernetzt, da sind auch die Kinder vernetzt. Jeder hat Zugriff auf diesen Kalender und ich bin wirklich so, das habe ich mir angewöhnt, alles in den Kalender zu schreiben, was ansteht. Also jeder Elternabend, die Anna weiß über mein ganzes Leben Bescheid. Die weiß, wann ich zum Elternabend gehe, wann ich mit den Kindern zum Reiten gehe, wann Turnen ist, wann ich Zahnarzttermin hab, Friseur, wie auch immer. Das weiß sie alles. Und ich hab, ich mache immer so paar Wochen im Voraus schreibe ich mir in den Kalender Tage, wo ich mir denke, den Tag möchte ich mir freihalten für was auch immer. Dann schreibe ich einfach groß „frei" rein, ganztags und dann sieht sie das und dann verplant sie die Tage gar nicht. Aber sie fragt mich natürlich immer. Wenn irgendeine Terminanfrage da ist, wird sie nie einfach sagen: „Ja, da steht nichts im Kalender, ich mach das aus." Die wird immer mich erst fragen: „Du, schau doch mal, da gibt's eine Anfrage für den und den und passt das für dich?"

00:30:32: ,200 [Martina] Also das wird schon noch mal vorher abgesprochen?

00:30:34: ,430 [Magdalena] Ja, ganz oft, ganz einfach über WhatsApp, ganz unkompliziert.

00:30:37: ,000 [Martina] Cool. Ich sehe schon, ich kann noch wahnsinnig viel lernen für meinen Traum der Assistentin one day.

00:30:43: ,040 [Magdalena] Also das ist wirklich auf mich zukommen und ich hab auch immer gedacht, dass ich jemanden finde ich nicht, aber das ist ja schon mal. Das schickst du jetzt einfach hier einmal ans Universum und dann-

00:30:51: ,740 [Martina] Genau, man muss es ja losschicken. Ich hab da schon jemanden im Augenwinkel, ja, an, an dem ich schon rüberschicken könnte.

00:31:00: ,260 [Magdalena] Ja, schau, ich kenne jetzt ein paar und, und sehen auch ein paar. Also-

00:31:04: ,440 [Martina] Nein, aber ich muss schon sagen, mein Thomas, ähm, könnt ihr jetzt alle nicht sehen, aber der hier diesen Podcast macht, der meine Golfhäppchen schneidet, der alles macht. Mein absoluter Herzensmensch und bester Freund. Das, das ist schon wirklich so meine, meine kleine, meine Anna so ein bisschen.

00:31:19: ,419 [Magdalena] Aber der Thomas kann ja auch nicht alles machen. Also von daher, man kann sich ja auch ein Team aufbauen und das ist ein Win-win für alle und jeder macht das, was er am besten kann.

00:31:27: ,080 [Martina] Ja.

00:31:28: ,100 [Magdalena] Und, ähm, da bin ich echt froh natürlich, habe ich auch mir vor vier Jahren endlich jemanden geleistet, der bei uns daheim einmal die Woche einfach sauber macht. Und das ist einfach auch so ein Gewinn und so,

00:31:40: ,460 [Magdalena] das, dieser Tag, wenn, wenn, äh, die da ist, das ist für mich einfach auch mal ein Tag zum Durchatmen und den brauchst du auch mal zwischendurch. Und das ist diese Balance, die man schaffen muss. Und natürlich kann man immer dann sagen, das kostet alles und kann man sich das leisten oder wie auch immer. Ist aber auch Lebenszeit und all das, meine Assistentin oder die, die Hilfe zu Hause, das ist halt auch Lebenszeit, wo du mit den Kindern eine entspannte Zeit verbringst, wo du selber mal irgendwas anders machst. Also total gern bin ich an dem Freitag, wenn meine Haushaltshilfe da ist, ähm, an meinem Büro und mache da irgendwas. Manchmal spüre ich einfach nur Harfe. Manchmal sitze ich an meinem Instrument und spüre einfach ein bisschen Musik, weil ich weiß, ich muss das heute alles nicht machen.

00:32:20: ,940 [Martina] Voll.

00:32:20: ,640 [Magdalena] Das ist schön.

00:32:21: ,900 [Martina] Ja.

00:32:21: ,020 [Magdalena] Ja, wirklich.

00:32:23: ,260 [Martina] Jetzt hast du gesagt, daheim. Daheim ist Wallgau.

00:32:25: ,600 [Magdalena] Ja.

00:32:25: ,840 [Martina] Ja, schon immer.

00:32:26: ,380 [Magdalena] Ja, schon immer. Wie bei dir.

00:32:28: ,000 [Martina] Da bin ich daheim.

00:32:29: ,399 [Magdalena] Ja.

00:32:29: ,980 [Martina] Genau.

00:32:29: ,580 [Magdalena] Ja.

00:32:30: ,700 [Martina] Ähm, da haben wir vorher kurz, äh, drüber gesprochen, aber ich finde das immer sehr interessant und auch, ähm, zu erzählenswert. Ähm, also bei mir war das ja so, ich war ja, ich bin ja zehn Jahre lang der Sonne hinterhergereist. Ähm, du bist ja quasi so ein bisschen-

00:32:45: ,010 [Magdalena] Ich dem Winter.

00:32:46: ,790 [Martina] dem Schnee hinterhergereist, ja. Jetzt wissen wir ja bei den Biathleten oder auch bei den Langläufern, ihr kommt da ja, wo ihr überall seid, in Lappland und und und. Und jetzt, das ist ja jetzt nicht so, sagen wir mal so, wo man jetzt sagt: „Da würde ich gerne jetzt mal wohnen", ja.

00:32:59: ,640 [Magdalena] Nein.

00:33:00: ,900 [Martina] Genau. Also deswegen, du bist dann jetzt nicht so, ähm, in die Versuchung gekommen, tatsächlich zu sagen: „Okay, da hat es mir jetzt so gut gefallen. Ich packe jetzt meine Sachen und pack und, ähm, wandere aus." So, für dich war Wallgau immer the place to be.

00:33:15: ,780 [Magdalena] Also tatsächlich bin ich schon ein großer Skandinavien-Fan.

00:33:18: ,940 [Martina] Okay.

00:33:18: ,740 [Magdalena] Muss ich ehrlich sagen. Norwegen. Also Norwegen mag ich schon total gern. Schweden mag ich auch total gern. Wir waren jetzt im Sommer in Südschweden, weil das habe ich noch gar nicht gekannt, weil wir waren ja immer ganz oben. Aber Norwegen, also so Oslo, die Gegend oder da Richtung, äh, Lillehammer, das finde ich schon auch richtig schön. Das gefällt mir auch schon gut, aber eigentlich ernsthaft, dass ich jetzt so sage, ich möchte da wohnen, das nicht. Aber ist schon so Sehnsuchtsland, würde ich jetzt mal sagen, so für Reisen. Eigentlich war das jetzt für mich nicht festgelegt, dass ich sage, ich bleibe in Wallgau. Das hat sich dann einfach ehrlich gesagt ergeben. Ich war mal in Österreich liiert. Da habe ich dann mal eine Zeit lang, äh, Leogang auch immer mal wieder gewohnt, äh, war mal mit einem Thüringer liiert. Also theoretisch,

00:33:59: ,160 [Magdalena] also hätte alles passieren können, na ja, dass ich vielleicht irgendwo anders hingehe und, ähm, mein Ehemann ist aber eben auch aus Wallgau und ist schon mein Kindergartenfreund, Jugendliebe. Und zwischendrin, also wir haben uns dann beworben oder haben einen Antrag gestellt auf eine Baugenehmigung für unser jetziges Haus, wo wir jetzt drinnen wohnen und das hat ewig nicht funktioniert und nicht geklappt. Und da haben wir schon auch ein bisschen, sind wir ein bisschen im Clinch gelegen, auch mit der Gemeinde, weil da gab es so ein paar, wie das halt am Dorf ist.

00:34:26: ,100 [Martina] Mhm. Ja.

00:34:27: ,250 [Magdalena] Da gab es halt auch so ein paar Leute, die gesagt haben: „Warum müssen die unbedingt?" Die sich da ein bisschen gewehrt haben aus verschiedenen Gründen. Kann man jetzt einfach so stehen lassen, warum und wieso. Ähm, wo ich dann echt schon gesagt habe: „Lass uns weggehen." Ich mag da eigentlich nicht mehr bleiben. Also das hat sich menschlich für mich dann so zwischendrin mal nicht mehr so schön angefühlt und habe gesagt: „Was will ich hier noch?" Ähm, aber du hast natürlich deine Familien da und mein Mann ist noch mehr verwurzelt als ich. Der hat, der ist halt auch bei der Musik und bei der Feuerwehr und bei jedem Verein. Und der ist auch jemand, der gar nicht gerne auch fortfährt oder irgendwo rauskommt. Der mag einfach unheimlich gern da sein. Und ich glaube, für ihn war das eigentlich gar keine Option. Ich habe dann schon immer mal ein bisschen geschaut, so was in der Tölzer Gegend da raus. Also es wäre immer so ein näher Umkreis gewesen, nie ganz weit weg, aber ich sage jetzt mal, es hätte jetzt nicht unbedingt Wallgau bleiben müssen. Am Ende hat es dann doch funktioniert. Wir haben ein wunderschönes Hausl auf dem Berg gebaut und, ähm, wir fühlen uns super wohl, sind super happy. Und jetzt auch mit die Kinder, muss ich echt sagen, ist ein schöner Ort, wo Kinder aufwachsen können. Also wirklich, das für die Kinder ist es schon schön.

00:35:32: ,340 [Martina] Also Stadt wäre gar keine Option gewesen.

00:35:33: ,280 [Magdalena] Ich bin nie in der, ich habe nie in der Stadt gewohnt. Weißt du, ich glaube, das musst du auch ein bisschen gewohnt sein. Für mich ist Stadt schon, also da jetzt die Gegend nicht so, ich war heute in der Früh eine Runde laufen. Es ist, es hat sich jetzt nicht so nach viel Stress angefühlt, aber weißt du, ich gehe halt morgens raus. Ich schaue im Karwendel in Stubai Richtung Zugspitze und hinter mir ist der Wald. Wenn ich spazieren gelaufen gehe, bin ich gerade, bin ich mitten im Wald. Ich habe einen Walchensee fünf Minuten von mir entfernt. Ich habe fünf verschiedene Badeseen, wo ich halt sagen kann, gehe ich halt an den, den, den oder den in der wunderschönsten Natur. Und da ich ja Naturliebhaberin bin, viel auf dem Radl unterwegs bin, gern draußen bin, ist das für mich ideal. Ich bin jetzt nicht so eine, die sagt, ich brauche Lifestyle, abends fortgehen. Ich finde das auch mal schön, im Sommer

00:36:21: ,099 [Magdalena] irgendwo da zu sitzen und so dieses Flair zu haben. Aber da denke ich mir immer, das kann ich dann auch mal machen. Dann fahre ich halt nach München und dann mache ich das oder nach Innsbruck von uns aus auch nicht weit.

00:36:31: ,280 [Martina] Nächstes Mal sagst mir Bescheid, dann machen wir das miteinander.

00:36:33: ,320 [Magdalena] Ja, gestern war jetzt das Flair abends nicht so.

00:36:36: ,800 [Martina] Also wie gesagt, also wir sind ja hier auch im, äh, im, im Westrand von, von München, ja.

00:36:42: ,140 [Magdalena] Ja.

00:36:43: ,770 [Martina] Ähm, nein, also wir fahren hier auch schon noch mal gute fünfundzwanzig Minuten in die Stadt.

00:36:47: ,150 [Magdalena] Ist schon ein Stück, ja.

00:36:49: ,530 [Martina] Ja. Und es ist auch Land hier, ja. Also wir haben auch an der Straße nur Bauernhöfe oben.

00:36:53: ,640 [Magdalena] Ja.

00:36:53: ,150 [Martina] Ähm-

00:36:54: ,050 [Magdalena] Habe ich leider heute früh bei meiner Joggingrunde nicht gecheckt, dass ich hätte auch mehr Richtung Land laufen können, aber-

00:36:59: ,700 [Martina] Ja, also nächstes Mal laufen wir miteinander, wobei ich dir bestimmt nicht hinterherkomme. Aber, ähm, da kannst du noch sehr viel, sehr viel Landwirtschaft auch noch sehen, ja. Also auch, ähm-

00:37:08: ,320 [Magdalena] Das ist eigentlich eine schöne Kombi, oder?

00:37:10: ,680 [Martina] Super.

00:37:10: ,054 [Magdalena] Wenn man so stadtnah ist, weil das ist schon was, was an Wallgau, ja, du hast natürlich unheimlich viel Natur.Unheimlich viel Natur. Das ist aber auch das Einzige. Es gibt halt keinen Bäcker, keinen Supermarkt. Also du hast halt immer, musst halt immer mit dem Auto fahren. Wenn du's gewohnt bist-

00:37:25: ,484 [Martina] Ich hab jetzt keinen Bäcker.

00:37:26: ,924 [Magdalena] Ne, wir haben am Ort, äh, ja, ein Café-Konditorei haben wir noch. Das ist, äh, wirklich super, aber also Restaurants, Wirtschaften, hm, ist schon ein bissl mau und, ähm, das musst du halt gewohnt sein, gell?

00:37:37: ,304 [Martina] Ja, ja.

00:37:38: ,683 [Magdalena] Dass du halt nix da hast und du fährst jetzt nicht, wie du gesagt hast, du fährst jeden Tag alles mit dem Radl.

00:37:43: ,164 [Magdalena] Das ist unrealistisch bei uns, weil ich mach dann einmal in der Woche meinen Großeinkauf. Du musst halt Vorrat halten, das ist halt am Land.

00:37:51: ,524 [Martina] Ja, ja.

00:37:51: ,144 [Magdalena] Das ist anders. Aber du hast halt nicht die Stadt nahe. Wenn ich in die Drogerie muss, weil ich irgendwas brauche, Garmisch, bin ich halt einmal fünfundzwanzig Minuten einfach unterwegs mit dem Auto.

00:38:01: ,513 [Martina] Musst du nach Garmisch.

00:38:01: ,704 [Magdalena] Muss ich nach Garmisch fahren oder Mittenwald, aber es gibt jetzt nicht wahnsinnig viel. Mhm.

00:38:05: ,284 [Martina] Sehr schön. Also die Wurzeln sind die Wurzeln geblieben.

00:38:08: ,443 [Magdalena] Ja.

00:38:08: ,204 [Martina] Und, ähm, andere Wurzeln, wenn du jetzt so denkst, okay, also deine aktive Zeit, ja, also so bissl dein großes Kapitel oder eins deiner Kapitel, das gibt ja mehr, Kapitel Familie et cetera.

00:38:21: ,803 [Magdalena] Ja.

00:38:21: ,384 [Martina] Hast du dir dann einmal jetzt so nach dem Sport überlegt, tatsächlich so bissl in das Unternehmertum zu gehen? Oder hast du da so Ambitionen dafür gehabt, wo du gesagt hast: „Boah, ich hätte jetzt wirklich schon Ideen oder so 'n Drive innerlich, was entweder aus 'ner Sporterfahrung oder aus deinem Wesen raus mal so geschäftlich auf die Beine zu stellen?“

00:38:43: ,144 [Magdalena] Ähm, also ich hab nachdem oder beziehungsweise eigentlich noch während ich noch Sportlerin war, hab ich mich schon relativ intensiv dann auf die Zeit danach vorbereitet, weil ich ja schon sehr früh aufgehört hab und auch schon früh gemerkt hab, okay, ähm, es geht Richtung Ende, was mache ich danach? Und ich hab, äh, schon seit meinem neunzehnten Lebensjahr mit 'nem Unternehmenscoach zusammengearbeitet, mein Mentaltrainer, Coach, Mentor, wie auch immer und hab mit dem wirklich professionell dann auch Vision Boards erstellt. Was gibt's noch für Möglichkeiten? Was will ich noch machen? Was kann ich denn sonst auch noch, außer durch den Wald laufen mit Skiern, ja. Wer bin ich denn noch? Was passt zu mir? Und da haben wir echt, glaube ich, ganz unterschiedliche Sachen auf-aufgeschrieben. Ich hab zum Beispiel aufgeschrieben, ich mache ein Trachtengeschäft auf. Also so Sachen zum Beispiel, weil, ähm, das kann man ja auch der Presse entnehmen oder ChatGPT. Ich handarbeite ja zum Beispiel total gern, tue gern stricken, häkeln, nähen. Das ist wirklich so auch bissl eine Passion. Das war für mich immer der perfekte Ausgleich zum Sport, diese Balance. Und witzigerweise, ich hab jetzt bei den Olympischen Spielen gesehen, es gibt ein paar Männer, äh, ein Kanadier, ich glaub, ein Langläufer, der währenddessen einen Pullover gestrickt hat und so ein paar strickende Sportler. Hab ich mir gedacht, das ist cool. Das finde ich schön, dass die das so, weißt, bei Facebook kriegst du's jetzt mit.

00:39:57: ,044 [Martina] Ja, ja, natürlich.

00:39:58: ,274 [Magdalena] Bei Instagram kriegst du das mit. Die ganzen Norwegerinnen früher, die haben immer alle gestrickt. Die sind immer alle auf den Gang gehockt oder irgendwo und haben gestrickt. Das ist schon auch eine Passion. Also ich hab mir immer so gedacht, vielleicht haben wir ja mal ein Wollgeschäft auf, also ganz, ganz was Kleines. Was jetzt nicht so Unternehmertum, wo man so denkt, ich mache jetzt irgend so ein Riesending, sondern eher so eine Herzensgeschichte.

00:40:17: ,894 [Martina] Projekt.

00:40:17: ,704 [Magdalena] Herzensprojekt. Ähm, das meiste wäre relativ unvernünftig gewesen und da irgendwie auch Schmarrn. Ich hab, äh, tatsächlich vor zwei oder drei Jahren Gastronomiemanagement studiert. Hab's auch erfolgreich abgeschlossen, weil ich mir eingebildet hab einmal kurzzeitig oder gedacht hab, ähm, na ja, Wallgau ist so langsam am, ja, gibt's nicht mehr so viel.

00:40:40: ,484 [Martina] Braucht mal Gastronomie.

00:40:41: ,224 [Magdalena] Man bräuchte jetzt mal eine schöne Gastronomie, wo sich junge Leute, alte Leute treffen, so ein Treffpunkt. Ich hab das dann größer gedacht. Ich hab gedacht, ich würde gern so einen, so einen Treffpunkt, ähm,

00:40:52: ,253 [Magdalena] schaffen, wo man zwar Gastronomie mit drin hat, aber wo man sagt, man hat so ein Zentrum für vieles. Also meine Schwester ist zum Beispiel Physiotherapeutin. Wir haben dann die Idee gehabt, sie gibt dann Kurse. Ich hab ja auch Ausbildung als Resilienztrainerin. Ich bin Reiki-Meisterin und jetzt bald Lehrerin tatsächlich schon.

00:41:08: ,804 [Martina] Wahnsinn, okay.

00:41:08: ,384 [Magdalena] Also so diese Gesundheitsgeschichte, so ein bissl mentale Gesundheit, ähm, Treffpunkt für Alt und Jung, weil es gibt bei uns auch viele ältere Herrschaften, die sitzen nur daheim, wo so in die Hiki. Die können jetzt gar nicht einmal sagen am Vormittag, ich treffe mich da mit meine Mädels, ähm, auf einen Kaffee, sondern die sitzen im Grunde alle allein daheim und auch die jungen Mütter. Also ich hab mir so oft gedacht, meist war jetzt nett, sich mal mit der anderen Mama zu treffen, dass du mal irgendwo hinwackelst und, ähm, da dich triffst und so was gibt's bei uns am Ort nicht. Und das hab ich mir mal so eingebildet.

00:41:41: ,024 [Martina] Mhm.

00:41:42: ,844 [Magdalena] Und ich bin aber dann ja schon vernünftig und hab mir gedacht: „Okay, ich muss jetzt mir mal anschauen, was das bedeutet.“ Dann hab ich das tatsächlich durchgezogen und das studiert, weil da bin ich dann auch ehrgeizig, wenn ich mich dann entscheide und hab aber nach dem Studium festgestellt,

00:41:55: ,014 [Magdalena] das ist, das rentiert sich niemals. Also das darfst du nur machen, wenn du sagst, das Gold ist der Wurscht und du hast Bock, so was zu machen. Ähm, das ist, äh, also Gastronomie ist schon, ich glaub, da musst du aufgewachsen sein damit und reingewachsen sein. Aber es war eine spannende Erfahrung.

00:42:11: ,644 [Martina] Ich glaub, du könntest das schon.

00:42:12: ,064 [Magdalena] Ich glaube auch, dass ich das könnte. Nur die Frage ist dann, dann hab ich mir natürlich die Frage gestellt: Du hast, du hast aber drei Kinder, dann sitzen die da immer da unten und du bist dann eigentlich am Schaffen und Werkeln. Ich würde das eigentlich eher so machen, dass ich so was schaffe und das organisiere. Also dass ich jetzt nicht in der Küche stehe und-

00:42:27: ,664 [Martina] Ja, ja.

00:42:27: ,023 [Magdalena] Aber, ähm, ja, ich hab's dann am Ende sein lassen. Also so richtig die große Idee hab ich noch nicht gehabt und das liegt aber auch daran, dass ich im Moment, Gott sei Dank, also ich sehe das als absolut positiv, im Grunde gar keine Zeit dafür hab, weil ich jetzt vierzehn Jahre später nach dem Leistungssport immer noch so im Geschäft bin, was mir auch unglaublich viel Spaß macht, weil all das, was ich machen darf, das ist jedes Mal schön. Also ob ich jetzt bei dir sitze, ja, in Podcasts, ähm, bei Veranstaltungen, wenn ich auf einer Bühne stehen darf und was erzählen darf und Menschen inspirieren darf, das ist, glaube ich, in Wirklichkeit das, was ich tun sollte. Also-

00:43:08: ,804 [Martina] Erfüllt dich das auch?

00:43:08: ,664 [Magdalena] Das erfüllt mich, ja. Also auf einer Bühne zu stehen, Menschen zu inspirieren, wenn die Leute danach zu dir herkommen und sagen: „Das fand ich so toll, was Sie gesagt haben. Da hab ich so viel für mich mitgenommen. Das hat mich jetzt total, ähm, positiv gestimmt. Das hat mich total inspiriert.“ Da denke ich mir, das ist es doch irgendwie.Was ich aus dem Sport mitgenommen hab, was ich auch anderen Menschen mitgeben kann. Und, ähm, da kann man jetzt drüber lachen. Man kann das jetzt esoterisch, spirituell, wie auch immer nennen, aber ich hab vor paar Jahren mal ein Geburtshoroskop mit so einer Seelenformel machen lassen.

00:43:39: ,914 [Martina] Mhm.

00:43:39: ,904 [Magdalena] Mir auch, gell. Also von den Kindern und von mir. Und das war superspannend, weil eigentlich mein Lebensweg bis dahin,

00:43:48: ,424 [Magdalena] also da kann man jetzt drüber streiten, ist alles, was im Leben passiert, Zufall oder irgendwie doch Schicksal, Fügung und vorherbestimmt.

00:43:57: ,284 [Martina] Äh, ich glaub da dran.

00:43:58: ,294 [Magdalena] Ich glaub da auch dran.

00:43:59: ,304 [Martina] Ja.

00:43:59: ,424 [Magdalena] Und nachdem ich das gemacht hab, hab ich noch mehr dran geglaubt. Und da hat sich für mich eigentlich aufgezeigt, dass es genau meine Lebensaufgabe ist, eben von dem, was ich erlebt hab. Und der Sport hatte auch einen Grund. Es hatte alles 'n Grund, warum man da erfolgreich geworden ist, warum man so ist und auch da steht, wo man jetzt ist. Und genau so zeichnet sich das auch da ab. Und da hat's dann so paar Punkte gegeben, auch so die nächsten Jahre, wo man gedacht hat, im Grunde ist es genau der Weg jetzt dahin. Ich bin im Grunde genau jetzt aufm richtigen Weg. Und grad dieses auf der Bühne stehen, äh, dieses Thema Coaching, was du ja auch, was ja auch dein Thema ist, also bei mir dieses mentale, äh, Menschen zu helfen, einfach, ja, resilienter vielleicht zu werden, wieder mehr zu sich zu kommen und authentisch ihr Leben zu leben. Ähm,

00:44:51: ,623 [Magdalena] ja, bei sich zu bleiben. Das ist vielleicht so bissl mein, meine Aufgabe.

00:44:54: ,594 [Martina] Da muss ich jetzt unbedingt da mal dabei sein, weil ich kenn dich ja nur und da reden wir später auch noch-

00:44:58: ,704 [Magdalena] Ja.

00:44:58: ,763 [Martina] kurz drüber, über die Peak Performer Stiftung, äh, wo du vor Kindern natürlich sprichst und auch so von deine, deinen, ähm, deinen Vortrag in, ähm, in Szenen von deinem Let-, von deinem Rennen. War das das let-, das war nicht dein letztes Rennen.

00:45:13: ,064 [Magdalena] Es war für mich ein besonderes Rennen, weil ich find, dass dieses Rennen, das ist ein Staffelwettkampf aus 2011, Weltmeisterschaft und der stellt so viel dar, der spiegelt so viel wider, wie das Leben auch ist.

00:45:26: ,604 [Martina] Mhm.

00:45:26: ,864 [Magdalena] Ich find das so, so spannend oder das ist das, was mein Aufhänger eigentlich immer ist. Der Sport lehrt einen ganz viel und das kannst du bestimmt hundertprozentig unterscheiden, was auch im echten Leben dann anwendbar ist.

00:45:38: ,644 [Martina] Hundert Prozent.

00:45:40: ,084 [Magdalena] Das unterscheidet sich im Grunde überhaupt nicht. Natürlich vielleicht in der Dosierung, ja, ähm, aber im Grunde

00:45:47: ,514 [Magdalena] kann dieser Wett-Wettkampf, also der ist so, wir liegen total weit zurück, ja. Ich bin dann Schlussläuferin und es ist eigentlich schon völlig hoffnungslos und wir sind eine Minute und sieben Sekunden schon hinten, also eigentlich auf sechs Kilometer nicht machbar.

00:45:59: ,284 [Martina] Machbar, mhm.

00:46:00: ,264 [Magdalena] Und, ähm, wir schaffen es über diesen Wettkampf, durch verschiedene Dinge diesen Wettkampf zu gewinnen. Und da geht's um Durchhaltevermögen. Da geht's darum, an sich zu glauben, Rückschläge als Chance zu sehen. Ähm, auch Teamgeist, ja, dieses sich füreinander einzusetzen, füreinander da zu sein. Das, ähm, ist in diesem Wettkampf, siehst du zum Beispiel unsere Betreuer oder andere, die grad nicht laufen, die uns anfeuern, die mich anfeuern, die, ähm, die dich pushen, die dich unterstützen, ja. Also da, da kommt so viel vor in diesem Wettkampf, was sich ganz, äh, auf viele Lebensbereiche widerspiegelt. Und das versuche ich dann eben so anschaulich zu beschreiben, weil ich glaub, Kinder, wenn da Film abläuft,

00:46:42: ,284 [Magdalena] fesselt das oft a bissl mehr, als wenn du jetzt nur vorn stehst und erzählst, „Ja, das muss man so und so", und da kann man sich das auch gut vorstellen. Und, äh, das kommt eigentlich ganz cool.

00:46:50: ,464 [Martina] Die sitzen dann mit, mit funkelnden Augen und hören dir zu und die kleben dann an deinen Lippen. Und, ähm-

00:46:55: ,754 [Magdalena] Ja.

00:46:55: ,664 [Martina] ja, umso, umso bitterer ist es ja eigentlich, aber da reden wir nachher auch noch kurz drüber, was Kinder und Sport betrifft. Das Erste, was in der Schule gestrichen wird, ist der Sport.

00:47:03: ,104 [Magdalena] Ja.

00:47:04: ,614 [Martina] Ähm, durch die sozialen Medien bleibt der Sport auf der Strecke, Schnick, Schnack, Schnuck. Also das ist natürlich schon ...

00:47:09: ,044 [Magdalena] Ja.

00:47:10: ,224 [Martina] Liebe Magdalena, ich habe dir, ist das jetzt eigentlich, w-wie magst du eigentlich lieber? Also ich mein, dein Umfeld sagt ja Lena zu dir, gell?

00:47:16: ,204 [Magdalena] Magdalena. Lena ist tatsächlich ein Überbleibsel aus dem Sport.

00:47:20: ,674 [Martina] Ach wirklich?

00:47:20: ,144 [Magdalena] Ich bin eigentlich nur im Sport Lena genannt worden und daheim, in meinem Freundeskreis, Familie, werde ich tatsächlich eigentlich nur Magdalena gerufen, ja. Oder Mama.

00:47:29: ,484 [Martina] Oder Mama. Mama werde ich jetzt nicht sagen. Magdalena, ich hab dir, ähm, angekündigt, einen Live-Score für dich, äh, zu haben.

00:47:36: ,924 [Magdalena] Mhm.

00:47:36: ,324 [Martina] Live-Score, Score vom Golf natürlich. Ein bissl einen Bezug muss ich von meinem Sport immer mitnehmen.

00:47:41: ,004 [Magdalena] Natürlich. Ja, freilich.

00:47:42: ,924 [Martina] Jetzt darfst du ihn, jetzt hab ich dir da auch noch Lena oben hingeschrieben.

00:47:44: ,404 [Magdalena] Das macht überhaupt nichts.

00:47:45: ,344 [Martina] Aber einen, einen, aber passend zu deinem Pullunder, einen, ähm, ohne dass ich's gewusst hab, dass du einen lila Pullunder an hast.

00:47:52: ,383 [Magdalena] Siehst du's?

00:47:52: ,084 [Martina] Ja, Wahnsinn. Und alles, was, du darfst es jetzt gerne vorlesen.

00:47:56: ,804 [Magdalena] Okay.

00:47:56: ,824 [Martina] Ich hoffe, es ist groß genug geschrieben, weil in unserem Alter kann man ab und zu mal eine Brille brauchen.

00:48:00: ,844 [Magdalena] Noch nicht, Gott sei Dank.

00:48:01: ,134 [Martina] Ich schon, ich schon. Aber was, du bist ein Baujahr?

00:48:05: ,554 [Magdalena] '87.

00:48:05: ,524 [Martina] Ja, schau her, sechs Jahre. Ich, es...

00:48:07: ,703 [Magdalena] Ja, mein Optiker hat jetzt mir schon gesagt, ähm, er ist gespannt.

00:48:11: ,344 [Martina] Die haben jetzt mir zu mir schon gesagt, du bist ja eh spät dran mit vierundvierzig. Ich so: „Ach so?"

00:48:15: ,824 [Magdalena] Echt?

00:48:15: ,954 [Martina] Ja, ja, aber ich komm jetzt schon-

00:48:16: ,824 [Magdalena] Ja, ja, mit Handy und so geht aber immer schlechter.

00:48:18: ,584 [Martina] Ich habe ein bissl größer geschrieben.

00:48:19: ,584 [Magdalena] Also noch geht's ganz gut, aber ich trage nachts Linsen, ich geb's ehrlich zu. So Dreamlens, die quasi das Auge formen und dann hast du den ganzen Tag perfekt.

00:48:27: ,374 [Martina] Also du bist der E-, also Wahnsinn.

00:48:28: ,604 [Magdalena] Ich bin der Bayer-Hacker.

00:48:29: ,174 [Martina] Total. Ich merk schon.

00:48:31: ,504 [Magdalena] Werd ich dir nicht verzeihen. Ich lieg jeden, jeden Mittag auf meiner Magnetfeldmatte mit Biophotonen und Negativionen.

00:48:37: ,094 [Martina] Ach, wie lustig. Da denkst du nicht-

00:48:39: ,524 [Magdalena] Ich bin so ein richtiger Bio Hacker. Ganz brutal.

00:48:41: ,634 [Martina] Die Rentnerin aus'm Biathlon aus Waldau, aber voll geil.

00:48:44: ,164 [Magdalena] Ich schau nur so unscheinbar aus.

00:48:46: ,744 [Martina] Sehr gut. Ich, ich merke schon.

00:48:48: ,904 [Martina] So, du darfst es vorlesen und sagst eigentlich nur, ob das stimmt oder nicht.

00:48:52: ,984 [Magdalena] Okay, bin ich gespannt.

00:48:55: ,784 [Martina] Der Karrierescore.

00:48:57: ,244 [Magdalena] Magdalena Neuner zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und menschlicher Wärme aus. Trotz ihres enormen Erfolgs im Biathlon blieb sie stets bodenständig und heimatverbunden. Ihre natürliche, offene Art machte sie für viele Menschen nahbar und authentisch. Wo ich auch nicht um ihres beurteilen kann, weil ...

00:49:15: ,724 [Martina] Natürlich.

00:49:15: ,164 [Magdalena] Also was ich sagen, ich, was, also ich würde mich schon als authentisch, ähm, bezeichnen. Da hab ich auch lang dafür gekämpft, weil man, meine Authentizität mir manchmal ja auch so bissl als, äh, ja-Die Magdalena, die Harfe spielt vom Dorf, strickend und so. Also ich hab mit diesem Image ja auch lang gekämpft und eigentlich bin ich im Nachhinein froh, dass ich mir da immer treu geblieben bin.

00:49:37: ,064 [Martina] Wollt grad sagen, das hat was Positives.

00:49:39: ,694 [Magdalena] Weil es gibt ja viele, die dann sagen: „Ich möchte ja gar nicht so." Ich habe tatsächlich zwischendrin auch mal Wäschefotos gemacht, weil ich zeigen wollte mit der Firma Mai, weil ich zeigen wollte, ähm, die strickt zwar, aber die kann auch anders. Ich habe auch Playboy-Anfrage gehabt, das wollte ich nicht. Das war mehr too much.

00:49:55: ,224 [Martina] Habe ich mir tatsächlich aufgeschrieben, kam von der Firma Mai.

00:49:58: ,164 [Magdalena] Aber eigentlich bin ich froh, dass ich mir da immer treu geblieben bin und dass ich immer dazu gestanden bin. Ich habe dann ja auch mit einer Wollfirma zusammengearbeitet, habe das ja eigentlich dann ganz offensiv auch gemacht. Ich habe auch schon eine Volksmusik-CD aufgenommen tatsächlich. Also da würde ich schon sagen, ich bin mir da treu geblieben entgegen der Stimmen, die gesagt haben, das ist ja schon irgendwie ein bisschen uncool.

00:50:19: ,544 [Martina] Aber hast du das jetzt gemacht, weil das zu deinem Mes, äh, zu deiner Message gepasst hat oder zu deinem Image?

00:50:24: ,744 [Magdalena] Nein.

00:50:24: ,684 [Martina] Oder weil du das gewollt hast?

00:50:26: ,044 [Magdalena] Genau.

00:50:27: ,464 [Martina] Ja?

00:50:27: ,104 [Magdalena] Das ist einfach, das bin einfach ich.

00:50:29: ,464 [Martina] Okay.

00:50:29: ,024 [Magdalena] Und ich wollte mich da jetzt nicht verstellen und verbiegen und, äh, weil das kann ich ja auch. Also-

00:50:35: ,984 [Martina] Ja klar.

00:50:35: ,524 [Magdalena] Das, warum sollte ich das verstecken oder sagen, das ist jetzt uncool, ja, nur weil es andere Leute uncool finden. Das bin halt ich.

00:50:42: ,734 [Martina] Ich finde es mega cool.

00:50:42: ,864 [Magdalena] Das macht mich halt aus. Also von daher, das mit authentisch würde ich jetzt mal definitiv unterstreichen. Heimatverbunden auch und den anderen Rest, das überlasse ich euch, ob ihr das auch so empfindet. Gut.

00:50:55: ,404 [Magdalena] Sportlich war sie äußerst leistungsorientiert und diszipliniert. Sie galt als kämpferisch und mental stark. Besonders ihre enorme Laufstärke zeigte ihren Willen, niemals aufzugeben. Gleichzeitig wirkte sie nie verbissen oder überheblich. Sie konnte Siege genießen, ging aber auch mit Niederlagen selbstkritisch und reflektiert um. Ich bin ein bisschen gestolpert über äußerst leistungsorientiert. Ich glaube, da gab es wahrscheinlich welche im Team, die noch leistungsorientierter waren, wenn man es jetzt so klassisch sieht, so was, so Sportschule, Leistung. Für mich gab es immer neben dem Sport auch noch andere Sachen, andere Anker, die mir wichtig waren.

00:51:29: ,824 [Martina] Mhm.

00:51:29: ,304 [Magdalena] Und ich glaube, es ist mir manchmal nachgesagt worden, dass ich nicht hundertprozentig leistungsorientiert bin. Einfach weil viele nicht verstanden haben-

00:51:38: ,634 [Martina] Mhm.

00:51:38: ,484 [Magdalena] dass das sich eigentlich wunderbar ergänzt. Ich glaube, manche haben den Eindruck gehabt, ich, äh, wäre nicht hundert Prozent fokussiert auf den Sport.

00:51:48: ,243 [Magdalena] Ich weiß gar nicht, ob das wirklich so sinnvoll ist, hundert Prozent auf den Sport zu, äh, sich zu konzentrieren, weil-

00:51:54: ,244 [Martina] Sonst verbissen.

00:51:55: ,904 [Magdalena] Dann ist man wieder bei dem Thema, ich bin verbissen und nur noch in dem Sport.

00:51:58: ,504 [Martina] Mhm.

00:51:59: ,964 [Magdalena] Und was kommt danach? Also ich habe mit Ole Einar Bjørndalen ein tolles Interview geführt vor, ich glaube, letztes Jahr. Also er hat mich interviewt und wir haben ganz viel auch drüber gesprochen, wie das bei ihm war. Und er hat gesagt, er hat sieben Tage die Woche trainiert. Für ihn ist einfach ein Tag ohne Training ein verlorener Tag gewesen. Und da hab ich ihm so ein bisschen erklärt, wie das bei mir war. Und ich habe gesagt, manchmal habe ich das Gefühl gehabt, ich brauche einfach noch meinen Zusatzregenerationstag und dann bin ich,

00:52:25: ,743 [Magdalena] weiß ich nicht, habe ich ganz was anderes gemacht. Habe mich entspannt, habe mich auf die Couch gelegt, gestrickt, äh, mich mit Freunden getroffen und das war für ihn unvorstellbar.

00:52:31: ,324 [Martina] Mhm.

00:52:32: ,304 [Magdalena] Und ich glaube, das ist mir oft ausgelegt worden als so die fehlende Disziplin, das fehlende voll und ganz Leistungsorientierte. Aber jetzt denke ich, es ist unheimlich wichtig, um erfolgreich zu sein, diese Balance zu haben, sich nicht nur zu verbeißen. Oder wie siehst du das? Also wie war das bei dir?

00:52:50: ,644 [Martina] Ich bin eher so auf dem Ole-Einar-

00:52:51: ,744 [Magdalena] Du bist eher so Ole-Einar-

00:52:52: ,604 [Martina] Ja, Vollgas. Immer wirklich eigentlich zehn Jahre nie Pause gemacht. Keinen Tag. Wirklich.

00:52:58: ,964 [Magdalena] Wie würdest du's, also wie reflektierst du's für dich? Sagst du, es war für dich richtig so der Weg?

00:53:03: ,264 [Martina] Ähm, boah. Ähm, äh, zurückblickend, ich glaube, für, für mich hätte es nicht gepasst, dass ich sage, der Dienstag und der Donnerstag wäre jetzt mein Pausentag gewesen.

00:53:14: ,584 [Magdalena] Ja.

00:53:14: ,384 [Martina] Aber ich hätte dann schon einmal, wo eigentlich mein Körper gesagt hätte ... Also zum Beispiel, ich habe auch dann auch, äh, meine Handgelenksverletzungen und so weiter gehabt, ähm, die ja wahnsinnig gebraucht werden beim Schlagen, ähm, wo ich dann einfach gemerkt habe, wenn es schon ein bisschen wehtut, dass ich dann einfach aufhöre. Aber ich habe noch einmal draufgelegt. Ich habe das ignoriert, weil der Kopf stärker war als der Körper.

00:53:35: ,364 [Magdalena] Gesagt hat, du musst jetzt aber.

00:53:36: ,804 [Martina] Du musst, ja. Und ich bin natürlich auch mit der Philos-, also Philosophie ist keine, Philosophie ist nicht das rich, der richtige, ähm, der richtige Ausdruck. Ähm, auch nichts gegen meine Eltern. Eltern nehmt es mir bitte nicht böse, aber-

00:53:49: ,643 [Magdalena] Die Prägung einfach dafür vielleicht, ja.

00:53:50: ,263 [Martina] Das ist so, wenn man nichts macht, ist man faul.

00:53:54: ,044 [Magdalena] Ich glaube, so sind viele von uns aufgewachsen.

00:53:56: ,324 [Martina] Ja.

00:53:56: ,944 [Magdalena] Ja, mein Mann ist, ist auch so geprägt. Der hat auch ganz lange ein richtiges Thema damit gehabt, mal nichts zu tun. Ähm, ich habe das vielleicht von meinen Eltern. Meine Eltern sind unheimlich fleißige Menschen, aber das habe ich eigentlich nie so

00:54:10: ,444 [Magdalena] eingeprägt bekommen, dass sie gesagt, die haben niemals gesagt irgendwie, wenn man nichts tut, ist man faul. Wie gesagt, bei meinem Mann, da merke ich schon auch, der hat so dieses Innerliche, der muss immer und muss und muss und muss. Und der tut sich unheimlich schwer im Urlaub zum Beispiel, mal nichts zu tun.

00:54:26: ,604 [Martina] Bei mir ist es gleich.

00:54:27: ,874 [Magdalena] Ja.

00:54:27: ,904 [Martina] Also Urlaub, also-

00:54:30: ,944 [Magdalena] Geht gar nicht.

00:54:30: ,224 [Martina] Geht gar nicht. Also gar nichts zu machen. Meine Kinder kotzen im Strahl.

00:54:34: ,924 [Magdalena] Wollt grad sagen, wie ist das mit der Familie, ja.

00:54:36: ,014 [Martina] Wir waren jetzt erst in London, dreißigtausend Schritte am Tag.

00:54:41: ,054 [Magdalena] Ja genau, natürlich.

00:54:42: ,164 [Martina] „Mama, was soll das jetzt sein?"

00:54:43: ,324 [Magdalena] Ja.

00:54:43: ,284 [Martina] Ich sag: „Ja, sonst sehen wir doch nichts."

00:54:45: ,364 [Magdalena] Ja.

00:54:45: ,014 [Martina] Und, ähm, ja, aber verstehe ich.

00:54:47: ,904 [Magdalena] Ist auch ein bisschen Typsache, oder?

00:54:47: ,604 [Martina] Genau. Auch wieder dieses, dieser Dogmatismus.

00:54:50: ,064 [Magdalena] Genau.

00:54:51: ,954 [Martina] Dass da jeder halt seinen Weg finden muss.

00:54:52: ,304 [Magdalena] Genau. Und jeder hat da was anderes. Und ich glaube, mir ist es oft als Faulheit angerechnet worden-

00:54:58: ,174 [Martina] Mhm.

00:54:59: ,884 [Magdalena] wenn ich gesagt habe, ich brauche diesen Ruhetag. Aber das habe ich ja ganz am Anfang schon gesagt. Ich bin ein super intuitiver Gefühlsmensch, auch was meinen Körper angeht. Und ich bin auch heute noch so, da stehe ich mir manchmal total im Weg. Ich bin so

00:55:12: ,024 [Magdalena] krass körperfühlig. Ähm, das macht mich manchmal richtig kirre, weil ich höre so stark immer auf meine Körpersignale und wenn ich so das Gefühl habe in der Früh,

00:55:23: ,263 [Magdalena] ist es nicht tausendprozentig, dann gehe ich auch nicht zum Sport und so. Da gehe ich nie drüber über diese „heute nicht mehr". Als Leistungssportler gehst du ja permanent drüber.

00:55:31: ,084 [Martina] Ständig, ja.

00:55:32: ,324 [Magdalena] Da gehst du jeden Tag drüber und im Wettkampf zum Beispiel bin ich ganz weit über die Grenze gegangen, aber da war mir alles wurscht.Da hatte ich auch das Gefühl, ich würd im, im Ziel umfallen und dann können sie mich wegtragen. Das wär mir wurscht gewesen. Da hatte ich diesen Schalter. Da hab ich einfach im Wettkampf alles ausschalten können, was an Schmerz,

00:55:49: ,784 [Magdalena] äh, Vernunft, Körperempfinden, das war dann komplett ausgeschalten, weil ich gewusst hab, das kann ich. Das ist einfach meine große Stärke, mich da durchzubeißen und das Quäntchen mehr draufzulegen als die anderen. Aber dann wiederum im Training hab ich mir das rausgenommen.

00:56:05: ,684 [Magdalena] Spannend. Ich weiß nicht, ob das eine gewisse Philosophie ist, ob das Typsache ist, warum das bei mir so war. Ähm

00:56:11: ,664 [Martina] Hättest du das heute immer noch, wenn du jetzt, sagen wir mal, ganz was anderes, äh, sportlich machen würdest, dass du dann so dieses, diese, diese Kampfsau-Energie in dir hättest, was 'n Wettkampf betrifft?

00:56:22: ,944 [Magdalena] Ich glaube, ich könnt's körperlich wahrscheinlich nicht mehr abrufen, aber das glaub ich schon. Ich glaub, das, das ist bei mir Prägung. Ich bin als Kind schon so gewesen, ich wollt mich immer gern battlen.

00:56:31: ,104 [Martina] Mhm.

00:56:32: ,044 [Magdalena] Wollt mich immer gern messen. Ich hab mich immer mit den Buben verglichen. Ich hab immer Wettrennen im, in der Sch-, im Schulhof. Kann man sich heut schon gar nicht mehr vorstellen, dass man im Schulhof Wettrennen macht gegen die Buben und ich war da immer schneller und so. Also da hatte ich schon immer so 'n, so 'n, vielleicht ist das ein Ego-Ding, weiß ich nicht.

00:56:47: ,224 [Martina] Ja, so Ehrgeiz halt.

00:56:48: ,483 [Magdalena] Ehrgeiz.

00:56:48: ,744 [Martina] Ja, ja, man hat das, man hat das jetzt halt eher weniger.

00:56:50: ,074 [Magdalena] Ich merk das schon in vielen Lebensbereichen, dass, ähm, wir haben uns vorhin darüber unterhalten mit den Kindern, die jetzt reiten, wo ich so denk, ja, so, so halbe Sachen, dann will ich's schon lieber auf 'nem guten Niveau machen und gescheit machen. Das ist dann schon mein, mein Anspruch irgendwie. Und, äh, ich muss echt ein bissl kämpfen dafür, dass ich zum Beispiel, wenn ich selber Sport mach, dass ich mich da total rausnehme, dass ich da nicht immer schau und hab ich jetzt schon die Zeit und hab ich jetzt schon diese Kilometer und die, die ... Also das ist für mich eigentlich eine Riesen-Challenge. Das hab ich jetzt mit 'ner Freundin eigentlich erst, die hat mich jetzt da mal so drauf angesprochen. Das hab ich gemerkt beim Langlaufen, da bin ich so ehrgeizig dann, wo man denkt, ist eigentlich fehl am Platz jetzt. Brauch ich ja gar nicht mehr. Aber wenn jetzt auf der Langlaufstrecke jemand vor mir läuft, dann überhol ich den natürlich. Ist ja logisch.

00:57:37: ,744 [Martina] Klar.

00:57:37: ,304 [Magdalena] Geht ja gar nicht. Und merk aber, dass ich eigentlich über meinem Puls lauf.

00:57:41: ,044 [Martina] Mhm.

00:57:42: ,224 [Magdalena] Aber jetzt läuft er die ganze Zeit hinter dir.

00:57:44: ,164 [Martina] Musst du weitermachen.

00:57:45: ,604 [Magdalena] Natürlich. Das würde mein Ego ja niemals verkraften. Halt nicht. Wo man denkt, wie unsinnig ist das eigentlich?

00:57:51: ,244 [Martina] Ja, und er erkennt dich dann auch noch.

00:57:53: ,514 [Magdalena] Ja, und ich hab dich dann erkannt. Das geht ja gar nicht. Also ich kann ja nicht, ich kann auf gar keinen Fall langsamer laufen als wie der und merk dann, wenn ich daheim bin, ja Gott, das, also heut hab ich mir das übernommen eigentlich, weil ich halt eben körperlich nicht mehr so ... Aber das, äh, genau, wär wahrscheinlich immer nur so beim Langlaufen. Vielleicht nicht bei allen Sportarten, aber beim Langlaufen wahrscheinlich schon.

00:58:11: ,004 [Martina] Ich merk das beim Golf, ähm,

00:58:14: ,444 [Martina] da, da verzweifeln manche, wenn's dann immer sagen: „Um was, um was zockt man?" Wo ich sag:

00:58:19: ,964 [Martina] „Gar nix."

00:58:19: ,744 [Magdalena] Gar nix.

00:58:20: ,964 [Martina] Gar nix zock ich jetzt. Ich hab so lang gezockt und um mehr Geld als, oder um Gottes Willen, jetzt nicht falsch verstehen, aber da war halt der Putt doch ein bissl mehr wert als nur der Euro.

00:58:30: ,844 [Magdalena] Ja, natürlich.

00:58:31: ,984 [Martina] Und dann hab ich gesagt: „Na, ich mag jetzt einfach nur golfen."

00:58:34: ,984 [Magdalena] Genau. Genuss.

00:58:35: ,204 [Martina] Aber ich merk tatsächlich, ja, ja, aber ich merk tatsächlich jetzt, ich mache wahnsinnig viel in dieser ganzen Fitnessszene und, ähm, deswegen hab ich mich dann aus dieser CrossFit-Nummer auch wieder raus, weil beim CrossFit hast du zum Schluss hinten raus immer 'ne Competition. Hast du ja immer, wo du deine Zeiten dann ans, ans Board hinschreiben musst, ja. Und, ähm, dann hab ich gemerkt, dass ich mich da so, so, ähm, verausgabt. Ich hab teilweise gespienen danach, ja, weil ich so fertig war. Ich mein, da sind Zwanzigjährige drin, ja. Wo ich sag, Kopfschuss, kannst du nicht mehr mithalten.

00:59:11: ,274 [Magdalena] Ja, weil man ist dann doch so ehrgeizig. Man steckt dann so drin.

00:59:15: ,324 [Martina] Total.

00:59:15: ,684 [Magdalena] Und deswegen geh ich zum Beispiel nie mit jemandem zum Laufen. Das ist wirklich der Punkt bei mir. Ich krieg so oft, also gut, ich war jetzt am Samstag mit 'ner Freundin, bin ein bissl auf 'n Berg raufgewandert, ja. Also, aber wenn jemand sagt: „Du, treffen wir uns zum Laufen?", sag ich eigentlich immer, also ich geh immer allein zum Sport.

00:59:32: ,564 [Martina] Mhm.

00:59:33: ,204 [Magdalena] Weil das ist für mich so gefährlich. Ich hab eine Freundin gehabt, ähm, die ist auch Profi-Biathletin gewesen und mit der war ich mal beim Langlaufen und die war aber noch einfach viel besser im Training. Ich hab ja schon drei Kinder dabei gehabt und sie noch keins und jeden Tag beim Langlaufen. Und dann sind wir gelaufen und ich hab eigentlich schon nach eineinhalb Stunden gemerkt, bei mir ist jetzt eigentlich der Akku, schon bissl Unterzucker gehabt, eigentlich keinen Riegel dabei gehabt und so und hat die da durchgedrückt, zweieinhalb Stunden und das war mir so zu viel. Und da hab ich mir gedacht: „Nein, das, das ist für mich nicht der Sport, den ich treiben will." Das hat, weißt, ich war jetzt heut in der Früh nur dreißig Minuten beim Laufen. Das ist total okay. Ich hab mich jetzt heut in der Früh bewegt. Das war in Ordnung. Und wenn ich jetzt da mit jemandem lauf, da hab ich schon innerlich diesen Druck. Da musst du mithalten. Da musst du aber dann vielleicht auch so lang laufen, wie der laufen will. Und da, deswegen mach ich eigentlich immer allein Sport.

01:00:20: ,754 [Martina] Aber du hast schon auch noch, also das hab ich ganz extrem, manchmal auch ein bissl zu viel, diesen, dass, dass du dich bewegen musst.

01:00:27: ,004 [Magdalena] Das schon.

01:00:28: ,604 [Martina] Das hast schon.

01:00:28: ,334 [Magdalena] Ja, das hab ich schon. Also ich hab mir wirklich jetzt die Laufsachen mitgenommen. Ich hab gewusst, jetzt gestern, bin nur im Auto gesessen, zehn Stunden.

01:00:35: ,804 [Magdalena] Da brauch ich dann einfach die Bewegung. Oder ich gehe, wenn ich zum Termin bin und ich hab jetzt keine Laufsachen dabei, geh ich 'ne große Runde spazieren zumindest oder so. Diesen Bewegungskragen hab ich schon. Außer wenn ich wirklich merk, ich hab Phasen, das hab ich auch ab und zu, wo ich merk, ich bin echt erschöpft.

01:00:51: ,484 [Martina] Mhm.

01:00:52: ,843 [Magdalena] Bin wirklich einfach müde. Und dann kann das passieren, dass ich mich einfach ins Bett leg und schlafe in der Früh richtig lang aus, weil das hab ich daheim fast nie. Also da, ich bin also Schlaf-Fetischist. Also ich schau immer, dass ich meine Schlafstunden und Tiefschlaf und Schlafhygiene und das richtige Kissen, also da bin ich ganz-

01:01:10: ,464 [Martina] Wie lang brauchst du?

01:01:11: ,284 [Magdalena] Ganz schön. Also brauchen, heut in der Früh hab ich hundert Prozent meinen Schlafbedarf.

01:01:15: ,963 [Martina] Dein, dein, dein.

01:01:15: ,574 [Magdalena] Ja, so achteinhalb Stunden oder so.

01:01:17: ,084 [Martina] Achteinhalb Stunden, echt?

01:01:18: ,924 [Magdalena] Ich hab, ich brauch, hab 'n sehr hohen Schlafbedarf.

01:01:19: ,463 [Martina] Ich bin ja eine-

01:01:20: ,384 [Magdalena] Aber ich hab auch ziemlich-

01:01:21: ,944 [Martina] Hab einen anderen, ja.

01:01:21: ,764 [Magdalena] Ich hatte den auch die ganze Zeit jetzt. Ich wollt jetzt einfach mal was anderes probieren, einfach mal, um zu schauen. Ähm

01:01:27: ,384 [Martina] Achteinhalb Stunden, das ist viel.

01:01:29: ,564 [Magdalena] Ja, das bring ich natürlich nie zusammen.

01:01:30: ,394 [Martina] Das ist auch als Familie.

01:01:31: ,144 [Magdalena] Weil wir gehen immer so um zehn, Viertel nach zehn ins Bett und stehen halt um halb sechs auf.

01:01:35: ,734 [Martina] Ja, ja.

01:01:36: ,628 [Magdalena] Bin eigentlich immer übermüdet und ich nehme mir immer mittags meine halbe Stunde, wo ich auf meiner Infrarotmatte liege, meine Meditation mache, meine halbe Stunde bisschen Schlaf oder Ausruh. Aber ich merke das gerade in so anspruchsvollen Zeiten, wo ich nicht so die Ruhe finde, dann brauche ich auch einfach mal Schlaf. Und wenn ich dann im Hotel bin über Nacht, dann schlafe ich mal richtig aus.

01:01:54: ,688 [Martina] Das geht dann?

01:01:55: ,158 [Magdalena] Ja.

01:01:56: ,368 [Martina] Ja.

01:01:56: ,878 [Magdalena] Weil ich einfach so müde meistens dann bin. Und dann ist mir, dann fällt der Sport dann aus, aber dann habe ich mal richtig ausgeschlafen. Heute in der Früh habe ich mein Schlafbett aufgedeckt und war halbe Stunde beim Schlafen.

01:02:05: ,328 [Martina] Ach cool.

01:02:06: ,888 [Magdalena] Und alles super, aber da bin ich schon, schon so, dass ich versuche. Und dann habe ich wieder Zeiten, wo das alles irgendwie nicht hinhaut, weil der Alltag so trubelig ist. Aber da merke ich, da, da geht's mir dann auch nicht, nicht wirklich richtig gut dann halt.

01:02:18: ,908 [Martina] Ich, ich nehme mir das dann ganz oft vor, wenn ich einmal am Wochenende, an einem Samstag oder am Sonntag, wo ich dann mal wirklich schlafen könnte.

01:02:25: ,648 [Magdalena] Kannst nicht.

01:02:26: ,268 [Martina] Und ich stehe, und ich wache wieder um halb sechs auf oder um sechs.

01:02:30: ,188 [Magdalena] Ja, es passiert mir auch manchmal, aber manchmal schlafe ich auch echt.

01:02:33: ,188 [Martina] Ah, toll. Toll. Aber ich habe jetzt ein neues Bett. Da tun wir mal-

01:02:36: ,568 [Magdalena] Ja, schau.

01:02:36: ,128 [Martina] Ja, vielleicht. Jetzt brauche ich noch einen schein Topper dafür.

01:02:40: ,648 [Magdalena] Hätte da so Ideen, aber ich mache jetzt da keine Gleichwerbung, ja.

01:02:43: ,587 [Martina] Darfst gerne machen.

01:02:44: ,098 [Magdalena] Bin noch gar nicht fertig mit dem-

01:02:46: ,638 [Martina] Bist noch gar nicht fertig. Dann mach fertig.

01:02:46: ,788 [Magdalena] Entschuldige, ich mache noch weiter. Wir ratschen so lange. Besonders bemerkenwert ist, bemerkenswert ist ihre Selbstbestimmtheit,

01:02:52: ,087 [Magdalena] würde ich schon sagen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere entschied sie sich bewusst für den Rücktritt, um ein Leben abseits des Spitzensports zu führen. Diese Entscheidung zeigt Mut, innere Klarheit und die Fähigkeit, persönliche Werte über äußeren Erfolg zu stellen. Hat ChatGPT gut rausgefunden.

01:03:06: ,168 [Martina] Hat er ganz gut rausgefunden. Ja, sehr schön.

01:03:09: ,428 [Magdalena] Ja, ich arbeite ja auch ab und zu damit und jetzt ist der natürlich auch schon ein bisschen gespeist mit meinen eigenen Informationen, gell, was ich mit-

01:03:15: ,468 [Martina] Genau.

01:03:15: ,588 [Magdalena] Ja. Zusammenfassend steht Magdalena Neuner für Authentizität, Lebensfreude, Disziplin und innere Stärke. Eigenschaft, die sie weit über ihre sportlichen Erfolge hinaus zu einer beeindruckenden Persönlichkeit machen, kann ich sagen. Vielen Dank, Martina.

01:03:27: ,628 [Martina] Ja, sehr gerne. Also.

01:03:29: ,608 [Magdalena] Doch, aber ich glaube, das trifft's schon ganz gut.

01:03:31: ,948 [Martina] Und auch hier wieder der Text. Das war wieder so ein Klassiker, wo ich mir gedacht habe: „Das ist so ein glatter Text."

01:03:36: ,428 [Magdalena] Glatt.

01:03:37: ,518 [Martina] Ja, wirklich glatt. Ähm, aber so erlebe ich dich auch, ja.

01:03:41: ,388 [Magdalena] Ich glaube, das muss man aber jetzt auch wieder sagen, weil wir vorhin bei der Social-Media-Welt waren, weil du gesagt hast, das sieht alles so perfekt aus. Das wahre Leben ist definitiv nicht so. Das möchte ich auch hier einfach mal noch mal klarstellen, weil wir tun immer so, wie wenn das alles so wunderbar wäre und alles so perfekt und ich habe da meine Schlafroutine und ich mache da meinen Mittagsschlaf.

01:03:59: ,368 [Magdalena] Ganz ehrlich, und das wirst du genauso unterschreiben und das, die meisten da draußen auch: Das ist ein kleiner Teil, ja. Man versucht sich, das alles so gut zu schaffen. Und ja, Assistentin, ja, super. Es gibt aber ganz viele Momente, wo man denkt: „So ein Riesenmist." Und, äh, ja, ich sitze auch viel im Auto, ähm, zu Terminen, viele Stunden, wo ich, ja, auch vielleicht müde bin, kaputt bin, erschöpft bin, komme auch ganz oft nachts heim, äh, muss in der Früh aufstehen und habe echt schlechte Tage und, ähm, habe auch mit meinen Kindern ganz oft Situationen, wo man denkt: „Ach, das hätten wir besser machen können."

01:04:34: ,088 [Martina] Mhm. Oh ja.

01:04:36: ,138 [Martina] Oh ja.

01:04:36: ,368 [Magdalena] Oder da habe ich vielleicht Fehler gemacht oder das, ähm, das läuft nicht so, wie ich will. Also das ist auch die Wahrheit, weil wir stellen natürlich jetzt viel auch dieses Glanzvolle dar und dieses, ja, was kann man, was hat man für Stärken, wie ist man. Aber die Realität ist beides, definitiv beides. Und ich habe auch meine Sorgen und ich habe auch meine Sachen, wo ich denke: „Ist das richtig so?" Und auch meine Zweifel an manchen Dingen, die man lebt. Dinge, die man macht, wo man sich immer wieder auch fragt: „Will ich das so? Ist das richtig?" Aber das ist, gehört auch dazu, weil man muss sich, man hinterfragt sich sonst ja nicht. Wenn sich immer alles so glatt anfühlt, dann ist es ja so Selbstläufer. Und ich glaube, du brauchst immer wieder auch so diese Phasen, wo es mir nicht so gut ist, wo du dann die Dinge hinterfragst und sie vielleicht auch änderst oder dich da weiterentwickelst. Und deswegen ist mir das auch noch mal wichtig, das zu sagen, weil das entspricht ja nicht nur der Realität.

01:05:28: ,847 [Martina] Nein. Aber da lassen sich einfach viele, die mit dem Leben noch nicht so geimpft sind, sagen wir es mal so, blenden, ja. Also auch, ähm, ähm, also meine Kinder sind ein bisschen älter wie deine mit dreizehn und, äh, fast sechzehn jetzt. Ähm, wo ich mir, wo ich auch wirklich die Aufgabe von, für mich als Mutter dann sehe, ihnen die Augen zu öffnen und sagen: „Jetzt passt auf, das ist normal, dass, dass man da diskutiert und so weiter und, ähm, dass nicht alles perfekt ist." Genau.

01:05:57: ,598 [Magdalena] Absolut.

01:05:58: ,668 [Martina] Gell.

01:05:58: ,148 [Magdalena] Ja, und auch mal Streit daheim oder wie auch immer, das gehört auch alles zum Leben dazu, gell. Man meint immer, das müsste immer, weil bei Social Media ist es ja so, bei diesen ganzen Müttern, denen ich leider auch folge, wo du immer siehst, wie sie einen perfekten Haushalt haben und wie das alles immer super läuft und pädagogisch wertvoll mit den Kindern irgendwelche Steinchen baust. Da denkt man: „Um Gottes Willen, immer alles verkehrt." Wo man aber denkt, ähm, nein, das gehört auch alles dazu, dass man sich reibt, ja, dass dein Kind bockt und dich anschreit und dass du so blöd bist. Und das gehört halt auch gerade, wenn du dann in der Pubertät ein Kind hast, das ist auch die Realität.

01:06:32: ,797 [Martina] Das ist total die Realität. Und weißt du, was mir da gerade einfällt?

01:06:34: ,797 [Magdalena] Ja.

01:06:34: ,008 [Martina] Wir sind ja, ähm, ich darf mich da ja gar nicht, aber ich oute mich jetzt mal als, als Heidi Klum Fan. Ja, ich finde, die Heidi Klum ist ein, man kann von ihr denken und halten, was man möchte, aber sie ist eine Sensationsunternehmerin.

01:06:47: ,508 [Magdalena] Ja.

01:06:47: ,987 [Martina] Was sie gewuppt hat-

01:06:47: ,508 [Magdalena] Unternehmerisch definitiv, ja.

01:06:49: ,028 [Martina] Für das, dass sie wirklich eigentlich, ich meine, das ist überschaubar, was sie als Laufstegmodel hingelegt hat, aber was sie sich da aufgebaut hat, das ist schon toll.

01:06:57: ,808 [Magdalena] Was sie aufgebaut hat, ja.

01:06:57: ,908 [Martina] Und da gab es jetzt zwei Sendungen, äh, Behind the Scenes, so mit ihrer, mit ihrer Tochter.

01:07:01: ,008 [Magdalena] Habe die Vorschau gesehen, ja.

01:07:03: ,728 [Martina] Genau, natürlich haben wir uns dabei. Meine kleine Tochter heißt übrigens auch Heidi. Also nur-

01:07:06: ,208 [Magdalena] Ja, ja, ja, ja, ja, verstehe ich.

01:07:08: ,578 [Martina] Jetzt kriege ich wirklich einen Stempel aufs Hirn langsam. Ähm, und da haben sie gestern eben auch gesagt, diese, die Leni, ihre, ihre älteste Tochter, sie hatte vier Kinder, ja, noch mal einen mehr als du.

01:07:19: ,898 [Magdalena] Mussten wir auch erst mal.

01:07:19: ,708 [Martina] Total.

01:07:20: ,268 [Magdalena] Mussten, ja.

01:07:21: ,328 [Martina] Ähm, und da sagen natürlich wieder böse Stimmen: „Ja, und dann gibt's natürlich da die Nannys und so weiter." Ja, aber in dieser, in dieser Doku sieht man schon, dass sie da auch sehr stark sich eingebracht hat als Mama.

01:07:33: ,508 [Magdalena] Die Kinder. Ja, genau. Mhm.

01:07:34: ,088 [Martina] Und da sehen wir auch die Leni, die jetzt hat auch ein, also ist ein bildhübsches Mädel.

01:07:39: ,794 [Martina] Und ich bin mir sicher, die hätte auch ihren Weg ohne die Heidi Klum selber gemacht.Aber dass die mit sechzehn, ähm, ein, ein Fratz gewesen sein muss, also wirklich, ähm, sich nur in den Haaren ge-gehabt haben müssen und aber so auf den sozialen Medien, Intimissimi und so weiter und so fort, äh, weißt, nur perfekt, ja, wird das so dargestellt. Und das war dann gestern auch wieder, bin ich mit meinen Töchtern auf, auf der Couch gesessen und hab mir gedacht: „Schatz, die haben auch ihre Probleme gehabt, da.

01:08:08: ,204 [Magdalena] Richtig. Und das hat jeder. Und all diese perfekten Familien.

01:08:13: ,844 [Magdalena] Also grad diesen ganz perfekten Familien traue ich nicht so richtig, gell? Weil ich mir denke, wo ist da der Hund begraben? Also irgendwo und egal, der eine macht halt das gut und der andere macht halt das besser oder wie auch immer. Ich glaub, wir versuchen immer, unser Bestes zu geben und das ist auch in unserem Big-Performer-Buch, das wir ja vor paar Jahren rausgebracht haben, eigentlich so die, das Endresultat für uns gewesen, was ist richtig oder falsch. Diese f-- Also am Ende versucht jeder, es so gut wie er halt kann, zu machen in seinem Leben.

01:08:40: ,304 [Martina] Und das ist das Maximale, was du machen kannst.

01:08:43: ,204 [Magdalena] Das ist das Maximum, ja. Dass du versuchst, du hast ja Tage, die nicht so, wo du nicht gut drauf bist und v-- da kannst du am Ende auch nur sagen: „Ich hab halt heute mein Bestmöglichstes geben, das war ja nicht mehr." Aber sich da auch selber nicht immer so klein zu machen und so schlecht zu machen, das finde ich auch einen ganz wichtigen Punkt, weil ich glaube, das ist ein riesen, riesen Problem, was auch vielleicht unsere Kinder betrifft, grad was Social Media angeht, sich selber ganz schnell klein zu fühlen und nicht wertvoll und nicht richtig, weil man ja nicht so toll ist, wie der das macht oder so. Und das ist, glaube ich, ein falscher, falscher Ansatz.

01:09:14: ,044 [Martina] Ja, ja, absolut richtig. Zum Thema, du gibst mir sensationelle Überleitungen, so, so, so toll zu sein wie der andere. Das hast du ja vorher schon gesagt. Ich hab's mir tatsächlich aufgeschrieben gehabt mit 'nem Playboy, ja, ähm, dass du das, äh, ganz bewusst abgelehnt hattest. Aber jetzt gibt's ja heutzutage der Philipp Boy, der letztes Mal hier war und ein, ähm, wir hatten echt ein Supergespräch. Ähm, der war bei, hat er, ich weiß ja nicht, hat er Let's Dance gewonnen oder war, ist Zweiter geworden damals. Auf jeden Fall war er ganz groß im Tanzen, hat relativ viele solche Shows schon mitgemacht.

01:09:45: ,654 [Magdalena] Ja, die Turner.

01:09:45: ,764 [Martina] Und nach seiner Turnerkarriere, ich mein, ist auch ein, ein bildern Mann und ein super Kerl.

01:09:50: ,324 [Magdalena] Ja.

01:09:51: ,464 [Martina] Ähm, aber hättest du da Ambitionen gehabt, dass du jetzt sagst: „Ey, machen wir bei so Let's Dance mit", oder man muss ja nicht gleich, jetzt nicht falsch verstehen, ins Dschungelcamp gehen.

01:10:00: ,704 [Magdalena] Nein. Ja, ja, ja, ja, ja. Also ich hab ganz viele Anfragen dergleichen gekriegt. Für, ähm, Dancing on Ice gibt es, glaube ich, anno und Let's Dance und Dschungelcamp natürlich auch einige Male. Aber ich hab mal so ein paar kleinere Geschichten mitgemacht, wie Grill den Henssler zum Beispiel, oder also schon so paar kleine Fernsehsendungen. Klein gegen Groß finde ich ja ganz schöne Sendung eigentlich, wenn man eingeladen wird, äh, oder „Wer weiß denn sowas?" war ich paarmal. Also so diese kleinen Geschichten, die so an einem Tag erledigt sind.

01:10:29: ,184 [Martina] Ja.

01:10:30: ,344 [Magdalena] Aber, ähm, Let's Dance hat mich brutals abgeschreckt, was den Umfang angeht. Zwei Monate in Köln, jeden Tag und dich da voll rein. Das ist schon gar kein Thema mit Family. Ja, die haben gesagt, Familie kann mitkommen. Das ist, das ist für mich jetzt gar kein Thema, so was zu machen. Hätte ich's gemacht, hätte ich jetzt poor Family und hätte gesagt: „Dann gehe ich heute zwei Monate nach Köln und mach das", ich weiß es nicht. Jetzt glaube ich, würde ich es nicht mehr machen mittlerweile. Vielleicht direkt nach meiner Sportkarriere, weil bissl tanzen kann ich schon. Also ich hab, da ich bei den Schuhplattlern früher war und also und-

01:11:01: ,264 [Martina] Du kannst Schuhplatteln?

01:11:02: ,364 [Magdalena] Nein, also als Frau dreht man ja um die, um die Männer drumherum. Also kann ich jetzt schon zumindest einen Walzer tanzen und ein bissl Foxtrott. Also hätte jetzt vielleicht schon irgendwie hingekriegt, weiß ich nicht, aber es hat mich jetzt nicht gereizt. Also ich glaub, da musst du schon richtig Bock haben, dass du so was machst, weil das ist dann schon auch, da musst du schon ganz schön-

01:11:20: ,964 [Martina] Jetzt ist das natürlich auch so eine Geschichte. Ähm, jetzt bist du natürlich auch immer sehr und auch immer noch im Rampenlicht. Also du kriegst ja die Aufmerksamkeit auch für deine Partner. Das darf man gar nicht so, so downgraden. Es ist schon wichtig, auch die Partner zu haben weiterhin, ja. Und, ähm, ist natürlich ein, ein, ein Weg oder ein Mittel, ähm, bei solchen Shows dabei zu sein, die dich da extrem pushen. Ja, also wo, wo man sagt, das, das hast du, brauchst du jetzt nicht unbedingt.

01:11:47: ,444 [Magdalena] Vielleicht ist es der Punkt. Also ich stelle mir auch manchmal die Frage, warum ich da manchmal gar nicht so geschäftigt bin, weil es gibt ja ganz viele, die wirklich viel tun, was, dass sie heute so präsent sind und ich tue ja fast eher das Gegenteil. Und nach wie vor tröpfelt's rein. Also nach wie vor fragen die Firmen an, also echt tolle Partnerschaften. Hab jetzt erst wieder frische Anfrage, wo ich denke: „Wow, genau so was möchte ich machen." Ähm, hat vielleicht wieder damit zu tun, dass ich ein sehr großes Vertrauen habe ins Leben und dass ich denke, dass die Dinge, die zu mir passen, auf mich zukommen. Und dass ich gar nicht so derjenige bin, der das so erzwingen will, sondern dass ich eigentlich ganz oft im Leben, diesen f, diesen, mich diesem Fluss hingeb und denk, es wird genauso kommen, wie das für mich gut ist. Und ich habe immer diese Einstellung, dass wenn das mal nicht mehr so ist, wenn sich angenommen keiner mehr interessiert, kein Partner mehr da ist, dass ich dann aber auch vielleicht Freiräume habe für Dinge, die ich vielleicht auch gern machen würde. Also ich, ich nehm da eigentlich für mich komplett den Druck raus, weil ich muss da nix, ich muss nicht diese Partner haben. Natürlich bedeutet es für mich finanzielle Unabhängigkeit, immer noch und bin jedes Mal dankbar und froh. Aber ich vertraue auch darin, dass das mich immer findet, was zu mir passt. Und das entspannt dich innerlich schon ganz schön, wenn du nicht immer denkst, „Ich muss aber". Und das war damals echt das Thema mit meinem Management. Der hat, war immer so der Meinung, du musst und du musst. Und, äh, das war dann also, ich hab mein erstes Kind gekriegt. Ich hab sofort wieder gearbeitet. Ich hab mein zweites Kind gekriegt. Ich hab nach zehn Tag, zehn Tage nach der Geburt schon wieder gearbeitet, weil er der Meinung war, wenn du jetzt nicht sofort wieder Gas gibst, ähm, bist du weg vom Fenster. Interessiert sich keiner mehr für dich. Und mich davon zu befreien, von diesem Mindset, von diesem Denken und reinzugehen ins Vertrauen.

01:13:34: ,664 [Magdalena] Und was das war am Ende, ich hab mich getrennt von meinem Management. Ich hab mich von sechs meiner zwölf Werbepartner, überleg dir das, meine zwölf Werbepartner mit zwei kleinen Kindern. Ich war-

01:13:44: ,204 [Martina] Brutal.

01:13:45: ,616 [Magdalena] Ich war auch soIch war Burnout, ich bin in der Klinik gelandet. Ich konnt nichts mehr. Ich war am untersten Limit überhaupt gesundheitlich. Also Schilddrüse völligst übersteuert, alles. Also mein Hormonhaushalt war nur noch alles durcheinander. Hab mich dann von belastenden Dingen getrennt und dann ist das alles in Fluss geraten, weil ich selber mein Leben wieder in die Hand genommen hab. Und seitdem ist es gut. Und deswegen aus der Erfahrung, weil du das vorhin auch gesagt hast, wir haben natürlich auch schon ein bissl Lebenserfahrung.

01:14:16: ,856 [Magdalena] Ich, ich weiß mittlerweile, wie dieses Geschäft funktioniert. Ich wüsste auch, wie ich Akquise mach-

01:14:21: ,656 [Martina] Mhm.

01:14:22: ,656 [Magdalena] Wenn ich's bräucht.

01:14:23: ,016 [Martina] Mhm.

01:14:24: ,516 [Magdalena] Aber ich vertrau den Dingen und das funktioniert bis jetzt eigentlich ganz gut.

01:14:29: ,836 [Martina] War das dann auch so der Punkt, wo du grad gesagt hast, wenn, ähm, als das dann

01:14:35: ,176 [Martina] körperlich oder auch in dieses Burnout gegangen ist, dass du dann angefangen hast, das, was du davor beschrieben hast, dass du jetzt dich eigentlich hörst, dass du das eigentlich nur noch oder nicht nur noch, sondern hauptsächlich das machst, ähm, wie du dich fühlst, dass du das da eigentlich erst richtig dann realisiert hast und gelernt hast.

01:14:53: ,206 [Magdalena] Ich hab's vorher schon mal gespürt, aber ich konnt's nicht umsetzen, weil ich war ja so in 'nem Korsett, dass ich keine Möglichkeit hatte.

01:14:59: ,796 [Martina] Von außen bestimmt.

01:14:59: ,396 [Magdalena] Genau. Ich hab keine Möglichkeit gehabt irgendwie. Ich hab's dann irgendwann ausgeblendet. Ich hab immer, ich hab einmal 'ne Situation gehabt, da bin ich, musste ich nach Düsseldorf fliegen, relativ früh in der Früh und hab auf der A95 a Panikattacke im Auto gehabt, aber schon so heftig, dass ich gedacht hab, ich stirb jetzt. Also wirklich so Herzrasen gehabt und so keine Luft mehr gekriegt, dass ich dachte, ich hab jetzt 'n Herzinfarkt. Bin dann rangefahren, bin in dem Auto gehockt, so

01:15:25: ,336 [Magdalena] völlig nicht mehr schnaufen können, Herzattacke. Da hab ich mir echt gedacht, ruf jetzt den Sanka an. Und dann hab ich mich entschieden, meinen Mentaltrainer anzurufen.

01:15:34: ,856 [Martina] Mhm.

01:15:34: ,376 [Magdalena] Hab ihm drauf gesprochen, weil der geht immer nicht ans Telefon, hab ihm auf die Mailbox gesprochen, gesagt: "Ich dreh völlig, weiß nicht, was los ist. Ich krieg keine Luft mehr, mein Herz rast. Ich glaub, ich hab 'n Herzinfarkt, ich weiß es nicht." Und dann hat er mich gleich zurückgerufen. Dann haben wir kurz gearbeitet, kurz ein bissl geschnauft und dann hab ich den Termin, ich hab meinen Flug grad noch geschafft dann. Also ich bin da echt eine halbe Stunde, glaub ich, mindestens aufm Standstreifen gestanden und hab mich wieder sortieren müssen. Bin dann nach Düsseldorf geflogen, hab meinen Termin gemacht. Aber das waren einfach schon so diese Indikatoren, wo ich gesagt hab,

01:16:07: ,236 [Magdalena] da, da schreit dein Körper ja wirklich einfach nur noch danach: „Bitte, bitte hör mich jetzt und seh mich." Und, ähm, das war, glaub ich, relativ bald danach hab ich dann die Entscheidung getroffen, das alles,

01:16:18: ,816 [Magdalena] ja-

01:16:18: ,956 [Martina] Ja, das ist oft so wie so oft im Leben, dass zuerst einmal das krachen muss, gell.

01:16:22: ,396 [Magdalena] Mhm.

01:16:23: ,036 [Martina] Dass man dann tatsächlich die Augen geöffnet bekommt.

01:16:26: ,596 [Magdalena] Ja.

01:16:26: ,996 [Martina] Ähm, aber es ist immer so leicht daher gesagt, dass man dann sagt, ähm, ja, also das musst du-

01:16:32: ,616 [Magdalena] Da musst dich, du musst dann durchziehen und musst dich dann um dich kümmern, ne, und so. Es ist nicht so einfach.

01:16:37: ,855 [Martina] Nein, es ist alles nicht so einfach. Also, ähm, sehr, ja, aber höchsten Respekt, dass du dich da wieder selber rausgezogen hast.

01:16:45: ,776 [Magdalena] Ja, selber kann ich vielleicht nicht sagen. Es war dann natürlich auch meine Familie und eben auch mein Coach, der mich da unterstützt hat dann auch. Also weil alleine, jetzt bist du im Burnout, da bist du allein erst einmal relativ

01:16:58: ,296 [Magdalena] hilflos, weil du hast ja gar nicht die Energie-

01:17:01: ,936 [Martina] Ja.

01:17:01: ,786 [Magdalena] Was, dass du in die Puschen kommst und sagst: "Ich geh das jetzt an", alleine schon zu meditieren oder wie auch immer. Du hast ja gar keine Kraft mehr für irgendwas. Und also wenn's schon mal so weit ist, dann brauchst du jemanden, weil dann kommst du alleine ganz schwer raus.

01:17:15: ,156 [Martina] Hast du dir dann auch Hilfe gesucht?

01:17:17: ,156 [Magdalena] Ich hab eigentlich die fünfzehn Jahre mit meinem Mentaltrainer, mit dem Coach zusammengearbeitet, ja. Er hat sich immer nie eingemischt, aber er hat immer, wenn ich quasi gesagt hab: „Okay, ich muss jetzt das Thema angehen", hat er gesagt: „Ja, dann gehen wir's jetzt an." Er hat mich da immer unterstützt, ähm, aber wie ein guter Coach ja arbeitet. Er lässt dich, er fragt dich und er lässt dich reflektieren und lässt dich Entscheidungen treffen und da wir halt auch so ein paar Sachen anschauen müssen dann.

01:17:44: ,256 [Martina] Ja, aber das ist ja jetzt auch schon mal so ein Shoutout, dass, äh, der Podcast ist, baut ja auch so ein bissl drauf auf, dass man so ein bissl seine Lebenserfahrung oder seine Erfahrung als Sportler, weil ich sage immer, von Sportlern kann man eigentlich unfassbar viel lernen. Äh, ähm, und, ähm, zum Beispiel jetzt auch dieses Wort Coach.

01:18:00: ,716 [Magdalena] Ja.

01:18:00: ,476 [Martina] Ähm, das ist ja ein bissl ausgenudelt mittlerweile schon. Aber nichtsdestotrotz, ich mein, es gibt so viel, ähm, also ich möchte mal sagen, von zehn Leute haben bestimmt neun ihre Butter zum Tragen, ähm, sind sich da einfach zu stolz und vielleicht haben auch nicht die Möglichkeiten, Kapazitäten, was auch immer, sich Hilfe zu suchen. Ähm, in ein, in eine,

01:18:23: ,136 [Martina] bei uns in Windach gibt's eine psychosomatische Klinik und so weiter. Da muss man sich ja quasi, witzig im Umgangssprachlichen, schon einliefern lassen. Aber prinzipiell gibt's genau diese Coaches ja auch dafür, wo man auch sagt, heutzutage über Teams, über, also über-

01:18:38: ,836 [Magdalena] Wir haben ganz oft übers Telefon einfach gearbeitet.

01:18:39: ,016 [Martina] Telefon, genau. Also deswegen, dass man da auch tatsächlich mal mit so was auch starten kann, ja, und einfach merkt, okay, ich brauch wirklich was Stationäres, ist was anderes.

01:18:49: ,156 [Magdalena] Ja.

01:18:49: ,596 [Martina] Aber sehr, sehr cool.

01:18:50: ,396 [Magdalena] Ich glaub, das ist auch unterschiedliche Art des, ähm, Betreuens, ob ich jetzt bei einem Coach bin oder ob ich jetzt in die Klinik gehe.

01:18:58: ,435 [Martina] Na, na selbstverständlich.

01:18:59: ,336 [Magdalena] Genau. Und ich glaub, das kommt auch einfach drauf an, was mein Thema ist. Ja, natürlich. Und ich glaub, für die

01:19:05: ,256 [Magdalena] mittleren,

01:19:07: ,736 [Magdalena] äh, Lebenskrisen kann man super mit 'nem Coach arbeiten, arbeiten. Und ich mein, man muss es immer abwägen. Ja, wenn ich natürlich kurz vorm Suizid stehe und gar nichts mehr, also völligst in 'ner kompletten Depression bin, ja, dann muss ich unbedingt in die Klinik gehen. Aber ich glaube, man könnte frühzeitig immer ganz viel machen, um sein Leben so ein bissl zu sortieren, ja.

01:19:26: ,696 [Martina] Ich find das immer noch ganz schön bitter, dass, ähm, so,

01:19:31: ,636 [Martina] nennen, also n-nicht Psychologen, ist eigentlich ganz cool, im Englischen gibt's den, das, das Wort Shrink dafür, ja. Also da ist ja nicht immer der Psychologist, sondern da gibt's halt wirklich so 'n Nickname dafür.

01:19:42: ,396 [Magdalena] Ja.

01:19:43: ,610 [Martina] Ähm, aber wo ich dann auch wieder sag, ähm-Die sind dafür da, Gesprächstherapien und so weiter, dass man jemanden hat außerhalb von der Familie, von seinem Umfeld.

01:19:53: ,719 [Magdalena] Ja, eine neutrale Person.

01:19:54: ,320 [Martina] Genau. Und dass das immer leider noch so verschrien ist.

01:19:58: ,379 [Magdalena] Absolut, ja. Leider.

01:19:59: ,160 [Martina] Da hast du, brauchst jetzt, brauchst jetzt einen Doktor fürs Hirn. Ja, also es ist-

01:20:03: ,560 [Magdalena] Als ich früher oder mit neunzehn angefangen habe, mit einem Coach zu arbeiten, haben ganz viele gedacht, ich bin in Therapie.

01:20:08: ,420 [Martina] Ja.

01:20:09: ,140 [Magdalena] Wie, du brauchst jetzt da so jemanden? Hast du irgendwie, hast du ein Problem?

01:20:14: ,120 [Martina] Ja, ja, genau.

01:20:15: ,630 [Magdalena] Und gut, das ist jetzt schon, das ist jetzt zwanziger Jahre.

01:20:17: ,070 [Martina] Aber der Physio darf jeden Tag die Muskeln behandeln, wenn sie belastet sind.

01:20:21: ,999 [Magdalena] Ja, aber hier oben, gell. Und wir hatten schon im Team auch welche, die auch aufgeschlossen waren, die selber da gearbeitet haben, aber ganz viele, die das eigentlich eher gesagt haben. Mhm. Und das ist mir tatsächlich einmal verboten worden vom, ja, von Verbandsseite beziehungsweise vom, äh, Nationalmannschaftstrainer, ähm, der gesagt hat, er möchte nicht, dass ich mit einem Externen arbeite, weil ich habe das ja immer selber gemacht und extern und selber gezahlt auch und so. Und da hat er gesagt, das sind zu viele Baustellen und, äh, ich soll mich da auf das Wesentliche konzentrieren. Genau, ich habe natürlich trotzdem weiter gearbeitet, ist ja logisch.

01:20:54: ,440 [Martina] Ja, natürlich, klar.

01:20:55: ,420 [Magdalena] Also ich wusste ja, dass das funktioniert und dass das für mich essenziell wichtig ist. Sonst würde ich jetzt heute nicht hier sitzen. Das-

01:21:03: ,060 [Martina] Ne, also Shoutout für die Mentaltrainer und für die Coaches. Also auch, ähm, wenn man einfach merkt, man braucht, es, es ist irgendwas Belastendes und man muss es einfach mal loswerden. Und ganz oft ist es ja wie heulen teilweise.

01:21:18: ,680 [Magdalena] Total, ja.

01:21:18: ,320 [Martina] Bloß, dass man einfach es mal ausspuckt und, ähm, da passiert ja nichts. Ja, also-

01:21:24: ,369 [Magdalena] Nein, im Zweifel, im Zweifel das Schlimmste, was passiert. Ich meine natürlich, ich glaube, das ist das, was du gesagt hast, das Thema Coach, das finde ich so ein bisschen schade eigentlich momentan. Es darf sich ja jeder Coach nennen. Ähm, und es gibt auch von den selbst ernannten Coaches richtig gute. Es gibt aber halt auch ganz viele, die haben halt irgendwie dreimal ein Buch gelesen und schreiben da Coach an die Tür und da muss man halt natürlich so ein bisschen schauen. Aber ich glaube, das spricht sich ja irgendwie rum, ob jemand gut ist. Man kann ja auch mal jemanden fragen. Also ich glaube, da muss man so ein bisschen schauen, ähm, wo man hingeht. Und das ist eben so schade, dass gerade durch die, die es nicht so gut machen oder die da so Halbwissen haben, dass dieser Begriff Coach so ein bisschen einen negativen Touch gekriegt hat.

01:22:08: ,380 [Martina] Stimmt, ja.

01:22:08: ,540 [Magdalena] Weil heutzutage ist ja jeder Coach für irgendwas.

01:22:10: ,399 [Martina] Ja.

01:22:11: ,880 [Magdalena] Da gibt’s halt so eine Spanne. Da gibt’s die richtig, richtig guten und da gibt’s halt welche, die, wie gesagt, die haben halt dreimal ein Buch gelesen und sagen dann: „Ich weiß jetzt, wie die Welt funktioniert."

01:22:20: ,060 [Martina] Ja. Aber das kriegt man heutzutage auch mit diese ganzen Bewertungsgeschichten. Man kriegt das dann schon ganz gut raus, aber Daumen hoch dafür. Aber wenn wir, wir bleiben beim Thema Gesundheit und jetzt hast du mir ja vorher erzählt, dass, da hast mich ja total gefangen, gell, weil das ja voll mein Ding ist mit Ernährung und überhaupt.

01:22:37: ,760 [Magdalena] Ja.

01:22:37: ,740 [Martina] Erzähl mal, wie oder beziehungsweise achtest du stark auf dein,

01:22:43: ,960 [Martina] auf deine Appearance? Also sprich, ähm, weil wenn man jetzt zum Beispiel Fotos von dir früher anschaut, du warst ja zu deiner aktiven Laufzeit manniger, also für alle Nicht-Bayern unter euch, ein bisschen fester, stämmiger, als dass du es jetzt bist. Du bist ja wirklich, du schaust auch noch super trainiert aus. Ähm, wie schaut deine, also deine Routine, was Ernährung betrifft? Achtest du stark? Jetzt hast du es ja vorher schon ein bisschen erzählt. Ich weiß gar nicht, ob wir das schon aufgenommen haben, ähm, dass du da deinen Stoffwechseltest jetzt mal gemacht hast, dass du Kohlenhydrat Typ one rausgefunden hast, dass du es bist. Aber, ähm, achtest du jetzt da schon stark drauf? Du hast jetzt auch gesagt, vor, vor Weihnachten hast du mal wirklich einmal die Zügel ein bisschen enger. Ähm, wie kommt es, dass jemand wie du, der, die eine Topfigur hat, die Zügel enger zieht?

01:23:31: ,340 [Magdalena] Das hat für mich gar nichts mit der Figur zu tun. Das hat in erster Linie für mich mit Wohlbefinden zu tun.

01:23:36: ,200 [Martina] Okay.

01:23:37: ,720 [Magdalena] Und, äh, ich meine natürlich, also das ist auch wieder so ein Sportlerding, ja. Du merkst natürlich dann schon, wenn da irgendwie fünfhundert Gramm mehr sind, dann nervt es dich schon. Also das ist dann schon so, wo ich dann denke: „Ah ja, mei klar." Also man geht dann halt auch auf Alter zu. Bei mir steht jetzt dann auch die Vier davor, wo ich mir denke: „Ja, ich will aber nicht mit vierzig so ausschauen wie viele andere mit vierzig", die halt dann sagen: „Mei, ich bin halt jetzt vierzig."

01:24:00: ,600 [Martina] Nach drei Kindern.

01:24:01: ,740 [Magdalena] Ja, und, ähm, das, ich unterstelle da gar keinem irgendwo mangelnden Fleiß oder so, aber ich habe einfach den Ehrgeiz für mich, dass ich sage: „Okay, zumindest, ähm, egal ob ich jetzt fünf Kilo mehr oder weniger habe, das ist für mich jetzt nicht so relevant, aber ich will einfach auf mich schauen, dass es mir gut geht, ähm, das irgendwie so gut wie möglich zu optimieren, weil ich dann auch im Alltag mehr Energie habe und mehr Kraft." Und ich habe mich da immer schon interessiert, aber ich bin jetzt nicht so der Superdisziplinierte, der dann nur noch und so. Das kann ich phasenweise total gut. Dann gibt’s mal Phasen, da bin ich ein bisschen schludriger. Ist bei mir so ein bisschen wechselnd, aber vor Weihnachten habe ich es echt dann, habe ich den Stoffwechseltest mal machen wollen, weil mich das echt einfach mal interessiert hat, weil ich so gemerkt habe: „Komisch, jetzt habe ich so ein bisschen meine Ernährung umgestellt, aber eigentlich ändert sich nichts oder ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich mich besser fühle." Dann habe ich herausgefunden, dass bei mir entgegen aller Ernährungsratgeber, ja, ich totaler Kohlenhydrattyp bin. Das heißt, wenn ich genügend Kohlenhydrate habe und so ein bisschen meine Fette und Proteine, dann funktioniert das bei mir super und ich habe mich damit einfach super gefühlt. Ja, mal wieder Nudeln mittags, klar. Müssen jetzt nicht die Weizennudeln sein, aber die kauf ich eh schon seit Jahren nicht mehr. Ähm, da isst man halt was Vollwertiges. In der Früh meine Haferflocken, die ich eh schon immer gern gegessen habe. Also eigentlich habe ich es eh schon immer richtig gemacht, aber es hat mich noch bestätigt. Da habe ich dann, ich habe Zucker komplett weggelassen und das hat natürlich dann gleich ein bisschen reingehaut, weil da habe ich dann gleich einfach mal drei Kilo abgenommen. Einfach glaube ich vor allen Dingen, weil ich einfach keinen Zucker gegessen habe. Aber völlig unrelevant, diese drei Kilo, hat mich einfach gut gefühlt.

01:25:25: ,300 [Martina] Mhm.

01:25:26: ,420 [Magdalena] Das ist für mich der wesentliche Punkt.

01:25:28: ,400 [Martina] Und du hast dich gefallen wahrscheinlich. Ich finde, das darf man auch nicht so vergessen, dass man sich selber auch gefallen sollte.

01:25:34: ,340 [Magdalena] Ich habe halt gesehen, dass ich noch ein Sixpack habe. Ja.

01:25:37: ,220 [Magdalena] Das ist halt schon fürs Ego wieder ganz schön, wenn du nach drei Kindern-

01:25:41: ,940 [Martina] Nach drei Kindern.

01:25:41: ,708 [Magdalena] immer noch sagen kannst: „Ich habe aber immer noch ein Sixpack." Und ist schon cool. Ja, aber das ist für mich nicht, das ist für mich nicht das Relevanteste. Für mich war das Relevanteste und das ist eigentlich auch meiner Vergangenheit geschuldet. Ich habImmer mal wieder Phasen gehabt, wo es mir gesundheitlich nicht gut gegangen ist, wo es mir einfach nicht gut, nicht gut gegangen ist, irgendwelche Themen gehabt habe. Und das ist für mich steht das am obersten, an der obersten Stelle. Deswegen, ähm, versuche ich eigentlich, mich so bewusst zu ernähren und jetzt habe ich wieder ein bisschen zugelegt. Das ist für mich nicht so relevant. Ich habe aber gemerkt, gestern habe ich mich nicht so gut ernährt, weil ich jetzt halt viel im Auto gesessen bin. Dann, ähm, habe ich mir von daheim noch ein Stückl Kuchen mitgenommen gehabt. Der war zwar gesund, einigermaßen gesund, aber ich habe doch ein bisschen gesündigt und das merke ich dann einfach. Dann bin ich müde, dann fühle ich mich nicht so gut, dann, dann merke ich das an die Gelenke tatsächlich. Also bin schon auch so ein Entzündungstyp.

01:26:32: ,178 [Martina] Mhm.

01:26:33: ,718 [Magdalena] Ähm, ich habe tatsächlich auch im Ohr schon Rheuma gehabt, bin da auch schon operiert worden und habe ein Implantat im Ohr, weil mein, mein Steigbügelknochen nicht mehr funktioniert hat. Also diese-

01:26:41: ,488 [Martina] Wie hast du das gemerkt?

01:26:42: ,678 [Magdalena] Ich habe nichts mehr gehört links. Also es hat auch nicht mehr funktioniert. Genau. Da gibt's mittlerweile so eine, ähm, OP. Ist nicht ganz ohne, weil es halt im Kopf stattfindet. Aber ich habe schon auch die letzten Jahre immer mal so Entzündungsthemen gehabt, wo mir die Gelenke weh tun und so. Und das ist halt das Thema Zucker einfach. Und wo ich halt schon sage, das ist für mich

01:27:02: ,868 [Magdalena] das Oberste. Ja, wenn's dann, wenn dir deine Figur dann noch gefällt, das ist dann auch noch super. Aber ich bin jetzt nicht diejenige, die jetzt dann trainiert und vor dem Spiegel steht und sagt, ich, das ist für mich das Wichtigste. Ähm, wohlfühlen, wohlfühlen und gesund sein, das ist, steht für mich an allererster Stelle. Und deswegen liege ich mittags auf meiner Infrarotmatte, mache mein Magnetfeld und, ähm, arbeite eben auch eher energetisch. Ähm, das ist für mich tolles Gesamtkonzept, um so für mich selber in der Balance zu sein. Also gute Ernährung, guter Schlaf, was eben im Resilienztraining im Übrigen auch einfach, ähm, wichtig ist. Ja, was sind die Punkte, die ich tun kann, um ein resilienter Mensch zu sein? Gehört auch eine gute Ernährung, eine gesunde, vollwertige Ernährung dazu, ja.

01:27:45: ,488 [Martina] Ja, das sind diese vielen, diese Säulen. Ja, also das ist alles absolut mein absolute, meine Philosophie.

01:27:51: ,848 [Magdalena] Ja.

01:27:51: ,888 [Martina] Wie ging es dir denn eigentlich so nach deinen, das ist jetzt ein bisschen ein Frauenthema, aber es macht nichts, die Männer können da trotzdem zuhören.

01:27:56: ,048 [Magdalena] Männerthema.

01:27:57: ,488 [Martina] Wie ging es dir nach deinen Schwangerschaften? Hast du da, äh, stark, äh, erstens, ob das jetzt halt

01:28:03: ,568 [Martina] diese Gewichtszunahme, es geht dann ja irgendwie, irgendwann verabschiedet sich das wieder. Aber-

01:28:07: ,798 [Magdalena] Ja.

01:28:07: ,688 [Martina] hast du gemerkt, dass dir das sehr zu, zu schaffen gemacht hat? Weil ich habe das jetzt von meiner Seite, ich habe nur zwei Kinder, aber, ähm, mein Körper war definitiv nicht für, fürs Kinderkriegen eigentlich gemacht.

01:28:21: ,988 [Magdalena] Mhm.

01:28:21: ,877 [Martina] Ja, weil ich bin sehr gerade.

01:28:23: ,308 [Magdalena] Mhm.

01:28:24: ,848 [Martina] Habe jetzt kein großes Becken. Ja, also meine Geburten waren auch also katastrophal. Ähm, aber auch die Schwangerschaft, wenn, wenn da Frauen immer sagen: „Oh, die Schwangerschaft war die tollste Zeit meines Lebens." Wo ich mir immer denke, also kein einziger Tag dieser Schwangerschaft war ein toller Tag. Also na gut, deswegen so schlimm war es jetzt auch nicht, aber oh, drei Monate nur schlecht. Ähm, dann, ähm, ein Ramzen da vorne, wo du wirklich gedacht hast, okay, das hat alles seinen, seinen Grund, weil sonst würdest du dieses Kind auch nie da rausbewegen wollen, wenn es angenehm wäre. Also hat alles so seinen Grund.

01:28:58: ,608 [Magdalena] Also ich habe das, die Schwangerschaften auch nie als angenehm empfunden, genau wie du. Ähm, ja, ich habe mich halt eingeschränkt gefühlt auch. Aber das war jetzt für mich, weil ich wollte immer Mama sein und ich habe das immer in Kauf genommen. Aber mir war es die erste Schwangerschaft bis zum letzten Tag schlecht. Jeden Tag. Jeden Tag. Die ganzen, die ganze Zeit, aber richtig schlechter. Immer mit Speiben und mit immer abends. Ich habe immer so abendliche Übelkeit gehabt. Beim zweiten Kind wieder und beim dritten Kind wieder. Immer dieses Schlechtsein. Und das ist schon, schon krass. Ich habe immer gedacht, es wird irgendwann ist das nicht. Ich habe beim dritten Kind wirklich naiverweise gedacht, es ist nicht mehr so, aber es war wieder so. Nicht mehr ganz so schlimm, aber da war es dafür einfach beschwerlicher. Ich habe dann Blutdruck auf einmal Probleme gekriegt und es war einfach, ich habe dann Wasser gehabt und zugenommen relativ viel.

01:29:47: ,728 [Magdalena] Ja, bei den zwei Buben nicht mehr so viel. Bei der Frölin habe ich siebzehn Kilo zugenommen. Also schon echt viel.

01:29:52: ,528 [Magdalena] Da war ich einfach, ja, richtig Mama und, äh, alles gut. Ich habe das auch danach relativ schnell alles wieder weg gehabt. Also beim Seppi, bei unserem zweiten Kind, weil ich da so viel gearbeitet habe, weil danach war ich, habe da innerhalb von ein paar Wochen so viel abgenommen, da war ich viel, viel dünner als vorher und das war aber dann, es war. Das ist, glaube ich, das wirbelt dein Körper so brutal durcheinander. Und ich habe auch gesagt, jetzt nach der dritten Schwangerschaft, ich würde eine vierte Schwangerschaft körperlich irgendwie nicht mehr packen.

01:30:20: ,828 [Martina] Also mental wie körperlich.

01:30:21: ,208 [Magdalena] Das macht dann schon viel auch mit deinem Körper. Und natürlich schaust du nicht mehr so. Also es, es ändert,

01:30:28: ,268 [Magdalena] sind wir wieder beim Thema, das ist für mich überhaupt nicht so relevant. Natürlich ist meine Bauchdecke total schlaff. Ist ja logisch nach drei Kindern, ja.

01:30:34: ,668 [Martina] Für deine Verhältnisse.

01:30:35: ,348 [Magdalena] Für meine Verhältnisse, ja. Ich habe keinen, ich bin nicht, es ist, ich habe keine Streifen, was weiß ich. Und, ähm, natürlich, man hat halt so seine, seine Sachen, ja. Es ist nicht mehr wie vorher, aber das ist ja nicht schlimm, weil ich habe drei Kinder und sie sind gesund und es ist einfach für mich das Allerschönste. Aber körperlich, boah, ich habe gesagt, ich glaube, ich würde das nicht packen. Ich weiß nicht, ob ich das noch mal schaffe. Das Dritte war dann schon ganz schön beschwerlich zum Schluss, ja.

01:30:58: ,088 [Martina] Es sollten aber auch immer drei sein.

01:31:00: ,868 [Magdalena] Ich wollte eigentlich immer, ich wollte immer drei Kinder, ja.

01:31:01: ,668 [Martina] Okay.

01:31:02: ,807 [Magdalena] Es war dann mal so zwischenzeitlich haben wir dann gesagt: „Na, es reicht." Und dann kam Corona. Und dann habe ich gedacht, ja, eigentlich wollte ich-

01:31:09: ,548 [Martina] Also habt ihr Zeit gehabt, ja.

01:31:10: ,718 [Magdalena] Eigentlich wollte ich schon immer gerne ein drittes Kind.

01:31:12: ,848 [Martina] Okay.

01:31:12: ,728 [Magdalena] Einfach auch gut, dann auch passt in der Zeit, weil das ist ja bei einem Selbstständigen auch so, dass

01:31:18: ,288 [Magdalena] du ja dann auch ein bisschen schauen musst. Kann ich das überhaupt? Also ich war dann ja auch so im Geschäft bis kurz vor Corona, dass das gar nicht, hätte es, also wie hätte ich das noch machen sollen und so. Und dann, ähm, war Corona und dann habe ich gesagt, eigentlich hätte ich jetzt richtig Zeit für Schwangerschaft, ohne Termine abzusagen. Aber wenn es mir schlecht ist für Geburt, wo ich nicht gleich zehn Tage später wieder arbeiten muss. Also ich habe wirklich dann einfach Zeit gehabt für ihn und für die Schwangerschaft und die Zeit, wo er ganz klein war. Und das war schon auch noch mal schön zum Genießen.

01:31:48: ,408 [Martina] Ja, bestimmt. Aber für, für alle, die zuschauen oder zuhören, wenn du sagst, du bist dann gleich wieder zur Arbeit oder hast auch gleich ziemlich viel arbeiten wollen und müssen, ähm, bist dann zu, zu Vorträgen, Speaker.

01:32:03: ,888 [Magdalena] Ist unterschiedlich.

01:32:03: ,788 [Martina] Ganz unterschiedlich.

01:32:04: ,487 [Magdalena] Ja, genau. Je nachdem.

01:32:06: ,208 [Martina] Viel unterwegs sein.

01:32:07: ,468 [Magdalena] Viel unterwegs, genau. Also ob das, kommt immer auf deinen Partner an, ja. Wenn du, ähm-Ich sag jetzt mal, ich hab LaVita als Partner, ja, mit denen hab ich eher mal einen, einen Dreh oder du bist vielleicht da mal in der Firma oder hast eher mal irgendein Event im Zusammenhang, äh, mit einer anderen Firma. Hast du mit BMW hab ich vielleicht wieder ein ganz anderes Event oder mal einen Vortrag oder mal ein Seminar oder da mach ich zum Beispiel also Führungskräfteseminar, wo ich mit denen ein bissl Biathlon mach und eben also Mindset-Geschichten weitergebe. Also es ist super unterschiedlich.

01:32:36: ,308 [Martina] Cool. Ich wollt mit dir auch noch über die Stiftung reden, aber bevor ich zur Stiftung komm, wollte ich, weil wir noch grad beim Thema Ernährung waren, gehört natürlich auch immer noch die Gegenseite, der, der Sport dazu. Ähm, wenn du jetzt sagst,

01:32:48: ,248 [Martina] du, du hältst dich auch noch fit, du bewegst dich regelmäßig, ist dann bei dir immer noch so bissl dieses Nordische und dieses Klassische, was du früher als Training gemacht hast, dieses Joggen, Laufen? Oder machst du auch, ähm, machst du andere Sachen? Oder gibt's tatsächlich irgendwas, wo du sagst, das steht noch voll auf meiner Bucket List? Bei mir steht's zum Beispiel Kitesurfen.

01:33:08: ,628 [Magdalena] Oh ja.

01:33:08: ,908 [Martina] Ich will one day will ich mal Kitesurfen ausprobieren.

01:33:11: ,018 [Magdalena] Ja.

01:33:12: ,288 [Martina] Ja, weil ich überhaupt keinen-- Ja, ich, äh, Franziska von Einzig, die auch bald mal hier sitzen wird, ähm, die hat mir ja, ähm, Schwimmunterricht gegeben vor im Oktober. Ja, das, äh, das sagst du, ja.

01:33:25: ,708 [Magdalena] Was nicht cool.

01:33:26: ,978 [Martina] Die hat dann zu mir gesagt, also ich hab eigentlich immer gedacht, ich, also ich komm vorwärts. Ja, ich kann, kann schwimmen.

01:33:31: ,708 [Magdalena] Also ich kann so schwimmen.

01:33:32: ,147 [Martina] Ich kann schwimmen, ohne dass ich untergehe und ohne dass ständig Wasser in die Nase läuft.

01:33:37: ,368 [Magdalena] Ja.

01:33:37: ,348 [Martina] Aber sie hat gesagt: „Boah, du, du schwimmst für eine Anfängerin." Also Franzi ist sowieso immer so, ja. Aber, ähm, wo ich dann sag: „Okay, gut, Kitesurfen", aber ich kann mich über Wasser halten. Also das ist was, was mich, äh, noch drücken wird. Gibt's was, was du da noch gern machen möchtest?

01:33:50: ,187 [Magdalena] Ja, also so das, dieses Surfen oder mal Windsurfen oder so. Ich wohne ja direkt am Walchensee mehr oder weniger. Eigentlich wär das schon mal ganz cool. Ich mein, ich hab das vor der Haustür, gell. Ich hab da irgendwie nie so einen Zugang gehabt. Ich tu immer so schön Stand-up-Paddeln im Sommer, weil haben wir zwei Kinder, mittlerweile auch eins, weil sonst hab ich nämlich immer nie. Weißt, immer wenn wir am See sind, dann paddeln die Kinder mit dem Ding da vorne und sind vier Stunden weg, also zur großen halt mit Schwimmweste und sind dann da halt am, am Ufer stundenlang unterwegs. Jetzt haben wir zwei mittlerweile. Also das mach ich ganz gern. Also Wasser lieb ich eigentlich auch, aber ich bin auch keine Schwimmerin. Also ich bin so, ich lieb kaltes Wasser, also der Walchensee, wenn der im Juni noch richtig frisch ist, sechzehn Grad oder so, das find ich total schön. Ähm.

01:34:29: ,008 [Martina] Aber der Triathlon würde bei dir auch am schwimmenden scheitern.

01:34:32: ,168 [Magdalena] Der Triathlon, das, definitiv. Und eigentlich auch am Laufen. Also ich war tatsächlich, also auf der Tartanbahn, wenn wir irgendwelche Tests hatten, dreitausend Meter, fünftausend Meter, war ich extrem gut. Aber es lag nur daran, weil ich so brutal beißen kann. Ich hab eine ganz schlechte Technik und ich lauf eigentlich auch nicht super gern joggen, weil joggen hat für mich überhaupt nix mit, mit Langlaufen zu tun. Das hat zwar beides Laufen im Wort, aber das sind völlig unterschiedliche Sachen für mich. Ähm, tatsächlich tu ich in meiner Freizeit am liebsten Radl fahren. Also ich bin echt einfach ein Ausdauersportler. Also ich bin auch keine, ich hab zwar selber im Haus einen kleinen Fitnessraum, den nutz ich fast nie. Mein Mann sitzt unten immer auf'm, auf'm Spinningbike, ja. Das, für das wird's am meisten genutzt und die Kinder haben da mittlerweile ihr Bällebad und ihre Airtrack-Matte und die Kinder halten sich am meisten da auf. Meine Hanteln sind meistens unbenutzt oder der Kleine steht da mit der, mit der Hantel. Also ich bin ein Ausdauernatursportler. Für mich ist Sport raus, ähm, fahren, irgendwo hinfahren, äh, das, das ist für mich eigentlich mein Sport, aber das kommt ja aus meinem Sport. Das ist ja auch mein Trainingsalltag.

01:35:36: ,488 [Martina] Hat dein Cube, dein neues Radl, einen Motor oder nicht?

01:35:38: ,768 [Magdalena] Ja, ganz bewusst. Und das find ich ganz witzig, weil es gibt ganz viele, die sagen: „Äh, und E-Bike und E-Bike." Vom Trainingseffekt her ist es so viel sinnvoller. Weil was ich, ohne in die Berg. Für mich bedeutet das, wenn ich mit einem normalen Mountainbike fahr, ich bin immer sofort am Anschlag.

01:35:55: ,068 [Martina] Mhm.

01:35:56: ,308 [Magdalena] Ich fahr irgendwo hin. Entweder ich fahr grad, was langweilig ist, weil kann jetzt dann immer durch die Berge durchfahren oder ich fahr halt einfach irgendwo rauf, aber dann bin ich immer in einem Bereich, den ich ja vom Pulsbereich eigentlich gar nicht trainieren mag.

01:36:10: ,888 [Martina] Ja.

01:36:10: ,608 [Magdalena] Und mit dem E-Bike ist es eigentlich perfekt. Und jetzt hab ich ja wirklich ein ganz neues. Mein, mein anderes war jetzt neun Jahr alt. Das war eine ganz andere Technik und ich freue mich richtig drauf, weil du kannst super sportlich, kannst super abgestimmt trainieren. Du kannst halt wirklich sagen, ähm, ich fahr jetzt dann rauf, aber ich kann das so steuern, dass es für mich Sinn macht.

01:36:27: ,108 [Martina] Mhm.

01:36:28: ,308 [Magdalena] Ganz viele Hobbysportler haben da einfach, find ich, einen falschen Ehrgeiz. Also tut mir leid, wenn ich sag, mein Mann, der hat, der wehrt sich ja vehement gegen's-

01:36:37: ,908 [Martina] Wirklich?

01:36:37: ,698 [Magdalena] E-Bike, weil er dann so der Meinung ist, ist ja E-Bike und da musst du dann nix mehr tun und das ist ja dann mit Motor und das ist ja, das ist ja nur für Anfänger und für Schwächlinge, weißt du, so ungefähr. Aber ich glaub, wenn man das bissl versteht, wie Körper funktioniert und der Trainer, äh, wie Training funktioniert, dann ist das E-Bike einfach so eine tolle Möglichkeit. Und ich hab immer noch mein, mein Radl ohne Motor und so. Das benutz ich ab und zu, wenn ich Aggressionen abbauen muss. Aber, ähm, ich sag jetzt mal, für Genuss und für, ich fahr jetzt wohin und ich hab auch nicht so viel Zeit. Ja, du kannst ja trotzdem mal eine Tour fahren, wo ich sag, eigentlich könnte ich die jetzt normal nicht machen, aber das mit dem E-Bike kann ich jetzt trotzdem fahren am Abend dann mal auf die Alm.

01:37:17: ,628 [Martina] Ja, ja, ja, eben.

01:37:18: ,188 [Magdalena] Und das ist schon toll.

01:37:19: ,168 [Martina] Und dass du halt wirklich nicht so auf hundertachtzig Puls daherkommst, gell? Ja, also ich bin brutal bei dir. Ich liebe, ich hab natürlich jetzt kein Cube, aber das könnte ich mir ja ändern.

01:37:28: ,408 [Magdalena] Wieder ein schönes Fully geholt, also wirklich All-Terrain sozusagen, ja.

01:37:32: ,128 [Martina] Sehr cool. Cool, also du bist auf jeden Fall noch, ähm, stark dabei und jetzt gehen wir, ähm, zur Richtung die Überleitung,

01:37:40: ,768 [Martina] ob du eine strenge Mutter wärst?

01:37:43: ,048 [Magdalena] Also

01:37:45: ,588 [Magdalena] da scheiden sich wahrscheinlich die Geister. Ich find mich selber manchmal, also danach denk ich manchmal auch, das war streng.

01:37:52: ,707 [Magdalena] Mein Mann sagt immer, ich bin zu wenig streng.

01:37:54: ,267 [Martina] Mhm.

01:37:55: ,988 [Magdalena] Also weiß ich nicht, ob man das so objektiv beurteilen kann. Wie würdest du das von dir? Ich, du bist streng, gell? Der hält dich jetzt so eingeschätzt. Diszipliniert, gell? So streng. Ich versuch oft, einen Kompromiss zu finden.

01:38:08: ,428 [Martina] Ja, ich jetzt mittlerweile aber auch.

01:38:10: ,608 [Magdalena] Ja.

01:38:10: ,147 [Martina] Also das, ja, ja.

01:38:12: ,680 [Magdalena] Weil mein Kleiner, der Ludwig, das ist schon ein herausforderndes Kind und das meine ich jetzt in keinster Weise negativ, sondern das ist einfach der Mensch, derGanz stark weiß, was er will. Vor allen Dingen, was er nicht will. Und der, da, da geht da kein Schritt links und rechts. Also wenn du, wenn der das nicht will oder wenn der der Meinung ist, er macht das so, dann ist das so. Aber es ist halt bei einem Vierjährigen oder Gott, jetzt geht's beim, beim Vierjährigen schon besser, aber als er noch zwei oder drei war,

01:38:38: ,650 [Magdalena] also da hab ich schon manchmal gedacht, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Wutanfälle, ganz krass.

01:38:42: ,340 [Martina] Ja, krass.

01:38:43: ,680 [Magdalena] Also wirklich so halt, er ist ein ganz klarer Mensch. Ich find, das ist eine unheimlich tolle Eigenschaft, wenn jemand so klar ist in seinem Leben und sagt: „Nein, ich mach das nicht. Ich geh halt nicht in den Kindergarten." Da kannst du dich noch so auf den Kopf stellen, wie du magst, Mama, ich geh halt nicht in den Kindergarten. Also da hab ich schon viele durchgeschwitzte T-Shirts in der Work gehabt, wo ich mich umziehen hab müssen, ja, als ich wieder daheim war und im Auto gehockt bin, so

01:39:07: ,510 [Magdalena] völlig fertig.

01:39:08: ,900 [Martina] Und dann ist er wirklich nicht in den Kindergarten.

01:39:09: ,040 [Magdalena] Mit ganz, ganz viel Kompromiss und Zureden und was weiß ich. Und da hat sogar die Erzieherin dann einmal, na, ich hab dann letztes Jahr mal um ein Gespräch gebeten, weil ich so bissl, äh, nicht mehr gewusst hab, was ich machen soll. Und da hat sie dann zu mir gesagt: „Du bist zu nachgiebig mit ihm." Und das fand ich ganz spannend, weil ich hätt das von mir gar nicht gedacht, aber ich hab immer so das Gefühl gehabt, ich will ihn ja auch nicht brechen. Ich will ja auch, ich will ja auch, dass er so ist und dass er so meinungsstark ist und dass er sein Ding durchzieht. Und sie hat aber gesagt, der braucht eine ganz klare Linie. Und wenn der merkt, dass du innerlich

01:39:43: ,120 [Magdalena] da beeinflussbar bist und verschiebbar bist, das checkt er sofort.

01:39:47: ,120 [Martina] Total.

01:39:48: ,540 [Magdalena] Und dann hab ich dann über Weihnachten wirklich auch mal ohne bös zu sein und ohne streng, also ohne irgendwie, aber ich hab versucht, wirklich einfach mal auch klar ihm gegenüber zu sein. Und hat sich ganz viel positiv geändert, auch für ihn, ähm, weil einfach der braucht diese klare Linie auch von mir. Und das war für mich ein ganz großes Learning. Und deswegen sage ich auch, wir können von den Kindern auch unheimlich viel lernen über uns selbst. Und mein Mentaltrainer hat damals, als ich mit ihm schwanger war, zu mir gesagt: „Sie werden sehen, dieses Kind bringt was mit für Sie. Das, da dürfen Sie ganz viel lernen."

01:40:19: ,080 [Magdalena] Da hab ich mir nur gedacht, da bin ich mal gespannt, was er meint.

01:40:22: ,440 [Martina] Okay, jetzt weißt du's.

01:40:23: ,220 [Magdalena] Grad diese Klarheit noch mal, noch mehr. Ganz klar zu sein und nicht schon wieder zu sagen: „Ja gut, dann machen wir's halt so." Weil ich hab dann oft versucht, dem Konflikt aus dem Weg zu gehen und da hab ich gesagt: „Na gut, dann machen wir halt einen Kompromiss." Und eigentlich hat er immer gewonnen damit.

01:40:36: ,200 [Martina] Klar.

01:40:37: ,660 [Magdalena] Und da bin ich jetzt klarer. Es ist zwar echt manchmal anstrengend, aber da kann man jetzt wieder sagen, ist das strenger oder ist es einfach klarer?

01:40:44: ,900 [Martina] Ich glaub, es ist klarer.

01:40:45: ,760 [Magdalena] Und deswegen find ich das so schwierig mit dem Begriff, bin ich eine strenge Mama oder nicht. Ich glaub, das kommt aufs Kind an. Äh, ja, mit meiner Großen hab ich natürlich Kämpfe momentan, auch Handy und wie auch immer, aber ich bin schon auch die Mama, mit der man Pferde stehlen kann, im wahrsten Sinne, wenn wir uns grad unterhalten haben über das Thema Pferde, ähm, von der man auch echt viel haben kann, aber es gibt auch schon immer Grenzen und Bedingungen und ich bin auch ähnlich wie du. Ich merk manchmal bei mir selber diesen Ehrgeiz, diese Disziplin, was ich manchmal auch so ein bissl von meinen Kindern erwarte,

01:41:17: ,160 [Magdalena] was vielleicht auch nicht immer angemessen ist. Und da muss man halt so ein bissl seinen Weg finden.

01:41:22: ,110 [Martina] Ja. Also ich hab jetzt da zwei Teenager daheim und ich kann mich einfach noch an die Zeit so gut erinnern, weißt du, wo ich selber Teenager war und was ich für ein Miststück teilweise meiner Mama gegenüber war und ähm-

01:41:35: ,020 [Magdalena] Das waren wir alle wahrscheinlich, ja.

01:41:36: ,349 [Martina] Was, dadurch, dass meine Mama, muss man ihr natürlich auch ein bissl zugutehalten, meine Mama hat brutal viel gearbeitet, ähm, in unserer Schreinerei daheim. Also sie war wirklich von früh bis spät im, im Büro, hatte nicht viel Zeit für uns jetzt und also für meinen Bruder und für mich. Und wo ich dann jetzt einfach sag, ähm, das, was ich so ein bissl aus der Erziehung meiner Mutter oder meiner Eltern mitgenommen hab, das bissl wenig Zeit haben und das versuche ich jetzt besser zu machen. Also das sind meine eigenen Learnings zum Haben von, von meiner Erfahrung raus. Aber diese Klarheit, ähm, streng, streng. Also das, das beantworte ich mit absoluter Klarheit, wo ich dann einfach sag, das geht und das geht nicht.

01:42:14: ,820 [Magdalena] Ja, genau.

01:42:14: ,860 [Martina] Und, ähm, genauso bin ich dann aber auch wieder, wenn wir da jetzt, ich hab schon, ich hab schon auch eine Vorstellung, was jetzt zum Beispiel die Ernährung betrifft, ähm, weil die zwei Mädels, äh, die sind voll entwickelt, die sind auch beide um die Größe, fast damit der Größe wie ich, ähm, essen beide wahnsinnig gern, äh, wo ich dann einfach sage: „Aber ihr müsst es verstehen. Wenn das Auto tankt, müsst das Auto fahren."

01:42:36: ,440 [Magdalena] Verstehen einfach. Es geht ums Verstehen.

01:42:38: ,200 [Martina] Es geht ums Verstehen, um die Logik und ich möcht mir das nie vorwerfen, dass ich sp, dass ich später oder beziehungsweise vorwerfen lassen, dass ich sie da nie drauf vorbereitet hab, wo ich dann sage, ihr müsst schon Sport machen und Sport ist auch gut, äh, wie du auch schon vorher gesagt hast, das lehrt dir so viel.

01:42:55: ,900 [Magdalena] Absolut.

01:42:55: ,940 [Martina] Ähm, und, ähm, das, das, das legen manche dann natürlich heutzutage als, ähm, Strenge aus, weil das haben wir ja in unserer Stiftung und vor allem in deiner Stiftung, bist du ja Schirmherrin, das ist eine sensationelle Überleitung jetzt gewesen. Ähm, die Peak Performer Stiftung, da geht's ja um, um Kinder, um Kids Camps, wo man den Kindern wieder die Freude am Leisten beibringen möchte. Ähm, und, ähm,

01:43:23: ,260 [Martina] wie siehst du da deine Rolle als Schirmherrin da drin, wo du sagst, da kann ich tatsächlich was bewegen?

01:43:30: ,360 [Magdalena] Ja, also ich glaub, diese Rolle hat sich auch, die ändert sich auch stetig. Also bis jetzt war's eigentlich immer so, dass ich, ähm, versucht hab, auch viel auf den Kids Camps zu sein, ähm, wirklich so mit den Kindern zu arbeiten, ähm, bissl was aus meiner eigenen Erfahrung zu erzählen, ohne gehobener Zeigefinger, ja. Das, das kommt bei den Kindern meistens auch nicht so wirklich gut an. Also im Gegenteil, eher so auf, ja, nahbar, lustig, auch humorvoll ausprobieren.

01:43:56: ,240 [Martina] Cool.

01:43:57: ,890 [Magdalena] Cool, ja. Trotzdem, das ist gar nicht immer so einfach, ganz so cool zu sein. Aber, ähm, das war bis jetzt so und ich merk aber, dass jetzt grad sich so ein bissl verändert, weil auch unser Konzept sich, glaub ich, bissl verändert. Und ich bin jetzt immer mehr eigentlich auf so Side Events, wie man so schöns, äh, sagt, ähm, um eigentlich der breiten Gesellschaft unsere Philosophie bissl näherzubringen, um Leute zu gewinnen, die unsere Philosophie zu unterstützen oder unterstützen. Das hat sich jetzt insofern da ein bissl gewandelt eigentlich die letzte Zeit, hab ich festgestellt. Und ich glaube-Das, ähm, für mich als Schirmherrin, also diese Botschaft weiter nach außen zu tragen. Ich glaube, das ist vielleicht jetzt nicht nur meine Aufgabe, bei den Kids Camps zu sein. Das bin ich auch dieses Jahr jetzt nur einmal. Ich glaube eher, dass man sagt, man macht die Idee ein bisschen größer und holt noch mehr Leute ins Boot, um sie dafür zu begeistern. Und wir waren jetzt zum Beispiel im Weltwirtschaftskongress, ähm, äh, Mittelstands, Welt, äh, Weltmarktführerkongress, so Mittelstand-

01:44:55: ,940 [Martina] Mhm, mhm.

01:44:55: ,350 [Magdalena] wo ich eben wirklich großen Unternehmen unsere Philosophie dargestellt habe, die sich total ide-identifizieren können mit unserem Denken, weil das natürlich genau die Themen sind, die alle Unternehmer auch betrifft. Ähm, und solche Menschen für uns zu begeistern, ist auch wertvoll, weil die haben sich jetzt schon viele angemeldet, die möchten bei sich ein Kids Camp machen, die möchten uns unterstützen, finanziell oder auch mit Leuten oder wie auch immer. Und ich glaube, das ist übergeordnet wahrscheinlich in Zukunft eher meine Aufgabe, dass wir schauen, da Leute zu gewinnen, die uns da unterstützen. Weil Fakt ist auch, dass wir Geld brauchen-

01:45:33: ,850 [Martina] Mhm.

01:45:33: ,450 [Magdalena] Spendengelder, weil jedes Kids Camp kostet einfach zwischen zwanzig und fünfundzwanzigtausend Euro. Ähm, dafür dürfen die Kinder bis zu hundert Kinder zwei Tage bei unseren Kids Camps, ja, kriegen Ausrüstung, haben wir jetzt, äh, Adidas als Partner gewonnen, die die Kinder ausrüsten, einkleiden. Da kann man jetzt sagen, ja, brauchen die alle ja Quandt. Es ist insofern wichtig, weil die sehen dann alle gleich aus. Es macht keinen Unterschied, woher jemand kommt, ob der aus einer wohlhabenden Familie kommt, ob der, äh, eben aus einer nicht wohlhabenden Familie kommt. Wir haben ukrainische Kinder dabei gehabt, die geflüchtet sind. Und wenn alle gleich aussehen, das macht schon mal-

01:46:10: ,950 [Martina] Absolut.

01:46:10: ,870 [Magdalena] Das macht schon mal viel. Und ja, das kostet aber alles. Die Kinder kriegen Verpflegung, die kriegen ein Mittagessen, die, die Coaches sind da, die das aber alles ehrenamtlich machen. Aber die Location kostet, ja. Wir brauchen ja auch die Möglichkeiten. Ähm, wir haben natürlich auch ein paar angestellte, ähm, Leute, die bezahlt werden müssen und, ähm, das geht halt auch nicht von allein und da brauchen wir einfach Leute, die das unterstützen.

01:46:31: ,590 [Martina] Geh ruhig in das Thema ein bisschen rein, weil, ähm, viele, äh, von Zuhörern oder Zuschauern, ähm, wissen ja nicht unbed, unbedingt, was die Peakperformer-

01:46:39: ,639 [Magdalena] Ja.

01:46:39: ,510 [Martina] wie die Camps ausschauen. Wie, wie schaut so ein klassisches Camp aus?

01:46:42: ,550 [Magdalena] Also wir treffen uns morgens, ähm, die Eltern bringen die Kinder und, ähm, wir haben jetzt da unser Konzept so ein bissl geändert. Vorher war es immer so, die Eltern sind alle wieder gefahren, die Kinder sind dageblieben, wir haben sie begrüßt. Dann gibt's ein Aufwärmprogramm alle gemeinsam, äh, wo man einfach schon so ein bissl kennenlernt. Ähm.

01:46:58: ,530 [Martina] Mhm.

01:46:59: ,090 [Magdalena] Haben der Michi und die Diana, die das echt toll machen mit den Kindern und, äh, gleich eine gute Stimmung, für gute Stimmung sorgen. Dann werden die, ähm, Kinder in Gruppen aufgeteilt und wandern dann quasi über den ganzen Tag an verschiedene Stationen, wo sie so ungefähr jeweils eine Stunde da sind. Also super unterschiedlich von Biathlon natürlich, ähm, Handball, Basketball, ähm, Ernährungsstation, Mindset-Station. Wir haben auch Yoga, Traumreise schon dabei gehabt. Wir haben auch schon Kunst mit dabei gehabt, ja, wo die Kinder, also da uns die Pinakothek in München unterstützt, ähm, mit den Kindern Kunst zu machen. Äh, wir haben Handwerkercamps, wo die Kinder Bagger fahren dürfen, Kran fahren dürfen, wo sie gewisse Projekte umsetzen sollen. Da haben sie natürlich dann länger als eine Stunde Zeit. Da ist dann vielleicht ein Vormittagsprogramm und ein Nachmittagsprogramm und die anderen dann-

01:47:45: ,190 [Martina] Da durfte ich auch mal dabei sein.

01:47:46: ,130 [Magdalena] Das ist auch sehr cool in Regensburg beim Alex. Also da gibt's ganz unterschiedliche Konzepte. Mittlerweile versuchen wir, die Eltern auch ein bisschen mehr einzubinden. Vorher waren die Eltern die zwei Tage gar nicht da. Mittlerweile gibt's, äh, das Angebot von, äh, Vorträgen mit Matthias Steiner zum Beispiel, der einen Ernährungsvortrag macht, wo die Eltern dann mit drin sitzen, weil das ist, haben wir festgestellt, einfach super wichtig, weil die Kinder, die nehmen am Ende mit, ja, Nutella ist ungesund oder da ist viel Zucker drin. Aber wenn die Eltern drin sitzen, kriegen sie vielleicht einfach noch mal ein anderes Verständnis, was man zu Hause eben auch umsetzen kann. Das ist so die Erkenntnis gewesen und wir machen mittlerweile auch, ähm, Führungen für die Eltern, bieten das an, dass die Eltern mal sehen, was tun wir, sodass die quasi dann mal übers Gelände mitlaufen und halt wirklich zuschauen, was die Kinder machen, dass die einfach sehen, was haben wir gemacht. Weil am Ende, was erzählen die Kinder daheim und wie viel wird dann danach weitergemacht? Das war ja auch der Grund, warum wir dieses Buch geschrieben haben, weil wir gesagt haben, was passiert nach diesen zwei Tagen Kids Camp? Die Eltern wissen ja nicht, was wir tun und die Kinder nehmen vielleicht im optimalsten Fall irgendwas für sich mit, aber was kommt danach? Und deswegen haben wir gesagt, wir machen ein Buch und schreiben darin nieder: Was ist eigentlich unser Gedanke bei dem Ganzen? Was ist unsere Philosophie? Was sind unsere Werte und was möchten wir den Kindern mitgeben? Damit, sage ich mal, die Eltern sich auch ein Buch mitnehmen können oder wie auch immer. Also wir haben es an Schulen, wir haben es an Lehrer verteilt, wir haben es an Ministerium geschickt natürlich, wir haben es an ganz viele Menschen, ähm, verschickt und verkauft mittlerweile Gott sei Dank, ähm, um dieses Mindset, diese Werte weiterzugeben. Wir haben so sieben Grundsäulen entwickelt, ähm, die wir für wichtig, ähm, halten. Ich weiß jetzt nicht, ob ich es eins zu eins zusammenbringe, aber es geht darum, ähm, aus Rückschlägen zu lernen, immer wieder aufzustehen, aus Fehlern zu lernen, ähm, dran zu bleiben, also nicht gleich aufzugeben, also auch durchzubeißen. Ohne Fleiß kein Preis. Es geht darum, ähm, bedingungslos füreinander sich einzusetzen, füreinander da zu sein.

01:49:43: ,610 [Martina] Es sind ja letztendlich auch die ganzen, die ganzen Grundsätze, die ja mittlerweile in der Gesellschaft-

01:49:48: ,950 [Magdalena] Ja.

01:49:48: ,470 [Martina] ja nicht nur bei die Kinder-

01:49:50: ,870 [Magdalena] Ja.

01:49:50: ,610 [Martina] äh, eigentlich wieder viel größer geschrieben werden sollten. Ja, einfach auch dieses, ähm, diese, f-- Der, der Grundsatz ist ja das Freude am Leisten.

01:49:59: ,250 [Magdalena] Genau.

01:50:00: ,030 [Martina] Nicht dieses, äh, oh, Work-Life-Balance und, oh, nur noch Homeoffice und ähm, ja.

01:50:06: ,054 [Magdalena] Darum geht's. Also das ist eigentlich so gemeint, das steht über all dem Wert. So, ja, das ist alles. Aber es steht im Grunde über all dem und das ist auch das, was ich versuche, in meinem Vortrag immer zu vermitteln, wie schön es ist, aus eigener Kraft im Leben was zu schaffen und zu erreichen. Und viele denken jetzt vielleicht: „Ach ja, da pickt man sich jetzt nur so die Besten raus oder möchte da irgendwelche neuen Olympiasieger oder Top-Unternehmer." Darum geht's gar nicht. Also wir wollen eigentlich vermitteln-Dass jeder Mensch, in jedem Menschen schlummert irgendein Talent. Ich bin davon überzeugt, dass jeder irgendwas gut kann. Ganz egal was. Ähm, sei es malen, singen, tanzen, Mathe, sprechen, schreiben. Jeder kann doch irgendwas gut. Herauszufinden, was ist das und das zu fördern. Das ist eigentlich so die, die Idee und deswegen ist so die Idee entstanden. Man macht, ähm, meinetwegen, ja, sportliche Stationen und es gibt dann auch mal ein Kind, das sagt: „Boah, hätte ich jetzt nie, mir nie vorgestellt oder vorstellen können, dass Handball so cool ist." Und, ähm, wenn-

01:51:10: ,214 [Martina] Oder dass ich ein Hand dafür hätte.

01:51:11: ,754 [Magdalena] Ja, wenn der Trainer dann sagt: „Hey, du, du kannst ja richtig gut werfen. Du hast ja einen richtig guten, guten Wurf", oder wie auch immer, gab's immer schon wieder Kinder, die gesagt haben: „Ich melde mich jetzt im Handballverein oder ich gehe zum Fußball oder zum Basketball oder, boah, Biathlon. Das hat mir super gut gefallen. Wo kann, wo kann man das machen?" Also wir waren in Ruhpolding zum Beispiel, da ist natürlich die Möglichkeit da, sich anzumelden fürs Training. Ähm, gut, Ernährung kann jeder für sich umsetzen und auch das Thema Mindset immer, immer wichtiger. Ähm, Traumreisen, Entspannung, Yoga finde ich auch unglaublich wichtig. Ähm, wo finde ich diese Balance eben? Bei all dem Top Performance, ja, die, die ich so abliefere. Wo habe ich meine Balance und meine Ruhe zu lernen und zu sehen, was gibt's denn da für Möglichkeiten?

01:51:52: ,334 [Martina] Ja.

01:51:53: ,034 [Magdalena] Und das versuchen wir den Kindern zu vermitteln und vielleicht auch ein bisschen Selbstbewusstsein zu geben, weil wir haben beim Biathlon ganz oft Kinder, die gesagt haben: „Das habe ich noch nie gemacht. Das kann ich bestimmt nicht." So mit der Einstellung schon hingehen. Dann probieren die's beim ersten Mal, klappt vielleicht nicht so. Dann sagen wir: „Hey, du, ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Probier's noch mal." Dann klappt's beim zweiten Mal besser. Du siehst richtig diese, boah, jetzt mag ich's aber noch mal probieren. Jetzt habe ich aber noch mal Bock drauf. Und die Kinder, die gehen so oft mit einem Strahlen weg und sagen: „Boah, das war so cool und ich hätte nie gedacht, dass ich das kann." Und eben auch zu zeigen, man muss manchmal einfach mal was ausprobieren und einfach weitermachen. Nicht gleich sagen: „Das kann ich nicht, hat jetzt nicht funktioniert", sondern wirklich dranbleiben.

01:52:33: ,554 [Martina] Ja.

01:52:33: ,274 [Magdalena] Und sehen, dass ich vielleicht doch was richtig gut kann. Und die Kinder sind ganz oft richtig selbstbewusst danach und sagen: „Boah, ich war richtig gut im Schießen. Ich habe alle getroffen", und so. Also es halt, gibt da dieses Gefühl. Und da sieht man diese Freude am Leisten, Freude am was machen, was schaffen, sich zu verbessern und das übertragbar hoffentlich aufs ganze Leben. Wie schön ist es, wenn ich mich, äh, reingehängt habe in der Schule und dann Einser heimbringe. Ist doch ein schönes Erfolgserlebnis. Weil man jetzt alle darüber streitet, braucht man noch Ergebnisse, braucht man noch Noten, braucht man noch Platzierungen bei Bundesjugendspielen.

01:53:06: ,434 [Magdalena] Ich bin der Meinung, ja.

01:53:07: ,254 [Martina] Ja.

01:53:08: ,534 [Magdalena] Weil mich das motiviert.

01:53:09: ,914 [Martina] Ja.

01:53:09: ,564 [Magdalena] Natürlich gibt's die Kinder, die können damit nichts anfangen und, oder sind halt enttäuscht. Aber das-- Ich war auch im Weitspringen immer schlecht. Ja.

01:53:18: ,964 [Martina] Ja, mei, aber ich, ich im Hochsprung, weil bei, bei einem laufenden Meter hochspringen, das ist natürlich auch immer so eine Geschichte, gell. Also.

01:53:25: ,214 [Magdalena] Ich habe beim Werfen immer direkt vor mir in den Boden reingeworfen. Also Handball wäre nichts für mich.

01:53:31: ,014 [Martina] Nein, aber ich, ähm, ich durfte jetzt auch bei ein paar, ähm, Camps schon dabei sein und durfte auch für die Eltern mal einen Ernährungsvortrag halten. Also das ist eine tolle Sache.

01:53:40: ,214 [Magdalena] Ja.

01:53:40: ,354 [Martina] Man muss auch sagen, sie sind alles ehrenamtlich-

01:53:42: ,934 [Magdalena] Ja.

01:53:42: ,474 [Martina] äh, tätig und das sind wirklich viele, viele tolle Menschen.

01:53:46: ,954 [Magdalena] Absolut. Ja, wirklich.

01:53:47: ,864 [Martina] Die, ähm, die sich da Wochenenden frei nehmen, freitags schon anreisen, aufbauen samstags, sonntags, am Sonntagabend auf dem Zahnfleisch heimfahren, wieder in ihren Jobs gehen.

01:53:57: ,794 [Magdalena] Absolut, ja.

01:53:58: ,054 [Martina] Also deswegen, äh, tolle Stiftung.

01:54:01: ,394 [Magdalena] Ja.

01:54:01: ,034 [Martina] Ähm, hab, bin ja auch, in Golf hast du ja sehr, sehr viele Stiftungen, äh, für die du dich irgendwie ehrenamtlich engagieren könntest, aber das ist jetzt wirklich mal eine Stiftung, für die ich auch, äh, sehr, sehr persönlich stehen kann. Eben auch mit Kindern, dass ich einfach se-sehe im Zeichen der sozialen Medien, wie wichtig Sport eigentlich noch ist, ähm, auch dieses, dieses Lebensgefühl und diesen Drive zu haben. Ähm, ich höre, ich höre ja wahnsinnig viele Podcasts auch selber mit erfolgreichen Geschäftsmenschen, die dann auch mir sagen, wie oft sie gescheitert sind.

01:54:33: ,614 [Magdalena] Genau.

01:54:33: ,534 [Martina] Und dann aber durch's Dranbleiben, durch ihre Learnings, dadurch sind sie so erfolgreich geworden. Das ist das Gleiche im Sport.

01:54:40: ,414 [Magdalena] Bei uns auch so. Das kannst du wahrscheinlich nicht genauso unterscheiden.

01:54:43: ,394 [Martina] Aber wenn du das natürlich nicht lernst oder einfach mal das weißt, dass es eigentlich so sein sollte, dann bist, liegt es halt einfach nah, dass es, dass du die Flinte dann gleich ins Korn schmeißt und sagst: „Äh, hat nicht funktioniert, dann lasse ich's bleiben."

01:54:56: ,814 [Magdalena] Das ist doch in der, ist doch in jedem Lebensbereich. Das ist doch in der Schule so, finde ich jetzt, auch mit den Noten, ja. Natürlich, dann passiert einmal der Fünfer. Aber ich bin jetzt zum Beispiel bei meiner großen Tochter mitter-mittlerweile so weit, dass ich sie wirklich eigenständige Zeug machen lasse. Am Anfang habe ich mich da immer nur so reingehängt,

01:55:11: ,924 [Magdalena] damit man die guten Noten kriegt. Und sie selber hat gar nicht so viel Motivation gehabt. Und eben jetzt dachte ich, lass das jetzt einfach mal selber laufen.

01:55:18: ,454 [Martina] Mhm. Super.

01:55:19: ,670 [Magdalena] Und dann ist das natürlich super ärgerlich, wenn ich halt eine schlechte Note habe. Und dann muss ich halt vielleicht selber mal meinen Hintern hochkriegen. Und ich glaube, das ist was ganz Wichtiges, diese Eigen, diese Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Ich glaube, das dürfen wir unseren Kindern auch zumuten, weil es gibt ganz viele Mütter in meinem Umkreis, die sind da brutal dahinter und machen da und lernen und tun und: „Wir müssen jetzt heimfahren, wir müssen noch lernen." Das machen wir gar nicht. Also ich, ich weise meine Tochter darauf hin. Ich sage ihr: „Du weißt aber schon, du schreibst frei so und so", weil diese Organisation, das läuft noch nicht so. Ähm, „Du lernst schon, oder?" „Ja, ja, ich mache das schon." Und ich lasse das aber dann auch. Wenn sie mich fragt, ob ich ihr helfen kann, dann helfe ich ihr natürlich absolut. Aber ich habe mich da ein bisschen frei gemacht und ich glaube, nur so können die Kinder lernen, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Wenn wir sie immer pushen, wenn das immer mit Druck funktioniert, immer mit diesem Stress und auch mit dem Konflikt, das hat doch nichts, nichts Positives. Wenn sie selber sich für was vorbereitet hat, jetzt hat sie in Bio einen Einser geschrieben, hat nichts gelernt wahrscheinlich, weiß ich nicht. Also sie hat, ich war nicht invol-involviert. Hat sie sich total drüber gefreut und habe ich zu ihr gesagt: „Ist doch total schön, wenn man eine gute Note geschafft hat." Sagt sie: „Ja, das ist schon schön." Und das ist genau dieses Learning im Endeffekt. Ja, wenn ich selber merke, ich kann durch mein Tun das positiv beeinflussen und kann das positiv schaffen, das ist dochWertvoll. Das ist doch gut.

01:56:42: ,530 [Martina] Identisch hundert Prozent. Mach ich genauso. Wenn's, wenn da mal 'ne Fünfer daherkommt, sag ich: „Und wie fühlt sich's an? Ja, Scheibenkleister. Na ja gut, also dann reflektier das jetzt mal. Ja, genau. Und genau das Gleiche, aber auch mit guten Noten, ne.

01:56:53: ,829 [Magdalena] Genau.

01:56:53: ,030 [Martina] Also deswegen, ähm, Daumen hoch, die Peak Performer.

01:56:57: ,449 [Magdalena] Ja.

01:56:57: ,230 [Martina] Ja, gerne auch mal zu den Camps kommen, sich das auch anschauen. Auf der Homepage von Peak Performers kann man die, kann man die, ähm, Termine auch einsehen. So, liebe Magdalena, ich habe ja gelernt, Magdalena. Wir sind bei unseren schnellen Neuen und das sind dann tatsächlich das auch schon unser Ende. Wir haben jetzt auch schon wirklich toll gequatscht. Ähm, die schnellen Neuen. Ich habe ja gesagt, ein bissl Bezug zu meinem Sport müssen wir mal haben. Ähm, deswegen, du musst dich jetzt nicht auf einen Satz beschränken.

01:57:24: ,310 [Magdalena] Okay.

01:57:24: ,250 [Martina] Du kannst auch zwei, drei Sätze sagen. Bloß es ist ein-

01:57:27: ,570 [Magdalena] Ja, ja.

01:57:27: ,350 [Martina] Genau.

01:57:29: ,210 [Magdalena] Die Quick Nine.

01:57:31: ,830 [Martina] Gibt es etwas, was du bereust?

01:57:34: ,810 [Magdalena] Nein.

01:57:35: ,090 [Martina] Was du heute anders entscheiden würdest?

01:57:38: ,130 [Magdalena] Nein, weil ich glaub, haben wir ja schon gehabt. Ich glaub einfach daran, dass jede Entscheidung, die man trifft, irgendeinen Sinn im Leben hat. Ob die jetzt gut oder schlecht war, das-

01:57:46: ,170 [Martina] The purpose. The purpose, gut. If you could turn back time, gibt es einen Moment, den du noch mal erleben möchtest im Positiven oder aber auch vielleicht auch ändern würdest im nicht so Positiven? Sagen wir mal, den schönsten Moment deines Lebens, den du gerne noch mal vielleicht erleben möchtest. Abgesehen natürlich, wie du deinen Mann, deinen Mann getroffen hast.

01:58:06: ,130 [Magdalena] Ich find das super schwierig, weil ich hab so viele schöne Momente in meinem Leben schon erlebt. Also aber so in unterschiedlichen Bereichen, im Sport, zu Hause, mit den Kindern. Ich tu, würd mich super schwer tun, jetzt da irgendeinen rauszugreifen. Mir habt ihr jetzt einer-

01:58:18: ,750 [Martina] Welcher fällt dir jetzt spontan ein?

01:58:19: ,850 [Magdalena] Ähm, eigentlich tatsächlich ist mir als Erstes eingefallen, wo unser Klein, also unser erstes Kind so ganz klein war, weil man in dieser Bubble so sich befindet und so verliebt in sein Baby ist und so. Das fand ich schon unheimlich schön, aber trotzdem habe ich natürlich auch an 'nen sportlichen Moment gedacht, ähm, weil du sagst, das würde ich irgendwie anders machen wollen. Ich würde gerne noch mal zurück an diesen Olympiasieg gehen, an diesem Moment, als ich Olympiasiegerin geworden bin und würde das gerne anders genießen wollen, anders wahrnehmen wollen, weil ich im Nachhinein denk, ich war da irgendwie vom Mindset her,

01:58:53: ,230 [Magdalena] ich würd das heute anders

01:58:56: ,060 [Magdalena] genießen.

01:58:57: ,030 [Martina] Da seh ich total, was du meinst.

01:58:58: ,470 [Magdalena] Glaub ich.

01:58:59: ,830 [Magdalena] Und das war ja einer der schönsten Momente, aber die empfinde ich nicht so, weil da war so ganz viel, mit dem ich nicht gut umgehen konnt. Und da würde ich im Nachhinein das irgendwie gerne noch mal erleben wollen und das anders machen danach.

01:59:09: ,450 [Martina] Mhm.

01:59:10: ,750 [Magdalena] Ja.

01:59:10: ,110 [Martina] Mhm.

01:59:12: ,110 [Martina] Deine, denn deine größten Fehler, aus denen du zum Schluss nach einer gewissen Zeit die größten Learnings hattest. Da gibt's bestimmt viele.

01:59:22: ,890 [Magdalena] Ja, genau.

01:59:22: ,730 [Martina] Dass du jetzt sagst, das ist jetzt was, das war dein größtes Learning aus 'nem,

01:59:29: ,870 [Martina] ich find, ich mag das Wort Fehler immer nicht, ne, aber wo du sagst, ähm, da hab ich so am, es am meisten draus gelernt. Das war so rein von Erwartschen.

01:59:38: ,070 [Magdalena] Also allgemein, wenn man das jetzt so ein bissl größer sieht, jetzt nicht so einen bestimmten Moment. Ich hab früher Menschen sehr, sehr oft über meine Grenzen gehen lassen, ne. Ähm, da hab ich immer wieder es nicht geschafft, so rechtzeitig zu sagen, ähm, will ich nicht oder so. Also Thema Management, Thema so Leute von außen und so. Also ich hab da sehr viel zugelassen, ähm, wo ich im Nachhinein denk, ähm, das würde ich heute nicht mehr so machen, aber das ist auch ein Riesen-Learning gewesen, weil dieses Thema Grenzen, das begleitet mich lang schon. Das ist meine Prägung, glaube ich, aus meiner Kindheit, dass ich immer so ein Everybody's Darling, ja immer versuchen, harmoniebedürftig und so. Immer auf meine Kosten oder ganz oft auf meine Kosten. Und das war ein, da hab ich ein paar so krasse Situationen gehabt, da mit Stalker und so, wo ich denk, hätte ich das vielleicht auch vorher schon eigentlich-

02:00:30: ,830 [Martina] Oh.

02:00:30: ,570 [Magdalena] Verhindern können, indem ich früher die Grenze hätte, äh, gezogen hätte und so. Das passiert mir immer mal wieder.

02:00:37: ,410 [Martina] Stalker.

02:00:38: ,910 [Magdalena] Ja, zwei, zweimal.

02:00:39: ,310 [Martina] Irrsinn.

02:00:40: ,089 [Magdalena] Richtig schlimm, ja.

02:00:43: ,710 [Martina] Die nächste Frage wär tatsächlich, welche deine, äh, Top drei Learnings aus dem Sport waren. Jetzt hast du ja vorher schon gesagt, ähm, dass du das mehr genießen würdest, deinen Erfolg.

02:00:51: ,430 [Magdalena] Mhm.

02:00:52: ,909 [Martina] Ja, das ist auch immer reflektierend. Das wirst du auch mit deine Kinder dann noch mal haben. Jetzt hast du noch kleine Kinder.

02:00:56: ,460 [Magdalena] Ja, ja, aber das ist heute schon so, dass du denkst, würde ich noch mal ganz anders machen wollen, noch mehr anders genießen, aber du kannst es an nicht festhalten am Ende, gell?

02:01:04: ,789 [Martina] Nein, oh Gott, das willst du ja nicht, weil es kommen immer wieder großartige Zeiten.

02:01:07: ,290 [Magdalena] Genau.

02:01:08: ,450 [Martina] Also dein, dass du-

02:01:09: ,789 [Magdalena] Ja.

02:01:09: ,730 [Martina] Das kann ich dir schon mal vorwegnehmen. Da hab ich gut zugehört, dass du deinen Olympiasieg oder deine großen Erfolge wahrscheinlich noch mehr genießen, wirklich in diesen Genuss kommen würdest. Ich hab jetzt Top drei aufgeschrieben, aber das find ich ja schon ein Riesen-Learning, dass man in der Gegenwart ist, sagt man auch „stay in the present", und saug's auf.

02:01:28: ,409 [Magdalena] Ja. Also was ich im Nachhinein manchmal denk, ich hab mich oft beschwert darüber, dass unser Teamgefüge irgendwie nicht so positiv war und dass das so, ich hab mich ganz, ganz oft und ganz viel super unwohl gefühlt in der Mannschaft. Und im Nachhinein betrachtet denk ich, wie das in der Ehe auch zum Beispiel ist, es gehören immer zwei dazu.

02:01:47: ,030 [Martina] Mhm.

02:01:48: ,330 [Magdalena] Und da bin ich eigentlich schon so reflektiert, dass ich denk, ich hab da 'n großen Teil dazu beigetragen, weil ich natürlich mir das auch immer wieder vorgesagt hab, dass, äh, da die Stimmung nicht so ist und da vielleicht das Gönnen auch nicht so und vielleicht auch so ein bissl Neid und Missgunst da ist. Aber hätte ich's vielleicht selber auch positiver beeinflussen können, indem ich anders gehandelt hätte, Themen auch mal angesprochen hätte, mal ein bissl, ja, es, was hab ich ausgestrahlt? Ja, mit welcher Energie bin ich durch den Raum gewandert, warum die anderen mir gegenüber vielleicht auch nicht so positiv waren. Es hat ja auch mit mir zu tun und das ist eigentlich auch ein Learning, sich da immer wieder auch zu reflektieren, welchen Teil trag ich selber dazu bei. Das hab ich gelernt. Das hat jetzt vielleicht mit Sport gar nicht unbedingt zu tun, aber, ähm, so zwischenmenschlich ein großes Learning, weil mich das auch während des Sports unheimlich viel beschäftigt hat.

02:02:38: ,370 [Martina] Ja.

02:02:38: ,400 [Magdalena] Ja, es hat mich oft sehr unwohl gefühlt.

02:02:40: ,070 [Martina] Das stimmt, ja. Ja, absolut.

02:02:42: ,202 [Magdalena] Und ansonsten, mei, alsoMit den Training, mit dem Wissen, was man heute hat, ja, über Körper, Ernährung, über, ich mein, wir haben ganz andere Gadgets jetzt mittlerweile. Also da denk ich mir oft, da hätte man bestimmt noch mal ein bissl mehr rausholen können, allein durch die Möglichkeiten, die man heute hat, über sich selbst zu lernen, zu verstehen. Ähm, aber ich denk mir, durch das, dass wir das nicht hatten, hab ich extrem gutes Körpergefühl entwickelt und ein sehr gutes Gefühl für mich selbst, was ich brauch und dieses Intuitivere. Und da bin ich eigentlich ein bissl dankbar dafür. Ja, da, das, da profitier ich heute auch echt noch davon. Und natürlich, ich mein, klassische Sachen wie aus Feh, Fehlern lernt man ja, man steht immer wieder auf, man ist diszipliniert, man struktusiert, strukturiert sich, man ist fokussiert. Da gibt's so viel ausm Sport, was man da mitnimmt.

02:03:30: ,822 [Martina] Ja. Thema Flow.

02:03:31: ,842 [Magdalena] Mhm.

02:03:32: ,242 [Martina] Gab's eine, ein Werkzeug? Also ich hab das früher bei mir immer so als Toolbox bezeichnet.

02:03:39: ,382 [Magdalena] Ja.

02:03:39: ,962 [Martina] Äh, meine mentalen Werkzeuge. Ähm, gab's ein mentales Werkzeug für dich, wie du dich in den Flow gebracht hast?

02:03:47: ,722 [Magdalena] Eigentlich auch viele, wie du sagst, mit dieser, dieser Werkzeugkiste. Aber, ähm,

02:03:54: ,062 [Magdalena] ich denk jetzt mal an Olympischen Spiele, an den Massenstart. Ich nehm jetzt einfach mal eins raus und ich hab da viel mit meinem Mentaltrainer gearbeitet und ich hab diesen, diesen Wettkampf immer und immer wis-wie, immer und immer wieder visualisiert: Wie fühlt sich das an? Wie ist das? Und ich hab in diesem Wettkampf so viele von meinen Tools post, so gut einsetzen können, dass ich so 'n guten Wettkampf gemacht hab. Also ich hab da verschiedene Sachen gehabt. Ich hab am Schießstand mir meine Käseglocke vorgestellt, wo ich da nur für mich drin bin, wo nur die Scheibe und ich, weißt, dieses Zen, so wir Verbindung und so dieses, diese Energie. Und ich hatte immer auf der Strecke mein Krafttier mit dabei. Das kommt ja ausm Schamanischen ursprünglich. Und ich hab für mich immer so festgestellt, für mich fühlt sich das, wenn ich in so einem Wettkampf bin, in diesem Flow an, als wär ich eine Raubkatze. Da fühl ich mich wirklich so. Ich hab so dieses, in allen meinen, ähm, Muskeln hab ich dieses Gefühl gehabt, ich bin eine Raubkatze. Ich kann mich so toll geschmeidig bewegen und bin einfach schneller als die anderen. Mit dieser bissl Arroganz fast schon, die man da braucht, ja. Weil ich bin halt einfach die schnellere Raubkatze. Das ist einfach so. Und diese Energie konnt ich so wahnsinnig gut abrufen, wenn ich das gebraucht hab. Also das anzuschalten, das war für mich wie so Schalter, wo ich gedacht hab, jetzt brauch ich die Raubkatze. Und das, das ist, ähm, das ist dieses Flow-Gefühl, wa, das du hast, wenn du in dieser Energie dann unterwegs bist, ja. Das hat mir Kräfte gegeben, die waren unglaublich, ja.

02:05:16: ,862 [Martina] Also viel visualisieren. Du wolltest dir viel vorstellen.

02:05:18: ,582 [Magdalena] Ja, aber Übung. Also das war auch viel Übung. Ich hab das ganz, ganz viel geübt, mir das vorzustellen und diese Energie zu spüren. Wie fühlt sich das an? Also waren viele, viele, viele Stunden.

02:05:28: ,632 [Martina] Ja, ja, das ist, da stellen sich die meisten immer so, äh, vor, so Mentaltraining. Was macht man in der Mentaltraining? Schnaufen und Atemübungen und ja. Diese ganzen Vorst-

02:05:37: ,402 [Magdalena] Ja, auch vielleicht.

02:05:38: ,302 [Martina] Ja, natürlich. Aber diese Vorstellungskraft und, ähm, diese Routinen, es war beim Golf zum Beispiel auch so, dass ich konnte wirklich den Schlag, also diese Vorbereitung, bis dann wirklich der Schlag, die Schlag, also der Ball die Schlagfläche getroffen hat, das konnte ich auf die Sekunde stoppen. Es war immer gleich.

02:05:56: ,102 [Magdalena] Mhm. Genau, ist wie beim Schießen. Dieselbe Ablauf, die Waffe und so. Das ist auch diese, diese Routine.

02:06:02: ,572 [Martina] Das muss man üben. Das kommt nicht von allein, gell?

02:06:04: ,722 [Magdalena] Ja, das muss man üben, ja.

02:06:05: ,522 [Martina] Sehr gut. Für das, dass wir immer nur einen Satz sagen, gell? Ja, gut.

02:06:08: ,102 [Magdalena] Ja, wir wollten, ich halt mich kurz. Ich halt mich kurz.

02:06:11: ,762 [Martina] Wir sind aber schon bei Nummer sechs. Ähm, was war persönlich dein größter Erfolg?

02:06:17: ,382 [Martina] Nicht in der Öffentlichkeit.

02:06:18: ,502 [Magdalena] Ja, schade.

02:06:21: ,422 [Magdalena] Sonst hätt ich nämlich gesagt, meine selbstbestimmtes Aufhören, das war mein größter Erfolg, dass ich das geschafft hab. Ähm, nicht in der Öffentlichkeit,

02:06:28: ,582 [Magdalena] dass ich mir privat eigentlich da meine Träume alle bis jetzt erfüllen hab dürfen, die ich hatte. Ja.

02:06:34: ,802 [Martina] Welchen Tipp, das machst du ja sowieso mit deiner Stiftungsarbeit, der sowieso sehr, ähm, kontinuierlich, aber welche Tipps würdest du einem Vierzehnjährigen, in deinem Fall Nachwuchstalent im Biathlon und vor allem dessen Eltern geben?

02:06:50: ,582 [Magdalena] Ganz schwierig, weil das kommt auch extrem aufn Typ an.

02:06:56: ,982 [Magdalena] Ich kann's jetzt nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen. Also sich selbst treu zu bleiben, sich nicht so viel einreden zu lassen von außen, was gut für einen ist, was richtig für einen ist. Also so schnell wie möglich ein gutes Bewusstsein für sich selbst aufzubauen. Was brauch ich? Wer bin ich? Was bin ich für Typ? Ähm, ich mein, das ist jetzt mit vierzehn schwierig, weil all diese Negativerfahrungen ja erst dazu führen, dass man eben das so gesettelt ist und so. Aber, ähm, lieber vielleicht noch mal auf so Bauchgefühl zu hören, so dieses Intuitivere wieder zu lernen. Und als Eltern, wenn ich jetzt an meine eigene Karriere denk, als Eltern da sein, unterstützen, gar nicht zu viel mit reinreden, weil das, das bringt auch gar nicht so viel. Da kennt man sich auch von außen zu wenig aus mit der Materie, wenn man da in so einem Profibereich dann ist. Da sein, Zuhörer sein, Tränenabwischer sein und positiver Anker zu sein und zu Hause nicht nur das Thema Sport haben. Das hat mir sehr geholfen, dass ich daheim immer Abstand halten konnte. Dass man bewusst zu Hause das ein bissl nicht so groß macht.

02:08:04: ,422 [Martina] Ja, das ist das stimmt, ja. Nicht vierundzwanzig, twentyfour seven.

02:08:08: ,482 [Magdalena] Ja.

02:08:10: ,022 [Martina] Hast du ein Vorbild gehabt? Oder hast du ein Vorbild immer noch?

02:08:14: ,382 [Magdalena] Ja, also ich hab, ähm, ich fand Magdalena Forsberg, ich weiß nicht, ob die dir, das ist eine schwedische-

02:08:18: ,942 [Martina] Selbstverständlich.

02:08:18: ,182 [Magdalena] Das schwedische Biathletin gewesen. Die fand ich ganz, ganz toll. Und die hab ich jetzt erst vor Kurzem wieder getroffen und ich hab mich wieder erinnert, warum ich sie so toll find. Die ist auch menschlich so, ja, einfach ein toller Mensch, super erfolgreich natürlich. Ähm, das war eigentlich mein erstes Biathlon Vor-Vorbild. Und wenn man mich so fragt, wen würdst du mal gern treffen? Mich würd die Steffi Graf gerne mal treffen, weil die hat auch ganz vieles, find ich-

02:08:44: ,682 [Martina] Hab ich dir was vor? Stell dir das mal vor.

02:08:45: ,942 [Magdalena] Ja, schau, die hab ich noch nicht getroffen.

02:08:46: ,272 [Martina] Toll.

02:08:47: ,206 [Magdalena] Wie, ich weiß jetzt nicht, wie sie als Mensch ist, aber ich stelle mir sie-

02:08:51: ,066 [Martina] Ganz einfach.

02:08:52: ,616 [Magdalena] Auch so vor, so-

02:08:53: ,146 [Martina] Ganz sehr bodenständig und vor allem halt auch, ähm, Wahnsinn, wenn du es überlegst.

02:08:57: ,086 [Magdalena] Ja.

02:08:58: ,846 [Martina] Also meine Kinder, wer ist Steffi Graf?

02:09:00: ,066 [Magdalena] Ja.

02:09:01: ,586 [Martina] Ja, also das ist natürlich schon Hardcore, wenn sie so einheitlich oder-

02:09:04: ,826 [Magdalena] Ja, ja.

02:09:04: ,905 [Martina] Wie du ja eigentlich in ihrem Bereich-

02:09:06: ,986 [Magdalena] Da war es eine andere Generation.

02:09:07: ,546 [Martina] Andere Generation. Aber das wirklich so zu schaffen, sich das so rauszuziehen. Wobei, jetzt sind sie natürlich mit ihrem Pickleball und so-

02:09:15: ,026 [Magdalena] Sind jetzt schon wieder ein bisschen mehr dabei. Sie macht für Lidl jetzt gerade Werbung, gell?

02:09:18: ,385 [Martina] Genau.

02:09:18: ,946 [Magdalena] Fand ich eigentlich spannend, dass sie wieder ein bisschen mehr macht jetzt auch.

02:09:20: ,346 [Martina] Und auch Airnessy, dass sie mehr so, ähm, ähm, so Schaukämpfe machen. Also ich finde das ja toll, ja, dass sie da nicht, aber dass sie sich da in dem Moment, wo sie einfach das Gefühl gehabt hat, sie muss sich da rausziehen, ähm...

02:09:33: ,466 [Magdalena] Ich glaube, diese Authentizität von ihr-

02:09:35: ,046 [Martina] Ja.

02:09:36: ,096 [Magdalena] Das ist das, was ich an ihr bewundere, weil die hat ja auch keine einfache Vergangenheit gehabt, das, was alles da passiert ist. Und dann zu sagen, ich gehe dann nach Amerika und wir machen uns da ganz frei von allem. Aber trotzdem waren die immer geschäftig. Die haben immer was gemacht, weißt du, und so. Also das, das bewundere ich schon.

02:09:54: ,326 [Martina] Stimmt. Ich durfte sie damals, wir hatten 2015 den Solheim Cup, das ist ja quasi der weibliche Ryder Cup, wo Amerika gegen, ähm, Europa spielt. Ähm, da durfte ich sehr viel moderieren da oben. Ähm, das war in St. Leon-Rot.

02:10:07: ,706 [Magdalena] Mhm.

02:10:07: ,216 [Martina] Und da war sie, ähm, einfach auch, weil sie aus Heidelberg kommt, aus dieser ganzen Gegend, ähm, waren ganz, ganz viele Top-Sportler da, die so für ihre Heimat gestanden haben. Und dann sind wir auf dieser Neckarbrücke gestanden und, äh, manche mussten auf so Insel mit dem Golfschläger, die ja Golf gespielt haben von den Sportlern. Die haben halt da so draufgehauen und sie hat gesagt, sie hat noch nie einen Golfschläger in der Hand gehabt.

02:10:29: ,346 [Magdalena] Echt?

02:10:29: ,346 [Martina] Was echt strange ist. Auf der einen Seite, wenn du in Amerika, vor allem in Las Vegas wohnst, wo Golf wimmelt und als Tennisspieler, da kannst du ja sowieso Golf spielen, ähm, hat sie gesagt, also sie, sie macht das mit dem Tennisschläger und hat dann, ähm, Bälle runtergehauen. War ganz, war wirklich cool. Habe ich sogar ein Foto. Ich weiß gar nicht, ob das da draußen hängt. Muss ich dir nachher mal zeigen.

02:10:47: ,726 [Magdalena] Ja.

02:10:47: ,246 [Martina] So, jetzt pass auf. Jetzt waren wir bei den Idolen. Ähm, Glücksbringer. Das ist jetzt auch schon die letzte Frage.

02:10:54: ,926 [Martina] Deine Dankbarkeit, Glaube an Rituale und hast du einen Glücksbringer dafür?

02:10:59: ,526 [Magdalena] Ich habe als Kind immer Glückssocken gehabt. Mit denen konnte ich nicht. Also wenn ich, wenn die nicht gewaschen waren oder nicht irgendwie dabei, konnte ich kein Wettkampf laufen.

02:11:06: ,466 [Martina] Ja, aber die Socken sind besser als die Unterhose.

02:11:09: ,186 [Magdalena] Ich habe die immer noch. Ich habe die immer noch. Ich habe die jetzt mal rausgeholt und mir gedacht, so was räudiges, so-

02:11:15: ,536 [Martina] Aber die hast du noch.

02:11:15: ,746 [Magdalena] So Synthetikwolle-

02:11:16: ,545 [Martina] Ja, aber wurscht.

02:11:17: ,246 [Magdalena] Socke. Immer so ein Beige. Also ganz grausig, wirklich.

02:11:21: ,586 [Martina] Ach so, die waren noch nicht einmal mit einem-

02:11:22: ,216 [Magdalena] Nicht einmal schön.

02:11:23: ,795 [Martina] Mit einem Kaschball drauf oder sonst irgendwas, ne?

02:11:24: ,746 [Magdalena] Nein, aber die mussten es sein. Das habe ich mir irgendwann einmal eingebildet als Kind. Habe ich dann aber das, äh, habe ich dann abgelegt und jetzt habe ich tatsächlich momentan irgendwie so ein, so ein Symbol. Das ist da dieser Engel, den ich eigentlich schon seit ganz vielen Jahren, seit zwanzig Jahren immer wieder so, den habe ich als Kerze und das habe ich als Stein für meinen Boden und es ist so ein energetischer Schutzengel, ein ganz spezieller. Und den habe ich eigentlich in irgendeiner Form immer schon seit fünfzehn Jahren, eigentlich ja zwanzig Jahren. Jetzt habe ich ihn gerade als Kette. Meine Eltern haben mir den jetzt mal geschenkt, ähm, aber ich habe das immer als Kerze oder so schon immer gehabt, diesen Engel.

02:12:02: ,246 [Martina] Sehr cool.

02:12:03: ,026 [Magdalena] Genau.

02:12:04: ,075 [Martina] Und damit du auch von mir weiterhin einen Glücksbringer bekommst, habe ich dir-

02:12:08: ,406 [Magdalena] Hast du die gesehen?

02:12:08: ,686 [Martina] Ich habe sie gesehen, genau.

02:12:09: ,286 [Magdalena] Passend.

02:12:10: ,896 [Martina] Natürlich. Also das ist ja sehr unschwer zu erkennen, was meine Farbe ist.

02:12:13: ,026 [Magdalena] Das passt zu meinem Outfit.

02:12:14: ,146 [Martina] Fantastisch.

02:12:15: ,866 [Magdalena] Perfekt dazu.

02:12:15: ,026 [Martina] Und, ähm, witzig, ich habe es vorher ein bisschen eilig gehabt. Normalerweise habe ich sie nämlich auch dran. Also das ist deine Pink Up your Life, ähm, Perlenkette.

02:12:24: ,646 [Magdalena] Sehr gut.

02:12:24: ,626 [Martina] Darfst du in Zukunft draufschauen, weil allein die Farbe macht eigentlich schon gute Laune.

02:12:28: ,046 [Magdalena] Absolut. Ich bin auch ein Riesen-Pink-Fan, ja. Aber ich habe jetzt leider keinen pinken Pullunder gehabt.

02:12:33: ,406 [Martina] Also ich wollte gerade sagen, das ist der pinke Gamsher-Pullunder.

02:12:36: ,886 [Magdalena] Ja.

02:12:36: ,406 [Martina] Ähm, Magdalena, vielen, vielen Dank, dass du da warst.

02:12:39: ,596 [Magdalena] Danke dir, Martina, für die Einladung.

02:12:40: ,306 [Martina] Ich darf dir ein, ein Journal überreichen. Ähm, ich bin nämlich ein ganz, ganz großer Fan. Es kriegt bei mir jetzt jeder Podcast-Gast einen Fan vom Journaling.

02:12:51: ,026 [Magdalena] Ich auch.

02:12:52: ,246 [Martina] Bist du? Ja?

02:12:53: ,746 [Magdalena] Ich schreibe auch gern und viel. Ich mache immer so dieses, ich mache immer so, äh, intuitives Schreiben.

02:12:58: ,806 [Martina] Ah, okay.

02:12:58: ,295 [Magdalena] Also so, was sprudelt mir raus.

02:13:01: ,565 [Martina] Okay, aber das sind tatsächlich vorgegebene, ähm, Sachen in der Früh.

02:13:05: ,646 [Magdalena] Hab ich meiner Tochter auch schon gekauft.

02:13:07: ,466 [Martina] Ich habe auch gestern in meinem, ähm, ich, ich gebe immer noch so Fitnesskurse auch noch. Und gestern Abend, als wir dann mit dem Stretching fertig waren, mache ich immer noch so eine Dankbarkeitsminute. Und, ähm, wir sind ja jetzt gerade im Anfang März 2026 für das, für die, die es später mal anschauen oder zuhören. Gestern in der Früh habe ich mir aufgeschrieben, dass ich einfach auch dankbar bin, hier in Aubing und in Deutschland zu wohnen.

02:13:32: ,296 [Magdalena] Da haben wir die gleichen Gedanken gehabt. Mhm.

02:13:34: ,626 [Martina] Was gerade auf der Welt wieder los ist. Und ich glaube, dass wir noch auf einem ganz guten, einer ganz guten Örtlichkeit sind und dass ich dafür dankbar bin. Aber ich bin jetzt in allererster Linie dankbar, dass du da warst.

02:13:45: ,766 [Magdalena] Danke, Martina. Vielen lieben Dank dafür und danke für deine Einladung und für das super schöne Gespräch mit dir. Spaß gehabt.

02:13:52: ,316 [Martina] So, und das war eine weitere Folge von The Pink Table. Ich hoffe, dir hat der Podcast gefallen und du könntest mir einen Riesengefallen tun, indem du ihn abonnierst auf dem Kanal, auf dem du diesen Podcast sehen möchtest. Eine Fünf-Sterne-Bewertung ist natürlich mega oben drauf und vor allem wünsche ich mir einen Kommentar, wenn du einen Wunschsportler hättest, einen Wunschathleten, einen Wunsch-Olympioniken oder Paralympics und ich werde natürlich mein Bestes geben, diesen Sportler bald hier am Pink Table empfangen zu dürfen. Also bis dahin, frohes Weiterhören.