The Pink Table - Sportpodcast

The Pink Table - Sportpodcast

Der Sportpodcast mit Martina Eberl

Transkript

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00:00:00: ,030 [Carlo Thränhardt] Meine Grundmotivation, Sport zu machen, war so eine Art Eskapismus aus der Mittelmäßigkeit. Ich wollte irgendwas Besonderes machen und nicht nur in der Masse so mitschwimmen. Das war nicht so mein Ding und jeder dachte: „Welt-, da ist Weltrekordgeil." Auf einmal waren die eins sechzig mit fünfzehn Millionen Zuschauern mehr wert als zwei siebenunddreißig in der-

00:00:18: ,100 [Martina Eberl] Wahnsinn.

00:00:18: ,560 [Carlo Thränhardt] Ja, das war ganz witzig. Ich komme aus dem Dreck.

00:00:22: ,620 [Carlo Thränhardt] Ist, wie es ist, aber ist ja nicht schlimm. Also,

00:00:25: ,640 [Carlo Thränhardt] ich glaube, es würde vielen heutzutage guttun, mal ein paar Wochen so zu leben. Und dann bin ich in meinem Zimmer auf dieselbe Digitalwaage und dann wog ich siebenundsiebzig Kilo. Also sieben Kilo waren einfach weg.

00:00:37: ,760 [Martina Eberl] Mein heutiger Gast wird von vielen Hörern und Zuschauern gespannt erwartet. Wann auch immer ich seinen Namen erwähnt hatte, wurde gegrinst und gesagt, dass sie sich sehr auf ihn freuen. In der Recherche über ihn sind mir viele erstaunliche Sachen herangetragen worden. Zum Beispiel sein Weltrekord von zwei Meter zweiundvierzig ist immer noch eine atemberau-beraubende Leistung im Vergleich, wie einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen. Hochsprung war sein Ding, seine Hingabe und Erfolg und sein Sprungbrett für alles, was danach noch kam und das war so einiges. Ich freue mich mächtig, dass du heute da bist. Du bist mein Herzensmensch. Herzlich willkommen und vielen Dank, Carlo Thränhardt.

00:01:15: ,740 [Carlo Thränhardt] Vielen Dank. [Intro-Musik] This is The Pink Table.

00:01:21: ,340 [Carlo Thränhardt] Speak your story.

00:01:24: ,200 [Martina Eberl] Ja, das war wirklich so. Allen, denen ich so erzählt habe, dass du heute kommst,

00:01:30: ,540 [Martina Eberl] haben sie gesagt: „Ach, der Carlo." Das ist natürlich so mein Alter plus. Sie kennen dich auch noch alle und die haben halt gesagt: „Ja, Ca-- auf den freuen wir uns total."

00:01:38: ,860 [Carlo Thränhardt] Wirklich?

00:01:38: ,220 [Martina Eberl] Ja.

00:01:39: ,840 [Carlo Thränhardt] Haben die gesagt, warum?

00:01:40: ,800 [Martina Eberl] Ja, weil sie dich halt auch noch kennen und, ähm, wie ich jetzt schon angekündigt habe in der Recherche über dich, äh, warst schon bunter Hund, gell? Also, ähm, dich kennt man schon und auch heute noch. Wie ist denn das für dich, wenn man, wenn du das jetzt so hörst? Ist doch eigentlich schon cool, oder?

00:01:55: ,220 [Carlo Thränhardt] Ich überlege gerade die Definition bunter Hund. Ich finde das eigentlich ganz süß. Als wenn ich jetzt ein aschgrauer Hund wäre oder bezeichnet worden wäre, wär ja nicht so schön. Also wenn-- Ist

00:02:06: ,859 [Carlo Thränhardt] für mich positiv besetzt, bunter Hund.

00:02:08: ,829 [Martina Eberl] Ich wollte gerade sagen, also der bunte Hund ist auch ... Kennst du den Ausdruck nicht?

00:02:12: ,280 [Carlo Thränhardt] Doch, ich kenne das schon, aber es ist so ein bisschen schnöderig, so ein normaler bunter Hund. Also ich nehme das nicht als schnöderig, sondern als Kompliment.

00:02:20: ,980 [Martina Eberl] Solltest du auch.

00:02:20: ,560 [Carlo Thränhardt] Mache ich.

00:02:21: ,740 [Martina Eberl] Ist auch ein absolutes Kompliment. Wir kennen uns ja in Anführungszeichen nur vom Golfen. Deine Zeit war ja so bissl, da hat mein Hirn ja gerade erst angefangen, so zu arbeiten. Dein, deine Hochzeit war 19hundert?

00:02:34: ,100 [Carlo Thränhardt] Ich weiß nicht, wann dein Hirn, dass das so spät angefangen hat zu arbeiten, wusste ich nicht. Meine Hochzeit war, ich habe also angefangen, habe ich angefangen, fünfundsiebzig, glaube ich. Hochzeit waren die achtziger Jahre bis Anfang der neunziger Jahre.

00:02:47: ,100 [Martina Eberl] So, jetzt schau her, ich bin einundachtzig geboren.

00:02:49: ,680 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:02:49: ,500 [Martina Eberl] Also deswegen-

00:02:50: ,640 [Carlo Thränhardt] Verstehe ich das mit dem Hirn.

00:02:51: ,210 [Martina Eberl] Verstehst du es?

00:02:52: ,410 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:02:52: ,120 [Martina Eberl] Okay, alles klar. Die erste Frage, die man hier eigentlich immer so bekommt, äh, was mich auch immer so interessiert, weil ich teile mein Leben in mehrere Kapitel mittlerweile ein. In wie viel Kapitel würdest du dein Leben so einteilen?

00:03:07: ,780 [Carlo Thränhardt] Ach Gott, oh Gott. In wie viel Kapitel würde ich mein Leben ... Ich lese gerade viele Bücher und dann lese ich so viele Kapitel und bin dabei, auch selbst ein Buch zu schreiben.

00:03:17: ,820 [Carlo Thränhardt] Natürlich schon so aufwachsen, ähm,

00:03:21: ,600 [Carlo Thränhardt] die Überlegung: Was will ich mit meinem Leben überhaupt anfangen?

00:03:25: ,360 [Carlo Thränhardt] Meine Grundmotivation, Sport zu machen, war so eine Art Eskapismus aus der Mittelmäßigkeit. Ich wollte irgendwas Besonderes machen und nicht nur

00:03:34: ,020 [Carlo Thränhardt] in der Masse so mitschwimmen. Das war nicht so mein Ding.

00:03:38: ,800 [Carlo Thränhardt] Ich fühlte mich immer auch außerhalb der Welt stehend, so. Ich hab das nie-- Ich war nie so dazugehörig. Ich war erst mal, als ich sehr jung war, mit dreizehn, vierzehn, fünfzehn schon sehr groß, sehr dünn und es war nicht so toll in der Pubertät. Und daraus rekrutierte sich dann irgendwie so meine innere Kraft, was Besonderes machen zu wollen, um zu zeigen, ich bin auch da, ich kann irgendwas auch ganz gut. Das war in der Schule in Mathe nicht so. Und dann fing ich halt an so. Ich habe viele Sportarten gemacht. Ich habe mich immer Tennis, ähm, weiß ich was, ich habe Handball sehr gut gespielt. Ich habe Volleyball gespielt, Basketball, ich habe Judo gemacht.

00:04:11: ,300 [Carlo Thränhardt] Ähm, aber ich fand diese Individualsportart, aus eigener Kraft was Besonderes zu schaffen, das hat mich irgendwann getriggert und daraus ist dann eben diese zwei zweiundvierzig irgendwann geworden.

00:04:23: ,240 [Martina Eberl] Also das ist dann relativ spät eigentlich gekommen mit-

00:04:26: ,320 [Carlo Thränhardt] Ja, ja, sehr spät. Ich habe, also Hochsprung habe ich erst angefangen mit sechzehn.

00:04:31: ,159 [Carlo Thränhardt] Ersten Wettkampf, glaube ich, sechzehn, wurde siebzehn.

00:04:34: ,000 [Carlo Thränhardt] Und dann ging das so los über Kreisrekord, Landesrekord, deutscher Rekord und so weiter. Und

00:04:40: ,460 [Carlo Thränhardt] dann

00:04:42: ,480 [Carlo Thränhardt] auf einmal bist du in so einem Prozess drin und dann, als ich der Beste in Deutschland war, schon mit einundzwanzig, glaube ich, bin ich deutschen Rekord gesprungen in Warschau bei den Männern und dann dachte ich, wäre schon ziemlich cool so. Hatte so Goldkettchen auch, bunter Hund, Goldkettchen.

00:04:56: ,920 [Martina Eberl] Kommen wir heute noch öfter drauf, ja.

00:04:57: ,220 [Carlo Thränhardt] Ja. Und dann traf ich einen, äh, der Bundes trainer, der dann neu kam zum Deutschen Leichtathletikverein, sagte: „Du hast noch nichts erreicht im Leben. Jetzt fangen wir mal an zu trainieren." Und der hat mir eigentlich die Möglichkeit gegeben, richtig gut zu werden, weil ich war schon ein bisschen zufrieden so damals, weil ich, wenn du der Beste in Deutschland bist, dann findest du dich schon ganz cool.

00:05:19: ,620 [Carlo Thränhardt] Und wenn ich den nicht gehabt hätte, Dragon Tantowitschis, der mittlerweile wäre ich dann gar nicht so gut geworden, weil ich mir das gar nicht zugetraut hätte. Also man braucht im Leben, glaube ich, immer mal jemanden, der einem sagt: „Du hast noch ein sehr viel höheres Potenzial oder da kannst du noch mehr rausholen." Und manchmal sieht man das selbst gar nicht so.

00:05:35: ,500 [Martina Eberl] Mhm.

00:05:36: ,980 [Carlo Thränhardt] Und da braucht man manchmal Hilfe und dann braucht man auch jemanden, der die Empathie hat, das einem so klarzumachen, dass man dem auch vertraut und auch ihm glaubt, dass das möglich ist. Und das habe ich Gott sei Dank bei dem gemacht.

00:05:47: ,120 [Martina Eberl] So eine Art Mentor.

00:05:49: ,180 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:05:50: ,560 [Martina Eberl] Gar nicht so Vorbild, sondern so ein Mentortrainer.

00:05:52: ,176 [Carlo Thränhardt] Vorbild gar nicht, nee. War tatsächlich Mentor und, und, und Coach. Der hatte Ahnung. Der hat in, äh, in Moskau studiert. Also der wusste, wie Krafttraining funktioniert, wie Biometrie funktioniert und so weiter.

00:06:04: ,536 [Carlo Thränhardt] Über Training hab ich eigentlich sehr, sehr viel von ihm gelernt. Hab dann auch 'n paar Bücher gelesen über, ähm, Trainingsmethodiken und wie man sich noch verbessern kann und so weiter. Das hat mich schon sehr beschäftigt, das Thema, auch heute noch, m-m-mach heute noch sehr viel im Trainingsbereich mit jungen Leuten. Und einfach Menschen weiterzuentwickeln, ist eine große Freude.

00:06:24: ,496 [Martina Eberl] Also du bist eigentlich zum Besten von Deutschland geworden, rein erst mal über dein Talent.

00:06:29: ,156 [Carlo Thränhardt] Das ging und auch sehr autodidaktisch. Also da hatte ich noch keine große A-- Bin mir zu Hause auf der Wiese gesprungen in der Eifel. Also wie so'n Depp hab ich mir so 'ne Hochschwanglage gebaut, mit so 'nem Stock Nägel rein und dann versucht, immer höher zu springen. Und, ähm, ja, ich weiß noch, kamen Leute vorbei, haben sich das angeguckt und Kopf geschüttelt. Was macht 'n der arme Kerl da? Springt da über 'ne Latte auf, auf, äh, was waren das, Matratzen, wo ich da gelandet bin oder ja, 'ne Art Landung war das. Das hat mir aber Spaß gemacht, da immer versuchen, besser zu werden. Ich hatte keine Ahnung noch nicht, wie man besser wird. Ich bin immer, immer nur gesprungen und hatte kein Krafttraining gemacht, nichts. Und dann wurd's irgendwann eingeladen zum ersten Lehrgang und so weiter. Und dann bin ich besser gesprungen als die anderen, die schon jahrelang trainiert hatten und schon Krafttraining gemacht hatten. Und dann war mir schon klar, wenn ich jetzt irgendwann mit Krafttraining anfange und das sinnvoll

00:07:17: ,336 [Carlo Thränhardt] umsetze dann in Techniktraining und im Lauftraining und alles, was dazu gehört, dann sollte das funktionieren, dass ich besser werde. Also dass ich mal so gut werden könnte, hab ich mir auch damals noch nicht zugetraut.

00:07:28: ,196 [Martina Eberl] Witzig. Weil ganz oft sagt man ja so, wenn man so viel erreicht hat oder in seinem Sport so extrem leading war, dass man also diese Vision dann schon hatte, aber das hattest du ja dann gar nicht. Das war dann so-

00:07:39: ,476 [Carlo Thränhardt] Die Vision, also, zwei vierzig hat sich erst sehr viel später entwickelt. Ähm, das war ja damals so, wie, wie du eben gesagt hast, in der Anmoderation unter zwei Stunden Marathon zu laufen. Das hielt man ja auch vor zehn Jahren noch völlig für unmöglich. Und auch über zwei vierzig zu springen, hielt man in den 80er Jahren für völlig unmöglich. Und das gab dann damals, als ich so bei zwei dreißig, vierunddreißig war, ähm, entwickelte sich so 'n Wettlauf, wer als Erster über die zwei vierzig springt. In Amerika, die Russen waren alle gut, die ganzen Ostblockstaaten waren gut, äh, Amerikaner waren immer mit dabei. Und wer das als Erster dann anging, das war schon was Besonderes und die hab ich dann Gott sei Dank als Erster die zwei vierzig geschafft. Das war ganz cool.

00:08:21: ,556 [Martina Eberl] Die Frage kam eigentlich erst später, aber

00:08:24: ,316 [Martina Eberl] das ist ja noch 'ne Höhe, zwei fünfundvierzig ist jetzt der Weltrekord.

00:08:29: ,876 [Martina Eberl] Wie du schon gesagt hast, mit dem, mit dem Marathon, das hat sich ja jetzt dazu entwickelt. Aber wenn du das jetzt überlegst, das ist ja jetzt schon wirklich, ohne dir nahetreten zu wollen, aber es ist ja schon echt lang her. Warum ist da jetzt nicht so 'ne, so 'ne Entwicklungsspanne?

00:08:45: ,976 [Carlo Thränhardt] Das ist, äh, relativ einfach zu beantworten. Ich war noch im, noch im Februar war ich bei 'nem internationalen Hochsprungmeeting in der Slowakei, hab ich da so 'n bissl moderiert und da waren die besten Hochspringer der Welt da.

00:08:57: ,376 [Martina Eberl] Mhm.

00:08:58: ,676 [Carlo Thränhardt] Und das war natürlich interessant für mich. Ich hab das 'n paar Jahre schon nicht mehr gesehen. Nur bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften hab ich Hochsprung mal wieder angeguckt. Erstens, die sind technisch nicht so gut und da hab ich mit den ganzen Jungs gesprochen und die train-trainieren nicht so hart.

00:09:13: ,436 [Martina Eberl] Wirklich?

00:09:14: ,976 [Carlo Thränhardt] So simpel wie's ist. Also die Schuhe sind auch nicht besser heute als vor 30, 40 Jahren.

00:09:19: ,296 [Martina Eberl] Okay.

00:09:20: ,796 [Carlo Thränhardt] Hochsprungschuhe ist 'n Hochsprungschuh, der darf so und so dick sein und da ist keine besondere Entwicklung gekommen.

00:09:27: ,596 [Carlo Thränhardt] Aber dieses Herzblut im Training jeden Tag zu geben und so weiter, das scheint heute nicht mehr zu sein. Ich kann das an 'nem Beispiel festmachen.

00:09:37: ,716 [Carlo Thränhardt] 'N Hochsprungwettkampf fängt bei zwei Meter an, zwei zehn oder was.

00:09:42: ,096 [Carlo Thränhardt] räuspert sich] Und dann sind da einige über zwei zwanzig gesprungen. Da haben die schon gejubelt.

00:09:47: ,995 [Carlo Thränhardt] Das hab ich gar nicht verstanden. Wieso freuen die sich über zwei zwanzig? Wir haben früher oder ich hab bei zwei vierundzwanzig angef..., bei zwei siebenundzwanzig angefangen. Die springen zwei zwanzig und jubeln. Ich jubel, wenn ich zwei fünfunddreißig spring oder zwei vierzig, aber zwei zwanzig, das fand ich ganz komisch. Was ich damit sagen will, ist, die innere Einstellung hat sich völlig verändert. Die wollen nicht mehr das Maximum aus ihren Möglichkeiten rausholen, sondern die wollen mit dabei sein, wollen schöne Wettkämpfe machen, sind lustig und unterhalten sich und sind freundlich. Aber diese Bedingungslosigkeit, die du, wenn du absoluten Leistungssport betreibst und was Besonderes erreichen willst, die hat mir total gefehlt.

00:10:23: ,976 [Martina Eberl] Interessant.

00:10:24: ,256 [Carlo Thränhardt] Mhm.

00:10:26: ,676 [Martina Eberl] Wobei das ja jetzt eigentlich keine Raketenforschung ist, gell? Dass du eigentlich, wenn du wirklich, wirklich ganz oben hin willst oder wenn du die Best-

00:10:31: ,156 [Carlo Thränhardt] Ja, es ist aber auch nicht so trivial.

00:10:34: ,056 [Carlo Thränhardt] Ähm, es ist tatsächlich nicht so trivial, wie man das sich vorstellen könnte. Es ist ein sehr komplexes Thema, wenn du ein Konzept entwickelst, zwei vierzig zu springen.

00:10:45: ,135 [Carlo Thränhardt] Fängt natürlich an erst mal mit der intrinsischen Motivation. Wie geil bin ich darauf, das erreichen zu wollen?

00:10:51: ,455 [Martina Eberl] Mhm.

00:10:51: ,596 [Carlo Thränhardt] Und das ist ja nicht irgendein Wettkampf. Das ist ein Wettkampf, der jeden Tag zweimal stattfindet im Training. Und wenn du da nicht bereit bist, jeden Tag zumindest zu versuchen, an deine Leistungsgrenze in jedem Trainingsbereich ranzukommen, dann kann das nicht funktionieren. Und wenn ich so höre, bei Bundeskaderen sprech ich immer mal bei irgendwelchen Meetings und hör so, wie die trainieren, da kann da nicht mehr bei rauskommen. Es ist einfach die innere Einstellung, die mich dazu bringt, aus meinen Möglichkeiten das Beste zu machen. Und jetzt sagen viele, es muss nicht immer Leistung sein, man kann auch so leben und ein schönes Leben. Kann man natürlich. Ich-- Für mich war nur immer das Gefühl, wenn ich mich belohnt habe mit 'nem geilen Training oder wenn ich besser geworden bin, hatte ich ein sehr höheres Glücksempfinden, als wenn ich das nur lapidar gemacht hätte. Deswegen kann ich die manchmal überliberalisierte Einstellung heutzutage nicht mehr so ganz nachvollziehen nach dem Motto, wenn ich dabei bin und ich hab 'n nettes Gespräch und so weiter.

00:11:46: ,676 [Carlo Thränhardt] Das ist mir zu wenig.

00:11:47: ,016 [Martina Eberl] Mhm. Ja, aber das ist ja so bissl die Gesellschaft oder auch was die Kinder jetzt betrifft. Jeder kriegt 'ne Goldmedaille, ohne dass er groß irgendwie was macht, er-

00:11:56: ,796 [Carlo Thränhardt] Ja, soll auch keine mehr geben bei Bundesjugendspielen sogar.

00:11:58: ,096 [Martina Eberl] Ja.

00:12:00: ,076 [Carlo Thränhardt] Äh, auch Tore sind bei Kindern abgeschafft. Auch es wird nicht mehr gezählt, wie viel Tore geschossen werden und wenn alle nur noch Spaß haben. Das Leben ist, ich mein, wir sehen das überall geopolitisch, es ist nicht überall Spaß.

00:12:12: ,916 [Martina Eberl] Nee. [lacht]

00:12:12: ,296 [Carlo Thränhardt] Und deswegen weiß ich nicht, ob das der richtige Weg ist. Im Gegenteil, ich bin davon überzeugt, dass es das nicht ist.

00:12:18: ,515 [Martina Eberl] Ja. Weil du grade gesagt hast, äh, du hast zweimal am Tag, also zweimal am Tag hast du trainiert?

00:12:22: ,736 [Carlo Thränhardt] Mhm.

00:12:23: ,044 [Martina Eberl] Bist du im Training dann mal tatsächlich noch höher gesprungen?

00:12:27: ,284 [Carlo Thränhardt] Nein, nein, nein, unmöglich. Also

00:12:29: ,864 [Carlo Thränhardt] macht ja auch gar keinen Sinn, wenn du zwei vierzig springst und keiner guckt zu. Das macht ja, das ist blöde. Kriegst du auch keine Prämie vom Ausrüster dafür. Also nee, das habe ich nicht gemacht. Meine Beste ist im Training war, glaube ich, einunddreißig, zweiunddreißig. Höher bin ich nie gesprungen. Du brauchst ja die Ab-Anspannung vom Wettkampf und dass es zählt, dass es was Besonderes ist.

00:12:49: ,444 [Carlo Thränhardt] Äh, aber-

00:12:49: ,024 [Martina Eberl] Die einen brauchen das und die anderen

00:12:52: ,444 [Martina Eberl] eben nicht.

00:12:52: ,984 [Carlo Thränhardt] Na ja, ich wusste aber, wenn ich im Training so und so hoch springen kann oder wenn ich auch im Krafttraining oder im Sprintbereich oder im horizontal oder vertikalen Sprung das und das erreiche, dann muss ich das nur in meinem Kopf zusammenfügen und dann umsetzen im Wettkampf. Aber das ist ja das Coole, was Spaß macht, wenn's drauf ankommt, das dann umzusetzen. Das ist das Schöne eigentlich am Leistungssport.

00:13:14: ,644 [Martina Eberl] Nimm mich da mal mit. Du bist in der Halle bist du zwo zweiundvierzig gesprungen und draußen zwo siebenunddreißig.

00:13:22: ,494 [Carlo Thränhardt] Das haben sie jetzt combined. Also mein deutscher Rekord und ist immer noch Europarekord übrigens auch, ist zwei zweiundvierzig. Das haben sie jetzt-

00:13:28: ,564 [Martina Eberl] Ja, genau. Ja, ja, genau. Da war, genau. Ähm, wenn du jetzt sagst, das bist du davor im Training auch noch nie gesprungen. Jetzt hast du da deine Anspannung, bist im Wettkampf, kann ich total nachvollziehen,

00:13:40: ,484 [Martina Eberl] aber das ist dann, ähm, meine Tochter würde sagen, das ist ja schon cringe. Das ist ja dann schon, jetzt hast du da so viel höher. Wie ist das dann zu wissen, da bin ich jetzt eigentlich noch nie drüber gesprungen, aber ich kann es trotzdem.

00:13:52: ,143 [Carlo Thränhardt] Bin ich ja, bin ich ja schon.

00:13:53: ,764 [Martina Eberl] Ach, bist du schon?

00:13:53: ,223 [Carlo Thränhardt] Bin ja im Traum hundertmal drüber.

00:13:55: ,284 [Martina Eberl] Ach so, okay. Okay.

00:13:56: ,364 [Carlo Thränhardt] Also das geht ja, der Kopf steuert das ja alles. Ich hab beim Einschlafen davon geträumt oder nicht geträumt, sondern darüber nachgedacht, wie das dann ist, wenn ich das mache und so weiter.

00:14:06: ,644 [Carlo Thränhardt] Wenn ich mich davon überraschen lasse, dann wird das nicht funktionieren. Ich muss das alles schon mal, ähm, durch mein Gedankengut abklären und das geht halt nur, wenn ich immer darüber nachdenke, dass ich dies und jenes so machen will und erreichen will. Und das Training ist nur Mittel zum Zweck, was dann von der Psyche heutzutage wird sehr viel von mentaler Stärke gesprochen, dass es dann umgesetzt wird. Das ist wie ein Mosaik, was ich zusammenfügen muss. Und wenn du dann da stehst und hast dir so viel Mühe gegeben über Monate, über Jahre und auch mit Ernährung aufgepasst, nur das und das gegessen, dann bist du aufgeladen wie ein Akku und der entlädt sich dann eben an diesem entscheidenden Tag. Im besten Falle.

00:14:47: ,324 [Martina Eberl] Im besten Falle. Dass man das halt dann auch wirklich da abrufen kann, ja.

00:14:51: ,043 [Carlo Thränhardt] Genau.

00:14:52: ,884 [Martina Eberl] Interessant, wenn du sagst, mit dieser Visualisierung. Gestern hatte der Sven Hannawald, der hier auch vor ein paar Wochen zu Gast war, Trainerstunde, kriegst du den natürlich auch, habe ich dir auch versprochen. Und, ähm, dann hat er mir, der war drei Stunden bei mir und wir konnten jetzt nicht drei Stunden Bälle schlagen. Und dann haben wir zwischendrin auch ein bisschen geratscht. Und dann haben wir, sind wir dann wieder so ein bisschen auf diese vier Schanzen Tournee gekommen, die er damals gewonnen hat. Und dann hat er gesagt, er hat in so oft im Training diese Sprünge simuliert. Hat immer wieder gedacht, das ist jetzt der Sprung dazu. Und er hat gesagt, das ist so oft in die Hose gegangen, so oft. Und als es dann, dann hat es halt auch geklappt im Training. Öfter besser, immer besser. Und als dann der Sp, diese Sprünge tatsächlich gezählt haben, war das für ihn so, als hätte er die einfach schon gemacht. Das ist ja letztendlich genau das Gleiche.

00:15:36: ,444 [Carlo Thränhardt] Sven hat dann auch Ahnung von Sport, ein bisschen.

00:15:39: ,084 [Martina Eberl] N ticken.

00:15:40: ,424 [Carlo Thränhardt] Bisschen.

00:15:40: ,924 [Martina Eberl] Ganz bisschen. Aber ich habe auch früher meine, meine Parts, ich hab extrem viel Parten trainiert und das, das musst du einfach auch, ja.

00:15:46: ,564 [Carlo Thränhardt] Klar.

00:15:47: ,624 [Martina Eberl] Ganz oft mit dem Mindset, der, der ist es jetzt, der zählt, der muss rein. Und dann, wenn du dann nämlich über dem Part stehst und der muss rein, dann ist das, ja ich hab ihn ja auch schon eine Million Mal so gemacht.

00:15:59: ,844 [Carlo Thränhardt] Letztendlich ist es in jedem Spitzensport,

00:16:03: ,804 [Carlo Thränhardt] äh, sehr ähnlich. Also dass man das alles im Kopf auch schon mal durchspielen muss und so weiter. Und wenn man, und das ist eine zusätzliche Mühe,

00:16:11: ,864 [Carlo Thränhardt] wenn man sich diese zusätzliche Mühe nicht gibt, glaube ich, kann man nicht außergewöhnlich gut werden. Wenn man jetzt nur trainiert und hakt das alles ab und damit ist es erledigt und ich mache jetzt irgendwas anderes und denke während des Trainings schon darüber nach, was ich heute Abend mache, ob ich ins Kino gehe oder was essen gehe, dann hat das Training nicht diese Qualität.

00:16:27: ,354 [Carlo Thränhardt] Auch bei jeder Bewegung, bei jeder scheiß Kniebeuge, die ich mache mit hundertachtzig Kilo, muss ich mir Gedanken darüber machen, was will ich mit der Kniebeuge überhaupt erreichen. Wenn ich das nur so mache, weil es jetzt im Trainingsplan drinsteht, das, das kann man machen, du wirst aber nie außergewöhnlich gut. Du musst bei jeder Bewegung eigentlich auch, dass es abgespeichert wird über afferente, efferente, Bahnreflexbogen, dass sich das die Psyche behält über neuromuskuläre Steuerung. Wenn ich das nicht begreife und wenn ich das nicht verinnerliche, dann werde ich ein guter Sportler werden können, aber ich werde nicht die Spitze erreichen. Funktioniert nicht.

00:17:02: ,064 [Martina Eberl] Schön, dass du das sagst. Weil, ähm, ich habe jetzt gerade überlegt, was, was denke ich, wenn ich, weil ich trainiere ja auch echt viel, also functional Training, viel Kraft.

00:17:12: ,144 [Martina Eberl] Was denke ich? Ich, ähm, ich denk mich in meine Muskeln tatsächlich rein. Welcher Muskel gerade ange, also angespannt oder entspannt wird. Also ich bin da komplett im Körper drin. Ist interessant, ja. Ohne dass ich das jetzt eigentlich forciere.

00:17:26: ,324 [Carlo Thränhardt] Also wenn ich jetzt Kniebeugen mache und denke jetzt an meine Schultermuskulatur, das wär dumm.

00:17:32: ,104 [Carlo Thränhardt] Ich sollte schon daran denken, was ich tue.

00:17:34: ,174 [Martina Eberl] Ja, ja. Aber es geht ja schnell, dass die, dass die Gedanken so dahin schweifen, irgendwo anders hin.

00:17:39: ,443 [Carlo Thränhardt] Aber die Pflicht hast du als Leistungssportler zu probieren, dass die Gedanken nicht wegfliegen. Das ist natürlich, und es gelingt auch nicht immer, aber der Anspruch sollte immer da sein.

00:17:48: ,984 [Martina Eberl] Stichwort fliegen. Also du bist ja quasi so auch geflogen

00:17:53: ,904 [Martina Eberl] über die Stange.

00:17:53: ,604 [Carlo Thränhardt] Ich wollte von der Erde weg.

00:17:55: ,484 [Martina Eberl] Du wolltest, genau, schön weg. Ähm, mit dem Fosbury-Flop und dieser Fosbury-Flop, das war mir tatsächlich ein Begriff, den kannte ich aus der Schule noch, die auch schon ein paar Tage jetzt her ist. Ähm, aber wir, da gab's ja eigentlich, also wir haben ja gar nichts anderes in der Schule damals gemacht. Es gab ja ganz früher, glaube ich, mal so einen Scherensprung, glaube ich oder irgendwie so was, aber das ist ja utopisch, so hoch zu springen

00:18:19: ,856 [Martina Eberl] mit der Technik. Also eine andere Technik in dieser Höhe gibt's ja gar nicht. Und bei dir war outstanding, dass du mit dem rechten Fuß weggesprungen bist. Also du bist quasi

00:18:29: ,116 [Martina Eberl] Du bist, wie bist du angelaufen? Links oder rechts?

00:18:32: ,396 [Carlo Thränhardt] Ja, das hat mit der sogenannten Kreuzkoordination zu tun. Ich bin eigentlich ein verkappter Linkshänder, deswegen bin ich mit rechts abgesprungen.

00:18:38: ,716 [Martina Eberl] Ah.

00:18:38: ,976 [Carlo Thränhardt] Die meisten Menschen sind Rechtshänder, deswegen springen die meisten neunundneunzig Prozent mit links ab.

00:18:43: ,736 [Martina Eberl] Ja, okay, ja.

00:18:45: ,096 [Carlo Thränhardt] Und ja, mein Sprungbein ist halt rechts. Ich konnte mit links auch springen, aber nicht so hoch. Und Schersprung bin ich zweiundzwanzig gesprungen. Also man kann schon ein bissl damit springen.

00:18:55: ,136 [Martina Eberl] Wie zweiundzwanzig?

00:18:56: ,896 [Carlo Thränhardt] Zwei Meter einundzwanzig im Schersprung im Training.

00:18:58: ,496 [Martina Eberl] Wirklich?

00:18:59: ,976 [Carlo Thränhardt] Ja, ja, das geht. Und es gab früher sind sie ja noch nach Schersprung kamen dann sogenannte Straddle, wo man bäuchlings rübergesprungen ist. Da waren die Russen sehr gut im Ostblock, weil die mit sehr viel Maximalkraft trainiert haben. Und als ich grade gut wurde, hab ich, bin ich in Mailand erst mal Europa Meisterschaften gesprungen. Da war ein Russe, Wladimir Jaschenko, der sprang Weltrekord zweihundertfünfunddreißig im Straddle noch. Also man konnte da auch schon recht hoch springen.

00:19:25: ,636 [Martina Eberl] Wahnsinn.

00:19:26: ,656 [Carlo Thränhardt] Mhm.

00:19:27: ,375 [Martina Eberl] Äh, für, für mich, wenn ich so zuschaue, ich hab da ein wenig nicht so viel Ahnung, da denk ich mir, es gibt eigentlich gar keine andere Möglichkeit, als da irgendwie so rückwärts drüberzuspringen. An was ich mir dabei aber auch denk,

00:19:37: ,976 [Martina Eberl] wie ist denn das, ich merk das jetzt beim mittlerweile mit meinem Rücken 'ne sehr einseitige Bewegung. Ja, also merk da schon die Bandscheiben, dass die da das nicht so cool fanden, dass ich das so lange so gemacht hab. Merkt man das nicht irgendwann mal so im Rückgrat, diese weil du, du das du gehst da ja schon krass ins Hohlkreuz und biegst dich da durch.

00:19:57: ,456 [Carlo Thränhardt] Nee, das merkt man aber dann nicht, wenn man konsequent immer Bauch-Rücken-Training macht, bevor man überhaupt richtig mit dem Training anfängt. Also das Korsett ist ja jetzt Bauch- und Rückenmuskulatur, braucht ihr im, im Golfsport, in Leichtathletik, in Tennis.

00:20:13: ,516 [Martina Eberl] Überall, ja.

00:20:14: ,396 [Carlo Thränhardt] Wenn du Bauch und Rücken Fußball, wenn du Bauch, Rücken nicht stabil bist und nicht das ist ja dieses Training ist ja eigentlich nur rein verletzungsprophylaktisch.

00:20:22: ,676 [Martina Eberl] Mhm.

00:20:22: ,816 [Carlo Thränhardt] Also das gehört einfach mit dazu, wie es warm machen musst du Bauch, Rücken trainieren in den unterschiedlichsten Formen, seitliche Bauchmuskulatur, schräge, untere, obere. Also das gehört dazu und ich hab toi, toi, toi mach bestimmt dreimal die Woche Bauch-Rücken-Training, weil das auch mit Haltung zu tun hat. Wenn man älter wird, bin jetzt auch 'n bisschen älter geworden komischerweise,

00:20:44: ,056 [Carlo Thränhardt] ähm, wenn man, ich möchte ja nicht

00:20:48: ,236 [Carlo Thränhardt] meine Haltung verlieren.

00:20:49: ,216 [Martina Eberl] Krummen Buckler. Ja, die Haltung verlieren, ja richtig.

00:20:51: ,176 [Carlo Thränhardt] So. Und es macht mir auch nicht immer Spaß, aber ich bin nicht dann s-, ich geh nicht in mein Gym rein und hab keinen Bock da ranzugehen. Ich überlege schon mir gleich umzudrehen und 'n Kaffee zu trinken.

00:21:02: ,896 [Martina Eberl] Was machst du denn dann? [lacht]

00:21:02: ,396 [Carlo Thränhardt] Aber dann bin ich, ja, aber dann bin ich unzufrieden und das ist reiner Egoismus, dass ich mich dann überwinde, es zu machen, weil danach schmeckt der Kaffee besser. Das ist ne ganz simple Gleichung, find ich. Und viele Leute, die gehen, unser Gesundheitssystem wird belastet durch Menschen, die haben Rückenprobleme. Die gehen halt zum Orthopäden, lassen sich 'ne Spritze geben oder lassen sich Krankengymnastik. Trainiert einfach mal 'n bisschen.

00:21:24: ,796 [Carlo Thränhardt] Ist blöd für die Orthopäden, die verlieren ihre Jobs, aber ich glaube, dass es sinnvoll wäre, wenn man einfach mehr eigenverantwortlich sich seinen Körper kümmert, was die wenigsten tun.

00:21:33: ,836 [Martina Eberl] Wenn du's jetzt grad schon so uns erzählen willst, was wie trainierst du denn jetzt noch so? Also was machst du? Reines, also klassisches Training in, in der Gym oder?

00:21:42: ,836 [Carlo Thränhardt] Alles. Ich geh, also ich mag nicht joggen. Joggen langweilt mich unglaublich. Viele entspannt, das weiß ich, kann man alles machen. Aber ich mach gerne mal, dann lauf ich einmal die Woche lauf ich 'n Berg hoch. Zehn mal hundertfünfzig Meter renn ich 'n Berg hoch wie ein Bescheuerter. Ist aber gut für gesamte Muskulatur.

00:21:57: ,316 [Martina Eberl] Mhm.

00:21:58: ,695 [Carlo Thränhardt] Joggen ist eigentlich mehr schädlich für die Kniegelenke und so weiter. Also Joggen ist nicht so mein Ding, dann mach ich Kniebeugen mit kleinen Gewichten, vierzig, fünfzig, sechzig Kilo.

00:22:07: ,296 [Carlo Thränhardt] Bauch-Rücken-Training gibt's unterschiedliche Möglichkeiten, wie man's macht. Und da versuch ich bei jedem zweiten Training noch mal 'n paar Wiederholungen mehr zu schaffen und so. Immer wieder neue Ziele definieren macht mir Spaß. Egal wie alt man ist.

00:22:21: ,256 [Martina Eberl] Ja, das sowieso.

00:22:22: ,736 [Carlo Thränhardt] Völlig las-

00:22:22: ,466 [Martina Eberl] Also da bei bei mir läufste da offene Türen ein-

00:22:25: ,236 [Carlo Thränhardt] Und ich trink abends wirklich gerne mal, äh, 'n Wein und ich möchte mir das Gefühl, das Wein, den Wein zu trinken, auch verdienen.

00:22:33: ,836 [Martina Eberl] Mhm.

00:22:33: ,776 [Carlo Thränhardt] Wenn ich jetzt den Wein nur trinken würde, wenn ich nix vorher gemacht hab, hätt ich schlechtes Gewissen. Aber wenn ich gearbeitet hab vorher oder was Sinnvolles geleistet hab, macht mir das einfach mehr Spaß.

00:22:43: ,156 [Martina Eberl] Genau.

00:22:44: ,735 [Carlo Thränhardt] Das muss jetzt nicht Wein sein, aber ich mag halt Wein.

00:22:46: ,386 [Martina Eberl] Nee, ich find das absolut die, d-die Balance halt, dass sich das so bissl ausgleicht und man darf da ja auch, man ist ja bloß, weil man Leistungssportler war, man ist ja deswegen nicht immer perfekt. Ja, das ist ja auch-

00:22:56: ,026 [Carlo Thränhardt] Überhaupt nicht, ja.

00:22:58: ,786 [Martina Eberl] Ja. Nee, ver-- bin ich bin ich total bei dir.

00:22:59: ,136 [Carlo Thränhardt] Noch ein Wort zum Gym. Ich seh das ja, wenn ich jeden Tag in so 'nem Ding oder. Dann sind viele Menschen da,

00:23:07: ,636 [Carlo Thränhardt] die trainieren vermeintlich,

00:23:09: ,516 [Carlo Thränhardt] haben immer ihr Wasser dabei. Das ist sehr vorbildlich. Fahren dann Fahrrad bei zwanzig Watt und trinken und lesen im Handy oder lesen die Zeitung.

00:23:19: ,055 [Carlo Thränhardt] Das kann man alles machen, aber das ist vergeudete Zeit.

00:23:22: ,296 [Martina Eberl] Mhm.

00:23:23: ,096 [Carlo Thränhardt] Wenn ich Sport mache, mach Sport.

00:23:25: ,156 [Martina Eberl] Ja.

00:23:26: ,865 [Carlo Thränhardt] Ich kann danach Wasser trinken oder wenn ich wirklich mich verausgabt hab, muss ich zwischendurch trinken, ist klar. Aber durch das Trinken alleine, wenn ich keine Belastung im Körper hab, wird sich nichts verändern.

00:23:36: ,896 [Martina Eberl] Nee.

00:23:36: ,875 [Carlo Thränhardt] Das ist so einfach wie... Deswegen ich, heutzutage gehen ja viele in die Sauna und machen da was Tolles. Ich muss halt vorher was Sinnvolles machen, dann nachher in die Sauna, dann macht das Sinn. Aber es hat sich so vieles verändert. Die Welt ist so komisch geworden.

00:23:49: ,676 [Martina Eberl] Na, du hast da, also ich muss so schmunzeln, weil ich bin ja selber auch Fitnesstrainer und ich, äh, hab jetzt mittlerweile auch wieder 'n paar Kurse, die ich gebe und, ähm, immer wieder kommen dann neue Leute dazu. Letztes Mal waren zwei neue Mädels dabei und dann hab ich gesagt, ja, macht ihr denn auch schon, macht ihr denn Sport? Jetzt, jetzt werd ich mir 'n ganz schönen Schiefer gleich einziehen. Ähm, haben sie gesagt, ja, also wir doch schon relativ viel. Wir machen Pilates und Yoga. Und dann hab ich gesagt, nee, Sport.

00:24:14: ,636 [Carlo Thränhardt] Mhm.

00:24:15: ,776 [Martina Eberl] Und dann haben sie gesagt, das ist jetzt kein Sport. Da hab ich gesagt, nee. Das was-

00:24:18: ,216 [Carlo Thränhardt] Komm, drauf an, du kannst-

00:24:19: ,076 [Martina Eberl] Ja natürlich, es ist besser als gar nix.

00:24:21: ,036 [Carlo Thränhardt] Einmal das und du kannst Yoga auch in 'ner Form machen, dass es sportähnlich wird und du kannst auch Pilates, wenn du da dreihundert Wiederholungen machst und die auch in 'ner Amplitude, die Sinn macht, auch da kann es in Richtung Sport gehen. Aber das ist das Gleiche, was ich beim Fahrradfahren gesagt hab bei zwanzig Watt und 'n Liter Wasser trinken und das wird nicht helfen.

00:24:39: ,297 [Martina Eberl] Ja, vor allem der so dieser Hintergrund, ähm Dass ab einem gewissen Alter und es startet ja sehr früh, ab dreißig, diese Sarkopenie, dass der Muskelschwund startet.

00:24:47: ,188 [Carlo Thränhardt] Gelesen, ab dreiundzwanzig, die Zellerneuerung wird schon schlechter.

00:24:51: ,828 [Martina Eberl] Ja, und dass dieser Muskelabbau, dass man, man muss da wirklich auch bei, vor allem bei Frauen, ja, dass du da anfängst, mit Gewichten mal zu arbeiten, damit dieser ganze Körperabbau nicht so passiert. Im Gegenteil, dass er sich erhält, ja. Aber das ist noch nicht ganz-

00:25:05: ,148 [Carlo Thränhardt] Es gab ja früher, es gab ja früher auch die, äh, gängige Meinung, dass man nur mit, je älter man wird, umso weniger Gewichte sollte man nehmen. Das stimmt nicht.

00:25:14: ,028 [Martina Eberl] Nee.

00:25:15: ,597 [Carlo Thränhardt] Der Muskel nimmt nur Reize wahr, wenn ich in den submaximalen Bereich gehe, das heißt mit achtzig, neunzig Prozent trainiere. Wenn ich nur mit dreißig Kilo mich ein bisschen bewege oder

00:25:25: ,468 [Carlo Thränhardt] , dann kann ich mein Gewissen vermeintlich beruhigen, aber ich werde keinen Effekt haben.

00:25:30: ,928 [Martina Eberl] Ja.

00:25:30: ,948 [Carlo Thränhardt] Das ist leider

00:25:33: ,348 [Carlo Thränhardt] vielleicht auch ganz gerecht. Du kriegst im Leben nichts geschenkt. Nur dass du eine Stunde dich da, äh, bewegst, wird nichts passieren. Das ist nicht so-

00:25:41: ,728 [Martina Eberl] Oh mei, das, du, da können wir einen eigenen Podcast drüber machen.

00:25:43: ,088 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:25:44: ,588 [Martina Eberl] Ja, also du hast ja vorher erzählt, du warst jetzt, ähm, bei einer Weltmeisterschaft, hast du gesagt, ja?

00:25:50: ,548 [Carlo Thränhardt] Nee, das war ein internationales Hochsprungmeeting.

00:25:53: ,708 [Martina Eberl] Ja, genau. Aber davor hast du gesagt, du, du schaust dir normalerweise immer Olympia und Weltmeisterschaft an, wie so viele ja auch.

00:25:59: ,108 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:26:00: ,188 [Martina Eberl] Hat dich das eigentlich bisschen genervt, dass du eine Sportart hattest, die

00:26:07: ,028 [Martina Eberl] eigentlich ihre Aufmerksamkeit nur bei diesen Peak Events hatte als, weil ich meine, ihr habt ja auch noch andere Sport, äh, andere Wettkämpfe gehabt, die dann aber halt nicht übertragen worden sind. Äh, die Aufmerksamkeit ist nicht gekommen. Bloß halt dann zu Olympia und zu Weltmeisterschaften. Hat dich das genervt, dass das nicht einfach durchgängig, ähm, 'ne Begeisterung gefunden hat?

00:26:28: ,908 [Carlo Thränhardt] Du bist lachen, die haben wir sogar ein Stück weit selbst kreiert. Wir haben ja eigene Hochsprungmeetings veranstaltet. Es gab Hochsprungmeetings in Eberstadt bei Stuttgart, da waren irgendwann achttausend Leute da. Es gab, äh, ich hab eigene Hochsprungmeetings veranstaltet mit Musik. Wir haben das ein bisschen, äh, ähm, aufgepeppt, bisschen bunter gemacht, sag ich mal. Und was erstaunlich war, auch wenn du jetzt mit Musik zum Beispiel gesprungen bist, Musik weckt ja Emotionen und Emotionen beim Leistungssport helfen natürlich auch. Die sind im Schnitt alle eine halbe Höhe, äh, besser gesprungen und so weiter. Also wir hatten schon-- Ja, ja, das war so.

00:27:02: ,488 [Martina Eberl] Ah, okay.

00:27:03: ,488 [Carlo Thränhardt] Und auch im Training. Es gibt ja Gründe, warum du mit Musik trainierst.

00:27:06: ,088 [Martina Eberl] Mhm.

00:27:07: ,868 [Carlo Thränhardt] Weil es eben noch mal Endorphine freisetzt und so weiter und da kannst du noch mal ein bissl mehr draufpacken. So nur stoisch dahertrainieren, das ist nicht so förderlich.

00:27:16: ,448 [Martina Eberl] Ist das, ähm, auch mal, äh, recherchiert oder überdacht worden, welche Art von Musik da tatsächlich?

00:27:22: ,498 [Carlo Thränhardt] Das ist individuell. Es gab Leute, sind zu klassischer Musik gesprungen. Ich hatte mehr so, so Hardrockmusik und, äh, Leute, ganz zu Schlagern sind auch welche gesprungen. Jeder muss für sich entscheiden, was berührt ihn. Das ist ja individuell völlig unterschiedlich. Und wenn es im positiven Sinne berührt, dann wird es auch positiv die Leistung beeinflussen. Ich bin da gesprungen bei Wetten, dass. Damals gab's Wetten, dass noch. Das haben damals, weiß ich nicht, fünfzehn Millionen Menschen geguckt. Hat irgendeiner gewettet, der springt aus dem Stand höher als ich. Und ich bin vorher, glaub ich, Weltrekord gesprungen, zwei siebenunddreißig im Ersten. Und da wurde ich eingeladen. Frank Elstner hat das doch gemacht. Das weiß keiner mehr von der Zwischenzeit.

00:27:58: ,928 [Martina Eberl] Doch, also ich weiß es.

00:27:58: ,708 [Carlo Thränhardt] Ja,

00:28:00: ,848 [Carlo Thränhardt] du bist alt, aber viele andere wissen das nicht.

00:28:05: ,108 [Carlo Thränhardt] Ähm, und zwei siebenunddreißig war schon toll und da stand überall in der Zeitung Weltrekord und im Fernsehen lief und so weiter. Aber dann bin ich bei Wetten, dass aus dem Stand irgendwie eins sechzig gesprungen und der Schweizer Volleyballspieler, der mich schlagen wollte, irgendwie eins dreißig.

00:28:19: ,948 [Carlo Thränhardt] Und am nächsten Tag bin ich, ich lebte noch in Köln, bin ich durch Köln gelaufen und jeder dachte: Wetten, dass Weltrekord Geile. Auf einmal waren die eins sechzig mit fünfzehn Millionen Zuschauern mehr wert als zwei siebenunddreißig.

00:28:29: ,028 [Martina Eberl] Wahnsinn.

00:28:30: ,548 [Carlo Thränhardt] Ja, das war ganz witzig.

00:28:31: ,708 [Martina Eberl] Und du bist eins sechzig und der ist eins dreißig.

00:28:33: ,528 [Carlo Thränhardt] Ja, der war nicht so gut.

00:28:34: ,028 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, die Wette, die ist nicht so ganz ausgegangen. [lacht]

00:28:37: ,588 [Carlo Thränhardt] Echt 'ne dusselige Wette für mich.

00:28:40: ,708 [Martina Eberl] Ach, wie witzig. Ja. Ja, aber Wetten, dass es ist schon, das war schon Trumpf, gell?

00:28:45: ,848 [Carlo Thränhardt] Ja, ja, das war geil.

00:28:46: ,388 [Martina Eberl] Mal zurück zu deiner wirklich aktiven Zeit. Das Bad Lauchstädt, wo du herkommst, das ist ja noch ehemaliger Osten.

00:28:54: ,268 [Carlo Thränhardt] Mhm.

00:28:55: ,228 [Martina Eberl] Wie lange wart ihr da?

00:28:56: ,388 [Carlo Thränhardt] Wir sind geflüchtet. Also ich war zwei Jahre alt, mein Bruder war drei. Wir sind einfach abgehauen. Mein Vater ist ein halbes Jahr vorher abgehauen. Meine Mutter und mein Bruder sind ein halbes Jahr später nachgekommen. In der Nähe von Köln haben wir da gelebt, in Rodenkirchen. Also richtig geflüchtet.

00:29:11: ,308 [Martina Eberl] Das sagst du so, wir sind halt geflüchtet. Aber wie habt ihr das gemacht?

00:29:15: ,908 [Carlo Thränhardt] Na ja, der hat sich eine Arbeitsstelle besorgt. Wir hatten eine kleine Wohnung. Wir hatten zwanzig D-Mark in der Woche für eine vierköpfige Familie, um klarzukommen. Und

00:29:26: ,708 [Carlo Thränhardt] da gab's sehr oft Pellkartoffeln. Pellkartoffeln mal mit Blumenkohl und mal Pellkartoffeln mit,

00:29:33: ,148 [Carlo Thränhardt] wenn's gut lief, mit Hering. Und alle vier Wochen gab's mal sogenannten falschen Hasen am Wochenende. Das war zwei Drittel, äh, Mehl und ein Drittel Schweine mit. Und daraus wurde so ein falscher Hase gemacht und da kriegte der Vater zwei Scheiben und meine Mutter, mein Bruder und ich jeweils eine Scheibe. Das war dann

00:29:55: ,808 [Carlo Thränhardt] der Sonntag.

00:29:57: ,248 [Carlo Thränhardt] Ich komme aus dem Dreck.

00:30:00: ,428 [Carlo Thränhardt] Ist, wie es ist. Aber ist ja nicht schlimm. Also

00:30:03: ,228 [Carlo Thränhardt] ich glaube, es würde vielen heutzutage guttun, mal ein paar Wochen so zu leben.

00:30:07: ,088 [Martina Eberl] Mhm. Und dann seid ihr, weil ich wollt auf dieses, weil du das jetzt einfach so gesagt hast mit dem Flüchten. Wie seid ihr da rausgekommen? Weil das war ja jetzt nicht so easy, dass man sagt, ich, ich bin mal weg.

00:30:17: ,748 [Carlo Thränhardt] Ja, das war noch vor Mauerbau, da ging das noch. Du konntest einen Besucherschein ausfüllen irgendwie. Ich weiß das auch nur aus Erzählungen. Als zwei Jahre kriegt man das nicht hin.

00:30:25: ,068 [Carlo Thränhardt] Und ich weiß nur noch, das hat meine Mutter mir erzählt,

00:30:29: ,488 [Carlo Thränhardt] haben meinen Vater dann getroffen nach einem halben Jahr und dann hab ich Onkel zu meinem Vater gesagt, weil in dem Alter, wenn du deinen Vater ein halbes Jahr nicht siehst-

00:30:36: ,218 [Martina Eberl] Ja.

00:30:37: ,108 [Carlo Thränhardt] dann ist das erst mal schwierig. Aber den hab ich ja wieder kennengelernt.

00:30:42: ,127 [Carlo Thränhardt] War schon nett.

00:30:43: ,728 [Martina Eberl] I met again. Okay.

00:30:44: ,428 [Carlo Thränhardt] Ja. Und hat immer genervt, dass er zwei Scheiben gekriegt hat.

00:30:49: ,920 [Martina Eberl] Ja, das war halt die Generation, ja. Plus hab ich gesagt, der eins, wenn's hart auf hart kommt. Wobei nein, ich vergerbe meinen Kindern schon immer mehr. Ist ruhig, ist ruhig. Ähm, du hast ’n Bruder, hast du gerade gesagt. Den kenne ich auch.

00:31:00: ,140 [Martina Eberl] Ähm, der ja auch so groß gewachsen ist wie du, nicht ganz so groß. Du bist eins neunundneunzig. Wie groß ist der?

00:31:06: ,290 [Carlo Thränhardt] Eins siebenundneunzig.

00:31:06: ,560 [Martina Eberl] Eins siebenundneunzig, ja also.

00:31:07: ,920 [Carlo Thränhardt] Ja, ja.

00:31:07: ,220 [Martina Eberl] Ähm.

00:31:08: ,960 [Carlo Thränhardt] Ist ein kleiner Kerl, ist eins zweiundneunzig.

00:31:09: ,459 [Martina Eberl] Und der hat aber auch bissel das Hochsprung schon oder Hochspringen auch für sich entdeckt gehabt, aber ist halt da nicht so-

00:31:16: ,300 [Carlo Thränhardt] Neid.

00:31:17: ,040 [Martina Eberl] Ist da jemals,

00:31:19: ,300 [Martina Eberl] also ich kenne euch beide ja und, äh, da ist ja jetzt kein, jetzt sowieso kein Neid mehr da, aber war damals so bissel so Eifersucht und Neid dir gegenüber?

00:31:27: ,920 [Carlo Thränhardt] Nicht wirklich. Also nicht, zumindest damals nicht wirklich für mich erkennbar. Wir haben dann irgendwann gehen Leben auseinander auch.

00:31:35: ,460 [Martina Eberl] Mhm.

00:31:37: ,280 [Carlo Thränhardt] Er hat, äh,

00:31:40: ,730 [Carlo Thränhardt] Erziehungswissenschaften studiert, hat dann, äh, Filmproduktion angefangen, hat da auch sehr gute Jobs gemacht und ich hab halt meinen Leistungssport gemacht und dann hatten wir gar nicht mehr so viel Parallelitäten. Das hat sich dann schon verändert. Wir haben uns oft gesehen noch in Köln, der lebte auch in Köln,

00:31:55: ,720 [Carlo Thränhardt] aber das war nicht mehr so, dass man so wie früher in der Kindheit, wo man alles zusammen gemacht hat. Ein Jahr Altersunterschied, da macht man natürlich viel zusammen.

00:32:02: ,300 [Martina Eberl] Mhm.

00:32:04: ,460 [Martina Eberl] Ihr seid euch ja auch ähnlich. Also man kann schon sagen, dass ihr zwei Brüder seid. Aber so, dass da jetzt so schlechte Stimmung war aus Grund, weil du so erfolgreich geworden bist, das war nie der Fall.

00:32:13: ,560 [Carlo Thränhardt] Es gab immer mal Stress wegen unterschiedlichen Sachen, wie bei Brüdern das üblich ist oder bei den Schwestern aus unterschiedlichen Anlässen, ja. Wir haben auch Filmproduktionen zusammen gemacht, äh, äh, später. Er war dann öfter mal unpünktlich, weil er das durch den Sport nicht so gelernt hatte. Wenn man jetzt sagt, um elf Uhr da, dann ist man um elf Uhr da und dann kam der halt um Viertel nach zwölf und war überrascht, dass alle ein bisschen pikiert waren. Das hatte er nicht so ganz aufm Schirm. Auch so früh aufstehen, das, ich glaub, der ist bis heute noch nie vor zehn Uhr morgens aufgestanden.

00:32:43: ,740 [Carlo Thränhardt] Das ist nicht so sein Ding.

00:32:44: ,230 [Martina Eberl] lacht] Ach Gott. Jetzt kommen wir wieder zurück zu deinem, zu, zu der mentalen Stärke, oder beziehungsweise es gab auch Momente in deiner Karriere, du bist zweimal Olympia gesprungen, vierundachtzig in LA und achtundachtzig in Seoul.

00:33:00: ,550 [Carlo Thränhardt] Mhm.

00:33:01: ,360 [Martina Eberl] Da konntest du jetzt nicht hundertprozentig so deine Leistung abrufen, schätze ich mal, sag ich jetzt einfach mal so, die du von dir wahrscheinlich erwartet hattest. Was hat das mit dir gemacht bei so großen Wettkämpfen, wo du, wo du bestimmt mehr von dir erwartet hast und dann das nicht so kam?

00:33:17: ,880 [Carlo Thränhardt] Also erst mal, ich war ja Quereinsteiger in der Leichtathletik, kam vom Handball direkt und für mich bedeutete jetzt Hochsprung erst mal nicht nur vier Wettkämpfe im Jahr zu machen. Hat mir ja Spaß gemacht und ich wollte jede Woche höher springen. Also so von Periodisierung und mich heute vier Jahre auf einen Wettkampf vorbereiten, das hab ich nicht so richtig begriffen und auch nicht so richtig gelernt.

00:33:41: ,820 [Carlo Thränhardt] Und

00:33:43: ,860 [Carlo Thränhardt] mich so, so, so sehr zu konditionieren, so wenig Wettkämpfe zu machen, weil das mir Freude bereitet. Das war nicht so mein Ding und ich glaube, das war mit ein Grund, dass ich nicht, ähm,

00:33:55: ,120 [Carlo Thränhardt] bei Olympischen Spielen, da kam auch noch Pech dazu.

00:33:59: ,380 [Carlo Thränhardt] Seoul hatte ich eine Operation vorher, Außenmeniskus war angerissen und Los Angeles hab ich Fehler gemacht. Das war meine Schuld. Bin zu spät nach Los Angeles. Time Change waren neun Stunden.

00:34:09: ,600 [Martina Eberl] Mhm.

00:34:09: ,530 [Carlo Thränhardt] Hab mich beim Training verletzt dann. Und

00:34:12: ,850 [Carlo Thränhardt] was hat das gemacht mit mir? Das hat mit mir gemacht: Schade, Olympische Spiele ist halt nun mal vermeintlich das Wichtigste. Für mich war's ja gar nicht das Wichtigste. Für mich war es ja wichtiger, höher zu springen als die anderen.

00:34:21: ,860 [Martina Eberl] Mhm.

00:34:22: ,660 [Carlo Thränhardt] Dass man dieses nur an diesem einen Tag machen muss,

00:34:25: ,440 [Carlo Thränhardt] hab ich nicht verstanden. Jedenfalls hat das dann

00:34:29: ,580 [Carlo Thränhardt] einfach wieder neue Motivation gemacht. Das musst du diese Niederlage, deine Blödheit, dass du das eben zu spät angereist bist und dass daraus resultierte, dass du dich verletzt hast und so weiter. Neues Ziel definieren, nicht in Larmoyanz versinken, fand ich immer am wichtigsten. Also du kannst da mal zwei Tage schlecht drauf sein, auch mal ein Bier zu viel trinken, aber danach geht's wieder von vorne los. Neues Ziel definieren und dann bin ich noch dreimal eine später Europa-Rekord gesprungen. Also man kann das schon hinkriegen. Es gehört aber immer der absolute Wille dazu.

00:34:58: ,080 [Martina Eberl] Mhm.

00:35:00: ,400 [Martina Eberl] Das-

00:35:01: ,939 [Carlo Thränhardt] Ich hab hier mit Leuten gesprochen heute, die machen heute acht bis zehn Wettkämpfe im Jahr. Ich hab früher vierzig Wettkämpfe gemacht.

00:35:09: ,360 [Carlo Thränhardt] Ich war ja Profi, es macht ja Spaß. Ich will ja höher springen. Und die schonen sich. Die schonen sich alle irgendwie zu Tode heutzutage.

00:35:17: ,990 [Martina Eberl] Das war auch die, die, äh, Christine Theiss, die Kickboxerin war auch hier im, im, im Podcast

00:35:23: ,840 [Martina Eberl] und die hat auch erzählt, dass, äh, dass sie nur zwei bis drei dann Wettkämpfe im Jahr hatte. Und ich hab gestern einen Podcast gehört vom OMR mit dem Philipp Westermeyer und der hatte den Wladimir Klitschko zu Gast.

00:35:33: ,280 [Martina Eberl] Und der Wladimir hat erzählt, dass er, als er halt wirklich angefangen hat zu boxen und da so reingekommen ist, hat er, ähm, sechzehn Kämpfe gehabt.

00:35:43: ,780 [Carlo Thränhardt] Mhm.

00:35:43: ,480 [Martina Eberl] Sechzehn. Weil ich noch zu Chrissie gesagt hab, zwei oder drei, ist aber ganz schön wenig. Und dann hat sie gesagt: „Ja,

00:35:49: ,280 [Martina Eberl] das, dieses, dieses Vorbereiten und nach dem Kampf ist es einfach, da braucht man erst mal Ruhe und so weiter." Und dann hat er das gestern, hab ich das gehört, mit sechzehn Kämpfen. Und ich mein, das ist ja jetzt nicht mal so 'ne Streichl-Streicheleinheit, so ein Kampf.

00:36:00: ,400 [Carlo Thränhardt] Da kriegst du auf die Fresse da.

00:36:01: ,970 [Martina Eberl] Ja, genau.

00:36:01: ,410 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:36:02: ,600 [Martina Eberl] Und das, was du eben auch sagst, das hat sich schon auch verändert. Diese, diesen, dieser Umfang und, aber weil du gerade gesagt hast, hat dir halt auch Spaß gemacht und ich glaub, das war halt auch dein Hauptantr-Antrieb, gell?

00:36:13: ,620 [Carlo Thränhardt] Absolut.

00:36:13: ,120 [Martina Eberl] Ja.

00:36:14: ,140 [Carlo Thränhardt] Absolut.

00:36:15: ,380 [Martina Eberl] Weil du vorher, das hast du noch an, das ist jetzt noch mal, was ich gerne wissen möchte, weil mich interessiert das ja total als Sportlerin, als Hochspringer. Also du hast vorher den, den Begriff Plyometrie, das ist die Sprungkraft, die sp--

00:36:27: ,320 [Martina Eberl] von unten nach oben.

00:36:28: ,350 [Carlo Thränhardt] Es ist eine Trainingsmethodik, um die Sprungkraft zu verbessern.

00:36:31: ,360 [Martina Eberl] Ja.

00:36:31: ,500 [Carlo Thränhardt] Um die Kontraktionsfähigkeit der Muskulatur zu erhöhen.

00:36:34: ,360 [Martina Eberl] Also die erste Frage, die ich jetzt noch hab, ist, was das Hochspringen betrifft: Wie trainiert ein Hochspringer? Und dann hast du das auch noch mal kurz so angeschnitten mit der Ernährung, weil du gesagt hast, das kommt dann alles wie, alles zusammen. Du musst ja auf so ein gewisser, du darfst ja nicht schwer sein.

00:36:49: ,432 [Carlo Thränhardt] Ne. Und ich hab's immer geliebt zu essen.

00:36:52: ,651 [Carlo Thränhardt] Und ich musste mich immer, ich liebe essen und trinken und ich musste mich immer kasteien. Das hat mich, das hat mich jetzt wirklich genervt.

00:36:58: ,762 [Martina Eberl] Okay, was durftest du nicht essen, was du so gerne gegessen hättest?

00:37:01: ,711 [Carlo Thränhardt] Mehr.

00:37:02: ,372 [Martina Eberl] Einfach mehr.

00:37:03: ,372 [Carlo Thränhardt] Einfach mehr. Ein guter Kumpel von mir, Dietmar Mögenburg, der zu meiner Zeit auch sehr gut war, Olympiasieger geworden ist in Los Angeles, der mochte nicht so essen. Der ist zwei Meter zwei groß und wiegt sechsundsiebzig Kilo damals.

00:37:17: ,612 [Carlo Thränhardt] Dem hat Essen keinen Spaß gemacht.

00:37:19: ,072 [Martina Eberl] Schade.

00:37:20: ,692 [Carlo Thränhardt] Und mir-- Ja, das ist schade, aber für seinen Sport war das damals sinnvoll.

00:37:23: ,312 [Martina Eberl] lacht]

00:37:24: ,612 [Carlo Thränhardt] Und einfacher als für mich. Also mich hat es immer genervt, aber das gehört ja auch mit dazu, sich zu kasteien. Auch das erhöht dann die Leistungsbereitschaft und so weiter. Und ja, also Schweinefleisch. Man isst einfach kein Schweinefleisch als Sportler. Man isst keinen Zucker,

00:37:40: ,252 [Carlo Thränhardt] man isst keine Pommes oder keine Tafel Schokolade. Das macht man einfach nicht,

00:37:47: ,552 [Carlo Thränhardt] weil dann

00:37:49: ,892 [Carlo Thränhardt] es konterkariert ja die Idee. Ich will ja besser werden und mein Körper braucht ja eine gesunde Ernährung. Und einmal im Monat kann man Schmarrn fressen. Eine Currywurst mal ist nicht so schlimm, aber grundsätzlich ist die Ernährung, das war vor vierzig Jahren genauso wie heute. Ich weiß nicht-

00:38:04: ,752 [Martina Eberl] War das damals schon so?

00:38:05: ,692 [Carlo Thränhardt] Total. Also ich habe das natürlich so gemacht.

00:38:09: ,972 [Martina Eberl] Ich glaube, du warst da schon oft einen Schritt voraus.

00:38:11: ,652 [Carlo Thränhardt] Das haben schon einige gemacht.

00:38:13: ,752 [Martina Eberl] Ja?

00:38:13: ,272 [Carlo Thränhardt] Also, aber wie du gesagt hast, äh-

00:38:17: ,352 [Martina Eberl] Was hast du jetzt gewogen zu deiner Spitzenzeit?

00:38:19: ,171 [Carlo Thränhardt] Vierundachtzig, dreiundachtzig, vierundachtzig.

00:38:22: ,352 [Martina Eberl] Bei eins neunundneunzig.

00:38:23: ,692 [Carlo Thränhardt] Siebenundneunzig immer noch.

00:38:24: ,852 [Martina Eberl] Siebenundneunzig.

00:38:25: ,912 [Carlo Thränhardt] Übrigens eine ganz niedliche Geschichte,

00:38:30: ,192 [Carlo Thränhardt] ähm, wenn man abnehmen möchte. Als ich zwei zweiundvierzig gesprungen bin, war ich vor dem Wettkampf auf einer Digitalwaage, wog vierundachtzig Kilo und der Wettkampf hat so sieben, acht Stunden dauert das so mit, also du fährst hin und erst einmal warm machen, einspringen, das und das und Pause und warten und wieder neu motivieren und dann fängst du bei zwei dreißig an und so. Und dann bin ich, weiß nicht, zwei Uhr morgens zurück in das, äh, in mein Zimmer auf dieselbe Digitalwaage und dann wog ich siebenundsiebzig Kilo. Also sieben Kilo waren einfach weg. Durch den Stress, durch das Wollen. Ja, erstaunlich, aber es war so.

00:39:07: ,532 [Martina Eberl] Okay.

00:39:08: ,502 [Carlo Thränhardt] Also ich kann jedem nur raten da draußen, wenn einer abnehmen will, Weltrekord im Hochsprung macht Sinn.

00:39:14: ,692 [Martina Eberl] lacht] Den gehen wir jetzt an. Also wir gehen jetzt alle den Weltrekord im Hochsprung an.

00:39:20: ,732 [Martina Eberl] Ähm, bist du noch viel im Leicht-- in der Leichtathletik unterwegs?

00:39:23: ,072 [Carlo Thränhardt] Nee.

00:39:24: ,552 [Martina Eberl] Nicht mehr.

00:39:24: ,712 [Carlo Thränhardt] Nee.

00:39:24: ,502 [Martina Eberl] Hast du vor schon gesagt, dass nicht.

00:39:26: ,252 [Carlo Thränhardt] Tennis. Ich liebe Tennis viel mehr.

00:39:28: ,992 [Martina Eberl] Ja, das Tennis, da kommen wir eh gleich drauf.

00:39:29: ,432 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:39:30: ,032 [Martina Eberl] Abschlussfrage zu deinem Leistungssport: Welche Learnings nimmst du bis heute? Wie gesagt, das ist wieder, ich wiederhole mich, ähm, sind ja ein paar Tage jetzt her. Welche Learnings begleiten dich immer noch, wo du sagst: „Ohne meinen Sport

00:39:46: ,372 [Martina Eberl] hätte ich diese Einstellung nicht, ähm, beziehungsweise,

00:39:50: ,052 [Martina Eberl] ja, diese Lebenseinstellung und diesen Drive ohne diesen Sport hätte ich den nicht." Was begleitet dich heute noch damit?

00:39:57: ,572 [Carlo Thränhardt] Alles.

00:39:57: ,952 [Martina Eberl] Alles. Verstehe ich, ja.

00:39:58: ,431 [Carlo Thränhardt] Sport hat mein Leben geformt.

00:40:01: ,752 [Martina Eberl] Toll.

00:40:01: ,312 [Carlo Thränhardt] Ich möchte nicht wissen, was ohne Sport aus mir geworden wäre. Vielleicht noch ein bunterer Hund, was dann nicht mehr-

00:40:07: ,372 [Martina Eberl] Noch ein bunterer Hund.

00:40:08: ,972 [Carlo Thränhardt] Wär dann nicht möglich.

00:40:08: ,372 [Martina Eberl] Schauen wir mal, ob das überhaupt möglich ist.

00:40:10: ,672 [Carlo Thränhardt] Nein.

00:40:10: ,852 [Martina Eberl] So, lieber Carlo, es gibt hier und der ist bei dir, also bis jetzt hat bei allen noch eine Seite gereicht. Es gibt einen Live-Score, den ich für dich geschrieben habe über dein Leben

00:40:21: ,472 [Martina Eberl] und, ähm, den darfst du jetzt selbst vorlesen

00:40:26: ,172 [Martina Eberl] und ich hoffe, dass alles stimmt.

00:40:29: ,652 [Martina Eberl] Brauchst du eine Brille? Ich hätte, ich hätte eine Brille im Angebot, aber ich sehe, das klappt ganz gut, wie das hält.

00:40:35: ,452 [Carlo Thränhardt] Also jetzt einfach vorlesen?

00:40:36: ,412 [Martina Eberl] Du darfst es laut für uns alle vorlesen.

00:40:39: ,372 [Martina Eberl] Der Live-Score.

00:40:41: ,072 [Carlo Thränhardt] Mein Leben war nie Durchschnitt.

00:40:44: ,172 [Carlo Thränhardt] Nicht im Sport, nicht privat, nicht im Kopf. Ich war immer jemand, der hoch hinaus wollte, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Hochspringer habe ich mein Leben damit verbracht.

00:40:55: ,832 [Carlo Thränhardt] Grenzen zu überspringen, zumindest zweiundvierzig waren am Ende nicht nur ein Rekord. Sie waren ein Symbol für Disziplin, für Risiko, für diesen inneren Glauben, dass mehr möglich ist,

00:41:06: ,452 [Carlo Thränhardt] als andere denken. Ich war ehrgeizig, extrem ehrgeizig, manchmal vielleicht zu sehr, aber ohne diesen Hunger hätte ich es nie dorthin geschafft. Die Achtziger waren laut, wild und glamourös. Leichtathletik war plötzlich Show. Ich hatte lange Haare, Selbstbewusstsein und keine Angst davor aufzufallen. Viele fanden das faszinierend, manche fanden es arrogant, aber ich wollte nie unsichtbar sein. Darf ich auch einhaken oder einfach zu Ende lesen?

00:41:36: ,372 [Martina Eberl] Wir reden da später drüber. Wir können ja-- Ja, lies mal fertig.

00:41:39: ,352 [Carlo Thränhardt] Ähm, was viele nicht sehen, Spitzensport ist Einsamkeit. Du trainierst gegen Schmerzen, gegen Zweifel, gegen Angst. Und irgendwann merkst du, der größte Gegner steht nicht neben dir, sondern in dir selbst. Nach meiner Karriere kam die nächste Herausforderung: Wer bist du, wenn der Applaus aufhört, wenn keine Latte mehr liegt? Ich musste lernen, mich neu zu erfinden. Ich ging nach Amerika, arbeitete als Coach, Motivator, Mentaltrainer. Ich habe mit Sportlern gearbeitet, mit Unternehmen, mit Menschen, die Erfolg hatten und trotzdem nicht glücklich waren. Denn Erfolg ist keine Ziellinie, das versucht man oft erst später. Ich habe erlebt, wie schnell Ruhm vergeht, wie hart Verluste sein können, wie wichtig Familie wird, wenn der Lärm leiser wird. Es gab Höhen, sehr hohe Höhen und es gab private Momente, die wehgetan haben. Aber genau das ist Leben. Nicht perfekt, sondern echt. Heute sehe ich vieles ruhiger. Ich muss niemandem mehr beweisen, wie hoch ich springen kann. Wichtiger ist geworden, wie man mit Menschen umgeht, wie man Vater ist, wie man liebt, wie man bei sich bleibt.

00:42:42: ,412 [Martina Eberl] Umdrehen. Auf der Rückseite ist der Schluss.

00:42:44: ,260 [Carlo Thränhardt] Golfgespräche, Familie, Gesundheit, das sind heute andere Formen von Weg. Und trotzdem schlägt dieses alte Sportlerherz noch immer. Dieser Wille, diese Spannung vor dem Absprung, das verschwindet nie ganz. Wenn ich heute auf mein Leben schaue, denke ich nicht zuerst an Medaillen und Rekorde. Ich denke an Intensität. Ich habe intensiv gelebt, intensiv geliebt, intensiv gekämpft. Mache ich eigentlich immer noch. Und vielleicht ist genau das mein Livescore. Das ist ja süß.

00:43:14: ,360 [Martina Eberl] Stimmt aber, gell?

00:43:16: ,260 [Martina Eberl] Aber du wolltest, du wolltest, du, ich genau, du wolltest einhaken. Du, du darfst einhaken.

00:43:21: ,980 [Carlo Thränhardt] Wir müssen lernen, mich neu zu erfinden. Ich hab mich nicht neu erfunden. Ich hab eigentlich das so weitergemacht, natürlich in anderen Formen, aber ich hab mich nicht neu erfunden. Das ist das Einzige, was dann eigentlich nicht so ist. Ich habe aus dem, was ich gelernt, ich hab übrigens mal 'n Buch geschrieben über genau diese Thematik. Das Buch heißt Helden auf Zeit. Betrifft alle Menschen, die mal was richtig gut konnten und aber auch nur einen gewissen Zeitraum für dieses richtig gut können haben.

00:43:52: ,020 [Carlo Thränhardt] Selbst im Golfsport, ihr habt 'n bisschen länger, aber irgendwann ist auch Feierabend, weil ihr dann nicht mehr gut genug seid.

00:43:58: ,960 [Carlo Thränhardt] Und, ähm, da sich eine neue Lebensmotivation zu schaffen, die ähnliche Inhalte mit diesen Momenten so komprimiert, kriegt man sie nicht mehr hin, aber mit ähnlichen Momenten hat, weil einem das sehr viel Freude bereitet hat, das ist die Kunst, da hinzukommen. Und das, äh, hat dieses Buch ganz gut beschrieben, hat man mit vielen Olympiasiegern gesprochen und man hat gesehen, dass es nicht so einfach ist. Aber mit der Stärke, die man sich irgendwie erarbeitet hat, um überhaupt Olympiasieger zu werden,

00:44:27: ,840 [Carlo Thränhardt] haben sie das eigentlich alle hingekriegt in den unterschiedlichsten Ausprägungen.

00:44:30: ,080 [Martina Eberl] Mhm. Sag mal 'n Beispiel. Interessiert mich.

00:44:35: ,780 [Carlo Thränhardt] Beispiel für-

00:44:35: ,140 [Martina Eberl] Aus deinem Buch, wo aus diesen, wo du jetzt grade so erzählt hast von den Leuten. Also ich werde dieses Buch definitiv lesen.

00:44:42: ,780 [Carlo Thränhardt] Ja, das gibt's noch gleich bei Amazon. Also, ähm, erst mal ist es, fällst du in ein vermeintliches Loch danach, wenn du nicht frühzeitig anfängst, dich um deine Zukunft zu kümmern. Also wenn ich jetzt springe, springe, springe oder schlage Golf spielen und so weiter und dann merke ich auf einmal, ich bin im Ruhe, jetzt hör ich auf, oh, wie geht's denn weiter? Das ist natürlich schon mal ein kleiner Fehler. Man sollte sich schon, man merkt ja, wenn man seinen Zenit irgendwie erreicht oder überschritten hat.

00:45:07: ,900 [Martina Eberl] Hast du das gemerkt?

00:45:08: ,020 [Carlo Thränhardt] Ich hab's gemerkt.

00:45:10: ,640 [Martina Eberl] Okay.

00:45:10: ,360 [Carlo Thränhardt] Nach zweitausendzweihundertvierundvierzig wusste ich, jetzt hab ich also ziemlich viel trainiert und alles trainiert. Dann hatte ich 'ne erste kleine Verletzung mit, mit, äh, Außenmeniskus und so. Und wenn die Bedingungslosigkeit des Körpers wegfällt, die du nicht mehr ausüben kannst in jedem Training und dann fängst du an, so 'n bissel drum rum zu trainieren mit 'ner gewissen Schonhaltung und so weiter, dann ist das Maximum nicht mehr möglich. Und dann hab ich das logischerweise gemerkt und dann schon überlegt, wie geht denn das denn weiter? Ich hatte jetzt noch 'n, 'n tolles Gespräch mit 'nem tollen Tennisspieler, Jan-Lennard Struff, den ich seit zwölf, 13 Jahren beim Davis Cup, ähm,

00:45:46: ,540 [Carlo Thränhardt] betreue. Und wir hatten das Thema noch in Düsseldorf jetzt beim ersten Relegationsspiel, äh, gegen Peru. Der ist jetzt auch 35 und er merkt jetzt auch, es ist nicht mehr so selbstverständlich. Und man spricht darüber. Der macht sich jetzt auch Gedanken, wie das, ob das noch ein oder zwei oder drei Jahre, das weiß er selbst noch nicht genau, aber sich damit auseinanderzusetzen, ist schon mal der erste sinnvolle Beginn.

00:46:11: ,300 [Martina Eberl] Wie lange hat es dann gedauert, wo du gemerkt hast, jetzt fängt's langsam an zu bröckeln, bis du dann wirklich aufgehört hast?

00:46:18: ,820 [Carlo Thränhardt] Äh, ich

00:46:20: ,740 [Carlo Thränhardt] bin noch drei Jahre ganz gut gesprungen. Also das

00:46:23: ,660 [Carlo Thränhardt] bröckeln, das klingt-

00:46:24: ,139 [Martina Eberl] Ja, das hört sich-

00:46:25: ,560 [Carlo Thränhardt] Nein, ich mein nicht, ich versteh schon. Ich bin dann noch zweitausendvierunddreißig, zweitausendfünfunddreißig gesprungen, aber ich wusste, über zweiundvierzig komm ich einfach nicht mehr, kann nicht mehr so. Das merkst du. Und Leichtathletik ist eine brutale, ehrliche, harte Sportart. Im Golf kannst du mit vierzig kannst du noch geile Bälle schlagen. Kannst du auch noch Turniere gewinnen. Gibt's ja auf der Tour, auf Euro, auf, auf PGA, überall. Ähm, auch im Tennis, es gibt keinen Leichtathleten, der mit vierzig

00:46:54: ,000 [Carlo Thränhardt] zwei Meter fünfunddreißig springen kann. Gibt es nicht, weil die Muskulatur es nicht mehr hergibt. Im Tennissport kannst du durch deine Bewegungsbegabung, durch deine angelernten, äh, Abläufe kannst du da noch vieles kompensieren. Da ist die Leichtathletik zu brutal. Das geht nicht.

00:47:10: ,960 [Martina Eberl] Dann gehen wir doch da mal zurück. Du hast gemerkt, okay,

00:47:13: ,460 [Martina Eberl] jetzt könnte man sich mal Gedanken drüber machen, wie bist du das dann angegangen? Weil in deinem Livescore war ja auch, dass du dann nach Amerika gegangen bist.

00:47:22: ,540 [Carlo Thränhardt] Da war ich immer mal. Also aber ich bin jetzt nicht für drei Jahre nach Amerika. Ich war immer mal in Amerika, weil ich das cool fand damals. Heute nicht mehr.

00:47:29: ,180 [Martina Eberl] Heut nicht mehr?

00:47:30: ,480 [Carlo Thränhardt] Nee,

00:47:31: ,950 [Carlo Thränhardt] mit dem Spinner.

00:47:32: ,340 [Martina Eberl] Aber so?

00:47:34: ,680 [Carlo Thränhardt] Ich fand Florida immer cool, hat mir gefallen da. Ich fand auch New York super.

00:47:39: ,080 [Martina Eberl] Find, also ganz abgesehen von der politischen Situation oder Machthaber, whatever, Amerika und Sport ist schon noch mal 'ne andere Nummer.

00:47:48: ,700 [Carlo Thränhardt] Na ja, ich hatte 'ne tolle Erfahrung.

00:47:51: ,600 [Carlo Thränhardt] Der ehemalige Weltrekordler im Hochsprung, Amerikaner Dwight Stones, lebte damals in Long Beach, California und wir haben uns kennengelernt in Köln bei 'nem Hochsprungmeeting, haben uns lange unterhalten und da war er Weltrekordler mit zwei dreißig. Ich sprang grade zwei einundzwanzig oder so was. Und er lud mich ein, ihn zu besuchen und zusammen zu trainieren sechs Wochen. Und da bin ich mit, ja, ich glaub, 20 war ich das erste Mal nach Los Angeles und hab mit ihm da sechs Wochen trainiert. Und da hab ich UCLA, hab die ganzen Jungs gesehen da, wie sie trainiert haben. Und was sehr interessant war auch zu sehen,

00:48:27: ,130 [Carlo Thränhardt] kochen auch nur mit Wasser. Da waren keine Trainingsdinger. Ist ja unglaublich, was die da machen. Das ist nicht so.

00:48:33: ,140 [Martina Eberl] Nee.

00:48:33: ,120 [Carlo Thränhardt] Wichtig ist es zu machen. Das ist das Entscheidende.

00:48:36: ,540 [Martina Eberl] Aber der Support ist halt anders.

00:48:37: ,080 [Carlo Thränhardt] Ja, gut am College, das hab ich nie leider so richtig miterlebt, wie es am-- Aber das ist eine Möglichkeit, die hätte ich gerne mal erlebt als junger Kerl, aber da hat meine Lebenslaufbahn nicht dazu gepasst.

00:48:50: ,840 [Martina Eberl] Also vor allem natürlich, was das Golf betrifft, in Amerika ist, glaub ich, äh, Golf Nummer drei oder vier Sportart.

00:48:58: ,844 [Martina Eberl] Ich weiß noch, da, da war ich schon, da hab ich schon auf der Tour gespielt und dann bin ich, ich hab eigentlich jeden Tag woanders trainiert. Immer andere Grüns, immer viel Abwechslung, mal da die Range, die Bälle besser gewesen und so weiter und so fort. Und egal wo ich war

00:49:11: ,204 [Martina Eberl] Bin ich gut erzogen, wie ich eigentlich bin, äh, in mein Sekretariat hab Grüß Gott gesagt, hab gefragt, ob ich Bälle schlage, ob ich mich, ob ich trainieren darf, ob ich Bälle schlagen darf

00:49:21: ,244 [Martina Eberl] und ob ich vielleicht 'n Token oder zwei Tokens haben könnte. Und dann ja,

00:49:26: ,344 [Martina Eberl] geht schon. Ja.

00:49:28: ,044 [Carlo Thränhardt] Da sind die Amis auch cool, glaub ich so, ne.

00:49:30: ,564 [Martina Eberl] Ich sagte eins, dann bin ich, ähm, und dann hab ich angefangen, in Amerika zu spielen. Dann bin ich da mal TPC, oh Gott, also ich mein, die TPC sind ja sowieso die PGA-Plätze und die sind extrem, also die vergöttern ja Pros, ja. Dann kam ich dahin

00:49:46: ,284 [Martina Eberl] und: "Oh, you're professional? Oh, that's awesome. You wanna practice, you go to the back of the range. Here are your balls, your private balls." Dann haben die mir dann einmal Pro for eins mitgegeben, haben mich dahinter gefahren. Ich hab gar nicht gewusst, wie mir geschieht. In München musste ich noch nach den Tokens fragen, ob und dann, ja, geht schon, heute ausnahmsweise so nach dem Motto. Und also das ist dieser, dieser Respekt, den Sportlern gegenüber-

00:50:09: ,683 [Carlo Thränhardt] Die haben eine andere Einstellung. Der Respekt, äh, äh, spiegelt sich allein schon wieder auch, was Coaches da verdienen. Gute Coaches verdienen eine Viertelmillion.

00:50:15: ,144 [Martina Eberl] Ja.

00:50:16: ,144 [Carlo Thränhardt] In Deutschland verdient 'n guter Coach 'n Viertel.

00:50:20: ,424 [Martina Eberl] Außer Fußball halt.

00:50:21: ,544 [Carlo Thränhardt] Außer Fußball. Das ist auch wieder absurd.

00:50:24: ,624 [Martina Eberl] Jetzt hast du ja grad erzählt, du warst in Düsseldorf, Davis Cup, ähm, Relegation, hast du gesagt.

00:50:32: ,464 [Carlo Thränhardt] Ja, das, das ist ja ein neuer Modus jetzt im Davis Cup. Du spielst eine Vorrunde, dann qualifizierst du dich für die Zwischenrunde und dann fürs Finale in Bologna ist das jetzt für drei Jahre und da haben wir erstes Match gespielt gegen Peru in Düsseldorf haben wir dann eine Woche.

00:50:49: ,584 [Martina Eberl] Jetzt spulen wir mal zurück.

00:50:51: ,444 [Martina Eberl] Wie kommt man Hochspringer, Karriereende, dann zum Tennis?

00:50:57: ,564 [Carlo Thränhardt] Ich hab Tennis immer geliebt. Also wär eigentlich lieber Tennisprofi geworden

00:51:01: ,624 [Carlo Thränhardt] nach meiner Hochsprungkarriere, aber da reichte mein Talent leider nicht aus.

00:51:05: ,464 [Martina Eberl] Danach noch?

00:51:06: ,284 [Carlo Thränhardt] Ja, das wär Quatsch.

00:51:07: ,924 [Martina Eberl] War 'n Spaß.

00:51:07: ,424 [Carlo Thränhardt] War 'n Spaß.

00:51:08: ,364 [Martina Eberl] Okay.

00:51:09: ,914 [Carlo Thränhardt] Ähm, na ich find Tennis großartig. Es ist, kombiniert alle Attribute, die du als Sportler brauchst. Du brauchst 'ne Athletik heutzutage, du brauchst 'n Spielintelligenz, du brauchst taktisches Verständnis, du brauchst mentale Stärke und so weiter. Mann gegen Mann ist wie im alten Rom, ist wie, wie in der Arena und das gefällt mir. Und dann über eine Woche find ich geil. Das gefällt mir auch. Hochspringen, hast du Qualifikation, nächstes Jahr Finale, zwei Tage und fertig und dann fliegst du nach Rom zum nächsten Ding. Und da kannst du über eine Woche dich mit unterschiedlichen Gegnern auseinandersetzen und das find ich faszinierend an dem Sport. Gefällt mir. Und ich hab damals schon mit, mit, ich war mit, mit dem Boris, äh, früher sehr gut befreundet in den Anfang der-

00:51:51: ,784 [Martina Eberl] Als du noch aktiv warst.

00:51:52: ,084 [Carlo Thränhardt] Als ich noch aktiv war, Anfang der 90er und da haben wir viel zusammen trainiert

00:51:57: ,404 [Carlo Thränhardt] und war mit ihm auch ein paar Jahre auf der Tour unterwegs.

00:52:00: ,124 [Carlo Thränhardt] Und dadurch entwickelte sich dann eben, dass ich mit mehreren Profis auch Athletiktraining gemacht hab. Also ist ja logisch, wenn einer 'n bisschen schneller in der Rückhand ist, kann er den Ball besser spielen, als wenn er 'ne halbe Sekunde zu langsam da ist. Und daraus entwickelte sich so, dass ich mit vielen Tennisprofis gearbeitet habe

00:52:18: ,904 [Carlo Thränhardt] und daraus entwickelte sich die Davis-Cup-Geschichte. Da hat mich der damalige Vizepräsident angerufen und hat gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, beim Davis Cup mitzuhelfen. Und das hab ich dann jetzt schon, glaub ich, 13 Jahre machen wir das.

00:52:29: ,404 [Martina Eberl] Und da bist du als Athletiktrainer dabei?

00:52:31: ,384 [Carlo Thränhardt] Ja. Also meine Bezeichnung nennt sich Athletik- und Mentalkoach fürs deutsche Davis-Cup-Team.

00:52:37: ,044 [Martina Eberl] Was machst du dann da?

00:52:39: ,084 [Carlo Thränhardt] Trainieren und

00:52:42: ,204 [Carlo Thränhardt] sprechen während der Trainings auch über, was ich eigentlich vorhin erzählt hab, über die Wahrhaftigkeit von jeder Bewegung. Das sind ja alles Profis, die sehe ich jetzt auch nicht jeden Tag, sondern versuch auch die Homogenität der Mannschaft, die eh von den Jungs, die da seit zwölf, 13 Jahren mit dabei sind. Das ist Struff, Kohlschreiber, ähm, Daniel Altmaier,

00:53:08: ,143 [Carlo Thränhardt] äh, Oscar Otte haben wir oft mit dabei gehabt. Justin, Justin Engel hat ein paar Mal mitgespielt. Äh, wen hab ich jetzt vergessen jetzt? Unser tolles Doppel, was wir haben, Kravitz und Pütz. Wen haben wir noch? Also ist schon 'ne sehr tolle Mannschaft. Wir haben vier, fünfmal Halbfinale gespielt, was großartig war. Ein paar Mal fehlte uns Zverev, weil der einfach schon zu viel gespielt hatte vorher, sonst hätten wir das Ding auch schon mal gewinnen können. Aber vielleicht klappt's dieses Jahr.

00:53:36: ,314 [Martina Eberl] Ich stell mir das dann immer bloß so vor, wenn du, wie du grade schon gesagt hast, du bist jetzt nicht oder du siehst die Jungs ja nicht so oft. Das denk ich mir auch immer wieder beim Fußball, wenn dann so zwischen und so Länderspiele sind, wenn dann auch da der Athletiktrainer dabei ist und so weiter. Die Ha, die Jungs haben ja selber ihre eigenen Trainer. Wie, da muss man ja relativ schnell ansetzen, auch mit Vertrauen, wenn's jetzt ums mentale Training geht. Aber hast du dann immer sofort 'n Draht zu den Spielern?

00:54:03: ,244 [Carlo Thränhardt] Ja, ja, ich, wir schreiben ja auch mal so-

00:54:05: ,734 [Martina Eberl] Ja?

00:54:05: ,744 [Carlo Thränhardt] ... zwischendurch. Und ja, dann seh ich sie hier beim, beim Tennisturnier in München hab ich sie alle getroffen.

00:54:12: ,424 [Carlo Thränhardt] Und wenn wir uns dann zum Davis Cup treffen, dann, äh, sprechen wir, sprechen wir erst mal bevor wir mit der ersten Trainingseinheit anfangen, wie ist der Stand, was hast du gemacht und so weiter. Und das machen wir im Dialog. Also ich oktroiere jetzt nicht, es wird das und das trainiert. Das entscheiden wir gemeinsam, wie wir das machen. Und dann geht's eigentlich auch um die mentale Stärke noch mal ein bissl zu fördern bei jedem Training, um die Akkuratesse der Ausführung dieser ganzen Übungen.

00:54:35: ,924 [Martina Eberl] Aber wenn du jetzt mit denen, das ist jetzt das Mentale, wenn du jetzt mit denen in diese Fitnessnummer gehst,

00:54:42: ,244 [Martina Eberl] kannst du da groß was machen in der Zeit, wo ihr dann auf, ähm-

00:54:47: ,084 [Carlo Thränhardt] Die Frage ist groß. Also, was, was man machen kann, dass die Muskulatur im perfekten Zustand am Wochenende ist. Du hast vier, fünf Tage, mit denen du richtig trainieren kannst, sinnvolles, aktives Aufwärmprogramm,

00:55:01: ,784 [Carlo Thränhardt] schnelle Kniebeugen, schnelle Sprünge und so weiter. Und du siehst ja auch in den Bewegungen beim Tennis dann, was möglicherweise noch ein bisschen adaptiert werden muss. Und dann machst du eine Einheit noch danach auch mal

00:55:12: ,852 [Carlo Thränhardt] einfach so, ähm Wenn man das gesehen hat, dass da

00:55:16: ,252 [Carlo Thränhardt] in inside out gehen die Beine nicht schnell genug rum, dann machst du ein paar Schnelligkeitsübungen noch und so weiter. Das kann man schon machen.

00:55:23: ,952 [Martina Eberl] Wie oft bist du da dabei im Jahr?

00:55:25: ,431 [Carlo Thränhardt] Jedes Mal, wenn wir spielen. Hoffentlich immer bis zum Jahresende, wenn wir zum Finale kommen.

00:55:30: ,751 [Martina Eberl] Ich bin da nicht so drin.

00:55:31: ,652 [Carlo Thränhardt] Nee, nee, wie gesagt, das ist Vorrunde, Zwischenrunde und Finale.

00:55:35: ,652 [Martina Eberl] Das ist jetzt das Tennis.

00:55:37: ,092 [Martina Eberl] Selber spielst du dann auch noch zum, zum Spaß Tennis, zur Fitness, ja.

00:55:42: ,912 [Martina Eberl] Dann hältst du Vorträge, schreibst Bücher. Wie schaut denn jetzt so 'n Tag eines Carlo-Trainers heutzutage aus?

00:55:50: ,692 [Carlo Thränhardt] Heute Morgen, ich bin ja alleine zu Hause grade, weil meine Frau ist mit meiner Tochter in einem Familienhotel in der Nähe von, von Kitzbühel. Reith ist das. Ja, du weißt besser, wo es ist als ich. Heute Morgen bin ich um halb sieben aufgestanden, hab ich mir 'n Kaffee gemacht, dann hab, bin ich mit meinem Hund gegangen. Heißt Amy, ist ein wundervoller Hund. Australian Shepherd, ein Mini, ganz süßes Viech.

00:56:16: ,512 [Martina Eberl] Mhm.

00:56:17: ,412 [Carlo Thränhardt] Dann hab ich 'n paar Telefonate gemacht, 'n paar E-Mails gemacht. Dann hab ich um neun Tennis gespielt mit 'nem Golfkollegen von dir, mit dem Tino Schuster. Und dann bin ich hierher gefahren und heute Nachmittag muss ich mich um Steuer kümmern, um Steuerberater und mit meinem Sohn was besprechen. Also ist immer genug zu tun.

00:56:34: ,432 [Martina Eberl] Der Tag geht gut rum.

00:56:35: ,472 [Carlo Thränhardt] Der geht verdammt schnell rum.

00:56:36: ,872 [Martina Eberl] Ja, ich weiß.

00:56:37: ,492 [Carlo Thränhardt] Einkaufen muss ich auch noch und kochen muss ich auch noch.

00:56:40: ,312 [Martina Eberl] Oh ja, ja. Family sind nicht da. Machst du sonst auch?

00:56:44: ,392 [Carlo Thränhardt] Ich koche auch, wenn die Familie da ist, ja.

00:56:46: ,091 [Martina Eberl] Du kochst?

00:56:47: ,532 [Carlo Thränhardt] Oh ja.

00:56:48: ,232 [Martina Eberl] Was kochst du denn so?

00:56:50: ,232 [Carlo Thränhardt] Alles mögliche. Also heute Nachmittag mach ich, äh, Hähnchengeschnetzeltes, glaube ich, ja. Aber das muss, brauche ich französisches Hühnchen und das muss, das hat viel mehr Geschmack als deutsches Hühnchen. Ich weiß nicht, was in Frankreich mit den Hühnchen ist. Die sind viel besser. Schnell würgen. Ganz andere Welt.

00:57:07: ,432 [Martina Eberl] Okay.

00:57:08: ,892 [Carlo Thränhardt] Und dann mit 'nem, also ich-

00:57:09: ,192 [Martina Eberl] Jetzt wird's interessant. Ich-

00:57:11: ,192 [Carlo Thränhardt] Viel Knoblauch bei mir immer drin, Tomaten, paar Champignons, äh, Zwiebeln. Ja, also einfaches Nudelgericht heute.

00:57:21: ,212 [Martina Eberl] Ich lad mich mal ein.

00:57:22: ,232 [Carlo Thränhardt] Ja, gerne. Und 'n schönen Weißburgunder gibt's dazu.

00:57:25: ,032 [Martina Eberl] Dann lad ich mir jetzt noch dreimal ein.

00:57:27: ,072 [Carlo Thränhardt] Ja, ja.

00:57:29: ,631 [Martina Eberl] lacht] Sehr cool. Ah, okay. Also dann Kochen, äh, Wein, das sind so deine Leidenschaften?

00:57:35: ,632 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:57:36: ,352 [Martina Eberl] Neben Golf natürlich. Und du hast grad-

00:57:38: ,332 [Carlo Thränhardt] Ich bin froh, weil meine Frau, die räumt unglaublich gut auf. Ich bin da ganz schlecht.

00:57:42: ,372 [Martina Eberl] Oh, okay. Das ist die Downside.

00:57:44: ,252 [Carlo Thränhardt] Das ist die Downside. Aber ich mach es, wenn's sein muss, aber ich mach es nicht so akkurat wie meine Frau. Die ist da um Welten besser und schneller. Ich mag das auch nicht, wenn man so schnell abräumt. Also ich möchte schon in Ruhe sitzen bleiben und ich bin da nicht so wild drauf.

00:57:59: ,752 [Martina Eberl] Aber.

00:57:59: ,052 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:58:00: ,962 [Martina Eberl] Okay.

00:58:00: ,992 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:58:00: ,852 [Martina Eberl] Gemütlich. Du bist schon so ein Gemütlicher, gell?

00:58:02: ,272 [Carlo Thränhardt] Ja.

00:58:03: ,821 [Martina Eberl] Ja. Toll. Find ich bewundernswert. Ich bin auch mal,

00:58:06: ,601 [Martina Eberl] ich muss mich da mal runterbringen, dass ich mal zur Ruhe komme. Deswegen lad ich mich jetzt auf 'n, auf 'n Weißburgunder auch mal ein.

00:58:12: ,052 [Carlo Thränhardt] Du bist gerne eingeladen, ja.

00:58:14: ,752 [Martina Eberl] Ähm, zum Thema Golf, ja. Also wir sind, wir sind schon auf unserer letzten Seite. Du spielst immer barfuß Golf.

00:58:21: ,252 [Carlo Thränhardt] Nicht immer. Ich find das manchmal, also wenn-- Erst mal find ich ja Golfplätze, das ist ja, ich mein, so 'n tollen Beruf zu haben, du bist ja immer an den schönsten Orten der Welt im Grunde, ne. Das ist ja schon ein Privileg. Und dieses Grün und dieses saftige, dieser saftige Rasen, wenn man da barfuß drauf läuft auf den frisch gemähten Fairways und auf den Grünen dann und so weiter und diese Verbindung mit der Erde, das find ich faszinierend.

00:58:50: ,772 [Martina Eberl] Mhm.

00:58:50: ,192 [Carlo Thränhardt] Mir gefällt das. Ich mach das nicht immer. Manchmal ist es auch 'n bisschen, wenn's passt, wenn du mit Kumpels bist oder so. Wenn das jetzt so 'n bissl 'ne vernünftigere oder bissl elitärere Veranstaltung ist, dann gehört sich das nicht. Obwohl ich glaub, glaub ich, keine offizielle Regung, äh, Regelung, dass man Schuhe tragen muss.

00:59:06: ,432 [Martina Eberl] Ich glaub, das ist Etikette.

00:59:07: ,412 [Carlo Thränhardt] Es ist Etikette.

00:59:08: ,012 [Martina Eberl] Ja, ja.

00:59:09: ,972 [Carlo Thränhardt] Aber du kriegst, du wirst nicht vom Platz verbannt, wenn du's tust oder ...?

00:59:13: ,232 [Martina Eberl] Ich glaub, wenn das einem nicht passt, das ist das Gleiche wie, es gibt immer noch, es gibt leider immer noch Golfvereine, wo du 'n Kragen haben musst.

00:59:20: ,232 [Carlo Thränhardt] Ja, das find ich auch Quatsch.

00:59:21: ,572 [Martina Eberl] Ja, ist auch 'n Schmarrn. Letztes Mal hat auch unser Trainer, shout out, lieber Paddy, ähm, da bin ich so wie ich jetzt heute, wir haben heute noch da ein Training, so werd ich heute ins Training gehen. T-Shirt ohne Kragen und 'ne weiße Jeans.

00:59:32: ,911 [Carlo Thränhardt] Okay.

00:59:32: ,231 [Martina Eberl] Ist doch wunderbar, oder?

00:59:34: ,562 [Carlo Thränhardt] Bin ich auch.

00:59:34: ,692 [Martina Eberl] Also ich, ähm, klar, Leggings und Tanktop, muss man drüber reden.

00:59:37: ,732 [Carlo Thränhardt] Nee, Tanktop find ich, also find ich, also wenn Mann, find ich 'ne Katastrophe.

00:59:41: ,412 [Martina Eberl] Ja, das ist, das ist [lacht] 'ne Katastrophe, das stimmt, ja.

00:59:46: ,232 [Carlo Thränhardt] Aber halt barfuß. Also mal ausprobieren, wirklich, es ist ja...

00:59:50: ,952 [Martina Eberl] Ich hätte da immer mega Schiss, dass ich in irgendwas reinsteige, in Bienen oder Zecken oder was.

00:59:55: ,472 [Carlo Thränhardt] Kommt bei mir auch 'n bissl daher, ich hab, gut, ich geh dann nicht viel Bälle suchen. Also ich geh nicht ins Unterholz jetzt, hab ich keinen Bock zu.

01:00:02: ,192 [Martina Eberl] Ja, ja, okay. Brauchst du ja auch nicht.

01:00:04: ,092 [Carlo Thränhardt] Brauch ich nicht. Ich hab ja nur einen Ball. Ich brauch ja nur einen Ball.

01:00:06: ,022 [Martina Eberl] lacht] Ganz ehrlich.

01:00:07: ,352 [Carlo Thränhardt] Hab noch nie 'n Ball verloren. Warum sollte ich 'n Ball verlieren? Macht ja gar keinen Sinn beim Golf. Jedenfalls, ähm, ich hab sehr viel barfuß trainiert früher.

01:00:15: ,792 [Martina Eberl] Mhm.

01:00:15: ,792 [Carlo Thränhardt] Und das Gefühl mag ich einfach deswegen.

01:00:18: ,432 [Martina Eberl] Das muss doch dann schon, wenn du sagst, du hast früher barfuß viel trainiert, das muss ja dann wie so 'n richtiges Trampolin sein, wenn du dann auf einmal 'n Schuh anhast, oder?

01:00:26: ,012 [Carlo Thränhardt] Vor allen Dingen die richtigen Schuhe, das ist so.

01:00:28: ,472 [Martina Eberl] Schon, gell?

01:00:28: ,672 [Carlo Thränhardt] Ja. Und wie gesagt, also dieses Gefühl, barfuß auf Rasen zu laufen, ist wunderschön.

01:00:34: ,272 [Martina Eberl] Gibt's was, was Golf dir gelehrt hat, wo, wo du, was heißt gelehrt, das hört sich immer so gestochen an, aber wo du sagst, das Golf, das ist jetzt noch mal was anderes wie andere Sportarten?

01:00:44: ,672 [Carlo Thränhardt] Ja, es ist definitiv. Also

01:00:47: ,132 [Carlo Thränhardt] was ich komischerweise beim Golf, auch wenn ich ganz wenig spiele in letzter Zeit, immer ganz gut hinkriege, ist mit den langen, also mit 'm, mit 'm Driver, da kann ich ganz gut das Ding hauen. Wo man unglaublich viel Übung braucht, finde ich, bin, glaub ich, auch nicht begnadet jetzt für Golf, sind die kurzen Chips und, und, und Pitching und so, dass man da einigermaßen hinkommt.

01:01:12: ,187 [Carlo Thränhardt] Das ist so viel Gefühl und Übung und Konzentration eben auch, dass man erst mal ... Grundsätzlich musst du erst mal wissen, wie's geht, wie man sich hinstellen muss Und die Abfolge begreifen. Und das muss ich beim Golf noch viel mehr immer wieder neu verinnerlichen als beim Tennis. Beim Tennis bei Rückhand und Vorhand gehst du so drüber und so. Aber beim Golf finde ich die kurzen Schläge, finde ich wirklich schwer. Also schwer,

01:01:40: ,228 [Carlo Thränhardt] ähm, schwerer als beim Tennis.

01:01:43: ,928 [Martina Eberl] Beim Tennis ist es halt, ich komme ja auch vom Tennis ganz, ganz ursprünglich.

01:01:45: ,628 [Carlo Thränhardt] Okay.

01:01:46: ,408 [Martina Eberl] Ähm, mei, wenn es halt einen raushaut, dann ist halt null fünfzehn.

01:01:50: ,868 [Carlo Thränhardt] Ja.

01:01:50: ,508 [Martina Eberl] Und beim Golf tut's aber mehr weh.

01:01:52: ,188 [Carlo Thränhardt] Tut viel mehr weh.

01:01:53: ,628 [Martina Eberl] Ja.

01:01:53: ,348 [Carlo Thränhardt] Viel mehr.

01:01:54: ,188 [Martina Eberl] Und das ist so echt so-

01:01:55: ,508 [Carlo Thränhardt] Bei uns ja nicht. Wir spielen, wenn wir Stableford spielen, ist ja total egal. Haust du einen raus, geht's weiter.

01:02:00: ,528 [Carlo Thränhardt] Aber bei euch ist es halt-

01:02:02: ,008 [Martina Eberl] Aber ich habe es auch wieder gemerkt. Ich darf ja jetzt wieder Damenmannschaft spielen für, für Wörthsee, wo ich meinen Heimatclub seit knapp vierzig Jahren.

01:02:10: ,248 [Carlo Thränhardt] Das heißt, du durftest vorher nicht, weil du pro warst?

01:02:12: ,978 [Martina Eberl] Genau, und das ist jetzt erst seit, das ist jetzt die zweite Saison, wo das wieder erlaubt ist, dass pro Mannschaft ein Professional mitspielen darf.

01:02:18: ,628 [Carlo Thränhardt] Ah, okay.

01:02:19: ,528 [Martina Eberl] Und ich habe immer gesagt, falls das jemals kommen sollte, bin ich da. Habe ich immer gesagt, wenn ich meine Klappe so aufreiße, dann mache ich das natürlich auch. Ich stehe immer zu meinem Wort und, ähm, hab das letztes Jahr angefangen. Mein erstes, mein erster Damenmannschaftseinsatz war am Muttertag mit meiner Tochter zusammen. Das war schon wirklich sehr special. Sind letztes Jahr dann gleich aufgestiegen, Regionalliga und sind jetzt Regionalliga

01:02:41: ,268 [Martina Eberl] und spielen sechsunddreißig Loch, äh, fünfmal. Also das ist dann in der Früh Einzel und am Nachmittag Vierer.

01:02:47: ,508 [Carlo Thränhardt] Wow.

01:02:47: ,988 [Martina Eberl] Und das ist jetzt vergangenen Sonntag haben wir in Eichenried gespielt. Das war jetzt mein erster Einsatz und ich hab dann auch gemerkt, also-

01:02:53: ,868 [Carlo Thränhardt] Und ihr geht sechsunddreißig Loch gehen?

01:02:55: ,667 [Martina Eberl] Ja, selbstverständlich.

01:02:56: ,048 [Carlo Thränhardt] Mhm.

01:02:57: ,488 [Martina Eberl] Ja, ja.

01:02:57: ,688 [Carlo Thränhardt] Find ich aber schon viel dann. Das sind zwanzig Kilometer, ne.

01:02:59: ,788 [Martina Eberl] Du, ich hatte fünfunddreißigtausend Schritte am Ende des Tages und zweieinhalbtausend verbrauchte Kalorien.

01:03:05: ,388 [Carlo Thränhardt] Mhm.

01:03:06: ,428 [Martina Eberl] Also da kannst, da brauchst du dann nicht so, also du musst natürlich schon schauen, dass du das richtige Medizinen nicht reindonnerst, aber da musst du schon schauen, dass, dass du dabei bleibst.

01:03:14: ,478 [Carlo Thränhardt] Ja.

01:03:14: ,508 [Martina Eberl] Ich hab dann schon hinten raus gemerkt, so die letzten drei Loch

01:03:18: ,568 [Martina Eberl] hab ich dann, um Gottes willen, ich habe mein ganzes Bag immer voller Notfallreserven. Da habe ich dann noch mal so ein, so ein zuckerfreies Granola dabei gehabt. Das habe ich dann richtig gebraucht, weil ich gemerkt habe, dass ich so einen Brain Fog bekomme.

01:03:28: ,228 [Carlo Thränhardt] Mhm.

01:03:29: ,008 [Martina Eberl] Also es war sehr, sehr interessant und, ähm, aber wo, worauf ich eigentlich hinaus wollte, dadurch, dass ich gar nicht mehr so in diesem Wettkampf drin bin, dass ich dann so ein bisschen auf diese Defensive, so jetzt ist Zählspiel, jetzt zählt das, jetzt, äh, keinen Fehler erlauben, dann passieren die Fehler erst recht.

01:03:45: ,588 [Carlo Thränhardt] Mhm.

01:03:45: ,948 [Martina Eberl] Ich hab, bin so schlecht gestartet und dann war ich irgendwie sechs über nach sieben und dann habe ich gesagt: „So und jetzt ei drüber und jetzt Gas, Vollgas." Und dann hat es auch wieder funktioniert. Also dieses, ähm, Überlegte, dass man zu viel defensiv gar keinen Fehler machen, ist auch manchmal schlecht.

01:04:01: ,037 [Carlo Thränhardt] Nee, nee, nee. Vor allen Dingen ist ja nett, äh, Damenmannschaft, Regionalliga, aber geht jetzt nicht um die Welt, ne.

01:04:09: ,848 [Martina Eberl] Nee, es geht nicht um die Welt, aber für uns geht's um tatsächlich in den Aufstieg in die zweite Bundesliga.

01:04:12: ,548 [Carlo Thränhardt] Okay.

01:04:13: ,828 [Martina Eberl] Und, ähm, das wär schon echt cool, weil wir-

01:04:16: ,728 [Carlo Thränhardt] Wie gut, welches Handicap haben die anderen denn so?

01:04:19: ,508 [Martina Eberl] Bei mir im Team?

01:04:20: ,448 [Carlo Thränhardt] Ja.

01:04:21: ,588 [Martina Eberl] Ähm, schon ein paar Plus-Handicap. Also das heißt jetzt Minus-Handicaps, ja. Und, äh, meine Tochter spielt jetzt auch, die durfte jetzt auch beide spielen. Die hat Handicap, äh, fünf Komma noch irgendwas, die Linda, die Große. Und, ähm-

01:04:33: ,548 [Carlo Thränhardt] Können die alle spielen?

01:04:34: ,408 [Martina Eberl] Die können, da, da wird schon ansatzmäßig Golf, Golf gespielt. Da darf ich da nichts Falsches sagen, aber das, äh, das macht schon Spaß. Aber das ist ein, ein krasser Unterschied zur ersten Bundesliga. Das sind ja wirklich spielende Amateure in der ersten Bundesliga. Die machen ja sonst nichts anders groß.

01:04:49: ,148 [Carlo Thränhardt] Okay.

01:04:50: ,608 [Martina Eberl] Ähm, da werden wir nie hinkommen, weil das sind alles Berufstätige und Studierende, die bei uns in der Mannschaft spielen. Aber

01:04:56: ,338 [Martina Eberl] das macht echt Freude, wenn du es auch so ein Teamspirit hast.

01:04:59: ,388 [Carlo Thränhardt] Ja, super. Also so gut, das hätte ich nicht gedacht.

01:05:01: ,898 [Martina Eberl] Ja, ja. Magst mir mal Caddy machen?

01:05:03: ,668 [Carlo Thränhardt] Was soll ich machen?

01:05:04: ,298 [Martina Eberl] lacht]

01:05:07: ,308 [Martina Eberl] Ich hab gesagt, magst mir mal Caddy machen?

01:05:09: ,588 [Carlo Thränhardt] So ein Schmarrn, für einen anderen das Ding zu schleppen.

01:05:12: ,288 [Martina Eberl] Du musst doch nicht mal schleppen, weißt du. Du musst nur wie beim Motorrad. Ich habe einen E-Trolley. Du brauchst nur das Motorrad fahren. Aber vielleicht kommst du mal vorbei zum Zuschauen. Da würde ich mich sehr freuen. Da reden wir später drüber. So, wir machen jetzt noch den ganz schnellen Schluss. Wir haben noch zwei Sachen. Erstens die schnellen neuen. Die gehen wirklich schnell, weil du da ganz schnell antworten musst. Aber vorher machen wir noch, weil mit dir muss man das machen, den Gossip hinten raus. Also was ist Gossip?

01:05:36: ,728 [Martina Eberl] Du warst 2012 im Dschungelcamp und bist Siebter geworden. Erste Frage: Würdest du das wieder machen? Würdest du das noch mal machen?

01:05:44: ,048 [Carlo Thränhardt] Nein. Erst mal habe ich gar nicht verstanden,

01:05:48: ,968 [Carlo Thränhardt] was man da, warum man da gewinnen soll. Das ist ja nicht so toll da. Du kriegst wirklich nichts zu essen da und, und.

01:05:54: ,068 [Martina Eberl] Ist das dann eigentlich wirklich das Zeug zum Essen, was wir erzählt bekommen, was es so-

01:06:00: ,878 [Carlo Thränhardt] Das ist so, ja ja. Du kriegst nur Bohnen und, und keine Gewürze und, und was war das? Bohnen und Reis.

01:06:04: ,848 [Martina Eberl] Na ja, irgendwelche Hoden und Känguru.

01:06:06: ,228 [Carlo Thränhardt] Das habe ich nie machen müssen.

01:06:08: ,868 [Martina Eberl] Das musstest du.

01:06:08: ,728 [Carlo Thränhardt] Ich bin nie gewählt worden, irgendeine Scheiße zu machen. Also mir war total langweilig da. Ich wollte gerne ein Buch mitnehmen. Du darfst, glaube ich, zwei private Sachen mit. Ich war in der ersten Folge. Keiner wusste, was das für eine Nummer ist und ich wollte ein Buch mitnehmen und sie sagen: „Nee, das darfst du nicht." Hätte gerne gelesen. War so langweilig.

01:06:24: ,188 [Martina Eberl] Also siehst du mal, ich war, ich muss zu meiner Schande gestehen, ich habe mir das noch nie angeschaut. Ähm, ich kenne die Sonja. Die Sonja spielt ja auch wunderbar Golf, aber ich habe mir diese, diese Se-, diese Sendung noch nie angeschaut und ich habe immer gedacht, es müssen alle immer das essen.

01:06:39: ,648 [Carlo Thränhardt] Nee, nee.

01:06:39: ,468 [Martina Eberl] Ach so.

01:06:40: ,288 [Carlo Thränhardt] Die werden von den Zuschauern, die Zuschauer wählen-- Es geht ja um Voyeurismus bei diesem Format. Die Zuschauer wählen die, von denen sie erwarten, dass die

01:06:48: ,028 [Carlo Thränhardt] sich am meisten ekeln vor so was und dass die bestraft werden für irgendwas. Keine Ahnung. Und da werden immer diese Leute gewählt, wo die Zuschauer meinen, da hätten wir Spaß dran, wenn die Hoden fressen müssen. Bin nie gewählt worden.

01:07:01: ,188 [Martina Eberl] Okay, okay. Also für dich war es dann so ein bisschen langweilig.

01:07:04: ,268 [Carlo Thränhardt] Ja.

01:07:05: ,356 [Martina Eberl] Weil der Philipp Boy, der jetzt so bei der ersten Sendung war, der war bei Let's Dance und der hat uns da auch so ein bisschen mitgenommen, ähm, dass das halt wirklich tough war, das Training und, äh, drei Monate Vollgas und dass es aber eine ganz, ganz tolle Zeit war und dass man das eigentlich vor der Kamera gar nicht so mitbekommt, was, was da eigentlich so Sache ist. Ist das beim Dschungelcamp, weil das schauen ja, glaub ich, echt richtig viele Leute, ist das auch so das, was wir so sehen, ist, ist das die Wahrheit oder gibt's da eigentlich humaner zu oder?

01:07:34: ,996 [Carlo Thränhardt] Es wird keiner sterben in dem Ding.

01:07:37: ,436 [Martina Eberl] Ist das wirklich so im Dschungel?

01:07:38: ,256 [Carlo Thränhardt] Das ist im Dschungel.

01:07:39: ,626 [Martina Eberl] Ja?

01:07:39: ,016 [Carlo Thränhardt] Ja, ja. Aber das ist jetzt nicht so, dass da wirklich giftige Schlangen noch irgendwie noch rum-- Da, da trampeln ja den ganzen Tag irgendwelche Leute rum. Da ist kein böses Viech.

01:07:49: ,216 [Martina Eberl] Okay.

01:07:49: ,936 [Carlo Thränhardt] Die haben da, wie gesagt, ich war in der ersten Staffel drin, da wusste ja keiner, was da überhaupt funktioniert. Da haben die uns in dem Hotel

01:07:57: ,866 [Carlo Thränhardt] die giftigsten Schlangen gezeigt, die giftigsten Spinnen gezeigt und wollten so 'nen Psychoterror da schon so suggerieren irgendwie. Da hab ich mir überlegt, die werden doch hier bei einer Livesendung nicht Menschen sterben lassen. Das ist ja, macht ja nicht so viel Sinn.

01:08:11: ,936 [Martina Eberl] Das wär schwierig, ja.

01:08:12: ,616 [Carlo Thränhardt] Aber es war ganz interessant, mal als soziologische, äh, äh, Herausforderung, so was mal zu erleben

01:08:20: ,516 [Carlo Thränhardt] mit so vielen Leuten, die ich alle nicht kannte. Da war Susan Staenke, 'ne Tageschausprecherin, Mariella Ahrens, so Schauspielerin, Lisa Fitz, Comedienne, der, äh, äh, Buckel, wie heißt der? Hieß, ähm, Küblböck.

01:08:33: ,886 [Martina Eberl] Ah ja.

01:08:33: ,156 [Carlo Thränhardt] Leider auch schon tot, der war drin.

01:08:36: ,036 [Carlo Thränhardt] Einige schon tot da aus diesem ersten Format. Küblböck ist tot, ähm, Costa Cordalis ist gestorben, Böhm ist auch schon gestorben. Der arme Kerl, das war ein lieber. Das war ein richtiger Musiker, der, der, was er nie zeigen konnte. Das, die haben ja nur dieser Schla, Schlager fanden sie toll bei ihm.

01:08:55: ,776 [Carlo Thränhardt] Gut, also es war ... Aber ich würd's nicht noch mal machen. Aber es war jetzt auch nicht dramatisch. Im Januar, da waren's dreißig Grad in Brisbane.

01:09:02: ,846 [Martina Eberl] Wollt grad sagen.

01:09:02: ,616 [Carlo Thränhardt] Ja, hier war's nicht so schön.

01:09:04: ,176 [Martina Eberl] Denk ich mir auch immer. Also eigentlich geht's schlimmer als im, ähm, im Januar nach Australien zu fliegen. So, lieber Carlo, du bist fast durch. Du hast es fast geschafft. Die schnellen neun sind tatsächlich zehn, weil die zehnte hinten raus. Das ist meine Frage, aber ganz schnell antworten. [Soundeffekt] Die Quick neun. [Soundeffekt] Lerche oder Eule?

01:09:27: ,186 [Carlo Thränhardt] Eule.

01:09:28: ,436 [Martina Eberl] Bist du ein Nachtmensch?

01:09:29: ,616 [Carlo Thränhardt] Find Eule ganz cool. Ich mag die Tiere. Die können sich dreißig Grad den Kopf stellen. Das find ich faszinierend.

01:09:33: ,096 [Martina Eberl] Bist du, aber was bist du? Bist du ein Nachtmensch? Dann bist du eine Eule oder ein Frühaufsteher? Bist eine Lerche.

01:09:39: ,916 [Carlo Thränhardt] Durch meine Tochter jetzt mehr 'ne Lerche dann.

01:09:41: ,476 [Martina Eberl] Okay.

01:09:42: ,916 [Carlo Thränhardt] Ja.

01:09:42: ,176 [Martina Eberl] Aber geht so einigermaßen.

01:09:44: ,036 [Carlo Thränhardt] Mal so, mal so. Ich bin da nicht so festgelegt.

01:09:46: ,096 [Martina Eberl] Okay. Tracker oder Gefühlssportler?

01:09:49: ,536 [Carlo Thränhardt] Gefühlssportler.

01:09:50: ,636 [Martina Eberl] Sommer oder Winter?

01:09:51: ,756 [Carlo Thränhardt] Sommer.

01:09:52: ,836 [Martina Eberl] Ausdauer oder Kraft?

01:09:53: ,676 [Carlo Thränhardt] Kraft.

01:09:54: ,896 [Martina Eberl] Süß oder salzig?

01:09:55: ,976 [Carlo Thränhardt] Salzig.

01:09:56: ,276 [Martina Eberl] Kino oder Theater?

01:09:58: ,416 [Carlo Thränhardt] Theater.

01:09:59: ,616 [Martina Eberl] Lieblingsstadt?

01:10:00: ,896 [Carlo Thränhardt] Vancouver.

01:10:01: ,716 [Martina Eberl] Warum?

01:10:02: ,936 [Carlo Thränhardt] Geilste Stadt, die ich je erlebt hab.

01:10:03: ,736 [Martina Eberl] Vancouver?

01:10:04: ,356 [Carlo Thränhardt] Alles da.

01:10:06: ,796 [Carlo Thränhardt] Berge,

01:10:07: ,216 [Carlo Thränhardt] Meer,

01:10:09: ,756 [Carlo Thränhardt] Menschen sind gut drauf, mag die Kanadier eh. Kunsthoch, der Victoria Island. Natur, fantastisch.

01:10:16: ,516 [Martina Eberl] Lieblingsessen?

01:10:18: ,516 [Martina Eberl] Absolutes Lieblingsgericht.

01:10:20: ,336 [Carlo Thränhardt] Absolutes Lieblingsgericht.

01:10:21: ,196 [Martina Eberl] Wofür du alles stehen lässt.

01:10:23: ,636 [Carlo Thränhardt] Alles stehen lassen. Also ich hätte da eine Kombination von dreiunddreißig Gerichten.

01:10:27: ,056 [Martina Eberl] Ich hätte dir jetzt zwei gegeben, aber ...

01:10:30: ,795 [Carlo Thränhardt] Ich mag wirklich sehr gerne Kabeljau vom Grill.

01:10:33: ,116 [Martina Eberl] Okay.

01:10:34: ,336 [Carlo Thränhardt] Find ich. War früher arme Leute Fisch, heute Delikatesse. Bei Leergefisch gibt's nicht mehr viel, aber Kabeljau ess ich mit meinem Freund, wenn wir beim Fischwitter in München sind, immer Kabeljau vom Grill. Super.

01:10:45: ,796 [Martina Eberl] Drei Dinge, für die du heute dankbar bist. Neben Familie.

01:10:50: ,176 [Carlo Thränhardt] Dreimal Gesundheit. So simpel wie's ist.

01:10:54: ,016 [Martina Eberl] Gibt's Affirmationen, die du dir gerne selber sagst?

01:10:58: ,296 [Carlo Thränhardt] Hab ich nicht so.

01:10:59: ,736 [Martina Eberl] Nee?

01:10:59: ,996 [Carlo Thränhardt] Nee.

01:11:00: ,485 [Martina Eberl] Weil dafür hab ich da nämlich genau das Richtige für dich. Und zwar gibt es hier für jeden Gast, ob du das natürlich selber hernimmst, das ist nämlich quietschrosa. Ist ja auch der Pink Table.

01:11:10: ,336 [Carlo Thränhardt] Für meine Tochter eh weg.

01:11:11: ,876 [Martina Eberl] Kannst du auf deine Tochter, das wollt ich grad sagen. Wenn sie allerdings versteht, was da drin so ist, also da, das ist ein, ein Journal, weil ich ja selber so 'n, früher sagte man auch so Tagebuch, aber prinzipiell kannst du da Sachen reinschreiben, wie, wofür du dankbar bist. Ein Dankbarkeitsbuch ist das.

01:11:25: ,636 [Carlo Thränhardt] Okay.

01:11:26: ,176 [Martina Eberl] Das überreich dir mit einem Riesendankeschön.

01:11:29: ,696 [Carlo Thränhardt] Nix zu danken.

01:11:29: ,686 [Martina Eberl] Dass du hier warst, lieber Carlo.

01:11:31: ,416 [Carlo Thränhardt] Hilft ja schon.

01:11:32: ,976 [Martina Eberl] Und für deine Tochter, für deine Frau und für dich.

01:11:35: ,616 [Carlo Thränhardt] Ach, das ist aber süß.

01:11:36: ,096 [Martina Eberl] Ein Family Lucky Charm.

01:11:39: ,696 [Carlo Thränhardt] lacht] Family Lucky Charm.

01:11:39: ,896 [Martina Eberl] Genau, der, der für die Jungs ist ein bisschen größer. Ich hoffe, er passt ja, aber du bist ja ... Ja, schauen wir mal. Ja, schauen wir mal. Aber auf jeden Fall vielen, vielen lieben Dank.

01:11:49: ,696 [Carlo Thränhardt] Sehr gerne.

01:11:50: ,516 [Martina Eberl] Genieß noch die Zeit mit der Ruhe.

01:11:53: ,016 [Carlo Thränhardt] Mach ich.

01:11:54: ,355 [Martina Eberl] Und du bist echt ein toller, toller-

01:11:55: ,196 [Carlo Thränhardt] Ist nicht mehr lang, die kommen morgen wieder.

01:11:57: ,586 [Martina Eberl] Ist nicht mehr lang, aber bist ein toller Gast gewesen. Vielen Dank. So, und das war eine weitere Folge von The Pink Table. Ich hoffe, dir hat der Podcast gefallen und du könntest mir einen Riesengefallen tun, indem du ihn abonnierst auf dem Kanal, auf dem du diesen Podcast sehen möchtest. Eine Fünf-Sterne-Bewertung ist natürlich mega obendrauf und vor allem wünsche ich mir einen Kommentar, wenn du einen Wunschsportler hättest, einen Wunschathleten, einen Wunscholympioniken oder Paralympics. Und ich werde natürlich mein Bestes geben, diesen Sportler bald hier am Pink Table empfangen zu dürfen. Also bis dahin, frohes Weiterhören. [Outro-Musik]