The Pink Table - Sportpodcast

The Pink Table - Sportpodcast

Der Sportpodcast mit Martina Eberl

Transkript

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00:00:00: ,240 [Manfred Bender] Christoph Daum die Hand gegeben und fliege, fliege zurück, geh zu meinen Eltern, erzähl das denen. Dann kriege ich das Telefon bei meinen Eltern. "Hallo Manni, hier spricht Uli Hoeneß." [lachen] Ja, weil '89, wo der Franz Beckenbauer Nationaltrainer war von der deutschen Nationalmannschaft, wollte er mich nach dem halben Jahr, wo ich bei Bayern war, wollte er mich einladen zur Nationalmannschaft. Und dann hat der Jupp Heynckes zu ihm gesagt: "Nein, das ist noch zu früh für ihn." Die Situation, Elfmeter, kann man nicht. Du kannst sie nicht trainieren. Und wenn einer sagt, dass er, dass er das trainiert hat, ja dann, äh, lügt er. Wenn ich in den Massageraum gekommen bin, ja, dann haben die, haben die Physios gesagt: "Bender, du, frühestens in einem halben Jahr kriegst du eine Massage", ja. Wo, glaube ich, viele Eltern, glaube ich, eher schon, äh, mehr Druck machen, weil sie alle glauben, mein Sohn wird Profi.

00:00:46: ,420 [Martina Eberl] Heute darf ich den einen Fußballer beziehungsweise Fußballlegende bei mir im Podcast begrüßen. An sich ist der Podcast aus der Idee heraus entstanden, einen reinen Sportler-Podcast zu machen, da es meiner Meinung nach viel zu viele Podcasts zum Thema Fußball gibt. Und genau deshalb geht es heute mehr um den Menschen und den Sportler. Er ist eine Legende, ein unfassbar netter Mensch mit vielen Geschichten. Ein Münchner Urgestein, das alle 3 Münchner Fußballclubs kennt wie kein anderer. Gerne erinnere ich mich an eine gemeinsame Autofahrt von Hamburg nach München, als uns die Airlines-Streiks damals einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Aber wie es der liebe Gott so wollte, war das der, die einzige richtige Möglichkeit, den Menschen Manni Bender mal besser kennenzulernen, an den man sonst nicht so einfach herankommt. Ich freue mich, dass du so spontan zugesagt hast und ohne zu zögern einfach hier nach Aubing gekommen bist. Herzlich willkommen im Pink Table Podcast, Manni Bender.

00:01:40: ,100 [Manfred Bender] Ja, hallo. Freut mich, hier zu sein.

00:01:42: ,840 [Pink Table] Intro-Musik]

00:01:49: ,760 [Martina Eberl] Du bist am richtigen Zeitpunkt gekommen. Jetzt ist Sommer und du bist grade... Ich darf gar nicht die Zahl sagen, oder darf man die Zahl sagen?

00:01:56: ,260 [Manfred Bender] Ja, na best-- logisch. Also-

00:01:58: ,400 [Martina Eberl] Bist 60 geworden, jetzt erst. Herzlichen Glückwunsch noch mal nachträglich.

00:02:01: ,329 [Manfred Bender] Ja, danke, danke. Ich hoffe, man sieht's mir nicht so an. Ich habe jetzt wirklich 3 Tage Hardcore-Party hinter mir und heute ist, sage ich mal, so der 1 Tag wieder, wo's man, wo ich wieder einigermaßen fit bin, ja.

00:02:12: ,200 [Martina Eberl] Also ich find, du schaust blendend aus.

00:02:14: ,940 [Manfred Bender] Danke. Oh, danke. [lachen]

00:02:15: ,140 [Martina Eberl] Und, ähm, aber das Alter, du schaust, bist du auch noch ziemlich fit. Machst du viel dafür?

00:02:21: ,980 [Manfred Bender] Äh, nein, ich hab, ich hab gute Gene. Ich mein, ich geh ab und zu mal ein bisschen sporteln, bin aber auch sehr viel aufm Golfplatz. Aber in erster Linie, glaube ich, sind es, sind es die Gene, ja. Weil ich bin, sage ich mal, schon immer ein, ein Süßer gewesen. Also sagen wir mal, ohne Päckchen Gummibärli oder halbe Tafel Schokoladen am Abend gehe ich eigentlich kaum ins Bett.

00:02:37: ,540 [Martina Eberl] Wirklich?

00:02:38: ,230 [Manfred Bender] Ja. [lachen]

00:02:40: ,280 [Martina Eberl] Boah, das darf man ja gar nicht laut sagen. Vor allem, das ist ja komplett gegen meine Philosophie. Okay, ein ganzer Süßer. Und da hast du noch gar keine Beschwerden deswegen gehabt, dass, wenn es zu viel Zucker ist, gar nicht?

00:02:51: ,340 [Manfred Bender] Nein.

00:02:52: ,680 [Martina Eberl] Cool. Ja, also ich meine, wenn du aktiv bist und wenn du es viel machst, dann ist das ja auch in Ordnung.

00:02:56: ,200 [Manfred Bender] Ja, ich achte natürlich schon auf, auf Ernährung. Also es ist jetzt nicht so, dass es jeden Tag Schweinsbraten gibt, sondern schon, äh, Ausgebungen. Also meine Frau kümmert sich da schon sehr liebevoll um mich, dass sie immer sehr gute Ernährung bekommt.

00:03:07: ,000 [Martina Eberl] Ich wollt grad sagen, die ist ja auch super in Shape. Also deswegen, die wird sich da schon drum kümmern. Manni, sagt eigentlich irgendjemand zu dir Alfred?

00:03:14: ,860 [Manfred Bender] Nein. [lachen]

00:03:14: ,740 [Martina Eberl] Nein? Auch die, also auch, auch Eltern net gar net?

00:03:17: ,700 [Manfred Bender] Nein, nein. Also ich schätze mal, meine Mutter früher mal, wenn ich was angestellt hab, ja-

00:03:22: ,010 [Martina Eberl] Manfred.

00:03:23: ,829 [Manfred Bender] dass dann Manfred, ja, dann... Aber ansonsten kann ich mich eigentlich nicht erinnern. Ich hab, ich hab da eigentlich eine lustige Geschichte, wo ich in Saarbrücken gespielt habe, habe ich mal beim, hab ich den Klaus Toppmill als Trainer gehabt und dann habe ich mal bei ihm zu Hause angerufen und dann ist, ist die Rosi rangegangen, seine Frau. Und dann, natürlich, weil ich bin ja gesagt: "Hier spricht Manfred Bender, kann ich mal Ihren Trainer sprechen?" Und dann sagt sie: "Na, wer ist denn dran?" "Ja, Manfred Bender." "Nein, der ist jetzt nicht da." "Ja, wer, wer ist denn da jetzt eigentlich dran? Wie, wieso Trainer?" Sag ich: "Ja, ich bin's, Manni Bender." "Ja, Manni", sagt sie-

00:03:53: ,049 [Martina Eberl] Das ist unglaublich.

00:03:54: ,200 [Manfred Bender] das ist klar. Ja, natürlich kannst du den Klaus sprechen. Ja, der ist schon da, ja. [lachen]

00:03:59: ,220 [Martina Eberl] Ja, aber lustig, gell, dass man dann eigentlich so seinen Namen gar nicht so behält, wenn man von Anfang an gleich Manni von der Jugend aus hat.

00:04:06: ,390 [Manfred Bender] Na ja, ich stelle mich ja immer gleich vor als Manni Bender. Wenn ich sage, Manfred Bender, kennt mich wirklich keiner, ja.

00:04:10: ,400 [Martina Eberl] Nein, ich wollte auch gerade sagen, du schaust auch mehr aus wie ein Manni als ein Manfred. Ja, Manfred hört sich dann wieder so, so ernst an. Das bist du überhaupt nicht. Manni, die 1 Frage, die ich sonst immer stelle oder die jedem hier stelle, der hier schon gesessen hat und weiterhin sitzen wird: In wie viele Kapitel würdest du dein Leben einteilen oder unterteilen, wenn du jetzt zurückblickt, zurückblickst?

00:04:32: ,660 [Manfred Bender] Zwei.

00:04:33: ,920 [Martina Eberl] Okay. [lachen] Aktiv und passiv.

00:04:35: ,300 [Manfred Bender] Genau. [lachen]

00:04:37: ,180 [Martina Eberl] Ganz einfach.

00:04:38: ,940 [Manfred Bender] lachen] War jetzt, glaube ich, nicht, war jetzt nicht schwer zu erraten, oder? Nein, es sind, sind-- Ich sage immer, äh, äh, wenn, wenn mich jetzt irgendjemand fragt: "Was machst du jetzt?" Dann sage ich: "Meinst du in meinem zweiten Leben?" Ja, und dann... Ja, genau. Stimmt ja, genau.

00:04:51: ,360 [Martina Eberl] Manni, das sag ich auch immer. Ja, es ist ein zweites Leben. Aber weißt du, ich, ähm, da kommen wir ja zu allen verschiedenen Geschichten. Trainer, Spieler, Berater und so weiter. Das könnten ja auch schon unterschiedliche Kapitel sein, deswegen. Aber das ist für dich so eins.

00:05:05: ,520 [Manfred Bender] Ja, aber dann wären sie ja, dann hätten wir ja 50, 60 Kapitel in unserem Leben. Also das wäre dann, glaube ich, schon ein bisschen viel. Und ich glaube, so 2, vielleicht sind es maximal 3, aber ansonsten, sage ich jetzt mal, also mehr wie 3, mehr, mehr wie 3 Kapitel würde ich jetzt nicht dazugeben.

00:05:22: ,719 [Martina Eberl] Du hast ja eine Gemeinsamkeit mit unserem Gott hab ihn selig, Franz Beckenbauer. Ihr kommt beide aus Giesing.

00:05:29: ,280 [Manfred Bender] Ich schätze mal, dass du so gut informiert bist.

00:05:32: ,360 [Martina Eberl] Ich bin tipptopp informiert. Da wirst du noch schauen, was ich alles jetzt mittlerweile von dir weiß.

00:05:36: ,990 [Manfred Bender] Na ja, na ja, stimmt. Ja, ich bin aufgewachsen in, in Obergiesing und habe auch immer... Der Franz Beckenbauer ist in der Zugspitzstraße und genau gegenüber so ein 1906er Fußballplatz, wo er damals auch die legendäre Watsche gekriegt hat von einem 60er Spieler auf dem Sechserplatz, wo er sich dann entschieden hat-

00:05:51: ,880 [Martina Eberl] Den Teil kenne ich gar nicht. Okay.

00:05:52: ,752 [Manfred Bender] Ja, das war ja damals, hat er sich dafür entschieden. Also er war ja da gespielt und dann hat er eine Watsche von einem 60er Spieler bekommen und dann hat er sich für Bayern entschieden. Auf diese. Und da hab ich dann in meiner Jugendzeit, ja, von der Schule halt heim, Schulranzen ins Eck und dann sofort am, am Sechserplatz haben wir dann halt den ganzen Tag bis dunkel Fußball gespielt. Das ist so die Gemeinsamkeit, was ich... Und dass halt früher mal mein Präsident war bei Bayern.

00:06:18: ,672 [Martina Eberl] Ja, ja. Aha, dann wart ihr auf dem gleichen Bolzplatz quasi.

00:06:22: ,972 [Manfred Bender] Ja.

00:06:22: ,492 [Martina Eberl] Cool. 60er-Stadion auch nicht weit weg. Also du hast ja quasi schon immer so ein bisschen eine Verbindung, wenn ich mein, wenn man aus Giesing kommt, verbindet man immer gleich 60er-Stadion mit, ähm, hast du immer gleich mit die 60er so ein bisschen eine Verbindung gehabt, oder?

00:06:35: ,132 [Manfred Bender] Ja, ich war in, ich hab in der Jugend mal ein Jahr sogar bei 60 gespielt. In der C-Jugend war dann auch dann mal Balljunge im 60er-Stadion, wo sie in der Bundesliga gespielt haben, ja, mit, äh, Dirk Zander und Nastase und wie sie alle heißen, ja. War ich dann Balljunge bei, bei, im 60er-Stadion, ja. Das war ja nur Luftlinie von meiner, von meinem, von meinen Eltern, wo wir gewohnt haben, 300 Meter, 400 Meter.

00:06:59: ,612 [Martina Eberl] War das dann so ein bissel dein Antrieb und dein erster Traum?

00:07:04: ,162 [Manfred Bender] Äh, nein, muss, ich muss eigentlich ehrlich sagen, ich mein, ich hab Fußball schon immer sehr leidenschaftlich gespielt, äh, aber damals war das auch alles noch ein bisschen anders. Also ich hab damals beim TSV Turnerbund gespielt, ja, das in Untergiesing, da beim Schirnbad ist der. Und da hat's dann zweimal in der Woche Training gegeben und, und dann irgendwann hab ich sogar mal Probetraining dann gemacht bei 60, da war ich dann ein Jahr in der C-Jugend bei 60. Das hat mir dann aber keinen Spaß gemacht. Dann bin ich zum MSV München gegangen, nach Ramersdorf und, und da hab ich dann das Glück gehabt,

00:07:35: ,172 [Manfred Bender] dass ich den Bogisdorfer Schorsch gehabt hab als, als Trainer und der, der war dann damals ein guter Freund vom Peter Grosser. Und der Peter Grosser war der Trainer von Unterhaching damals, war die

00:07:47: ,752 [Manfred Bender] 3 Macht oder damals sogar die 2 Macht in München nach Bayern. Und der hat dann angerufen und gesagt: "Du, Peter, schau dir mal einen an. Ich hab hier einen Spieler, der, wenn wir Sprinttraining haben, dann steht der immer mit den Händen in die Taschen, gibt den anderen immer 2 Meter Vorsprung und dann läuft er erst los. [lachen] Den kannst du dir mal anschauen." Ja, und so ist es dann, so ist es dann weitergegangen.

00:08:06: ,632 [Martina Eberl] Das war schon deine Stärke, gell?

00:08:08: ,152 [Manfred Bender] Schnell, ja.

00:08:09: ,252 [Martina Eberl] Schnell, gell? Aber war's das einfach oder hast du es noch extra... Also was heißt, in der, in der Jugend kannst du es ja, klar kann man es trainieren, aber das war's halt, oder?

00:08:18: ,592 [Manfred Bender] Eigentlich war ich schon-- sportlich war ich schon immer. Bei den Bundesjugend-- es hat ja damals Bundesjugendspiele gegeben und da habe ich mit, mit weitem Abstand immer in der Schule die meisten Punkte gehabt im Weitwurf, im Springen, im 60, damals hat's 60-Meter-Sprint gegeben. Also es war, glaube ich, wäre auch ein guter Leichtathlet geworden, wenn ich nicht Fußball geworden wäre.

00:08:36: ,572 [Martina Eberl] Es hilft zumindest.

00:08:37: ,052 [Manfred Bender] Also ich bin gemessen 11 0 gelaufen auf 100, ohne Training.

00:08:41: ,291 [Martina Eberl] Wow.

00:08:42: ,412 [Martina Eberl] Jetzt habe ich ja vorher in der Anmoderation gesagt, du hast bei, ich sage mal, allen 3 Münchner Vereinen, also Haching, 60, Bayern. Hat das sonst noch eigentlich irgendjemand gemacht, außer dir?

00:08:53: ,132 [Manfred Bender] Äh, ja, Wickalt Kögel zum Beispiel. Der hat, der hat Bayern, 60 und Haching gemacht.

00:08:59: ,072 [Martina Eberl] Okay.

00:09:00: ,452 [Manfred Bender] Dann Manni Schwabl, der ist jetzt zwar Präsident, der hat nicht gespielt, aber der hat auch Bayern, 60. Dann, glaube ich, hat's...

00:09:07: ,192 [Manfred Bender] Ich betone auch immer, ich bin da auch sehr stolz drauf. Ich bin der Einzigste, der in München geboren ist und das gemacht hat. Und das ist -

00:09:13: ,812 [Martina Eberl] Das haben wir gemeinsam, Münchner Kindl, echt.

00:09:14: ,652 [Manfred Bender] Ja, und darauf bin ich schon sehr stolz, dass ich, glaube ich, der Einzigste bin, der bei allen 3 Vereinen gespielt hat und in München geboren ist.

00:09:21: ,972 [Martina Eberl] Und immer noch in München ist.

00:09:22: ,512 [Manfred Bender] Ja.

00:09:23: ,712 [Martina Eberl] Ja, also das ist schon cool. Sehr cool. Nimm uns doch einmal mit. Ähm,

00:09:29: ,052 [Martina Eberl] also natürlich, bis man dann mal Fußballprofi wird, aber erzähl einmal, weil ich habe zum Beispiel auch eine sehr gute Freundin, die einen zwölfjährigen Sohn hat, der unbedingt Fußballprofi werden möchte. Wie so, keine Ahnung, wie viel Millionen Burschen in Deutschland oder auf der Welt. Erzähl einmal, wie war denn so dein Werdegang? Du hast jetzt erzählt, in Giesing, Bolzplatz, bist nach der Schule, Schulranzen ins Eck, zum, auf den Bolzplatz runter. Aber wann hast du einfach gemerkt, dass du dann einfach besser warst als die anderen und so weiter und so fort?

00:09:58: ,072 [Manfred Bender] Oh, ich, ich, [schnauft] ob man das eigentlich merkt damals? Also ich hatte, hab nicht das Gefühl gehabt, dass ich, dass ich besser war. Also so bin ich jetzt nicht ins Training gegangen und hab gedacht, ich bin jetzt besser wie alle anderen. Ich wollte eigentlich, bei mir war es halt eigentlich immer so und das ist leider auch immer heute noch so, ich konnte überhaupt nicht verlieren, ja.

00:10:16: ,372 [Manfred Bender] Und glaubt ihr-

00:10:16: ,052 [Martina Eberl] Das hab ich was gelesen, dass du, äh, Mensch ärgere dich nicht, scha-- äh, Brett aus dem Fenster geschmissen hast, weil du verloren hast.

00:10:24: ,472 [Manfred Bender] Ja, also es ist, fällt mir auch heute noch immer schwer. Natürlich kann ich es ein bisschen leichter, mit dem Alter ein bisschen leichter verdauen, ist ganz klar, aber trotzdem, äh, wenn's um etwas geht oder so, dann ist es für mich echt hart. Und ich glaube, das war damals mein, auch mein brutaler Antrieb, ja, auch im Training und in den Spielen. Also ich wollte immer gewinnen. Es ist echt... Also damals, wo ich noch jung war, da hab ich, hab ich ja 2 Tage mit keinem geredet, wenn ich ein Spiel verloren habe, ja. Jetzt mittlerweile geht's ja.

00:10:49: ,432 [Martina Eberl] Dann ist ja Golf deine Therapie quasi.

00:10:51: ,332 [Manfred Bender] Nee, ja auch, ja, auch. [Lachen] Aber

00:10:54: ,922 [Manfred Bender] das Golf hat mir schon mal mental auch schon mal sehr schwer mitgenommen. Also dort kommen wir dann später noch-

00:10:58: ,572 [Martina Eberl] Ja, da kommen wir später noch-

00:10:59: ,462 [Manfred Bender] Später noch drauf eingehen. Aber ich glaube, das war immer so mein, mein, mein brutaler Antrieb, ja, dieses nicht, nicht verlieren können, ja. Es ist ja, ich will immer schneller sein wie das Navi. [Lachen]

00:11:09: ,372 [Martina Eberl] Das haben wir gemeinsam. [Lachen]

00:11:11: ,792 [Manfred Bender] Aber das hat, glaube ich, jeder. Ja, das haben viele, aber ja, das ist ja... Wenn, wenn, wenn ich irgendwo ankomme und sag das Navi, sag da, dann sagt er, du bist sowieso dann früher da. Das ist, glaube ich, so.

00:11:21: ,872 [Martina Eberl] Also dein Ehrgeiz hat dich dann da schon in der Jugend nach vorne gebracht.

00:11:24: ,072 [Manfred Bender] Ja.

00:11:26: ,652 [Martina Eberl] Erzähl doch mal. Also mit wie viel Jahren ist das losgegangen? Wo hast du dann angefangen, dass du da-- oder ist da damals schon,

00:11:33: ,712 [Martina Eberl] wenn ich das jetzt so mitbekomme von meiner Freundin, shoutout an die Alex und an den Paul, liebe Grüße, ähm, wo der Paul mit 12 Jahren jetzt bei Elversberg, Elversberg heißt das, gell?

00:11:43: ,972 [Manfred Bender] Ja.

00:11:43: ,812 [Martina Eberl] Ja, ich bin ja, bin da nicht so-

00:11:45: ,712 [Manfred Bender] Aufstieg in die Bundesliga.

00:11:46: ,892 [Martina Eberl] Ja, ja, ja, genau. Gratulation. Ähm, und da kriege ich ja schon mit, oh, dreimal in der Woche Training, die Eltern müssen fahren und dann wird schon auf die Ernährung geachtet und, ähm, daheim am besten auch noch trainieren.

00:12:00: ,932 [Martina Eberl] War das bei dir auch schon so?

00:12:01: ,642 [Manfred Bender] Nein, die, ach, die Zeiten haben sich ja, haben sich ja total verändert. Wie ich vorhin schon erwähnt, ich hab früher zweimal in der Woche Training gehabt und wir haben damals schon mit... Also ich hab angefangen im Fußball mit 7. Da hat's die E-Jugend gegeben. Das war das eine offizielle, äh, was es gegeben hat im Fußball, eine E-Jugend von, von 6 bis 8. Äh, das war die jüngste Jugend. Heut fangen sie ja schon mit, mit, mit der Pampers-Liga an, mit, mit 4 Jahren oder so, ja, geht's schon los teilweise. zweimal in der Woche und wir haben damals aufm, aufm großen Platz, über den großen Platz gespielt. Aber heute gibt's ja Kleinfeld, Kompaktfeld und alles, ja, alles zugeschnitten auf die, auf die Kinder, dass sie so viel wie möglich Ballkontakte haben und Spiele und Pässe machen. Aber zu meiner Zeit, wir haben 11 gegen 11 Spieler auf, aufs große Feld, zweimal die-

00:12:46: ,442 [Martina Eberl] Und war das jetzt

00:12:47: ,552 [Manfred Bender] zweimal die Woche Training, ein Spiel am Wochenende, fertig. Ja.

00:12:51: ,392 [Martina Eberl] Und war das jetzt so viel schlechter, wie es, wie es jetzt ist?

00:12:54: ,812 [Manfred Bender] Äh, ja, die, die Intensität ist natürlich ein bisschen was anderes, ja, wie, wie früher, ja. Das ist, wenn man,

00:13:02: ,232 [Manfred Bender] wenn man sich jetzt mal die Spiele aus den 70ern anschaut und aus den 80ern und 90ern, da sieht man schon, also 70er war, war Super-Slomo, ja, dann Slomo und dann Zeitlupe und dann, ja, so könnte man das vielleicht so vergleichen mit diesen, mit diesen, äh, Jahrzehnten von der Schnelligkeit und vom Tempo her, ja, wenn man sich die Spiele anschaut. Das ist dann, in den 70ern hat, hat der, der Franz Beckenbauer einen Ball gekriegt am 16er, ist er komplett aufs ganze Feld gelaufen, hat 2 Doppelpässe gespielt und hat dann vorne ein Tor geschossen mit dem Gerd Müller, ja. Das, äh, wäre heute also undenkbar, dass so was passiert. Also das ist schon, die Zeiten haben sich da schon in Sachen Fitness und Tempo und alles schon, schon brutal verändert, ja. Wenn man sieht, was wir früher für Körper gehabt haben und was wir für Trikots gehabt haben, da, das ist ja, wenn ein bisschen Wind war, dann hast du ja, bist du ja kaum vorwärtsgekommen, weil sich der Wind so in die Trikots verfangen hat, weil die so gewehnt sind. Und heut hat jeder hautenge Trikots an und, und die haben alle einen Körper, ja. Die haben alle so ein bisschen einen Körper wie ich, nur ganz anders.

00:14:03: ,322 [Manfred Bender] Ja.

00:14:04: ,992 [Martina Eberl] Ja, okay.

00:14:06: ,392 [Martina Eberl] Also schneller. Weißt du, ich denke mir das so oft beim Golf.

00:14:09: ,612 [Martina Eberl] Ich hab noch Profi-Golf gespielt, da hat's, da hat's den Trackman noch gar nicht gegeben. Also das ist jetzt auch die letzten 10 Jahre so brutal marschiert und ich frage mich dann schon oft, ich hab früher wahnsinnig viel geübt und trainiert und ich muss dir sagen, was bei uns besser war oder

00:14:27: ,652 [Martina Eberl] einfacher: Ich hab kein Handy gehabt als Kind oder als Jugendlicher. Ich hab-- Aber das ist beim Fußball natürlich nicht der Fall wie beim Golf. Beim Golf hast du die Zeit, einmal zum Bag zu gehen und mal das Handy nehmen, dann bleibst du beim Handy wieder hängen. Beim Fußball hast du das natürlich nicht. Aber so, ich denke mir dann auch mei, wir haben damals eigentlich auch ganz ordentlich gespielt. Also die so viel, so viel tiefer schießen tun die jetzt auch nicht. Die Burschen schon. Die Burschen, die schauen, wie du schon sagst, auch jetzt anders aus wie damals ein Montgomery oder der Bernhard Langer zu seiner Jugendzeit. Die schauen jetzt schon anders aus, sind schon athletischer geworden.

00:14:59: ,442 [Manfred Bender] Die sind jetzt so 12, 13 irgendwie, die haben die Kugel 280 über 300 Meter. Das ist natürlich, ja... [schnauft]

00:15:06: ,972 [Martina Eberl] Total. Ich hab jetzt am Wochenende bei uns eine 4er-Klubmeisterschaft gespielt. Da hat einer hinter uns gespielt, da hat der immer, mit dem wir gespielt haben, haben wir gesagt: „Jetzt, jetzt müssen wir weg, weil da ist Grün frei machen." Da habe ich gesagt: „Das ist ja Papier." Hat er gesagt: „Ja, aber der hinter uns, der hat da drauf."

00:15:18: ,632 [Manfred Bender] Na ja.

00:15:19: ,372 [Martina Eberl] Okay.

00:15:20: ,272 [Manfred Bender] Na ja, das ist schon.

00:15:21: ,012 [Martina Eberl] Aber zum Thema Golf, da kommen wir später noch mal. Vor allem mich, mich interessiert das immer so ein bisschen die, wie man dann so gut geworden ist und wie man dann zum Profi gekommen ist. Also du warst dann gut unterwegs, du hast dann geübt und wann haben sich dann so die Weichen gestellt, wo du gesagt hast

00:15:38: ,312 [Martina Eberl] oder wer zu dir gesagt hat, dass du gut genug bist, da wirklich dein Geld damit zu verdienen und Profi zu werden?

00:15:44: ,832 [Manfred Bender] Ja, ich war ja ein relativer Spätstarter, weil ich bin ja erst dann mit 18, bin ich ja erst dann zu Unterhaching. Das war damals Bayernliga. Das war, da hat's ja 1. Liga, 2. Liga und dann die Bayernliga gegeben. Das war die dritthöchste Liga in Deutschland. Also dann hat's die Oberliga Baden-Württemberg, die ganzen Bundesländer waren, waren ja alle aufgeteilt. In die 3. Liga war bei denen die höchste Amateurliga und da, da Unterhaching gespielt und A60 damals waren auch in der Gegend rum, ja. Und, äh, in, bei dem-- und dann sind wir halt mit Unterhaching aufgestiegen in die 2. Bundesliga und da bist du natürlich schon ein bisschen auch im Blickfeld der Amateurauswahl gespielt, bin deutscher Länderpokalmeister geworden mit Bayern wieder seit über 13 oder 14 Jahren, wo Bayern ist, also das Land Bayern, Oberhaching jetzt den Länderpokal geholt hat und da bist du natürlich schon ein bisschen auch im, im Blickfeld vom Scouting und von, von den Vereinen. Ja, also bei mir ist es definitiv losgegangen erst so mit 18, 19, ja. Ich bin ja auch dann '89 dann zu Bayern, da war ich 23, ja. Also eigentlich relativ, relativ spät.

00:16:41: ,272 [Martina Eberl] Kennt man eigentlich diese Scouts? Weiß man, dass das Scouts sind, wenn die so zuschauen?

00:16:46: ,752 [Manfred Bender] Ja, ein paar kennt man schon, ja, aber, also, aber damals war das Scouting ja bei Weitem noch nicht so. Äh, bei mir hat, ich weiß, dass der Jupp Heynckes zugeschaut hat und Egon Kodes, dass sie immer da waren beim Spielen. Die haben dann selber sich ein Bild von mir gemacht, aber ansonsten, äh, ist dieses Scouting jetzt auch alles, das ist ja, sind ja alles, äh, Abteilungen jetzt mittlerweile schon bei den, bei diesen Profivereinen, ja.

00:17:08: ,072 [Martina Eberl] Und wie war das denn, als der Jupp Heynckes bei dir zugeschaut hat?

00:17:12: ,262 [Manfred Bender] Ja, das war ja eigentlich, äh, relativ witzig bei mir, weil ich dann, äh, wie gesagt, ich bin Länderpokalsieger geworden. Das war in Duisburg-Weda und dann hat mich der Robert Koch von Köln, hat mich gleich anschließend angesprochen und gesagt: „Du, äh, Köln hat Interesse. Wir möchten dich gerne verpflichten." Christoph Daum war damals Trainer in Köln.

00:17:29: ,972 [Martina Eberl] Mhm.

00:17:29: ,251 [Manfred Bender] Dann bin ich ja dann, 2 Tage später bin ich hochgeflogen mit einem Freund von mir, der ein bisschen so als Berat-Berater tätig war.

00:17:36: ,012 [Martina Eberl] Mhm.

00:17:37: ,712 [Manfred Bender] Ja, und dann haben wir uns halt unterhalten den ganzen Nachmittag, haben uns das Trainingsgelände gezeigt und alles und dann haben wir gleich über Zahlen geredet und alles und dann war ich so: „Ja, cool. Machen wir." Christoph Daum die Hand gegeben und fliege, fliege zurück, gehe zu meinen Eltern, erzähle das denen. Dann kriege ich ein Telefon bei meinen Eltern, sagt meine Mutter: „Oh ja, ja, der ist da." Und sagt sie: „Ja, hier." Sage ich: „Ja, wer?" „Ja, hör zu."

00:17:59: ,892 [Manfred Bender] „Hallo Manni, hier spricht Uli Hoeneß." [lacht]

00:18:03: ,582 [Martina Eberl] Aha, okay.

00:18:04: ,272 [Manfred Bender] Sag ich: „Du, äh, wir würden dich gerne verpflichten zu Bayern München." Dann sage ich: „Ja, hm."

00:18:10: ,372 [Manfred Bender] Es ehrt mich sehr, weil ich war jetzt vor 2 Tagen in Köln und, und hab eigentlich die Kölner zugesagt, dass ich nach Köln gehe. Und sagt der Mann: „Hast du irgendwas unterschrieben oder irgendwas? Sage ich: „Nein, ich habe nur meine Hand drauf gegeben. Sagt er: „Okay, ich melde mich wieder.

00:18:23: ,792 [Manfred Bender] Und dann, 2 Tage später hat er angerufen und gesagt, wir hätten alles geklärt. Wenn du Lust hast, kannst gerne zu Bayern kommen. Äh, wir würden dich gerne verpflichten. Da habe ich gesagt: „Na logisch, gerne.

00:18:33: ,231 [Martina Eberl] Und hast du jemals rausgefunden, wie er es geklärt hat?

00:18:36: ,352 [Manfred Bender] Nein, nein.

00:18:38: ,292 [Manfred Bender] Ich weiß es nicht. Aber es hat, es hat ja dann damals den Riesenstreit gegeben mit Bayern und Köln, Heynckes und Daum und so. Ich glaube, ich war da nicht der Auslöser, aber... [l8]

00:18:48: ,572 [Martina Eberl] Du weißt, er hätte auch sagen können: „Äh, du, ähm, vergiss es, wenn du es jetzt unterschrieben hast, sagt, das zählt eh nicht, aber so ist der Olli nicht. Ja? Dass er das klärt, finde ich schon cool. Ja, super. Aber super Gschicht. Ähm, noch mal ganz kurz zurück, bevor wir weiter zu deiner Karriere kommen. Dein Sohn,

00:19:04: ,432 [Martina Eberl] weil wir ja auch über die 60er und die Bayern geredet haben. Mein Stand war ja noch, das hast du mir aber vorher schon erzählt, dass dein Sohn ja auch ein supertalentierter Fußballer ist und bei die 60er in der Jugend gespielt hat und jetzt ist er schon bei den Bayern in der Jugend. Also er, er steigt ja Vollgas in deine, [Lachen] in deine Fußstapfen, oder?

00:19:22: ,992 [Manfred Bender] Ja, der, also da bin ich auch schon drauf angesprochen. Da habe ich auch gesagt, das ist die, bei denen die Turniere, wo der jetzt schon spielt und so, da habe ich, äh, 30 Jahre gebraucht, gegen solche Mannschaften zu spielen, was der jetzt schon mit, mit 14 Jahren gemacht hat. Jetzt waren sie, waren sie in Frankreich da gegen Olympique Marseille und Manchester United, Juventus Turin und Paris Saint-Germain. Und also das ist schon, ist schon Wahnsinn, was der da jetzt schon erlebt mit 14 Jahren, wo der überall unterwegs ist, ja.

00:19:48: ,412 [Martina Eberl] Und wie ist das jetzt bei ihm gegangen? Auch, war bei 60 und dann haben's wir bei dir auch angerufen und haben gesagt, hätten Interesse, oder? Wie läuft das dann jetzt so bei, beim 14-Jährigen?

00:19:58: ,942 [Manfred Bender] Ja, das ist genauso wie Bayern. Ja, die haben eigentlich, die wollten ihn jedes Jahr haben, ja. Aber wir haben immer gesagt: „Nein, der fühlt sich bei 60 sehr wohl. Und es ist, ich habe jetzt immer gesagt, es gibt jetzt keinen Unterschied, ob er jetzt bei Bayern in der U10, U11, U12 trainiert oder spielt. Also es ist, wenn er, wenn er einer ist und er ist gut, dann holen sie ihn mit 13, 14 auch noch, ja. Und so, dann irgendwann haben wir gesagt: „Okay, jetzt ist es auch vom, vom Kopf her so, ja, dass er, dass er auch den Druck bei Bayern... Und Bayern ist immer noch, auch im, im Jugendbereich ist es immer noch ein bisschen was anderes als wie bei Unterhaching oder 60er, weil doch dann pro Woche dann immer so 2, 3 Testspieler dabei sind und, und solche Sachen. Also das ist schon immer ein bissl... Auch für die kleinen Kerle oder für die jungen Kerle ist es schon auch, äh, eine Herausforderung. Da muss man natürlich schon auch schauen, ob dein Kind auch, äh, das mental oder vom Kopf her auch so verarbeiten kann, was da Druck auf ihn einkommt, auch draufprasselt. Und da haben wir schon drauf aufgepasst.

00:20:48: ,992 [Martina Eberl] Meinst du, dass, dass du

00:20:51: ,852 [Martina Eberl] jetzt so oder dass ihr das jetzt so m8, weil du da die Erfahrung hast? Weil ich mein, ich finde das ja sensationell. Also ich würde das beim Golf genauso auch machen mit meine Kinder, aber, ähm, es gibt ja so viele Eltern, die sich selber so verwirklichen wollen in ihren Kindern und Fußball oder überhaupt. Und wenn ich das... Du hast ja vorher gesagt, du warst schon mal in Aubing hier, weil bei uns gibt's ja einen, einen Fußballkunden, der ist ordentlich, der ist für Aubing, ähm, und da wohnen wir nicht weit weg und ich höre immer die Eltern schreien. Ich höre das bis zu mir. Das, ist das, ist das schon outstanding, oder? So wie ihr das macht, dass ihr da so achtet drauf, also dass ihr darauf achtet, weil die meisten machen es ja eher weniger, oder?

00:21:28: ,991 [Manfred Bender] Ja, ich meine, es ist, es ist in einer Weise ist es natürlich verständlich, weil wenn man jetzt 10, 11, 12, 13 ist und dann ruft auf einmal FC Bayern München an und sagt: „Wir hätten Interesse an Ihrem Sohn, ja. Und jetzt sind es die Eltern, das sind, ist jetzt nicht der Vater Ex-Profi oder irgendwas, der sich ein bisschen auskennt in der Szene. Der ist halt einfach nur begeisterter Fan von, von der Mannschaft, von seinem Jungen. Und wenn der dann sagt: „Boah, Bayern ruft an, dann muss ja der was können, ja, sonst würde Bayern nicht anrufen, ja. Und dann sagen: „Natürlich geht er dann zu Bayern. Aber ob der, ob der Junge jetzt auch wirklich so weit ist vom Kopf her, ja, das ist ja, das ist ja schon das Entscheidende. Ich meine, es gibt ja in dem Jugendbereich gibt's, es gibt 13-Jährige, die sind vom Kopf her 12, dann gibt's 13-Jährige, die sind vom Kopf her schon 15. Ja, und dann gibt's welche, die haben einen Körper wie ein 15-Jähriger und andere dann einen Körper wie ein 10-Jähriger. Ja, also das sind ja alles Sachen, wo man, wo man schon drauf achten sollte im Jugendbereich, ob das, ob das auch passt für den Jungen, dass man, dass man ihn zu Bayern gibt oder, oder in ein anderes NLZ.

00:22:25: ,772 [Martina Eberl] Wie ist denn das dann eigentlich, wenn du jetzt eigentlich so ein bisschen so ein Spätentwickler bist? Jetzt hast du ja gesagt, du hast ja auch, bist ja auch relativ spät erst vorwärtsgekommen. Ähm, aber wenn du so einfach talentiert bist und ein Talent hast, aber du bist halt einfach, äh,

00:22:40: ,812 [Martina Eberl] nicht mannig genug, ja, also für die Hochdeutschen, wie sagt man, einfach nicht stabil genug, ja, dann hast du doch einen brutalen Nachteil. Dann kannst du doch eigentlich gar nicht mithalten in der Altersklasse.

00:22:52: ,191 [Manfred Bender] Ja, das eben. Deswegen, da muss man dann schauen, ob das, ob das dann auch der richtige Weg ist, dass man ihn zu Bayern gibt oder man lässt ihn jetzt, sagen wir mal, noch in Aubing, wo er halt dann der, der König ist, ja, und dann mit Abstand der beste Spieler, ja, dass ihm das so viel Selbstvertrauen gibt, dass er dann irgendwann einmal, wenn er reift und es geht ja eh relativ schnell in dem Alter. Ja, das ist ja, in dem Alter sind ja, äh, ein Jahr im Jugendfußball, das sind ja Welten. Ob du jetzt einen 12-Jährigen gegen einen 13-Jährigen spielst oder 13 gegen einen 14-Jährigen. In einem Jahr, da passiert bei diesen Jungs so viel, ja, vom Kopf her, vom Körper her und alles. Ja, das ist, äh, das ist, das kann man sich gar nicht vorstellen, wenn man, wenn man da nicht jedes Wochenende oder jede, jede Woche dabei ist und sich das, das anschaut, äh, bei Spielen. Ja, wie gesagt, da war ich in Frankreich, das ist, die haben gegen Paris Saint-Germain gespielt und die haben alle einen Körper gehabt, ja, wo du sagst: „Das kann nicht sein, dass die 14 sind. Ja, das ist unmöglich. Ja, der, der, die rasieren sich ja schon dreimal am Tag.

00:23:46: ,152 [Manfred Bender] Lachen] Ja, ja, ja. Ja, also das ist, und gegen die spielen die dann. Die sind, die sind teilweise 2 Köpfe größer, ja. Ja, aber das sind alles Lernphasen und, und da ist es natürlich wichtig, dass du dann die Trainer hast oder auch die, die Philosophie von, von den jeweiligen Jugendvereinen oder Verantwortlichen, dass die das auch erkennen: Was habe ich für einen Spieler? Wie ist der bereit und was kann der alles? Wie ist er körperlich, mental und vom Kopf her? Das ist ja das Entscheidende auch im, im, dass die das auch vernünftig dann machen mit, mit den Jungs, ja.

00:24:16: ,492 [Martina Eberl] Aber wie ist das dann jetzt für dich, wenn du zuschaust?

00:24:19: ,456 [Manfred Bender] Ah, ich bin da eigentlich, äh, relativ entspannt.

00:24:21: ,436 [Martina Eberl] Ja, du bist ja eh so tiefenentspannt.

00:24:22: ,036 [Manfred Bender] Ich schau mir, ich schau mir die Spiele immer am Rand an, weil ich mein, du hast vollkommen recht. Das Schlimmte im Jugendfußball sind die Eltern mit Abstand. Also was man da teilweise hört am, am, am Fußballplatz, das ist dann eigentlich schon wirklich, wirklich grenzwertig, ja. Ähm.

00:24:36: ,255 [Martina Eberl] Schreitest du dann ein?

00:24:37: ,496 [Manfred Bender] Nein, ach, das bringt doch nichts. Das ist, da gibt's nur Ärger.

00:24:41: ,216 [Martina Eberl] Mhm.

00:24:42: ,486 [Manfred Bender] Ja, im Endeffekt, äh, kannst du da eigentlich nichts machen. Es sind meistens eh dann, äh, wenn sie dann gegen Bayern spielen, sind sie dann meistens immer die gegnerischen Eltern, die dann meinen, sie müssen sich jetzt alles beweisen und, und, und zeigen, wie gut sie sind. Ja, aber, äh, die Eltern sind schon-

00:24:58: ,586 [Martina Eberl] Echt das Problem.

00:24:59: ,176 [Manfred Bender] grenzwertig, ja.

00:25:01: ,416 [Martina Eberl] Was ich mir dann immer öfter überlege, also ich weiß das noch damals, wir waren damals mit dem Bayerischen Golfverband, das ist bei mir auch schon Urzeiten her, in, äh, in Oberhaching in der Sportschule und das ist ja ständig voller Fußballer. Ähm, wie macht man das mit der Schule? Weil Fußball ist ja dann schon, wie du schon gerade gesagt hast, dann, wenn du älter wirst, dann, dann hat das einen Umfang an Training, jeden Tag, Testspiele da, da, da.

00:25:24: ,716 [Martina Eberl] Ich mein, wie funktioniert das? Also muss man dann tatsächlich in so eine Fußballschule gehen, dass das-- einige machen's nicht mehr, oder?

00:25:29: ,676 [Manfred Bender] Da haben wir uns bewusst dagegen gesprochen, dass wir dann in eine Fußballschule geben, weil wir gesagt haben, äh, erstens mal die 2 Trainingseinheiten, die was er da in der Früh bekommt in der Schule, ja, das, äh, macht's jetzt auch nicht. Deswegen wird er nicht eher schneller Profi, nur weil jetzt in der Schule nur mal, äh, von 8 bis um 9 zweimal in der Woche ein Fußballtraining hat, ja. Das ist-- wir haben auch gesagt, dass er, er soll in Ismaning bleiben, ja. Da sind seine, seine Kumpels. Auch dieses soziale Umfeld, sollte mal irgendwie mal was passieren oder sein, dass er dann nicht gleich ins Bodenlose fällt, ja, dass auch da seine Kumpels hat und seine Freunde und dieses soziale Umfeld hat, ja. Also...

00:26:05: ,676 [Martina Eberl] Ist schon echt gut, super durchdacht. Also Kompliment, finde ich. [Lachen] Ist wirklich toll, doch. Ich habe vorher bei der Anmoderation auch gesagt, dieser Podcast ist ja ursprünglich entstanden aus meiner Idee, weil wenn du auf Apple Podcast oder Spotify nach, also einfach nur Sport eingibst, kriegst du erst einmal einen literweise voller Fußballpodcast. Und dann habe ich gesagt, das gibt's doch nicht, dass es eigentlich nicht mal so einen Gesamtsportpodcast gibt, wo man mit Sportlern sich unterhält und so weiter. So ist ja ein bisschen die, ähm, die Idee entstanden. Wie, jetzt bist du natürlich eine Fußballlegende, aber wenn du jetzt mal von außen drauf schaust, bekommt Fußball nicht manchmal einfach zu viel Aufmerksamkeit?

00:26:47: ,076 [Manfred Bender] lachen] Ja, das, äh, was soll man, was soll ich dazu jetzt sagen, ja? Das ist, äh, die Aufmerksamkeit ergibt sich daraus ja auch, was die, was, was die Leute auch am meisten interessiert und das ist, ist halt immer Volkssport Nummer eins, der Fußball, ja. Das ist, wenn wir schauen in die ganzen Wochenendspiele im Jugendbereich, wo ist am vollsten? Am Fußballplatz, ja. Das ist natürlich auch der Handball, Eishockey, Golf, Tischtennis, alles, was es so gibt, wo wir auch schon überall Weltmeister geworden sind, ja. Äh, Handballweltmeister, Eishockey, äh, und alles, ja. Alles, überall waren wir schon Weltmeister, ja. Aber das ist halt meistens leider immer nur, gerade nur in diesem halben Jahr, Jahr der Hype bei diesen Sportarten, ja. Und das ist halt, Deutschland ist halt immer Fußballnation und das ist, äh... Golf waren wir auch gut dran mit Bernhard Langer, Kaymer.

00:27:38: ,916 [Martina Eberl] Das kannst du nicht vergleichen.

00:27:38: ,536 [Manfred Bender] Das sind ja alles, das sind ja schon, äh, 50 Jahre her. Kaymer war mal Nummer eins im Golf, wo ein bisschen Hype da war, der ist jetzt . Jetzt momentan gibt's halt im deutschen Golf, gibt's halt jetzt, haben wir momentan keinen Weltklasse mehr, ja.

00:27:50: ,456 [Martina Eberl] Das ist auch gar nicht zu vergleichen, weil mit Golf bloß ist es halt schon brutal, wenn man immer, also jetzt, wenn man jetzt von einem anderen Standpunkt aus, ob das jetzt Golf, was auch immer ist, wenn du dann sagst, okay, wir brauchen jetzt Sponsoren oder da ist das Geld, na, gibt's nicht. Aber fürs Fußball ist immer Kohle da und ich meine, es ist ja auch, das sind ja auch Zahlen. Wie gesagt, ich bin jetzt nicht mehr so viel... Es gab ja eine Zeit, wo ich viel mit dem FC Bayern auch zusammengearbeitet habe, aber, ähm, das ist schon Hardcore, was da für Summen unterwegs sind. Und natürlich, wie schon gesagt, Nachfrage ist natürlich da und deswegen ist doch auch das Interesse natürlich für die Sponsoren da und die, die Gelder. Bloß mich hätte das jetzt mal interessiert, wenn du selber aus dem Sport kommst, ob du nicht einfach sagst, nein, also manchmal ist das schon ein bisschen übertrieben.

00:28:35: ,906 [Manfred Bender] Redest du jetzt von, von den Gehältern von den Spielern oder, oder die allgemeine Summe für die Vereine oder so, die Sportsponsoring oder so? Das sind, sind auch wieder... Ich meine, die Gehälter, ich meine, das ist, ist natürlich schon absurd ab und zu, ja, wenn man sagt, ja. Aber man muss auch eins dazu sagen, dass, dass jetzt, sagen wir mal, ein Kane oder, oder jetzt ein Lennart Karl oder sagen wir mal, vor allen Dingen die Bayern-Spieler, ja, die, die haben ja, die können in München keine, keine Sekunde auf die Straße gehen, ja. Die werden ja verfolgt dann von Handykameras. Bei mir war das ja noch entspannt, da hat es ja noch keine Handys gegeben. Wir sind sogar teilweise, wir haben am, am Mittwoch waren wir noch im Oktoberfest, wenn Samstag Spiel war. Das würde heute ja, heute ja gar nicht mehr gehen, ja. [lachen] Keine Möglichkeit, ja. Da würdest du, wenn da irgendeiner von den Bayern-Spielern am Mittwoch auftaucht am Oktoberfest, ja, oder der hat so eine überragende Verkleidung, ja, mit Perücke, dass er, dass er dann irgendwo sitzt, aber ansonsten als normaler, als normaler Fußballer kann, kann keiner mehr in München auf die Straße gehen. Keine Chance. Ja, das ist natürlich schon-

00:29:33: ,316 [Martina Eberl] Aber du meinst, dass das so ein bisschen auch ein Ausgleich ist?

00:29:36: ,346 [Manfred Bender] Ja.

00:29:37: ,456 [Martina Eberl] Ja?

00:29:37: ,146 [Manfred Bender] Ob der auch Ausgleich jetzt zu hoch sein muss, ist ja wieder was anderes. Aber, aber die, die Nachfrage und, und, und die Sponsoren sind ja da, um diese Gehälter zu bezahlen. Also es muss-- natürlich ist, ist die Schere natürlich schon extrem groß, vor allen Dingen auch bei, bei diesen jungen Spielern, sage ich jetzt mal, die, was jetzt gerade mal ein halbes Jahr im, im Blickpunkt sind, ja, und jetzt gerade mal ein halbes Jahr mehr Leistung abgeliefert haben, ja. Bei einem Harry Kane oder, oder bei anderen, die was ja schon 10 Jahre auf Top-Niveau spielen, ja, dann sage ich, okay, das ist, äh, das ist gerechtfertigt, ja. Aber wie zum Beispiel auch wie beim Wojtek Mateja, der, der, ja, ablösefrei vor 3 Jahren in der dritten Liga gekickt, ja, und jetzt kostet er 90 Millionen, ja. Das sind, das sind Sachen, wo ich sage, okay, wenn sie Vereine zahlen, ja, okay. Ob sie jetzt glücklich sind, Newcastle mit Wojtek Mateja, weiß ich jetzt nicht so richtig. [lachen]

00:30:28: ,466 [Martina Eberl] Wer ist denn deiner Meinung nach, sagen wir mal, einen, es ist immer schwierig, einen, den besten Fußballer. [lachen] Du hast 3. Sage mal 3, deine Faves.

00:30:38: ,196 [Manfred Bender] Ja, aber das, das sind ja, sind ja die Klassiker, ja. Also sagen wir mit Sicherheit gehört Franz Beckenbauer dazu, aus aus der Generation, ja. Aus der, aus der 90er Generation würde ich mal sagen, Lothar Matthäus, ja. Und aus die, aus die 2000er, es ist, da gibt's ja nur Ronaldo Messi, ja. Würde ich sagen wir so.

00:30:56: ,456 [Martina Eberl] Ronaldo Messi, jetzt musst dich für einen entscheiden. Und warum?

00:30:59: ,616 [Manfred Bender] Mmm Ja, dann

00:31:02: ,436 [Manfred Bender] seufzen] nehme ich Ronaldo, weil das ist der Favorit von meinem Sohn. [lachen]

00:31:07: ,716 [Martina Eberl] Meiner auch,

00:31:08: ,636 [Martina Eberl] weil er besser ausschaut.

00:31:11: ,836 [Martina Eberl] lachen] Nein, das ist eine Maschine, aber gut, okay. Und, ähm, jetzt grade, so, wenn du jetzt da sagst, wenn du jetzt ganz gar nicht so lang drüber nachdenkst, du jetzt zur Bundesliga oder Champions League denkst, herausragender Spieler, wo du sagst, der ist einfach gemacht.

00:31:28: ,796 [Manfred Bender] Boah, da fällt mir jetzt leider der Name gar nicht ein.

00:31:31: ,815 [Martina Eberl] So gut ist er gleich.

00:31:32: ,696 [Manfred Bender] Na, na, das ist so,

00:31:34: ,716 [Manfred Bender] spielt bei Paris, hast du einmal von, äh, Dennis, aber jetzt fällt mir der Nachname nicht ein. Der gefällt mir sehr gut.

00:31:41: ,076 [Martina Eberl] Wir werden ihn dann noch bestimmt öfter hören.

00:31:44: ,676 [Manfred Bender] Ja.

00:31:44: ,516 [Martina Eberl] Weißt du, was ich so ein bisschen unfair finde und das dann, dann schraken wir auch ein bisschen, aber ich muss das mal loswerden. [lachen] Ähm, abgesehen davon war ich ja wirklich eine lange Zeit, ich bin immer im Herzen noch ein FC Bayern Mensch, ja. Mein Opa war schon ein FC Bayern Mensch, der hat immer gesagt, der Franz ist schon, ist schon es wert, ins Stadion zu gehen. Also meine ganze Familie ist FC Bayern. Ähm, und ich war selber Südkurve, gell, wollte ich mal sagen, 2 Jahre lang. Also deswegen, eine Zeit lang war ich da ein bisschen mehr drin, aber ich bin komplett raus mittlerweile. Ähm, was ich immer so ein bisschen unfair gefunden habe und das ist mir damals im Stadion auch immer wieder aufgefallen, wenn wir gerade über die Gehälter und übers Geld geredet haben. Es ist total wurscht, ob der Fußballer kämpft, läuft oder nicht. Die Kohle fließt und er kriegt es. Wenn ich jetzt natürlich, wenn ich an einem Tag sage, boah, ich habe einfach keinen Bock und dann haue ich, keine Ahnung, a 80 ins, ins Clubhaus. 80 jetzt nicht, aber als Profispielerin, da bist du bei 73, 74 schon hoch beieinander, dann verdiene ich aber auch nichts. Dann bin ich raus. Und das fand ich immer als Profigolferin total unfair in so Geschichten, wo, wo Sportler, die, wo ich genauso viel trainiert habe und gemacht habe und Ausgaben und, und, und. Wo ich gesagt habe, ich muss mir noch so viel mehr abracken oder ich muss mich noch so viel mehr abracken, dass ich meine Kohle überhaupt verdiene. Ähm, und da ist es eigentlich wurscht, wenn er sagt, heute nicht.

00:33:13: ,576 [Manfred Bender] Ja, das ist, der Vergleich ist natürlich jetzt relativ schwierig-

00:33:16: ,106 [Martina Eberl] Der Sinn, ich weiß.

00:33:17: ,796 [Manfred Bender] weil das, weil das natürlich Einzelsportler und, und, und, und Mannschaftssportler, ist ganz klar, aber also ich bin jetzt nicht mehr so in diesen Gehältsphasen, in Gehälterphasen drin, aber zu meiner Zeit hat's, hat's, hat's, habe ich auch nur Geld bekommen, wenn ich, wenn ich gespielt habe oder ich bin vor der 70n eingewechselt worden. Dann habe ich meine Siegprämie bekommen, meine Voll- und meine Auflaufprämie bekommen. Bin ich erst in der 80, dann habe ich von jedem immer nur die Hälfte bekommen von dem, was an die Mannschaft ausgeschüttet worden ist, ja. Da hat es dann schon noch, äh, leistungsbezogene Verträge gegeben. Ja, ja.

00:33:46: ,256 [Martina Eberl] Gab's da auch, also, oh, okay.

00:33:49: ,655 [Manfred Bender] Ob das jetzt teilweise, ich glaube mal, dass es bei jungen Spielern auch immer noch gibt heutzutage, dass sie so was machen. Ja, aber bei den Topstars, äh, denen kannst du es nicht sagen. Okay, du, wenn du jetzt mal nicht spielst, dann kriegst du die Kohle nicht mehr. Ja, das ist, ja. Aber zu meiner Zeit hat es noch leistungsbezogene Verträge gegeben, ja.

00:34:06: ,736 [Martina Eberl] Finde ich aber geil. Finde ich echt cool.

00:34:08: ,496 [Manfred Bender] Da hast du dann, wenn du 5 Spiele vor der 70ten gemacht hast, dann hast du wieder was bekommen, dann bei 10 Spiele, bei 15, bei 20 Spiele. Wenn ich auf die nicht gekommen bin, habe ich ja nur mein Grundgehalt bekommen, ja. Das war ja auch, war jetzt auch nichts Berauschendes, sage ich mal, ja.

00:34:24: ,726 [Martina Eberl] So, jetzt, du hast super Jahre beim FC Bayern gehabt, warst in der Stammelf und bist dann zum KSC gewechselt. Die Frage, wenn ich das, ich habe da wirklich viel gelesen, ja. Also ich kenne jetzt ihn und auswendig.

00:34:36: ,435 [Manfred Bender] Hast du schon ein bisschen Angst? [lachen]

00:34:39: ,536 [Martina Eberl] Wenn man jetzt sagt, also es stand auch immer, du, du, du warst in der Stammelf, in dem Stammkader. Warum wechselt man dann? Das ist so das, was ich mich als Erstes gefragt habe: Warum wechselt man dann den Verein, wenn ich bei einem mache wie der FC Bayern? Ich weiß, dass der KSC damals ja auch sehr erfolgreich war.

00:34:55: ,016 [Manfred Bender] Auf dem Weg erfolgreich zu sein.

00:34:57: ,876 [Martina Eberl] Oder, oder, okay. Dank dir. Du hast dich da ja auch prächtig entwickelt.

00:35:01: ,096 [Manfred Bender] Es passt schon, dieses Ping-Pong. Das gefällt mir sehr.

00:35:04: ,476 [Martina Eberl] Ja, gell? [lachen] Also mal nur, ich habe es sogar aufgeschrieben, weil ich mir gedacht habe, für die Generation, ähm, die hier zuschaut und zuhört, die kennen auch die Namen noch, die Stammelf 1990 beim FC Bayern im Tor. Jetzt bin ich mal gespannt, sagst du mir.

00:35:21: ,956 [Manfred Bender] Aumann.

00:35:21: ,776 [Martina Eberl] Richtig. Abwehr?

00:35:23: ,656 [Manfred Bender] Krahmer, Reuter, Kohler, Bügler.

00:35:26: ,576 [Martina Eberl] Augenthaler.

00:35:27: ,616 [Manfred Bender] Augenthaler, ja.

00:35:28: ,736 [Martina Eberl] Mittelfeld?

00:35:29: ,606 [Manfred Bender] Laudrup, Effenberg, Strunz, Bender,

00:35:33: ,456 [Manfred Bender] Schwabl.

00:35:35: ,216 [Martina Eberl] Einer, der auch Golf spielt.

00:35:37: ,076 [Manfred Bender] Reuter, nein, Reuter-

00:35:38: ,116 [Martina Eberl] Fängt mit Olaf an.

00:35:39: ,436 [Manfred Bender] Ah, Ton, ja genau.

00:35:40: ,716 [Martina Eberl] Und im Sturm war?

00:35:41: ,356 [Manfred Bender] Neunzig, Roland Wohlfahrt.

00:35:44: ,216 [Martina Eberl] Mhm.

00:35:45: ,316 [Manfred Bender] Da war eigentlich der einzige Stürmer, den wir damals gehabt haben.

00:35:47: ,576 [Martina Eberl] Und einen englischen Namen.

00:35:48: ,896 [Manfred Bender] Ja, Alan McKinnell und .

00:35:51: ,526 [Martina Eberl] Brian Laud-

00:35:52: ,256 [Manfred Bender] Brian Laudrup, ja.

00:35:53: ,416 [Martina Eberl] Brian, okay.

00:35:54: ,396 [Manfred Bender] War Däne.

00:35:55: ,636 [Martina Eberl] Ein Däne. Um Gottes willen, jetzt habe ich mir jetzt [lachen] .

00:35:59: ,556 [Manfred Bender] Und Effenberg, Effenberg auch, oder? Oder ist er später gekommen?

00:36:02: ,235 [Martina Eberl] Effenberg stand aber bei Mittelfeld.

00:36:04: ,636 [Manfred Bender] Ja, genau.

00:36:04: ,796 [Martina Eberl] Gell, also das sind ja, aber das sind ja Namen, mit denen kann ich auch noch tipptopp was anfangen. So, jetzt aber zurück zu meiner Frage. Jetzt bist du da gesetzt gewesen im Mittelfeld mit einem ganz starken linken Fuß und ganz schnell warst du auch. Ähm, und jetzt wechselst du zum KSC. Warum gehst, geht man vom FC Bayern weg?

00:36:20: ,236 [Manfred Bender] Ja, weil dann ein neuer Trainer gekommen ist und hat gesagt, er plant nicht mehr mit mir. Erich Ribbeck. Mann, wir hatten ja damals, dieses letzte Jahr war jetzt gar so eine Glanzleistung, was wir da abgeliefert haben beim FC Bayern München, aber da sind wir nur Zehnter geworden und dann haben wir ja-

00:36:36: ,116 [Martina Eberl] Was, wirklich?

00:36:37: ,058 [Manfred Bender] Ja, Jupp Heynckes war Trainer, den haben, der ist dann leider entlassen worden. Dann ist Sven Lehrwege gekommen für 2 Monate oder so. Aber nicht so erfolgreich. Und dann ist Eric Ribbeck gekommen und der ist, äh, hat man sich kurzfristig sogar ein bisschen Angst, dass wir sogar absteigen. Aber wir haben dann einen souveränen zehnten Platz geholt.

00:36:53: ,828 [Martina Eberl] Das habe ich überlesen. Ich habe das gar nicht-

00:36:54: ,668 [Manfred Bender] Und dann ist halt da, ist dann der Trainer Ribbeck gekommen und hat gesagt, „Okay, dann, äh, machen wir, machen wir einen Schnitt, ja. Dann musste ich glaube Strunz, Effenberg, Laudrup, Bender.

00:37:04: ,468 [Martina Eberl] Sind alle gegangen?

00:37:05: ,267 [Manfred Bender] Ja, die sind dann alle gegangen, ja. Und dann hätte ich zu Nürnberg gehen können oder zum KSC. Und dann, äh-

00:37:12: ,648 [Martina Eberl] Und Nürnberg wäre ja dann noch mal lustiger gewesen, weil dann...

00:37:15: ,617 [Manfred Bender] Ja, aber ich, ich, es war dann mehr so, weil beim KSC war die so ein bisschen, Nürnberg war immer so ein bisschen eine Faschelmannschaft. Beim KSC hat sich gerade so ein bisschen was entwickelt. So, die sind relativ stabil geworden in der Bundesliga und sind immer von Jahr zu Jahr immer mehr Richtung nach oben gegangen. Und dann, und der Vinnie Schäfer wollte mich unbedingt haben und dann habe ich mich dann für den KSC entschieden, was dann im Nachhinein auch ein Glücksfall war,

00:37:37: ,688 [Manfred Bender] ja.

00:37:37: ,548 [Martina Eberl] Und dann steht auch überall, dass du dich dann eigentlich beim KSC prächtig entwickelt. Das hört sich ein bisschen hochgestochen an, aber da bist du dann wirklich zu deiner Hochzeit aufgelaufen. Was war das dann? Was hat dich dann noch einmal so gepusht? War das der Trainer? War das, ähm, welche Motivation, oder?

00:37:56: ,168 [Manfred Bender] Bei Bayern war ich ja immer der, der Spieler, ein bisschen von der, von Unterheim gekommen ist. Ich sage ja immer, wo ich '89 von Unterheim zu Bayern gekommen bin, hat ja der Berti Eichhorn war der Platzwart, ja, und, und unser Zeugwart. Da habe ich immer gesagt, die haben, die haben einen höheren Stellenwert gehabt wie ich, der, was von Unterheim gekommen ist, ja. [lachen]

00:38:16: ,708 [Martina Eberl] Wirklich?

00:38:16: ,648 [Manfred Bender] Ja, damals hat es Hierarchie gegeben, ja.

00:38:19: ,788 [Manfred Bender] Heutzutage gibt es ja nur flache Hierarchie, aber damals hat es schon noch mal, äh, hat es schon noch mal richtige Hierarchie gegeben mit Augenthaler und, ja, Pflügler und so. Ja, wenn du sie dann drin hast in der, in der Kabine, dann hast du schon als kleiner Spieler damals oder als neuer Spieler von Unterheim, als Amateurspieler quasi, ja, bist du schon ein bisschen dagestanden, ja. Und dann hast du schon, bist du schon noch durch die harte Schule gegangen, ja, mit, mit Abgrätschen im Training und solche Sachen, ja, und aufpassen und alles, ja. Also...

00:38:46: ,728 [Martina Eberl] Abgrätschen im Training?

00:38:47: ,628 [Manfred Bender] Ja, natürlich. Wenn du jetzt nicht, wenn du es nicht richtig gespielt hast, dann, dann sind, ist Jürgen Kohler, ja, also ist zur Sache gegangen. Und vor allen Dingen bei den jungen Spielern haben sie das gewusst, das, äh, das Lernen. Ich bin ja, wenn ich, wenn ich in den Massagerraum gekommen bin, ja, und dann haben die Physios gesagt: „Bender, du,

00:39:04: ,028 [Manfred Bender] frühestens in einem halben Jahr kriegst du eine Massage, ja." Dann bin ich wieder gegangen. [lachen]

00:39:10: ,708 [Martina Eberl] Wahnsinn. Stell dir das mal heute vor. Krass.

00:39:13: ,648 [Manfred Bender] Ja, ja, das, damals waren noch richtige Hierarchien. Heutzutage, ja, die, die jungen Spieler, denen ist alles egal. Das ist, ja, da hat sich schon ein bisschen was getan in der Zeit, ja.

00:39:24: ,988 [Manfred Bender] lachen]

00:39:25: ,688 [Martina Eberl] Ich hätte Lust dann noch... Hast du noch eine Story dazu zu deiner... [lachen] Ich finde, das ist super.

00:39:31: ,188 [Manfred Bender] Nein, ich meine, ich war ja immer relativ selbstbewusst, ja. Also ich habe mich da, ich habe mich da jetzt auch nicht unterkriegen lassen von dem her. Ich meine, ich war immer frech und mich hat das eigentlich ein bisschen auch angespornt, ja. Aber im Endeffekt, äh, hat dann irgendwann einmal der Augi auch zu mir gesagt: „Bender, hol mal die Bälle", und dann habe ich mich gar nicht umgedreht, ja, weil ich gesagt habe, irgendwann mal so nach 6 Wochen, ich habe jetzt die Schnauze voll vom Tor tragen und Bälle, ja. Und dann bin ich einfach weitergegangen und dann ist er ein bisschen lauter geworden, ja, der Augi.

00:39:59: ,648 [Manfred Bender] Und dann habe ich mich umgedreht und habe gesagt: „Augi, halt die Klappe und hol deinen Ball selber", ehrlich, und bin gegangen. [lachen]

00:40:04: ,588 [Martina Eberl] Und dann?

00:40:05: ,628 [Manfred Bender] Ja, nichts. Dann habe ich halt ein bisschen Schimmelschuhe anziehen müssen im nächsten Training, weil ich gewusst habe, dass der Augi heiß auf mich ist, ja. [lachen] Aber ist alles gut. Aber wiederum hat's, hat's ihm dann auch wieder gefallen, weil oh, der hat Selbstvertrauen und alles. Ja, das sind dann, ist halt so ein zweischneidiges Schwert gewesen, also, ja.

00:40:21: ,608 [Martina Eberl] Ich hätte mich umgedreht und gesagt: „Da gibt es ein Zauberwort."

00:40:25: ,587 [Martina Eberl] lachen]

00:40:27: ,768 [Manfred Bender] Na ja.

00:40:28: ,508 [Martina Eberl] Schnell, wahrscheinlich. Das dauert. Jetzt aber flott. Musstest du oft Elfmeter schießen?

00:40:35: ,728 [Manfred Bender] Ja, dann, wo ich zum KSC gekommen bin, ja, dann... Ich meine, das war ja dann der Unterschied, was ich... Genau, deswegen bin ich noch mal auf diese Geschichte gekommen mit der Hierarchie und du gesagt, dann beim KSC bin ich ja dann so richtig durchgestartet, weil da war ich ja dann der Führungsspieler und Leistungsträger. Das macht dann auch noch mal mit dir schon auch noch mal was, also wenn du dich immer, äh-

00:40:53: ,548 [Martina Eberl] Unterordnen musst.

00:40:54: ,888 [Manfred Bender] Ja, genau.

00:40:55: ,438 [Manfred Bender] Also die anderen bei Bayern noch mal eine Geschichte, La Coruña, sind, sind wir mit dem Privatjet hingeflogen, ja, zum, zum Turnier. Ja, und wir waren 20 Spieler, aber der Flieger hatte nur 8, für 18 Leute Platz, ja. Dann hast du dann... Hinfliegen habe ich noch dürfen, ja, aber zurück bin ich dann mit dem Bus gefahren, ja. [lachen] Von La Coruña, 12 Stunden oder 13 oder 14, ja.

00:41:18: ,788 [Martina Eberl] Wirklich? Boah, das ist ja fies.

00:41:19: ,148 [Manfred Bender] Ja, ja.

00:41:21: ,948 [Martina Eberl] Stell dir das mal heute vor.

00:41:22: ,308 [Manfred Bender] Ja, aber das sport dich an, weil du sagst: „Boah, das mache ich nicht noch mal mit, ja. Im nächsten Jahr will ich, will ich beide Flüge machen, ja."

00:41:29: ,168 [Martina Eberl] Also mit dem Bus hätte ich jetzt nicht gerechnet.

00:41:31: ,178 [Manfred Bender] Ja, ja.

00:41:32: ,088 [Martina Eberl] Ich hätte jetzt sogar gesagt, ich hätte zurück halt mal laufen müssen, [lachen] aber dass du dann wirklich mit dem Bus-

00:41:37: ,258 [Manfred Bender] Aber wenn man weiß, wo La Coruña ist, das ist

00:41:40: ,628 [Manfred Bender] oberste Spitze oberhalb von Portugal, ja.

00:41:43: ,988 [Manfred Bender] Atlantikküste, weißt, wie lange man da im Bus sitzt.

00:41:46: ,868 [Martina Eberl] Boah, krass. Mein Gott.

00:41:48: ,348 [Manfred Bender] Und dann, dann bin ich zum KSC als FC Bayern, deutscher Meister und alles, ja. Dann, äh, ist es, macht das natürlich auch schon ein bisschen was mit dir, ja. Du wirst natürlich ganz anders wahrgenommen in dem Verein und, und der Trainer und, und die anderen Spieler und so, ja. Und da ist es dann losgegangen. Beim 1n Heimspiel hat es gleich einen Elfer gegeben, den haben wir dann gleich geschnappt und hab dann alle Elfer geschossen, 9 Stück und alle 9 getroffen.

00:42:11: ,688 [Martina Eberl] Also du wolltest das?

00:42:12: ,348 [Manfred Bender] Ja.

00:42:13: ,928 [Martina Eberl] Nimm uns da mal mit. Das frage ich mich immer, wenn ich so einen Elfmeter sehe. Ähm, also ich meine, es gibt natürlich unterschiedliche Drucksituationen. Natürlich, wenn das jetzt zum Champions League, äh, Sieg ist, dann ist das mit... Wobei ist es immer noch der Elfmeter, bloß die Bedeutung ist anders. Das ist ja gleich das Gleiche beim Putt, wenn du überm Putt stehst, den Putt, das ist immer noch der gleiche Putt, bloß wenn man die Bedeutung mehr macht, wird er halt schwieriger. Das ist ja immer das Gleiche. Wenn du jetzt sagst, ich habe mir dann immer gleich den Ball geschnappt, weil du da Bock drauf gehabt hast wahrscheinlich, aber hast du das dann auch eigentlich geübt?

00:42:44: ,408 [Manfred Bender] Nein.

00:42:45: ,408 [Martina Eberl] Mit dem... Weil also ich habe zum Beispiel ganz oft Putts geübt mit dem Mindset, mit der Vorstellung- Der ist es jetzt. Den brauche ich jetzt zum Sieg, whatever, zum Cut damals auch noch. Ähm, und das gar nicht?

00:42:58: ,608 [Manfred Bender] Nein. Also ich, ich hab's immer so gemacht, äh, im Training, wenn sie haben einen Elfer gegeben, habe ich ja nie geschossen im Training, weil ich gewusst habe, ich bin, bin im Training nie so konzentriert wie im Spiel, ja. Und wenn ich jetzt unkonzentriert zum Elfer hingehe im Training und ich verschieße den, dann-

00:43:12: ,308 [Martina Eberl] Dann merkst du den.

00:43:13: ,808 [Manfred Bender] dass ich dann, dass ich mir denke, oh Scheiße, das ist ein bisschen unsicher gewesen. Deswegen bin ich im Training niemals zum Elfer hingegangen, aber im Spiel war ich immer so, so konzentriert. Und im Endeffekt ist es ja reine, reine mentale Geschichte. Wie stabil bist du im Kopf? Ich meine, ist natürlich klar, wenn jetzt einer 40 Elfmeter schießt oder 30, ja, dass die Quote natürlich höher ist, dass einmal wirklich der Torwart dann auch in dieses Eck springt und der auch volles Risiko geht und sagt, ja diesen Elfmeterkicker, damals war es Zorc oder Kane, da musst du, musst du eigentlich nur eins aussuchen, musst du halt blind vertrauen, dass er da hinschießt, ja. Ansonsten hast du auch keine Chance, wenn du ein bisschen zögerst, ja. Also sucht sich der von vorne eine Eck aus und dann geht er dann zu 100 Prozent rein in das Eck. Wenn dann der Kane da hinschießt, dann hält er ihn halt, ja. Aber das ist, ist aber im Endeffekt ist es für jeden Schützen immer, immer reine, reine mentale Geschichte. Wie stabil oder-

00:44:03: ,788 [Martina Eberl] Aber ist das jetzt nur bei dir so gewesen, dass du das nicht geübt hast? Die werden schon trainiert.

00:44:07: ,428 [Manfred Bender] Es gibt welche, die, die versuchen, es zu trainieren und wo sie ja sagen, wo sie ja gelesen habe, dass sie das da mit Musik gemacht haben und alles, ja. Aber das ist-- Die Situation, Elfmeter kann man nicht, du kannst sie nicht trainieren. Und wenn einer sagt, dass er, dass er das trainiert hat, ja, dann, äh, lügt er.

00:44:26: ,868 [Martina Eberl] Was kann man nicht trainieren?

00:44:27: ,208 [Manfred Bender] Im Training, weil das kann-- Weil du-

00:44:29: ,688 [Martina Eberl] Weil du nicht so-

00:44:29: ,008 [Manfred Bender] Du weißt immer, weißt du, im Training, wenn du verschießt, verschießt du halt einfach. Da passiert nichts, ja. Aber wenn du in der 89, wenn es um die Champions League geht oder um die Weltmeisterschaft oder Elfmeterschießen, ja, da musst du halt einfach abliefern, ja. Und das ist, der Druck ist ganz was anderes, als wenn du sagst, ich mache da im Training, schieße ich, schieße ich 20 Stück, ja, und von 20 haue ich 18 drüber. Und?

00:44:50: ,728 [Martina Eberl] Ja, na, ich meine, es ist ja, gibt ja plus, ähm, auch, dass man sich das, dass man das trainiert, dass man sich das halt vorstellt und, und so weiter. Aber ich glaube, das ist auch Typ-Sache.

00:44:58: ,748 [Manfred Bender] Im Training, ich lasse Musik spielen und ich sage, äh, ich haue 10 Stück oben im Winkel rein, ja. Dann, dann haue ich, haue ich 10 Stück, äh, in den Winkel rein und vielleicht geht mir einer, wenn ich es so genau nehme, an den Pfosten oder Latte oder so, aber die anderen 8 sind alle im Bereich, ja, von, von, von eineinhalb Quadratmeter, ja. Aber im Spiel, wenn du, wenn, wenn es, wenn es die 85 ist und es steht 0:0, ja, dann, äh, fahrt er zwar vor, weil er gesagt hat, im Training habe ich doch 8 genau im Giebel geschossen, ja. Und genau da haut er dann drüber, ja.

00:45:28: ,428 [Martina Eberl] Ja, gut. Ja, okay.

00:45:30: ,748 [Manfred Bender] Es ist, es ist was ganz was anderes und das ist, ist beim Golf genauso.

00:45:34: ,188 [Martina Eberl] Ja, mit Sicherheit.

00:45:35: ,308 [Manfred Bender] Im Training machst du, machst du 100 Putts von 2 Meter und stopfst 98. Ja, aber wenn es um deine Tour-Karte geht, ja, dann sagst du, verdiene nächstes Jahr Kohle auch mit meiner Tour-Karte und, und wenn ich jetzt den Putt reinmache, kriege ich meine Tour-Karte, habe ich wieder 3 Jahre, kann ich Geld verdienen und bin dabei und wenn ich jetzt verschiebe, dann muss ich in die, in die, in die School gehen, ja. Das ist schon, ist schon noch mal wieder was anderes, ja.

00:45:59: ,948 [Martina Eberl] Also ich erzähle ganz kurz eine Geschichte. Also nur, äh, weil es mir tatsächlich wichtig ist, auch für die Zuhörer, die Golfer unter euch. Das ist zwar schon wirklich sehr, sehr, sehr lange her. Das war 1997, ähm, haben wir Mädchen-Europameisterschaft gehabt in, äh, Frankfurt. Das war meine 1 Europameisterschaft damals. Und dann, ähm, hatten wir Vorbereitungslehrgang im Golfclub Licht, damals noch unter Rainer Mund. Und der hat gesagt: „So, und jetzt zum Abschluss vom Training machen wir jetzt noch einen Drill. Jeder macht einen großen Schritt, einen guten Meter, ähm, steckt sich ein Tee rein und wir machen jetzt so viele Putts, wie es nur geht, mit vollster Routine." Also sprich, Puttlinie anschauen, Linie ausrichten haben wir damals noch nicht hundertprozentig gemacht mit dem Strich. Ähm, also wirklich komplette Pre-Shot-Routine. Wer am allermeisten, wir waren 4 damals, eine Ersatzspielerin, 3 Spielerinnen, ähm, aber wir waren alle zu viert, wir waren zu viert im Trainingslager und, ähm, wer die meisten Putts reinmacht, ist Tagessieger. So, und so was brauchst du mir nicht sagen. Da habe ich ja den brutalsten Ehrgeiz. Also dann, das will ich machen. So. Und wir machen und wir machen und das ist, das ist gelaufen. Die 1 war nach 12 Putts raus, die 2 dann irgendwie bei 30. Die nächste war dann bei 50 erst so raus und ich habe immer weitergemacht und das war ja das Abschluss. Eigentlich haben wir gesagt, jetzt machen wir noch 30 Putts und dann gehen wir zum Essen und ich war dann über 100. Also ich bin da über, also Stunden. Also es war wirklich lange, die waren schon voll genervt [Lachen] und er hat gesagt: „Martina, jetzt..." Ich glaube, es waren, ähm,

00:47:29: ,228 [Martina Eberl] Shoutout leider Rainer Mund. Ich glaube, es waren über 130. Ich glaube, ich, 131 habe ich gemacht, ähm, mit vollster Routine. Das Grün hat schon ausgeschaut. Also es war brutal. Und dann hat der Rainer was sehr, oder unser Trainer damals, was sehr Schlaues gemacht. Da hat er gesagt: „Jetzt hörst auf,

00:47:45: ,948 [Martina Eberl] schiebst keinen vorbei.

00:47:47: ,768 [Martina Eberl] Hörst einfach auf." Dann kam die Europameisterschaft. Es war so heiß draußen wie heute, über 30 Grad, mitten im Sommer. Frankfurt ist zwar ein Waldplatz, aber trotzdem war brutal heiß. 36 Loch am Tag, Einzel und Vierer. Wir waren dann im Halbfinale gegen Italien. Ich war noch total unerfahren. Total 15, meine 1 Europameisterschaft, gerade Mädchennationalmannschaft. Und, äh, die Ersatzspielerin hat bei mir Caddy gemacht und ich musste in der 18 den Putt reinmachen und das war genau der Putt. Das war identisch der Putt. Der war leicht rechts, links, rechte Lochkante und dann sagte Miriam damals nur zu mir: „Äh, Martina, das ist die 132." Und ich war aber so fertig. Ich habe mich gar nicht mehr gescheit konzentrieren können, weil das war so heiß. 36, wie gesagt, 36 Loch am Tag und sie hat gesagt: „Ziel den hund-- Ziel den rechte Lochkante, das ist 132. Mach einfach weiter." So, und das hat mir so viel, jetzt habe ich die lange Story leider erzählen müssen, weil sonst hat man sie verstanden. Ähm, aber das hat mir so viel Sicherheit gegeben, weil ich den so viel vorher gemacht habe. Wenn ich in dieser Situation gewesen wäre und- Den nicht geübt hätte, glaube ich, weiß ich nicht, ob ich ihn reingemacht hätte. Also

00:48:56: ,428 [Martina Eberl] Happy End. Wir haben reingemacht, wir waren im Finale gegen Spanien. Aber, ähm, das habe ich jetzt eben gemeint. Deswegen war ich jetzt so erstaunt, weil wir das sehr simuliert haben, diese Routine, immer diesen Ablauf, weil du nimmst ja beim Elfmeter auch den Ball, du setzt ihn dann da hin. Du machst wahrscheinlich, denkst das Gleiche. Deswegen habe ich, war ich ein bisschen erstaunt, dass man das vorher nicht übt, weil mir das damals brutal viel gebracht hat, dass diese Simulation, dass du in dem Moment den Pattern hast. Aber ich glaube, dass das halt auch wirklich Typsache ist.

00:49:27: ,588 [Manfred Bender] Ja, definitiv.

00:49:28: ,708 [Martina Eberl] Ja, das muss man zugeben.

00:49:29: ,028 [Manfred Bender] Es gibt ja welche, denen tut das gut, wenn sie 10 in den Winkel schießen, ja. Aber es dauert so lange, dass er trifft, damit es so weit ist. [lachen]

00:49:37: ,048 [Martina Eberl] Das stimmt. Das stimmt. So, dann schließen wir jetzt mal diese Drucksituationen ab. Ähm, du hast ja – korrigiere mich bitte, wenn ich da falsch informiert bin – in der Nationalmannschaft nicht gespielt.

00:49:48: ,808 [Manfred Bender] Nein.

00:49:48: ,988 [Martina Eberl] Weil, und das wurde mir so, ähm, begründet, damals gab es die Größen wie du. Einer von dir gerade als, ähm, der Spieler schlechthin genannt in deiner Zeit. Lothar Matthäus, Thomas Hässler, Andi Müller waren deine Position in der Nationalmannschaft.

00:50:05: ,388 [Martina Eberl] Wenn du jetzt so zurückschaust, was hat das mit dir gemacht? Du hättest doch mit Sicherheit saugern in der Nationalmannschaft gespielt, oder? Hat dich das nicht-

00:50:13: ,008 [Manfred Bender] Jeder Fußballer möchte Nationalspieler werden. Aber leider, erst mal brauchst du ein bisschen Glück dazu. Ja, und, äh, außerdem, 2ns war das natürlich auch damals... Meine beste Zeit waren die 90er Jahre, ja, '89 bei Bayern und dann bis 99 Bundesliga. In was für einer Zeit sind wir Weltmeister geworden? 90, Europameister 96. Und dann,

00:50:36: ,328 [Manfred Bender] das war, es war einfach die Prime Time des deutschen Fußballs in den 90er. Und mein bester Trainer war mit Abstand der Jupp Heynckes, ja. Und der hat leider einen Fehler gemacht in seinem Leben, ja, weil '89, wo der Franz Beckenbauer Nationaltrainer war von der deutschen Nationalmannschaft, wollte er mich nach dem halben Jahr, wo ich bei Bayern war, wollte er mich einladen zur Nationalmannschaft. Und dann hat der Jupp Heynckes zu ihm gesagt: „Nein, das ist noch zu früh für ihn."

00:51:01: ,808 [Manfred Bender] Und wenn der gesagt hätte, ja, dann wäre ich bei der Nationalmannschaft gewesen, wäre ich vielleicht, keine Ahnung, wäre ich vielleicht Weltmeister geworden und wäre da dabei gewesen. Ich wäre mit Sicherheit kein Stammspieler gewesen, ja. Mit Sicherheit Backup. Wie gesagt, Andi Müller, Icke Hässler und alles, das waren schon, waren schon auch Granaten. Ja, aber die, aber ich wäre zumindestens im, im erweiterten Kader gewesen bei der Nationalmannschaft. Und dann war es natürlich vorbei. Weltmeister, Europameister. Und dann war ich noch mal '94, war ich noch mal beim Lehrgang dabei, da war dann der Berti Vogts Nationaltrainer. Wir waren jetzt nicht so die, ich war jetzt nicht so der Spielertyp für Berti Vogts, ja. [lachen]

00:51:34: ,628 [Martina Eberl] Berti Vogts.

00:51:36: ,488 [Martina Eberl] Boah, das ist gemein.

00:51:38: ,108 [Manfred Bender] Aber hätte, wäre, wenn. Das ist, man ist, ob ich dann auch dabei gewesen wäre, wäre wieder was anderes, aber...

00:51:45: ,828 [Martina Eberl] Manni, du bekommst jetzt von mir einen Live Score. Ein bisschen die Wörter sind immer ein bisschen auf Golf bezogen mit meinen extra Spingekerl, die ich immer machen lasse. Und zwar, dieser Live Score ist von mir geschrieben tatsächlich über dich und du darfst ihn selber vorlesen.

00:52:02: ,788 [Manfred Bender] Live Score?

00:52:03: ,128 [Martina Eberl] Mhm.

00:52:05: ,568 [Martina Eberl] Der Live Score.

00:52:08: ,628 [Manfred Bender] Ich bin Manfred Manni Bender. Wenn ich auf mein Leben im Fußball zurückblicke, dann sehe ich nicht nur Stadien, Spiele oder Ergebnisse. Ich sehe Menschen, Begegnungen und Momente, die bleiben. Ich hatte das Glück, für große Vereine zu spielen, vom FC Bayern über den KSC bis hin zum TSV 1860 München. Jeder dieser Wege hat mich geprägt. Beim FC Bayern habe ich gelernt, was es heißt, jeden Tag unter höchstem Druck zu stehen. Beim Karlsruher SC habe ich erlebt, wie stark eine Mannschaft sein kann, wenn sie zusammenhält. Und bei 1860 habe ich die Emotionen meiner Heimatstadt gespürt. Direkt, laut und ehrlich. Ich bin Münchner durch und durch und ich bin stolz darauf, ein echtes München-Urgestein zu sein. Diese Stadt, ihre Menschen und ihr Fußball haben mich geprägt und ich bin

00:52:54: ,848 [Manfred Bender] ihr bis heute eng verbunden. Mein Weg war nie nur geradeaus. Es gab Titel, große Spiele, aber auch Verletzungen und Phasen, in denen man kämpfen musste gegen Rückschläge und gegen sich selbst. Heute gehören Golf und Netzwerken zu meinem Leben. Ich schätze gute Gespräche, neue Kontakte und den Austausch mit Menschen, die etwas zu erzählen haben. Manchmal denken Leute vielleicht, ich hätte nicht immer große Lust zu reden oder wäre eher zurückhaltend, aber das stimmt nicht. [schmunzeln] Im Gegenteil, wenn man mich kennt, merkt man schnell, dass ich genau diese Gespräche und Begegnungen sehr schätze. Am Ende bleibt für mich nicht nur der Fußball, es bleiben die Menschen, die Geschichten und die Verbindung, die daraus entstanden ist. Genau das ist vielleicht das Wertvollste, was mir der Fußball gegeben hat. Schön.

00:53:44: ,358 [Martina Eberl] Ja?

00:53:45: ,588 [Manfred Bender] Ja.

00:53:46: ,008 [Martina Eberl] Kannst du das unterschreiben? Ich bin echt froh, weil wir haben, ich habe tatsächlich schon mal einen Live Score geschrieben, der nicht so hundertprozentig mit meinen Recherchen übereingestimmt hat. [lachen] Genau, aber den legen wir mal seitlich.

00:53:56: ,468 [Manfred Bender] Zu diesem Kennenlernen habe ich jetzt wirklich eine geile Geschichte, muss ich sagen. Ich habe jetzt vor 3 Wochen haben wir den Raider Cup gespielt, Handballer gegen Fußballer. Der war in Andalusien und dann, jetzt hat es dieses Jahr das erste Mal, hatten die Handballer einen Vizekapitän. Also bei den Handballern ist es der Blacky Schwarzer, Weltmeister, und bei den Fußballern ist es der Rainer Bonhof, der Kapitän. Und die hatten, das erste Mal hatten die über Insta und Social Media haben die ein Gewinnspiel ausgerufen, dass sie die Handballer einen Co-Kapitän bekommen und die Fußballer bekommen einen Co-Kapitän. Und jetzt war ich vor

00:54:32: ,908 [Manfred Bender] 6 Wochen, war ich beim Angolfen in Bad Griesbach und gehe dann zum Abschlag hin und [lachen] dann kommt mir einer entgegen und sagt: „Hi Manni, servus, äh, ich bin euer Co-Kapitän, ja, für die Handballer gegen Fußballer."

00:54:47: ,092 [Manfred Bender] Ah, okay, gut. Dann haben wir da die Golfrunde gespielt und dann sind wir jetzt nach dem, äh, mich haben dann die Handballer dieses Jahr geschlagen. [lachen]Jetzt steht's 9 neun und dann, äh, kommt unser Co-Captain, dann sind wir in einer lockeren Runde geredet, äh, gesessen und dann irgendwann hat er so, hat er schon ein bissl, hat er den Mut gehabt, dann hat er ein bissl schon was, äh, äh, ein bissl einen leichten Tee gehabt und dann hat er gesagt: „Weil jetzt, jetzt kann ich's dir ja sagen, gell?" Sag ich: „Ja, was denn?" Sagt er: „Boah, ich hab gedacht, nach die ersten 5 Loch in Bad Kristoff hab ich gedacht, ich arme Sau, wieso muss ich denn jetzt ausgerechnet mit dem Bender spielen? Das ist ja Wahnsinn. Ehrlich, das wird eine ganz schlimme Runde", und so. Und dann hat er gesagt: „Aber wenn man dich kennt", sagt er, "du bist echt ein geiler Typ ohne [Piepton], muss ich ehrlich sagen." [lachen]

00:55:34: ,711 [Manfred Bender] Ich hab schon lachen müssen. Ja, ja, warum mit dem Bender? Ich hab gedacht, ist, ist ein [Piepton], ehrlich. [lachen] Hat er wortwörtlich gesagt.

00:55:40: ,972 [Martina Eberl] Ja, aber das kenn, ich kenn dich ja jetzt auch schon ein bisschen länger. Also nicht, dass du ein [Piepton] sein könntest, aber das müssen wir auch total rausschneiden, ja. Das ist natürlich, mach mir einen Pieps draus. Aber du bist am Anfang ja schon eher ein Ruhigerer.

00:55:53: ,232 [Manfred Bender] Ich bin, äh, eher zurückhaltend, sage ich mal so.

00:55:57: ,492 [Martina Eberl] Ja, glaube ich, genau. Habe ich jetzt so, zurückhaltend. Aber ist das bewusst oder bist du halt einfach so? Weil wenn es Gas gibt, dann kannst du ja Gas geben.

00:56:04: ,192 [Manfred Bender] Ja, aber ich glaube einfach mal, dass sich das, glaube ich, irgendwann auch so im Laufe meines Lebens, sage ich, jeder, wenn man mal, wenn man mal bei Bayern München gespielt hat und man geht überall weg oder man geht zum Essen und jeder klopft auf die Schulter und, ey, Manni, da und da und dies und alles. Wenn man das dann mal so 20 Jahre mitmacht, ja, es ist, es ist natürlich auch schwierig, weil man nie weiß, ist das-

00:56:25: ,892 [Martina Eberl] Was echt oder nicht?

00:56:25: ,402 [Manfred Bender] Ja, genau. Und daher bin ich immer erst, erst mal ein bisschen schauen, ist, mach, ist, ist da was dahinter, was er mir da erzählt oder, oder ist es nur wieder einer, der, der ein bissl labert und dann wieder aus dem Auge, aus dem Sinn ist, aber... Und deshalb bin ich immer erst einmal ein bisschen,

00:56:42: ,472 [Manfred Bender] äh, bisschen erst mal, erst mal schauen-

00:56:44: ,672 [Martina Eberl] Ist ja nicht verkehrt. Aber war das damals so, dass du einfach nirgendwo mehr hingehen hast können in München?

00:56:50: ,272 [Manfred Bender] Ja, ist ja, ist ja egal, wenn man zum Essen geht oder so. Ja, das ist jeder, oh, Manni und Essen und da Autogramm und so. Und das ist, wenn man bei Bayern spielt und man ist in München unterwegs, dann, äh,

00:57:01: ,301 [Manfred Bender] lässt sich das nicht vermeiden, ja. [lachen] Dass dich die Leute kennen, ja.

00:57:04: ,672 [Martina Eberl] Aber hat dich das mehr? Manche mögen das ja.

00:57:05: ,292 [Manfred Bender] Nein, das ist ja, ich mein, es gibt ja auch eh, die sagen: „Ey, Bender, gib mir mal ein Autogramm", dann, der kriegt ja dann keins. Aber wenn, wenn einer hergeht und sagt: „Du, Herr Bender oder Manni", oder so, "mach mal schnell ein Foto oder, oder Autogramm", dann jederzeit. Also da bin ich der Allerletzte, ja. Das weißt du, wie es in den Wald hineinruft, so ruft es da nicht raus, ja. Aber eigentlich bin ich, äh, bin ich entspannt, ja. Aber ich bin jetzt keiner, der jetzt gleich, äh, sagen wir mal so, die, die Herzen erwärmt mit, mit dem einen Augenblick. [lachen]

00:57:35: ,532 [Martina Eberl] Ah ja. Du bist dann, nachdem du, du bist vom KSC bist du nach, zu 60 gekommen, gell? Und dann und so weiter und so fort. Jetzt lassen wir das einmal, ähm, die Karriere... Wann hast du dann komplett aufgehört mit dem Spielen?

00:57:50: ,872 [Manfred Bender] Äh, fußballtechnisch habe ich dann, äh, 2000... Also professionell 2003, da bin ich dann noch mal nach Saarbrücken und dann habe ich noch ein bissl in Ismaning und, und

00:58:02: ,472 [Manfred Bender] dann hat mich noch ein Freund angerufen, der war mit Erding im Abstiegskampf. Dann habe ich mich auch noch mal da für ein halbes Jahr mit 3 Kumpels angemeldet und so, ja. Also-

00:58:11: ,912 [Martina Eberl] Aber heute spielst du immer-

00:58:11: ,512 [Manfred Bender] Das war aber nur noch just for fun.

00:58:13: ,072 [Martina Eberl] Aber heute spielst du-

00:58:14: ,212 [Manfred Bender] Nein, ich spiel gar keine Benefizspiele mehr, nichts mehr, weil die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß und außerdem spielst du heute dann gegen die 40-Jährigen und, äh, da, da habe ich immer so das Gefühl, dass sie das Fußball noch gar nicht so richtig verstanden haben. [lachen] Wo es dann bei so einem Benefizspiel dazugehört. Also da spielt man doch ein bisschen für die Galerie, ja. Und da muss man jetzt nicht dann im Vollsprint bei einem vorbeilaufen, der jetzt 15 Jahre älter ist oder dann aus, aus 5 Meter volle Pulle abziehen, ja, nur weil man sich irgendwie was noch beweisen will mit 40, ja.

00:58:49: ,572 [Martina Eberl] Ja, ja, verstehe, verstehe, verstehe. Du bist dann auf jeden Fall Richtung, so wie ich es ja auch gemacht habe, in, in die Coaching als Trainer gekommen und dann hast du sogar, ähm,

00:59:00: ,632 [Martina Eberl] warst du bei Offenbach, warst du Manager, Kickers Offenbach, gell? Das sind ja dann komplett andere Sachen. Also zuerst einmal als Trainer von draußen zuschauen, direkt nach der Karriere, ist, ist, das muss doch auch hart sein, oder? Wenn du zuschaust und selber nichts mehr machen kannst.

00:59:16: ,392 [Manfred Bender] Äh, ja, mit Sicherheit ist es, äh, wenn man da nicht mehr so aktiv, äh, einschreiten kann, ist es natürlich schon ein bisschen schwierig, weil man ja doch immer denkt, man kann es besser. So wie es, glaube ich, vielen Leuten geht, die, die was mal professionell irgendwas gemacht haben, ja. Aber da muss man schon dann den, den Abstand haben und daher, glaube ich, würde ich auch jedem empfehlen, wenn man aufhört mit dem professionellen Fußball, dass man erst dann das erste Mal Auszeit nimmt-

00:59:41: ,652 [Martina Eberl] Ja.

00:59:41: ,472 [Manfred Bender] ja, dass man einmal vom Kopf her frei wird und dann so was wie Trainer oder Manager macht oder so, ja.

00:59:47: ,532 [Martina Eberl] Aber bei dir war keine Auszeit dazwischen?

00:59:49: ,372 [Manfred Bender] Äh, ja, ich war jetzt... Nein, ich habe dann meinen Fußballlehrer gemacht und dann, also bei mir war schon ein bissl, ein bissl eine Zeit dazwischen.

00:59:57: ,692 [Martina Eberl] Okay, du hast dann tatsächlich auch -

00:59:58: ,712 [Manfred Bender] 2000, ich hab dann erst 2007 habe ich dann meinen, meinen Fußballlehrer gemacht, ja. Also war schon ein bissl, bissl Zeit dazwischen.

01:00:06: ,272 [Martina Eberl] Und dann, also ich meine, dann einen Club zu managen, ist ja dann wieder was anderes.

01:00:11: ,712 [Manfred Bender] Ja, ja, natürlich. Aber das, äh, Offenbach, muss man sagen, ist ein bisschen unglücklich gelaufen, weil die, äh, dann Insolvenz angemeldet haben, ja. Und das, äh, und dann haben die halt entschieden, okay, äh, der Insolvenzverwalter hat dann gesagt, einen Sportdirektor und einen Trainer, beides können wir uns nicht leisten, aber einen Trainer brauchen wir, Sportdirektor brauchen wir keinen. Dann, äh, hat dann der Insolvenzverwalter dann das entschieden, dass sie keinen Sportdirektor mehr brauchen.

01:00:36: ,772 [Martina Eberl] Also auf jeden Fall ein Rundumpaket zum Thema Fußball mit mega viel Erfahrung. Und jetzt haben wir ja vorher schon über deinen Sohn gesprochen. Gibt es irgendwas, wo du jetzt sagst, aus dem habe ich gelernt, das war vielleicht sogar ein-- Ich mag das Wort Fehler immer nicht, aber das, aus dem habe ich so viel gelernt, das, das möchte ich gerne weitergeben, dass mein Sohn das besser macht. Gibt es irgendwas, wo du sagst, das ist eindeutig

01:00:59: ,132 [Martina Eberl] das, was ich so-

01:01:02: ,722 [Martina Eberl] Als Learning, sagt man heutzutage.

01:01:03: ,672 [Manfred Bender] Also ich glaube mal, äh, das Einzige, was ich mir vorgenommen habe bei meinem Sohn, ist, dass ich ihn niemals versuche, irgendwie unter Druck zu setzen, dass ich sage, du musst Profi werden, sondern dass er immer jeden Tag ins Training geht und, und, und seinen Spaß, den was er jetzt ja hat beim Fußball. Ich meine, der trainiert jetzt auch viermal in der Woche, hat Samstag, Sonntag Spiele. Das Programm, was die, was die teilweise haben. Ja, der war jetzt, die waren jetzt, äh, Schulbefreiung am Donnerstag, dann sind sie nach Paris geflogen, dann ist er zurückgekommen, ein Tag Schule, dann war er 3 Tage in der bayerischen Auswahl. Ja? Dann waren sie da und dann waren sie 2 Tage Schule und dann sind sie wieder geflogen zum Premier League Cup nach, äh, Birmingham. Also die, das, und das innerhalb von, von 2 Wochen. Das war ja, das ist ja wie früher, wenn du Champions League gespielt hast, ja-

01:01:48: ,722 [Martina Eberl] Ja.

01:01:48: ,792 [Manfred Bender] oder international. Also das, das Programm, was die, was die Kids da machen, das ist schon, ist schon exorbitant hoch, muss man schon sagen. Und, äh, aber ihm macht's immer noch Spaß und wenn er zu Hause ist, was macht er als Erstes? Da holt sich eine Kugel raus und spielt im Garten oder bei uns zu Hause in der Wohnung, wo wir dann teilweise auch durchdrehen. Ja, weil wir sagen, das kann doch nicht sein. Jetzt war er, äh, 10 Tage unterwegs und dann kommt er heim und spielt bei uns in der Wohnung oder im Haus mit dem Ball. Also da, daran sieht man, dass, dass wir das richtig machen, dass er immer noch die Freude hat am Fußball und das ist eigentlich-

01:02:18: ,062 [Martina Eberl] Ja.

01:02:19: ,671 [Manfred Bender] das, was wir versuchen, ihm zu vermitteln und, äh, wo, wo, glaube ich, viele Eltern, glaube ich, eher schon, äh, mehr Druck machen, weil sie alle glauben, mein Sohn wird Profi.

01:02:29: ,022 [Martina Eberl] Das müssen wir-- Aber sonst-

01:02:31: ,811 [Manfred Bender] Aber mit 14 kann ich allen Eltern sagen, der ist noch, sind alle so weit entfernt, Profis zu werden. Da braucht gar keiner dran denken.

01:02:37: ,132 [Martina Eberl] Sehr gut. [Lachen] Sehr gut. Heute ist das dann quasi dein zweites Leben, dein Leben nach dem Fußball quasi. Was machst du jetzt heute?

01:02:47: ,772 [Manfred Bender] Heute bin ich, ich bin Markenbotschafter für ein, 2 Firmen, unter anderem auch für Phoenix Rent. Das ist so, die haben so ein neues Konzept mit Auto mieten, Auto leasen auf den Markt gebracht seit 2 Jahren. Für die bin ich viel unterwegs und die haben ja auch im Laufe meines, meines Lebens, sage ich mal, schon die eine oder andere Veranstaltung, aus dem, aus dem du auch mit dabei warst, bei den Peak Performer, aber das ist leider mit meinem damaligen Chef, äh, ein bisschen auseinandergegangen, weil er das nicht so verstanden hat, ja, weil er sich dann immer mehr in den Mittelpunkt stellen wollte und irgendwie bin ich einer, der,

01:03:19: ,792 [Manfred Bender] der sich dann nach hinten hinstellt und dann habe ich gesagt, "Okay, dann machst du es halt alleine", ja. Und dann, äh, bin ich ja dann auf die Idee gekommen, weil ich ja auf vielen Veranstaltungen bin. Ich bin auch bei den Eagles, bei den GoFus. Und dann habe ich immer gesehen, dass, äh, dass immer

01:03:33: ,432 [Manfred Bender] sehr viele Leute dabei sind, aber bei den GoFus, wenn die jetzt ein großes Turnier haben, dann sind auch meistens nur 30 Fußballer dabei und um 40, die, weiß ich nicht, drumherum sind. Natürlich sind auch Partner und Sponsoren dabei, aber auch viele, die wo einfach nur dabei sind, um zu sagen, die nichts machen oder nichts einbringen und, und dort mitspielen. Und dann hab ich, bin ich irgendwann mal auf die Idee oder habe überlegt, was könntest du da machen? Und dann bin ich auf, auf das, äh, Legendenmasters gekommen. Und zwar, dann habe ich überlegt, okay, wie kann man das machen? Zeitraum, zack, zack, zack, Mannschaften.

01:04:07: ,832 [Manfred Bender] Okay, wenn ich das mache, dann soll es gleich richtig krachen. Dann habe ich Bayern, habe ich 4 Derbys ausgesucht, Bayern gegen 60, Köln gegen Gladbach, KSC gegen Stuttgart und Schalke gegen Dortmund.

01:04:18: ,472 [Martina Eberl] Jetzt musst du für die Zuhörer und für die Zuschauer kurz erklären, was das Legendenmasters eigentlich ist.

01:04:23: ,212 [Manfred Bender] Ja, Legendenmasters ist ein, ein Golfturnier, das über 3 Tage geht, wo sich ehemalige Fußballer treffen. Also alles, was in den letzten 40 Jahren, eigentlich sind sie ja, weil Fredi Heispel mit mir, das sind ja eigentlich dann schon 60 Jahre, 70 Jahre, äh, Fußball gespielt haben und Golf spielen, ja, die, die sind, die spielen alle bei mir mit. Und das sind diese 8 Vereine-

01:04:46: ,662 [Martina Eberl] Mhm.

01:04:46: ,852 [Manfred Bender] und alle, was für diese Vereine gespielt haben, die, äh, kommen dann im Lochwettspiel, treffen wir uns dann 3 Tage und spielen dann den Sieger vom Legendenmasters aus. Und das habe ich vor 4 Jahren das 1 Mal gemacht und dann nach dem 1n Turnier hat dann jeder gesagt, "Boah, so ein geiles Turnier. Das ist eins der besten Turniere, wo wir jemals waren." Und dann habe ich halt ein 2tes gemacht, ein 3tes und jetzt sind demnächst ist jetzt dann schon das vierte Legendenmasters.

01:05:11: ,192 [Martina Eberl] Das ist dein Hauptprojekt.

01:05:13: ,332 [Manfred Bender] Ja, das sind auch, das sind 6 Monate Planungen, ja. Das ist-

01:05:16: ,292 [Martina Eberl] 6 Monate, ja.

01:05:17: ,752 [Manfred Bender] Das ist ja auch, das Turnier geht über 3 Tage. Die sind 3 Tage komplett eingeladen mit Shuttle-Service, Essen, Trinken, Golf spielen, alles frei. Bei mir gibt's 4 Holim-Wahnpreise, Autos, ja, 4 Autos. Für jedes Par 3 gibt's ein Auto zu gewinnen.

01:05:31: ,192 [Martina Eberl] Boah, schade, dass ich keine Fußballlegende bin, sonst würde ich sofort mitspielen. [Lachen]

01:05:36: ,612 [Manfred Bender] Sky hat, hat's übertragen. Das ist ja das Magenta TV. Also die bringen auch immer relativ große Berichte und es sind, es sind über 20.000 Bundesligaspiele am Start und alles, was man gewinnen kann im Fußball, äh, Weltmeister, Champions League, Europameister, Deutscher Meister, Pokalsieger, international UEFA-Pokal, alles. Wirklich jeden Titel, was man gewinnen kann, die sind, sind am Start bei, bei meinem Golfturnier, ja. Und das ist so jetzt so eins, na ja, ich sage mal, mein Hauptprojekt, ja.

01:06:05: ,272 [Martina Eberl] Und das, hast du ja gerade gesagt, 6 Monate brauchst du, das ist dein Hauptprojekt. Die anderen 6?

01:06:11: ,772 [Manfred Bender] Die anderen 6 bin ich mit meinem Sohn unterwegs oder am Trainingsplatz oder ich schaue mir immer, wenn ich da bin oder unterwegs bin, nicht unterwegs bin, dann, dann schaue ich mal, schaue ich beim Training zu und, und sind bei dem Spielen unterwegs und so. Und, und dann bin ich noch für meine Netzwerksachen, für Phoenix Rent unterwegs, um da Kunden zu akquirieren und viel, bin viel auf Veranstaltungen. Also ich bin eigentlich quasi von,

01:06:35: ,532 [Manfred Bender] von Mai bis, äh, Oktober bin ich, habe ich fast jedes Wochenende, bin ich auf irgendeiner Veranstaltung.

01:06:41: ,535 [Martina Eberl] Wann hast du das gemerkt, dass dir dieses ... Ich finde das Netzwerken, das hört sich jetzt, das ist fast schon so ein ausgelutschter Begriff, ja. Aber so dieses, dieses Verstehen, dass man durch Kontakte, dass sich da was aufbauen kann. Ja, äh, wann hast du das gemerkt? Weil ich durfte früher ab und zu mal bei, äh, bei den Champions-League-Spielen mitfliegen oder mit dabei sein beim FC Bayern und bei den, klar, die Spieler waren fertig nach dem Spiel, gewonnen oder nicht, was auch immer, aber die sind halt einfach da gesessen. Der ganze Raum war eigentlich voller Konzernchefs oder Sponsoren, wo man eigentlich gedacht hat, mei- Sensationelle Kontakte, würden wir heute denken, aber die Spieler, denen war das total wurscht. Die sind dann zum Schafkopfen gegangen. Wann hast du das gemerkt, dass du da wirklich schon die, äh, die Verbindungen, die Leute, die Kontakte, die man ja sonst nicht so schnell bekommt, ähm, dass man die nutzen kann für später?

01:07:34: ,796 [Manfred Bender] Ich, äh, ich hab das, glaube ich, nie so richtig bewusst gemacht, ja. Ich glaub, das war einfach irgendwie auch die Art, was ich gehabt habe, ja, dass, weil ich mich nie in den Vordergrund, Vordergrund gestellt habe oder irgendwas gemacht habe. Es ist, es hat sich dann irgendwie so peu à peu ergeben und dann so richtig losgegangen ist es eigentlich so vor 10, 12, 13 Jahren eigentlich, wo man dann, wo man eigentlich mal gedacht hat, wo man das, wo man dann die Veranstaltung gemacht haben oder da und dann hab ich eigentlich festgestellt, hoppala, ich, was ich alles für Leute kenne und, und wenn ich die anrufe, dann sagen die immer gleich: „Hey Mann, ist schön, dass du dich mal meldest", und so. Und das ist ja, sagen wir mal, das Entscheidende, dass sie, wenn sie deinen Namen auf dem Handy lesen, dass sie nicht denken: „Oh, der Bender ruft an. Wenn der anruft, dann braucht er was", ja, sondern dass er da-- oder sie hört hin: „Oh Mann", und dann geht auch jeder, geht auch jeder hin. Also und das ist, glaube ich, das, das Entscheidende. Und ich bin jetzt, bin jetzt kein, kein bewusster Netzwerker, der jetzt auf Veranstaltungen geht und sagt: „Boah, der ist da, der ist da, der ist da", ja und dann gehe ich hin und dann labere ich mit dem oder rede, sondern, äh, eben nicht. Es ist, ich glaube immer, das Entscheidende ist ja, dass man, wenn man den das 2 oder 3 Mal sieht, dass er dann immer sich, also sich an dich erinnert und irgendwann kommt man auch mit denen ins Gespräch, ja. Aber wenn du natürlich jetzt an, an

01:08:46: ,696 [Manfred Bender] Telekom-Chef oder irgendwas, wenn du dann gleich hinstürzt und mit dem redest, dann, der ist ja auch nicht blöd, ja. Der weiß ja, hoppala, wieder einer, der will irgendwas von mir, ja. Das muss sich dann irgendwie schon so automatisch dann auch ergeben.

01:08:58: ,216 [Martina Eberl] Also ich kann mich nur an unser, unser gemeinsames Event da in Hamburg erinnern, wo ich auch vorher gesagt habe, wo dann die Eurowings gestreikt hat

01:09:07: ,196 [Martina Eberl] und wir sind dann mit dem Auto heimgefahren in einem Affentempo, weiß ich noch, ähm, aber geratscht haben wir net. Und das war in der Spobis, gell? Spobis war das damals. Und, ähm, wir haben uns in der Früh am Flughafen getroffen und immer wenn ich dich an dem Tag gesehen habe, du hast immer gerad-- du warst die ganze Zeit am Ratschen, am, und das war damals schon für deinen Legenden-Masters am Eintüteln. Äh, natürlich Sponsoren braucht man natürlich auch. Das stellt man sich immer so einfach vor, so Riesenturniere oder so Events, äh, funktionieren nicht ohne Partner. Aber das war schon sehr beeindruckend für mich, muss ich sagen, da in Hamburg. Da, ich beobachte so was ja auch, weil ich lieb das ja auch, so mich mit Leuten... Ich bin ja auch ein Menschenfreund. Und, ähm, na wirklich cool, das machst du super. So, jetzt pass auf. Der letzte Test, den du jetzt noch vor dir hast, sind die schnellen 9. Es sind tatsächlich 10 eigentlich, aber der 10, das ist meine, meine Herzensfrage. Aber die schnellen 9, du musst ganz schnell Antworten geben. Ist nicht schwer.

01:10:07: ,556 [Manfred Bender] Ja.

01:10:07: ,876 [Martina Eberl] Gell?

01:10:09: ,176 [Martina Eberl] Die Quick 9.

01:10:11: ,876 [Martina Eberl] Vom Typ her Lerche oder Eule? Bist du Frühaufsteher oder ein Nachtschwärmer?

01:10:15: ,215 [Manfred Bender] Eule.

01:10:17: ,896 [Martina Eberl] Tracker oder Gefühlssportler?

01:10:19: ,316 [Manfred Bender] Gefühlssportler.

01:10:21: ,836 [Martina Eberl] Sommer oder Winter?

01:10:22: ,256 [Manfred Bender] Oh, das ist aber, das ist echt schwer. Ich bin ein begeisterter Skifahrer und spiele sehr gerne Golf. Also ist das, äh...

01:10:30: ,516 [Martina Eberl] Sie müssen sich entscheiden.

01:10:32: ,956 [Manfred Bender] Ja, dann gehe ich jetzt für den Sommer.

01:10:34: ,296 [Martina Eberl] Gut so. Hätte mich jetzt auch stark enttäuscht. Ausdauer oder Kraft?

01:10:40: ,296 [Manfred Bender] Kraft.

01:10:41: ,676 [Martina Eberl] Süß oder salzig?

01:10:42: ,756 [Manfred Bender] Süß. [lacht]

01:10:43: ,656 [Martina Eberl] Ja, hier stimmt das, weil ich hab... Kino oder Theater?

01:10:47: ,736 [Manfred Bender] Kino.

01:10:48: ,196 [Martina Eberl] Lieblingsstadt?

01:10:50: ,856 [Manfred Bender] München.

01:10:53: ,876 [Martina Eberl] Lieblingsessen?

01:10:55: ,276 [Manfred Bender] Spiegeleier, Kartoffelbrei mit Erbsen.

01:10:58: ,956 [Manfred Bender] Das habe ich früher immer als kleiner Bub gegessen gerne vor den Spielen. Meine Mama hat immer gesagt: „Ja, das isst du jetzt, weil immer, wenn du das gegessen hast, dann hast du gut gespielt." [lacht]

01:11:07: ,656 [Martina Eberl] Solltest du vielleicht auch vor deiner Golfrunde essen. Aber das ist ja gut. Es sind-- Ich bin als alter Ernährungsmensch begeistert. Das ist gut. Das ist ein gutes Essen. Vor und nach dem Sport.

01:11:18: ,606 [Manfred Bender] Ja.

01:11:19: ,016 [Martina Eberl] Ja. Und das magst du immer noch so gern?

01:11:21: ,176 [Manfred Bender] Das esse ich gerne, aber natürlich sind auch schon so Schweizer Maultaschen, so mit der richtigen fettigen Soße, esse ich auch ganz gerne, aber... [lacht]

01:11:28: ,275 [Martina Eberl] Okay, wir machen heute drei Dinge, für die du heute dankbar bist. Ausgeklammert Familie. Und ja.

01:11:36: ,965 [Manfred Bender] Ja, ja, ja, ja, du.

01:11:37: ,975 [Martina Eberl] Bisschen spirituell müssen wir schon werden.

01:11:39: ,896 [Manfred Bender] Ja, das, sagen wir schon, äh, in, in dem Alter ist natürlich die Gesundheit, sage ich mal, sehr, sehr wichtig, ja.

01:11:47: ,436 [Martina Eberl] Immer. Mhm.

01:11:49: ,656 [Manfred Bender] Je älter dass wir werden. Dann das Zweite,

01:11:54: ,496 [Manfred Bender] dass ich sehr gute Freunde habe, dass immer Schafkopfrunde zusammengeht. Das ist auch wichtig.

01:12:00: ,716 [Martina Eberl] Ganz wichtig.

01:12:01: ,756 [Manfred Bender] lacht] Und dann, äh, dass die, das ist jetzt ein bisschen,

01:12:05: ,516 [Manfred Bender] sagen wir mal, ein bisschen einfacher, aber dass es immer noch das Oktoberfest gibt.

01:12:11: ,216 [Martina Eberl] Du bist echt der Schau.

01:12:12: ,816 [Manfred Bender] lacht]

01:12:13: ,796 [Martina Eberl] Oder? Ich meine, das ist halt das... Aber das verstehen auch nur die Münchner. Ich, ich verstehe das total.

01:12:19: ,156 [Martina Eberl] Ich meine, was, wenn wir gerade dabei sind, die 10 Frage, da müssen wir jetzt kurz drauf einhaken, weil so, so was Schönes hat noch keiner gesagt wegen dem Oktoberfest, weil ich bin ja auch ein Münchner Kindl und ich liebe die Wiesn so sehr. Sag du jetzt, was ist das Schönste am Oktoberfest? Und dann sage ich, was ich am schönsten finde.

01:12:37: ,656 [Manfred Bender] Am schönsten ist, ist, äh, die Atmosphäre einfach, da rauszugehen und alle in Tracht und, und, und die Gespräche und die Gaudi und den Spaß, ja. Es ist, ist wie ein Klassentreffen ist das.

01:12:49: ,776 [Martina Eberl] Das stimmt, ja. Was für mich immer, das sage ich dann immer zu meinen Kindern, wir sind jetzt ja beim Anstich. Also ich mag den Anstich an sich jetzt nicht unbedingt, aber wir sind rausgeradelt

01:12:59: ,068 [Martina Eberl] oder reingeradelt in die Stadt rein und dann habe ich gesagt: „Mädels, riecht das. Zuckerwatte, Mandeln, Hendl, Brezen, alles auf einmal." In der 2. Woche riecht es dann leider anders, aber die ersten, diese Gerüche, die gibt es nur einmal im Jahr und das ist Wahnsinn. Das liebe ich so.

01:13:18: ,068 [Martina Eberl] Sehr schön. Vielen Dank. Jetzt, pass auf, jetzt kommt die, äh, schon, äh, angepriesene 10 Frage. Und zwar gibt's, ähm, oder gab es damals auch zu deiner aktiven Zeit, gibt es so Affirmationen, die du zu dir selber sagst? Wie jetzt zum Beispiel, schau, ich hab zum Beispiel meine tätowiert.

01:13:37: ,728 [Manfred Bender] Mhm.

01:13:37: ,308 [Martina Eberl] Play to play great. Also für mich war das immer so, wenn ich überm Ball stehe, du bist jetzt da, dass du einen gescheiten Golfschlag machst. Du bist jetzt nicht da, dass du einen Putt vorbeischiebst, ja. Aber das, das sage ich mir dann immer wieder. Gibt's irgendwas, wo du sagst, das ist so, das sagst du dir immer wieder, das ist so ein bisschen dein Glaubenssatz?

01:13:53: ,488 [Manfred Bender] Ja.

01:13:54: ,407 [Manfred Bender] Gewinnen beginnt mit Gelassenheit.

01:13:57: ,728 [Martina Eberl] Wunderbarer kann dieser Podcast nicht enden. [Lachen] Sehr gut. Den können wir dann gleich mal uns merken, den Satz. Und du kriegst, äh, etwas mit. Ich weiß jetzt nicht, ich schätze dich jetzt mal so ein, dass du dieses Buch nicht selber nimmst, aber du kannst es an deine wunderbare Frau [Lachen] weitergeben. Und zwar ist es ein Journal. Das kriegt jeder Gast als Geschenk mit. Da, das ist nicht leer. Also da kann man immer schön Sachen eintragen, für die man dankbar ist. Das ist ja ganz, das ist ganz gehypt, so Journaling. Früher hat man Tagebuch gesagt, aber heutzutage ist das schon vorgedruckt. Man muss nur eintragen.

01:14:28: ,138 [Manfred Bender] Bravo.

01:14:29: ,588 [Martina Eberl] Das bringst du deiner Frau mit, weil-

01:14:30: ,938 [Manfred Bender] Definitiv.

01:14:30: ,248 [Martina Eberl] ich glaube, das ist wirklich. Und das ist, ähm, sind eure Glücksbringer für eure Familie, für deinen Sohn, für dich und für deine Frau.

01:14:39: ,868 [Manfred Bender] Danke.

01:14:39: ,628 [Martina Eberl] Gell? Ich finde die ganz schön jetzt auch für den Sommer.

01:14:42: ,308 [Manfred Bender] Ja. Siehst ja aber schon ein bissl, was da ist.

01:14:44: ,008 [Martina Eberl] Wollt grad sagen.

01:14:45: ,488 [Manfred Bender] Legenden Masters 23, Legenden Masters 24, Legenden Masters 25 und das Weiße ist für 26.

01:14:51: ,998 [Martina Eberl] Jetzt haben wir gar nicht geredet, wer ist denn eigentlich, gibt's irgend, ähm, gibt's da so Favoriten, die eigentlich schon mehrmals gewonnen haben, oder?

01:14:57: ,278 [Manfred Bender] Gladbach ist immer Boxt. Also 2mal hat Gladbach gewonnen, letztes Jahr Köln im Finale gegen Bayern, ganz knapp. Letzte, letzter Flight, letzter Putt haben wir's, haben wir's vergeigt. Aber es ist natürlich schon, äh, also Pizarro, Salihamidžić kommen dieses Jahr. Kakao, Gaudino, Balakov, Thomas Schaaf. Also es sind schon, sind schon Namen im Rennen, wo man sagen muss, es ist aller Bonheur, ja.

01:15:22: ,488 [Martina Eberl] Also nächstes Mal sagst du mir Bescheid, wenn das Gewinnspiel mit dem Co-Captain rauskommt, dann bewerbe ich mich ganz offiziell. [Lachen] Manni, vielen herzlichen Dank.

01:15:28: ,808 [Manfred Bender] Ich habe zu danken. War schön mit dir. Danke.

01:15:30: ,868 [Martina Eberl] Und auch an euch vielen Dank fürs Zuschauen und fürs Zuhören. Schön, dass ihr da wart beim Pink Table. So, und das war eine weitere Folge von The Pink Table. Ich hoffe, dir hat der Podcast gefallen und du könntest mir einen Riesengefallen tun, indem du ihn abonnierst auf dem Kanal, auf dem du diesen Podcast sehen möchtest. Eine 5-Sterne-Bewertung ist natürlich mega obendrauf und vor allem wünsche ich mir einen Kommentar, wenn du einen Wunschsportler hättest, einen Wunschathleten, einen Wunscholympioniken oder Paralympics. Und ich werde natürlich mein Bestes geben, diesen Sportler bald hier am Pink Table empfangen zu dürfen. Also bis dahin, frohes Weiterhören. [Outro-Song] This is the Pink Table. Come and take your seat. Where your truth meets courage, where the real hearts meet. Speak your story on your journey, let your light shine through. The Pink Table's waiting. This is made for

01:16:24: ,368 [Martina Eberl] you. Let's go.