Der Sportpodcast mit Martina Eberl
00:00:00: ,040 [Pepi Ferstl] Du kannst dich nur abkapseln, wenn du auch etwas Gleichwertiges schaffst wie dein Vater oder mehr, sonst bleibst du der Sohn von. Leider. Du machst dich wirklich zum Hero, wenn du dort gewinnst. Das ist ein ganz großes Ziel, weil es werden Sieger gemacht, aber es werden auch wirklich
00:00:19: ,300 [Pepi Ferstl] Karrieren zerstört. 12. Ich habe gar nicht gejubelt, weil ich war einfach nur fertig. Ich habe gezittert und dachte: „Das war mehr Glück wie Können.“ Ich habe nicht mehr die Energie und es hat so wehgetan, dass wirklich die Tränen herausgekommen sind und meine Frau damals angerufen und gesagt hat: „Am liebsten will ich heim.“ Das Feuer brennt nicht mehr und ich habe einfach nicht mehr diesen Zugang
00:00:44: ,600 [Pepi Ferstl] als Leistungssportler, alles zu geben, vor allem alles zu riskieren.
00:00:48: ,520 [Martina Eberl] Jetzt wird es alpin. Gleich 2 alpine Skifahrer darf ich euch heute und in der nächsten Woche hier beim Pink Table Podcast begrüßen. Mein heutiger Gast hat sich 2019 zur Legende gemacht, als er den Super-G auf der Streif beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel gewonnen hat. Aber er ist noch viel mehr als Sieger dieses Rennens. Wer ihn kennt und das beschreibt ihn alles: bodenständig, humorvoll, reflektiert, sehr teamorientiert, ehrgeizig, ohne Starallüren. Ein echter Traummann, sozusagen. Und vor allem ist er ein wahres Stehaufmanderl. Jemand, der sich nach jedem Rückschlag immer wieder zurückgekämpft hat und ich freue mich megamäßig, dass er heute da ist. Herzlich willkommen, Pepi Ferstl.
00:01:32: ,220 [Martina Eberl] Musik] Sehr cool, dass du da bist, Pepi. Und wir haben das ja wirklich schön lang geplant und du hast nie gezögert, dass du kommst. Du hast gesagt, das müssen wir bloß einmal ein bisschen im Sommer machen, weil du im Winter ja natürlich
00:01:49: ,200 [Martina Eberl] ein bisschen was anderes zu tun hast, aber da kommen wir gleich noch darauf. Und wir haben uns ja letztes Jahr kennengelernt im Zuge des Audi Deutschlandfinales in Hamburg und da durfte ich dich auch schon interviewen. Da hätte ich eigentlich schon die gleichen Fragen nehmen können, aber ich habe mir da Gedanken gemacht, heute wird es ein bisschen
00:02:07: ,100 [Martina Eberl] mehr.
00:02:08: ,800 [Pepi Ferstl] Hättest du machen können, aber du bist ja auch eine Arbeiterin, das habe ich auch schon festgestellt. Und erst einmal danke für die lieben Worte von dir.
00:02:16: ,570 [Martina Eberl] Ja, Traummann.
00:02:17: ,860 [Pepi Ferstl] Die machen mich jünger wie Öl, muss ich ehrlich sagen. Ich hoffe, ich bin nicht zu rot, aber vielen Dank. Und ja, schauen wir einmal, ob ich noch einen Traummann mache, deine Sendung.
00:02:26: ,920 [Martina Eberl] Ich bin mir sicher, da mir ist auch schon ganz warm geworden. Man muss natürlich auch sagen, draußen hat es 30 Grad. Du hast auch gerade die Sonnenbrille noch da. Also hier drinnen ist es auch ordentlich dampfig. Also wir überstehen das aber und vor lauter Traummann darf ich nicht zu rot werden. [lacht] Aber super schaust du aus. Dir tut der Sommer gut. Braun gebrannt. Wie ist denn das so als Skifahrer und vor allem, du bist ja noch sehr stark in der ganzen Skiszene drinnen. Wenn jetzt so der Sommer kommt, wie lange genießt man den Sommer oder wann fängt es dann an, dass man sagt: „Okay, jetzt reicht es mit dem Sommer. Jetzt müssen wir da mal wieder Ski fahren.“?
00:03:01: ,980 [Pepi Ferstl] Gut, ich glaube, wir müssen differenzieren. Ist die Frage jetzt auf meinen aktuellen Job als Nachwuchstrainer oder als aktiver Ex-Skirennfahrer? Da gibt es einen Unterschied, weil du im Endeffekt, als ehemaliger Rennfahrer fährt man noch ziemlich lang Ski bis Mai, nutzt man die guten Verhältnisse am Gletscher und versucht, neues Material zu testen, einmal neue Erkenntnisse zu finden, an der Technik zu feilen. Und dann hat man eigentlich einmal diese 2 Monate skifrei und dann fängt man aber schon wieder im Juli, Mitte, Ende Juli an zu Ski fahren.
00:03:36: ,240 [Pepi Ferstl] Das kann in die Schweiz gehen oder bei uns irgendwo am Gletscher. Und dann bereitet man sich schon wieder vor auf Ski für die neue Saison. Und dann geht es eigentlich, ich habe über 12 Jahre nicht wirklich diesen richtigen Sommer, August, September gehabt, weil wir sind dann immer abgereist nach Chile, 4 Wochen ins Trainingscamp, Ski gefahren im Sommer und ja, im Endeffekt trifft es auch zu. Der Skifahrer, Wintersportler wird im Sommer gemacht und extrem viel Arbeit steckt dahinter.
00:04:07: ,280 [Pepi Ferstl] Und dann kommt man wieder zurück im September, Oktober, bereitet sich daheim wieder auf die Gletscher vor und dann geht es eben nach Amerika die 4 Wochen. Als Nachwuchstrainer ist es so, dass man noch ein bisschen länger Ski fährt, so bis Ende Juni und versucht auch
00:04:25: ,860 [Pepi Ferstl] alles noch zu nutzen, zu testen. Man bekommt ein neues Team, weil im April gibt es quasi die neue Aufstellung von neuen Teams. Dann wirst du eingeteilt als Nachwuchstrainer. Du hast jetzt die und die Jugendlichen zu betreuen und dann schaut man gleich mit einem neuen Team, dass man Philosophie zusammenwächst, Technik arbeitet, die kennenlernt und dann fährt man so bis Ende Juni, Anfang Juli und dann macht man ein richtig langes Break und ich gehe erst dann wieder auf Ski Mitte September. Also sprich, ich habe jetzt als Nachwuchstrainer einen richtig langen, coolen Sommer, A fürs Sommertraining fürs Team, aber B auch für mich. Und das tut mir jetzt auch sehr gut, muss ich ehrlich sagen. Einfach
00:05:08: ,900 [Pepi Ferstl] die Zeit mal daheim zu haben für die Familie und einfach nicht nur den ganzen Sommer auf Achse zu sein, weil das muss einem klar sein, als Sportler, Leistungssportler, das kennst du auch, ist man schon irgendwo immer in dieser
00:05:22: ,060 [Pepi Ferstl] Drucksituation oder man weiß, man sollte jeden Tag trainieren und was machen, dass man da ganz nach vorn kommt.
00:05:32: ,930 [Pepi Ferstl] Und ja, es reicht dann nicht nur, ein bisschen was zu machen, sondern wenn du ganz oben ankommen willst, dann heißt es einfach wirklich Gas zu geben und darum ist es ein bisschen unterschiedlich. Aber ja, ich bin noch immer sehr
00:05:45: ,340 [Pepi Ferstl] leidenschaftlicher Skifahrer, Trainer und dem Wintersport, Skisport natürlich sehr treu und freue mich auch unheimlich, weil es doch.
00:05:53: ,636 [Martina Eberl] Ja, ich bin mir sicher, du wirst noch mehrere Lobgesänge dem Skifahren. Heute geht es viel um Skifahren. Aber weil du gerade gesagt hast zu deinem Job als Nachwuchstrainer, dass sich dieses Team immer wieder erneuert, hast du dann wirklich jedes Jahr ein neues Team? Oder bleiben da auch welche?
00:06:07: ,366 [Pepi Ferstl] Genau. Ja, da bleiben schon welche. Der DSV, mein Arbeitgeber, Deutscher Skiverband, der schaut natürlich, da gibt es eine Selektion und dann kommen ja, wenn bei mir wer war und die haben die Kaderrichtlinien, also den nächsten Kader erreicht, kommen die in das nächste Team. Die, wo es vielleicht nicht geschafft haben, bleiben bei mir noch einmal. Oder es kann sich auch meine
00:06:30: ,056 [Pepi Ferstl] Trainer-Situation total ändern, dass vielleicht der DSV sagt: „Gut, Nachwuchs passt, aber vielleicht sollst du jetzt einmal eine andere Gruppe machen,
00:06:39: ,076 [Pepi Ferstl] A für dich selber neue Herausforderungen oder B, wir sehen da das Potenzial, dass du die Jugendlichen besser weiterbringst.“ Da spreche ich jetzt tatsächlich von. Ich bin schon sehr speedaffin,
00:06:50: ,736 [Pepi Ferstl] mit Speed aufgewachsen und das ist so wirklich mein
00:06:54: ,476 [Pepi Ferstl] Steppenpferd einfach, weil ich es auch selber gemacht habe. Das heißt jetzt nicht, dass ich keine Ahnung habe vom Slalom, Riesenslalom, aber ich bin fast jede Strecke der Welt hier Abfahrt und Super-G gefahren und kenne auch fast alle Speedstrecken. Und da kommt eben das als Trainer und ich kann die Erfahrung, Wissen, das Gefühl weitergeben.
00:07:18: ,556 [Pepi Ferstl] Ist natürlich schon ein sehr großer Bonus.
00:07:21: ,815 [Martina Eberl] Ja, es wäre blöd, wenn sie es nicht machen würden.
00:07:22: ,456 [Pepi Ferstl] Genau. Und ich glaube auch, für mich war dann das so, mich zu verändern, aus dem ganzen Geschehen rund um World Cup herauszugehen und in den Nachwuchs hineinzugehen, total spannend, weil eben da ticken die Leute anders. Da kann man noch sehr viel weiterbringen und einfach auch noch einmal diese Erfahrung und Wissen so geil platzieren und das macht unheimlich Spaß, weil wenn man halt einfach dann den Jugendlichen das und das sagt und es kommt dann wirklich so im Speed oder die Technik einfach weitergibt, was man selber erlernt hat über Jahre,
00:08:00: ,576 [Pepi Ferstl] sehe ich schon einen großen Vorteil in dem Job und von dem her absolut cool. Nachwuchs macht da auch sehr viel Spaß.
00:08:09: ,356 [Martina Eberl] Ich finde das super. Ich finde das auch absolut angebracht und mega schlau, dass das der Verband so macht. Beim Golf ist es leider nicht so. Ich hatte mich da öfter schon angeboten, weil wie du die ganzen Speedstrecken gefahren bist. Ich habe keine Ahnung, wie viele Golfturniere in meinem Leben schon gespielt und eben auch als Profi. Und das ist aber ein anderes Thema. Das wurde da nicht so angenommen. Aber wenn man auf deine Jugendlichen schaut, wie alt sind die?
00:08:34: ,696 [Pepi Ferstl] Die sind jetzt 17, 18 bis 19.
00:08:36: ,996 [Martina Eberl] Ja gut, dann haben sie ja schon ein Hirn fast.
00:08:38: ,316 [Pepi Ferstl] Fast.
00:08:40: ,366 [Pepi Ferstl] lacht]
00:08:42: ,856 [Pepi Ferstl] Ich hoffe, die schauen das gar nicht oder hören das. Nein, die sind halt einfach immer, ich sage auch, ich versetze mich dann immer in diese Lage. Da war ich ja selber auch.
00:08:51: ,316 [Martina Eberl] Ja, klar.
00:08:52: ,196 [Pepi Ferstl] Und sagen wir uns einmal ehrlich, 17, 18, 19, klar, die Pubertät irgendwie fast vorbei, aber noch da und jeder entwickelt sich auch persönlich.
00:09:01: ,016 [Martina Eberl] Ja, klar.
00:09:02: ,136 [Pepi Ferstl] Und man kapselt sich dann irgendwo auch ab von den Eltern. Man wird selbstständiger. Der Trainer,
00:09:09: ,256 [Pepi Ferstl] Organisation und so weiter und so fort. Da gehört so viel
00:09:13: ,196 [Pepi Ferstl] dazu und das ist dann schon krass, wie halt manche, wo ich dann denke: „Das kann doch wohl nicht wahr sein. Ihr könntet doch einen Bus richtig einräumen.“ Also nicht alles hineinschmeißen, wie wir es sehen werden, sondern einfach ein bisschen Ordnung schaffen oder einfach pünktlich zum Training kommen. Aber das ist schon die Phase, was man halt einfach erlernen muss. Und da will ich nicht behaupten, dass mit 17, 18, 19 abgeschlossen ist. Man erwartet das oft, aber die Realität und die Praxis schaut anders aus. Aber das macht es gerade so spannend. Und ich muss auch sagen, ich bin jetzt dann zweieinhalb Jahre Trainer.
00:09:45: ,596 [Martina Eberl] Erst? Ach erst?
00:09:46: ,216 [Pepi Ferstl] Ja, genau. Wo ich angefangen habe, war das wirklich eine andere Welt für mich,
00:09:52: ,936 [Pepi Ferstl] weil auch, muss ich ehrlich sein, im World Cup alles strukturiert ist. Man ist für sich selber verantwortlich, man hat einen Plan, Tagesplan, man weiß, was man trainieren muss, man weiß, was man braucht, dass man ganz hochkommt und einfach, ja, ganz, will jetzt mal behaupten, ein Mindset darauf hat, um Erfolg zu kreieren oder schaffen. Und da unten ist es halt einfach noch so, da gehören so viele andere Faktoren dazu und da kann ich einfach nicht das eins zu eins überschlagen auf die Jugendlichen projizieren, sondern da muss ich einfach schauen, sehr individuell arbeiten, weil jeder entwickelt sich
00:10:28: ,856 [Pepi Ferstl] anders schnell oder langsam. Und ich bin der Meinung, ich bin der Trainer, die sollen auch noch leben. Also es sollte nicht alles nur diesen Leistungsgedanken ganz nach oben zu kommen, sondern der ist wichtig als Vision. Aber ich glaube, es gehört auch dazu, eine brutale Gaudi zu haben außerhalb vom Skifahren und trotzdem den Fokus zu haben, das zu schaffen. Verstehst du, was ich meine? Und das ist für mich auch wichtig,
00:10:53: ,856 [Pepi Ferstl] den Jugendlichen zu zeigen, dass es mit viel Spaß und Freude, aber trotzdem auch mit einem gewissen Fokus nach oben geht. Und ich habe es auch erlebt bei anderen, die sehr fokussiert in dem jungen Alter waren und dann ist einfach die Luft ausgegangen, die es dann nicht mehr weiter geschafft haben, weil gewisse Dinge eingetreten sind.
00:11:12: ,776 [Pepi Ferstl] Die sind nicht damit klargekommen, die waren im Schülerbereich sehr erfolgreich, dann sind sie in den Erwachsenenbereich, da waren sie nicht mehr so erfolgreich.
00:11:21: ,706 [Pepi Ferstl] Man ruht sich dann oft auf die Leistungen im Schülerbereich aus, vielleicht auch auf das Talent. „Ich habe eh genug Talent, ich habe alles gewonnen oder ich schaffe das so.“ Nein. Oft stellt sich dann heraus, die, die nicht ganz vorne waren im Schüleralter, sondern die, die eher ein bisschen hinten nach waren, die fangen an zu arbeiten, merken, ich will den unbedingt holen. Und das sind so Faktoren, das ist brutal interessant. Ich kann es auch von mir selber bloß erfahren. Ich war auch in der Schule, also ganz klein, war ich sehr erfolgreich, alles gewonnen und dann ist die Phase eben gekommen,
00:11:50: ,376 [Pepi Ferstl] auch Wachstumsfuge bekommen, eine Verletzung bekommen, dann ein Jahr einfach nicht so gut trainiert, anderen Fokus bekommen und dann schwankt man gleich einmal in seiner Karriere. Und mir hat eben dann das geholfen, diese Vision zu haben: „Ich will einfach Profi werden.“
00:12:07: ,136 [Pepi Ferstl] Macht es dann mal Klick. Bei mir war es auch relativ spät, [lacht] muss ich ehrlich zugeben.
00:12:12: ,995 [Martina Eberl] Da kommen wir noch drauf.
00:12:12: ,535 [Pepi Ferstl] Da kommen wir wahrscheinlich noch drauf.
00:12:16: ,356 [Pepi Ferstl] Aber sehr interessant. Und zum Abschluss: Wir haben definitiv richtig coole, lässige, jugendliche Skifahrer, sehr gute Potenzial, würde ich sagen, ohne Ende. Aber jetzt kommt eben das: Okay, wir müssen es richtig fördern und trainieren, dass sie ganz nach oben schauen. Und der ganz wichtige Punkt, was ich als Trainer mache, ist langfristiger Erfolg. Das immer nur schnell machen und das schaffen wir schon so und da bist du ja gut zu Rennen. Nein, die müssen kontinuierlich gut werden, Spaß und Freude an dem ganzen Sport haben und das ist so meine Philosophie und Vision, was ich weitergeben will.
00:12:52: ,716 [Martina Eberl] Aber da hast du natürlich jetzt auch ein Alter, da musst du dich ja dann schon entscheiden. Also du bist an einem springenden Punkt.
00:12:58: ,496 [Pepi Ferstl] Nein, absolut.
00:12:59: ,896 [Martina Eberl] Ist das so beim Skifahren, so das Alter?
00:13:01: ,816 [Martina Eberl] Weil beim Golf ist das eigentlich schon ... Ich weiß nicht, wie es beim Skifahren ist, aber beim Golf mittlerweile, es hat sich ja einiges nach vorn verschoben zu meiner Zeit. Wenn du mit 16 gut warst, dann hast du locker noch Profi werden können. Heutzutage, wenn du da mit 13 nicht schon scharf bist.
00:13:18: ,876 [Martina Eberl] Und das ist dann natürlich, wie du schon gesagt hast, das ist immer so ein ... Ich darf von mir schon sagen, ich habe auch noch meine Jugend gehabt und ich habe meine Spätchen gehabt und bin auch noch fortgegangen. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum ich erfolgreich geworden bin, weil wenn man zu eng ist, schwierig. Aber wie ist denn das beim Skifahren vom Alter her?
00:13:37: ,436 [Martina Eberl] Ab wann stellt sich denn da jetzt wirklich so die Weiche? Du hast jetzt gerade gesagt, es gibt Spätzünder.
00:13:43: ,776 [Pepi Ferstl] Genau.
00:13:43: ,135 [Martina Eberl] Aber wann ist so der Punkt, wo man sagt, bis dahin muss ich es jetzt mal wirklich geschafft haben?
00:13:47: ,756 [Pepi Ferstl] Viele machen Abitur oder Realschule und das passiert immer mit 17, 18, 19 und dann wirst du ja zum Profi.
00:13:55: ,216 [Martina Eberl] Okay. Also eigentlich deine Schüler.
00:13:58: ,436 [Pepi Ferstl] Genau, die sind jetzt noch in der Schule und ab nächstes Jahr dann Profi. Und da kristallisiert sich dann schon heraus, da werden die Weichen gestellt. Man muss trotzdem aufpassen. Es ist schon diese Generation, ich nenne das einmal Generation Z und wir waren schon Generation Alpha,
00:14:16: ,996 [Pepi Ferstl] schon ein anderes
00:14:19: ,076 [Pepi Ferstl] Trainieren oder Handhaben. Da kommen viele Faktoren dazu, die einfach anders sind. Da geht es los von Unterstützung der Eltern, finanziell,
00:14:29: ,036 [Pepi Ferstl] eigene Einstellung der Kinder, weil es ja oft auch, kennt man ja, wenn es einmal ein bisschen schwieriger wird, ist
00:14:37: ,296 [Pepi Ferstl] heutzutage eher so: „Oh nein, das ist immer zu krass.“ Also das ist schon anders da. Und ich bin halt der Meinung, wir
00:14:46: ,396 [Pepi Ferstl] können nicht hergehen und immer erwarten, dass wir eben diese brutalen Talente gleich im jungen Alter haben, sondern ich glaube, wir müssen mehr Zeit geben und nicht zu früh selektieren und einfach
00:15:00: ,296 [Pepi Ferstl] schauen, dass wir einen Sportler ausbilden, einen Breitensportler und auch langfristig. Und wenn das einmal ein, 2 Jahre nicht funktioniert, nicht gleich sagen: „Nein, das ist nichts, das schafft nicht“, sondern das ist ganz gefährlich. Manche brauchen einfach eine gewisse Zeit. Und auch zu mir zurück: Ich habe auch länger gebraucht. Also ich war jetzt nicht der, wo es dann geheißen hat: „Jetzt haben wir da einen, der wo mal Rennen gewinnen kann“, sondern eher so: „Wieder so einer, der wo nicht genau weiß, was er will.“ Und ich habe schon durch die Scheiße gehen müssen und das selber lernen müssen: „Okay, was will ich jetzt einfach?“ Aber da reden wir dann später drüber. Und jetzt ist es halt, muss aber nicht immer der Weg sein. Das ist das. Also er kann auch linear nach oben laufen, aber trotzdem, dieser Sport fordert mittlerweile, der hat sich so entwickelt auch und Sport braucht eigentlich viel mehr. Und noch einmal, diese Rahmenbedingungen haben sich schon verändert mit weite Reisen, die Schneebedingungen. Du weißt selber, es schneit nicht mehr so oft, man muss in die höheren Lagen gehen, Logistik, finanziell. Also hat sich schon was verändert. Trotzdem bleibt es für mich der geilste Wintersport.
00:16:11: ,916 [Martina Eberl] Ja, sehe ich auch.
00:16:14: ,976 [Pepi Ferstl] Und viele wollen diesen Sport halt dann im Endeffekt dann aus gewissen Gründen nicht mehr weitermachen. Und ich glaube, in jedem Sport wird die Weltspitze da oben wird es einfach dünn und dann kommt es halt einfach, schlussendlich bin ich der Meinung, dann auf dem Sportler drauf an, auf das Kind, Jugendlichen, wie sehr will er es selber noch?
00:16:32: ,536 [Martina Eberl] Ja klar. Ja, das kommt dann. Über Skifahren reden wir noch ganz viel. Jetzt reden wir mal ganz kurz über dich und ein bisschen was anderes als Skifahren. Josef Pepi Ferstl. Er wurde am 29. Dezember 1988 in Traunstein geboren und wuchs in Tengeling auf.
00:16:50: ,575 [Pepi Ferstl] In Traunstein und nach Tengeling bin ich dann gezogen.
00:16:53: ,876 [Martina Eberl] Also Traunstein.
00:16:54: ,236 [Pepi Ferstl] Bin ich auch.
00:16:57: ,916 [Martina Eberl] Für alle, die ihre Erdkunde nicht aufgepasst haben: Traunstein im Chiemgau
00:17:02: ,436 [Martina Eberl] ist für mich persönlich ein absoluter Herzensort. Also abgesehen davon, dass ich da auch sehr viel Zeit in meinem Leben
00:17:09: ,976 [Martina Eberl] in einer Beziehung verbracht habe, aber ich mache da unten ja auch meine Camps im Golfresort Achental und so weiter und so fort. Und jedes Mal, wenn ich den Bernauer Berg runterfahre, geht mir das Herz auf. Und das habe ich jetzt schon gehört, also als Münchnerin, und das habe ich jetzt schon auch mitbekommen für die dort Wohnenden. Das ist eigentlich so ein bisschen das Tor, wenn man den Bernauer Berg runterfährt zum Chiemsee und dann sieht man die Berge und Hochfällen und so weiter,
00:17:36: ,216 [Martina Eberl] dass dann sagt: „Jetzt bin ich daheim.“ Ist das für dich so?
00:17:40: ,936 [Martina Eberl] Meine Oma hat immer gesagt, das ist das schönste Fleckchen auf der Welt.
00:17:44: ,106 [Pepi Ferstl] Ja, jein. Ja, es ist klar.
00:17:47: ,856 [Martina Eberl] Du darfst ruhig patriert sein.
00:17:48: ,796 [Pepi Ferstl] Ja, absolut. Also ich bin sehr heimatbezogen und ich finde es wunderschön, weil wir alles haben, von Seen bis Berge und wunderschön.
00:17:59: ,256 [Martina Eberl] Fast schon das Meer, weil der Chiemsee ist das bayerische Meer.
00:18:02: ,726 [Pepi Ferstl] Genau. Auch sehr empfehlenswert. Das ist wirklich unbezahlte Werbung. [lacht]
00:18:09: ,268 [Pepi Ferstl] Unbedingt einmal auf den Chiemsee fahren, vielleicht Boot ausleihen oder dort zum Baden hinfahren, weil es ist einfach so einzigartig auch. Du hast nämlich eben den Chiemsee mit Frauen- und Herreninsel. Da kann man rüberfahren, etwas essen und dann eben dieses Bergpanorama. Ist schon sehr einzigartig und weil halt einfach das Gefühl an dem Chiemsee so die deutsche Vita ist, quasi. Also du fühlst dich irgendwo in Italien, Kroatien, aber du bist ja trotzdem in Bayern, im Chiemgau. Und auch mit den
00:18:41: ,588 [Pepi Ferstl] Sonnenuntergängen und alles, das fühlt sich schon sehr urlaubsmäßig und sehr schön an, obwohl dass wir trotzdem hier in Deutschland sind, sage ich einmal. Und das macht es aus. Also diese Vielseitigkeit im Chiemgau ist unbeschreiblich, weil man auch, denke ich, den Sommer so schön dort verbringen kann, aber auch den Winter.
00:19:00: ,148 [Martina Eberl] Genau.
00:19:01: ,948 [Pepi Ferstl] Mit Skigebieten, Langlaufstrecken, jeder kennt das Biathlonzentrum, die Weitsehen hinten zum Laufen. Ja, ist schon sehr kitschig. Also immer wenn ich da bin, freue ich mich.
00:19:09: ,168 [Martina Eberl] Sehr kitschig, ja.
00:19:11: ,508 [Pepi Ferstl] Ja, ich freue mich immer sehr
00:19:13: ,028 [Pepi Ferstl] und bin sehr dankbar, dass ich dort wohnen darf und bin, weil es einfach sehr schön für mich ist.
00:19:19: ,608 [Martina Eberl] Ja, also für mich wäre das tatsächlich eine Alternative zu München. Es ist schon wirklich schön. Aber ihr seid schon gescheite Landei da unten.
00:19:26: ,568 [Pepi Ferstl] Da kann man das nicht mit der Großstadt vergleichen.
00:19:30: ,188 [Martina Eberl] Obwohl es
00:19:32: ,048 [Martina Eberl] ist ja nicht weit. Also man fährt ja nicht so weit. Und als wir letztes Jahr in Hamburg miteinander da unser Event machen durften, hast du dich ja auch wieder brav im Golfsport oder was heißt wieder? Da hast du dich im Golfsport versucht.
00:19:46: ,958 [Pepi Ferstl] Versucht, genau.
00:19:46: ,927 [Martina Eberl] Und hast natürlich gesagt: „Das muss ich machen, wenn ich einmal mehr Zeit habe.“ Also erstens: „Wie geht es deiner Golfkarriere?“ Und zweitens: „Ich kann es nicht mehr hören. Das muss ich machen, wenn ich einmal mehr Zeit habe.“ Aber hast du seitdem einmal wieder gespielt?
00:20:00: ,688 [Pepi Ferstl] Gespielt nicht, aber wir waren auf der Driving Range mit Kumpels.
00:20:04: ,108 [Martina Eberl] Ja, hast du doch gespielt.
00:20:06: ,998 [Pepi Ferstl] Ja, das Spielen ist in der Golfbahn. Für mich ist es halt Bälle rausdreschen. [lacht]
00:20:12: ,808 [Martina Eberl] Hast du noch ein bisschen was gemerkt, was ich dir gesagt habe?
00:20:14: ,628 [Pepi Ferstl] Ja, logisch.
00:20:15: ,048 [Martina Eberl] Ja?
00:20:16: ,368 [Pepi Ferstl] Ja, logisch.
00:20:17: ,628 [Martina Eberl] Was anderes darfst du jetzt auch nicht sagen.
00:20:18: ,428 [Pepi Ferstl] Teilweise auch ein sehr gutes Lob. Ja, da ist Potenzial da, aber natürlich war noch nicht die Konstanz da. Also ich bin noch sehr wackelig, aber ich treffe zumindest den Ball. [lacht]
00:20:31: ,528 [Martina Eberl] Würde es dich reizen? Also wenn du mehr Zeit hast, weil alle ja immer sagen, sie haben keine Zeit.
00:20:36: ,728 [Pepi Ferstl] Ja, wenn mehr Zeit wäre und
00:20:40: ,208 [Pepi Ferstl] ja, auf alle Fälle. Ich habe es da aber auch gesagt, ich finde den Sport absolut genial und richtig cool, das auf den Punkt zu bringen, diese Konzentration, dann wieder loszulassen, wieder konzentrieren. Das ist schon sehr cool. Also gefällt mir unheimlich. Aber noch einmal, ich habe,
00:20:56: ,408 [Pepi Ferstl] bevor wir uns kennengelernt haben, auch sehr viele andere Hobbys und irgendwann geht einfach der Platz aus.
00:21:01: ,128 [Martina Eberl] Ja, sicher. Was machst du sonst noch für Sportarten?
00:21:04: ,728 [Pepi Ferstl] Tennis.
00:21:06: ,278 [Pepi Ferstl] Was heißt viel Tennis? Auch wie es reinpasst, Tennis. Dann mit meinem Sohn habe ich das Downhill-Biken entdeckt. Absolut geil. Das ist so ein bisschen der Ersatz, genau, zum Abfahrt-Superskifahren, dieser Reiz, Adrenalin. Das heißt nicht, dass ich überall runterfahre wie ein Irrer,
00:21:26: ,608 [Pepi Ferstl] aber einfach so dieser, ja.
00:21:28: ,168 [Martina Eberl] Der Kick halt.
00:21:29: ,868 [Pepi Ferstl] Der Kick, genau. Der ist mir schon dann irgendwo verloren gegangen oder abgegangen und das macht es aus. Und mit meinem Sohn, der macht das halt auch. Der sagt auch: „Papa, wann fahren wir wieder?“ Und da haben wir schon auch einige
00:21:40: ,338 [Pepi Ferstl] Gebiete abgeklappert, aber wir sind noch nicht fertig und das macht unheimlich Spaß. Richtig Spaß. Aber da geht es auch, wenn man will, kann es auch zur Sache gehen und da muss man einfach auch vom Kopf her brutal da sein. Und jetzt sagt jeder: „Ja, da steht man auf dem Rad oben und so“, das habe ich auch gemeint, aber es fordert unheimlich von der Birne, auch körperlich.
00:21:59: ,068 [Pepi Ferstl] Ist eine andere Belastung. Natürlich haben nicht wie beim Skifahren sehr viel die Füße beim Skifahren, die Beine, Oberschenkelmuskulatur. Hier ist eher so Rumpf und Oberkörper, durch die ganzen Schläge und Sprünge abzufangen und geiler Sport. Kann ich nur empfehlen.
00:22:15: ,488 [Martina Eberl] Da habe ich so viel Schiss, dass es mich schmeißt. Brutal.
00:22:21: ,668 [Pepi Ferstl] Gut, was ich schon ehrlich sagen muss, man ist nicht mehr so risikofreudig, wie man es als Athlet war.
00:22:26: ,488 [Martina Eberl] Ja, so viel passieren kann nicht.
00:22:28: ,848 [Pepi Ferstl] Ich denke da schon nach, aber es gibt trotzdem diese Flow Trails, nennt man die, da fährst du mit einem eben Flow runter, ein geiles Gefühl, hast einen Spaß. Ja, und das sind eben so Sportarten, wo du einfach dann auch Zeit brauchst und ich sollte ja arbeiten auch noch und sollte auch für mich noch. Mache so auch gern Sport, Laufen, Krafttraining noch. Jetzt nicht in einem ganz großen Stil, aber einfach fit halten. Ich finde das ganz wichtig, dass man für sich auch die Zeit nimmt, ja.
00:23:01: ,288 [Martina Eberl] Das ist ja oft so, dass viele Aktive dann einfach einmal komplett locker lassen und dann aber den Sprung nicht mehr schaffen und dann sich halt komplett gehen lassen. Nein, das ist schon sehr wichtig. Also das mit dem Radelfahren, da habe ich zu viel Schiss, dass es mich schmeißt und dann kugelt es mich irgendwo runter und mit die Kinder und ich habe da viel zu viel im Kopf, was passieren könnte. Und ich glaube, ab dem Zeitpunkt, wo man darüber nachdenkt, dann macht es dann das auch. Ich könnte nicht.
00:23:29: ,638 [Pepi Ferstl] Wunderbar.
00:23:29: ,528 [Martina Eberl] Es ist ein bisschen
00:23:31: ,347 [Martina Eberl] sicherer.
00:23:32: ,368 [Pepi Ferstl] Denken ist immer gut.
00:23:33: ,407 [Martina Eberl] Ich weiß. Zu verbieten.
00:23:35: ,268 [Pepi Ferstl] War ja ein Sport. [lacht]
00:23:36: ,768 [Martina Eberl] Genau. Die Frage, die natürlich hier jeder Sportler bekommt, aber die erübrigt sich ja eigentlich bei dir so ein bisschen, wie man eigentlich zu dem Sport gekommen ist.
00:23:44: ,388 [Martina Eberl] Dein Dad?
00:23:46: ,068 [Martina Eberl] Du bist ja quasi in die Fußstapfen deines Dads, deines Vaters.
00:23:51: ,308 [Pepi Ferstl] Ja, schlussendlich ja, aber ich habe noch 2 Brüder, einen älteren und einen jüngeren, und mein Dad, das war früher ein bisschen anders da. Der hat ziemlich früh seine Karriere beendet, schon mit 27.
00:24:08: ,196 [Pepi Ferstl] Das ist einfach früher ein bisschen anders da gewesen. Auch die Voraussetzungen. Er hat einen schweren Sturz gehabt. Das Knie zertrümmert und dann war es vorbei. Also heutzutage wäre es wieder machbar, zurückzukommen und könnte man wieder mit den Gegebenheiten, medizinische Abteilung und so weiter. Das war einfach früher nicht mehr so. Wenn du das Kreuzband gehabt hast, dann ist ja früher der ganze Fuß aufgeschnitten worden. Das wissen, glaube ich, die Älteren heutzutage. Arthroskopie.
00:24:33: ,816 [Martina Eberl] Ja.
00:24:33: ,096 [Pepi Ferstl] Ein paar Kameras und zack, machen wir wieder. Du kannst wieder Ski fahren in einem Jahr und das war früher nicht möglich. Und dann hat er sich sehr schnell, also sind nach und nach wieder auf die Beine gekommen und auf das Skifahren konzentriert. Also er hat sich selbstständig gemacht und wir sind da reingewachsen, aber für mich war es absolut nicht, dass ich erfolgreich werden wollte, sondern Freunde treffen. Das hat so viel Spaß gemacht.
00:25:00: ,576 [Pepi Ferstl] Einfach Freude gehabt, im Winter rauszugehen, nicht unbedingt Stangentraining, sondern einfach nur Skifahren gehen. Das war der Grund und da bin ich heilfroh oder sehr dankbar meinem Dad gegenüber, dass er uns da reingenommen hat, also uns 3 Brüder. Das andere ist eine andere Geschichte mit Leistungssport dann, aber
00:25:19: ,376 [Pepi Ferstl] rein Skifahren zu können und das beigebracht zu bekommen, das war
00:25:28: ,916 [Pepi Ferstl] sehr cool.
00:25:28: ,036 [Martina Eberl] Und deine Brüder, waren die dann auch so gut?
00:25:31: ,375 [Pepi Ferstl] Ja, mein Größerer ist auch bis zum C-Kader gefahren. Der hat es dann auch nicht weiter geschafft durch gewisse Leistungsebene. Das ist einfach dann so.
00:25:41: ,026 [Pepi Ferstl] Und mein kleiner Bruder ist mit mir, wir sind, glaube ich, ein oder 2 Rennen zusammen gefahren und der hat es bis zum Europacup geschafft, World Cup leider nicht mehr, aber der hat dann körperliche Probleme bekommen. Da ist er Richtung Augengang und Rückenschmerzen.
00:25:58: ,836 [Martina Eberl] So jung schon?
00:25:58: ,096 [Pepi Ferstl] Ja, eben. Das war jetzt nicht unbedingt, weil er den Sport gemacht hat, sondern allgemein irgendwie in seiner Entwicklung
00:26:05: ,096 [Pepi Ferstl] und er hat dann eben körperlich oder durch
00:26:09: ,196 [Pepi Ferstl] Verletzung aufhören müssen.
00:26:12: ,076 [Pepi Ferstl] Genau, ich bin alles durchgegangen und dann eben sozusagen in die Fußstapfen meines Vaters.
00:26:18: ,776 [Martina Eberl] Was wärst du denn geworden, wenn du nicht Skifahrer geworden wärst?
00:26:21: ,856 [Pepi Ferstl] Ich glaube, irgendetwas Handwerkliches. Ja, irgendwie so,
00:26:24: ,846 [Pepi Ferstl] weiß ich nicht, Richtung
00:26:27: ,316 [Pepi Ferstl] Schreiner, Baustelle vielleicht, Maurer, irgend so etwas Handwerkliches.
00:26:32: ,976 [Martina Eberl] Die kann man immer brauchen. Handwerk freuen sich mehr auf mich, oder?
00:26:35: ,635 [Pepi Ferstl] Ja, macht mir Spaß.
00:26:37: ,385 [Martina Eberl] Du dürftest ja jetzt dazu.
00:26:39: ,665 [Pepi Ferstl] Ja, aber ich mache auch sehr viel selber. Von dem her, taugt mir schon. Also ich bin dann schon einer, der wo da ...
00:26:45: ,196 [Martina Eberl] Du wirst immer mehr zum .
00:26:47: ,176 [Pepi Ferstl] Ich finde halt immer als Handwerker oder mein Dad hatte auch die Firma gehabt, Tiefbau. Das Schöne war, es ist körperlich anstrengend und man ist viel draußen und alles hat seine Vor- und Nachteile. Aber was immer cool war, wenn ich dabei war auf der Baustelle, wenn wir was gemacht haben, den Fortschritt zu erkennen.
00:27:07: ,216 [Martina Eberl] Das war etwas Produktives.
00:27:08: ,616 [Pepi Ferstl] Genau. Man hat gesehen, wenn ich jetzt anfange in der Früh, wir machen eine Baugrube, dann ist am Abend schon fast das Loch ausgebaggert und du denkst dir: „Boah, krass. Jetzt haben wir die Baugrube erstellt.“ Und dann am nächsten Tag wird halt schon das Gerüst aufgestellt und schon von mir aus die Bodenplatte betoniert und so und dann siehst du wieder: „Boah, leck, jetzt ist die Bodenplatte fertig.“ Und das schaffst du halt einfach mit 2 Händchen da und zusammen miteinander und
00:27:34: ,016 [Pepi Ferstl] es hat einfach Gaudi gemacht. Also das, glaube ich, wäre ich.
00:27:38: ,696 [Martina Eberl] Das Handwerk, ja, das stimmt. Aber da kommen wir jetzt immer wieder ein paar mehr drauf.
00:27:41: ,116 [Pepi Ferstl] Genau.
00:27:42: ,976 [Martina Eberl] Schön, aber das Handwerk, das hat schon was. Also ich komme aus einer Schreinerei, komme aus einer Schreinerfamilie. Deswegen bin ich da total bei dir.
00:27:48: ,356 [Pepi Ferstl] Ja, und ich glaube, dazu noch mal ist sehr wichtig. Ich kann nur sagen, es macht unheimlich Spaß. Ich meine, der Trainerjob ist ja auch irgendwo ein Handwerk, weil du siehst ja den Fortschritt an deinen Athleten. Okay, hat es einen Schritt gemacht, hat es was gebracht. Also aktuell dieser Job macht mir unheimlich viel Spaß und das bin ich eher so der Handwerkliche. Wobei auch der Vielseitige. Mir gefallen viele Seiten, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wahrscheinlich eher Handwerker.
00:28:16: ,456 [Martina Eberl] Okay, cool.
00:28:17: ,536 [Pepi Ferstl] lacht] Cool.
00:28:18: ,936 [Martina Eberl] Jetzt habe ich ja vorher schon in deinem Intro gesagt, die nächsten 2 Wochen, diese Woche habe ich die Ehre mit dir, nächste Woche mit Felix Neureuther und ihr habt ja die Gemeinsamkeit mit dem Papa, dass der Papa erfolgreich war. Wie war das für dich? Vom Felix kriege ich die Story schon ein bisschen mehr als von dir, aber war das für dich eher mehr
00:28:36: ,936 [Martina Eberl] was Positives, dass der Papa so erfolgreich schon war? Weil ich meine, er hat ja auch die Streif gewonnen, da kommen wir später noch drauf. Oder war das dann eher so eine Glocke über dir, wo du gesagt hast: „Boah, ob ich dem jetzt gerecht werde?“ Das ist eher eigentlich so ein Burden auf dir drauf. Wie hast du das damals empfunden? Warst du da noch super jung?
00:28:53: ,716 [Pepi Ferstl] Ja, es waren gemischte Gefühle, sowohl als auch. Also es hat Phasen gegeben, da war es wirklich ein Rucksack, den du dabei gehabt hast, weil natürlich jeder erwartet hat: Ferstl und wann haben wir den nächsten Kitzbühel-Sieger? Ist doch der Bub, der muss das können.
00:29:10: ,516 [Pepi Ferstl] Gefühlt, also was ich gefühlt habe als Jugendlicher, habe ich immer mehr leisten müssen wie andere, weil natürlich ich der Sohn von bin und ich habe gewisse Vorteile, was aber meines Erachtens nicht stimmt, weil ich muss mir auch alles selber erarbeiten.
00:29:24: ,856 [Martina Eberl] Aber war das ein Ansporn?
00:29:25: ,835 [Pepi Ferstl] Ja, schon, aber wenn halt einfach gewisse Sachen, wo ich besser sein muss oder man erwartet von mir mehr, ist es irgendwo schon ein Druck dann gewesen, dieser Rucksack eben, wo ich mir auch gedacht habe: „Ja, ich bin ...“ Und ich bin auch verglichen worden. Das wird der Felix auch erzählen. Ja, und der Sohn von.
00:29:42: ,335 [Martina Eberl] Ja.
00:29:43: ,036 [Pepi Ferstl] Der Sohn von.
00:29:44: ,516 [Martina Eberl] Schon klar.
00:29:44: ,616 [Pepi Ferstl] Du kannst dich nur abkapseln, wenn du auch was Gleichwertiges schaffst wie dein Vater oder mehr, sonst bleibst du der Sohn von. Leider. Ist einfach so. Und es war schon
00:29:55: ,220 [Pepi Ferstl] ... Also im jungen Bereich natürlich, muss ich sagen, hat es dann schon irgendwo auch geholfen, weil gewisses Material und bevorzugt wirst dann doch, weil du der Sohn von bist, muss ich auch wieder ehrlich sagen, aber in der gewissen Leistungsebene war es schon oft sehr viel Druck. Also ich kann nur die Geschichte erzählen, meinen Anfang in Kitzbühel, wo ich das erste Mal war. Ohne Witz, das ist nicht gelogen. Da sind 2 Wochen vorher die Telefone, Journalisten angerufen, zu uns nach Hause gefahren, weil die erfahren haben, ich bin halt quasi aufgestellt für Kitzbühel und mit meinem Dad wollten sie ein Interview zusammen, Foto machen und: „Ja, und bist du bereit für die Streif? Und die ist doch so gefährlich. Und was sagen Sie, Herr Vater, dass der da runterfährt?“ Wo ich mir echt dachte: „Ja, sag mal, fehlt jetzt komplett?“
00:30:38: ,680 [Pepi Ferstl] Auch bin ich nicht heruntergefahren und mir geht auch die Düse von denen, weil das ist einfach nicht einfach, da das erste Mal herunterzufahren und die Journalisten fordern schon, muss ich sagen, wann ich jetzt da gewinne und was erwarte ich von mir selber und der Verband. Und mein Dad ist dann sauer geworden und hat das alles abgeschirmt, versucht, so gut wie möglich abzuschirmen. Telefon ausgesteckt.
00:31:02: ,160 [Martina Eberl] Wirklich? Telefon ausgesteckt? Ich kenne das noch, Telefon mit Kabel.
00:31:06: ,990 [Pepi Ferstl] Genau, das haben wir auch gehabt. Ja, das war so. [lacht]
00:31:10: ,120 [Martina Eberl] Jung ist, so etwas gab es mal. Telefon mit Kabel, ja.
00:31:13: ,140 [Pepi Ferstl] Mit der Drehscheibe.
00:31:14: ,640 [Martina Eberl] Ja, genau.
00:31:16: ,180 [Pepi Ferstl] Da komme ich zu der Situation, das war dann schon Druck und krass für mich. Also wirklich. Und ich war mit mir selber noch beschäftigt da, mit der Streif. Und das erste Mal bin ich Streif gefahren, da war ich 22, 23, 22, ja.
00:31:32: ,590 [Martina Eberl] Jetzt hast du gerade gesagt, auf die Streif, das kommt jetzt eh gleich viel, aber jetzt hast du nämlich gerade gesagt, wenn man das das erste Mal runterfährt, ist es dann besser, wenn man es dann mehrmals schon gefahren ist? Wird das dann besser?
00:31:45: ,540 [Pepi Ferstl] Das erste Mal. Wenn ich mir mein erstes Video jetzt anschaue, wie ich da runtergefahren bin, dann ist das, glaube ich, so dermaßen peinlich, das anzusehen, weil einfach, da fährst du runter mit wirklich, also das fordert schon sehr viel Mut, oben da rauszufahren.
00:32:03: ,500 [Martina Eberl] Nimm uns mal mit.
00:32:04: ,040 [Pepi Ferstl] Ja, du kommst dahin, dann siehst du die ganzen, also wirklich, da steht dann Hermann Maier, Boli Müller, Svindal.
00:32:12: ,000 [Martina Eberl] Im Starthaus.
00:32:13: ,300 [Pepi Ferstl] Ja, beim Besichtigen. Du nimmst die alle erst mal wahr, wie die da anschauen und die dir küsch und ein Sofamer und Vollgas und du denkst einfach nur: „Okay, ich würde eigentlich nur runterfahren
00:32:23: ,099 [Pepi Ferstl] und das bezwingen, aber du willst auch keine Angst aufbauen, sondern du musst da einfach auch mit einem Selbstbewusstsein hingehen und sagen: „Ich will das jetzt.“ Und dann schaust du dir das alles an und dann schaust du noch den einen oder anderen vor dir an und dann gehst du mit Startnummer, habe ich irgendwo das Foto, ich glaube, 54, was ich gehabt habe, ziemlich zum Schluss an den Start. Und erst ist ein ganz murmeliges Gefühl.
00:32:46: ,540 [Pepi Ferstl] Adrenalin schießt auf einmal rein. Also finde ich mehr wie auf anderen Strecken, weil es einfach so brutal weggeht.
00:32:54: ,420 [Martina Eberl] Weil es so krass ist.
00:32:55: ,980 [Pepi Ferstl] So steil ist, ja. Und dann wirst du vorbereitet und dann bist du alleine.
00:33:00: ,920 [Pepi Ferstl] Dann ist keiner mehr da für dich, sondern du musst alleine da runterfahren. Und das macht was mit dir. Und dann stehst du da oben und [lacht] mein Dad hat dann nur zu mir immer gesagt: „Ja gut,
00:33:12: ,650 [Pepi Ferstl] der große Vorteil ist, du darfst es da runterfahren und es kommt dir mal keiner entgegen oder es steht keiner im Weg. [lacht] Du hast freie Bahn, da runterzufahren.“ [lacht] Das habe ich mir irgendwie gemerkt. Da hat er recht, da ist alles abgesperrt und es gibt nur dich und diese Strecke und im Endeffekt bist du allein. Und dann kommt es halt auf dich darauf an, ob du das willst und wie du es willst. Und da bin ich das erste Mal runtergefahren, aber schon, ich bin dann mit einem Mindset hingegangen: Angriff ist die beste Verteidigung, tatsächlich. Weil ich gewusst habe, sobald ich passiv wäre auf dieser Strecke-
00:33:45: ,529 [Martina Eberl] Das ist gefährlich, oder?
00:33:46: ,220 [Pepi Ferstl] ... wird es einfach extrem gefährlich und out of control, das Ganze. Und das war so ein bisschen mein Mindset: Greif an. Greif einfach an diese Strecke und ich bin da heraus, antaucht wie im Rennen, also angeschoben und ich wollte mir gleich so ein Mindset draufsetzen, eine Aktivität, dass es zur Passivität nicht kommt. Und das hat echt gut funktioniert und ich bin da runtergefahren.
00:34:11: ,760 [Martina Eberl] Dann war es doch gar nicht peinlich.
00:34:14: ,580 [Pepi Ferstl] Ja, aber wenn ich das jetzt anschaue, wie ich dann einmal runtergefahren bin, aber es war halt so sehr ... Ja, man hat dann nur geschaut oder wie man sagt, das Anrutschen hat man ziemlich oft gemacht, vor der Kurve Tempo reduzieren, weil man nicht zu schnell werden wollte. Das meine ich mit peinlich. Ich glaube, es ist nicht peinlich, da runterzufahren, aber halt einfach nicht leistungsmäßig. Verstehst du, was ich meine? Das war so ein Trainingslauf und dann fährst du da runter, aber schon ein geiles Gefühl. Wirklich richtig geil gewesen. Abgeschwungen und dann wollte ich es wieder machen.
00:34:45: ,920 [Martina Eberl] Okay.
00:34:45: ,180 [Pepi Ferstl] Und dann schwingst du da ab und denkst dir so: „Jetzt hast du es geschafft, jetzt hast du es dir angeschaut.
00:34:50: ,520 [Pepi Ferstl] Let's go. Noch einmal.“ Das ist dann so ein Gefühl, der Hero zu sein und die Streif bezwungen zu haben, aber das ist deine Strecke, das macht richtig Bock. Und das war dann so, da will man gleich wieder runterfahren. Aber mit gepaart Adrenalin, irgendwie die Hose voll, aber trotzdem war ein glückliches Gefühl, hat überstrahlt und das war dann so der 1.
00:35:15: ,780 [Martina Eberl] War es dann natürlich voller Glück, aber war es dann heftiger, als du dir das vorgestellt hast?
00:35:22: ,620 [Pepi Ferstl] Nein.
00:35:23: ,639 [Martina Eberl] Nein?
00:35:23: ,780 [Pepi Ferstl] Gott sei Dank nicht.
00:35:24: ,140 [Martina Eberl] Okay.
00:35:25: ,460 [Pepi Ferstl] Es war wirklich schöner, cooler zu fahren. Es schaut von außen schwieriger aus. Also Gott sei Dank, das schaut von außen
00:35:33: ,680 [Pepi Ferstl] Horror aus. Mittlerweile sehe ich das ja auch. Ich würde mich dann nicht mehr so runterhauen, wie ich es gemacht habe, aber da bist du ja in einem Tunnel drin, in einer Blase, in dieser Speed Bubble, unter gleichgesinnten Wahnsinnigen, [lacht] wie ich sage ich jetzt mal. Und da ist das wirklich, das ist kein Thema, dass das mal irgendwo jetzt da gefährlich oder irgendwas ist, sondern das willst du wieder, diesen Kick, den suchst du immer wieder und der Respekt oder die Angst, was teilweise war beim ersten Mal, ist auch irgendwo
00:36:02: ,020 [Pepi Ferstl] berechtigt und gut, weil es dir dann sehr wichtig ist und du bist einfach auch komplett da. Also ich glaube, es macht keinen Sinn, dahin zu gehen: „Pillepalle, das mache ich jetzt einfach so“, weil es ist einfach die schwerste oder die risikoreichste Abfahrt der Welt und von dem her muss man da sehr mit Verstand auch rangehen.
00:36:24: ,040 [Martina Eberl] Bleibt die dann eigentlich? Also ich meine, ich bin da ja schon so oft in diesem Starterhaus gestanden, Sommer wie Winter. Ich finde, im Winter schaut es krasser noch aus, wenn es weiß ist, als wenn du jetzt da Geröll hast.
00:36:36: ,540 [Pepi Ferstl] Finde ich nicht.
00:36:36: ,860 [Martina Eberl] Findest du nicht?
00:36:36: ,560 [Pepi Ferstl] Ich finde es genau andersherum. Ich fühle mich im Winter so viel sicherer.
00:36:39: ,500 [Martina Eberl] Wahrscheinlich.
00:36:40: ,612 [Pepi Ferstl] So viel sicherer und einfacher wie im Sommer. Im Sommer schaue ich runter und denke mir: „Boah.“ Mehrere Jahre hinterher: „Was mache ich eigentlich?“ Aber im Winter stehe ich oben mit meinen bestens präparierten Ski.
00:36:52: ,152 [Pepi Ferstl] Sicherheit ohne Ende.
00:36:54: ,312 [Martina Eberl] Ja,
00:36:55: ,352 [Martina Eberl] okay. Aber bleibt die Streif dann eigentlich durchgehend so, wie der Start ist, also so Hardcore?
00:37:03: ,632 [Pepi Ferstl] Ja, klar. Also verändert sich nichts. Es gibt immer diese Jahre. Diese Diskussion hat man immer wieder mit mehr Wasser, weniger Wasser, aggressiver, eisiger. Aber Streif, wenn man auf die Streif geht, ist es einfach meistens eisig. Wobei, es hat sich auch ein bisschen verändert, muss ich ehrlich sagen. Früher hat man wirklich Wasser hereingeschossen, was hergeht, dass man es eisig bringt. Man hat natürlich auch festgestellt, es ist dementsprechend auch schneller und das Material hat sich entwickelt und man ist dann wirklich am Limit unterwegs mit der Präparierung, weil das Material so viel hergibt. Die Sportler entwickeln sich, es wird immer schärfer gefahren, in dem Sinn weniger angerutscht, mehr auf Taillierung gefahren. Das heißt, früher hat man ja schlussendlich mehr in die Gleitstücke oder wenn es flach war, Geschwindigkeit aufgebaut. Mittlerweile Kurvenlage, Kurvenradius, Kurventechnik macht es so brutal und auch das Material, dass man die Kurven mittlerweile schon beschleunigt und hier versucht, Tempo zu machen in die Kurven. Und früher war das ja eher so ein bisschen gerutscht, nicht ganz auf Taillierung und man hat immer geschaut, schnell im Gleiten zu sein und im Geradeausfahren. Das hat sich schon extrem verändert. Das habe ich auch noch mitgemacht, diese Veränderung. Heutzutage spielt sich das nicht mehr, dass man da jetzt mal kurz ein bisschen anrutscht und schaut, sondern da musst du wirklich on point auf die Taillierung runterfahren, wenn du ganz nach oben willst. Und das Niveau wird immer höher. Früher, ein paar Jahre zuvor, haben sie die ersten 3 gemacht und jetzt machen sie die ersten 5. Mittlerweile machen schon die die ersten 15 bis 30, die heute wirklich knallhart auf der Linie runterziehen. Und mit der Entwicklung musst du mitkommen. Und so schließt sich der Kreis wieder. Brauchst du eine andere Entwicklung im Jugendbereich, also andere Förderung vielleicht, Umdenken, neues Coaching,
00:38:52: ,072 [Pepi Ferstl] wie wir es schon angesprochen haben, andere Rahmenbedingungen, andere Ausbildung. Es ist schon so, dass man die Augen aufmachen muss und ich glaube, auch in jeder Sportart.
00:39:02: ,692 [Pepi Ferstl] Nehmen wir als Beispiel Fußball, kennen sich die meisten aus.
00:39:06: ,292 [Pepi Ferstl] Ich habe das wirklich faszinierend gefunden. Ich habe die Beckenbauer-Doku angeschaut, Franz.
00:39:14: ,912 [Pepi Ferstl] Geiles Fußball und alles, aber wie langsam, wie träge alles war und das waren super Fußballer, die sind Weltmeister geworden. Jetzt schaust du heutzutage zu bei jedem Spiel, wie schnell das alles war, wie taktisch das geworden ist, also wie robust die Spieler schon geworden sind. Da steht eine Athletik dahinter, wie schnell teilweise auf der Außen. Der hat sich auch extrem entwickelt. Ist ja immer der gleiche Sport. Ein Ball hin, 2 Tore. Und wie gesagt, das kann ich jetzt nur vergleichen, weil ich Fußball verfolge. Aber in jeder Sportart denke ich, dass es
00:39:49: ,912 [Pepi Ferstl] immer eine Entwicklung geht. Und wir haben damals gemeint,
00:39:54: ,932 [Pepi Ferstl] oder wo ich jetzt da gewonnen habe, besser kann man es nicht fahren und warst der Weltbeste da und hast gewonnen. Ich weiß nicht, wie viel diese Fahrt heutzutage wert wäre. Ich glaube, würde nicht mehr zum Sieg reichen oder ganz nach vorne, sondern es wäre wirklich,
00:40:09: ,992 [Pepi Ferstl] behaupte ich, dass das
00:40:12: ,412 [Pepi Ferstl] dann eher eine Top-10-Fahrt war oder Top 5 vielleicht, meine Siegesfahrt. Obwohl, als ich in dem Jahr vor, wenn wir es so sehen, 7 Jahren gewonnen habe. Und da siehst du auch einmal, okay, es entwickelt sich alles.
00:40:24: ,772 [Martina Eberl] Total schnell. Bei uns beim Golf genau das Gleiche.
00:40:26: ,072 [Pepi Ferstl] Da ist der so klar.
00:40:28: ,422 [Martina Eberl] Ja, total. Meine Leistung,
00:40:31: ,792 [Martina Eberl] die war damals, glaube ich, ganz ordentlich.
00:40:35: ,032 [Martina Eberl] Das ist jetzt mittlerweile schon ein anderes Spiel. Die sind größer, die sind fitter, die haben einen Ball weiter, das Equipment ist anders. Doch, da bin ich total bei dir und verstehe ich auch total. Und nur wenn du da wirklich alle Aspekte ausreizt, Training, wie wir es gerade gesagt haben, Equipment und so weiter, nur dann kannst du es wirklich dann auch schaffen. Aber wenn wir jetzt gerade beim Equipment sind, finde ich immer ganz interessant: Wir haben ja jetzt letzte Woche die DMB Open in München gehabt. Ich war jetzt diese Woche nicht draußen, aber da sind auch immer die ganzen Tourbusse. Da können ja die Profis dann reingehen und jede Woche kriegen die dann da meine neue Wedges. Das wird dann immer so ein bisschen angepasst, wie viel Sand im Bunker ist, brauche ich eine Wedge mit mehr Bounce, weniger Bounce, was auch immer. Die kriegen da jede Woche das passende Equipment dazu und dann probieren sie mal den Ball aus. Dann hat natürlich die Schlägermarke XY wieder den neuen Driver, den kriegst du dann. Und das ist dann immer ganz lustig, weil die Zuschauer sehen dann, wie viel Spin die auf dem Ball haben und der zieht dann zurück und die Grüns sind noch so hart und sie kriegen das hin. Und wie oft ich das dann in den Kursen oder in Trainerstunden höre.
00:41:43: ,932 [Pepi Ferstl] Ich weiß, jetzt was kommt.
00:41:45: ,952 [Martina Eberl] Also ich hätte jetzt auch gerne mehr Backspin, dass der Ball dann 3 Meter zurückzieht, obwohl das Grün hart ist und so weiter. Aber ich sage: „Wie kommst du denn darauf?“ „Ja, das sehe ich im Fernsehen auch mal, dass die den Ball so zurückziehen“, wo ich sage: „Okay, also diese Spieler haben jede Woche neue Grooves, neue Wedges und die sind auch ein bisschen schärfer als die, die du beim – unbezahlte Werbung – beim Golfhaus kaufen kannst.“ Wenn du da mit dem Daumen, da rasierst du die Haut genauso wie bei den Schikanen. Da kommen wir jetzt eben gleich drauf.
00:42:16: ,792 [Martina Eberl] Habe ich gesagt: „Sowas kannst du gar nicht kaufen.“ Auch die Bälle, das ist alles ein bisschen anders. Das sind Profis und die haben jede Woche passendes Equipment dafür. Und dann schauen sie mal alle: „Okay, das haben wir natürlich nicht gewusst.“ Und ich sage: „Ja, genau.“ Und wie ist das jetzt bei euch? Jetzt spielen die natürlich auch und ich kann mich natürlich auch noch erinnern, als ich zum Beispiel die US Open gespielt habe in Pennsylvania damals und da war ich Dritte in der European Order of Merit. Also da habe ich wirklich schon gut gespielt. Da bin ich auf diesem Platz und nach der Proberunde habe ich zu meinem Caddy gesagt: „Ich weiß jetzt nicht, wie ich diesen Platz spielen soll.“ Es war noch mal so anders, wie du das gerade eben von der Streif beschreibst. Die Grüns wie Glas.
00:42:58: ,872 [Martina Eberl] Wenn du aus dem Fairway einen Meter draußen bist, dann hast, wenn du den Vorkaddy nicht gehabt hast, den Ball gar nicht mehr gesehen, dann kannst du nur noch raushacken. Also brutal und dann wird alles eng und dann wird es halt schwierig. Und dafür brauchst du natürlich dann auch anderes Equipment. Wie ist das?
00:43:14: ,312 [Martina Eberl] Jetzt bei euch, das ist ja eine Entwicklung. Du fährst ja nicht irgendwie einmal
00:43:21: ,392 [Martina Eberl] einen Hobbyhang herunter und auf einmal fährst du Streif, sondern das entwickelt sich ja auch so. Und ist das dann auch mit dem Equipment so? Weil du betreust ja jetzt die Jugendlichen. Wenn man jetzt sagt, ab welchem Zeitpunkt wird das dann ganz spezifisch und ganz anders als das, was man jetzt beim Sportbedarf kaufen kann?
00:43:40: ,151 [Pepi Ferstl] Es ist so lustig und so genial schon wieder, was du erzählst, weil es ist das Gleiche. Ich will es jetzt nicht Problem nennen, aber einfach diese
00:43:49: ,032 [Pepi Ferstl] Aufgabe von uns oder generell zu erklären, was im Fernseher passiert, was man hier sieht, das ist Weltspitze. Das sind Profis, die jeden Tag 24/7 trainieren, alles machen und Feinabstimmungen suchen, was ganz wichtig ist, weil es ist immer eisig, aggressiv und das ist immer das, was man bei uns hört: Setup. Man muss ein Setup finden. Und das ist schon wirklich die Krux jetzt und höre ich auch oft, weil viele Eltern oder Jugendliche, wie auch bei mir jetzt, daherkommen, wenn sie nicht gescheit Ski fahren – aber da reden wir jetzt von Technik oder von gewissen Timing-Problemen oder wie auch immer – immer auf das Material hier zurückkommen, wo ich auch sage: „Hey, warum? Weshalb? Wieso? Ja, im Weltcup haben sie auch das oder die Ski oder im Europacup oder wie auch immer. Da habe ich gesagt: „Ja, das stimmt, aber wir suchen keine Hundertstel, noch nicht. Wir suchen noch diese Sekunden, um heranzukommen an die Weltspitze. Und für mich gibt es ganz klar ein Setup, mit dem muss man trainieren und das ist ein Standard-Setup. Man kann immer etwas verändern. Da bin ich gar nicht dagegen. Aber wir müssen einmal, das habe ich ihnen erklärt, ihr müsst einmal an euch selber schrauben. Eure Stellschrauben gehören verdreht und das liegt daran, da gibt es verschiedene, von Technik bis Trainingsänderungen, Ernährung, also ganz viele Sachen,
00:45:05: ,592 [Pepi Ferstl] was es noch zum Drehen gibt, was es zum Verifizieren gibt, dass man in das Setup hineingeht. Noch einmal: Ich will jetzt nicht dagegen sein, dass man nicht am Setup ist. Man muss da anfangen, da muss man anfangen, aber wenn eine Schiffrin das und das fährt oder wenn ich das höre: „Ich habe jetzt einen Ski von, keine Ahnung, nehmen wir die Skimarke Head her und kommt einer: „Ich habe einen Ski von Lara Gut,
00:45:28: ,162 [Pepi Ferstl] ein super Riesenslalom-Ski. Den habe ich bekommen von Head. Das kann von mir aus der von Lara Gut sein. Aber glaubst du wirklich, dass der gute Ski, der wo so gut ist, die Lara Gut hergeben würde für jemanden im Nachwuchs oder irgendwo? Vergiss es. Die ist den Ski gefahren, hat den probiert, der war nichts, den geben wir einmal wieder zurück.
00:45:50: ,972 [Martina Eberl] Gibt man die dann nicht her?
00:45:51: ,812 [Pepi Ferstl] Die guten Ski?
00:45:52: ,252 [Martina Eberl] Ja.
00:45:53: ,012 [Pepi Ferstl] Wenn du selber einen guten Ski hast?
00:45:55: ,232 [Martina Eberl] Ja, aber die kann man nachbauen, oder nicht?
00:45:59: ,472 [Pepi Ferstl] Jeder Skifahrer probiert immer, einen Ski nachzubauen oder gleich zu bauen. Wirst du nicht hinbekommen.
00:46:05: ,112 [Martina Eberl] Echt?
00:46:06: ,232 [Pepi Ferstl] Nein. Das ist ein Gefühl, einen Ski zu haben. Da geht es um so viel Feinschliffe. Also das geht so in die Materie hinein. Da geht es um Belagabhäng, da geht es darum, wie scharf die Kanten sind, wie dünn die Kanten sind, wie der Aufbau ist. Da gibt es so viele Materialunterschiede. Also wenn du mal einen Ski hast, der funktioniert und vor allem, wo du erfolgreich warst, dann wirst du den niemals abgeben, weil das ist dein Baby, das ist dein Erfolgsgarant.
00:46:32: ,292 [Pepi Ferstl] Ich bin zum Beispiel Ski gefahren, die waren teilweise 5, 6 Jahre alt.
00:46:38: ,232 [Martina Eberl] Und die kamen dann immer noch so scharf von den Kanten?
00:46:40: ,352 [Pepi Ferstl] Genau, wenn die Kante noch gegeben ist, alles. Und die sind halt auch über den Belag schnell geworden über das viele Fahren und Wachsen. Es gibt kein Mittel, noch kein Rezept, wo du sagst: „Wie bringst du einen Ski schnell? Wie bringst du einen Ski schnell? Im Endeffekt nicht mit einfach irgendwelcher Chemie oder so, sondern einfach wachsen, fahren auf Schnee, wachsen, fahren, wachsen, fahren. So bringst du einen Ski schnell, also Abfahrtski oder Super-G-Ski. Darum gibt es ja diese Testteams – vielleicht hat man das schon einmal gehört –, die mit den Ski auf Teststrecke gehen und nur gerade rauf da fahren. Da geht es darum, einzuwachsen, gerade herunterfahren,
00:47:13: ,852 [Pepi Ferstl] das Wachs herauszufahren, wieder zu wachsen und die Ski schnell zu machen. Hat auch einen Testeffekt. Man kann natürlich Struktur, Wachs, alles testen, aber im Endeffekt werden so Ski schnell gemacht. Ich habe es selber erlebt, mein Einfahrski. Ich habe einen Einfahrski gehabt.
00:47:27: ,772 [Martina Eberl] Der Einfahrski ist, wenn du den Test fährst?
00:47:29: ,532 [Pepi Ferstl] Nein, Einfahrski ist, wenn du aus Training immer denselben Ski fährst und du hast einen Rennski. Bei einem Rennski wird aufgepasst, dass kein Kratzer drin ist, dass der wirklich behutsam umgegangen wird. Der wird immer schön eingewachst und dann gibt es einen Trainingsski, Einfahrski, wo du über Stock und Stein so ungefähr drüberfährst und dich immer einfahrst vor Rennen,
00:47:49: ,832 [Pepi Ferstl] vor Trainings.
00:47:50: ,992 [Martina Eberl] Ja, aber wenn der Einfahrski jetzt irgendwie zum besseren Ski wird als der Rennski?
00:47:54: ,952 [Pepi Ferstl] Ja, jetzt pass auf. Jetzt kommt die Geschichte. Und ich habe so einen Einfahrski gehabt. Der war mir so wurscht, den hat man gefahren und dann haben wir wieder gewachst und wieder Ding. Aber der ist immer im Schnee gewesen und immer gewachst worden. Das war eine absolute Waffe irgendwann. Irgendwann habe ich gesagt, jetzt fahre ich mal mit dem Trainingsski. Ich bin mit dem Trainingsski gefahren. Der war so viel schneller, so viel besser. Und auf einmal habe ich gedacht: „Oh oh, aufpassen, den müssen wir jetzt wieder schön herrichten. Das ist mein neuer Rennski oder der kommt ins Rennequipment rein. [lacht] Also ich will nur damit sagen, dass Ski jetzt im Abfahrtsport
00:48:31: ,412 [Pepi Ferstl] einfach durch das Fahren schnell gemacht werden.
00:48:33: ,812 [Martina Eberl] Ja, aber dann müssten die eigentlich immer so sein.
00:48:35: ,592 [Pepi Ferstl] Ja, nicht immer, weil es gibt verschiedene Belege, verschiedenes Material. Das ist eine Kunst, einen schnellen Ski zu haben. Es gibt natürlich schon, den zu 100 oder 99% nachzubauen, aber es kann so Kleinigkeiten, das merkst du als Profi, entscheiden. Das ist wahrscheinlich beim Golf auch so. Wenn irgendetwas nicht stimmt, dann erkennst du es sofort, ob der Schaft oder irgendetwas anderes ist. Ich kenne mich da nicht so gut aus.
00:49:02: ,671 [Martina Eberl] Ja, hast du recht.
00:49:03: ,960 [Pepi Ferstl] Irgendwie da schwerer ist, kopflastiger oder nicht, das merkst du. Und der eine sagt: „Nein, ist der gleiche Schläger. Nein, da ist irgendetwas anders. Und so läuft die Materie. Und das ist im Slalom wirklich genauso. Die reisen ja teilweise mit 10 Paar Slalomski zu einem Rennen an. Und dann wird geschaut, meistens am Renntag noch, was passt am besten? Dann werden die verschieden scharf hergerichtet. Also von der Kante her, da kann man ja so viel machen.
00:49:31: ,599 [Pepi Ferstl] Und dann wird geschaut: Okay, wie ist die Piste? Okay, das nehme ich. Der Lauf ist drehender, dann nehme ich vielleicht den Ski, wo weiter die Platte, die Bindung weiter vorn montiert ist, weil ich da mehr Druck auf die Schaufel kriege, weil ich mehr Radius fahren muss. Oder nehme ich lieber den anderen. Also es ist eine-
00:49:46: ,680 [Martina Eberl] Wahnsinn, eine Wissenschaft.
00:49:47: ,530 [Pepi Ferstl] Eine Wissenschaft, da können wir jetzt noch stundenweise reden. Aber noch einmal auf die Frage zurückzukommen: Man muss dann aufpassen, das ist der World Cup oben und im Nachwuchs bin ich schon, dass man wirklich einen Standard fährt und dann Kleinigkeiten verdreht am Material, aber die größten Stellschrauben an sich selber dreht, dass langfristiger Erfolg da ist.
00:50:08: ,540 [Martina Eberl] Aber nur kurze Antwort: Wann wird es dann wirklich, dass man sagt, okay, jetzt Weltcup?
00:50:13: ,219 [Pepi Ferstl] Ja, wenn du dann in den
00:50:16: ,280 [Pepi Ferstl] Europacup kommst.
00:50:18: ,000 [Pepi Ferstl] Also schon auch im C-Kader,
00:50:21: ,660 [Pepi Ferstl] aber das meiste wird dann schon Europacup. Europacup ist die 2
00:50:26: ,260 [Pepi Ferstl] Rennserie. Es gibt ja den World Cup, der ist quasi weltweit unterwegs, höchste Rennserie. Und dann den Europacup, wie der Name schon sagt, der ist in Europa unterwegs und da kann man sich etablieren
00:50:41: ,520 [Pepi Ferstl] oder zeigen und empfehlen für den Weltcup dann. Und man muss sich auch durchsetzen.
00:50:46: ,200 [Martina Eberl] Ja, also über die Thematik könnten wir noch stundenlang reden. Ich sage es dir, beim Golf gibt es ja noch die Bälle und da gibt es die Oberprofis, die halt
00:50:55: ,300 [Martina Eberl] wirklich den Ball auf der Schlagfläche über alle erwischen
00:51:00: ,220 [Martina Eberl] und mir erzählen wollen, dass sie den Unterschied zwischen verschiedenen Ballmarken. Natürlich, klar, die Schale, aber innerhalb von einer Ballmarke, das sind so Nuancen teilweise.
00:51:11: ,780 [Pepi Ferstl] Das kann aber auch sein. Das bestreite ich gar nicht, dass manche das merken. Aber ich finde, wenn ich einen gravierenden Fehler woanders sehe, ob das jetzt bei dir im Schwung, Hüfte, Oberkörper, ist egal. Und ich aber in der Technik sehe, dass diese Innenhand einfach nur unten hängt und ich leite mit dem inneren Oberkörper den Schwung ein, was nicht richtig ist, dann brauche ich nicht am Material.
00:51:30: ,760 [Martina Eberl] Ganz genau. Deswegen sage ich ja, da müssen wir erst einmal daran arbeiten, dass wir den Ball in die Mitte legen.
00:51:34: ,820 [Pepi Ferstl] Genau, und dann können wir auf das Thema eingehen.
00:51:36: ,700 [Martina Eberl] Ich wollte gerade sagen, da fangen wir uns jetzt.
00:51:40: ,980 [Martina Eberl] Aber jetzt, wie gesagt, jetzt hast du auch schon von der Streif so viel erzählt.
00:51:45: ,340 [Pepi Ferstl] Gibt es noch mehr.
00:51:46: ,940 [Martina Eberl] Da gibt es noch bestimmt ganz viel mehr. Aber wie gesagt, wir können hier leider nicht 4 Stunden reden. Ich durfte auch schon viel Zeit in Tirol und in Kitzbühel, Kirchberg verbringen. Eine tolle Gegend. Was ich immer wieder faszinierend an den Kitzbühelern finde, egal, jetzt waren erst gerade wieder die Austrian Open vom Golf dort in Schwarzsee, wo man auf den sozialen Medien, ich war selber leider nicht vor Ort, aber
00:52:14: ,760 [Martina Eberl] die rocken Veranstaltungen dort. Und auch dieses Hahnenkammrennen, das ist ja schon im bayerischen Akzent gewesen. Das findet ja schon so oft oder so oft hat das stattgefunden. Warum meinst du, ist da so ein extremer Hype? Weil ich meine, um das Hahnenkammrennen ist schon ein brutaler Hype.
00:52:33: ,160 [Pepi Ferstl] Ja, absolut. Also ich glaube, die Geschichte ist sehr groß.
00:52:38: ,140 [Pepi Ferstl] Die Gründung vom Hahnenkammrennen,
00:52:41: ,820 [Pepi Ferstl] irgendwo ist da einer einmal runtergefahren über Stock und Stein und dann hat man so Wegestrecken runtergebaut, was eigentlich keiner geglaubt hätte, hier kann man hier nicht Abfahrt runterfahren. Wie soll das gehen? Ja, doch, das geht. Und so hat man das da hineingebaut und rausgestampft, in Anführungsstrichen. Und dann kommt einfach
00:53:04: ,140 [Pepi Ferstl] der Mythos Streif. Also du machst dich ja wirklich zum Hero, wenn du dort gewinnst. Das ist ein ganz großes Ziel, weil es werden Sieger gemacht, aber es werden auch wirklich
00:53:16: ,460 [Pepi Ferstl] Karrieren zerstört. Also es ist wirklich on the Edge quasi, dass du kannst Hero oder Zero sein, ganz Großes. Und wenn man einschaltet, sieht man nicht nur diese tollen Fahrten, wo jeder runterfährt, sondern auch diese krassen Stürze. Also die, wo wirklich, und das muss ich jetzt so sagen, ich will das gar nicht verteufeln oder schlechtreden, sondern man muss immer denken, man bereitet sich auf den Sport vor. Die da alle runterfahren, wissen auch, was es darauf ankommt. Die sind vorbereitet und die wissen, was sie machen oder auf was sie sich einlassen. Trotzdem muss man einfach sagen, hinten bleibt immer dieser gefährliche Höchstleistungssport
00:53:55: ,830 [Pepi Ferstl] Abfahrt, Super-G, Speed. Da ist einfach ein kleiner Fehler bei 130, wirkt sich viel mehr aus wie jetzt bei 60, 70. Und das ist einfach, glaube ich, der große Mythos, wo die Leute anzieht und die Heroes sehen wollen, aber einfach Spektakel.
00:54:13: ,040 [Pepi Ferstl] Das kann kein normaler Mensch sein, der das macht. Und das ist, glaube ich, dieser Mythos, eben was die Leute anzieht, dieses: Da hauen sich so Menschen, wie wir sind, runter, riskieren ihr Leben, damit
00:54:26: ,900 [Pepi Ferstl] sie was bieten für uns. Und da sind ja Sprünge dabei und Wellen und Passagen. Wer noch nicht in Kitzbühel war, sollte sich das selber anschauen. Ich finde, es ist leider nicht so dieser Fernsehsport, wo es so rüberbringt, wie es wirklich ist, sondern müsste man live mal anschauen, auch diese Kulisse, wie ein Skifahrer vorbeifährt, wie hart das da ist.
00:54:51: ,400 [Pepi Ferstl] Ich finde es immer, man sieht es ja nicht recht gut an Super-Slow-Motions teilweise im Fernsehen, was eingeblendet werden, wie die Ski schlagen, wie der
00:55:01: ,060 [Pepi Ferstl] ganze Körper arbeiten muss gegen diese Fliehkräfte. Sprünge einfach, wenn man das dann sieht, dass die bis zu 80 Meter weit gehen und du musst das unter Kontrolle haben, weil das ist ja alles nicht einfach, mit 130, 140 über den Sprung zu fahren und das unter Kontrolle zu haben. Weil noch einmal, das habe ich als Bub erlebt, als Zuschauer, da hat es einen geschmissen. Im Zielsprung und bewusstlos gewesen, mit dem Heli abtransportiert worden, Karriereende. Ich habe es erlebt vor dem Fernseher mit Daniel Albrecht, Weltklasse Schweizer Skifahrer,
00:55:35: ,900 [Pepi Ferstl] Zielsprung übersehen, zerlegt. Ich habe es live erlebt. Ich bin am Start oben gestanden, ein paar Nummern vor mir, Start, Stopp, Helikopter.
00:55:46: ,840 [Pepi Ferstl] Ja, was ist passiert? Auch wieder einer völlig zerstört und das kriegst du dann mit, weil man ist ja nicht-
00:55:51: ,880 [Martina Eberl] Das musst du doch ausblenden.
00:55:52: ,120 [Pepi Ferstl] Genau, das musst du ausblenden, aber du weißt wieder und dann kam der Funkspruch hoch von die Trainer: „Hey Jungs, es ist heute wirklich schneller. Es ist wirklich brutaler wie im Training. Ihr müsst bereit sein. Ihr müsst 100%ig bereit sein, da Risiko zu fahren, alles zu geben. Da gibt es kein Aber oder irgendeinen Zweifel. Ihr müsst.“ Und so ein Funkspruch kommt und dann bist du da oben, was aber auch wichtig ist, weil dann weiß ich, okay, das zählt ja immer, aber das war noch einmal so, er hat nicht gesagt: „Oh, krass“, oder so. Er hat mich nur noch einmal darauf hingewiesen: „Ihr müsst da 100%ig wollen.“ Und das war auch so, wo ich dann da runtergefahren bin. Ich glaube, ich bin 12. geworden mit einer hohen Nummer, schlechte Sicht schon. War, glaube ich, eh der Schnellste mit einer hohen Nummer. Und ich habe einfach Glück. Also muss ich ehrlich sagen, der Zielsprung, bin ich mit 149 hingeracht und ich habe mich nicht zurückgezogen, voller Motivation, voller Überzeugung, bin da drüber, bin beinahe zu Sturz gekommen und habe mich gerade so gerettet und ein kleiner Zweifel hätte mich wahrscheinlich ... Weiß ich nicht, was passiert wäre, will ich gar nicht wissen. Und ich bin dann abgeschwungen und habe mir gedacht: „Leck mich am Arsch, war das jetzt krass.“ 12., ich habe gar nicht gejubelt, weil ich war einfach nur schockiert. Fertig, genau. Ich habe gezittert und dachte: „Das war mehr Glück wie Können.“ Das war einfach wirklich Wille, Glück, alles, dass ich das so überlebt habe, in Anführungsstrichen. Und das hat mir schon auch immer dann gezeigt, okay, man ist nicht unsterblich und es ist auch was ganz Spezielles, das zu machen. Aber es war dann im Nachhinein irgendwie brutal hart für einen, aber irgendwie auch dieser Stolz dann, dass man es durchgezogen hat.
00:57:32: ,320 [Martina Eberl] Hat es das schon mal gegeben, dass oben einer nicht gestartet ist dann?
00:57:36: ,340 [Pepi Ferstl] Ganz ehrlich, ich glaube schon, dass vereinzelte zurückgezogen haben aus Eigenschutz und auch gesagt haben, man fühlt sich nicht bereit, was aber auch sehr menschlich ist.
00:57:45: ,100 [Martina Eberl] Ja, absolut.
00:57:46: ,200 [Pepi Ferstl] Und auch unter uns Fahrern hoch anerkannt ist, weil wenn einer sagt, es geht nicht, geht es nicht.
00:57:52: ,320 [Pepi Ferstl] Und es ist auch zum Abbruch schon gekommen, dass quasi noch die Top 30 auch gesagt worden ist: „Zu gefährlich. Wir schützen das Starterfeld.“ Aber das sind Ausnahmezustände und spezielle Rennen. Da geht es dann wirklich mehr wie den Sport dann.
00:58:10: ,640 [Pepi Ferstl] Das ist genau das, was es ausmacht, eben dieser Mythos Streif.
00:58:15: ,269 [Martina Eberl] Und der Mythos Streif, mein Lieber, bei uns im Podcast gibt es schon fast eine Tradition, dass es eine Live-Score gibt.
00:58:22: ,269 [Pepi Ferstl] lacht]
00:58:23: ,190 [Pepi Ferstl] Ich hätte doch mehr Chance, jetzt bin ich gespannt.
00:58:26: ,660 [Martina Eberl] Hör mal auf. Es ist ein Live-Score, den ich über dich geschrieben habe.
00:58:29: ,820 [Pepi Ferstl] Ach so, super.
00:58:30: ,340 [Martina Eberl] Den du vorlesen darfst. Wobei ich kann ja meine Brille geben. Steht dir bestimmt auch sensationell.
00:58:36: ,220 [Pepi Ferstl] Wahrscheinlich, ja.
00:58:37: ,440 [Martina Eberl] Ja, aber du bist ja mehr zu alt, also deswegen brauchst du keine Brille.
00:58:41: ,540 [Martina Eberl] Der Live-Score.
00:58:43: ,430 [Pepi Ferstl] Ich bin Pepi Ferstl. Skifahren war bei uns nie einfach nur ein Sport. Es war Familie, Geschichte, Identität. Mein Vater hat die Streif gewonnen. Für mich war klar, eines Tages würde ich genau dort oben stehen. Mein Weg war nie gerade. Verletzungen, Rückschläge, Zweifel. Das gehört alles dazu. Es gab Momente, in denen ich nicht wusste, ob es weitergeht. Aber genau da habe ich gelernt, wieder aufzustehen. 2017
00:59:11: ,240 [Pepi Ferstl] gab mein erster Weltcup-Sieg. Ein Traum, der plötzlich Realität war. Und dann 2019, Kitzbühel, die Streif. Ausgerechnet dort zu gewinnen, wo mein Vater Geschichte geschrieben hat. Das kann man nicht planen. Das passiert einfach im richtigen Moment. Als ich im Ziel stand, war dann nur Stille in meinem Kopf. Und dann dieses Gefühl, das ist größer als ich. Heute bin ich nicht mehr im Weltcup, aber der Sport bleibt Teil von mir. Ich nehme all das mit, die Erfolge, die Schmerzen, den Zweifel. Vor allem aber die Menschen, die immer an mich geglaubt haben. Wenn ich etwas gelernt habe, dann das: Es geht nicht darum, nie zu fallen. Es geht darum, immer wieder aufzustehen. Sehr schön.
00:59:53: ,520 [Martina Eberl] Zeige ich dir.
00:59:54: ,000 [Pepi Ferstl] Danke.
00:59:56: ,280 [Martina Eberl] Dein Live-Score.
00:59:57: ,840 [Pepi Ferstl] Sehr cool.
00:59:57: ,659 [Martina Eberl] Unterschreibst du ihn? Also von der Authentizität, ja?
01:00:00: ,300 [Pepi Ferstl] 100%. Sehr gute Einschätzung und war wirklich genauso, ja.
01:00:06: ,100 [Martina Eberl] Jetzt haben wir schon so viel über die Streif gelernt und über
01:00:09: ,120 [Martina Eberl] euphorische Emotionen et cetera. Und jetzt in deinem Live-Score waren ja auch so ein bisschen diese Down-Hits und darum geht es ja bei uns auch in dem Podcast, diese Learnings.
01:00:22: ,040 [Martina Eberl] Und das ist ja das Faszinierende für mich, mit so absoluten Weltklasseathleten zu sprechen, weil keiner ist so nach oben marschiert. Es gibt immer wieder diese krassen Täler und dann wieder die Aufstiege. Also Berge gibt es ja nur, wo es auch Täler gibt, letztendlich. Und du hast leider, aber das gehört natürlich auch zu deinem Sport, das ist ein bisschen was anderes wie beim Golf, diese Verletzungen. Da bist du schon wirklich durch die Hölle gegangen teilweise, gell?
01:00:49: ,700 [Pepi Ferstl] Was die Hölle, ja. Es war
01:00:51: ,000 [Pepi Ferstl] zäh, will ich es beschreiben.
01:00:54: ,924 [Pepi Ferstl] Durch die Hölle war im Endeffekt, wo du dich verletzt hast und du weißt, du warst gerade wieder dran. Ich kann mich auch noch erinnern, ich bin in Gröden Neunter geworden. Ich war da gerade auf dem aufsteigenden Ast Richtung Weltspitze, bin mit hoher Nummer eben auf den Neunten gefahren, bin in die Top-30-Startliste gefahren. Wir fahren auf Santa Caterina, Italien, zwischen Weihnachten und Neujahr und habe das erste Mal zu den besten 30 der Welt gehört als junger Abfahrer. Und habe mich so gefreut darauf, war so bereit und ich stürze im ersten Training und reiße mir das Kreuzband.
01:01:35: ,234 [Pepi Ferstl] Und ich weiß noch, wo der Cheftrainer oder der
01:01:40: ,123 [Pepi Ferstl] Sportvorstand Wolfi Mayer zu mir gekommen ist und hat mir auch dem richtig leidgetan, weil einfach, er hat gesehen, ich kann das, ich kann da jetzt wirklich marschieren und den deutschen Abfahrtssport nach vorne treiben. Und jetzt werde ich wieder durch eine Verletzung eingebremst und du fangst wieder von vorne an, weil du gehst aus die Top 30 wieder raus mit der Startnummer und dann fängst du wieder hinten mit der hohen Nummer an und das hat mich sehr viel Kraft gekostet und ich habe es nicht verstanden. Und das war so eine Kleinigkeit, eigentlich nichts Schlimmes. Kleiner Fahrfehler und zack.
01:02:15: ,644 [Pepi Ferstl] War jetzt nicht, dass die Karriere gefährdet war, aber einfach so: Ich war doch auf dem Weg zur Weltspitze und werde eingebremst. Und dann kommt es
01:02:24: ,404 [Pepi Ferstl] wieder auf dich selber drauf an. Und ich muss ja aber sagen, viel Unterstützung von Familie und Freunden und Ärzten und das ganze Team hat mich weitergebracht und wieder angetrieben. Es war halt immer wieder, jeder Tag hat es Fortschritte gegeben, dann wieder kein Fortschritt, mal Rückschritt, wieder vor. Und das hat mich schon gelehrt.
01:02:44: ,104 [Pepi Ferstl] Man muss dann schon sehr hart an sich arbeiten und was mir dann geholfen war, dieses Ziel eben und das Gefühl, was ich schon gehabt habe, ich kann da vorne mitfahren und diese große
01:02:57: ,384 [Pepi Ferstl] Vision, Weltcup-Abfahrer oder ich will Rennen gewinnen,
01:03:02: ,533 [Pepi Ferstl] der hat mich angetrieben in dieser Situation. Diese, ja, ich nenne es Vision. Und ja, hat auch super funktioniert und das war dann echt, da hat mich auch dann der Bundestrainer sehr gelobt und hat gesagt: „Das ist schon einzigartig, was du gerade machst, Peppi.“ Da sage ich: „Wieso?“ Weil ich dann nach meinem Kreuzbandriss wirklich brutal viel Zeit investiert und gearbeitet habe und bin dann nach Chile gegangen und war eigentlich noch verletzt in einer gewissen Hinsicht, nämlich 100%ig fit. Und da drüben sind wir dann Rennen gefahren und ich war einfach von der Startnummer, man hatte FIS-Punkte und nicht so optimal, weil ich ja verletzt war, keinen Verletztenstatus bekommen habe,
01:03:47: ,484 [Pepi Ferstl] eben mit der Nummer, mit der Startnummer wieder nach hinten gerutscht bin und dann bin ich Rennen gefahren. Da hat er mich gefragt, ob ich bereit bin. Da habe ich gesagt: „Ja, ich bin bereit.“ Nein, er sagt: „Du musst wirklich bereit sein.“ Dann habe ich gesagt: „Okay, lass mich noch einmal trainieren, lass mir noch einmal Gefühl aufbauen und dann sage ich es dir.“ Dann habe ich das gemacht und dann bin ich zu ihm hin und habe gesagt: „Okay, ich bin zu 100% bereit. Ich fahre die Rennen.“ Und dann bin ich da an den Start gegangen und sofort war das Gefühl wieder da und meine Willensstärke.
01:04:13: ,864 [Pepi Ferstl] Ich will das unbedingt. Und dann, das ist mir im Nachhinein auch erst wieder bewusst geworden, habe ich da Rennen gewonnen
01:04:20: ,204 [Pepi Ferstl] und da waren auch Weltklasse-Abfahrer dabei, die Franzosen, Italiener,
01:04:25: ,174 [Pepi Ferstl] die wo quasi im Weltcup Top 30 waren, die habe ich geschlagen und habe die Rennen gewonnen. Das war jetzt kein Weltcup-Rennen, aber halt einfach ein sehr gut besetztes Rennen und habe mir gleich wieder super Punkte gefahren und einfach diese Startnummer quasi im Weltcup, Startnummer 31, 32 gesichert, weil ich diese Rennen dort gewonnen habe. Da hat es so gute Punkte gegeben. Und da haben meine Trainer auch gesagt: „Du hast gerade einmal vor 8 Monaten bist du noch mit dem Heli weg und ins Krankenhaus gefahren und jetzt gewinnst du Rennen und bist schon wieder bereit für die neue Saison. Also das ist schon sehr erstaunlich.“
01:05:00: ,084 [Martina Eberl] 8 Monate.
01:05:01: ,644 [Pepi Ferstl] 8 Monate oder 8 bis 9 Monate. Das hast du dir selbst erarbeitet. Also da hat er mir dann wirklich von Herzen gratuliert, wo ich mir dann auch gedacht habe, ja. Habe auch sehr viel investiert, aber das war dann so ein bisschen das.
01:05:13: ,744 [Martina Eberl] Wobei das ja schon eine lange Zeit ist, wenn du es dir überlegst. Das ist fast ein Jahr.
01:05:16: ,904 [Pepi Ferstl] Ja, aber der Lohn dann von der harten Arbeit und ab dem Zeitpunkt ist es halt auch wieder dann bergauf gegangen und weitergegangen und habe meine 90er halt wieder verfolgt.
01:05:25: ,944 [Martina Eberl] Wie oft hast du dann so Verletzungen gehabt, wo es dich da echt wieder brutal zurückgehauen hat?
01:05:29: ,484 [Pepi Ferstl] Es waren nicht immer die großen Verletzungen. Es waren teilweise auch die Zeitpunkte, was ich so blöd getroffen habe. Ich war voll in Form über den Sommer und dann haben wir noch ein Riesenslalom-Training mal gehabt in Sölden am Gletscher, Riesenslalom gefahren. Sensationell Riesenslalom gefahren. Ist ja die Grunddisziplin für den Abfahrtsport. Auch wirklich gute Riesenslalom-Fahrer geschlagen, unter anderem auch wie Topfer Fritz, der wo da schon Weltcup gefahren ist. Ich weiß nicht, ob der Felix mitgefahren ist, weiß ich nicht mehr, aber wirklich Gute. Und da haben wir gesehen, der Peppi ist wieder da. Der ist fit, der kann heuer wieder da vorne mitfahren. Und da passiert es mir im vorletzten Lauf, dass ich mit der Hand einfädel am Tor und breche mir hier den Daumen mit Gelenk.
01:06:18: ,304 [Pepi Ferstl] Ja, okay.
01:06:20: ,044 [Pepi Ferstl] Und ich glaube, in 3 Wochen war Weltcup-Start in Lake Louise, Abfahrt.brochener Daumen. Dann habe ich erst mal in die Klinik müssen, Röntgen. Okay, operiert man, was macht man? Ruhig setzen. Ja, machen wir. Und da hat man gleich einen Plan festgestellt: Okay, wie machen wir das alles?
01:06:37: ,564 [Pepi Ferstl] Ja, das kriegen wir hin. Und dann war es eben so weit. Die Mannschaft ist rübergeflogen, hat sich vorbereitet und ich habe nicht konnten. Ist mit dem Daumen nicht gegangen, weil es hat so wehgetan und ich habe den Stock nicht greifen können, nichts. Dann eine extra Schiene bauen lassen vom Stockhersteller Leki, alles getan, Ortema gefahren. Das waren die Ausrüster für Protektoren und Schutzkleider. Alles wieder gemacht, nur dass ich da so schnell wie möglich zurückkomme. Rübergeflogen und dann bin ich ganz okay. Also ich bin mit einem Stock gefahren, der wo modifiziert war, mit Tape herum und der war fixiert an meiner Hand, weil ich nicht halten habe können.
01:07:14: ,444 [Martina Eberl] Ja, okay.
01:07:15: ,784 [Pepi Ferstl] Und bin in die Saison gestartet, so in den Weltcup. Ich habe nicht mehr gescheit antauchen können, aber ich wollte es halt unbedingt.
01:07:21: ,764 [Pepi Ferstl] Und ich war aber zu dem Zeitpunkt so top in Form, aber das hat mich dann schon eingeschränkt und bin dann nur zwischen Platz 15 und 30 gefahren, obwohl dass ich das große Ziel gehabt habe.
01:07:34: ,132 [Martina Eberl] Ist dann das Anschieben der springende Punkt gewesen?
01:07:37: ,912 [Pepi Ferstl] Ja, generell war ich sehr eingeschränkt. Also ein Normaler hätte gesagt oder ein anderer hätte gesagt: „Ich brauche noch eine Pause, aber ich wollte unbedingt fahren, weil ich einfach gewusst habe, ich bin gut in Form.
01:07:45: ,292 [Martina Eberl] Ein Normaler würde jetzt denken, du musst ja nicht mit der Hand Ski fahren, aber das ist ja sauinteressant.
01:07:51: ,012 [Pepi Ferstl] Nein, das hat mich ja so eingeschränkt. Ich habe den Stock nicht mehr halten können und ich habe nicht mehr Skischuhe festmachen können.
01:07:56: ,991 [Martina Eberl] Ja, und wenn der da jetzt angetappt war?
01:07:57: ,272 [Pepi Ferstl] Ja, dann ist er einfach dagehangen und ich bin dann so gefahren.
01:08:01: ,772 [Pepi Ferstl] Aber ich will nur damit sagen, dass-
01:08:02: ,792 [Martina Eberl] Du hast viel mit dem Stock zu tun?
01:08:04: ,572 [Pepi Ferstl] Ja, das ist eine Balance, ein Ausgleich für dich. Ganz wichtig. Der Start ist auch ganz wichtig.
01:08:09: ,602 [Martina Eberl] Der Start, das kann ich mir am meisten vorstellen.
01:08:11: ,632 [Pepi Ferstl] Der Start ist auch so entscheidend. Da kann Podium vergeben werden oder nicht, weil du ein paar Hundertstel verlierst.
01:08:16: ,852 [Martina Eberl] Ja, also entschuldige die blöden Fragen, aber wenn ich jetzt halt abfahre, das ist super chillig und ich mir denke: „Okay, das Anschieben, klar. Bloß dann
01:08:25: ,672 [Martina Eberl] der Stockeinsatz.
01:08:26: ,252 [Pepi Ferstl] Ja, der ist schon wichtig, weil du einen Ausgleich hast und du musst in die Hocke hinein und der ist ja dann festgetappt. Also du greifst ja ein bisschen mit dem Stock. Also man kann da wirklich nicht supergeil Ski fahren, aber mich hat das halt angetrieben, dass ich da unbedingt dabei sein wollte. Und da habe ich mir dann eben Punkte gefahren mit der kaputten Hand
01:08:46: ,132 [Pepi Ferstl] und dann im Laufe der Saison ist es natürlich besser geworden. Ich habe normal fahren können, aber nur wegen dieser Punkte, weil ich da mitgefahren bin am Anfang, hat mich das dann gerettet zum Schluss, dass ich ins Weltcupfinale habe können und dass ich da dabei war noch. Verstehst du?
01:09:01: ,572 [Martina Eberl] Ja.
01:09:01: ,552 [Pepi Ferstl] Ich hätte auch sagen können, ich fahre nicht, dann wäre ich auch im Weltcupfinale gewesen. Also das ist dann immer so dieser Grad. Okay, ich habe da schon sehr viel meine Gesundheit auch in Kauf genommen, weil lass mich stürzen, der ist festgetappt. Lass mich den einhängen irgendwo.
01:09:18: ,002 [Martina Eberl] Brauchen wir gar nicht weiter reden. Ja, schon.
01:09:20: ,872 [Pepi Ferstl] Dann weiß ich nicht, ob der Arm noch dran ist oder nicht. Also es gibt schon Risiken, was man hat, aber in der Situation war es mir einfach [Piepton] egal.
01:09:26: ,992 [Martina Eberl] Ja, verstehe ich.
01:09:29: ,052 [Martina Eberl] Gab es denn dann Momente, vor allem, wenn es sich dann jetzt ein bisschen wiederholt hat, wo du hast ja gesagt, so arg war es für dich dann gar nicht. Das waren nur die Zeitpunkte, aber wo du sagst, das kannst du nicht mehr machen.
01:09:41: ,851 [Pepi Ferstl] Ja, habe ich auch schon gehabt. War im Nachhinein auch ein Fehler, was ich nicht mehr so machen würde. Ich bin in Kitzbühel.
01:09:50: ,872 [Pepi Ferstl] Es war Olympiade.
01:09:53: ,132 [Pepi Ferstl] Wir waren in Peking. Peking war 2022.
01:09:59: ,552 [Martina Eberl] Ja, genau.
01:09:59: ,752 [Pepi Ferstl] 2022, Peking. Davor ist Kitzbühel und dann war ich qualifiziert für die Olympischen Spiele. Und Kitzbühel ist immer, da musst du volles Risiko, da willst du einfach noch einmal zeigen, was du kannst. Und ich bin das erste Training losgefahren.
01:10:15: ,792 [Pepi Ferstl] Kann ich mich jetzt noch erinnern, so geil, so gut gelaufen. Habe gleich einmal oben 3 Zeit gehabt, dann Ausfahrt, gleich 2 Zwischenzeit, glaube ich, sogar Bestzeit. Super gefahren und dann passiert mir ein kleiner entscheidender Fehler. In der Steilhangausfahrt habe ich die Welle übersehen beziehungsweise ich habe kurz gezweifelt, weiß ich noch.
01:10:35: ,152 [Martina Eberl] Was zweifelt man dann?
01:10:37: ,612 [Pepi Ferstl] An der Linie. Ich war zu eng, war zu krass in Anführungsstrichen unterwegs, habe kurz gezweifelt, war nicht überzeugt, habe Auslass wieder draufgenommen, aber es war zu spät. Und dann bin ich quasi Steilhangausfahrt in der Rechtskurve links in das Netz runter. Das kennt ihr bestimmt. Bode Miller. Peter Fill hat es fast drüber gehauen. Das ist so der Money Turn quasi in das Flache heraus. Voll zerlegt und auch alles Blut gewesen, nur Schürfwunden und der Rücken hat mir wehgetan. War aber nicht schlimm. Mit dem Heli weg ins Krankenhaus, durchgecheckt.
01:11:12: ,412 [Martina Eberl] Nicht schlimm. [lacht]
01:11:13: ,372 [Pepi Ferstl] Nein, nicht schlimm. Sorry. Nicht schlimm für meine Wahrnehmung. Es tut mir ein bisschen weh, blaue Flecken, gut. So habe ich gemeint. Es war jetzt nicht so, dass ich dagelegen bin: „Oh nein, Knie oder Rücken.
01:11:24: ,132 [Martina Eberl] Das weiß man dann ja relativ schnell, gell?
01:11:26: ,611 [Pepi Ferstl] Ja, genau. Aber ich habe gemerkt, ja, okay, gar nicht so schlimm. Krankenhaus durchgecheckt, ja passt. Dann ins Hotel zurückgekommen. „hey, wie schaut es aus, der Trainer? „und bist du bereit? Da sage ich: „Ja, aber irgendwie der Rücken tut mir schon weh. Aber ich will unbedingt fahren, weil ich will das mental hinkriegen, mich gleich wieder der Situation zu stellen, weil es schon krass, also ein totaler Abflug war. Da habe ich gesagt: „Du entscheidest. Der Trainer hat gesagt: „Du entscheidest, schau, dass du fit wirst. Und zum Abend war es wirklich krass. Also es hat so wehgetan. Man hat dann festgestellt, dass ich mir doch den Nerv durch die Schwellung, was reingekommen ist, den Nerv klemme ich mir gerade ein und bei gewissen Bewegungen tut mein Rücken weh. Hat mich sehr eingeschränkt, aber ich wollte unbedingt fahren. Warum auch? Ich wollte einmal unbedingt fahren. Ich wollte es schaffen. Und es war
01:12:11: ,492 [Pepi Ferstl] immer der Gedanke: 22, so viele Kitzbühel-Abfahrten bekomme ich nicht mehr, um mich zu zeigen. Schon der Gedanke dabei. Bin ich an den Start gegangen, habe das ganz gut gemeistert und dann bin ich im Rennen, ich glaube, bin ich 20. oder gerade so 30. geworden. Oder 20., glaube ich, bin ich geworden. War sogar bester Deutscher oder zweitbester. Aber mit immensen Aufwand und Schmerzen und Spritzen und
01:12:39: ,092 [Pepi Ferstl] alles genommen, dass ich überhaupt fahren kann. Also total dämlich, wo ich mir gedacht habe, aber ich wollte es unbedingt. Keine Ahnung wieso. Habe aber immer wieder am Abend solche Schmerzen gehabt, dass ich fast nicht gehen habe können, aber ich wollte mich dann unbedingt runterhangen. Und dann habe ich das gemacht und dann bin ich zur Behandlung gegangen. Dann hat man mir so ein paar Dosen Bluterguss herausgezogen, dass man quasi Raum schafft und dann ist man auf Peking übergeflogen. Zu der Zeit Corona, extreme Abschottung, keine Ärzte richtig mitgenommen, weil das alles nicht so einfach war, weil natürlich haben wir reduziert, Menschenmassen und darum hat jeder seinen Teamarzt. Jetzt fliege ich da rüber. Okay, fliege rüber. Das Fliegen ist noch alles gegangen. Solange ich keinen Sport gemacht habe, ist es wirklich gut gegangen, weil dann habe ich es nicht gereizt. Und dann war ich da drüben bei Olympia. Geil, wir sind bei Olympia oder ich bin bei Olympia dabei. Das ist das große Ziel alle 4 Jahre, das Highlight überhaupt. Und dann bin ich da gefahren, interne Quali noch fahren müssen.
01:13:40: ,032 [Martina Eberl] Interne Quali, okay.
01:13:41: ,204 [Pepi Ferstl] Ja, genau. Die habe ich dann geschafft und bin am Rennen gefahren und habe mich qualifiziert für das Rennen. Und dann war es aber so, dass ich die interne Quali geschafft habe und dann war ich fertig, weil da interne Quali heißt, da wird ein Training genommen und der Schnellste muss sich durchsetzen gegen, weiß ich nicht, 2 Startspots, 3 Leute, die 2 schnellsten fahren. Da habe ich mich durchgesetzt und habe so viel investiert, dass ich das schaffe. Ich wollte den Olympia-Start unbedingt und dann bin ich heimgekommen ins olympische Dorf und ins Bett gelegen und dann, ja, das klingt jetzt wirklich krass, aber einfach nicht mehr gewusst. Eigentlich wollte ich heim. Ich wollte heim, weil mir einfach das so zu schaffen gemacht hat, der Schmerz. Und nur, in Anführungsstrichen, für das Rennen und für Olympia, nur, sage ich jetzt, habe ich das alles in Kauf genommen und ich habe
01:14:31: ,434 [Pepi Ferstl] Verletzungen vor mir gehabt und einfach gemerkt, ich habe nicht mehr die Energie und es hat so wehgetan, dass wirklich die Tränen herausgekommen sind und meine Frau hat damals angerufen und ich habe gesagt: „Am liebsten will ich heim. Ich will am liebsten heim. Ich will nicht mehr“, habe ich gesagt. „Aber du bist in Peking drüben, du hast dich qualifiziert.“ Und dann ist der Arzt Gott sei Dank gekommen. Der hat mich noch einmal behandelt, alles für das Rennen. Aber das war eine Erfahrung, wo ich gesagt habe: „Okay, irgendwo sind Grenzen.“ Da hat der Mensch Grenzen oder ich selber. Darum sage ich, die Entscheidung hätte ich anders treffen müssen, in Kitzbühel einfach nicht fahren, mich erholen, auskurieren, überhaupt eine Entscheidung fällen, fahre ich zur Olympia oder nicht? Weil es ist einfach, es gibt noch meinen Körper, es gibt noch Gesundheit, das Allerwichtigste und ich habe das aufs Spiel gesetzt, weil eben der Drang oder der Gedanke so groß war und das würde ich im Nachhinein anders dann machen, weil das war für mich, also in der Situation hat es keinen anderen Weg gegeben, aber im Nachhinein habe ich gemerkt, das war es einfach
01:15:35: ,104 [Pepi Ferstl] nicht wert, so zu leiden und wirklich, ich bin auch nicht gut gefahren dann. Es war alles-
01:15:41: ,144 [Martina Eberl] Klar, wieso auch?
01:15:42: ,964 [Pepi Ferstl] Genau, ich war nur so beschäftigt mit meinem Körper. Ich habe gar nicht an den Start gehen können mit dem Mindset: „Ich will jetzt da eine Medaille holen.“ Ist nicht gegangen. Und das ist im Nachhinein, jetzt sagt jeder: „Wo magst du das nicht?“ Aber du bist in der Situation drinnen, Olympia und Kitzbühel und da muss ich sagen, da hätte ich mehr auf meinen Körper, Gesundheit. Also das war schon ein Fehler, den würde ich so nicht mehr machen.
01:16:04: ,764 [Martina Eberl] Ich wollte gerade sagen, war das dann so rückblickend dein größter Fehler, den du jetzt so bereust?
01:16:09: ,264 [Pepi Ferstl] Ja, schon.
01:16:11: ,464 [Martina Eberl] Ja, Olympia halt.
01:16:12: ,994 [Pepi Ferstl] Ja, eben, aber es hatte nichts mit, ob du Olympia dabei bist oder nicht, aber ich habe ja nicht einmal den Anspruch dort gehabt, irgendwie mitzufahren. Das war nur, weil irgendwie, ich wollte dabei sein und das darf, glaube ich, nicht das Ziel sein. Du musst 100%ig fit sein, einfach vor allem für den Sport, sage ich jetzt mal, oder generell im Sport, dass du Leistung bringen kannst und das habe ich schon mitgenommen. Also jetzt auch als Trainer. Ich gebe das auch weiter.
01:16:41: ,883 [Pepi Ferstl] Wenn sich jemand nicht fit fühlt oder 100% bereit für das, was wir vorhaben, dann wird es nichts bringen. Seien wir uns ehrlich.
01:16:49: ,994 [Martina Eberl] Wobei ich finde natürlich jetzt schon, wenn ich dir jetzt so zuhöre,
01:16:53: ,324 [Martina Eberl] das ist natürlich schon auch, ich meine, der Slogan „Dabei sein ist alles“ ist natürlich schon cool, dass du trotzdem dabei warst.
01:16:58: ,944 [Pepi Ferstl] Klar, aber ich habe im Endeffekt, muss man auch ehrlich sagen, ja, für mich vielleicht, dass ich dabei war, aber mein Anspruch ist schon gewesen, dass ich da vorne mitfahre und Medaillen hole, muss ich ehrlich sagen. Also so groß war mein Anspruch. Ich wollte nicht für Deutschland rüberfliegen und toll, dass ich dabei bin, sondern in meiner aktiven Karriere war der Anspruch schon, Rennen zu gewinnen und vorne dabei zu sein. Also das war, klar, das ist jetzt so ein Oberbegriff, den hat ja jeder grundsätzlich, aber für mich, ich war dann schon sehr enttäuscht immer, wenn ich
01:17:31: ,564 [Pepi Ferstl] nur 15. Das ist ein gutes Ergebnis,
01:17:34: ,284 [Pepi Ferstl] 15. zu werden, aber schon immer wieder enttäuscht gewesen, dass ich das nicht geschafft habe, Richtung Podium oder vorne dabei zu sein. Klar gibt es Rennen, da habe ich mich gefreut um 15., wenn die Rahmenbedingungen anders da waren, Wetterwechsel, Material vielleicht nicht so gepasst hat und man ist trotzdem heruntergefahren. Es gibt verschiedene Situationen, aber das ist auch, mein Anspruch war, warum ich das gemacht habe, zur Weltspitze zu gehören und der ist eben sehr hoch an mich selbst gewesen.
01:18:02: ,144 [Martina Eberl] Aber schau, du hast mir etwas voraus. Du warst bei Olympia dabei. Ich habe leider ein paar Jahre zu früh aufgehört, weil ich erst dann zu Rio Olympisch wieder geworden bin. Also insofern, das ist
01:18:14: ,344 [Martina Eberl] schon cool, auch dabei gewesen zu sein.
01:18:15: ,104 [Pepi Ferstl] Aber ich war schon bei Olympia vorher und das ist auch noch einmal so.
01:18:18: ,284 [Martina Eberl] Da hast du doppelt was voraus. Genau. Wie war es denn dann eigentlich, als du dann aufgehört hast? War das schwer? War das eine bewusste Entscheidung? Rückblickend,
01:18:28: ,893 [Martina Eberl] war das okay?
01:18:29: ,884 [Pepi Ferstl] Bis jetzt bereue ich keinen Schritt. Absolut keinen Schritt. Weil einfach, es war ein Prozess über mehrere Monate, Wochen. Hat sich schon ein bisschen im Sommer angekündigt mit Motivationsproblemen, wo ich aber gesagt habe: „Ja, Motivationsproblem, komm, das probierst du noch ein Jahr. Komm, geht immer. Ein Jahr geht immer.“ [lacht] Dann habe ich gesagt: „Okay, probiere ich.“ Dann bin ich im Sommer eigentlich echt gut gefahren.
01:18:55: ,484 [Pepi Ferstl] In Chile, im Camp, alles war bereit. Die ersten Rennen waren auch okay und dann bin ich nach Gröden gefahren und da ist es dann wirklich losgegangen mit der Überlegung, weil, war ein entscheidender Moment, ich bin in Gröden total motiviert mit dem Mentaltrainer eingestellt auf das Rennen und bin wirklich eine absolut super Abfahrt gefahren. Also für meine Verhältnisse eine meiner besten Abfahrten und bin aber nur 15. geworden
01:19:22: ,614 [Pepi Ferstl] und bin aber bis zur,
01:19:25: ,364 [Pepi Ferstl] ich glaube, vorletzten Zwischenzeit war es oder letzte, vorletzte, war ich noch Zweiter. Ich bin super gefahren und dann habe ich extrem viel Zeit verloren, mir ist ein bisschen die Kraft ausgegangen und einfach nicht mehr so das letzte Risiko genommen. War dann im Ziel, war ich auch vorne, habe mir gedacht: „Geil, aber geile Fahrt, das reicht.“ Und dann bin ich nur 15. geworden und da habe ich mir die Frage gestellt: Ich habe wirklich alles gegeben. Ich habe auch meinen besten Ski genommen. Das ist wieder das Thema.
01:19:50: ,583 [Martina Eberl] Der Training-Ski?
01:19:51: ,264 [Pepi Ferstl] Nein, es war anderer. Aber meinen besten Ski genommen.
01:19:56: ,072 [Pepi Ferstl] Ich war angerichtet dafür, dass ich aufs Podium fahre oder sogar gewinne. Aber es hat nur zu 15 gereicht und da habe ich mir dann schon die Frage gestellt: „Ich habe alles gegeben, alles probiert und es hängt einfach herum. Sind die anderen, die haben mich irgendwie überholt oder die sind so gut?“ Gut, passt. 15. Weitergemacht. Dann bin ich im nächsten Rennen voll auf die Nüsse bekommen in Bormio. Einfach überhaupt nicht da gewesen, kein Mindset gefunden, eher schon passiv gefahren, nur weil ich dabei war, voll für die Tonne. Dann nach Wengen gefahren und da ist das nächste Schicksal dann passiert. War am Abfahrtstart oben und Alexander Amann Kilde, einer der besten Abfahrer der Welt, der erfolgreichsten, stürzt im Zielschuss, Unterschenkel aufgeschnitten, Heli. Ich habe das live in der Kamera gesehen, weil ich mir dachte habe, ich habe mir immer wen herausgesucht, ob das dann immer einer der Besten. Jetzt kann ich es ja verraten. Das war meistens so Vincent Kriechmayr oder Kilde. Das ist meine Generation, weil ich gewusst habe, wenn ich mir die anschaue, weiß ich ungefähr, wie die Strecke ist. Jetzt hat es Kilde geschmissen, schwerer Sturz und mir ist die Kraft ausgegangen im Ziel. Und Fahrfehler, kann man auch sagen. Und da dachte ich mir: „Boah, das wird richtig streng.“ Da habe ich schon Funksprüche bekommen: „Hey, Männer, so ähnlich wie das Ereignis in Kitzbühel müsst ihr 100%ig bereit sein, alles reinsetzen.“ Und ich war es einfach nicht. Ich war es einfach nicht und bin an den Start gegangen, bin heruntergefahren. Katastrophe. Also wirklich
01:21:27: ,212 [Pepi Ferstl] touristenhaft heruntergefahren, würde ich jetzt sagen. Wirklich nicht überzeugend, passiv gewesen, alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Auch, ich glaube, 6 Sekunden bekommen. Dann bin ich heimgefahren und habe gesagt: „Was ist eigentlich los mit mir? Irgendwie, es brennt nicht mehr so, wie es einmal war.“ Und dann war es der Zeitpunkt Kitzbühel. Und Kitzbühel war ein Ort, der hat mich eben zum größten Erfolg gebracht und immer bin ich immer gern hingefahren. Das mit einem Lächeln und Freude habe ich auch wieder gemacht. Und da habe ich aber dann festgestellt am Start, die Trainings waren noch okay und dann bin ich zum Abfahrtstart und auch Super-G bin ich gefahren, an die beiden Starts hingegangen.
01:22:08: ,751 [Pepi Ferstl] Es war nicht mehr das Ziel, da vorne mitzufahren, sondern einfach – das hört sich jetzt verdammt blöd an – einfach runterfahren, schauen, was herauskommt, gesund zu bleiben, ja keinen Sturz. Und dann bin ich heruntergefahren, natürlich 35., nicht einmal punktet.
01:22:24: ,892 [Pepi Ferstl] Und dann habe ich gesagt: „Nein.“
01:22:26: ,992 [Martina Eberl] War das dann der Ende?
01:22:27: ,312 [Pepi Ferstl] Dann habe ich gesagt: „Jetzt brauche ich zu meinem Trainer, ich brauche Zeit, Bedenkzeit.“ Bin heimgefahren, während dem Heimfahren sehr viel überlegt, daheim Kaffee runterlassen, hingesessen und zu meiner Frau dann gesagt: „Okay, das war es. Also ich höre auf.“ Die hat dann auch noch versucht: „Dann fahre ich noch 4.“ Ich sage: „Nein, ich höre auf, weil ich traue mir das nicht mehr zu. Ich habe nicht mehr das Feuer am Start.
01:22:52: ,772 [Pepi Ferstl] Und dass ich jetzt da irgendein Lückenfüller bin, das mache ich nicht. Ich will so nicht aufhören. Ich will aufhören, wo man einfach noch gut war. Ich habe auch Top 15 gefahren da am Anfang, aber einfach über die letzten Rennen gemacht, das Feuer, es brennt nicht mehr und ich habe einfach nicht mehr diesen Zugang
01:23:11: ,572 [Pepi Ferstl] als Leistungssportler, alles zu geben, vor allem alles zu riskieren.“
01:23:15: ,952 [Martina Eberl] Ich wollte gerade sagen, und dann wird es auch erklärlich.
01:23:16: ,412 [Pepi Ferstl] Und dann wird es erklärlich. Und dann kommt mir diese Karriere wieder.
01:23:21: ,352 [Pepi Ferstl] Meine Verletzung, was ich gehabt habe, auch keinen Bock mehr, mich da zurückzukämpfen und einfach nicht aus Ersatzteillager aufhören, sondern als ganzer Mensch, gesunder Mensch, fitter Mensch, weil es ja Leben danach noch gibt. Das war mein Gedanke und dann habe ich gesagt: „Aus, Ende, mag nicht mehr.“
01:23:41: ,112 [Martina Eberl] Das wäre ja jetzt schon fast das perfekte Schluss. Das ist ja Wahnsinn. Also cool. Also dann hast du quasi, das habe ich nicht gewusst, dann war auch die Staffel.
01:23:49: ,032 [Pepi Ferstl] Ich glaube, ich sage hier ziemlich viel, wo ich noch nicht so viel geredet habe.
01:23:52: ,412 [Martina Eberl] Ja, aber nice.
01:23:53: ,532 [Pepi Ferstl] Noch gar nicht so richtig geredet, Martina. Das ist schon.
01:23:56: ,672 [Martina Eberl] Ich freue mich.
01:23:57: ,732 [Pepi Ferstl] Sehr offen und weit. Viele wissen das nicht.
01:24:00: ,952 [Martina Eberl] Vielen, vielen Dank. Gab es dann irgendwie, nur kurz, hat das Folgen für dich gehabt, dass du dann mitten in der Saison aufgehört hast oder wurde das dann so weggenommen?
01:24:10: ,332 [Pepi Ferstl] Nein.
01:24:11: ,842 [Martina Eberl] Von Sponsoren, vom Sport?
01:24:14: ,912 [Pepi Ferstl] Mit sehr viel Respekt und Anerkennung von meinen Kollegen und auch von Trainern und von allen, weil sie gesagt haben: „Okay, Pepi, krass, jetzt zurückzutreten und zu sagen, du hast die Eier nicht mehr, so quasi da runterzufahren und dir einzugestehen, du kannst das nicht mehr, du schaffst das nicht mehr, ist sehr groß“, haben sie mir gesagt, weil viele dann weiterfahren und immer schlechter werden, schlechter werden und dann irgendwann: „Okay, wer war das eigentlich?“ Und ich war ja auch noch. Also ich hätte mir vielleicht mit ein bisschen mehr Mentaltraining noch einmal an Willen und Dingen, vielleicht hätte ich mich noch einmal aufpäppeln können, aber ich wollte das einfach nicht mehr.
01:24:51: ,092 [Pepi Ferstl] Und ich habe dann gesagt: „Nein, das ist gut. Ich habe eine Karriere gehabt mit ziemlich vielen Höhen und Tiefen. Ich hätte erfolgreicher sein können. Aus den genannten Gründen, was ich erzählt habe, war das nicht immer einfach mit diesen kleinen Verletzungen zum Zeitpunkt X und so weiter.“ Viele wissen das nicht. Das ist für mich persönlich ganz wichtig. Ich bin ja oft an dem Podium vorbei, zwischen 4. und 10., mit ein paar Hundertstel an dem Podium vorbei. Das waren Riesendinge für mich, was ich einfach nicht geschafft habe und keiner kann sich erinnern, wie oft, dass ich Top 15 gefahren bin oder Top 10. Das weiß keiner. Ich weiß es, da ich zur Weltspitze über Jahre gehört habe, was für mich große Erfolge waren. Ich bin ganz knapp an einer Medaille vorbei 2019. Da war ich auch bis zur letzten Zwischenzeit noch auf Medaillenkurs, Silbermedaille, einen Riesenbock geschossen, bin bloß Sechster geworden. Das sind so Sachen, das sind schon Niederlagen,
01:25:44: ,452 [Pepi Ferstl] weil jeder kann sich dann nur an Siege, Medaillen erinnern.
01:25:47: ,372 [Martina Eberl] Eben, ja.
01:25:48: ,432 [Pepi Ferstl] Und der Trainer hat dann einen guten Spruch zu mir dann gesagt, wo ich ihm das gesagt habe, Cheftrainer damals, der hat gesagt: „Pepi, du brauchst dich nicht rechtfertigen, was du gemacht hast. Du bist einzigartig, was du erreicht hast. Du hast Rennen gewonnen, da ist Kitzbühel dabei. Du warst auf Olympiaden, Weltmeisterschaften. Du hast mehrere Rennen gewonnen. Sag einmal, wer das so erlebt hat und geschafft hat.“ Da habe ich mir so gedacht: „Ja, eigentlich hat er recht. Eigentlich war es nicht so schlecht, auch wenn ich noch viel mehr drin gewesen wäre.“ Aber es ist halt einfach eine Sportlerkarriere, was man nicht planen kann, sondern das passiert. Und im Nachhinein war ich sehr stolz auf mich selber, dass ich gesagt habe: „Ja, er hat eigentlich recht. Ich habe immer alles gegeben, mein Anspruch.
01:26:32: ,372 [Pepi Ferstl] Absolut geile Zeit gehabt, schöne Zeit gehabt, sowohl auch im Team als auch als Einzelsportler. Und das war dann eben so. Ja, es ist wirklich von allen sehr gut angenommen worden und vielleicht der eine oder andere.
01:26:48: ,392 [Martina Eberl] Die gibt es immer.
01:26:49: ,832 [Pepi Ferstl] Gibt es immer. Und
01:26:52: ,852 [Pepi Ferstl] das muss man noch loswerden: Ich habe natürlich auf viel Geld verzichtet,
01:26:57: ,552 [Pepi Ferstl] weil es waren aktive Sponsorenverträge. Das war es mir nicht wert. Das war es mir absolut nicht wert und nicht wichtig, ob ich jetzt noch einmal ein paar 1.000 Euro mehr verdiene oder Sponsorenverträge waren, sondern mir war wichtig, dass ich menschlich agiere. Und ich habe auch jeden dann angerufen, wo mir wichtig, nahestehend war, dass ich es persönlich sage.
01:27:18: ,532 [Pepi Ferstl] Und natürlich erst einmal Frau, dann Eltern, Funktionäre, Verband, Trainer und dann Sponsoren alle, dass die das wissen und nicht erfahren. Arbeitgeber auch damals. Und ich wollte einfach menschlich sein, weil natürlich hätte ich weiterfahren können und noch viel Geld verdienen können, aber wie gesagt, das ist dann irgendwie mich selber anlügen.
01:27:39: ,432 [Martina Eberl] Das ehrt dich sehr.
01:27:40: ,612 [Pepi Ferstl] Und das andere, das war mir einfach wichtiger, dass ich sage.
01:27:43: ,492 [Martina Eberl] Und ich sage dir eins, ist das auf Langzeit.
01:27:46: ,552 [Pepi Ferstl] Kann ich dir so jetzt nicht sagen, weil ich habe es so gemacht. Vielleicht wäre es anders, ich weiß nicht, aber für mich war es einfach ein wichtiger Punkt.
01:27:52: ,352 [Martina Eberl] Ich finde es toll. Ich finde deine Karriere toll und auch die Einstellung großartig.
01:27:57: ,492 [Martina Eberl] Das ist jetzt die abschließende Frage vor den schnellen 9. Die schnellen 9, das ist unser Finale.
01:28:04: ,552 [Pepi Ferstl] Immer wieder.
01:28:06: ,072 [Martina Eberl] Ja, immer wieder. Steh auf, Mandel.
01:28:10: ,212 [Martina Eberl] Gibt es für dich Bucket-List-Dinge?
01:28:14: ,252 [Martina Eberl] Kurze Antwort.
01:28:16: ,752 [Martina Eberl] Beim Skifahren, wo du sagst:
01:28:18: ,252 [Martina Eberl] „Das habe ich noch nicht gemacht.“?
01:28:20: ,332 [Pepi Ferstl] Ja.
01:28:21: ,712 [Pepi Ferstl] Heli-Skiing wäre richtig nice. Japan.
01:28:24: ,692 [Martina Eberl] Wahnsinn. Wie oft will ich das hören?
01:28:26: ,532 [Pepi Ferstl] Und Kanada wäre auch cool, aber eher Japan. Ich war schon in Japan Skifahren. Mega cool. War sehr cool, aber nie so
01:28:34: ,292 [Pepi Ferstl] weg vom Leistungssport, sondern einfach nur Freeskiing irgendwo mit Heli.
01:28:40: ,112 [Martina Eberl] Was ist das so toll dann in Japan?
01:28:43: ,172 [Pepi Ferstl] Die Kultur generell, die Natur und einfach das Freie. Also da hast du Hänge, wirklich, da hast du Freiheiten und irgendwo da hochfliegen, abgesetzt zu werden, das wäre schon noch cool. Und ich liebe da die Kultur, Esskultur auch. Also ich bin schon sehr nice gewesen und ja, das wäre so cool.
01:29:04: ,271 [Pepi Ferstl] kichert]
01:29:04: ,432 [Martina Eberl] Ach, ich komme da mit. Ich esse mit. [kichert] Das mit dem Heli-Skiing. Ich jubel dann von unten.
01:29:09: ,852 [Pepi Ferstl] Du kannst mit dem Heli fliegen.
01:29:10: ,292 [Martina Eberl] Ja, gut.
01:29:11: ,552 [Pepi Ferstl] Ich brauche einen, der gute Videos macht.
01:29:14: ,952 [Martina Eberl] Das kann ich. Videos macht, das kann ich. Fotos kann ich auch. Genau,
01:29:20: ,752 [Martina Eberl] wenn es dann rausspringt, sage ich: „Bitte lächeln.“ Und genau. Das wäre gut. Aber da müssen wir noch drüber hin. So, mein Lieber, jetzt kommen wir zur schnellen-9-Runde und das ist dann auch unser Finale. Ich habe ja gefühlt heute nichts gesagt. Du hast so schön erzählt.
01:29:31: ,012 [Pepi Ferstl] Ja, ich habe auch gar gemerkt.
01:29:33: ,792 [Martina Eberl] Ihr habt es gemacht. Letztes Mal Wasser ist durch.
01:29:36: ,792 [Martina Eberl] Und jetzt gilt es aber wirklich nur kurze Antworten.
01:29:41: ,192 [Martina Eberl] Die Quick 9.
01:29:43: ,152 [Martina Eberl] Die schnellen 9. Erste Frage: Lerche oder Eule?
01:29:47: ,212 [Pepi Ferstl] Eule.
01:29:48: ,312 [Martina Eberl] Nachtmensch?
01:29:49: ,092 [Pepi Ferstl] Nein, aber Eule ist cool.
01:29:51: ,212 [Martina Eberl] Also dass du eine Eule bist?
01:29:53: ,852 [Pepi Ferstl] Ja, ist doch cool.
01:29:54: ,572 [Martina Eberl] Ja, natürlich ist das cool. Bloß, ich bin so eine mega mäßige, da hinten sitzt schon wieder auch so eine Eule. Ich bin so eine brutale Lerche. Ich kann ja so früh aufstehen.
01:30:02: ,732 [Pepi Ferstl] Nein, Eule ist so einfach gemütlicher, schönen Tag und auch einmal in die Nacht rein. Geil.
01:30:08: ,892 [Martina Eberl] Das kann ich schon auch. Bloß das frühe Aufstehen, das ist bei mir so ...
01:30:11: ,852 [Pepi Ferstl] Ja, es ist auch geil. Du fragst mich, was da abgeht. Eule.
01:30:14: ,152 [Martina Eberl] Okay, Eule.
01:30:16: ,852 [Pepi Ferstl] Du diskutierst schon wieder.
01:30:16: ,052 [Martina Eberl] Nein, ich diskutiere gar nicht. [lacht] Ich sehe schon. Tracker oder Gefühlssportler?
01:30:21: ,232 [Pepi Ferstl] Ach, Gefühlssportler, natürlich. Ich bin doch kein Tracker. Also ich packe ja gar nicht alles aufzuzeichnen. Gefühl, Leidenschaft.
01:30:30: ,132 [Martina Eberl] Sommer oder Winter?
01:30:32: ,692 [Pepi Ferstl] Aktuell Sommer.
01:30:33: ,432 [Martina Eberl] Ausdauer oder Kraft?
01:30:35: ,532 [Pepi Ferstl] Ausdauer.
01:30:37: ,892 [Martina Eberl] Süß oder salzig?
01:30:38: ,392 [Pepi Ferstl] Salzig.
01:30:40: ,352 [Martina Eberl] Kino oder Theater?
01:30:42: ,612 [Pepi Ferstl] Kino.
01:30:43: ,532 [Martina Eberl] Lieblingsstadt?
01:30:45: ,072 [Pepi Ferstl] München.
01:30:47: ,422 [Martina Eberl] Wirklich? Also jetzt wird er zum absoluten Kaugummi.
01:30:51: ,552 [Pepi Ferstl] Pass auf, München aus dem Grund: Ich habe schon viel gesehen.
01:30:57: ,992 [Pepi Ferstl] Es gibt mehrere schöne Städte, habe aber auch noch nicht alles gesehen, wo ich noch gern sehen würde. Aber München ist immer wieder dieses Flair und diese Stadt und die Leute.
01:31:08: ,471 [Martina Eberl] Von München hast du noch nicht alles gesehen? Oder was hast du jetzt gemeint?
01:31:13: ,452 [Pepi Ferstl] Nein, andere Städte. Ich war jetzt auch noch nicht so London würden wir mal sehen oder Lissabon.
01:31:20: ,912 [Martina Eberl] Zeige ich dir alles mit dem Helikopter. [lacht]
01:31:23: ,652 [Pepi Ferstl] Rom ist auch wirklich mit dem Helikopter.
01:31:27: ,112 [Pepi Ferstl] Aber wie gesagt, aktuell München kenne ich und finde ich total schön.
01:31:32: ,632 [Martina Eberl] Ich spassel da ein bisschen herum. Nicht, dass das jetzt hier falsch verstanden wird. [lacht] Lieblingsessen? Außer Sushi? Das habe ich jetzt gerade schon herausgelernt.
01:31:39: ,512 [Pepi Ferstl] Da ist er schon ganz weit vorne, aber ich bin, wenn die Frage noch kommt, ich nehme sie dir weg: Pizza. Weil wenn ich eine zweite Staatsbürgerschaft aussuchen dürfte, kommt die Frage noch?
01:31:50: ,612 [Martina Eberl] Nein.
01:31:51: ,632 [Pepi Ferstl] Aber ich wäre so gern noch italienisch. Absolut cooles Land, die Esskultur.
01:31:57: ,652 [Martina Eberl] Ja, also du würdest auch kreuz und quer als Italiener durchgehen. Bisschen liano, ein bisschen lässig, ja?
01:32:02: ,122 [Pepi Ferstl] Italien, hoffentlich sage ich jetzt nichts Falsches, aber sehr cool.
01:32:07: ,032 [Martina Eberl] Ja, würde dir stehen. Also Pizza?
01:32:10: ,362 [Pepi Ferstl] Pizza, ja. Pizza geht immer.
01:32:11: ,212 [Martina Eberl] Pizza ist schon echt geil.
01:32:13: ,012 [Pepi Ferstl] Wenn du die machst, die frische da, ofenfrisch da und dünner Asphalt.
01:32:19: ,096 [Martina Eberl] Ja, Pizza ist schon gut.
01:32:20: ,596 [Pepi Ferstl] Dann verschieden belegt. Wenn du wieder reinbeißt, ist wieder das Salzige von der Sardelle dabei mit gemixt, Gorgonzola und scharfer Salami. Da gibt es so viele geile Sachen.
01:32:32: ,976 [Pepi Ferstl] lacht]
01:32:33: ,576 [Martina Eberl] Ich muss dir sagen, ich bin schon, was Ernährung betrifft, eher so auf der disziplinierteren Seite.
01:32:38: ,156 [Pepi Ferstl] Das bin ich auch, aber du hast mich hart gefragt.
01:32:41: ,876 [Martina Eberl] Komma, ich muss auch, das lassen wir auch einmal außen. Aber Pizza, das ist hart. Also zu Pizza, auch zu meiner strengen Zeit, wo ich wirklich sehr stark darauf geachtet habe, war Pizza schon immer hart, Nein zu sagen, aber das ist schon saugut. 3 Dinge, für die du dankbar bist. Ganz spontan.
01:33:00: ,376 [Martina Eberl] Gesundheit.
01:33:01: ,236 [Pepi Ferstl] Gesundheit, Familie.
01:33:04: ,416 [Pepi Ferstl] Wenn ich es so beschreiben darf, einfach alles. Also wirklich,
01:33:08: ,416 [Pepi Ferstl] dass ich, wie wir eh schon geredet haben, da geboren bin, wo ich geboren bin und mein Leben so leben darf, wie es war. Einfach dankbar um alles Negative und Positive, was ich bis jetzt kennengelernt habe.
01:33:22: ,276 [Martina Eberl] Simsalabim. Ein schöneres Ende könnte man sich nicht wünschen. Vielen Dank.
01:33:28: ,606 [Pepi Ferstl] Danke dir.
01:33:28: ,235 [Martina Eberl] Lieber Pepi. Du kriegst natürlich, wie alle meine super, super nicen Gäste, ein kleines Dankeschön. Zu der Geschichte kommen wir gleich noch. Das hebe ich mir jetzt noch auf. Du bekommst, weil wir sind beim Pink Table und wie ist es ja immer unschwer zu erkennen und du kennst mich ja auch ein bisschen, bei mir ist das mit dem Pink.
01:33:46: ,976 [Pepi Ferstl] Auf was stehst du? Pink, oder? Rosa auch?
01:33:47: ,916 [Martina Eberl] Was heißt stehen? Die meisten sind tatsächlich ein bisschen enttäuscht, dass nicht immer alles bei mir pink ist. Wenn ich irgendwo auf Veranstaltungen komme, heißt es: „Du hast ja gar nichts Pinkes an.“ Dann sage ich: „Also erstens sind meine Fingernägel immer pink und das heißt, ich bin ja nicht die Barbie, aber mir gefällt halt die Farbe sehr gut.“ So, und jetzt ist die Überleitung zu deinem, ob du das jetzt selber nutzt. Es ist nur das Cover rosa. Innen drin ist es nicht rosa. Es ist ein Journal, auf gut Deutsch nichts anderes als eigentlich ein Tagebuch.
01:34:16: ,296 [Pepi Ferstl] Geil.
01:34:17: ,296 [Martina Eberl] Wo man Sachen hineinschreiben kann, für die man dankbar ist am Tag. Und es ist auch nachgewiesen, dass wenn man das führt, führt man ein noch glücklicheres Leben, wenn man sich das jeden Tag aufschreibt. Journaling ist der Big Shit im Moment,
01:34:32: ,196 [Martina Eberl] dass man dann quasi noch happier ist. Aber du bist ja eh so ein Happy Bunny. Aber das darf ich dir einmal überreichen.
01:34:38: ,176 [Pepi Ferstl] Vielen Dank.
01:34:39: ,236 [Martina Eberl] Und für deine Family habt ihr jetzt, es sind 2 Farben für die Burschen, 2 grüne und 2 rosane.
01:34:45: ,506 [Pepi Ferstl] Guck einmal, da braucht man schon eine Signatur hinein, oder?
01:34:47: ,736 [Martina Eberl] Die kriegst du von mir. Wir machen das gleich auf Gegenseitigkeit hier. Und das sind
01:34:52: ,896 [Martina Eberl] für die Mädels und für euch 2 Burschen sind das Glücksbringer. Im Sommer schaut das natürlich immer sehr schön aus, wenn man schön braun ist.
01:34:59: ,336 [Pepi Ferstl] Dem steht er mir auch hervorragend.
01:35:02: ,156 [Martina Eberl] Eurer Family.
01:35:04: ,356 [Martina Eberl] So, und jetzt hat der Beppi, und das muss man natürlich echt sagen, wie gesagt, ich gehe hier total beflügelt aus diesem Podcast heraus. Ich muss echt aufpassen, dass ich nicht zu viel zum Schwärmen anfange. Du bist der erste, der mir ein Geschenk mitgebracht hat. Shout out zu den anderen Nasen.
01:35:21: ,856 [Martina Eberl] Für die Zukunft: Alle, die hier da sind, ihr dürft mir auch gerne was mitbringen.
01:35:26: ,916 [Martina Eberl] Ich habe hier eine,
01:35:28: ,896 [Martina Eberl] wie sagt man da? Startnummer.
01:35:29: ,776 [Pepi Ferstl] Das ist eine originale Startnummer vom, pass auf, das war World Cup Finale des Jahr, ich glaube, 2018 oder 2017 in Aspen,
01:35:40: ,356 [Pepi Ferstl] USA.
01:35:41: ,956 [Martina Eberl] Das kann man sogar noch lesen. Aspen.
01:35:42: ,086 [Pepi Ferstl] Genau. Und Startnummer 21 gehabt. Platz weiß ich nicht mehr.
01:35:48: ,156 [Pepi Ferstl] Ich glaube, [piepton] wäre gewesen. [kichert]
01:35:51: ,776 [Martina Eberl] Das darfst du mir nicht sagen. [lacht] Ich werde das in Ehren halten. Vielleicht ziehe ich das tatsächlich durch.
01:35:56: ,656 [Pepi Ferstl] Nein, aber 21 ist eine geile Zahl. Ich finde die nach wie vor, ich habe mich schwergetan. Man kriegt ja immer verschiedene Nummern, aber 21 ist schon sehr cool und extra für dich mitgenommen und noch nicht signiert, weil das können wir jetzt live machen oder wie auch immer.
01:36:11: ,036 [Martina Eberl] Das machen wir jetzt gleich live. Und zwar bedanke ich mich da ganz herzlich dafür. Ich übergebe dir, ich darf das gleich mal neben deinen Cupball da hinlegen. Dann kannst du es unterschreiben, während ich mich bei euch bedanke. Ihr Lieben, vielen, vielen Dank fürs Zuschauen und fürs Zuhören. Es war wieder immer eine Freude, hier mit einem Top-Sportler zu reden. Ich hoffe, ihr nehmt viel mit und ihr seht selber, wir Sportler, wir haben wirklich viel gemeinsam, die Höhen und Tiefen, aber die gehören zum Leben dazu, weil das ist nämlich das Leben. Danke fürs Zuschauen und danke fürs Zuhören beim Pink Table. So, und das war eine weitere Folge von The Pink Table. Ich hoffe, dir hat der Podcast gefallen und du könntest mir einen riesen Gefallen tun, indem du ihn abonnierst auf dem Kanal, auf dem du diesen Podcast sehen möchtest. Eine 5-Sterne-Bewertung ist natürlich mega obendrauf und vor allem wünsche ich mir einen Kommentar, wenn du einen Wunschsportler hättest, einen Wunschathleten, einen Wunscholympioniken oder Paralympics. Und ich werde natürlich mein Bestes geben, diesen Sportler bald hier am Pink Table empfangen zu dürfen. Also bis dahin, frohes Weiterhören.
01:37:14: ,676 [Martina Eberl] Outro-Song]